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31. Juli 2008
Wer sich jetzt noch verpissen möchte....zu spät
Wir hatten zuletzt fast völlig vergessen, dass vor allem weibliche Sportler mancherorts eine klassische Methode perfektioniert haben, um nicht bei Dopingtests aufzufallen. Sie arbeiten mit fremder Leute Urin. Wie genau das funktioniert, wo doch die Fahnder dabei zuschauen, wenn die Athleten ihre Probe abgeben, steht nicht in diesem Artikel der New York Times. Dafür kann man dort lesen, wie man im Labor solche Manipulationen belegen kann. Dumm für die russischen Leichtathletinnen, die auf diese Weise dann doch noch erwischt wurden. Natürlich wird auch dieser Vorfall in erster Linie dazu ausgeschlachtet werden zu behaupten, die Dopingkontrollen seien gut genug, um die betrugsbereiten Sportler zu erwischen und abzuschrecken. Dabei sind sie vermutlich genauso wirksam wie die Radarkontrollen im Straßenverkehr. Die meisten, die sich nicht an die Bestimmungen halten, kommen ungeschoren durch.
15. Dezember 2007
Gazprom heizt der NHL ein: Neue Liga in Europa auf dem Reißbrett
In Russland dürfte die Idee ganz gewiss auf fruchtbaren Boden fallen. Dort stehen die Verantwortlichen schon länger auf der Bremse und lassen keine jungen Spieler Richtung Nordamerika ziehen, weil man keine Lust mehr hat, als billige Nachwuchsausbildungsstätte für die NHL zu fungieren. Die Abgeltung pro Jungprofi liegt bei müden 200.000 Dollar. In Schweden sieht man die Sache ähnlich.
Gazprom ist Eigentümer von SKA St. Petersburg, wo Medwejew als Präsident im Einsatz ist. Die neue Liga soll sich zuerst einmal mit Teams im Westen Russlands und im Baltikum etablieren. Es scheint Interesse aus Finnland zu geben, wo man unter den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eines kleines Landes Profieishockey nur schwer im Alleingang unterhalten kann.
Sollten sich finanzstarke Unternehmen an dem Projekt beteiligen, wird man das schon bald in der NHL zu spüren bekommen, weil Qualitätsspieler abwandern. Den Kanadiern dürfte das in ihrem bornierten Blick auf die Geschichte des Spiels eher recht sein. Vor allem ihr Nachwuchs hatte in den letzten 15 Jahren angesichts der Invasion von stocktechnisch besseren Talenten aus Europa oft das Nachsehen.
18. Oktober 2007
Immer weniger Russen und keiner weiß warum
Aufmerksame Beobachter der National Hockey League haben einen mysteriösen Trend ermittelt: Immer weniger Russen in der NHL. Während der Saison 2000/2001 waren fast hundert Spieler aus dem Land von Makarow zwischen Edmonton und Miami im Einsatz. Derzeit findet man nur noch etwas mehr als 30 russische Namen in den Kadern. An der Qualität des Ausbildungssystems kann es nicht liegen. Dass die kufenschnellen Techniker plötzlich einem ligaweiten Embargo unterzogen werden, sicher auch nicht. Gutes Personal will jeder gerne haben. Es muss eher damit zu tun haben, wieviel Geld man mittlerweile als Sportler in Moskau und St. Petersburg verdienen kann. Und an der ungeklärten Vertragssituation zwischen dem russischen Verband und der NHL die neulich im Fall von Jewgeni Malkin und den Pittsburgh Penguins zu extremen Meinungsverschiedenheiten führte. Die frei gewordenen Planstellen werden natürlich gefüllt. Wohl auch deshalb haben immer mehr deutsche Spieler eine realistische Chance auf einen Platz auf dieser Seite des Atlantik. Deren Situation habe ich am letzten Wochenende in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung beleuchtet. Der Artikel wurde nicht online geschaltet, was immer wieder passiert. faz.net fährt einen nachvollziehbaren und unabhängigen Kurs bei der Auswahl von Themen in allen Ressorts. Es bedeutet allerdings, dass sich Sportinteressenten öfter mal die Printausgaben gönnen sollten.
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