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7. Dezember 2007

Die Anna-Tour

Dieselbe Klientel, die die junge Stabhochspringerin Allison Stokke weltberühmt machte und permanent im Internet mit Suchkommandos wie "Serena Williams nackt" nach Bildern fahndet, hat ein neues Objekt der Begierde gefunden: Die australische Golferin Anna Rawson, die sich letzte Woche im Rahmen der Q School eine begrenzte ("conditional") Spielberechtigung für die LPGA Tour erspielte. Das Thema blubberte nur ganz langsam hoch. Aber inzwischen kämmen US-Blogger weit und breit die gut gemachte Webseite der 26jährigen durch, die einst als Model arbeitete, dann im amerikansichen Collegegolf ihr golferisches Format unter Beweis stellte und die nun im Wettbewerb mit den Spitzenkräften vor allem mit Leistung auffallen möchte. Man darf davon ausgehen, dass sie sich bewusst ist, dass ihr attraktives Erscheinungsbild ihr noch viele attraktive Einkommensquellen eröffnen wird. Den Spitzenplatz in der Kategorie nimmt zur Zeit die Amerikanerin Nathalie Gulbis ein, die - aus nächster Nähe betrachtet - beim besten Willen keine Sensation ist, sondern nur ein blond gestyltes Flachhirn mit auffällig groben Wölbungen im oberen Thoraxbereich.

Off-Topic: Die Begegnung mit Frau Gulbis in Las Vegas neulich hatte mit den Recherchen für zwei Geschichten zu tun, die inzwischen erschienen sind. Die eine - ein Porträt des herausragenden Golflehrers Butch Harmon und seiner Arbeit mit Amateurspielern wurde vor einer Weile in der Zeitschrift Capital veröffentlicht. Die zweite befindet sich im neuen Las Vegas-Heft von Merian, dem Reisemagazin, das jede Ausgabe mit einem regionalen Themenschwerpunkt produziert. Die Geschichte für das Heft behandelt die Wasserproblematik im Südwesten der USA. Beide kann man online nicht abgreifen. Aber es gibt das Magazin am Kiosk, und es sieht wirklich hervorragend aus.

31. Juli 2007

Über den Umgang mit einer Flagge

Als ich vor ein paar Monaten in Las Vegas nach einer Golfrunde mit einer Gruppe von wohlhabenden mexikanischen Touristen im Clubhaus sass und ein Bier mit ihnen trank, tauchte plötzlich Nathalie Gulbis auf. Und dann geschah, was zu erwarten war. Alle wollten mit ihr fotografiert werden. Und ich durfte auf den Auslöser drücken. Die kleine Gulbis wird von vielen männlichen Golfern für eine mittelschwere erotische Attraktion gehalten, obwohl sie sich bei ihrem verkorksten Schwung so bewegt, als wäre in ihr kein Gramm natürliches Gespür für irgendetwas, und sich bei ihren Fernseh- und neuerdings auch Werbeauftritten so darstellt, als habe sie nichts in der blonden, bezopften Birne. Den Verdacht nährte sie am Wochenende erneut nach ihrem ersten Sieg bei einem Turnier der LPGA im französischen Evian, als sie mit dem Pokal für einen Getty-Fotografen posierte. Das Bild wollen wir hier nicht bringen, weil wir keinen Ärger mit almighty Getty haben wollen. Aber ein Klick genügt, um die ganze Chose auf einen Blick zu sehen. Und noch ein Klick, um zu verstehen, worin das Problem besteht: Man geht als Amerikaner nicht so liederlich mit dem Sternenbanner um. Man lässt es nicht im Dreck schleifen, man setzt sich nicht drauf. Es sei denn man hat ein politischen Protest im Sinn, was bei dieser Gelegenheit vermutlich nicht der Fall war. So geht geldgeiler Patriotismus in den Arsch. Mal sehen, was die Antwort auf dem Gulbis-Lager sein wird, wenn sich noch mehr Vaterlandsgesellen aufregen.