Das allein genügt Mario Lemieux jedoch nicht, der vor Jahren durch eine Laune des Schicksals zuerst zum größten Gläubiger des Clubs wurde, als der Ende der neunziger Jahre in den Konkurs schlitterte. Es ging um 31 Millionen Dollar, die ihm vertraglich zustanden, owohl er bereits vom Sport zurückgetreten war. Dann wurden im Vergleichsverfahren die Schulden in Anteile umgewandelt, was Lemieux zum Haupteigentümer machte. Der Kanadier, der so gut wie gar kein Englisch sprach, als 1984 aus Montreal als riesiges Talent in die National Hockey League kam, redet heute eine Sprache wie die Leute an Wall Street. Unsentimental. Knallhart. Ohne Umschweife. Entweder die Steuerzahler geben ihm und den Penguins eine neue Halle mit all dem Schnickschnack, aus dem man heutzutage als Clubbesitzer Extra-Einnahmen herausschinden kann. Oder der Club wird in eine andere Stadt verlagert.
Die Auseinandersetzung ist normal (für die Gier von Sportclubbesitzern in den USA und Kanada) und absurd zugleich. Denn die beiden in Frage kommenden Städte - Kansas City, das sein Begehren mehr als deutlich artikuliert hat, und Las Vegas, das anscheinend ebenfalls Interesse hat - haben beide im Laufe der Jahre gezeigt, dass sie auf Dauer kein Eishockey-Team tragen können. Die weitaus klügere Entscheidung wäre demnach, den Club an jemanden mit größeren Taschen zu verkaufen, der unter anderem in der Lage wäre, seine eigene Halle selbst zu finanzieren. Auch solche Gespräche hat es gegeben. Aber nichts klappte: Im Oktober wurde mit Jim Balsillie ein Käufer gefunden, der jedoch von der Zusage zurücktrat, als ihm die NHL die Auflage macht, das Team bis 2013 nicht aus Pittsburgh abzuziehen. Fünf Tage danach kam die Nachricht, dass das Projekt einer Glücksspielfirma gescheitert war, eine neue Arena zu bauen. Der Staat Pennsylvania sah nicht ein, dass er dafür eine Lizenz herausrücken sollte.
Im November hatte Mark Cuban, der aus Pittsburgh stammt, in seinem Blog geweint, dass er sich nicht genug angestrengt hatte, um eine Gruppe von wohlhabenden Interessenten zu formieren, die Lemieux die Penguins und die damit verbundenen Sorgen abnehmen können. Vielleicht findet er in diesen Tagen die Zeit, sich noch einmal um das Thema zu kümmern. Der Eigentümer der Dallas Mavericks stammt aus Pittsburgh und hat eine sentimentale Beziehung zum Club, der 1967 gegründet wurde.
A propos Cuban: Seine Filmproduktionsfirma Magnolia Pictures hat sich dazu entschlossen, zum ersten Mal eine Attacke in Richtung Google und YouTube zu reiten. Das Unternehmen zog vor ein Gericht, um Google dazu zu zwingen, die Namen der Nutzer herauszugeben, die copyrightgeschütztes Magnolia-Material hochgeladen haben. Zu den Filmen gehören Titel wie den Dokumentarfilm Enron: The Smartest Guys in the Room und Bubble von Stephen Soderbergh. Cuban gehört zu den lautstärksten Kritikern von YouTube und hatte vor dem Verkauf jeden als Dummkopf bezeichnet, der sich das Videoportal anlacht.
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