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10. Mai 2009

Cejka verspielt Rekordvorsprung

Alex Cejka hat drei Tage lang hervorragend Golf gespielt und ging deshalb am Sonntagmittag mit fünf Schlägen Vorsprung auf die letzte Runde der Players Championship. Der Vorsprung war so groß wie noch nie in der Geschichte des Turniers. Das Problem: Es war eine Runde mit Tiger Woods. Im Schatten einer solchen Figur werden die Finger der meisten Golfprofis klamm. Cejka produzierte eine desaströse vierte Runde mit sieben über Par und rutschte im Kampf um eine ordentliche Platzierung auf Rang neun ab. Tiger Woods hatte auch keinen guten Tag. Und auch Martin Kaymer schon gar nicht, der abgeschlagen ins Mittelfeld zurückfiel. Dafür sorgte der Schwede Henrik Stenson für einen hervorragenden Eindruck. Er erarbeitete sich mit einer 66 den Turniersieg.

8. Mai 2009

Cejka weit vor allen anderen

Alex Cejka kann es noch. Diesmal zeigt der Golfer bei der Players Championship auf dem Stamm-Platz in Ponte Vedra in Florida mit dem vertrackten Inselgrün an der 17 sein Format. Nach zwei fast Runden liegt er mit weitem Abstand vor dem Feld. Im letzten Jahr hatte er sich eine Bandscheibe in der Nackenwirbelsäule ersetzen lassen, schreibt AP, und an den Folgen dieser Operation habe er noch lange gelitten. Die Neue ist Titan. Das Problem hatte im letzten Sommer bei den British Open begonnen, als er sich an seinem Gepäck verhoben hatte. Cejka ist 38 und spielt seit mehreren Jahren von seinem neuen Wohnort Las Vegas aus auf der amerikanischen PGA Tour. Dort hat er bislang noch kein Turnier gewonnen, zweimal jedoch Siege knapp verpasst. Er sackte bisweilen so tief ab, dass er sich über die Qualifying School wieder ins Feld der startberechtigten Spieler vorkämpfen musste. Der Platz in Ponte Vedra gilt als besonders anspruchsvoll, produziert jedoch immer wieder ganz überraschende Gewinner.

31. März 2008

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Cejka mit seinen roten Bullen

Der Golfer Alex Cejka hat am letzten Wochenende eine Odyssee hinter sich gebracht, die einem enormen Respekt abnötigt. Er war am Samstag nach der dritten Runde des Zurich Classic im TPC Louisiana nach Las Vegas geflogen, weil er dachte, die Veranstaltung sei für ihn mit dem 54-Löcher-Cut zu Ende (eine neue und ziemlich konfuse Regel). War sie aber nicht, weil für einige die dritte Runde wetterbedingt am Sonntag weiterging. Wie dem auch sei: Wäre Cejka zu Hause geblieben, hätte ihn die Turnierleitung disqualifiziert. Resultat: Kein Preisgeld. Und keine Punkte im Langzeitkampf um den FedEx-Cup.

Was tat der Gute? Er bestieg Samstagabend bei seiner Ankunft in Las Vegas postwendend ein Flugzeug nach Houston (New Orleans ist flugtechnisch nur schlecht zu erreichen). In Texas kam er nachts um 1 Uhr an, mietete sich ein Auto und setzte sich ans Steuer, um die 500 Kilometer lange restliche Strecke abzuspulen. Er rollte um 6.40 Uhr auf dem Platz vor, rund eine Stunde vor seiner Abschlagzeit - in Jeans, T-Shirt und in Gummilatschen und ohne seine Schläger, die er hatte in Las Vegas nicht mehr rechtzeitig einsammeln und wieder aufgeben konnte. Er besorgte sich im Clubhaus ein ordentliches Hemd, Golfschuhe und eine Kappe mit dem Clublogo. Ein Mitspieler lieh ihm seine Regenüberziehhose, denn Jeans sind auf Golfplätzen aus Gründen der Etikette nicht gestattet. Außerdem musste er sich einen Satz Leihschläger mieten, die natürlich nicht exakt nach seinen Bedürfnissen angefertigt waren.

"Die ersten 200 Kilometer war ich wirklich müde", sagt er hinterher, nachdem er eine 71 gespielte hatte, die beste Runde der ganzen Woche. "Ich habe sechs Red Bulls gekauft, um mich wach zu halten. Die ersten Löcher sind gut gelaufen. Also haben mich die Red Bulls wohl weiter gepusht. Cejka belegte den 75. Platz, bekam einen Scheck über 11.656 Dollar, was weit mehr war als die 400 Dollar für das Flugticket und die Kosten für den Mietwagen. Mit dem konnte er anschließend gleich wieder nach Houston gondeln, wo er am heutigen Dienstag in einem Pro-Am-Turnier erwartet wird.

9. März 2008

Warum Shaq und Cejka plötzlich wach werden

Wenn mehr auf dem Spiel steht, werden selbst Sportler noch mal wach, die bereits so wirkten, als wären sie auf dem Weg in die Frührente. Wir reden von ersten Spiel von Shaquille O'Neal im Trikot der Phoenix Suns, bei dem er seinen müden schweren Körper endlich auf die Betriebstemperatur gebracht hat, die man von ihm in Arizona von Anfang an erwartet hat. Wenn man sieht, wie reaktionsschnell Shaq auf einmal arbeitet und wie er in die dritte Sitzreihe fliegt, um noch einen Ball im Spiel zu halten (siehe Video), kommt man nur auf eine Erklärung für die Energieleistung: ein Gegner von der Klasse der San Antonio Spurs. Das ist gut. Denn um in den Playoffs gegen die Spurs und gegen Tim Duncan zu bestehen, wurde O'Neal geholt. Da macht es Sinn, dass er bereits kurz vorher mal aufblitzen lässt, was die Suns mit ihm gegen San Antonio auszurichten in der Lage sind.


Im Golf haben wir einen ähnlichen Fall. Obwohl die Anhaltspunkte dafür eher verschwommen sind. Aber wieso spielt Alex Cejka auf einmal so viel besser als in den letzten Jahren, in denen er immer froh sein durfte, wenn er die Tourkarte für ein weiteres Jahr behalten durfte? Falls er die Forumsbeiträge auf seiner eigenen Webseite liest, vermag man nur auf eine Erklärung für den Aufschwung zu kommen: Martin Kaymer. Der 23jährige macht dem einst als Nachfolger von Bernhard Langer apostrophierten Exil-Tschechen mit dem deutschen Pass und dem amerikanischen Lebensmittelpunkt gerade vor, wie man eine Karriere so exerziert, dass die richtigen Leute aufmerksam werden. Der Sieg in Abu Dhabi und der zweite Platz in Dubai war nicht die einzige Botschaft, die Kaymer an die Welt geschickt hat. Die viel deutlichere Nachricht stand in Dubai auf seiner Mütze zu lesen, auf der sich in Abu Dhabi noch kein Sponsorenname befand: Er hatte einen Vertrag mit Titleist abgeschlossen, der renommiertesten Firma im internationalen Ausrüstergeschäft. Das heißt unter anderem: dass er die besten (und populärsten) Bälle im Bag hat. Cejka muss, weil ihn niemand anderer haben wollte, Srixon spielen. Was keine Schande ist. Aber trotzdem ist das so etwas wie der Ausweis seines Zweit-Liga-Status. Ein Status, auf die Stirn gedruckt, mit dem man jede Woche, vertraglich bedingt, öffentlich herumlaufen muss. Natürlich gibt es da nur eins: Besser spielen, positiv auffallen, die Vertreter der anderen Firmen beeindrucken, um bei der nächsten Vertragsrunde ein bemerkenswertes Angebot auf den Tisch zu bekommen. Am besten von einer Firma mit einem guten Namen. Und mit hervorragendem Material (Disclaimer: Ich spiele Ping-Eisen, einen Cleveland-Driver, Callaway-Hölzer, einen Mizuno-Putter und gefundene Bälle der Marken Titleist, Callaway und Nike - ich bin keiner Marke verpflichtet).

27. Oktober 2007

Cejka: Wer die Wahl hat...

Man kann einen Menschen, der die meiste Zeit in hunderten von Hotels irgendwo in Amerika wohnt und in seiner Freizeit in Las Vegas ("Da habe ich mit einem kleinen, aber feinen Häuschen, übrigens in der Nähe von Steffi Graf und Andre Agassi, ein Schnäppchen gemacht.") als vieles bezeichnen. Auf die Idee, ihn einen Wahlmünchner zu nennen, muss man allerdings erst mal kommen. Aber das gehört zu den Mysterien rund um die Einschätzung der Person Alex Cejka, der einst mit seinem Vater aus der sozialistischen Tschechoslowakei in den Westen floh und später aus der europäischen Golferwelt in die USA, wo er seit dem einen schwierigen Kampf um die berufliche Existenz führt. Denn privat gibt es keine intakte Basis mehr: Die zwei Kinder aus einer gescheiterten Ehe leben im Heimatland der Mutter - in Tschechien. Immerhin: Cejka hat zuletzt sein bestes Turnier seit langem gespielt und sich mit der Gewinnsumme auf das rettende Ufer der Geldrangliste der PGA Tour geschwungen. Jetzt kann er weit gelassener nach vorne schauen als vor einem Jahr, als er erneut in die Qualifying School musste, um sich die Spielberechtigung zu erarbeiten. Der Kontakt zu Deutschland ist nachwievor nicht völlig abgebrochen, Als deutscher Passbürger wurde er in diesem Jahr neben Martin Kaymer in das Zweier-Team berufen, das als Titelverteidiger zum World Cup nach Mission Hills in Südchina fliegt, der vom 22. bis 25. November ausgetragen wird. Die beiden Schweizer Martin Rominger und Robert Wiederkehr hatten sich beim Qualifikationswettbewerb in Kuala Lumpur nicht behaupten können. Die Österreicher Markus Brier und Claude Grenier sind hingegen dabei.
Blick zurück: Die Wahlbremer

27. Mai 2007

Bernhard Langer: Manchmal hilft ein Brief

In Gedanken ist er zwar schon fast auf der Champions Tour, auf der er im Herbst spielen kann, wenn er 50 geworden. Dann werden die Plätze leichter und die Konkurrenz ist nicht halb so stark. Man spielt nur drei Runden und verdient trotzdem sehr viel Geld. Aber bis dahin wollte Bernhard Langer sein Spiel nicht schleifen lassen. Also hat er vor ein paar Wochen dem Turnierdirektor vom Colonial in Fort Wort/Texas einen Brief geschrieben und um einen der zwölf Startplätze gebeten, die der Sponsor vergeben kann. Zu solchen Maßnahmen sind Golfprofis mitunter gezwungen, wenn sie beim Meldeschluss auf der Geldrangliste zu weit unten stehen und trotzdem gerne mitmachen wollen. Langer erhielt die erhoffte Einladung und bedankte sich mit einem bestechenden Auftritt. Er hätte das Turnier sogar gut und gerne gewinnen können. Am Ende gab ein Birdie auf der ersten Bahn in einem Sudden-Death-Playoff mit drei Spielern den Ausschlag, den der Südafrikaner Rory Sabbatini verwandelte. Der zweifache Masters-Gewinner hätte mit seinem Putt aus zweieinhalb Metern gleichziehen können und eine Verlängerung erzwingen. Der Ball rollte jedoch knapp am Loch vorbei. Langer wurde zusammen mit dem Amerikaner Jim Furyk Zweiter. Fürs erste hat Langer damit genug Geld auf dem Konto, um an jedem Turnier teilnehmen zu können. Es könnte sogar knapp für eine direkte Qualifikation für die US Open reichen, die im kommenden Monat in Oakmont/Pennsylvania ausgetragen werden.

Während dessen sah Alex Cejka zwar auf dem geteilten 36. Platz auch nicht schlecht aus. Er krebst aber auch nach diesem Wochenende weiterhin im Mittelfeld der Geldrangliste herum und wird auch den Rest des Jahres sein Beißen haben.

4. Dezember 2006

Von hinten durch die Brust ins Auge

Guten Tag, Herr Voyeur. Guten Tag, Frau Eitelkeit. Herzlich willkommen in diesem Blog, der sich hin und wieder die Freiheit nimmt, reizende und vor allem aufreizende Themen aufzugreifen. Wir haben deshalb nicht nur Gewalt im Fußball, Doping im Radsport, Unfälle in Automobilrennen und Korruption auf der Palette, sondern manchmal auch das Phänomen erotischer Signale. Die fallen im amerikanischen Sport eher etwas leise aus. Es sei denn, eine Sängerin wie Janet Jackson entblößt in der Halbzeit des Super Bowl ihre Brust. Dann bricht gleich ein Hurricane aus.

Umso bemerkenswerter ist die klammheimliche Erotisierung des Golfsports, wie er von den Frauen vorangetrieben wird. Das jüngste Beispiel ist ein Kalender mit dem Titel Top Shots - Women of Professional Golf Calendar, der in Australien enstanden ist. Er kostet 25 australische Dollar und soll Geld für die Brustkrebsforschung abwerfen. Wir nennen so etwas von hinten durch die Brust ins Auge. Mehr Details gibt es hier.

Da kommt die italienische Golferin Sophie Sandolo schon seit einer Weile sehr viel direkter daher. Ihr erstes Werk - Calendario 2005 - bot dem Betrachter die Seitenansicht der rechten Brust - nackt bis zum Nippel. Die Ausgabe 2007 bietet fairerweise nun auch den Gegenschuss. Auch wenn man es ihrem zu Tode geschminkten Gesicht nicht ansieht: Die Frau hat Humor. Sonst würde sie in dem Foto nicht einen Golfhandschuh tragen.

Hoffentlich bringen die Kalender einiges an Honorar. Denn von dem Preisgeld, dass die in Monaco wohnende 30-jährige auf der European Tour verdient, kann man nicht mal einen mittelgroßen Kleiderschrank mit exzellenter Garderobe füllen. Ihre Bilanz 2006: Platz 30 auf der Order of Merit mit knapp 60 000 Euro aus 18 Turnieren.

Fast hätten wir darüber die Golfsportnachricht des Tages vergessen: Alex Cejka hat mal wieder nach dem Motto, warum einfach, wenn es auch umständlich geht, seine PGA-Tourkarte geschossen. Er hangelte sich in der sechsten und letzten Runde mit einer schönen 68 (vier unter Par) auf dem Stadium Course des PGA West Resort in La Quinta in Kalifornien noch unter die Top 30 des Q-School-Turniers. Das sind die, denen im nächsten Jahr eine Startberechtigung in den USA zusteht. Obendrein gab es noch eine Prämie von 25 000 Dollar für die Mühe. Seine Plazierung: Rang 22.

2. Dezember 2006

US-Tourkarte: Cejka hält mit

Wenn heute abgerechnet würde, hätte es Alex Cejka mal wieder so gerade geschafft. Aber bei der Q School muss man sechs Runden absolvieren und nicht bloß vier. Und so darf er in La Quinta noch zwei Tage lange hart arbeiten und schwer zittern. Runde vier war mit 73 Schlägen fast so schlecht wie Runde eins. Der Zusammenhang ist evident. Die beiden Runden musste er auf dem schwereren PGA West Stadium Course antreten. Dazwischen stand der etwas leichtere Jack Nicklaus Tournament Course auf dem Programm.

30. November 2006

Cejka klettert nach oben

Mit einer 70er Runde hat sich Alex Cejka am zweiten Tag der Q School ein weiteres Stück nach oben gehangelt. Wenn er dieses Niveau durchhält, sollte er keine Probleme haben, die Tourkarte für nächstes Jahr zu holen.

29. November 2006

Auftakt von Cejka eher lahm

Alex Cejka hat ähnlich durchschnittlich die amerikanische Q School begonnen, wie er schon in Spanien in die europäische Leistungsprüfung einstieg. Mit einer 74er Runde, zwei Schlägen über Par. Er liegt damit im oberen Mittelfeld der 163 Teilnehmer und sollte mit einer kontinuierlichen Leistung seine Chance auf die Top 30 wahren können. Das würde reichen, um die Spielberechtigung auf der amerikanischen PGA Tour im nächsten Jahr zurückzubekommen, die ihm dank einer schwachen Saisonleistung abhanden gekommen war. Die Herausforderung in La Quinta auf der Zwei-Platz-Anlage des PGA West Resorts ist happig. Insgesamt sechs Runden müssen absolviert werden.

28. November 2006

Für Cejka geht's mal wieder um alles

Mittwochmorgen, 8 Uhr Ortszeit nimmt Alex Cejka als erster auf dem ersten Abschlag des Stadium Course des PGA West Clubs in der von hohen Bergen eingerahmten Wüste von La Quinta seine Zukunft in die Hand. 30 Spieler erhalten am Sonntag die Spielberechtigung für das kommende Jahr auf der PGA Tour. Cejka ist zuversichtlich, dass er den Selektionsprozess mit sechs Runden auf zwei verschiedenen Anlagen übersteht. Falls nicht - er sicherte sich vor zwei Wochen in Spanien die Tourkarte für die europäische Tour, die in diesem Jahr mit Marcel Siem, Martin Kaymer und Sven Strüver aus deutscher Sicht relativ stark besetzt ist. Das gilt erst recht für den Kalender: In Deutschland werden drei Turniere ausgetragen: 21.-24. Juni 2007 die BMW International Open (GC München-Nord Eichenried), 26.-29. Juli 2007, The Deutsche Bank Players´s Championship of Europe (Gut Kaden) und 13.-16.September 2007 die Mercedes-Benz Championship (Gut Lärchenhof).

13. November 2006

Q steht für Qual

Alex Cejka auf Platz 58. Sven Strüver auf Platz 69. Tobias Dier auf Platz 88. Das ist das Zwischenresultat nach drei von sechs Runden im San Roque Club im spanischen Cádiz, wo in diesem Jahr die Q-School der European Tour ausgetragen wird. Dass Cejka sich beteiligt ist eine Überraschung. Aber er betrachtet das Turnier vor allem als Belastungstest für die Qualifikation der amerikanischen PGA-Tour. Zwei Deutsche brauchen sich nicht zu mühen. Marcel Siem schaffte die Karte aufgrund seiner Saisonleistung auf der Tour. Und Martin Kaymer gelang der Sprung von ganz unten mit einer enormen spielerischen Parforce-Jagd. Inzwischen wird er auch von den etablierten Medien gewürdigt. Die FAZ brachte neulich ein Interview mit ihm.
Blick zurück: Die Eloge auf Martin Kaymer, als der deutsche Blätterwald noch still vor sich hinraschelte.

20. Oktober 2006

Hello, Q School: Cejkas Saison ist zu Ende

Alex Cejka ist nicht aus dem Holz, das man in den USA braucht, um auf der PGA Tour mitspielen zu dürfen. Zum zweiten Mal in nur zwölf Monaten brachte er nicht die notwendigen Prämienbeträge zusammen, um sich auf direktem Weg eine Tourkarte zu erspielen. Er schied heute in Disney World nach der zweiten Runde aus. Das heißt: Wir wird keinen Cent mehr dazu verdienen und in der Endabrechnung dieser Saison weit abgeschlagen hinter den besten 125 der Geldrangliste landen. Natürlich bleibt ihm erneut die Chance, sich einen der 30 Plätze zu erkämpfen, die es bei der Qualifying School (Q School) der PGA Tour zu gewinnen gibt. Aber vielleicht sollte der Münchner einfach mal eine Saison lang über den Stand der Dinge nachdenken, über sein Können, seine Bedürfnisse und seinen Spaß am Spiel. Die Turnierhetze ist keine Hilfe, wenn man Bilanz ziehen will. Aber weiß? Vielleicht will er das gar nicht, sondern einfach stur weiter machen wie bisher?

17. Oktober 2006

Diese Woche siebt die PGA Tour die besten aus

Alex Cejka hat noch eine Chance, um sich über die Geldrangliste die amerikanische Tourkarte für 2007 zu sichern: Beim Funai Classic, das in dieser Woche in Disney World außerhalb von Orlando stattfindet. Die Aussichten sind allerdings denkbar schlecht. Der Münchner muss mehr als 100 000 Dollar einspielen, wenn er sich vom 142. Platz noch ans rettende Ufer (Platz 125 oder besser) vorkämpfen will. Das bedeutet: Nur ein Klassement unter den besten Fünf beseitigt alle Sorgen. Ansonsten heißt es: packen.

Auch für Bernhard Langer sieht die Situation nicht vielversprechend aus. Er befindet sich zur Zeit zwei Ränge hinter Cejka. Da er sich aber geistig auf die Champions Tour eingestellt hat, wird ihm dies nichts ausmachen. Andere prominente Golfer, die in diesem Jahr ihre Startberechtigung zu verlieren drohen: der Brite Lee Westwood, die Amerikaner John Daly, Lee Janzen und Brad Faxon, der aus Simbabwe stammende Nick Price und der Australier Steve Elkington. Dazu: David Duval, der noch im Sommer etwas frech behauptet hatte, er werde das schon schaffen mit den Punkten für den Ryder-Cup, hat sich in die Gegenrichtung entwickelt: nach unten. Sein Problem: Die letzten fünf Jahre hatte er eine Spielberechtigung auf der PGA Tour auf der Basis seines British Open-Erfolgs 2001. Die ist in diesem Jahr ausgelaufen.

Wer wieder mitmachen will, muss sich durch die Qualifying School durchkämpfen, wo 30 Plätze für 2007 vergeben werden. Das entscheidende Turnier findet vom 29. November bis 4. Dezember in PGA West im kalifornischen La Quinta statt.

Das Cejka-Bild stammt von seiner Webseite

10. Oktober 2006

Keiner kennt Kaymer - dabei wird es höchste Zeit

Die Recherche in den Archiven der größten deutschen Zeitungen hat ein erstaunliches Resultat zutage gefördert: Deutschland hat einen phänomenalen jungen Golfer. Aber keiner schreibt über seine Erfolge. Keiner außer der Wuppertal-Ausgabe der Westdeutschen Zeitung, die ihn als lokale Größe feiert.

Dann wollen wir hier mal den Scoop der Woche loslassen. Der Mann heißt Martin Kaymer, ist ganze 21 Jahre alt und steht auf Platz 148 der Weltrangliste. In Worten: einhundertachtundvierzig!). Er hat damit fast Bernhard Langer übertroffen, der nur 18 Plätze vor ihm liegt und ganz langsam in Richtung Champions Tour der über 50jährigen Profis abdriftet. 148 - das heißt aber auch: 204 Plätze VOR Alex Cejka, der in den USA ebenfalls abdriftet: in die Zweitklassigkeit. Zwar könnte der Münchner auch in diesem Jahr die schwere Q-School bestehen, was schon im letzten Winter gelungen war. Aber das Problem dürften irgendwann die Finanzen werden. Mit 500 000 Dollar an Prämieneinnahmen im Jahr ist das teure Leben auf der Tour (Steuern, Caddie, Trainer, Haus in Las Vegas, Reisen, Hotel, Abstecher nach Europa) kaum noch zu finanzieren. Ganz abgesehen davon kommt man mit dem Lappen auch nicht in jedes Turnier. Die PGA hat ein ausgetüfteltes Startberechtigungssystem, das unter anderem Woche für Woche den aktuellen Stand der Money List in Betracht zieht. Wenn man da unterhalb der 125 steht wie Cejka seit Wochen, dann rutscht man bei attraktiveren Terminen auf die Standby-Liste. Nicht gut fürs Ego.

Aber zurück zu Martin Kaymer und seiner "Saison des Lebens" (WZ). Der 21jährige aus Mettmann fing das Jahr auf der drittklassigen EPD Tour an (European Professional Development Tour), wo noch viele andere deutsche Nachwuchsspieler mitmachen und spielte sich wie in einen Rausch. Vor der Deutsche Bank Players' Championship in Gut Kaden im Juli entdeckte ihn zwar die FAZ und schürte prophylaktisch Hoffnungen. Aber in Alveslohe überstand er nicht den Cut. Und so wurde all das, was danach kam, einfach ignoriert (wenn man von einer Geschichte in der Süddeutschen Zeitung absieht). Der Mann hat (noch) keine Lobby.

Dann wollen wir hier mal den Korken knallen lassen: Kaymer hat sich mit seinen Resultaten auf der Challenge-Tour für die European Tour qualifiziert, wo er im nächsten Jahr auf Marcel Siem treffen wird (Platz 224 der Weltrangliste und mit dem 53. Platz auf der Order of Merit sicher qualifizert). Und zwar in einem Durchmarsch sondergleichen: Im ersten Teil der Saison arbeitete er sich auf der EPD-Tour mit einem Parforce-Ritte nach vorne (dazu gehörte eine 59er Runde, etwas, was noch kein deutscher Spieler bei einem Turnier geschafft hat - siehe Scorekarte). Damit sicherte er sich den Zutritt zu den Turnieren der Challenge Tour, wo er erneut brillierte (siehe Bilanz hier). "Martin beherrscht jeden Schlag, spielt ohne Furcht, aber mit einer jederzeit kontrollierten Aggressivität Er erkennt den richtigen Moment anzugreifen oder defensiv zu spielen", lobt Martin Hasenbein, der Chefcoach des Golf Teams Germany.

Kaymers Biographie zeigt, wie schwer es der deutsche Fußball heutzutage hat, gescheiten Nachwuchs heranzuziehen. Denn er sagte dem Mannschaftssport ade, obwohl er mit 14 Jahren in der B-Jugend von Fortuna Düsseldorf Nordrhein-Westfalen-Meister geworden war. Die Entscheidung sei "schon ungewöhnlich" gewesen, sagt er. Aber sie hat sich als klug herausgestellt.

2. August 2006

Ein bisschen bissig

Wenn der deutsche Golfprofi Alex Cejka die Dimensionen des internationalen Sportgeschehens betrachtet, kommt ihm manchmal schlechte Laune. Wie im letzten Herbst, als er sich mit Ach und Krach seine Spielberechtigung auf der amerikanischen PGA Tour sicherte, aber gleichzeitig an der jungen Michelle Wie herummäkelte: "Was soll das?", schrieb er in seinem sogenannten "Blog" auf Focus Online, nachdem er erfahren hatte, dass die 16-jährige aus Honolulu mit Werbeverträgen von über rund 10 Millionen Dollar ins Profilager übergewechselt war. Das Mädchen habe "noch keinen einzigen Ball ins Loch gebracht".

Der sauertöpfische Kommentar des Münchners ("Wird hier nur ein Retorten-Golf-Girly aufgebaut?") war total daneben. Denn das Ausnahmetalent koreanischer Abstammung gehörte bereits als Amateur zu den zwanzig besten Golfspielerinnen der Welt. In diesem Jahr muss man die Einlassung als glatte Fehleinschätzung abhaken. Wie steht auf Platz zwei der Weltrangliste der Frauen, geht noch immer in die Schule und hat nebenbei bei wichtigen Turnieren dreimal nur knapp den Sieg verpasst.

In dieser Woche spielt der Teenager mit dem eleganten Schwung bei den British Open und im Club von Royal Lytham & St. Annes an der englischen Westküste und gehört nach dem zweiten Platz von Evian zu den Favoriten. Cejka hingegen verpasst regelmäßig die Qualifikation für bedeutende Turniere und in der Hälfte der Fälle den Cut, der nach zwei Tagen das Teilnehmerfeld halbiert. An den Ryder-Cup braucht er gar nicht erst zu denken.

Cejka lebt seit dreieinhalb Jahren in den USA und hat in dieser Zeit mehr als 3 Millionen Dollar an Preisgeldern verdient. Hoffentlich hat der 36-jährige davon genug auf die hohe Kante gelegt, damit die Rutschpartie auf dem absteigenden Ast nicht zu einer harten Landung führt. Zumindest einen kleinen Triumph konnte er in diesem Jahr verbuchen. Beim dürftig besetzten Männerturnier John Deere Classic, bei dem auch Wie antrat, belegte er den dritten Platz. Die 16-jährige gab während der zweiten Runde in der Hitze wegen eines Schwächeanfalls mit Krämpfen auf.

Die offizielle Website der British Open
Wo Alex Cejka bloggt

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