Ein Maler, der sich für den Radsport interessiert und deshalb die Helden der Landstraße auf die Leinwand bannt, muss nicht unbedingt ein Auge für die Legitimität ihres Schaffens haben. Allerdings taucht die Frage womöglich dann später trotzdem auf. Sagen wir mal dann, wenn es ums Verkaufen der Bilder geht. Oder anders formuliert: Wer bezahlt wirklich 1600 Dollar für ein Gemälde wie dieses, das einen als Dopingsünder überführten und gesperrten Radprofi zeigt? Ein Maler namens Steve Dennis aus Brooklyn, der seine Bemühungen auf der Webseite www.velopaint.com präsentiert, scheint das zumindest zu hoffen. Erst recht, nachdem die Blogger-Firma Gawkermedia ihn im Rahmen einer Goodwill-Aktion als Hätschelfall eingestuft hat und nun dafür sorgt, dass einem 'Kessler' (die Anführungsstriche sind vom Künstler persönlich) im alten Magenta-Trikot immer wieder von den Seiten der Firma entgegenbrüllt. Lang soll er leben, der 'Kessler', genagelt an irgendeine Wand, hoffentlich unverkäuflich, die eingefrorene, kunstgewordene Apotheose einer kranken Sportart, in der offensichtlich alles ging, solange niemand genau hingeschaut hat. Steve Dennis betrachtet seine Arbeit als Versuch, "den Geist, die Emotion und die Essenz des Radsports einzufangen". Wir sehen das ziemlich anders. Solange jemand nicht auch die Werkzeuge und die Helfershelfer der Doper widerspiegelt, hat er die Essenz des Radsports nicht verstanden. Und die von 'Kessler' auch nicht.
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8. März 2008
Apotheose einer kranken Sportart
Ein Maler, der sich für den Radsport interessiert und deshalb die Helden der Landstraße auf die Leinwand bannt, muss nicht unbedingt ein Auge für die Legitimität ihres Schaffens haben. Allerdings taucht die Frage womöglich dann später trotzdem auf. Sagen wir mal dann, wenn es ums Verkaufen der Bilder geht. Oder anders formuliert: Wer bezahlt wirklich 1600 Dollar für ein Gemälde wie dieses, das einen als Dopingsünder überführten und gesperrten Radprofi zeigt? Ein Maler namens Steve Dennis aus Brooklyn, der seine Bemühungen auf der Webseite www.velopaint.com präsentiert, scheint das zumindest zu hoffen. Erst recht, nachdem die Blogger-Firma Gawkermedia ihn im Rahmen einer Goodwill-Aktion als Hätschelfall eingestuft hat und nun dafür sorgt, dass einem 'Kessler' (die Anführungsstriche sind vom Künstler persönlich) im alten Magenta-Trikot immer wieder von den Seiten der Firma entgegenbrüllt. Lang soll er leben, der 'Kessler', genagelt an irgendeine Wand, hoffentlich unverkäuflich, die eingefrorene, kunstgewordene Apotheose einer kranken Sportart, in der offensichtlich alles ging, solange niemand genau hingeschaut hat. Steve Dennis betrachtet seine Arbeit als Versuch, "den Geist, die Emotion und die Essenz des Radsports einzufangen". Wir sehen das ziemlich anders. Solange jemand nicht auch die Werkzeuge und die Helfershelfer der Doper widerspiegelt, hat er die Essenz des Radsports nicht verstanden. Und die von 'Kessler' auch nicht.
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