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2. Dezember 2007

Wie ein kalter, flacher Pfannekuchen

Die Probleme eines Clubs wie die Toronto Maple Leafs kann man aus New Yorker Sicht gut verstehen. Da rollen reiche Inhaber angesichts einer loyalen, aber anspruchsvollen Fangemeinde gerne vermeintlich starken Spielern Schubkarren voller Dollars hinterher. Und alles, was am Ende dabei heraus kommt, ist so flach und öde wie ein kalter Pfannekuchen. Die Knicks im Basketball und die Rangers im Eishockey haben das fast schon zu einer Kunstform kultiviert. Zur Zeit warten wir auf den Raufwurf von Isiah Thomas, dem Manager und Trainer in Personalunion, was den ohnehin schon aufgeblähten Etat noch weiter aufpumpen wird (ohne wirklich einen Neuanfang zu bringen, ohne den es nicht geht, denn die Spieler sind danach immer noch da).

Aber zurück zu Toronto, der Dampfmaschine der kanadischen Wirtschaft, Sitz der Eishockey Hall of Fame (die im Vergleich zu der Baseball Hall of Fame in Cooperstown nur ein schlappes Hallchen ist. Oder sagt man Hallein?). Hauptstadt des kanadischen Selbstwertgefühls und Produktionsstätte einer der zehn besten Zeitungen der Welt - des Globe & Mail. Das Blatt versteht sich zwar als überregional, seine Eishockey-Reporter wären aber ganz bestimmt nicht traurig, wenn es mehr und besseres über das örtliche Team zu berichten gäbe. Man ist nun mal als Berichterstatter immer auch Lokalpatriot.

Aber bis auf weiteres gilt es wohl, die allenfalls ein einzigartiges Regime aus lauter Mismangement zu evaluieren. Mit weniger vordergründigem Zynismus als man das in New York macht. Aber mit sehr viel Kopfschütteln, nevertheless. Hier ist das jüngste Testat: eine Abhandlung über die Draftleistungen der Verantwortlichen im Laufe der letzten 20 Jahre, Unterabteilung erste Runde. Der Club hat das fast schon von der Wahrtscheinlichkeitsrechung her Unmögliche hinbekommen und lauter Platzpatronen geladen. Der beste Scorer ist Sean Thornton (278 Punkte im Laufe von 18 Jahren mit sechs Mannschaften). Die beste Jahresbilanz: Brad Boyes mit 26 Toren und 43 Vorlagen (für die Boston Bruins und nicht für die Maple Leafs). Der Globe & Mail hat es durchgerechnet:
"Der beste Club, die Quebec Nordiques/Colorado Avalanche, hat ein Erst-Runden-Kontingent gezogen, das im Schnitt 24 Tore und 37 Vorlagen pro Saison verbuchen konnte. Der NHL-Durchschnitt liegt bei 42 Punkten [Tore plus Vorlagen]. Mehr als 60 Prozent besser als die Leafs."
Wer ist für solch ein konsequentes Versagen verantwortlich? Und wie soll das weitergehen im Zeitalter einer Salary-Cap-Politik, die den reichen Clubs nicht mehr die Möglichkeit einräumt, sich teure Namen zu kaufen, um die Löcher in der Aufbauarbeit des Kaders zu kaschieren?

Ich nehme mal an, wenn der Autor des Artikels die Antwort wüsste, würde man ihm bei den Maple Leafs schon morgen den Job des Chefmanagers antragen. Übrigens: den Fans in Vancouver (oder auch Detroit) passt die Dauerkrise ganz gut ins Konzept. Sie hassen die Leafs und produzieren Videos, um das zu illustrieren.

1. Januar 2008

Live-Blog: NHL Winter Classic

16:36 h
Das war der erste Live-Blog in der American Arena. Hat Spaß gemacht. Vielleicht machen wir das bei anderer Gelegenheit mal wieder. Es muss ja nicht immer Eishockey sein.

16:35 h
Nach einem weiteren Fehlschuss der Sabres macht Crosby die Sache klar. Er spielt Ryan Miller den Puck durch die Beine. 2:1 im Shootout. Irgendwie antiklimaktisch.

16:33 h
Christensen verhaspelt für Penguins, Der nächste Sabres-Schütze trifft Conklin. Letang trifft für die Penguins zum Ausgleich.

16:31 h
Kotalik als erster für Buffalo: zieht flach in die rechte Ecke ab und trifft. Vorteil Sabres.

16:30 h
Die Penguins haben schon sechs Shootouts in dieser Saison absolviert und fünf gewonnen. Die Sabres-Statistik steht bei 1:1.

16:28 h
1:1 nach Sudden-Death-Verlängerung. Also dann: Penalties bis die Entscheidung feststeht. Auf diesem Eis ist der Torwart, der sowieso schon die besseren Karten hat, erst recht im Vorteil.

16:27 h
Befreiungsschlag der Penguins mit 50,7 Sekunden auf der Uhr. Aber die Sabfres können sich nach dem Wiederanpfiff nicht bei den Penguins einigeln.

16:23 h
Auch in der Verlängerung werden noch mal die Seiten gewechselt. Wie unnütz. Kaum kommt mal Schwung in den Laden, wird unterbrochen.

16:22 h
Die Sabres bauen ein gutes Powerplay auf, aber keine gefährlichen Spielzüge. Noch drei Minuten auf der Uhr in der Verlängerung. Armstrong-Strafe ist abgesessen. Gibt es einen Shootout?

16:18 h
Verlängerung. Sabres haben einen Mann mehr. Und wir reden von Sudden Death...

16:12 h
Wer will noch mehr Eishockey? Die Leute im Stadion. Also bitte: Hier kommt die Verlängerung. Vanek hatte kurz vor Schluss noch zwei Chancen auf der Kelle. Wacht der Österreicher jetzt wieder auf? Eine Sekunde vor Schluss wird Armstrong von den
Penguins noch wegen Haken auf die Strafbank geschickt.

16:06 h
Jetzt muss Lindy Ruff auch noch eine Auszeit nehmen, weil seine Leute nach einer langen Schicht nur einen Befreiungsschlag fertig brachten und nach dem Pfiff nicht auswechseln dürfen. Noch 2:26 auf der Uhr. Abseits auf Kosten der Penguins.

16:02 h
Man wird müde, die ganzen Unterbrechungen zu erwähnen. Schön, wenn zwischendurch mal gespielt wird. Und Sidney Crosby ein Solo einlegt. Als er vor Ryan Miller auftaucht, wird er bedrängt und fällt auf den Bauch. Sein Blick Richtung Schiri bringt nichts.
Noch 4:12 auf der Uhr. Flutlicht ist an.

15:53 h
Dann sollten wir noch erzählen, dass die Ersatzbänke für beide Teams geheizt sind. Genauso wie die Football-Bänke in Buffalo.

15:52 h
"Sweet Caroline" von Neil Diamond aus der Lautsprecheranlage und alle johlen mit. Wer die Anspielung versteht, ist König von Buffalo.

15:51 h
Ein neues Loch im Eis im Buffalo-Verteidigungsdrittel rechts von Goalie Ryan Miller. Also haben wir eine neue Pause. Etwas mehr als sieben Minuten auf der Uhr.

15:49 h
Jetzt lassen sich die Sabres etwas schlapp zurückfallen. Befreiung ist wichtiger als Spielaufbau. Kein gutes Zeichen. "Let's Go Buffalo" von den Rängen in der vollen Dröhnung. Wenn's denn hilft.

15:45 h
Anpfiff zum Rest. Werden wir eine Verlängerung erleben?

15:44 h
Der Radiomann aus Buffalo erklärt gerade: Das Eis sei im Prinzip durchweg im guten Zustand gewesen. Es gibt nur eine kleine Schadenszone. Die Veranstalter haben Glück gehabt. Es fehlt nicht viel und der Niederschlag käme als Regen herunter. Das wäre eine Superpanne geworden.

15:36 h
Die Hälfte des letzten Spielabschnitts ist vorbei. Die Penguins hatten klare Vorteile. Mal sehen, was sie auf dem sauberen Eis noch entkorken.

15:31 h
Der Schnee kommt stärker herunter. Zum Glück wird fehlendes Tageslicht nicht zu einem Problem. Dieses Spiel wird vor Einbrechen der Dunkelheit zu Ende sein.

15:29 h
Die eigentliche Enttäuschung ist Sidney Crosby, der das erste Tor vorbereitet hatte und soeben seinen zweiten Schuss aufs Sabres-Tor produzierte. Jochen Hecht arbeitet wie immer eher still, aber effektiv. Jetzt müsste nur noch jemand die Chancen verwerten.

15:27 h
Die Sabres bleiben druckvoll. Ein Fall von Athletik. Denn auf diesem Eis ist mit Kufentänzen nichts zu reißen. Wir warten schon wieder auf die Zambonis. Und darauf, dass die Mannschaften wie in der guten alten Zeit, zur Hälfte des dritten Drittels noch einmal die Seiten wechseln.

15:25 h
Fanhouse hat einen Shoutout Richtung American Arena gebracht. Thank you very much.

15:21 h
Drittes Drittel läuft. Das mit den Pausen dehnt sich. Die Spieler haben einen weiten Weg zu den Umkleidekabinen in den Katakomben des Stadions und zurück.

15:20 h
Memo: NHL-Hallen, in denen ich schon NHL-Spiele gesehen habe: Denver (Colorado Avalanche, Geschichte über David Aebischer) Edmonton (Oilers, Geschichte über Michael Riesen), Raleigh (Carolina Hurricanes, Geschichte über Martin Gerber), Buffalo (Sabres (Geschichte über Thomas Vanek), Uniondale, Nassau Coliseum (New York Islanders, Geschichte über Uwe Krupp und Jochen Hecht), Manhattan, Madison Square Garden (New York Rangers), Trainingshalle der Boston Bruins (Geschichte über Marco Sturm).

15:15 h
Jetzt habe ich das Video auf YouTube entdeckt:


15:08 h
Überbrückung zur Pause, ein Video aus dem Bestand der NHL via Fanhouse, das die Vorbereitungen zeigt:
http://sabres.nhl.tv/team/launch.htm?type=fvod&id=9659&catid=23
Leider klappt der Einbau nicht. Und es gibt nicht genug Zeit, das Problem zu fixen.

14:59 h
Ende des zweiten Drittels. Spielstand 1:1.

14:55 h
Noch drei Minuten im zweiten Drittel. Penguins haben noch immer keinen Torschuss produziert, aber das Unentschieden gehalten.

14:52 h
Endlich macht auch Thomas Vanek Druck. Roy mit einer Abstauber-Chance nach einem Schuss des Österreichers. Aber nuttin' doin'.

14:49 h
Mit neun Minuten auf der Uhr für das zweite Drittel geht es endlich weiter. Buffalo hat sich Vorteile erarbeitet. Die Bilanz der Torschüsse im zweiten Drittel: 12:0

14:48 h
Warum nicht mal wieder ein bisschen Schnee? Das ist doch gleich viel uriger. Für die Zuschauer gibt's ein bisschen Musik. Ab und zu kommen ein paar Schlachtrufe zustande. Aber von der Stimmung ist es nicht zu vergleichen mit dem Gedröhne in der Halle im Stadtzentrum von Buffalo

14:45 h
Die Zamboni-Delegation ist mal unterwegs. Sie arbeiten auf diesem Eis etwas anders als gewöhnlich, wenn sie einen feine Wasserfilm ausbringen, der dann einfach friert. Hier wird nur gehobelt.

14:34 h
Das beste optische Detail ist die neue Retro-Jacke, die Sabres-Trainer Lindy Ruff trägt - mit dem dem alten Logo riesig auf der linken Seite vorne. Das könnte ein neuer Hit unter den Fans werden.

14:29 h
Ausgleich der Sabres zum 1:1. Torschütze Campbell, Assist Connolly. Jetzt kommt endlich Stimmung auf. Das Volk auf den Rängen hat lange warten müssen.

14:28 h

Beginn des zweiten Drittels. Wer sich ein bisschen einlesen will. Hier Links zum Winter Classic aus den deutschsprachigen Medien:
http://www.kurier.at/sportundmotor/117274.php
http://www.ftd.de/sport/sportmix/us/:Fans%20NHL%20Spiel%20Jochen%20Hecht/297717.html
http://www.sport1.at/397+M5e159dabd50.html

14:08 h
Drittelpause. Das freut die Leute vom Fernsehen. Jetzt hagelt es Werbung. Penguins führen 1:0.

14:07 h
Penguins-Torwart Ty Conklin kommt aus Alaska. Wenn das keine gute Voraussetzung für ein Freiluftmatch ist. Noch zwei Minuten bis zur Drittelpause. Das Spielgeschehen ist typisch NHL. Viel Druck. Viel Kraft. Wenig Linie.

14:02 h
Das Herumstöbern auf der nhl.com Seite in den langen Pausen bringt ein paar Fundsachen zutage. Zum Beispiel zwei Live-Radioübertragungen - eine aus Sicht der Sabres, eine aus Sicht der Penguins. Finden kann man den Service hier.

14:00 h
Das Match läuft endlich wieder. Und die Pudelmütze von Sabres-Torwart Ryan Miller kommt öfter in Nahaufnahme ins Bild. Der Mann dürfte angesichts der ständigen Überzahlattacken der Penguins schön warm bleiben. Wie sich sein Gegenüber vor dem Festfrieren schützt, können wir nicht sehen.

13:55 h
Die Unterbrechung scheint endlos. Die normale Temperatur in einer Eishalle der NHL liegt bei rund 10 Grad. Die Temperatur im Ralph Wilson Stadium liegt knapp über dem Gefrierpunkt.

13:52 h
Jetzt sitzt auch noch Thmoas Vanek auf dem Strafstuhl. So viel Geld er auch verdient. Den Sabres hat er in dieser Saison noch nicht viel gebracht. Neue Unterbrechung: Eine tiefe Kerbe im Drittel der Sabres muss geflickt werden. Der Fernsehkommentator erzählt die Geschichte von Jochen Hecht, der mit fünf zuhause in Deutschland auf einer Freiluftfläche zu spielen begann.

13:48 h
Zwei Zambonis fahren auf. Während die Spieler auf ihren Bänken hinter der Bande kauern, muss das Eis abgefegt werden. In der Pause: Bilder aus dem Hubschrauber. Und ein Interview mit einem Spieler von Buffalo, der darauf hinweist, dass man unter diesen Bedingungen anders spielen muss. Denn die Kommunikation untereinander funktioniert nicht halb so gut. Die "kleinen Dinge" müssen klappen. Die "großen Dinge" kann man mithin vernachlässigen.

13:44 h
Die 1:0-Führung der Penguins noch nur 21 Sekunden geht in Ordnung. Mehr Info über das Match hat die Seite der NHL. Die frühen Strafen für die Sabres sind keine Hilfe.

13:38 h
NBC überträgt seit ein paar Minuten das Open-Air-Eishockey-Match aus Buffalo live. Es fällt leichter Schnee. Das Stadion ist randvoll. Macht also rund 70.000 Zuschauer.

9. Januar 2007

NHL macht Werbung: Apparat kaputt


Für alle, die gedacht haben, dass Alexander Michailowitsch Owetschkin ein schnellfüßiger Eishockeyprofi bei den Washington Capitals ist, hat die NHL einen Werbespot gedreht, damit sie sehen können, dass er in Wirklichkeit ein ungeschickter, unbelehrbarer und hungriger Einwanderer aus Russland ist, dem nichts über eine Tüte Kartoffelchips geht. Leute, denen Eishockey egal ist, finden solche Werbung lustig. Leute, die sich für Eishockey interessieren, fragen sich: Wann geht Capitals-Besitzer Ted Leonsis (ebenfalls in dem Filmchen) endlich in das Fitness-Studio, das seine Spieler gleich neben der Umkleidekabine haben und speckt ab?

29. Dezember 2008

Neujahrs-Walzer in Wrigley Field

Am Neujahrstag gibt es die zweite Auflage des "Winter Classic" der National Hockey League. Diesmal in Wrigley Field in Chicago und mit den Chicago Blackhawks und dem Stanley-Cup-Gewinner Detroit Red Wings. Die Hintergrundgeschichte zum Erfolg der Veranstaltung steht morgen in der gedruckten Ausgabe der FAZ, ging aber vor kurzem bereits online. Wer noch mal ein wenig zurückblättern will und mehr über die Veranstaltung wissen will, die am 1. Januar 2008 in Buffalo erstmals ausgerichtet wurde, kann das auf diesen Seiten tun. Das Spiel wurde damals live mitgebloggt. Alle Beiträge zum Thema gibt es hier.

Man kann aber dieser Tage nicht so einfach über Eishockey in den USA reden, ohne das Elend der Phoenix Coyotes zu erwähnen. Viele werden einfach zu jung sein, um sich daran zu erinnern, dass es sich hierbei um die Winnipeg Jets handelt, die 1996 in einer dieser typischen Umzugsaktionen aus der kanadischen Provinz Manitoba nach Arizona umgetopft wurden. Was nur auf dem Papier eine gute Idee war. Damals hielt man es einfach für ganz selbstverständlich zu erwarten, dass Eishockey mitten in der Wüste jede Menge Zuschauer anlockt. So lange die Kältemaschinen für gutes Eis in der Halle sorgen.

Es ist an der Zeit, das Experiment für gescheitert zu erklären. Und zwar sowohl sportlich – das Team hat so gut wie jedes Jahr die Playoffs verpasst und noch nie die erste Runde überstanden. – als auch wirtschaftlich. Dass Wayne Gretzky als Galionsfigur, Trainer und Minderheitseigner den Büttel nicht hinwirft, bedeutet nicht, dass er das nicht tun sollte. Derzeit produziert man pro Saison einen Verlust von 35 Millionen Dollar und hat substanzielle Probleme mit der Schuldenlast, die durch den mehrfachen Weiterverkauf des Clubs allein in Phoenix aufgehäuft wurden. Mehr zu der akuten Situation gibt es bei allesaussersport, wo bei der Gelegenheit auch ein Tabuthema gestreift wurde. Die Liga mit ihrem nutzlosen Fernsehvertrag ist nicht der Lage, Clubs in Regionen zu finanzieren, die nicht selbst genügend wirtschaftliche Ressourcen haben. Selbst wenn die Coyotes Konkurs anmelden (was im amerikanischen Wirtschaftsrecht nicht unbedingt das Aus sein muss, sondern erstmal nur alle Gläubiger an einen Tisch bringt, wo man über die weiteren Chancen des Unternehmens debattiert und möglicherweise auf alte Forderungen verzichtet), sind die Überlebenschancen absurd niedrig. Zwar käme man so vermutlich aus der dicksten Zwangsjacke heraus – aus dem Vertrag, der das Team langfristig an die neue Halle in Glendale außerhalb von Phoenix bindet. Aber ein Umzug an einen anderen Ort (in Kansas City wartet eine hübsche neue Halle) würde nur das größte Defizit von allen vertuschen: Die NHL hat zuviele Clubs und käme mit 24 statt 30 an strategisch gesehen vernünftigen Standorten sehr viel schneller an ihr Publikum (und das dringend benötigte Geld). Die hohen Durchschnittsgehälter (trotz Salary Cap) sind ein weiteres Problem. Aber erst die gegenwärtige Finanzkrise dürfte selbst dem letzten Agenten in der Liga klar gemacht haben, dass man die hochgestochenen Wunschträume der meisten Spieler abschreiben kann.

Die nächste (ausgemachte) Krise steht übrigens bereits vor der Tür: Der kanadische Dollar hat in den letzten Monaten wieder sehr viel an Wert gegenüber dem US-Dollar verloren. Das macht den kanadischen Teams zu schaffen, die eigentlich ansonsten sehr gut im Futter sind. Sie bezahlen nämlich ihre Spieler genauso in US-Dollar wie die Teams in den Vereinigten Staaten. Mit anderen Worten: Sie zahlen mehr (im Moment rund 20 Prozent mehr). Das sah zwischendurch mal sehr viel besser aus, als die beiden Währungen nominal fast pari standen (in Kanada sind die Lebenshaltungs- und andere Kosten etwas niedriger als in den USA).

25. September 2007

Ehrenkasper beim Eishockey: Torwart haut Torwart


Die neue Eishockey-Saison in der NHL steht vor der Tür. Da will man den Leuten doch den Mund wässrig machen. Wie wär's mit einem Video von einer der selten ehrenkasperlichen Torwart-gegen-Torwart-Schlägereien, die es am Montagabend in einem Preseason-Spiel zwischen den New York Rangers und den New York Islanders gab? Vorsicht: die Begeisterung der Kommentatoren ist extrem. Man sollte die Lautstärke regulieren.

18. Februar 2007

Die Rechnung geht nicht mehr auf: Clubs reißen Luxus-Suiten heraus

Foto: flickr/creativecommons/Scott Ableman

Sport in Amerika ist ein riesiges Geschäft. Quer durch alle populären Sportarten. Vernetzt mit allen möglichen gesellschaftlichen Bereichen: den Medien, den Werbepartnern aus unterschiedlichen Industrien, den Sportausrüstern und den Herstellern von Statussymbolen wie Porsche oder Rolex, die bei den Stars einen Gutteil ihrer teuersten Modelle absetzen können. Dieses Geschäft zu finanzieren, verlangt Kreativität. Also begann irgendwann das Spiel, bei dem man Politiker erpresst, damit sie moderne Hallen und Stadien bauen - als sei es die soziale Aufgabe der Öffentlichkeit, die Clubs nicht nur über Eintrittsgelder und Fernsehgebühren zu finanzieren, sondern auch noch über Steuersubventionen.

Das reicht natürlich nicht, wenn die Gehälter der Spieler schneller steigen als die Löhne der Sportanhänger. Also entdeckten die ersten Clubs vor ein paar Jahren ein Instrument der Einnahmesteigerung, das lange Zeit als Druckmittel benutzt wurde, um neue Arenen einzufordern: abgeschlossene Luxus-Suiten im mittelhohen Rang mit eigener Bar, Kühlschrank, Fernsehapparaten, Kellnern und ausreichend Sitzen, die für jeweils eine ganze Saison an interessierte Firmen vermietet werden. Die benuzten diese Logen dazu, um Geschäftsfreunde einzuladen oder Angestellten eine Freude zu machen.

So weit, so gut. Nun berichtet das Wall Street Journal, dass die ersten Clubs im Begriff sind, die Zahl ihrer Suiten zu reduzieren. Warum? Immer weniger Firmen wollen - aus jeweils unterschiedlichen Gründen - das Geld ausgeben und die Räumlichkeiten mieten. Besonders hübsch: Eine Firma hat herausgefunden, dass es mehr bringt, Geschäftsfreunde auf eine Angelpartie einzuladen als zu einer Sportveranstaltung. Man kommt sich einfach leichter näher. Was die Trendumkehr im Denken von großen Banken und Zulieferfirmen der Autoindustrie für die Clubs und deren Einnahmesituation bedeutet, lässt sich nicht so leicht abschätzen. Vermutlich wird der Druck auf den Steuerzahler größer. Ebenso wahrscheinlich ist, dass nach Jahren relativer Standortstabilität wieder mehr Clubs in andere Städte umziehen werden. Dorthin wo sie mehr Publikum, mehr örtliches Gewerbe und mehr Subventionen finden können. Interessanterweise sind die Möglichkeiten nicht halb so groß wie noch vor ein paar Jahren. Eine intensive Expansionspolitik - sei es in der NFL, Major League Baseball oder NHL - hat viele Städte mit Major League Clubs versorgt, die damit wirtschaftlich so gut wie überfordert sind. Die besten Beispiele sind Tampa Bay (nach Football kam noch Baseball und Eishockey dazu) und Nashville (Football und Eishockey). New Orleans bräuchte auch ohne Hurricane Katrina künstliche Beatmung für das NBA-Team.

Weshalb man zum ersten Mal die Vermutung äußern darf, dass der professionelle Mannschaftssport einen Gipfel erreicht hat, von dem es nur noch in eine Richtung weitergeht: nach unten. Im Baseball hat man vor ein paar Jahren angesichts der Probleme in Montreal erstmals in der Geschichte der Liga ernsthaft eine Reduktion diskutiert. Das Modell: alle verbleibenden Clubs zahlen den Team-Eigentümer in der betreffenden Stadt aus einem gemeinsamen Topf aus. Das einzige Problem: auch das Geld muss irgendwo herkommen. Damals fand man eine andere Lösung: den Umzug nach Washington, wo aus den Expos die Nationals wurden.

Die National Hockey League, die nach dem einjährigen Lockout und der Einführung der Salary Cap auf gesünderen Füßen steht als vorher, ist sicher der stärkste Kandidat für ein Abschmelzen auf stabilere Fundamente. Besonders wenn man sieht, wie die Situation in Nashville aussieht, wo die Predators ihre Heimspiele nicht ausverkaufen können, obwohl sie - insbesondere nach dem Zugang von Peter Forsberg vor ein paar Tagen - das beste Team der Liga sind. Der Club hat seit Gründung 1999 noch nie Gewinn gemacht. Der Zuschauerschnitt pro Heimspiel liegt bei 14.700, darunter sind rund 1.500 Besucher, denen die Karte im Rahmen von Werbemaßnahmen geschenkt wurde. Die Halle hat Platz für 18.000 Zuschauer. Nur 60 der 72 Luxuslogen sind fest vermietet. Und niemand vor Ort sagt: Das wird besser, selbst wenn die Mannschaft den Stanley Cup gewinnt. Das hat schon den Carolina Hurricanes in der Diaspora einer basketballverliebten Region in Raleigh nicht geholfen. Der Club konnte zwar dank der Playoffs im letzten Jahr zum ersten Mal seit ewigen Gedenken Überschüsse erwirtschaften, aber das wachsende Interesse bei den Fans nicht in ein Mehr an Interesse bei der örtlichen Wirtschaft umsetzen. Wenn man jedes Jahr den Cup gewinnen muss, um zu überleben, wird es schwierig. Denn das schafft pro Saison immer nur eine Mannschaft.

7. Dezember 2006

Miami im Dezember: Regennass und sportlich trüb

Eine andere amerikanische Stadt. Eine andere Perspektive? Ja und nein. Es ist schwül warm in Miami heute abend. Und ab und an fallen ein paar Regentropfen, was sich ganz angenehm auf der Haut anfühlt. DAS ist der Hauptunterschied zu Buffalo, wo ich vor knapp zwei Wochen auf den Spuren des neuen österreichischen Eishockey-Stars Thomas Vanek war (das Resultat der Reise erscheint demnächst ausführlichst im Sport-Magazin in Wien, wo man sich sehr viel Mühe gegeben hat, das Riesentalent zum ersten Mal im großen Stil seinen Lesern vorzustellen).

Das heißt: Es gibt noch einen anderen Unterschied zwischen Miami und Vaneks Team - die Buffalo Sabres, bei denen auch der Deutsche Jochen Hecht spielt - gewinnen. Miamis Mannschaften hingegen verlieren meistens: Ob im Eishockey (Panthers), Football (Dolphins) oder selbst bei den Titelverteidigern im Basketball (Heat), überall sieht man nur, dass es klemmt. So musste der Miami Herald, die große Tageszeitung, heute seinen Sportteil mit lauter negativ angehauchten Geschichte füllen. Niemand ist happy, außer Dwayne Wade, der von Sports Illustrated zum Sportler des Jahres ausgerufen wurde, was in der Ausgabe dieser Woche groß zelebriert wird.

Das einflussreiche Magazin gibt sich immer relativ viel Mühe, eine Figur mit Strahlkraft auszusuchen und anschließend in einer Auflage von mehr als 2 Millionen Exemplaren die Ehrung unters Volk zu bringen. Angesichts der jüngsten Entscheidung GEGEN einen wirklich überragenden Sportler wie den Tennisspieler Roger Federer und FÜR einen leichtfüßigen Zirkusartisten, darf man getrost anzweifeln, ob die Leute bei SI eine Ahnung von Sport haben. Ist der Verkauf von Heften das einzige Kritierium? Selbst Tiger Woods wäre eine triftigere Wahl gewesen. Man muss sich nur mal vorstellen: Gewinnt Dallas Spiel drei der letzten NBA-Finalserie, kann Miami einpacken. Und Wade gleich mit.

Kein Wunder, dass der Miami Herald die Nachricht nicht als Aufmacher gebracht hat, sondern relativ klein unten rechts auf der ersten Sportseite. Wahrscheinlich schämen sie sich hier in Süd-Florida angesichts solcher Entscheidungen. Oder sie finden sie nicht weiter bemerkenswert - angesichts soviel sportlichem Elend.

8. Dezember 2009

Die Nationale Hybris League baut Potemkinsche Dörfer

Gary Bettman Press Conference
Zunächst denkt man ja, das H in NHL steht für die Sportart, die allen anderen Hockeyarten zum Trotz in Nordamerika bekanntlich nicht Ice Hockey heißt (sonst hieße der Laden, von dem hier die Rede ist, vermutlich NIL – wie die Zigarettenmarke mit dem parfürmierten Tabak). Aber je länger Gary Bettman als Commissioner am Ruder ist, wäre es wohl besser, bei dem Buchstaben an Hybris zu denken. Und an Hohn. An Hackenschuss. Und an Holy Shit. Hier der neueste Beleg für die realitätsferne Betrachtungsweise jenes Herrn, der über Wohl und Wehe einer darbenden Liga wacht: Er will nicht etwa kranke Clubs wie in Phoenix, Tampa, Columbus oder Nashville umquartieren in Städte, die sich über Zuwachs freuen. Nein, die jetzigen Standorte sollen alle ihre Minusmacher behalten und durchfüttern. Wenn Winnipeg und Quebec City neuerdings wieder Lust auf Profi-Eishockey der ersten Kategorie haben sollten, dann würde die Liga einfach ausgebaut. Von jetzt 30 Teams auf eine ungenannte höhere Zahl.

Das klingt lachhaft, wenn man sieht, was für einen Fernsehvertrag die NHL auf die Beine bekommt, bei dem pro Club nur sehr wenig hängen bleibt. Woher soll das Geld von rund 50 Millionen Dollar für die Gehälter pro Saison aber kommen, um die schnellen Jungs aus Europa zu bezahlen, ohne die man in Nordamerika kein attraktives Eishockey auf die Beine bekommt? Und wenn das Fernsehen nicht zahlt, dann braucht man Zuschauer in der Arena. Ich war letzte Woche bei einem Heimspiel der New Jersey Devils in der neuen Halle in der Innenstadt von Newark. Angeblich wurden für das Match gegen die Vancouver Canucks um die 13.000 Karten verkauft (von 17.600). Wenn man sich genau umschaute, saßen bestenfalls 10.000 in den Rängen. Die Stimmung war entsprechend.

Abgesehen davon wirken insbesondere die Anstrengungen der russischen Liga KHL wirkungsvoll genug, um der NHL gute Spieler abspenstig zu machen oder sie gar nicht erst über den Atlantik zu lassen. Was die Liga braucht, ist ein Schrumpfungsprozess auf die vitalsten Städte des Kontinents, wo die Fans sitzen, die nicht nur in die Halle gehen, sondern auch Spiele im Fernsehen verfolgen. Alles andere ist ein Potemkinsches Dorf. Und das sieht in der Bettman-Optik so aus: Das Geschäft verläuft in Zyklen. Und Teams in Anaheim, Dallas, Tampa, North Carolina hätten in den letzten Jahren den Titel gewonnen, also in Städten, in denen es entweder nie oder so gut wie nie schneit. Ja, wenn das so ist... Wie wär's mal mit Meisterschaftserfolgen in Toronto, Edmonton, Calgary und Chicago? Würde das nicht die Fans wirklich entzücken?

2. April 2007

Onkel Lou übernimmt: Devils-Trainer muss gehen - trotz Erfolg

Claude Julien hat eine Woche vor den Playoffs seinen Job als Trainer der New Jersey Devils verloren. Und das obwohl die Mannschaft den zweitbesten Punktestand in der Eastern Conference der National Hockey League aufweist und die Tabelle der Atlantic Division anführt. Der Mann, der ihn ersetzt, war zuletzt sein Chef: General Manager Lou Lamoriello. Lamoriello gilt als einer der klügsten Eishockey-Köpfe in Nordamerika. Er ist seit 1987 beim Club und hat die Regie hinter den Kulissen geführt, die den Devils ermöglichte, den Stanley-Cup gleich dreimal zu gewinnen (1995, 2000, and 2003). Und das ohne das viele Geld, das in der Vergangenheit von wohlhabenderen Teams wie den Philadelphia Flyers, New York Rangers oder Toronto Maple Leafs ausgegeben wurde. Er gilt überdies als einer der Architekten der Verhandlungsstrategie auf Arbeitgeberseite, die den langen Tarifstreit beendete, dem vor zwei Jahren eine ganze Saison zum Opfer fiel.

Lamoriello sprang bereits im letzten Jahr kurzfristig ein, nachdem er in der Mitte der Saison Trainer Larry Robinson entlassen hatte. Die Mannschaft produzierte unter seiner Führung eine Bilanz von 32 Siegen, 14 Niederlagen und vier Spiele, die erst im Shootout entschieden wurden. Das stufen Fachleute wie Eishockey-Kolumnist Eric Duhatschek vom Globe & Mail in Toronto als "exzeptionell" ein. In den Playoffs scheiterte die Mannschaft in der zweiten Runde am späteren Stanley-Cup-Sieger Carolina Hurricanes.

10. April 2007

Abstecher empfohlen: Eishockey-Torwart Kölzig im Videointerview

Die wenigsten werden jemals ein Fernsehinterview mit Olaf Kölzig gesehen haben. Er ist selten genug für die deutsche Nationalmannschaft im Einsatz. Wenn jemand Beachtung findet, dann die Spieler in der DEL. Kölzig ist ein kluger Mensch und darin geübt, Fragen zu beantworten. Im Vergleich mit Männern wie Ryan Miller von den Buffalo Sabres, der wirklich ausgiebig nachdenkt, ehe er spricht, wirkt er etwas zu soundbitig und zu geglättet. Aber das liegt womöglich oft auch an den Fragen. Die Art und Weise, wie amerikanische Sportjournalisten auf die Jagd nach quotes gehen, ist ziemlich schlicht. Trotzdem sollten Eishockey-Anhänger mal zum Off-Wing-Blog rübersegeln und das Interview anklicken, das er neulich nach einem Spiel in der Umkleidekabine gegeben hat. Es geht um die Frage, warum die Washington Capitals nicht besser spielen und warum die Stadt unter NHL-Profis einen so schlechten Ruf hat. Eine Anknüpfung an die Umfrage der Hockey News, auf die wir hier vor ein paar Tagen ebenfalls eingegangen waren.

Noch zwei Anmerkungen: Der eng gefasste Kameraausschnitt ist typisch für Aufnahmen in amerikanischen Umkleidekabinen. Es ist verpönt, mehr zu zeigen, weil sich nebenan halbnackte Spieler umziehen. Zweitens: Wir könnten das Video auch direkt hier reinstellen, aber finden das nicht fair gegenüber Off Wing. Die haben sich schließlich abgemüht und haben Zuspruch verdient.

4. April 2009

Neues aus San Jose

Kleiner Hinweis in eigener Sache: In der FAZ erschien heute ein Bericht über den Krefelder Eishockey-Profi Christian Ehrhoff, der zusammen mit Marcel Goc bei den San Jose Sharks spielt. Die Sharks haben das beste Punktekonto in der Western Conference und stehen mal wieder vor einem Problem, das nur wenige Mannschaften kennen: Sie sind besser als die Konkurrenz, scheiden aber in den Playoffs bereits in der zweiten Runde aus. Zumindest ist ihnen das in den letzten drei Jahren immer wieder gelungen. Das hat einem sehr guten Trainer, Ron Wilson, nach der letzten Saison den Job gekostet. Der hat an seinem neuen Arbeitsplatz in Toronto noch nicht viel ausrichten können. Dafür wurde er erneut zum US-Nationaltrainer ernannt, der die Olympiaauswahl in Vancouver betreuen wird.

Im Rahmen der Recherchen zu Ehrhoff habe ich einen Dreiteiler auf YouTube gefunden, der nach Art einer Reality-TV-Produktion einen Ausschnitt aus dem Alltag des Verteidigers und seines Kollegen Goc (und dessen Frau) in Kalifornien zeigt. Auf einen Besuch im Haus der Familie Goc folgt ein Ausflug in einen bayrisch angehauchten Biergarten mit Franziskaner-Weißbier und Kalbshaxe. Und danach geht es zum Fußballspiel der MLS-Mannschaft San Jose Earthquakes, wo die beiden beim Umgang mit dem Ball zeigen, dass sie wahrscheinlich in vielen Sportarten etwas geworden wären. Nicht nur im Eishockey.

Das ist Teil eins:

Hier die Links zu Teil zwei und drei.

20. Mai 2008

Ziemlich viel an einem Tag (zweimal)

Neulich fiel Himmelfahrt und der 1. Mai auf einen Tag. Das war sozusagen die Einstimmung für die Leute in Detroit. Denn in den nächsten Tagen fallen die Heimspiele der Detroit Pistons im Conference-Finale der NBA gegen die Boston Celtics und die Finalbegegnungen der Detroit Red Wings gegen die Pittsburgh Penguins um den Stanley Cup auf denselben Tag. In anderen Teilen der USA würde das vermutlich niemanden jucken. Da schlägt Basketball Eishockey bei den Einschaltquoten um Längen. Aber in der Motor City - auch Hockeytown genannt - sieht die Sache ganz anders aus. Dort gibt es Fans, die gerne live in der Halle dabei sind, und zwar beim Eishockey UND beim Basketball.

14. Mai 2009

Der Klingelbeutel: Umarmen für Anfänger

• Joakim Noah hat ein anderes Verhältnis zu Frauen als Dirk Nowitzki. Sein Umgang mit nackter Haut scheint völlig ungehemmt. Allerdings trifft das nicht auf die amerikanischen Medien zu. Die versehen Brüste tatsächlich mit verhüllenden Sternchen.

• Für viele Kanadier ist Eishockey eine Droge, aber der Stanley Cup eine Mysterium. Weshalb gewinnen den eigentlich so gut wie kanadische Clubs? Wer die Antwort weiß, sollte sie Eric Duhatschek beim Globe & Mail zustellen. Der Eishockey-Kolumnist dieser wirklich hervorragend redigierten Zeitung kommt alleine nicht weiter. Nach dem Aus von Vancouver geht der Pott in diesem Jahr entweder nach Pittsburgh, nach Detroit oder Anaheim, Raleigh/North Carlina oder Boston.

• Die Amerikaner beim FC Liverpool haben offensichtlich eine neue Offerte auf dem Tisch, die ihnen, den hochverschuldeten Investoren, den Ausstieg schmackhaft machen dürften (via allesaussersport, wo auch dankenswerterweise der Artikel über die seltsame hochverschuldete Mischpoke auf faz.net verlinkt wurde). Wie schon mal von hier aus vermeldet. Es gibt das Thema auch als Radiobeitrag im Archiv des Deutschlandfunk.

9. Juni 2009

Auf eigenem dünnen Eis

Wenn man durch dieses ständige Psycho-Gerede von Motivation und Emotion und Willenskraft pieksen will, durch das in Mannschaftssportarten dank der Trainer, der Medien und über Eck auch dank der geistig oft ziemlich ausgelaugten Spieler dauernd ein Nebel aus Erklärungsmustern erzeugt wird, die gar nichts erklären, schon gar nicht den Erfolg einer Mannschaft, steht man bei den Analyseversuchen rasch ziemlich allein da. Statistische Informationen können bei der Auswertung einzelner Aspekte durchaus helfen, besonders wenn sie mit jener Akribie betrieben wird wie das in Amerika von Professoren wie David Berri angegangen wird. Aber spätestens in einer Playoff-Serie sind solche Betrachtungen nicht mehr besonders hilfreich, weil sie nur funktionieren und Trendaussagen erlauben, wenn man möglichst viele Zahlen einspeist. In einer Best-of-Seven-Serie ist das Fundament eher dünn. Und selbst wenn man eine gesamte Playoff-Leistung zu Rate zieht, wie sich das in diesen Tagen aus Anlass des Stanley-Cup-Finales anbietet, bleibt man auf dünnem Eis. Die Basisdaten aus fünfzehn, sechzehn, siebzehn Spielen können nicht so einfach verallgemeinert werden. Trotzdem verdienen sie Beachtung. Und deshalb ist diese aktuelle Geschichte auf der Webseite des kanadischen Fernsehsenders TSN empfehlenswert. Sie deutet an, dass bei Eishockey auf dem derzeitigen sehr hohen Niveau wie zwischen den Detroit Red Wings und den Pittsburgh Penguins und mit einer geringeren Zahl an Unterbrechungen eine Auffälligkeit nicht vom Tisch zu fegen ist: Zuhause spielen sie besser, auswärts hingegen schlechter. Wer das mit den üblichen Fisimatenten erklären will – Stimmung und Lautstärke des Publikums, Reisestress der Auswärtsmannschaft – der ignoriert auf eigene Gefahr wie lakonisch Profis heutzutage ihrer Arbeit nachgehen und wie unbeeindruckt sie von Dingen sind, mit denen sie jeden Tag umgehen. Ich muss da immer an die beknackten Zuschauer bei Basketballspielen denken, die bei Freiwürfen des angereisten Gegners in der Blickachse des betreffendern Spielers hinter dem Korb sitzen und herumturnen und mit Gegenständen wedeln. Nichts von dem beeinflusst den Werfer, aber kein Zuschauer würde die Hoffnung aufgeben, dass es etwas bringt.

Im Eishockey dagegen gibt es eine Besonderheit, die sich auswirken kann: Die Heimmannschaft hat das Recht bei einer Unterbrechung des Spiels ihre fünf Spieler erst dann aufs Eis zu schicken, wenn das Auswärtsteam komplett ausgewechselt hat. Mit anderen Worten: Anders als in anderen Sportarten, kann der Trainer ganz konkret auf sogenannte Match-Ups achten und sich ständig Gedanken darüber machen, wen er gegen wen bringen will. Ein guter Trainer wird diese Regel konsequent und mit Nachhaltigkeit für sich ausschlachten. Aber er wird natürlich nicht während einer Meisterschaft öffentlich zugeben, wie gut (oder wie schlecht) es ihm gelingt. Statt dessen wird er das Ganze eher vernebeln wollen. So wie Penguins-Coach Dan Bylsma, der am Montag sagte: "Ich glaube nicht, dass es die Match-Ups sind. Ich denke, wir reden über zwei Mannschaften, die hart und mit talentierten Spielern arbeiten. Das ist ausgeglichen genug, um einen Heim-Eis-Vorteil zu produzieren."

Wenn wir das Thema etwas klarer und bewusst versimpelt anpacken wollen, kommen wir zu folgendem Resultat: Spiel sechs heute abend geht an Pittsburgh. Spiel sieben (wieder in der Joe Louis Arena in Detroit) an die Red Wings. Es sei denn Bylsma findet bei Sydney Crosby endlich den Knopf zum Einschalten.

20. Mai 2007

Wenn ein Sender nicht mitzieht: NHL-Fans schauen dumm aus der Wäsche

"Man kann es nicht anders nennen: Das war extrem peinlich für die Liga. Ein entscheidendes Spiel in der Conference-Final-Serie, das fallen gelassen wurde, damit Leute über ein Pferd reden können, das letztes Jahr gestorben ist, und das Wetter in Pimlico." So lautete das vernichtende, wenn auch leicht kryptisch getextete Urteil auf der Webseite von Sports Illustrated über einen selten rüden Akt des Managements eines Medienunternehmens. Aber der Reihe nach:
Die Liga? Die National Hockey League.
Das entscheidende Spiel? Buffalo Sabres gegen Ottawa Senators um den Einzug ins Stanley-Cup-Finale.
Das Pferd? Barbaro - nicht vor einem Jahr gestorben, aber an selbiger Stelle aufgrund schwerster Knochenbrüche unrettbar verletzt und Monate später in der Klinik eingeschläfert.
Pimlico? Der Name der Rennbahn in Baltimore, auf der eines der bedeutendsten Galopprennen in den USA stattfindet - das Preakness, das zur Triple Crown gerechnet wird.
Das Medienunternehmen? Der Fernsehsender NBC, der seit Jahr und Tag die Olympischen Spiele überträgt und immer versucht, so etwas wie Klasse und Stil zu projizieren. Der aber die NHL nur für den Futtertrog der leeren Sendeplätze an Wochenenden bereit hält.
Das Problem - Teil 1? Die Sabres und Senators sind nach der regulären Spielzeit noch nicht fertig mit ihrem Match. In Baltimore warten die Reporter auf eine Schaltung. NBC gibt den Rest der Übertragung - und damit den wirklich spannenden Teil - an den Kabelkanal Versus ab, der seit zwei Jahren der Hauptabspielsender für Eishockey in den USA ist.
Das Problem - Teil 2? NBC kann jeder empfangen, Versus gibt es allenfalls in der Hälfte aller amerikanischen Haushalte, wenn nicht in noch weniger. Die Zuschauer nahe der kanadischen Grenze (etwa in Detroit oder auch in Buffalo) konnten auf kanadisches Fernsehen umschalten. So blieben ein paar übrig, die dumm aus der Wäsche schauten.

Wem soll man nun die Schuld an Angelegenheit geben? Bei SI hat Kollege Allan Muir das rasch bestimmt: Das hat die Liga verbockt, die den Spielplan leicht gestreckt hatte, um vom Freitag (keine NBC-Übertragungsmöglichkeit) auf den Samstag zu gehen und darauf zu hoffen, dass das Spiel in dem zugestandenen Zeitfenster bis zum Galopprennen entschieden ist. Der Liga kann man vieles vorwerfen, aber nicht, dass sie eine Chance vertan hätte. Ihr Status bei den großen Sendern rangiert kurz über Bettler. Die Quoten sind seit Jahren nicht der Rede wert. Eishockey leidet - abgesehen von seinem unumstrittenen enormen Stellenwert in Kanada - im Rest von Nordamerika unter einem ganz normalen Symptom. Es interessieren sich immer nur die Menschen in den betroffenen Städten und Regionen für die Clubs, die im Fernsehen auftauchen. Der Rest der Nation reagiert mit Gähnen - selbst, wenn es wie am Samstag richtig spannend zugeht und das Spielniveau hoch ist. Als die Liga nach dem langen Tarifstreit die Vereinbarung mit NBC traf, konnte sie nicht mehr herausholen als dieses: NBC zahlt keine Garantien, sondern nur Anteile an den erzielten Werbeeinnahmen. So hatte man bei der NHL diesmal gar keine andere Wahl: Entweder man schiebt die Senators und Sabres ins Schaufenster und kassiert mit. Oder man verschenkt die Gelegenheit komplett und geht gleich ins Halbdunkel des Kabelsenders Versus.

Wie wird das in den kommenden Wochen beim Finale aussehen? Commissioner Bettman sagt, es sei kein Problem. Er habe mit NBC gesprochen. Die paar tausende Leute in den USA, die das betrifft, werden es ihm glauben müssen.

15. Januar 2008

Gloria, Victoria

Jetzt steht sie also fest, die Methode, durch die in Europa ein Gegner für die Auseinandersetzung gegen einen NHL-Vertreter gefunden werden soll. Und sie hat sogar einen Namen: Champions Hockey League. Oder auch: Meister-Eishockey-Liga. Phantasievoller ging irgendwie nicht. Denn der Internationale Eishockey Verband (IIHF) war wohl besorgt, dass man in den beteiligten Ländern durcheinander kommt. Dabei klingt das Schema gar nicht mal kompliziert: Zwölf Clubmannschaften aus den sieben Ländern Deutschland, Schweiz, Tschechien, Slowakei, Schweden, Finnland und Russland beharken sich jeden Winter von Oktober bis Januar. Es geht nicht nur um die Teilnahme an dem Prestige-Spiel um den sogenannten Victoria Cup, sondern auch um einen Preisgeldtopf von 10 Millionen Euro. Üppig im Vergleich zu dem, was sonst so bezahlt wird in Europa. Auch wenn irgendetwas an der Aufsplitterung nicht aufgeht, wenn der Erste 1 Million Euro erhält und der Zweite nur noch 500.000 Euro. Aber das sollen die beteiligten Buchhalter mal unter sich ausmachen. Es fehlt auch noch an der offiziellen Zustimmung seitens der beteiligten Verbände. Die wird sich bestimmt nicht an dem Format der ersten Saison reiben, sondern eher an der Zukunftsplanung: 30 Teams aus 24 Ländern mit einer Qualifikationsrunde vorneweg. Zum ersten Victoria Cup tritt Metallurg St. Petersburg an, Der wird im Herbst stattfinden. Die NHL wird ihren Vertreter demnächst benennen. Der Name Victoria Cup soll angeblich diesen historischen Bezug haben: Auf dem Victoria Skating Rink in Montreal (Bild) fand 1875 das erste reguläre Eishockeyspiel statt. Was dieser Verweis ignoriert: Victoria war zu jener Zeit die britische Königin und damit auch die Regentin von Kanada. Wenn man es also genau nimmt, ehrt der neue Pott eine Monarchin, die mit dem Sport gar nichts zu tun hatte.

1. Januar 2008

Das Fest der 70.000 in Buffalo


Um die besondere Atmosphäre des Eishockeyspiels in Buffalo nachzuzeichnen, gibt es jetzt noch ein paar Hinweise auf Geschichten rund um das Ereignis:

• Dies war die Stimmung auf dem Parkplatz: Fressen und Saufen mit Barbeque und scharfen Drinks wie vor einem Football-Spiel. Auf gut Englisch auch Tailgate-Party genannt.

• Obwohl es eine Veranstaltung in den USA mit zwei amerikanischen Teams war, hatte Kanada natürlich eingeschaltet. Ist schließlich Eishockey. Und Sidney Crosby, der neue Nationalheld , war dabei. Der Schreiber wagte sich bis in die oberste Reihe des Stadions vor, um ein paar Zitate einzufangen. Er traf auch dort nur auf Eishockey-Verrückte. Das sei der beste Platz im ganzen Laden meinte einer.

• Wie das Eis alles aus der Perspektive von unten, vom Eis, aussah, sieht man auf diesem Getty-Foto mit Thomas Vanek und dem am Tor vorbeifliegenden Puck.

13. März 2007

Jedem Star sein Denkmal

In Green Bay hat man vor ein paar Tagen ein neues Kapitel in der künstlerischen Darstellung sportlicher Leistungen aufgeschlagen: die Reggie White Statue wurde enthüllt. Die was? Reggie White war der Grundstein für die Wiederbelebung der Green Bay Packers in den neunziger Jahren. Der Defensive End mit der Nummer 92 wechselte 1993 nach einer ausführlichen Erkundungstour zu zahlreichen Clubs als hoch bezahlter Free Agent von den Philadelphia Eagles in den kalten Norden, wo ihm (dank unter anderem einem jungen Quarterback namens Favre) gelang, worauf man in Philly noch immer wartet: der Sieg im Super Bowl. White spielte sechs Jahre in Wisconsin, ehe er sich vom aktiven Sport zurückzog. Er starb jedoch Weihnachten 2004 im Alter von 43 Jahren.

White war ein herausragender Spieler, weshalb ich ihm in meinem Buch American Sports ein eigenes Kapitel zugestand. Überschrift: "Knochenbruch in Gottes Namen". White war ordinierter Baptistenprediger. Ein Mann mit einer sanften tiefen Stimme, der seine Gegner mit einer Energie in den Boden rammte wie kaum ein anderer.

Braucht so jemand ein Denkmal? In einem Land, in dem jede noch so ausgefallene Sportart eine Hall of Fame betreibt, wird diese Frage gar nicht gestellt. Manche Sportler werden einfach besonders geehrt. Punktum.


Michael Jordan Statue
Foto by davespectral

Wie etwa Michael Jordan, dessen Statue vor dem United Center in Chicago errichtet wurde (links), als die Mannschaft Anfang der neunziger Jahre in die neue Halle umzog und eine wirklich schmuddelige Kaschemme zurückließ, die kurz darauf abgerissen wurde. Jordans Beziehung zu Chicago ist noch immer intakt. Dort hat er sein Büro und die riesige Villa vor den Toren der Stadt.

Wayne Gretzky und Edmontons Beziehung hingegen ist schon lange erkaltet. Er ist zwar in letzten Jahren in seiner Rolle als Mitbesitzer und Trainer der Phoenix Coyotes häufiger in der Halle gewesen, vor der er in Bronze geossen steht und eine Nachbildung des Stanley-Cups hochwuchtet. Aber das sind Pflichtreisen. Die Jahre in Edmonton mit allen Erfolgen in einer der besten Eishockey-Clubmannschaften die es je gab, sind einfach zu lange her. Und Edmonton, geplagt mit der kleinsten Halle in der National Hockey League und einem ständigen Kampf um genügend Einnahmen, war gezwungen, sich auf andere Dinge zu konzentrieren.

Bezeichnend im Vergleich der drei Denkmäler, was da eigentlich visuell zelebriert wird: bei Reggie White ist es die Rückennummer, bei Jordan seine Sprungkraft und bei Gretzky die Freude über den Gewinn des riesigen Potts, der zeigt wie klein der Eishockey-Crack ist und wie riesig die Trophäe.

Blick zurück: Rocky Balboas Statue landet vor einem Kunstmuseum in Philadelphia

24. Februar 2007

Stadt, Land, Sieg - Wo die meisten Meister herkommen

Das ist die richtige Arbeit für den Praktikanten, der irgendwann mal die fetzigen Artikel über nordamerikanischen Sport schreiben will: Stell mal eine Liste zusammen, die zeigt, welche Stadt in den USA und Kanada die meisten Profi-Titel in den vier bedeutendeten Mannschaftssportarten Baseball, Football, Eishockey und Basketball gewonnen hat. Natürlich hat dann jemand anderer die schlauen Kommentare geschrieben, die vorneweg gestellt wurden. Vergessen wurde, dem Leser zu erklären, wie Washington und Baltimore in einen Topf geraten konnten. Die Tatsache, dass die beiden Städte relativ nahe beieinander liegen und sich zwischendrin einen Flughafen teilen, sollte eigentlich nicht genügen. Oder San Francisco und Oakland und San Jose als eine geographische Einheit? Das sehen vielleicht die Leute aus der Ferne so. Aber ganz bestimmt nicht die locals. Aber ehe wir einen Praktikanten bei American Arena einstellen, um das alles noch genauer auseinanderzutüfteln, kopieren wir lieber die ganze Liste und sagen, wo wir sie gefunden haben: auf Fox Sports.

Die riesige Zahl für New York basiert vor allem auf der Dominanz der New York Yankees im Verlauf unterschiedlicher historischer Phasen. Die Liste basiert auf folgenden Daten: Baseball World Series seit 1903, Eishockey Stanley-Cup seit 1917, NFL Super Bowl seit 1967 und NBA-Meisterschaften seit 1946. Sie ist dadurch natürlich noch schräger, als sie ohnehin schon wäre. Denn die National Football League hatte schon vor dem ersten Super Bowl Meistermannschaften. Beschwerden bitte an Fox-Leute.

Stadt
World Series
Stanley-Cups
NFL Titel
NBA Titel
Titel insgesamt
New York Yankees: 26
Giants: 5
Mets: 2
Dodgers: 1
Rangers: 5
Islanders: 3
Devils: 3
Giants: 2
Jets: 1
Knicks: 2 51
Boston Red Sox: 6
Braves: 1
Bruins: 5 Patriots: 3 Celtics: 16 31
Montreal Expos: 0 Canadiens: 24
Maroons: 2
N/A N/A 26
Los Angeles/
Anaheim
Dodgers: 5
Angels: 1
Ducks: 0
Kings: 0
Raiders: 1 Lakers: 9 20
Detroit Tigers: 4 Red Wings: 10 Lions: 0 Pistons: 3 17
Toronto Blue Jays: 2 Maple Leafs: 13 N/A Raptors: 0 15
Chicago White Sox: 3
Cubs: 2
Blackhawks: 3 Bears: 1 Bulls: 6 13
San Francisco
Bay Area
Athletics: 4
Giants: 0
Sharks: 0 49ers: 5
Raiders: 2
Warriors: 1 12
Philadelphia Athletics: 5
Phillies: 1
Flyers: 2 Eagles: 0 76ers: 2
Warriors: 2
12
Pittsburgh Pirates: 5 Penguins: 2 Steelers: 5 N/A 12
St. Louis Cardinals: 10 Blues: 0 Rams: 1 Hawks: 1 12
Baltimore/
Washington
Orioles: 3
Senators: 1
Capitals: 0 Redskins: 3
Ravens: 1
Colts: 1
Balt. Bullets: 1
Wash. Bullets: 1
11

3. Dezember 2007

Eishockey: Blogger auf der Pressetribüne


Das kanadische Fernsehen hat sich ganz gewaltig vorgetastet und einen informativen und positiven Bericht über den Erfolg und die Rolle der Sportblogger im Eishockey produziert. Er zeigt, dass zumindest ein Clubbesitzer, Ted Leonsis, von den Washington Capitals das Thema versteht und auf eine ganz besonders deutliche Weise reagiert hat: Bei können sich Blogger zu Spielen akkreditieren. Seine Prognose (er war früher mal ein wichtiger Motor bei AOL, ehe er sein dort verdientes Geld in den Sport investiert hat): Dass die digitale Begleitmusik aus den Blogs schon ziemlich bald die Reichweite eines so einflussreichen Zeitung wie Hockey News übertreffen wird. Der Hauptgrund für die Offenheit: Weil die National Hockey League im Fernsehen so gut wie nicht stattfindet und kaum Geld aus dieser Quelle generiert, wird jede Form der Publizität als positiver Faktor eingestuft. Andere Ligen tun sich mit solchen Einschätzungen noch schwer. Unter anderem auch, weil ihre Fernsehlizenzen Milliarden von Dollar einspielen. Und niemand will, dass der Topf austrocknet (via The Big Lead)