Wenn man in New York von Handball spricht, meint man damit eine ganz andere Sportart. Es ist eher so etwas wie Squash ohne Schläger. Und findet oft unter freiem Himmel statt. Die besten Spieler in dieser Disziplin haben keine Werbeverträge und keine Fernsehauftritte. Abe manchmal widmet ihnen zumindest eine Zeitschrift ein paar Zeilen.
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10. August 2009
21. Juni 2009
Typisch New York: Golfer auf dem Nervengrill
Es gibt einen unausgesprochenen Kodex für den Besuch eines Golfturniers: Leise sein, bestenfalls flüstern, positiv denken und freundlich applaudieren. Das ist ein Ausfluss der jahrhundertalten Etiquette, die Golfspieler pflegen, wenn sie in Gruppen über den Platz gehen. Sie stammt aus dem Großbritannien der guten alten Zeit, wo man Sport stets als Übung in sportsmanship betrachtet hat. Fairness und Redlichkeit im Umgang mit den Regeln, nicht bescheißen wollen – das sind alles Konzepte eine adeligen Gesellschaftsschicht, die allerdings längst ihren Einfluss auf das Verhalten von Menschen im Alltag eingebüßt hat.
Bei Golfturnieren in Augusta und anderen Gegenden der Vereinigten Staaten bringen die Zuschauer noch die Selbstdisziplin mit, die Spieler möglichst nicht aus der Ruhe zu bringen. Im Weichbild von New York kann man das vergessen. Die US Open im Tennis waren da der Tempomacher. Sie locken seit dem Umzug nach Flushing Meadow in kavernöse Stadienbauten die lautesten und respektlosesten Grand-Slam-Zuschauer auf dem Globus an. Im Golf sieht das nicht anders aus. Bethpage, das eine Tages-Kapazität von 45.000 Zuschauern verkraften kann, ist das jüngste Beispiel für eine Verhaltenskultur, die auf den Straßen von Manhattan geboren ist. Statt gehupt wie dort, wird auf dem Platz nun zynisch gebrüllt. Und es werden Witze gerissen. Alles nach dem Motto: Provozieren geht über studieren. Irgendein Spieler wird doch vielleicht reagieren, ärgerlich werden und auf diese Weise aus dem Tritt geraten. Das ist vor sieben Jahren, als das Turnier zum letzten Mal in Bethpage ausgetragen wurde, dem Spanier Sergio Garcia passiert. Damals hat er noch minutenlang in einem Anflug von manierierter Nervösität vor dem Schlag den Griff immer wieder neu angesetzt. Das dauerte den Zuschauern zu lange. Also haben sie den Mund aufgemacht. Garcia, der Chancen hatte, das Turnier zu gewinnen, was not amused und zeigte Nerven.
Ein ähnliches Opfer hat sich in diesem Jahr noch nicht herausgeschält. Aber das kann sich noch ändern. Die ersten haben sich bereits in Stimmung gebracht. Denn nicht nur der Regen fließt in Strömen, auch das Bier.
Bei Golfturnieren in Augusta und anderen Gegenden der Vereinigten Staaten bringen die Zuschauer noch die Selbstdisziplin mit, die Spieler möglichst nicht aus der Ruhe zu bringen. Im Weichbild von New York kann man das vergessen. Die US Open im Tennis waren da der Tempomacher. Sie locken seit dem Umzug nach Flushing Meadow in kavernöse Stadienbauten die lautesten und respektlosesten Grand-Slam-Zuschauer auf dem Globus an. Im Golf sieht das nicht anders aus. Bethpage, das eine Tages-Kapazität von 45.000 Zuschauern verkraften kann, ist das jüngste Beispiel für eine Verhaltenskultur, die auf den Straßen von Manhattan geboren ist. Statt gehupt wie dort, wird auf dem Platz nun zynisch gebrüllt. Und es werden Witze gerissen. Alles nach dem Motto: Provozieren geht über studieren. Irgendein Spieler wird doch vielleicht reagieren, ärgerlich werden und auf diese Weise aus dem Tritt geraten. Das ist vor sieben Jahren, als das Turnier zum letzten Mal in Bethpage ausgetragen wurde, dem Spanier Sergio Garcia passiert. Damals hat er noch minutenlang in einem Anflug von manierierter Nervösität vor dem Schlag den Griff immer wieder neu angesetzt. Das dauerte den Zuschauern zu lange. Also haben sie den Mund aufgemacht. Garcia, der Chancen hatte, das Turnier zu gewinnen, was not amused und zeigte Nerven.
Ein ähnliches Opfer hat sich in diesem Jahr noch nicht herausgeschält. Aber das kann sich noch ändern. Die ersten haben sich bereits in Stimmung gebracht. Denn nicht nur der Regen fließt in Strömen, auch das Bier.
17. April 2009
Drei wie Pech und Schwefel
Die Bee Gees, Derek Jeter, Tiger Woods und Roger Federer in einem Werbevideo für die Rasierermarke Gillette. Die drei Sportler tragen die gleichen Klamotten und sehen allesamt in ihnen ziemlich daneben aus. Der Gag sind die Plateauschuhe des Schweizers. Muss man nicht gesehen haben. Ist aber nach ein paar Sekunden auch schon wieder vorbei. Besondere Erwähnung: die Landschaft und die U-Bahn zu Beginn des Spots. Szenen aus New York, die man als New Yorker natürlich gerne sieht. Übrigens in der Sonntagsausgabe der Schweizer Zeitung Südostschweiz kann man ein paar Gedanken und Infos für New-York-Reisende finden. Für den Falles, das sich jemand dafür interessiert...
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5. November 2008
Harlem feiert
Wir waren mitten Harlem, als die Fernsehsender die Nachricht brachten, dass Barack Obama die Wahl gewonnen hat. Tausende strömten in die Straßen. Hupkonzerte. Zusammenbrechender Verkehr rund um die Public-Viewing-Zone an der 125th Street. Der (schwarze und blinde) Gouverneur des Staates New York hält eine Rede und erinnert an die Geschichte der afrikanischen Sklaven und an den Kampf gegen Diskriminierung. Für McCains Ansprache aus Phoenix interessieren sich nur wenige. Als Sarah Palin auf der Leinwand auftaucht, wird gebuht. Um Mitternacht steht Barack Obama in Chicago auf der Bühne. Da sind in New York inzwischen fast so viele Leute auf den Beinen wie bei dem kommenden Mann. Harlem, wo einst zum ersten Mal eine bemerkenswerte urbane schwarze Kultur entstand, weiß, was die Stunde geschlagen hat.
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21. Oktober 2008
Wenn man Nachbarn hat, die jeder kennt
Jedes Mal, wenn in Deutschland das Feuerwerk der Berichterstattung über amerikanische Promis explodiert, ziehe ich – im Geiste – die Baseball-Kappe tiefer ins Gesicht. So wie neulich bei den Nachrichten über Madonna und ihrer Scheidung von Guy Ritchie. Vielleicht liegt es daran, dass man in New York eine ganz andere Beziehung zu diesem Paparazzi-Phänomen entwickelt. Nicht nur leben hier mehr berühmte Leute als anderswo. Man sieht sie auch gelegentlich. Das sind die Momente, in denen jeder echte New Yorker sein wahres Gesicht gezeigt: Er ignoriert die Figuren aus der Welt der Klatsch-Postillen und halbseidenen Entertainment-Magazine im Vorabendprogramm des Fernsehens. Das ist gewiss die gesündere Einstellung als das ständige Lugen in die bunten Wochenblätter, die in den USA vor fast jeder Kasse im Supermarkt hängen und in unmissverständlichen Schlagzeilen auf eine voyeuristische Weise ohnehin nur eine sehr schlichte Botschaft wiederkäuen: Promis sind auch nur Menschen wie du und ich. Ja, wer hätte das gedacht?
Madonna wohnt zwei Straßen weiter am Central Park. Gesehen habe ich sie noch nie. Was viele Gründe haben kann, unter anderem, dass ich nicht vor ihrer Haustür herumhänge und warte, dass sie herauskommt. Dafür sind mir im Laufe der Jahre andere Figuren über den Weg gelaufen: Demi Moore, der man nachsagte, sie sei eng mit Madonna befreundet. Woody Allen, als er noch regelmäßig seine einstige Lebensgefährtin Mia Farrow besuchte, deren Wohnung ebenfalls in der Nähe liegt. Abgesehen von den Filmleuten, die man manchmal wie Jim Jarmusch sogar in der U-Bahn erspähen kann, sieht man Fernsehleute, die in den USA jeder kennt. Der ehemalige Clinton-Berater George Stephanopoulos, der jeden Sonntag eine Politik-Sendung moderiert, wanderte neulich durch unsere Straße und fummelte an seinem Blackberry herum. Lesley Stahl von 60 Minutes bediente sich am Bankautomaten um die Ecke. John McEnroe mit Kindern im Fitness-Center ein paar Häuser weiter. Und dann und wann hält einem einer von CNN ein Mikrofon ins Gesicht, und man erklärt ihnen, "Nein", man habe ihnen nichts zu sagen. CNN und ABC haben ihre Studios in unserer Gegend, die wir die Upper Westside nennen, was ein ziemlich langweiliger Name für ein Viertel ist, in dem sich die Metropolitan Opera befindet und das Museum of Natural History und jenes Stück vom Broadway, an dem sich drei hervorragende Feinkostläden um uns bemühen (in einem faszinierenden Konkurrenzkampf, in deren Rahmen alle drei immer größer und immer besser geworden sind). Nicht wegen Madonna, sondern wegen Leuten wie uns.
Seit gestern geht das Gerücht, dass auch Madonna-Freund Alex Rodriguez in die Nachbarschaft ziehen wird. Eine Geschichte, an der nur eines bemerkenswert ist: dass sie von einer Zeitung in London groß recherchiert und ausgewalzt wurde. Was könnte die Leser in London ernsthaft an der Geographie von Manhattan interessieren? Ich komme fast jeden Tag an dem Apartmentgebäude vorbei. Ich weiß noch, wie der alte Kasten aussah, der an der gleichen Stelle stand und vor ein paar Jahren abgerissen wurde. Und wie der World Gym im zweiten Stock, in dem sich damals der Verleger Si Newhouse von Conde Nast (New Yorker, Vanity Fair, Vogue) auf dem Laufband abrackerte. Seit heute weiß ich, dass auch noch Sting in dem Hochhaus lebt. Nur warum mich diese Information interessieren sollte, weiß ich leider nicht.
Madonna wohnt zwei Straßen weiter am Central Park. Gesehen habe ich sie noch nie. Was viele Gründe haben kann, unter anderem, dass ich nicht vor ihrer Haustür herumhänge und warte, dass sie herauskommt. Dafür sind mir im Laufe der Jahre andere Figuren über den Weg gelaufen: Demi Moore, der man nachsagte, sie sei eng mit Madonna befreundet. Woody Allen, als er noch regelmäßig seine einstige Lebensgefährtin Mia Farrow besuchte, deren Wohnung ebenfalls in der Nähe liegt. Abgesehen von den Filmleuten, die man manchmal wie Jim Jarmusch sogar in der U-Bahn erspähen kann, sieht man Fernsehleute, die in den USA jeder kennt. Der ehemalige Clinton-Berater George Stephanopoulos, der jeden Sonntag eine Politik-Sendung moderiert, wanderte neulich durch unsere Straße und fummelte an seinem Blackberry herum. Lesley Stahl von 60 Minutes bediente sich am Bankautomaten um die Ecke. John McEnroe mit Kindern im Fitness-Center ein paar Häuser weiter. Und dann und wann hält einem einer von CNN ein Mikrofon ins Gesicht, und man erklärt ihnen, "Nein", man habe ihnen nichts zu sagen. CNN und ABC haben ihre Studios in unserer Gegend, die wir die Upper Westside nennen, was ein ziemlich langweiliger Name für ein Viertel ist, in dem sich die Metropolitan Opera befindet und das Museum of Natural History und jenes Stück vom Broadway, an dem sich drei hervorragende Feinkostläden um uns bemühen (in einem faszinierenden Konkurrenzkampf, in deren Rahmen alle drei immer größer und immer besser geworden sind). Nicht wegen Madonna, sondern wegen Leuten wie uns.
Seit gestern geht das Gerücht, dass auch Madonna-Freund Alex Rodriguez in die Nachbarschaft ziehen wird. Eine Geschichte, an der nur eines bemerkenswert ist: dass sie von einer Zeitung in London groß recherchiert und ausgewalzt wurde. Was könnte die Leser in London ernsthaft an der Geographie von Manhattan interessieren? Ich komme fast jeden Tag an dem Apartmentgebäude vorbei. Ich weiß noch, wie der alte Kasten aussah, der an der gleichen Stelle stand und vor ein paar Jahren abgerissen wurde. Und wie der World Gym im zweiten Stock, in dem sich damals der Verleger Si Newhouse von Conde Nast (New Yorker, Vanity Fair, Vogue) auf dem Laufband abrackerte. Seit heute weiß ich, dass auch noch Sting in dem Hochhaus lebt. Nur warum mich diese Information interessieren sollte, weiß ich leider nicht.
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Scheidung
21. September 2008
Wenn ein Unternehmen von seiner Geschichte eingeholt wird
Kleiner Hinweis zu einem Thema, das vor etwas mehr als einer Woche in New York interessierte Kreise beschäftigte. Es ging darum, ob der deutsche Versicherungskonzern Allianz mit seiner Geschichte während des Dritten Reichs die Möglichkeit erhalten würde, vor den Toren von New York seinen Namen an ein Stadion zu heften. Die Jets und Giants planen eine neue Arena, die 1,6 Milliarde Dollar kosten wird. So teuer wie noch kein Sportkomplex. Die Assekuranz hatte die Idee ernsthaft erwogen, über eine Laufzeit von Jahren insgesamt 750 Millionen Dollar beizusteuern. Nach den guten Erfahrungen mit der Allianz Arena in München (90 Millionen Euro für die Namensrechte) sah dieses Vorhaben ziemlich attraktiv aus. Doch daraus wird nichts. Die Allianz hat Gebäude und Personal in den Konzentrationslagern Auschwitz und Dachau versichert. Als diese Information in den Medien auftauchte, wurde die Firma von der Vergangenheit eingeholt.
In New York und Umgebung leben tausende jüdischer Einwanderer, die der Nazi-"Endlösung" knapp entkommen sind und die Erinnerung an den Holocaust wach halten wollen. Aber manche fragten sich im gleichen Atemzug, ob nicht andere Unternehmen mit Interesse an den Namensrechten unter dem Tisch eine geschickte Kampagne losgetreten hatten. Wir werden sehen, welche Firma für wieviel Geld den Zuschlag bekommt. In der heutigen Sendung Sport am Sonntag im Deutschlandfunk habe ich das Thema beleuchtet.
In New York und Umgebung leben tausende jüdischer Einwanderer, die der Nazi-"Endlösung" knapp entkommen sind und die Erinnerung an den Holocaust wach halten wollen. Aber manche fragten sich im gleichen Atemzug, ob nicht andere Unternehmen mit Interesse an den Namensrechten unter dem Tisch eine geschickte Kampagne losgetreten hatten. Wir werden sehen, welche Firma für wieviel Geld den Zuschlag bekommt. In der heutigen Sendung Sport am Sonntag im Deutschlandfunk habe ich das Thema beleuchtet.
27. Juni 2008
Nash macht's möglich
Mehr als man jemals über das Fußball-Spiel von NBA-Spieler Steve Nash und seinen Freunden und Gästen hätte herausfinden wollen: Die Blogger von Unprofessional Foul waren da (in Chinatown in Manhattan), haben Text und Fotos und fanden es "absolutely fucking wonderful". Ein Kommentator schickte das Link zum Video, das CNN produziert hat. Übrigens: Thierry Henry kam tatsächlich.
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6. April 2008
Trendsportart in New York: Cricket
Wenn man in den USA als Sportjournalist arbeitet, wird man zu einem Spezialisten in Sachen, die den normalen Verbraucher in Europa überhaupt nicht interessieren. Also Sachen wie Baseball, Football und Lacrosse, Stock-Car-Autorennen. Man arbeitet sich in den Turfsport ein und könnte vermutlich auch noch Hunderennen andere exotische Disziplinen wie Real Tennis (die Urform, gibt's in New York und Philadelphia) oder Doping aufgreifen. Was alles ganz reizvoll ist, wenn man seinen Kopf mit mehr füllen möchte als mit dem täglichen Allerlei einer fußballfixierten Welt. Aber irgendwann fragt man sich dann doch: Muss ich jetzt wirklich auch noch Cricket begreifen? Obwohl mir das damals in England schon keiner richtig erklären konnte? Vermutlich. Cricket ist im Kommen. In New York. Bei den Schulkindern. Und darüber wird man irgendwann schreiben müssen. Wenn es so weitergeht. Mit dem Cricket.
6. Februar 2008
Hoch das Bein
Es ist eigentlich nur ein Treppenwitz. Aber jedes Jahr kommen sie und laufen sie...hinauf auf das Empire State Building mitten in New York. Der Turm, der mal gebaut wurde mit der Idee, das oben Zeppeline vor Anker gehen und Fahrgäste ein- und aussteigen lassen (mir wird schwindlig). Der als er fertig war, das höchste Gebäude der Welt war. Der in einigen Hollywood-Filmen einen romantischen Zielpunkt abgibt. Und von dem die Aussicht bei gutem Wetter kilometerweit reicht, über die anderen Wolkenkratzer in Manhattan und die Stadtgrenzen von New York hinaus. Ich hoffe, die Treppenläufer fahren wenigstens im Fahrstuhl wieder hinunter. Es war jedenfalls diesmal kein Basejumper dabei.
18. Januar 2008
Der Lauf der Dinge: Wie Katie Holmes einen Marathon absolviert
Übrigens: Prominente glauben offensichtlich überall und jeder Zeit, sie könnten mit ihren Betrugsversuchen durchkommen. Hier ist der Fall von einem mexikanischen Präsidentschaftskandidaten, der in Berlin auf einem Zwischenstück die Schallmauer durchbrochen haben muss, um die Zeit zu erzielen, mit der er am Ziel registriert wurde.
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9. Januar 2008
Ein Stück von der neuen Kreation
Gestern war ein Tag für ein Stück Pizza. Die gibt's bei Freddie & Pepper's im Keller an der Amsterdam Avenue zwischen der 74. und der 75. Straße. Und ich sag mal: Besser geht nicht. Gestern war es die neue Kreation mit Hühnchenfleisch, sehr crossem Speck, Salsa, Jalapeño und den üblichen Zutaten. Die hat der Chef-Bäcker erfunden, ein Mexikaner. Es war ein Zufall, sagte der Besitzer, ein Chilene. Der hat selten wirklich Zeit, um sich mit einem Kunden zu unterhalten. Der Laden brummt meistens. Diesmal, am frühen Nachmittag, war es ruhiger. Und so erzählte er mir, dass es Leute aus fernen Ländern gibt, die mit Reiseführern in der Hand vorbeikommen, weil sie von seiner Pizza gelesen haben. Qualität spricht sich also doch rum. Ich zeigte auf die alten verblichenen Bilder von Prominenten an der Wand, die kaum noch einer kennen dürfte, die aber auch mal alle seine Pizza probiert haben. Und so sprach er von denen, von denen er keine Bilder hat: Bruce Willis und Demi Moore, die mal am Central Park gewohnt haben. (Ich: "Im San Remo." Denn solche Informationen über die Nachbarschaft hat man einfach drauf.) Und Kevin Bacon, dessen Sohn mal ein paar Straßen weiter in die Schule ging. Er hat Yoko Ono im Dakota Pizza gebracht. Höchstpersönlich. Und nun gestikulierte er knapp, um zu zeigen, dass er ihr dabei leibhaftig gegenüberstanden hatte.Fast hätte ich ihm Gegenzug von der Begegnung mit Jim Jarmusch in der U-Bahn erzählt. Aber er war einfach gut im Fluss. Und so erwähnte er noch rasch den Abend, als im Beacon Theatre gleich nebenan, wo sonst die guten Konzerte stattfinden und Roadies spät abends zehn dieser Riesen-Pizzaräder für den ganzen Tross ordern, eine Celebrity-Veranstaltung stattfand. "Da kamen drei Jungs. Brad Pitt und...", ...er stockte, weil ihm nicht gleich der Name einfiel. "...Ben Affleck....und.....". Er stockte etwas länger. "Matt Damon", habe ich dann gesagt, als ich merkte, dass er in seinem Gedächtnis kramte. Die beiden sind seit Jahren Freunde und Partner. "Ja", sagte er und fand das offensichtlich nicht weiter bemerkenswert, dass er den Namen eines der derzeit erfolgreichsten Hollywood-Stars vergessen hatte.
Ich ging dann, als ich sah, dass der Laden wieder voller wurde, und sagte ihm, dass die neue Kreation hervorragend ist. Jetzt muss es nur noch der Rest der Welt erfahren.
Foto: flickr/creative commons/eating in translation
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6. Januar 2008
Viel Rauch um nichts
Ob an der Geschichte mit dem Brand überhaupt etwas dran ist, lässt sich nicht sagen: In New York hat jedenfalls keine Zeitung darüber geschrieben. Warum auch? Niemandem ist etwas passiert. Nur der Cora ihr Seelchen war angeschlagen ("Links hatte ich David, rechts schnell mein Schmuckkästchen“), so dass sie gleich die Abreise plante. Good riddance.
13. November 2007
Der Klingelbeutel: Zanardi handgetrieben immer noch schnell
Nach etwas mehr als einer Woche ist ein Bericht über den Ritt von Alex Zanardi beim New York Marathon aufgetaucht. Nachdem wir seine Teilnahme angekündigt hatten, soll der Hinweis auf sein recht erfolgreiches Rennen nicht fehlen.
Es kostet 300 Dollar Strafe, wenn man auf die Autohupe drückt und die Polizei findet, das sei nicht nötig gewesen. Warum sollte man dann nicht 1000 Dollar für das Füttern von Tauben bezahlen? Ausgemacht ist noch gar nichts. Aber wenn sich die Idee tatsächlich durchsetzt, schicke ich dem Politiker minimum ein Dankschreiben. Tauben sind eine Pest in Manhattan. Und die Leute, die sie füttern, auch. Aus diesem Grund an dieser Stlele der alte Song von Georg Kreisler:
Die Red Sox haben die World Series gewonnnen, die New England Patriots sind mit 9:0 Siegen in die neue Saison gestartet. Die Celtics sind das einzige ungeschlagene Team in der NBA (5:0), New England Revolution steht im Finale der Fußballmeisterschaft. Wo kommt das ganze Gewicht her, das sich plötzlich in der Nortdostecke des Landes aufstaut? Es kann da keinen Zusammenhang geben, oder? Keine noch so fadenscheinige Theorie, die alles erklärt? Sonst würde doch Marco Sturm die Boston Bruins in eine siegreiche Schlacht nach der anderen führen? Aber das klappt beim besten Willen nicht. Stephen Hawkings bitte übernehmen.
Es kostet 300 Dollar Strafe, wenn man auf die Autohupe drückt und die Polizei findet, das sei nicht nötig gewesen. Warum sollte man dann nicht 1000 Dollar für das Füttern von Tauben bezahlen? Ausgemacht ist noch gar nichts. Aber wenn sich die Idee tatsächlich durchsetzt, schicke ich dem Politiker minimum ein Dankschreiben. Tauben sind eine Pest in Manhattan. Und die Leute, die sie füttern, auch. Aus diesem Grund an dieser Stlele der alte Song von Georg Kreisler:
Die Red Sox haben die World Series gewonnnen, die New England Patriots sind mit 9:0 Siegen in die neue Saison gestartet. Die Celtics sind das einzige ungeschlagene Team in der NBA (5:0), New England Revolution steht im Finale der Fußballmeisterschaft. Wo kommt das ganze Gewicht her, das sich plötzlich in der Nortdostecke des Landes aufstaut? Es kann da keinen Zusammenhang geben, oder? Keine noch so fadenscheinige Theorie, die alles erklärt? Sonst würde doch Marco Sturm die Boston Bruins in eine siegreiche Schlacht nach der anderen führen? Aber das klappt beim besten Willen nicht. Stephen Hawkings bitte übernehmen.
4. Oktober 2007
Der erste NHL Store: Hoffen auf Besucher aus dem Norden
Es hat gefühlte zehn Jahre gedauert, bis die National Hockey League dem Beispiel der NBA gefolgt ist und einen Laden für Fanartikel eingerichtet hat. Das Geschäft wird auf der Sixth Avenue in New York eröffnet (auch gerne als "Avenue of the Americas" bezeichnet, aber kein Mensch in Manhattan tut das) und bietet so viele Sachen, dass wir hier lieber gleich auf die Geschichte verweisen, in der das alles genau aufgelistet wird. Im selben Gebäude sitzt auch das Liga-Management. Zielgruppe für die Ware sind vor allem Touristen und nicht die Anhänger der drei örtlichen Clubs. Die können sich in den Hallen direkt mit Trikots und Käppis eindecken. Zumindest mit Blick in eine Richtung liegt der NHL Store total richtig. Da der kanadische Dollar inzwischen soviel wert ist wie der amerikanische, werden immer mehr Besucher von jenseits der Grenze einfliegen. Und das sind genau die Leute, die sich stundenlang in einem solchen Warenhaus tummeln. Keiner ist so heiß auf Eishockey wie die Kanadier.
26. August 2007
"In den Tiefen der Häuserschluchten wurlt es auf den Gehsteigen"
Wir haben hohen Besuch. Deutschsprachige Tennisbeschreiber
sind eingeflogen und melden ihre ersten Eindrücke zurück an ihre Heimatredaktionen. Die Österreicher scheinen besonders fleißig und rechtschaffen impressioniert:
sind eingeflogen und melden ihre ersten Eindrücke zurück an ihre Heimatredaktionen. Die Österreicher scheinen besonders fleißig und rechtschaffen impressioniert:"US-Open zieht die Massen in den Bann, der Big Apple liegt im Tennis-Fieber." (Die Presse in Wien).Dieses Fieber scheint vor allem die Besucher zu befallen, während die Ortsansässigen, ehrlich gesagt, einen ganz normalen coolen Eindruck machen.
"In den Tiefen der Häuserschluchten wurlt es auf den Gehsteigen wie bei einem Viehabtrieb. Auf den achtspurigen Avenues schieben sich die gelben Taxis begleitet von einem Höllenlärm nur langsam voran. Und die Schwüle lässt den Gestank der Großstadt noch unerträglicher erscheinen. Aber so ist New York eben - faszinierend!" (Kleine Zeitung, Graz)Mal sehen, ob diese Faszination in den nächsten zwei Wochen sprachlich noch ein paar Zacken höher gedreht wird. Wahre Sportpoeten sollten nicht gleich am Anfang ihr Pulver verschießen.
29. April 2007
Wie man heißt, wie man heißen sollte
Das Rad der Geschichte dreht sich auf kuriose Weise. Aber es dreht sich. Und normalerweise können Politiker nur wenig tun, um es zu stoppen oder den Rückwärtsgang einzulegen. Aber der Versuch ist bekanntlich nicht strafbar. Also haben drei Volksvertreter im Abgeordnetenhaus des Staates New York ein Gesetz eingebracht, dass den drei Mannschaften New York Giants, New York Jets und New York Red Bulls untersagen soll, ihre geographisch falschen Namen weiterhin zu benutzen. Die beiden Football-Clubs und die MLS-Fußballer spielen nämlich auf der anderen Seite des Hudson River - in New Jersey. Die Initiative findet in politischen Kreisen in New Jersey durchaus Zustimmung. Dort pflegt man einen gewissen Minderwertigkeitskomplex, eine Haltung, die man oft in unmittelbarer Nachbarschaft von solchen Attraktionen wie New York City finden kann. Die erste Reaktion der fraglichen Teams war vorhersehbar. Sie haben nicht das Gefühl, dass ihnen eine staatliche Institution vorschreiben kann, unter welchem Namen sie ihr Geschäft abwickeln.
Der Bundesstaat New Jersey wird übrigens demnächst einen seiner zwei Clubs an New York verlieren. Die Nets aus der NBA, die in diesem Jahr den Toronto Raptors den Weg ins Viertelfinale verlegen dürften und in der Serie mit 2:1-Siegen führen, werden in einen neuen Komplex in Brooklyn umziehen. Niemand dort wollte sie haben. Aber die Baumaßname hat alle Hürden genommen. Die Mannschaft war früher mal am östlichen Stadtrand von New York zu hause, dort wo das NHL-Team der New York Islanders spielt. Die Region wird von vielen Long Island genannt, was die Menschen hundert Kilometer weiter draußen in den Hamptons ziemlich lächerlich finden. Pedanten nennen es meistens Nassau County, weil das Gebiet mit seinen vielen kleinen Gemeinden kein richtiges Oberzentrum hat. Damals lief der Basketball-Club unter New York Nets, was ein geschicktes Wortspiel auf existierende Namen war: New York Jets (Football) und New York Mets (Baseball). Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass das Team auf den alten Namen zurückgreifen wird.
Der Bundesstaat New Jersey wird übrigens demnächst einen seiner zwei Clubs an New York verlieren. Die Nets aus der NBA, die in diesem Jahr den Toronto Raptors den Weg ins Viertelfinale verlegen dürften und in der Serie mit 2:1-Siegen führen, werden in einen neuen Komplex in Brooklyn umziehen. Niemand dort wollte sie haben. Aber die Baumaßname hat alle Hürden genommen. Die Mannschaft war früher mal am östlichen Stadtrand von New York zu hause, dort wo das NHL-Team der New York Islanders spielt. Die Region wird von vielen Long Island genannt, was die Menschen hundert Kilometer weiter draußen in den Hamptons ziemlich lächerlich finden. Pedanten nennen es meistens Nassau County, weil das Gebiet mit seinen vielen kleinen Gemeinden kein richtiges Oberzentrum hat. Damals lief der Basketball-Club unter New York Nets, was ein geschicktes Wortspiel auf existierende Namen war: New York Jets (Football) und New York Mets (Baseball). Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass das Team auf den alten Namen zurückgreifen wird.
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6. November 2006
Marathon zum Zweiten: Armstrongs Schaulaufen
Der Bericht über Lance Armstrongs Auftritt beim New York Marathon erscheint in der Dienstagsausgabe der FAZ. Das liegt an den Druckterminen der Zeitung, die jeweils am späten Nachmittag Redaktionsschluss hat und so bei Ereignissen aus Amerika oft erst einen Tag später nachziehen kann. Der Bericht wurde im Laufe des Montags von der Online-Redaktion hochgeladen. Auf der Titelseite als Aufmacher der drei Sportmeldungen (da wird er sicher bald wieder verschwinden) und auf Platz eins der Sportseite (auch diese location ist nie von Dauer). Deshalb hier das Link, mit dem man auf geradem Weg beim Artikel ankommt. Und hier das Link zum Vorbericht, der in der Samstagsausgabe veröffentlicht wurde.
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