Posts mit dem Label Jürgen Klinsmann werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Jürgen Klinsmann werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

11. November 2008

Next Stop: Säbener Straße

Die Frage schwebte Ende Oktober noch prophetisch im Raum herum: Wohin geht Landon Donovan? Jetzt wissen wir die Antwort: zu den Bayern nach München. Das heißt: Er ist schon da. Erst mal gilt das Arrangement nur für zehn Tage. Den Rest werden wir sehen. Auffällig: Trainer Klinsmann wollte den Spielgestalter von Los Angeles Galaxy und Nationalspieler, der einst bei Bayer Leverkusen versauert war, schon vor einer Weile und setzt jetzt anscheinend seinen Willen in Raten durch.

14. September 2008

Klinsmann wollte Donovan für Bayern

Seit Juni durfte man gespannt sein, wann und wo das Thema hochköchelt. Denn da erzählte Landon Donovan im Interview auf dem Trainingsgelände von Los Angeles Galaxy ganz freimütig, dass er mit einem Wechsel nach Europa liebäugelt. Derselbe Landon Donovan, der noch vor einer Weile aus Leverkusen abgehauen war und dabei so tat, als brauche er das nicht: den Bundesliga-Alltag, sich beweisen müssen und die Einsätze in der zweiten Mannschaft. Was an unserem Gespräch vor allem verblüffte, war sein formidables Deutsch (einen Soundbite findet man in diesem Beitrag für den Deutschlandfunk) nach so langer Abwesenheit.

Wir haben uns nur über den Alltag bei Galaxy unterhalten und nicht über seine Karrierepläne. Ich bin sicher, er hätte sich auch nicht so einfach in die Karten schauen lassen. Obwohl seine Situation ziemlich klar auf der Hand liegt: Er verdient weit weniger als sein Mannschaftskollege David Beckham und die anderen Ausländer, die ihm Rahmen der Ausnahmeregelung in die Liga geholt haben. Auf der anderen Seite, ist der Spielgestalter deutlich der beste Amerikaner in Major League Soccer und ein wichtiger Faktor in der Nationalmannschaft und damit auch sehr viel mehr Geld wert, als die 900.000 Dollar, die er im Moment ausgeschüttet bekommt.

Jürgen Klinsmann, dem man zutrauen darf, dass er das Potenzial von Donovan aus dem Blickwinkel seiner Zeit in Kalifornien beurteilen kann, wollte ihn nach München holen, wie die Washington Post als erste berichtet hat. Der Deal scheiterte an den Vorbehalten im Bayern-Vorstand, heißt es. Donovan gilt aufgrund seines Abgangs aus Leverkusen von einst als nicht attraktiv genug. Ihn leihweise nach Deutschland zurückzuholen, kam für die Verantwortlichen von Major League Soccer nicht in Frage, wo man jeden Spielertransfer abnickt. Die Liga hätte schon gerne eine fette Ablösesumme, wenn sie das Aushängeschild ziehen lässt.

Kommerziell kommt MLS inzwischen einigermaßen vom Fleck. Die Betreiber von neuen Expansion Teams müssen 40 Millionen Dollar in die Gemeinschaftskasse einzahlen. Das eigentliche Problem ist die Zwickmühle, dier sich daraus ergibt, dass gute Jungstars wie Josy Alitdore und Michael Bradley (jetzt in Mönchengladbach) ständig abwandern, weil sie zuhause nicht viel dazulernen können und man dafür Alt-Stars von Rang und Namen einkaufen muss, die einen fremden Pass haben. Hier ein Stimmungsbericht.
Blick zurück: Das Stühlerücken neulich bei Galaxy

1. März 2008

Klinsmann-Watch: Baseball für Bayern

Es werden nicht so viele gemerkt haben, dass hier am Freitag für eine kurze Zeit ein Beitrag über Jürgen Klinsmann und seinen Besuch beim Baseball in Arizona stand. Denn er verschwand wieder, als klar war, dass es für das Thema in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung hinreichend Platz geben würde. Warum? Ganz einfach. Weil man sich als Blogger keinen Gefallen tut, wenn man eine exklusive, kleine Geschichte im Blog zu früh auf den Markt wirft. Da kann es einem nämlich passieren, dass man damit eventuell mitlesende Konkurrenten von anderen Medienkanälen wach macht und so die Exklusivität des Beitrags in der Zeitung sabotiert.

Es gibt zwar Indizien dafür, dass die meisten Kollegen keine Notiz von American Arena nehmen, weil der Blog als Grundkonzept und das Themenfeld wohl nur eine kleine Gruppe anspricht. Aber diese Prämisse ernsthaft testen möchte man lieber nicht. Nicht bei populären Aufhängern wie Fußball und Klinsmann und Bayern München.

Hier deshalb nur ein Appetithappen - ein Ausschnitt aus dem kurz hochgeschalteten Text vom Freitag. Für den, der mehr wissen will: Die Zeitung gibt's am Sonntag an jeder Tanke.

"Oben über der Isar, unweit der Clubanlage von Bayern München an der Grenze zwischen den beiden Stadtteilen Giesing und Harlaching, gab es mal vor Jahren ein Spielfeld, auf dem eine Handvoll von Menschen jeden Sommer unverdrossen Baseball spielte. Keine Ahnung, ob es das noch gibt. Wenn nicht, sollte man über eine Wiederaufstehung nachdenken. Jürgen Klinsmann kommt. Und weil er ein Mann ist, der in seiner Freizeit unablässig über irgendwelche querdenkenden Arbeitsmethoden räsonniert, und weil er in seiner Zeit in Kalifornien Baseball kennengelernt hat, hat er eine Verbindung zwischen dieser Sportart und ihrem Kronjuwel, genannt Major League Baseball, auf der einen Seite und dem professionellen Fußball entdeckt. Sicher nicht auf dem Spielfeld, wo man einen Knüppel in der Hand hält und sich entweder Anabolika gibt oder Kautabak oder beides. Aber irgendwo in der Chefetage. Dort, wo die Jungs zusammenkommen, die sich Gedanken über den Einkauf von neuen Spielern machen und nach einem System suchen, wie man Talent bewertet....."

31. Januar 2008

Bring mir den Kopf von Martín Vásquez

Das Foto mit Jürgen Klinsmann im Garten und einem Trikot vor dem Bauch wirkt so, als habe ein Nachbar mal schnell die Digitalkamera in die Hand gedrückt bekommen. Und nicht, als sei das von langer Hand und gut vorbereitet worden. Aber das soll uns nicht weiter stören. Wir wollen mal annehmen, dass es sich mit diesem Trikot so ähnlich verhält wie mit der FAZ, wo das Bild zu sehen war - dahinter steckt bekanntlich immer ein kluger Kopf. Was die Intelligenz von Herrn K. betrifft, gibt es keine Zweifel. Nachdem er zuerst die deutsche Nationalmannschaft aus den Fängen eines Mediengoliaths namens Bild befreite und dem Verwaltungspersonal eines mittelständischen Unternehmens entwand, befindet er sich soeben auf dem Weg zu einer der größten Zangenbewegungen der Bundesliga-Geschichte. Wenn er tatsächlich bei dieser Aktion auch noch solche Imperatoren wie Uli Hoeness und Franz Beckenbauer einkesselt, dann sollte man ihm den Ehren-Hannibal verleihen - zur Erinnerung an den großen Feldherrn aus Karthago, der einst in Cannae das Auswärtsspiel gegen die Römer gewann.

Aber was ist mit dem Kopf von Martín Vásquez? Wir müssen/dürfen spekulieren. Und das tun wir an dieser Stelle auf der Basis der wohl ausführlichsten Würdigung seiner fußballerischen Laufbahn, die man im Internet finden kann (die aber ohne eine Einschätzung seiner Fähigkeiten auskommt). Denn bis zu seinem ersten Auftritt in offizieller Mission werden noch Monate vergehen. Und was er dann - auf Deutsch - sagen wird, dürfte eher karg ausfallen.

Wer ihn dann fragen möchte, sollte sich für diese Facetten interessieren:

Nummer eins: Vásquez wirkt wie der geborene Assistent. Wenn man sich seine Laufbahn als Trainer anschaut, die mit Teenagern begann, über ein Team der Frauen-Profiliga führte und ihn zu Major League Soccer brachte, fällig vor allem dies auf: Bei Chivas USA gab es in seiner Zeit als Helfer eine Reihe von Änderungen auf der Chefposition. Dass er den Job nicht bekam, wirkt seltsam.

Nummer zwei: Martín Vásquez wirkt wie ein Mann, dessen Loyalität zu Höherem von einer gewissen Flexibilität geprägt ist. Zwei Länder, in beiden Nationalspieler. Und alles ohne politischen Druck oder entscheidenden wirtschaftlichen Vorteil. Solchen Spagat bringen gewöhnlich nur echte Individualisten zustande. Abwehrspieler wie er sind gewöhnlich aus einem anderen Holz.

Nummer drei: Trotz all der vielen Details über die Laufbahn von Martín Vásquez zitiert der Autor des Berichts nur Herrn K., aber sonst niemanden. Und der hat natürlich nur Gutes zu sagen. Man muss daraus schlussfolgern, dass der neue Assistent nicht nur ein unbeschriebenes Blatt ist, sondern, dass sich seine Qualitäten noch nirgendwo herumgesprochen haben. Sein letzter Chef Preki hatte auch nicht mehr als diesese Statement parat: "Martín Vásquez war von Anfang an ein Mitglied von Chivas USA. Und ich möchte mich gerne bei ihm für seine Arbeit bedanken. Man wird ihn stark vermissen." Das klang wie irgendwo abgetippt.

Wenigstens hat man bei Chivas nicht die zwei Akzente auf den Vokalen vergessen.

11. Januar 2008

Abschied von Klinsmann

Wir hatten uns sehr an Jürgen Klinsmann gewöhnt und daran, dass er hin und wieder einen kleinen Beitrag wert sein würde. Aber heute erreicht uns die traurige Nachricht, dass der Fußballlehrer aus Huntington Beach demnächst das Amt des Übungsleiters beim Bayern München übernimmt. Und so gilt es nun Abschied nehmen. Mit einer Zusammenstellung all jener Posts, in denen er eine gewisse Rolle spielte. Film ab:

Klinsmann auf der Liste der besten Fußballer aller Zeiten

Die ungelöste Frage: Wieviele Bandscheiben hat er?
Ein Gerücht in Sachen Beckham Damals war sein Akku schon wieder voll und er suchte nach neuen Aufgaben
Der Job, von dem alle glaubten, dass er ihn machen wird, war eine Seifenblase
Die ersten Anzeichen einer Entwicklung, die sich später im Sand von Huntington Beach verlief

15. September 2007

Klinsmann-Watch: Ein Vorfall namens Bandscheibe

Man sollte den Jungs von der Bild-Zeitung dankbar sein. Besonders dann, wenn sie die Informationen ausgraben, die die Welt bewegt. Nun gibt es seit einer Weile bereits eine Sonderabteilung der Bloggerwelt, die - sehr erfolgreich übrigens - den Jungs beim Ausgraben zuschaut und das Gekröse so viel genauer betrachtet als jeder andere. Das ist der BILDblog (obwohl: der nennt sich wohl DAS BILDblog...). Deren gute Arbeit nimmt unsereins regelmäßig die Butter vom Brot. Weshalb wir uns schon damit abgefunden hatten, dieses Feld komplett zu räumen. Aber dann war da der Bericht über Jürgen Klinsmann und seine Operation in Hannover, die angeblich heimlich ausgeführt wurde (Wir lernen: Heimlich ist, wenn man vorher keine Presseklärung herausgibt, sondern sich einfach von einem Arzt behandeln lässt). Und dabei tauchte dieses Verständnisproblem auf: Bild sagt (und hat das hoffentlich recherchiert): Klinsmann sei an der Bandscheibe operiert worden. Woraus wir zwingend schließen würden, dass man dem ehemaligen Bundestrainer entweder schon früher sehr viel mehr an der Wirbelsäule herumgeschnitten und dabei allerlei Körperteile entfernt wurden (vielleicht ein Großteil des Rückgrats - wenn ja, vermutlich, nein, ganz bestimmt, auch heimlich). Oder dass er nur mit einer einzigen Bandscheibe aufgewachsen ist, die jetzt unter dem Druck der Belastung Schwierigkeiten machte. Wikipedia meint: "Die Wirbelsäule des Menschen besitzt 23 Bandscheiben." Wir fragen Bild und BildBlog: Wenn Klinsmann auch soviele hat, welche war's?

27. August 2007

Klinsmann-Watch: Das Galaxy-Gerücht

Schwer zu sagen, ob ein anderer Trainer bereits die Lösung für die sportliche Misere bei Los Angeles Galaxy wäre. Aber da man in den Mannschaftssportarten gewöhnlich an dieser Position zuerst umräumt, darf man davon ausgehen, dass die Anschutz Entertainment Group solche Gedanken hegt, um den Beckham-Hype auf hoher Flamme zu halten. Aber mehr als ein Gerücht kann es nicht sein, was die Times in London heute berichtet: dass Jürgen Klinsmann im Gespräch sein soll, den bislang amtierenden Frank Yallop zu ersetzen. Nur weil der Mann, der fast amerikanischer Nationaltrainer geworden wäre, so nahe am Stadion wohnt und Kontakte zu den Besitzern des Clubs hat, wird er sicher nicht den Job übernehmen. Da muss schon mehr geboten werden. Unter anderem der Kopf von Alexi Lalas. So einen General Manager an seiner Seite/über ihm kann der Klinsi bestimmt nicht ab. Aber da Klinsmann ausgeruht und tatkräftig wirkt und weil er ganz offensichtlich die Offerte aus Tottenham abgelehnt hat, scheint man ihm alles zuzutrauen.

24. Januar 2007

Klinsmann-Watch: Akku wieder voll

So langsam wächst Gras über das Klinsmann-Jahr. Also hat sich Herr K. wohl gedacht: Es wird Zeit, mal wieder die Öffentlichkeit mit ein paar Andeutungen zu füttern, damit er nicht in Vergessenheit gerät. Als Streukanone fungierte diesmal ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters, der zu ihm in Huntington Beach vordringen und zumindest drei Dinge in Erfahrung bringen konnte: Herr K. lernt Spanisch. Herr K. will demnächst wieder ran, denn der oft beschriebene und so wichtige Klinsmann-Akku ist wieder voll. Und Herr K. bedauert, dass es mit dem Job als US-Nationaltrainer nichts geworden ist: "Das war sehr unglücklich, denn wir waren schon sehr weit. Allerdings konnten wir in einigen sportlichen Belangen keinen gemeinsamen Nenner finden." (via 11freunde)

19. Dezember 2006

ManU-Mann für USA?

Das wird sich Jürgen Klinsmann nur noch mit einem Lächeln anschauen: Nach einem Bericht im Londoner Massenblatt The Sun ist der Portugiese Carlos Queiroz zur Zeit der Favorit für den Posten des amerikanischen Nationaltrainers. Queiroz arbeitet unter Sir Alex Ferguson als Assistent bei Manchester United und war schon einmal in den USA - im Sommer 1996 als Coach der inzwischen in Red Bulls umgetauften MetroStars.

9. Dezember 2006

Klinsmann-Watch: Futur Drei bei Wikipedia

Wie schnell ist Wikipedia? Außerordentlich schnell. Was man an diesem Zitat aus der englischsprachigen Ausgabe sehr schnell erkennen kann: "After his resignation as Germany coach, Klinsmann had "informal" talks to become the next head coach of the United States men's national soccer team. However, it was announced on 12 December 2006 that Klinsmann will not succeed Bruce Arena as the US national team's head coach."
Heute ist der 9. Dezember.

8. Dezember 2006

Klinsmann und die Folgen: Trecker in den Dreck gefahren

An einem Tag wie diesem möchte man wirklich nicht Jamie Trecker (Bild) sein. Denn wenn man zuerst den vermeintlich verbindlichen Scoop heraussemmelt, der besagt, dass der neue Trainer der eigenen Nationalmannschaft ganz gewiss und auf jeden Fall Jürgen Klinsmann heißen wird, weil einem das von Insidern brühwarm so zugesteckt wurde, dann steht man plötzlich ziemlich bekleckert und allein da. Trecker schreibt bei foxsports.com über Fußball. Das ist eigentlich eine unbefangene Aufgabe. Denn noch immer interessieren sich viel zu wenige Leser in den USA für das Themenfeld. Und so kann man schreiben, was man möchte, und muss sich keine Gedanken über Konkurrenzdruck und andere journalistische Konstellationen machen.

Aber wenn es um den Top-Trainer im Land geht - das ist dann doch von einem anderen Kaliber. Da muss man nicht nur Leute interviewen. Da muss man auch mal rechtzeitig herausfinden, ob das wohl stimmt, was man erzählt bekommt. Und wenn es sich als Falschmeldung herausstellt, muss man klein beigeben. Trecker probiert momentan noch die Methode, die die republikanische Regierung in Washington so gerne praktiziert ("Angriff auf das World Trade Center? Wie konnten wir dann denn vorher wissen? Vernichtungswaffen im Irak? Wie konnten wir denn wissen, dass sie keine haben? Bürgerkrieg auf Bagdads Strassen? Wie konnten wir denn wissen, dass sich die Sunnis und Shiiten nicht mögen?") Trecker behauptet: Alle hätten geschockt auf den Klinsmannschen Rückzug reagiert. GESCHOCKT. Hat da wirklich ein einsamer Mann aus Huntington Beach in einem einsamen Moment eine einsame Entscheidung getroffen? Oder haben all jene im Umfeld des Verbandes, die sich wünschten, dass Klinsmann kommt, einfach nur nicht richtig hingehört?

Die Kommentarspalte seines Blogs wird sich Trecker sicher nicht so gerne anschauen. Er habe als "Senior Soccer Writer" die "größte Geschichte des Jahrzehnts komplett falsch" berichtet, schimpfte einer. Seine Glaubwürdigkeit sei auf alle Zeiten kaputt. Ein anderer meinte: "Wenn dich FoxSoccer als Senior Soccer Writer behält, zeigt das einen Mangel an Hingabe zur Wahrheit" auf seiten seines Arbeitgebers. Mit anderen Worten: Der Kopf soll rollen.

Die gesamte Kommentarseite ist ein Besuch wert. Sie unterstreicht, wie und auf welchem Niveau man in den USA inzwischen mit dem Thema Fußball und dem Meinungsmedium Internet umgeht: schnell, ernsthaft und kompetent.

Mehr zum Thema Klinsmanns Rückzug auf faz.net. Der Artikel erscheint in der Samstagausgabe.

7. Dezember 2006

Klinsmann-Watch: Herr K. verzichtet

Das lange Warten ist zu Ende. Jürgen Klinsmann verzichtet auf den Posten als Nationaltrainer der Amerikaner und macht die Entscheidung in einer Stellungnahme gegenüber ESPN offiziell. Details wollte er nicht verraten. Mehr in der Samstagsausgabe der FAZ. Es muss da mehr geben...Verbandspräsident Gulati hat für Freitagmittag New Yorker Zeit eine Telefonkonferenz für Medienleute angesetzt. Wir werden lauschen.

5. Dezember 2006

Klinsmann-Watch: Insider sagen, er macht's

Seit Wochen posaunen wir hier immer nur das gleiche: Jürgen Klinsmann wird der nächste Trainer der amerikanischen Fußballnationalmannschaft. Heute schiebt nun erstmals einer der bestinformierten Insider in den USA, Jamie Trecker von FoxSports, eine ordentliche Schippe Kohlen auf dieses Flämmchen. In seiner ausführlichen Meldung gibt es unter anderem Interna (unter Berufung auf mehrere nicht namentlich genannte Quellen) und eine handfeste Prognose: In zwei Wochen wird der Schwabe offiziell den Posten übernehmen.

Die Details in Kürze:
• Klinsmann gibt seine langjährige Beziehung zu adidas auf, um das Imageproblem vom Tisch zu bekommen, dass er mit einer Mannschaft haben würde, die komplett von Nike eingekleidet und stark finanziell unterstützt wird.

• Es hat eine Einigung über die Macht- und Einflusssphären gegeben. Vorgänger Bruce Arena hatte viel zu sagen, mochte aber nicht hören. So soll die Beziehung zwischen ihm und Generalsekretär Dan Flynn so zerrüttet gewesen sein, dass sie kaum noch miteinander redeten.

• Säuernis scheint es vor allem bei jenen Spielern aus dem Kader zu geben, die nicht in Europa unter Vertrag sind. Denn die lang hinausgezögerte Entscheidung hat dazu geführt, dass die Nationalmannschaft seit der verpatzten WM keine Spiele mehr ausgetragen hat. Damit sind den Aspiranten, die in der US-Liga ohnehin nicht gut bezahlt werden, einige Summen an Antrittsgeldern flöten gegangen.

Trecker wörtlich weiter: "Jetzt wird Klinsmann erst einmal über Weihnachten ein paar Flitterwochen genießen. Er wird wahrscheinlich die nächsten ein, zwei Monate in diesem Starbucks in Orange County verbringen und Spielern Emails schicken und Scouts verpflichten, die die bislang übersehenen Amerikaner in Skandinavien und England beobachten sollen. Wenn er klug ist, wird er eine Reform des Jugendprogramms zu einer Priorität machen, solange er innenpolitisch am meisten Einfluss nehmen kann."
Blick zurück: Holt Klinsmann Buchwald ins Betreuerteam?

4. Dezember 2006

Klinsmann-Watch: Besuch von Buchwald in den USA

Reuters meldet soeben, dass Guido Buchwald demnächst in Japan den Büttel hinwirft. Er hat zwar noch keinen Plan für seine berufliche Zukunft. Allerdings hat er Reisepläne: "Ich glaube, ich werde nach Amerika fahren, um Jürgen zu sehen", verriet er. Die beiden ehemaligen Mannschaftkollegen sind sich noch immer sehr gewogen. Klinsmann wollte Buchwald ursprünglich in den Betreuerstab der Nationalmannschaft für die WM holen.

Der 45jährige ehemalige Verteidiger und legendäre Maradona-Killer hatte in den neunziger Jahren seine Spielerkarriere bei Urawa in der J-League beendet und in den letzten drei Jahren denselben Club verantwortlich betreut. Er muss eine nähnlich kontemplative Seite besitzen wie Klinsmann, sonst hätte er nicht solche Sätze parat wie: "Ich brauche etwas Zeit, um die letzten drei Jahre zu analysieren. Du suchst immer nach Wegen, um dich als Trainer zu verbessern." Amerikas Klinsmann-Team wäre sicher eine Verbesserung.

Wir bleiben am Ball. Müssen wir auch, wenn solche Giganten wie Sport-Bild, die Netzeitung oder sportal solche Sachen berichten. Da wusste man vor zwei Tagen noch rein gar nichts und tat so, als würde der Schwabe von den Japanern erstmal zum Halbgott erhoben. Die wirklichen Schlafmützen sitzen übrigens bei dpa.

21. November 2006

Klinsmann-Watch: Frisches zum Tauziehen

Das Pekerman-Gerücht hat amerikanische Journalisten aufgeschreckt. Sie wissen zwar auch nichts Genaueres, aber bleiben mit ihrer Auffassung am Ball, dass nur einer neuer US-Trainer werden kann: Der Mann, der es schon die ganze Zeit werden soll.

Soccer365.com: "Die Erwartungen sind so stark, dass alles andere als Klinsmannns Unterschrift bei einigen als Versagen auf Seiten der USSF angesehen wird."

Sports Illustrated Fußball-Fachmann Grant Wahl:
"Ich schreibe seit Juli, dass Klinsmann der richtige für den US-Job ist. Und ich denke noch immer, dass er der klare Favorit ist."

Los Angeles Times: "Es darf erwartet werden, dass Jürgen Klinsmann der neue Trainer der amerikanischen Nationalmannschaft wird. Die offizielle Erklärung wird wahrscheinlich in einer oder zwei Wochen kommen."

18. November 2006

Klinsmann out, Pekerman in? Die Gerüchtemühle dreht sich weiter

Die Website Teamtalk.com meldet, dass Jürgen Klinsmann nicht neuer Trainer der US-Nationalmannschaft wird. Der Nachfolger von Bruce Arena, der nach der WM mit Ablaufen seines Vertrags aus der Position ausgeschieden war, soll José Pekerman werden. Der Informationsdienst bezieht sich auf eine Veröffentlichung in der mexikanischen Zeitung La Opinion, wonach es nach Auskunft von Verbandspräsident Sunil Gulati nur noch "kleine Stolpersteine" geben soll. Mittlerweile ging der vakante Posten des mexikanischen Nationaltrainers, für den Klinsmann ebenfalls im Gespräch war, an Hugo Sanchez, der schon länger als populärer ehemaliger Mittelstürmer des Landes um die Aufgabe gebuhlt hatte. Die erste amerikanische Zeitung - San Diego Union-Tribune - hat allerdings im Rahmen eigener Recherchen das angebliche fait accompli als Gerücht geoutet. Denn die mutmaßliche Konstellation, dass dem ehemaligen argentinischen Nationalcoach, der kein Englisch spricht, der aus Argentinien stammende Trainer der Colorado Rapids Fernando Clavijo zur Seite stehen wird, wurde von dem persönlich dementiert.

Ergänzung am 21. November: Sunil Gulati hat offiziell dementiert, La Opinion solche oder ähnliche Informationen gegeben zu haben. Die Zeitung streut schon länger Gerüchte über das Personalkarussell im US-Fußball, die nichts mit der Realität zu tun haben. Das Blatt heißt "Meinung" und macht Meinung.

15. November 2006

Ende Januar spielt US-Nationalteam erstmals wieder - Klinsmann oder nicht

Die amerikanische Nationalmannschaft wird am 20. Januar ihr erstes Match seit dem kläglichen Aus bei der WM austragen. Das Freundschaftsspiel gegen Dänemark ist für das Home Depot Center in Carson in der Nähe von Los Angeles angesetzt. Laut einer Meldung von yahoo wird der erste offizielle Einsatz des neuen Trainers - Klinsmann oder nicht.

4. November 2006

Klinsmann-Watch: Lesen im Kaffeesatz

Wir lesen bei Eurosport, dass die Bild-Zeitung meldet, dass Jürgen Klinsmann die Absicht hat, das Angebot des amerikanischen Fußballverbandes abzulehnen. Wir finden die gleiche Meldung aber nicht bei Bild online. Und in den USA gibt es es überhaupt keine Andeutung darüber, dass die Kiste binnen Kürze an die Wand gefahren wird. Hier zirkuliert die AP-Geschichte von gestern, in der sich die Kollegin Nancy Armour ausmalt, was für eine Macht die Vereinigten Staaten werden können, wenn sie Herrn K. die Zügel in die Hand geben (und als Werbeonkel zusätzlich David Beckham und Ronaldo ins Land holen). Frage: Wer liest bei wem im Kaffeesatz? Oder auch: Wer telefoniert mit wem und sendet über die Medien Signale an die andere Seite? Da Klinsmann den Springer-Leuten schon immer kühl gegenüber stand und schlau genug ist, zu wissen, dass ein über die Hamburger Bande gespielter Ball in Amerika niemanden interessiert, kommen wir zu diesem Ergebnis: Bild weiß gar nichts (siehe hier), muss aber den Irrtum mit einem nachvollziehbaren Kurswechsel gerade ziehen - auf die Gefahr hin, dass bei diesem Schlingerkurs schon wieder Unsinn herauskommt (angeblich soll das Honorar der casus knaxus sein). AP weiß nur zu gut, dass Klinsmann gerne würde (siehe hier) und fände das auch ganz toll und macht nun Verbandspräsident Sunil Gulati durch die Hintertür klar, was die Fans besonders entzücken würde: die Aussicht mit dem Schwaben zum powerhouse heranzuwachsen. Demnächst mehr.

Ergänzung: Wie zuverlässig ist der Kölner Express, wenn es um Pikantes geht? Keine Ahnung. Das wurde vor ein paar Minuten bei yahoo auf die Seite gestellt (Quelle: Sportinformationsdienst): "Nach den Spekulationen über seine angeblich zu hohen Gehaltsvorstellungen an den US-amerikanischen Fußball-Verband hat sich Jürgen Klinsmann nun zur Wehr gesetzt. 'Unsinn. Die Spekulationen stimmen, wie üblich, nicht. Die Summen wurden frei erfunden', sagte der ehemalige Bundestrainer dem Kölner Express. Auch US-Verbandspräsident Sunil Gulati dementierte, dass er mit Klinsmann bereits über finanzielle Dinge gesprochen habe: 'Wir haben weder ein Angebot gemacht, noch eine Entscheidung getroffen.'"

3. November 2006

Altbackenes über Bäcker Klinsmann

So kann man es seit dem 30. Oktober in der Arena lesen: "Jetzt wissen wir auch, warum Jürgen Klinsmann in der vergangenen Woche so freigiebig in Form von Andeutungen geplaudert hat. Das Tauziehen hat begonnen." Seit heute wissen es auch die Bild-Leser: "Die Verhandlungen drohen zu scheitern! Das berichten übereinstimmend englische Medien." Die Arbeiter an der Hamburger Schlagzeilen-Maschine konnten sich wohl nicht mehr länger auf die Zunge beißen, nachdem sie schon vor einer Woche so getan hatten, als hätte Herr K. den Posten des Nationaltrainers der Amerikaner bereits in der Tasche.

30. Oktober 2006

Klinsmann-Watch: Das Spiel im Spiel

Jetzt wissen wir auch, warum Jürgen Klinsmann in der vergangenen Woche so freigiebig in Form von Andeutungen geplaudert hat. Das Tauziehen hat begonnen. Herr. K. will offensichtlich den Job und möchte vermutlich ein bisschen Bande spielen, um den Druck auf den Verband zu erhöhen. Das ist das einzige, was sich aus der offiziellen Stellungnahme von Verbandspräsident Sunil Gulati (Bild) herauslesen lässt. Der sagte im Rahmen einer Telefonkonferenz mit Journalisten heute mittag folgendes

"Ich werde nicht abstreiten, dass ich mit Jürgen Klinsmann gesprochen habe."

"Wir haben noch keine Entscheidung darüber getroffen, wer unsere Nationalmannschaft trainieren wird."

Und jetzt kommt der Hammer: "Wir haben noch niemanden ein Angebot gemacht, die Nationalmannschaft zu trainieren."

Die Entscheidung soll Ende November/Anfang Dezember fallen. (via goal.com)