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17. April 2009

Helio schrammt am Knast vorbei

Der brasilianische Automobilrennfahrer Helio Castroneves wurde gestern in Miami von schwerwiegenden Steuerbetrugsvorwürfen freigesprochen. Er und seine Schwester, die ihn als Manager berät, sowie sein Anwalt standen vor Gericht und mussten im Falle einer Verurteilung mit mehrjährigen Freiheitsstrafen rechnen. Das Finanzamt und die Staatsanwaltschaft hatten Castroneves und seinen Berater vorgeworfen, einen Dreh gefunden zu haben, wie sie einen erheblichen Teil des Honorars, das der ehemalige Indy-500-Sieger auf den Rennpisten in den USA verdient, mit Hilfe einer speziellen Zwischenfirma über die Niederlande widerrechtlich an der amerikanischen Steuer vorbeilavieren. Die Fernsehbilder zeigen einen Mann auf den Stufen des Gerichts, der seien Tränen der Erleichterung freien Lauf ließ. Knast ist offensichtlich nicht halb so attraktiv wie das lebensgefährliche Risiko auf dem Speedway.

3. Oktober 2008

Die Steuerfahndung ist langsam, aber wehe, wenn sie dich einholt

Ein paar Millionen hier, ein paar Millionen da. Und plötzlich reden wir über eine ordentliche Menge Geld. Leider reden wir in diesem Fall auch über eine ordentliche Strafe. Aber anders als im Fall Emig sind die Fronten völlig klar: Auf der einen Seite der brasilianische Automobilrennfahrer Hélio Castroneves, seine Schwester und sein Anwalt, auf der anderen die amerikanische Steuerbehörde. Dazwischen? Ein Gericht, das entscheiden wird, ob die drei im Zusammenhang mit den happigen Einnahmen des ehemaligen zweifachen Indy-500-Siegers einen happigen Fall von Steuerbetrug und mehrere Fälle von Steuerhinterziehung begangen haben. Castroneves lebt in Carol Gables, einer Villengegend von Miami, hatte aber offensichtlich ein paar Konstruktionen in Panama und den Niederlanden installiert, um das Geld im großen Stil am US-Finanzamt vorbei zu leiten. Im Zeitraum von drei Jahren soll er nur eine Million Dollar an Einnahmen in seinen Steuererklärungen angegeben haben. Mehr als 5 Millionen wanderten nach Auffassung der Steuerfahnder über andere Kanäle ins Ausland.

Das Besondere am Stand der Dinge: Normalerweise wird ein säumiger Steuerzahler nicht gleich vors Gericht gezerrt, sondern erhält die Gelegenheit, die Faktenlage noch einmal geradezurücken (was mit dem Nachzahlen von Steuern und empfindlichen Geldbußen einher geht). Castroneves scheint auf dem Standpunkt zu stehen, nicht gegen die Gesetze verstoßen zu haben. Beziehungsweise er scheint seine Verteidigung darauf aufzubauen, dass ihm seine Steuerberater ihn in diese missliche Lage gebracht haben. Es droht allen Angeklagten Gefängnis.

10. Oktober 2006

Geschwindners Millionenspiel bleibt verworren

Die ganze Sache mit dem Geld und Nowitzkis Freund und Entdecker Holger Geschwindner bleibt mysteriös. So berichteten mehrere (auch dpa), dass sich die Steuerschulden nach Angaben des Richters in Hof auf 3 Millionen Euro belaufen habe. Gleichzeitig erklärte die Online-Ausgabe des Bayrischen Rundfunks in München, die offensichtlich einen Korrespondenten vor Ort hatte:
"Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Geschwindner für seine Tätigkeit als Trainer und Manager mindestens 1,25 Millionen Euro erhalten habe. Die tatsächliche Höhe sei jedoch unklar. Damit wäre der Angeklagte nicht nur einkommenssteuer-, sondern auch umsatz- und gewerbesteuerpflichtig gewesen."
Gut. Aber wie werden aus Einkünften von 1,25 Millionen Euro Steuerschulden von 3 Millionen? Sind jetzt die Abgaben inklusive Soli-Zulage so hoch, dass man mehr ans Finanzamt abgeben muss, als man einnimmt? Und kann man keine Betriebskosten mehr absetzen?

So fragt man sich, ob auch die anderen Informationen stimmen. So soll Geschwindner bis 2005 einen auf neun Jahre ausgelegten Vertrag mit Dirk Nowitzki gehabt haben, der ihm 20 Prozent von dessen Einnahmen gerantierte. Ein schöner Lohn. Der Vertrag wurde vor einem Jahr erneuert. Über dessen Konditionen wurde nicht berichtet. Außerdem soll Geschwindner dem Finanzamt inklusive Zinsen 5 Millionen Euro geschuldet und bezahlt haben. Wo das viele Geld bloß herumgelegen hat? Ich tippe mal: nicht im Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland.

Geschwindner, der sich selbst gerne als vertrödelten Mathematiker darstellt, habe
vorsätzlich gehandelt, sagte Zech laut BR Online. "Jeder weiß, dass er Einkommenssteuer zu zahlen hat." Besonders Leute, die derartige Summen verdienen.

Blick zurück: Die Meldung über Urteil gegen Geschwindner