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7. Dezember 2008

Anja Monke: Ab 2009 die volle amerikanische Tour

Sandra Gal aus Leichlingen erhält in der kommenden Saison auf der amerikanischen LPGA-Tour Gesellschaft aus Deutschland. Anja Monke (Bild) hat sich am Sonntag mit einem 15. Platz bei der Qualifying School in Daytona Beach die Tourkarte erspielt. Die 31jährige Golferin aus Hannover rundete damit ein Jahr ab, in dem sie sich mit ihrem ersten Turniersieg auf der Europäischen Tour (in Arras) ganz weit nach oben gearbeitet hatte. Sie war vorher im Juli bei den State Farm Classic in Springfield/Illinois zum ersten Mal überhaupt in den USA angetreten und hatte dort den 62. Platz belegt. Martina Eberl aus München schaffte nur den 42. im Klassement der Q School und muss die Reise nach Florida unter "weitere Erfahrung sammeln" abbuchen. Nur die 20 besten wurden promotet. Zu den denen gehörte auch Michelle Wie, die bislang versucht hatte, sich die Tourkarte über einen Platz auf der Geldrangliste zu erarbeiten. Das gelang jedoch nicht. Wie studiert noch in Stanford und wird vermutlich auch in der kommenden Saison noch kein volles Pensum gehen. Aber zumindest kann sie sich jetzt aus dem Terminkalender die Wettbewerbe aussuchen, die ihr passen, und ist nicht mehr auf Einladungen von Sponsoren angewiesen.

3. Dezember 2007

Übergang ins Profilager geschafft: Sandra Gal meistert Q School

Einen derartig glatten Übergang ins Profileben wünscht man jedem. Aber tatsächlich war die Leistung der deutschen Golferin Sandra Gal (Bild) in der letzten Woche etwas ganz Besonderes: Sie qualifizierte sich, obwohl sie noch als Studentin mit Stipendium an der University of Florida eingeschrieben ist, im Rahmen der Qualifying School für die kommende LPGA-Saison. Das Besondere daran: Sie kann unmittelbar nach dem Studiumabschluss im Frühjahr in den USA bleiben und von Amateur auf Profi umsatteln und mit dem von Annika Sörenstam, Lorena Ochoa und Paula Creamer angeführten Tour-Tross durch die Lande ziehen. Die 22jährige belegte in Daytona Beach, wo man genauso wie bei der Q School der Männer fünf Runden statt der üblichen vier spielt, den 14. Platz. Um die Spielberechtigung auf der LPGA-Tour zu behalten, muss sie am Ende der kommenden Saison mindestens unter den 62 besten auf der Geldrangliste liegen oder ein Turnierresultat unter den ersten Dreien aufweisen. Das volle Kontingent für die Turnierberechtigung pro Saison liegt bei 80 Golferinnen. Weitere Spielerinnen wie Anja Monke, die in der Q School nur im Mittelfeld landete, erhalten Startgenehmigungen, wenn privilegierte Kolleginnen jeweils auf eine Turnierteilnahme verzichten. Eine schwierige Ausgangslage für jemanden, der nicht ständig in den USA lebt und nicht immer auf Risiko zu den Austragungsorten reisen will. Obwohl: die Sache hat ihren finanziellen Reiz - "die Summe der Preisgelder beläuft sich auf die Rekordmarke von 58,2 Millionen Dollar", hat Die Welt errechnet.

Ebenfalls noch immer LPGA-startberechtigt ist Miriam Nagl, die sich in der abgelaufenen Saison langsam von den Folgen eines schweren Skiunfalls erholte. Sie hatte sich das Kreuzband gerissen.

Ebenso wie Alex Cejka stammt Familie Gal aus Tschechien. Sandra wurde in Düsseldorf geboren, wuchs in Leichlingen auf und entwickelte sich früh zu einem enormen Talent. Da amerikanische Colleges verstärkt auch außerhalb der USA nach Nachwuchs Ausschau halten, bekam sie vor drei Jahren die Gelegenheit zu einem Stipendium in Gainesville, dort wo die amtierenden College-Basketball- und Football-Teams zu Hause sind. Gals Prognose ist hervorragend. Nicht nur, seitdem sie bei den Collegeturnieren vorne mitspielt (und einen vierten Platz bei den US-Meisterschaften 2006 belegte). Zu den bisherigen Highlights gehörte die Qualifikation für die US Open 2006, wo sie allerdings, wie zu erwarten, am Cut scheiterte.
Blick zurück: Bettina Hauert gewann beim Ausflug nach Amerika nur eine rote Laterne

16. Mai 2007

Nun auch als Buch: Q steht für Qual

John Feinstein ist ein amerikanischer Sportautor, der hauptsächlich davon lebt, Bücher zu schreiben. Die meisten waren rechercheaufwändig und setzten Maßstäbe in der Art und Weise, wie man das Geschehen hinter den Kulissen und die Stimmung der Aktiven vor und nach großen Ereignissen einfängt. Sein jüngstes Produkt ist ein Buch über die Q School der PGA Tour, jenes legendäre Qualifikationsturnier, bei dem sich selbstgestandene Profis sechs Tage und sechs Runden lang bewähren müssen, um die sogenannte Tourkarte zu erwerben. Es wird extrem gesiebt und bedeutet für die meisten Teilnehmer Frust und Enttäuschung. Feinstein hat das Turnier im Jahr 2005 unter die Lupe genommen und seine Beobachtungen in dem Buch Tales from Q School zusammengetragen. Hier das Radiointerview mit ihm zum Thema vom Anfang der Woche beim Sender NPR, für den er hin und wieder als Mitarbeiter tätig ist.

4. Dezember 2006

Von hinten durch die Brust ins Auge

Guten Tag, Herr Voyeur. Guten Tag, Frau Eitelkeit. Herzlich willkommen in diesem Blog, der sich hin und wieder die Freiheit nimmt, reizende und vor allem aufreizende Themen aufzugreifen. Wir haben deshalb nicht nur Gewalt im Fußball, Doping im Radsport, Unfälle in Automobilrennen und Korruption auf der Palette, sondern manchmal auch das Phänomen erotischer Signale. Die fallen im amerikanischen Sport eher etwas leise aus. Es sei denn, eine Sängerin wie Janet Jackson entblößt in der Halbzeit des Super Bowl ihre Brust. Dann bricht gleich ein Hurricane aus.

Umso bemerkenswerter ist die klammheimliche Erotisierung des Golfsports, wie er von den Frauen vorangetrieben wird. Das jüngste Beispiel ist ein Kalender mit dem Titel Top Shots - Women of Professional Golf Calendar, der in Australien enstanden ist. Er kostet 25 australische Dollar und soll Geld für die Brustkrebsforschung abwerfen. Wir nennen so etwas von hinten durch die Brust ins Auge. Mehr Details gibt es hier.

Da kommt die italienische Golferin Sophie Sandolo schon seit einer Weile sehr viel direkter daher. Ihr erstes Werk - Calendario 2005 - bot dem Betrachter die Seitenansicht der rechten Brust - nackt bis zum Nippel. Die Ausgabe 2007 bietet fairerweise nun auch den Gegenschuss. Auch wenn man es ihrem zu Tode geschminkten Gesicht nicht ansieht: Die Frau hat Humor. Sonst würde sie in dem Foto nicht einen Golfhandschuh tragen.

Hoffentlich bringen die Kalender einiges an Honorar. Denn von dem Preisgeld, dass die in Monaco wohnende 30-jährige auf der European Tour verdient, kann man nicht mal einen mittelgroßen Kleiderschrank mit exzellenter Garderobe füllen. Ihre Bilanz 2006: Platz 30 auf der Order of Merit mit knapp 60 000 Euro aus 18 Turnieren.

Fast hätten wir darüber die Golfsportnachricht des Tages vergessen: Alex Cejka hat mal wieder nach dem Motto, warum einfach, wenn es auch umständlich geht, seine PGA-Tourkarte geschossen. Er hangelte sich in der sechsten und letzten Runde mit einer schönen 68 (vier unter Par) auf dem Stadium Course des PGA West Resort in La Quinta in Kalifornien noch unter die Top 30 des Q-School-Turniers. Das sind die, denen im nächsten Jahr eine Startberechtigung in den USA zusteht. Obendrein gab es noch eine Prämie von 25 000 Dollar für die Mühe. Seine Plazierung: Rang 22.

2. Dezember 2006

US-Tourkarte: Cejka hält mit

Wenn heute abgerechnet würde, hätte es Alex Cejka mal wieder so gerade geschafft. Aber bei der Q School muss man sechs Runden absolvieren und nicht bloß vier. Und so darf er in La Quinta noch zwei Tage lange hart arbeiten und schwer zittern. Runde vier war mit 73 Schlägen fast so schlecht wie Runde eins. Der Zusammenhang ist evident. Die beiden Runden musste er auf dem schwereren PGA West Stadium Course antreten. Dazwischen stand der etwas leichtere Jack Nicklaus Tournament Course auf dem Programm.

30. November 2006

Cejka klettert nach oben

Mit einer 70er Runde hat sich Alex Cejka am zweiten Tag der Q School ein weiteres Stück nach oben gehangelt. Wenn er dieses Niveau durchhält, sollte er keine Probleme haben, die Tourkarte für nächstes Jahr zu holen.

29. November 2006

Auftakt von Cejka eher lahm

Alex Cejka hat ähnlich durchschnittlich die amerikanische Q School begonnen, wie er schon in Spanien in die europäische Leistungsprüfung einstieg. Mit einer 74er Runde, zwei Schlägen über Par. Er liegt damit im oberen Mittelfeld der 163 Teilnehmer und sollte mit einer kontinuierlichen Leistung seine Chance auf die Top 30 wahren können. Das würde reichen, um die Spielberechtigung auf der amerikanischen PGA Tour im nächsten Jahr zurückzubekommen, die ihm dank einer schwachen Saisonleistung abhanden gekommen war. Die Herausforderung in La Quinta auf der Zwei-Platz-Anlage des PGA West Resorts ist happig. Insgesamt sechs Runden müssen absolviert werden.

28. November 2006

Für Cejka geht's mal wieder um alles

Mittwochmorgen, 8 Uhr Ortszeit nimmt Alex Cejka als erster auf dem ersten Abschlag des Stadium Course des PGA West Clubs in der von hohen Bergen eingerahmten Wüste von La Quinta seine Zukunft in die Hand. 30 Spieler erhalten am Sonntag die Spielberechtigung für das kommende Jahr auf der PGA Tour. Cejka ist zuversichtlich, dass er den Selektionsprozess mit sechs Runden auf zwei verschiedenen Anlagen übersteht. Falls nicht - er sicherte sich vor zwei Wochen in Spanien die Tourkarte für die europäische Tour, die in diesem Jahr mit Marcel Siem, Martin Kaymer und Sven Strüver aus deutscher Sicht relativ stark besetzt ist. Das gilt erst recht für den Kalender: In Deutschland werden drei Turniere ausgetragen: 21.-24. Juni 2007 die BMW International Open (GC München-Nord Eichenried), 26.-29. Juli 2007, The Deutsche Bank Players´s Championship of Europe (Gut Kaden) und 13.-16.September 2007 die Mercedes-Benz Championship (Gut Lärchenhof).

13. November 2006

Q steht für Qual

Alex Cejka auf Platz 58. Sven Strüver auf Platz 69. Tobias Dier auf Platz 88. Das ist das Zwischenresultat nach drei von sechs Runden im San Roque Club im spanischen Cádiz, wo in diesem Jahr die Q-School der European Tour ausgetragen wird. Dass Cejka sich beteiligt ist eine Überraschung. Aber er betrachtet das Turnier vor allem als Belastungstest für die Qualifikation der amerikanischen PGA-Tour. Zwei Deutsche brauchen sich nicht zu mühen. Marcel Siem schaffte die Karte aufgrund seiner Saisonleistung auf der Tour. Und Martin Kaymer gelang der Sprung von ganz unten mit einer enormen spielerischen Parforce-Jagd. Inzwischen wird er auch von den etablierten Medien gewürdigt. Die FAZ brachte neulich ein Interview mit ihm.
Blick zurück: Die Eloge auf Martin Kaymer, als der deutsche Blätterwald noch still vor sich hinraschelte.

20. Oktober 2006

Hello, Q School: Cejkas Saison ist zu Ende

Alex Cejka ist nicht aus dem Holz, das man in den USA braucht, um auf der PGA Tour mitspielen zu dürfen. Zum zweiten Mal in nur zwölf Monaten brachte er nicht die notwendigen Prämienbeträge zusammen, um sich auf direktem Weg eine Tourkarte zu erspielen. Er schied heute in Disney World nach der zweiten Runde aus. Das heißt: Wir wird keinen Cent mehr dazu verdienen und in der Endabrechnung dieser Saison weit abgeschlagen hinter den besten 125 der Geldrangliste landen. Natürlich bleibt ihm erneut die Chance, sich einen der 30 Plätze zu erkämpfen, die es bei der Qualifying School (Q School) der PGA Tour zu gewinnen gibt. Aber vielleicht sollte der Münchner einfach mal eine Saison lang über den Stand der Dinge nachdenken, über sein Können, seine Bedürfnisse und seinen Spaß am Spiel. Die Turnierhetze ist keine Hilfe, wenn man Bilanz ziehen will. Aber weiß? Vielleicht will er das gar nicht, sondern einfach stur weiter machen wie bisher?