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19. Oktober 2008

Kommt Moneyball dank Brad Pitt ins Kino?

Wenn man jemandem erklären möchte, wie Financiers in Hollywood ticken, geht einem spätestens nach dem dritten Satz der Stoff aus. In LA gibt es Grundregeln und Grundinstinkte. Und dann gibt es Ausnahmen. Ganz viele Ausnahmen. Man kann das Geschäft allerdings ganz allgemein auf das Prinzip reduzieren, dass der Typ praktiziert, der samstags vor dem Kaufhaus in der Fußgängerzone den Passanten seinen billigen Kram für den Hausgebrauch anzudrehen versucht. Und dann noch darauf: Solange ein Produzent oder auch "Produzent" im großen Stil aus Leuten Geld herauslocken und von diesem Geld seinen eigenen teuren Lebensstil bezahlen kann, ist alles möglich. Selbst der eine oder andere gute Film.

Deshalb möchte man auch nicht gleich das Gerücht denunzieren, wonach niemand anderer als Brad Pitt demnächst in der Verfilmung des Buchs Moneyball von Michael Lewis auftreten wird. Obwohl: Man reibt sich erstmal die Augen. Moneyball ist nämlich keine Erzählung, sondern ein Sachbuch. Es tauchen zwar klar umrissene Figuren auf (darunter die Leute, die dafür sorgen, dass die Oakland A's trotz ihrer erstaunlich niedrigen Ausgaben für ihre Baseballprofis leistungsmäßig mithalten können). Aber in erster Linie ist es ein Traktat zur Untermauerung einer Methode der Leistungsanalyse im Sport: Man nehme ganz viele Statistikwerte, produziere ein paar kluge Formeln, um das Aussagepotenzial der nackten Zahlen zu verdichten und lasse sich nicht von den Glamourfaktoren beeindrucken. Denn machen zwar aus prominenten Spielern veritable Stars, die doppelt und dreifach so viel kosten wie die Namenlosen, aber dass sie mehr bringen, ist ein Mythos.

Die Filmrechte für den Stoff waren 2004 an eine Hollywood-Firma verkauft worden. Seitdem ist nicht viel passiert. Von dem ersten Script war nämlich offensichtlich niemand begeistert. Also wird das Pferd jetzt anders aufgezäumt: Über die Besetzung der Hauptrolle. Das Gerede über die großen Namen gehört in Los Angeles zum täglichen Gossip-Programm. Denn anders bekommt man abseitige Filmideen gar nicht ins Gespräch. Der wichtigere Teil der Nachricht allerdings ist nicht, dass Pitt involviert werden soll, sondern die Information, welcher Drehbuchschreiber sich an die Umsetzung des Themas machen soll: Steve Zaillian, der Mann, der für das Script von Schindlers Liste einen Oscar erhalten hat. Zaillian (links) hat einen hervorragenden Ruf. Sein erstes Drehbuch war Der Falke und der Schneemann, eine Geschichte, in dem sich zwei Milieus kreuzen: Drogenhandel und Spionage. Weitere Ausnahmeleistungen: das Script zu Zeit des Erwachsens (Awakenings), Das Kartell (Clear and Present Danger). Zu seinen Regiearbeiten gehört Searching for Bobby Fisher.

Darüber, wieviel Geld einer von der Statur von Zaillian für das Drehbuch, kann man nur spekulieren. Genauso, ob es überhaupt dazu kommt. Denn wenn Pitt nicht zusagt (und kein anderer der sogenannten bankable stars), wird aus der Idee vermutlich so schnell überhaupt nichts werden.

9. Januar 2008

Ein Stück von der neuen Kreation

Gestern war ein Tag für ein Stück Pizza. Die gibt's bei Freddie & Pepper's im Keller an der Amsterdam Avenue zwischen der 74. und der 75. Straße. Und ich sag mal: Besser geht nicht. Gestern war es die neue Kreation mit Hühnchenfleisch, sehr crossem Speck, Salsa, Jalapeño und den üblichen Zutaten. Die hat der Chef-Bäcker erfunden, ein Mexikaner. Es war ein Zufall, sagte der Besitzer, ein Chilene. Der hat selten wirklich Zeit, um sich mit einem Kunden zu unterhalten. Der Laden brummt meistens. Diesmal, am frühen Nachmittag, war es ruhiger. Und so erzählte er mir, dass es Leute aus fernen Ländern gibt, die mit Reiseführern in der Hand vorbeikommen, weil sie von seiner Pizza gelesen haben. Qualität spricht sich also doch rum. Ich zeigte auf die alten verblichenen Bilder von Prominenten an der Wand, die kaum noch einer kennen dürfte, die aber auch mal alle seine Pizza probiert haben. Und so sprach er von denen, von denen er keine Bilder hat: Bruce Willis und Demi Moore, die mal am Central Park gewohnt haben. (Ich: "Im San Remo." Denn solche Informationen über die Nachbarschaft hat man einfach drauf.) Und Kevin Bacon, dessen Sohn mal ein paar Straßen weiter in die Schule ging. Er hat Yoko Ono im Dakota Pizza gebracht. Höchstpersönlich. Und nun gestikulierte er knapp, um zu zeigen, dass er ihr dabei leibhaftig gegenüberstanden hatte.

Fast hätte ich ihm Gegenzug von der Begegnung mit Jim Jarmusch in der U-Bahn erzählt. Aber er war einfach gut im Fluss. Und so erwähnte er noch rasch den Abend, als im Beacon Theatre gleich nebenan, wo sonst die guten Konzerte stattfinden und Roadies spät abends zehn dieser Riesen-Pizzaräder für den ganzen Tross ordern, eine Celebrity-Veranstaltung stattfand. "Da kamen drei Jungs. Brad Pitt und...", ...er stockte, weil ihm nicht gleich der Name einfiel. "...Ben Affleck....und.....". Er stockte etwas länger. "Matt Damon", habe ich dann gesagt, als ich merkte, dass er in seinem Gedächtnis kramte. Die beiden sind seit Jahren Freunde und Partner. "Ja", sagte er und fand das offensichtlich nicht weiter bemerkenswert, dass er den Namen eines der derzeit erfolgreichsten Hollywood-Stars vergessen hatte.

Ich ging dann, als ich sah, dass der Laden wieder voller wurde, und sagte ihm, dass die neue Kreation hervorragend ist. Jetzt muss es nur noch der Rest der Welt erfahren.

Foto: flickr/creative commons/eating in translation

10. November 2007

Der Klingelbeutel: Für Brad ganz bestimmt federerleicht (aktualisiert)

Der Schweizer Tennismatador Roger Federer, der so aussieht, als ob er auf Jahre hinaus nicht mehr vom ersten Platz der Weltrangliste verschwinden wird, hat Hollywood im Visier. Nein, er will nicht selber vor die Kamera à la Elvis. Er malt sich aus, dass mal jemand sein Leben verfilmen könnte. Dann, ja, dann soll Brad Pitt ihn spielen. Der gleiche Pitt, der schon den österreichischen Nazi und Dalai-Lama-Lehrer Heinrich Harrer in Seven Years in Tibet gemimt hatte und der inzwischen 44 Jahre alt ist. Immerhin: Er hat auf der High School Tennis gespielt. Das Buch als Unterlage für einen Film gibt es allerdings bereits: René Stauffers Das Tennisgenie (siehe Randspalte).

Kann mal jemand da draußen, der in letzter Zeit in Spanien war, die wirre Welt dieses Pau-Gasol-Werbespots dechiffrieren? Hat die iberische Halbinsel den Anker eingeholt und schippert ins Nichts?

via Deadspin und AOL Fanhouse

Der Dollar ist nicht jedermanns Freund. Nicht mal, wenn er in dicken Bündeln daher kommt. Denn der Dollar fluktuiert. Im Moment zum Beispiel, da er gegen den Euro so anämisch aussieht wie noch nie, fühlen sich die europäischen Profis in den USA geknickt. Sie werden in Dollar bezahlt, aber wollen einen Teil des Geldes in Euro ausgeben/anlegen. Der Umtausch bringt derzeit vielen einen Verlust. Dann wiederum gibt es die kanadischen Eishockey-Clubs in der NHL. Die dürften sich insgeheim die Hände reiben. Denn die bezahlen aus Paritätsgründen ihre Spieler genauso wie die Teams in den USA in US-Dollar. Das war früher jahrelang eine zusätzliche Strafe für Clubs, die ohnehin schon wirtschaftlich zu kämpfen hatten. Warum? Wegen des Umrechnungskurses zwischen kanadischem und amerikanischem Dollar, der bedeutete, dass die Mannschaften im Norden tief in die Taschen greifen mussten. Neuerdings steht der kanadische Dollar so gut, dass man hoch im Norden ganz anders kalkulieren kann.

Der Absturz des Wechselkurses signalisiert, dass es mit der lange so hoch eingestuften Wirtschaftskraft der Vereinigten Staaten nicht mehr groß bestellt ist. Man darf wohl aus diesem Anlass dann noch einmal an dieses Buch erinnern: Weltmacht USA - ein Nachruf vom Franzosen Emmanuel Todd. Bei Amazon.de sollte man ein bisschen weiterlesen. So gibt es unter anderem diesen erhellenden Kommentar:

"Die Grundthese dieser Studie ist, daß die USA dabei sind, ihren Status als 'letzte verbliebene Supermacht' zu verlieren, weil sie die dafür erforderlichen militärischen, wirtschaftlichen und ideologischen Qualitäten nicht mehr aufbringen können....Die gegenwärtigen USA werden als 'räuberischer Staat' definiert, der selbst massive Industrie- und Außenhandelsdefizite aufweist, aber die Finanzen und Produkte aller anderen Staaten quasi wie ein Schwarzes Loch aufsaugt und seinen Reichtum im eigenen Land zu Lasten der Minderheiten und unteren Schichten ungerecht an eine superreiche antidemokratische Oberschicht umverteilt.

Aufgrund eingehender Analyse verschiedenerlei Daten und Vergleiche mit historischen Weltreichen gelangt Todd zu der Überzeugung, daß sich die Vereinigten Staaten innerhalb der nächsten Jahrzehnte zu einer Regionalmacht zurückbilden werden, während die EU im Bunde mit einem wiedererstarkten, aber zur Gutmütigkeit bekehrten Rußland gemeinsam mit Japan künftig das Weltgeschehen bestimmen wird."

Nachtrag: Das neue Video von Jay-Z macht Leute in den USA seltsam nervös. Er benutzt einen Stapel 500er Euros als Stilmittel. Sicher: Früher hätte man dafür Dollarscheine genommen. Aber wer mehr in solche Ideen hineinliest, als vermutlich drin steckt, hat zuviel Zeit. Beim letzten Video war der Rapper in Monaco und gab Gas in europäischen Autos. Das hat auch niemanden gestört. Warum? Weil jedem Amerikaner klar ist, dass in den USA nur Fischkisten gebaut werden.

3. Oktober 2006

Beckham soll Angela Jolies Sohn trainieren

Weil David Beckham dank seines Rücktritts aus der englischen Nationalmannschaft mehr Zeit hat als früher, hat sich Brad Pitt erkundigt, ob der Ex-Captain den fünfjährigen Sohn seiner Gattin Angela Jolie unter die Fittiche nehmen kann. Das meldet die Daily Mail (via Huffington Post). Maddox, der in Kambodscha geboren und von der Hollywood-Actrice adoptiert wurde, wurde bereits bei der David Beckham Soccer Academy in Los Angeles angemeldet. Die persönliche Beziehung zu Beckham läuft über ehemaligen Fußball-Profi Vinnie Jones, der inzwischen in Gangsterfilmen mitspielt und Pitt bei den Dreharbeiten zu Snatch kennengelernt hatte. Das Arrangement sollte Victoria Beckham gefallen, meint die Zeitung. Denn die Dame sei besonders prommiversessen. Zu den Freunden der Beckhams gehören bereits Tom Cruise und seine Frau Katie Holmes.