24. Januar 2008
Keine Kunst und keine Künstler
Wenn die Klitschkos in einem Werbespot auftreten, dann sind sie "die Klitschkos" und keine Künstler (nicht mal schlechte Künstler, wie man neulich mit Staunen beim Betrachten eines Schnipsels für eine Fitness-Studiokette feststellen konnte). Gut, eine solche Einordnung kann man sich gefallen lassen. Auch wenn Honorare von 600.000 Euro für solche Leistungen den Bogen ziemlich weit überspannen. Aber damit musste sich das Bundessozialgericht nicht beschäftigen, sondern nur mit der Frage: Wieviel muss von solchen Gagen an die Künstlersozialkasse abgeführt werden und wieviel zahlt der Auftraggeber oben drauf. Die Antwort: keinen müden Euro.
Die Entscheidung sollte rückwirkend auch den Fall "Dirk Werner Nowitzki" aufribbeln, der vor einer Weile von einem niederinstanzlichen Gericht entschieden wurde und diese American-Arena-Schlagzeile produzierte: "Richterlich bestätigt: Dirk ist ein Künstler". Damals haben wir eine Gitarreneinlage des NBA-Riesen von YouTube eingestrippt, um dem werten Publikum die Chance zu geben, sich selbst eine Meinung zu bilden. Neulich haben wir auf seine Trompeteneinlage in einem arte-Film hingewiesen, die man spontan beim besten Willen nicht als künstlerische Leistung einstufen würde. Leider geht der FAZ-Artikel nicht auf den im Frühjahr abgeurteilten Fall des Würzburgers ein. So bleiben uns nur Spekulationen. Und der Künstlersozialkasse bleibt die Erinnerung an den Traum vom schnellen Geld.
20. Juni 2007
Strafe für Ballermann Jackson: Putzen, Anstreichen - stundenlang
Die Pacers hatten Jackson im Laufe der Saison im Rahmen eines Spielertausches nach Oakland zu den Warriors geschippert. Dort gehörte er zu den wichtigsten Akteuren, die die Dallas Mavericks und Dirk Nowitzki in der ersten Runde aus den Playoffs kegelten.
Wie ist das normale Leben für jemanden wie Stephen Jackson? Dieses Video aus seiner Zeit mit den Pacers zeigt einen ganzen Tag. Von Waffen war nicht die Rede.
14. Mai 2007
Scheckbetrug: Coach von Marion Jones muss ins Gefängnis
Der erste Mann: ein Kugelstoßer und Dopingsünder. Der Vater ihres Kindes: ein Dopingsünder und Scheckbetrüger. Ihr ehemaliger Trainer: ein Dopingsünder. Ihr letzter Trainer: ein Scheckbetrüger. Marion Jones und die Menschen, mit denen sie Umgang pflegt(e): Der letzte wurde vergangene Woche Donnerstag verurteilt: Sprinter-Trainer Steve Riddick, der anders als die anderen Mitglieder eines Scheckbetrüger-Rings, die der Staatsanwaltschaft gegenüber ihre Rolle zugaben, gehofft hatte, bei seinem Prozess vom Haken zu kommen. Dem war nicht so. Die Geschworenen in New York fällten das Urteil, das so gut wie jeder erwartet hatte: schuldig. Es ging um fast 1 Million Dollar. Riddick verließ den Gerichtssaal, ohne eine Stellungnahme abzugeben. Das Strafmaß wird bei einem weiteren Termin verkündet. Er muss mit mehreren Jahren Freiheitsentzug rechnen. Marion Jones war übrigens zu einem geringen Grad ebenfalls in den Fall verwickelt, aber kam aus nicht bekannten Gründen davon. Ihr Ex-Lebensgefährte und ehemalige Weltrekordler Tim Montgomery hatte zugegeben, Schecks über einen Nominalwert von mehr als 5 Millionen Dollar eingelöst zu haben. Seine Gefängnisstrafe wird Minimum 37 Monate betragen.
Blick zurück: Die erste Geschichte über den Fall und ein Bild von Riddick
10. Oktober 2006
Geschwindners Millionenspiel bleibt verworren
"Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Geschwindner für seine Tätigkeit als Trainer und Manager mindestens 1,25 Millionen Euro erhalten habe. Die tatsächliche Höhe sei jedoch unklar. Damit wäre der Angeklagte nicht nur einkommenssteuer-, sondern auch umsatz- und gewerbesteuerpflichtig gewesen."Gut. Aber wie werden aus Einkünften von 1,25 Millionen Euro Steuerschulden von 3 Millionen? Sind jetzt die Abgaben inklusive Soli-Zulage so hoch, dass man mehr ans Finanzamt abgeben muss, als man einnimmt? Und kann man keine Betriebskosten mehr absetzen?
So fragt man sich, ob auch die anderen Informationen stimmen. So soll Geschwindner bis 2005 einen auf neun Jahre ausgelegten Vertrag mit Dirk Nowitzki gehabt haben, der ihm 20 Prozent von dessen Einnahmen gerantierte. Ein schöner Lohn. Der Vertrag wurde vor einem Jahr erneuert. Über dessen Konditionen wurde nicht berichtet. Außerdem soll Geschwindner dem Finanzamt inklusive Zinsen 5 Millionen Euro geschuldet und bezahlt haben. Wo das viele Geld bloß herumgelegen hat? Ich tippe mal: nicht im Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland.
Geschwindner, der sich selbst gerne als vertrödelten Mathematiker darstellt, habe
vorsätzlich gehandelt, sagte Zech laut BR Online. "Jeder weiß, dass er Einkommenssteuer zu zahlen hat." Besonders Leute, die derartige Summen verdienen.
Blick zurück: Die Meldung über Urteil gegen Geschwindner
9. Oktober 2006
Geschwindner: Ein Jahr auf Bewährung
Laut Bild-Online hatte die Staatsanwaltschaft sogar 22 Monate Haft auf Bewährung gefordert, während die Verteidigung auf eine Verwarnung und 18 000 Euro Geldstrafe plädierte. Das interessanteste Detail der Meldung: Geschwindner hat die Steuerschulden beglichen.