Nachdem Martin Kaymer vor wenigen Monaten halb Deutschland wachgemacht hat und auf einmal überall und jeder um seine sportliche Laufbahn besorgt ist, ist er in ein kleines Karriereloch hineingegelitten. Ich mag nach meinen Gespräch neulich in Arizona mit ihm nicht behaupten, dass ich wirklich weiß, wie er tickt. Aber ich würde mich wundern, wenn selbst jemand mit seinem Talent ständig immer nur Weltspitzenleistungen produzieren würde. Der Aufstieg verläuft meistens nicht geradlinig, sondern eher in Spurts. Er hat bisher nicht verlauten lassen, ob er mit neuen Schlägern herumexperimentiert, was angesichts des Vertrags mit Titleist nahe liegt. Oder ob er eventuell Schwierigkeiten verspürt, sich auf die neuen Belastungen - mehr Interviews, Pressekonferenzen, mehr Reisen, andere Plätze - einzustellen.
Zumindest eine Anekdote aus Augusta gibt zu denken: Danach sieht er sich noch sehr oft mit Konstellationen konfrontiert, die eine rührende Naivität andeuten. Auf der anderen Seite: Jede Lernerfahrung - seien es die welligen und extrem schnellen Grüns im Augusta National, auf denen er ab Donnerstag antreten wird, oder das Bermuda-Gras, das man im Süden der USA aus klimatischen Gründen bevorzugt - dürfte bei ihm durchaus Erfahrungswerte produzieren, die er noch einmal nutzen wird. Das Problem: Um dies dann auch tatsächlich anzuwenden und zum Beispiel in der Zukunft in Augusta zu spielen, darf ein Spieler in der Weltrangliste nicht sehr viel weiter abrutschen.
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6. April 2008
8. April 2007
Masters: Sakko für Zach
Gepatzt haben alle. Die einen mehr, die anderen weniger. Der Platz verzieh diesmal fast überhaupt keine Abweichungen von den idealen Anspielpunkten, egal ob in der Bahn oder auf dem Grün. Bei den meisten anderen Turnieren können die Cracks gewöhnlich getrost auf die Fahne zielen, und es wird zum entscheidenden Faktor, wo der Ball landet, Denn auf den meist teppichweicheren Grüns kann man ihn entweder exakt dort zum Stoppen bringen oder soviel Effet mit auf den Weg geben, dass er wie eine Billardkugel kontrolliert zurückfitscht. Das kann man in Augusta vergessen. Der Ball springt ab und rollt weiter, bis er irgendwo auf dem welligen Grün zur Ruhe kommt. Meistens muss man von dort aus längere Distanzen als die gewohnten drei Meter (oder weniger) putten. Und das auf nur schwer zu kalkulierenden Puttlinien.
Warum war Johnson unter den kühlen und oft windigen und damit extrem schwierigen Bedingungen besser? Er dankte Jesus, was sicher keine hinreichende Erklärung für das Resultat war. Die Antwort hatte vermutlich mehr damit zu tun, dass er - ohne die körperliche Kapazität der Longhitter - weit mehr zum Nachdenken gezwungen war und meistens die richtigen Entscheidungen traf. Das konnte man an seinen Resultaten auf den vier Par-Fünf-Löchern ablesen, auf denen er in vier Runden auf elf Birdies kam. Und so gut wie immer war er gezwungen gewesen, den Ball mit dem zweiten Schlag irgendwo vor dem Grün planvoll abzulegen. Das war kein spektakuläres Golf, aber es war wirkungsvoll. Es reichte nciht nur für ein nagelneues grünes Sakko, sondern für einen Siegerscheck über 1,305 Millionen Dollar.
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Zach Johnson
5. März 2007
Live-TV vom Masters im Internet
Das Masters in Augusta wird in diesem Jahr eine Novität bieten, von der auch Golfzuschauer außerhalb der USA etwas haben. Eine Stunde vor der Übertragung der ersten beiden Runden im amerikanischen Fernsehen wird man im Internet TV-Bilder ausstrahlen.
Das Turnier findet vom 5. bis 8. April statt und wird zu den vier Majors gerechnet. Veranstalter ist der exklusive Augusta National Golf Club, der nur männliche Mitglieder hat und so viel Geld, dass er mit Erfolg einen Damm gegen allzuviele Werbespots errichten konnte. Ganze vier Firmen können Commercials einsprengseln. Pro Stunde Fernsehen gehen nur vier Minuten für Reklame drauf. Vor einem Jahr hatte die Webseite des Turniers 3,7 Millionen Besucher. 3 Millionen Online-Videostreams wurden abgefragt. Neuer erster Mann im Club ist übrigens Billy Payne, der Mann, der die Olympischen Spiele 1996 nach Atlanta geholt hatte. Er dürfte weit öffentlichkeitsbewusster sein, als seine Vorgänger. Bild rechts: Das Grün von Loch 12, dem Anfang von Amen Corner.
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