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24. Februar 2007

Basso-Premiere bei Discovery Channel im Schatten von Leipheimer

Foto: flickr/creativecommons/Jeff Archer

Die Tour of California geht am Sonntag zu Ende. Und zwar programm- und standesgemäß. Der Amerikaner Levi Leipheimer, der im letzten Jahr für Gerolsteiner fuhr und nun bei Discovery Channel unter Vertrag steht, liegt vorne und sollte das einwöchige Etappenrennen gewinnen. Die New York Times meldet, das der Wettbewerb, der mit einem Zeitfahren in San Francisco begann und nach Long Beach außerhalb von Los Angeles führt, mehr als eine Million Zuschauer angelockt hat. Offensichtlich hat sich in Kalifornien der Rennrad-Virus enorm verbreitet, eine Folge der Erfolge von Lance Armstrong in Frankreich. Armstrong ist am Discovery-Channel- Verwicklungen in den noch immer ungeklärten spanischen Dopingskandal umstritten. Obwohl er von den Aufsichtsgremien in Italien einen Persilschein erhielt. Er gilt seit Jahren als guter Freund von Armstrong.Team beteiligt und muss demnächst wieder nach einem neuen Sponsor suchen. Der Fernsehsender hat seinen Abschied vom Radsport bereits angekündigt. Vorher will das Team mit dem Italiener Ivan Basso bei der Tour de France und dem Giro d'Italia möglichst viel Eindruck schinden und Geld einspielen.

Das Rennen wurde von einem Mini-Skandal eingeläutet: Hauptsponsor Amgen, der Hersteller des Dopingmittels EPO fand heraus, dass das während der Erstauflage des Rennens vor einem Jahr nicht auf EPO getestet wurde. Man setzte die Veranstalter unter Druck: "Wir haben klar gemacht, dass Amgen nur dann weiter mitmacht, wenn das Rennen sauber ist und auf EPO getestet wird", sagte eine Firmensprecherin. "Wenn jemand bei dieser Veranstaltung EPO nimmt, wollen wir es wissen."

Das ist wohl das Mindeste. Der zusätzliche Test sorgt zwar für eine Verdopplung des Postens "Laborkosten" - von rund 10 000 auf 20 000 Dollar. Aber er ist immer noch minimal im Vergleich zu dem, was an Preisgeldern an die Fahrer ausgeschüttet wird: mehr als 150 000 Dollar.
Blick zurück: Mehr zur Basso-Verpflichtung

10. Dezember 2006

Basso continuo: ProTour singt, Armstrong schweigt

Die Reinemache-Ambitionen der Radfahrgemeinde gehen so weit, das amerikanische Team Discovery Channel aus der ProTour herauzuwerfen. Discovery ist der Rennstall, in dem Lance Armstrong seine letzte Tour de France gewann und für den er noch immer nominell arbeitet. Der Grund für die Aktion: Die Mannschaft hatte den in den spanischen Dopingskandal verwickelten Ivan Basso verpflichtet. Der Italiener (früher der Kapitän des dänischen CSC-Teams) gehört zu jener Gruppe von neun Fahrern, die im vergangenen Jahr aufgrund ihrer mutmaßlichen Verwicklungen nicht bei der Frankreich-Rundfahrt dabei waren, weil sie von ihren eigenenen Mannschaft vorsichtshalber gesperrt wurden. Die ProTour hatte sich darauf einen Ehrenkodex gegeben, der besagte, dass diese Fahrer von keiner Mitgliedsorganisation angeheuert werden. Das letzte Wort wird im Januar fallen. Die Top-Leute der Zunft wissen, dass ihre Magna Charta auf Sand gebaut ist und vor keinem Gericht stand halten wird. Deshalb versuchen sie es mit moralischem Druck und Überzeugungskraft. Was sagt Armstrong? Noch nichts. Sonst ist er immer sehr viel schneller mit einem Statement zur Hand.