Es wird vermutlich nicht viel nutzen, dass immer mehr Menschen mit analytischer Begabung auffällt, auf welchem Kurs die amerikanischen Massenmedien unterwegs sind. Getrieben von der Verpflichtung, ganz erhebliche Profite zu produzieren (mit höheren Umsatzrenditen als in fast allen anderen althergebrachten Branchen) und einem absurden Konkurrenzdruck, der das Leben von Trutschen wie Paris Hilton und Britney Spears und anderen unbedeutenden Leuten in die Rubrik "nachrichtenwürdig" befördert hat, dreht sich die Spirale ständig nach unten. Weshalb ein Präsident mit Diktator-Ambitionen nach Gusto regieren kann und weder die Medien noch das Wahlvolk das Weiße Haus stürmt und ihn aus dem Amt jagt.
Das sind gewiss größere Probleme als die Lage der Sport-Massenmedien. Aber deren Entwicklungsstrom entspringt der gleichen Gemengelage. Es geht im Umfeld der Liveberichterstattung nicht mehr hauptsächlich um Information, sondern um Einschaltquote. Deshalb ist der Text von Chuck Klosterman im neuen Esquire zu empfehlen. Weniger, weil man hoffen darf, dass sich irgendetwas an der Strömung ändert, sondern weil man sich freut, wenn Autoren solche Sachen noch auffallen und beschreiben, was falsch läuft (via The Big Lead) .
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6. Oktober 2007
9. August 2007
Wasserkocher ohne Geschmack
Anmerkung eins: Das Foto zeigt Brady auf dem Cover der Esquire-Konkurrenz GQ vor zwei Jahren (im Heft gab es damals eine lange Bildstrecke). Das Magazin scheint damals gut verkauft zu haben. Sonst wäre man ganz bestimmt nicht zwölf Straßen weiter auf die Idee gekommen, genau 24 Monate später zur Beginn der neuen NFL-Saison den Football-Profi modemäßig hochzuhypen.
Anmerkung zwei: Es heißt tatsächlich photo shoot und NICHT shooting, wie das seit einer Weile im deutschen Sprachraum so gerne genannt wird. Der Unterschied ist übrigens gravierend. Unter shooting versteht man in den USA etwas völlig anderes: ein Feuergefecht, bei dem Kugeln durch die Luft fliegen. Aber in Deutschland hat man gerne sein eigenes Englisch. Es klingt so kompetent, auch wenn es falsch ist.
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