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23. Mai 2009

Wieder drei Frauen im Indy-Feld

Zur Einstimmung auf die Indy 500 am Sonntag und als Echo auf die spekulativen Nachrichten, dass Danica Patrick womöglich in die Formel 1 wechselt: ESPN hat die Vita der kleinen Person mit den großen Ambitionen im Video zusammengefasst. Erstmals sind auch Videoaufnahmen von ihren Kart-Rennen zu sehen, die entstanden, als sie noch etwas kleiner war. Zwei weitere Frauen sind im Rennen: Sarah Fischer, die ihr eigenes Team finanziert. Und Milka Duno, die offensichtlich schnell genug war, um mal wieder die Qualifikation zu überstehen.

Gegen Helio Castroneves wurden in der letzten Woche die letzten Anschuldigungen wegen Steuerhinterziehung von der Staatsanwaltschaft zurückgezogen. Er ist inzwischen schon zweimal wieder gefahren. Er wurde in Long Beach Siebter und in Kansas Zweiter. Der Brasilianer hatte schon zweimal in Indianapolis gewoinnen.

Die New York Times hat neben Patrick und Castroneves, über die alle reden, zur Fahndung als interessante Fahrer ausgeschrieben: den Sohn von Bobby Rahal, den Australier Will Power (was für ein großartiger Name) und den Kanadier Paul Tracy.

17. April 2009

Helio schrammt am Knast vorbei

Der brasilianische Automobilrennfahrer Helio Castroneves wurde gestern in Miami von schwerwiegenden Steuerbetrugsvorwürfen freigesprochen. Er und seine Schwester, die ihn als Manager berät, sowie sein Anwalt standen vor Gericht und mussten im Falle einer Verurteilung mit mehrjährigen Freiheitsstrafen rechnen. Das Finanzamt und die Staatsanwaltschaft hatten Castroneves und seinen Berater vorgeworfen, einen Dreh gefunden zu haben, wie sie einen erheblichen Teil des Honorars, das der ehemalige Indy-500-Sieger auf den Rennpisten in den USA verdient, mit Hilfe einer speziellen Zwischenfirma über die Niederlande widerrechtlich an der amerikanischen Steuer vorbeilavieren. Die Fernsehbilder zeigen einen Mann auf den Stufen des Gerichts, der seien Tränen der Erleichterung freien Lauf ließ. Knast ist offensichtlich nicht halb so attraktiv wie das lebensgefährliche Risiko auf dem Speedway.

8. Februar 2008

Zwei alte Feinde kurz vorm Zusammenschluss

Die alte Theorie aus der Volkswirtschaft, wonach Konkurrenz das Geschäft belebt, scheint nicht überall zu gelten. Nicht mal im Musterland des Kapitalismus, dem hiesigen. Zwölf Jahre haben sich die Indy Racing League (IRL) mit dem mächtigen Besitzer des Speedways in Indianapolis und die Urversion des Monocoque-Geschäfts in den USA - einst CART genannt, später in Champ Car umgetauft - wie zwei Boxer was auf die Augen gegeben. Jetzt wollen sie sich zusammenschließen. Das, nachdem beide extrem an Zuschauerinteresse eingebüßt haben. Die Reste zusammenfegen und zu einer Serie unter dem Dach der IRL zusammenkippen, ist wohl auch deshalb nicht mehr so schwierig, weil Speedway-Besitzer Tony George die Formel 1 verloren hat. Und weil die ChampCar-Herrschaften, finanziert von australischem Geld, kaum noch Teams haben. Unterschrieben ist noch nichts. Aber die Signale von den Verhandlungstischen klingen vielversprechend. Es wird höchste Zeit, wenn man sich anschaut, welche Typen ab der kommenden Woche in Daytona aus der Open-Wheel-Welt in die NASCAR-Kisten umsteigen. Montoya im letzten Jahr war nur der Anfang einer Karawane.

26. Mai 2007

Sarah, Danica, Milka - es geht um Milch, nicht um Schokolade

Sonntag in Indianapolis auf dem Programm: ein ellenlanges Autorennen, bei dem jede Menge Äthanol verheizt wird und niemand richtig weiß, um was es geht. Sicher. Der Sieger muss am Ende immer eine Flasche Milch köpfen. Und das ist bekanntlich gesund. Aber der Rest ist reine Selbstbefriedigung. Man kann sich das auch einreden, dass ein Fahrer, der noch nie die Indy 500 gewonnen hat, in der Geschichte des Automobilrennsports als Versager gilt. Man kann sich auch einreden, dass es eine besondere Leistung ist, was Robby Gordon schon häufiger getan hat: morgens in Indianapolis fahren, dann ins Flugzeug und anschließend irgendwo im NASCAR-Land noch ein Rennen anhängen. Und man kann auch so tun, als ob das irgendeine Aussagekraft besitzt: dass diesmal drei Frauen im Feld der 33 Teilnehmer an den Start gehen. Denn das gab es bekanntlich auch noch nicht. Aber das zeigt nur, dass man immer wieder neu auf die jeweiligen aktuell PR-gesteuerten Themen hereinfällt (wozu ich mich schuldig bekenne). Die drei Frauen heißen: Sarah Fischer (zum sechsten Mal dabei, bestes Resultat: 21. Platz, Startplatz: 21), Danica Patrick (dritte Teilnahme, zehrt noch immer davon, dass sie beim ersten Start vor zwei Jahren mal kurzfristig in Führung lag, Startplatz: 8) und Milka Duno aus Venezuela, die mit 35 Jahren sehr viel älter ist als die beiden anderen Frauen, aber in Südamerika bereits die flotten Pontiac-Werbespots dreht. Sie fuhr in der Qualifikation einen Wagen zu Schrott, steht aber auf dem 29. Startplatz. Duno ist keineswegs die zarteste Versuchung, seit es Schokolade gibt. Sie ist vor allem deshalb interessant, weil von der Benzinmarke Citgo gesponsert wird, die dem venezolanischen Staat gehört, und weil dieser Staat mitsamt seinem Präsidenten Hugo Chavez von der politischen Elite Amerikas dämonisiert wird. Milkas Nachname sprechen die Amerikaner aber aus einem anderen Grunde immer falsch aus: ihre allgemeine Ignoranz gegenüber den Ausspracheregeln von Vokalen in anderen Sprachen lässt einfach nicht zu, dass sie auch nur probieren, es richtig zu machen.

Es gibt übrigens sehr sachkundige Beobachter der 500 Meilen von Indianapolis, die nicht daran glauben wollen, dass es irgendwann mit dieser Art von Rennen zu Ende geht, bei dem alle einen Motorenlieferanten haben (Honda) und einen Chassis-Hersteller (Dallara). Hier sind die Gedanken eines Kommentators auf foxsports.com, die zeigen, was alles verbessert werden kann/müsste.

Nachtrag: Frauen im Motorsport haben einfach kein Glück. Bei manchen kommt dann aber auch noch Pech dazu. Man denke nur an Fatemah Angela Harkness, die es fertig gebracht hat, einer Bank in Texas eine Millionen Dollar abzuschwatzen, um ihr eigenes NASCAR-Team auf die Beine zu stellen. Die Sache ging nicht mit rechten Dingen zu. Jetzt muss die 31jährige Frau, die mal als Stripperin angefangen hatte, für 40 Monate ins Gefängnis. Den Schuldspruch kassierte sie bereits, aber weil sie dann ins Ausland floh und erst vor wenigen Wochen in Dubai von amerikanischen Strafverfolgern festgenommen wurde, kam die Angelegenheit jetzt wieder hoch und wurde mit der Verkündung des Strafmaßes abgeschlossen (via deadspin)

24. Mai 2007

Foreman schlägt wieder zu: Ein Boxer in den Boxen


George Foreman hat mit seinen elektrischen Grillapparaten hunderte von Millionen Dollar verdient. Etwas, was ihm im Rahmen seiner langen Boxerkarriere nicht gelungen war. Das Geld muss arbeiten. Und die vielen hungrigen Kinder, die er gezeugt hat und die alle George heißen, müssen es auch. Also hat sich Foreman neulich in ein Team der Indy Racing League (IRL) eingekauft. Das heißt Panther Racing und hat am Montag bei den Indy 500 gleich drei Autos am Start. Der ehemalige Schwergewichtsweltmeister versteht sicher sehr wenig von Autos, aber das interessiert Team-Eigentümer John Barnes auch gar nicht. Foreman ist ein unglaubliches Talent als Vermarkter und lächelnder Sprücheklopfer (deshalb der Risenerfolg mit den Grillapparaten). Die Söhne George jr. und George III werden ebenfalls eingebunden.

Bei YouTube gefunden: Ein Fachmann von Panther Racing beschreibt, wie man die Reifen wechselt: