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6. November 2008

NBA: Was für Geimpfte

Woran es eigentlich liegt, dass die NBA Schwierigkeiten hat, in Deutschland einen Sender zu finden, der ihre Außendarstellung pflegt, lässt sich von so weit weg nicht beurteilen. Seit zehn Jahren spielt ein deutscher Nationalspieler in der Liga und gehört dort einwandfrei zu den Besten. Wenn das keine Ausgangsbasis ist, um eine Sportart/Liga zu promoten, was dann? Braucht man drei Deutsche in der NBA, um die Maschine anzuwerfen?

Das würde womöglich auch nicht viel nützen. Wie man neulich auf allesaussersport lesen konnte, produziert die NBA auch in Frankreich (und im Rest von Europa) nur wenig Gegenliebe. Die Apathie in Frankreich ist besonders kurios – angesichts so vieler Abgesandten der grande nation: Alexis Ajinca (Charlotte Bobcats), Nicolas Batum (Portland Trail Blazers), Boris Diaw, (Phoenix Suns), Yakhouba Diawara (Miami Heat), Ian Mahinmi (San Antonio Spurs), Tony Parker (San Antonio Spurs), Johan Petro (Oklahoma City Thunder) Mickael Pietrus (Orlando Magic), Ronny Turiaf (Golden State Warriors). Das sind neun Namen und entspricht einer Quote von etwa 5 Prozent. Oder anders gesagt: Jeder 20. NBA-Profi ist Franzose (Korrektur: Rechenfehler meinerseits. Muss heißen: etwa 2 Prozent, also etwa jeder 50. Profi.)

Klar ist nur soviel: Wo das Fernsehen nicht hinleuchtet, führt eine Sportart ein schattiges Dasein. Da können sich Fan-Magazine (wie etwa Basket oder Five) noch so anstrengen. Sie bedienen bestenfalls das kleine Lager der Geimpften. Sie sind nicht in der Lage, die Sportart zu popularisieren. Was man leicht begreifen kann: Die Faszination NBA versteht man wirklich erst, wenn man sich regelmäßig die Spiele der besten Mannschaften anschaut. Dass mäßig Interessierte sich nun zum Preis von 84,95 Dollar für die ganze Saison den NBA League Pass Broadband International gönnen werden, darf man trotzdem nicht annehmen. Auch solch eine Offerte ist nur etwas für die Minderheit jener, die schon jetzt wissen, dass sie demnächst nachts am Computer sitzen werden, um sich die Live-Webcasts reinzuziehen. Und der Preis gilt sowieso nur bis zum 11. November, wie ich einer Pressemitteilung entnehme, die heute per Mail verteilt wurde. Es gibt auch Eintages-Deals und Monatsabonnements. Ob das viele motivieren wird? Einziges Plus: Die Webcasts kann man nach dem Spiel jeweils noch für 24 Stunden abrufen. Man muss sich also nicht jedes Mal eine ganze Nacht um die Ohren schlagen. Ich las neulich hier im Blog (kann es nicht mehr orten) , dass man auch anderweitig an Feeds herankommen kann. Es gibt also Alternativen.