
Als ich vor ein paar Monaten in Las Vegas nach einer Golfrunde mit einer Gruppe von wohlhabenden mexikanischen Touristen im Clubhaus sass und ein Bier mit ihnen trank, tauchte plötzlich Nathalie Gulbis auf. Und dann geschah, was zu erwarten war. Alle wollten mit ihr fotografiert werden. Und ich durfte auf den Auslöser drücken. Die kleine Gulbis wird von vielen männlichen Golfern für eine mittelschwere erotische Attraktion gehalten, obwohl sie sich bei ihrem verkorksten Schwung so bewegt, als wäre in ihr kein Gramm natürliches Gespür für irgendetwas, und sich bei ihren Fernseh- und neuerdings auch Werbeauftritten so darstellt, als habe sie nichts in der blonden, bezopften Birne. Den Verdacht nährte sie am Wochenende erneut nach ihrem ersten Sieg bei einem Turnier der LPGA im französischen Evian, als sie mit dem Pokal für einen
Getty-Fotografen posierte. Das Bild wollen wir hier nicht bringen, weil wir keinen Ärger mit
almighty Getty haben wollen. Aber
ein Klick genügt, um die ganze Chose auf einen Blick zu sehen. Und
noch ein Klick, um zu verstehen, worin das Problem besteht: Man geht als Amerikaner nicht so liederlich mit dem Sternenbanner um. Man lässt es nicht im Dreck schleifen, man setzt sich nicht drauf. Es sei denn man hat ein politischen Protest im Sinn, was bei dieser Gelegenheit vermutlich nicht der Fall war. So geht geldgeiler Patriotismus in den Arsch. Mal sehen, was die Antwort auf dem Gulbis-Lager sein wird, wenn sich noch mehr Vaterlandsgesellen aufregen.