Der amerikanische Fußballverband spielt seine Macht aus, um einen missliebigen Journalisten die Arbeit zu erschweren. Das Angriffsziel ist Jamie Trecker, der seit Jahren für foxsports arbeitet. Die Behauptungen, die der Verband in die Welt gesetzt hat, um ihm Akkreditierungen zu verweigern, sind womöglich justiziabel. Heute wurde das Thema erstmalig in der Bloggeröffentichkeit abgehandelt. Es ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Organisationen und Firmen Druck auf die Medien ausüben, um eine freundliche und unkritische Berichterstattung zu erzwingen.
Blick zurück: Trecker und der Klinsmann-Scoop, der keiner war
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1. September 2009
8. Dezember 2006
Klinsmann und die Folgen: Trecker in den Dreck gefahren
Aber wenn es um den Top-Trainer im Land geht - das ist dann doch von einem anderen Kaliber. Da muss man nicht nur Leute interviewen. Da muss man auch mal rechtzeitig herausfinden, ob das wohl stimmt, was man erzählt bekommt. Und wenn es sich als Falschmeldung herausstellt, muss man klein beigeben. Trecker probiert momentan noch die Methode, die die republikanische Regierung in Washington so gerne praktiziert ("Angriff auf das World Trade Center? Wie konnten wir dann denn vorher wissen? Vernichtungswaffen im Irak? Wie konnten wir denn wissen, dass sie keine haben? Bürgerkrieg auf Bagdads Strassen? Wie konnten wir denn wissen, dass sich die Sunnis und Shiiten nicht mögen?") Trecker behauptet: Alle hätten geschockt auf den Klinsmannschen Rückzug reagiert. GESCHOCKT. Hat da wirklich ein einsamer Mann aus Huntington Beach in einem einsamen Moment eine einsame Entscheidung getroffen? Oder haben all jene im Umfeld des Verbandes, die sich wünschten, dass Klinsmann kommt, einfach nur nicht richtig hingehört?
Die Kommentarspalte seines Blogs wird sich Trecker sicher nicht so gerne anschauen. Er habe als "Senior Soccer Writer" die "größte Geschichte des Jahrzehnts komplett falsch" berichtet, schimpfte einer. Seine Glaubwürdigkeit sei auf alle Zeiten kaputt. Ein anderer meinte: "Wenn dich FoxSoccer als Senior Soccer Writer behält, zeigt das einen Mangel an Hingabe zur Wahrheit" auf seiten seines Arbeitgebers. Mit anderen Worten: Der Kopf soll rollen.
Die gesamte Kommentarseite ist ein Besuch wert. Sie unterstreicht, wie und auf welchem Niveau man in den USA inzwischen mit dem Thema Fußball und dem Meinungsmedium Internet umgeht: schnell, ernsthaft und kompetent.
Mehr zum Thema Klinsmanns Rückzug auf faz.net. Der Artikel erscheint in der Samstagausgabe.
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