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14. April 2008
Immelman, geh du voran
Wir schulden von dieser Stelle aus noch eine Nachbetrachtung zum Masters in Augusta, das am frühen Sonntagabend mal wieder in einem Sonnenbad erster Güte zu Ende ging und einen Sieger hervorbrachte, den keiner auf dem Zettel hatte. Obwohl: Dieser Trevor Immelman war schon immer überdurchschnittlich gut. Scratch-Golfer mit 12. Mit 15 Junioren-Weltmeister. Und nun im reifen Alter von 28 Mitglied eines exklusiven Zirkels. ESPN hatte hinterher das aktuelle Interview mit ihm. Der Golf Channel legte eine Reportage neu auf, die man vor ein oder zwei Jahren in Südafrika gedreht hatte. Mit anderen Worten: das amerikanische Golfpublikum wurde rasch mit Eindrücken über Mister Unbekannt versorgt, dabei allerdings ein wenig zu sehr mit den Einschätzungen von Gary Player gefüttert.
Player, einer der ganz ganz Großen, der in dieser Woche sein 51. Masters bestritt und ein eindringlicher Botschafter des Spiels ist, verglich den Schwung von Immelman mit dem von Ben Hogan. Größeres Lob gibt es nicht. Die Reminiszenzen an Hogan (war leider wegen eines schweren Unfalls und seiner unfreundlichen Haltung gegenüber Medien und Sponsoren nie ganz der Übertyp, der Nicklaus später werden sollte) sollten jeden neugierig machen. Zum Beispiel auf dieses quintessentielle Ratgeber-Buch, das bei jedem Golfer im Schrank stehen sollte: Five Lessons.
Die wirklich bemerkenswerte Statistik rund um den Immelman-Erfolg ist: Südafrika hat seit Player sehr viele hervorragende Spieler herausgebracht. Doch alle schienen in Augusta auf den zweiten Platz abonniert. Ernie Els und Retief Goosen gelang das sogar zweimal. Tim Clark und Rory Sabbatini einmal. Immelman beendete die Serie. Mit enormer Konzentration und erstaunlicher Konsistenz. Wäre ihm nicht der Ball am Sonntag am 16. Loch ins Wasser geplumpst, hätte er Woods und den Rest um fünf Schläge abgehängt. So waren es nur drei.
Was war mit Tiger Woods los? Einen Teil kann man im Video sehen. Er war die ganze Woche unzufrieden und fand neue Wege, sich über sich selbst zu ärgern.
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13. April 2008
Wer baut eigentlich bei Nike die Schläger und Bälle?
Es gehört zu meinen liebsten Nebenbeschäftigungen, wenigstens mit einem Auge die scheinbar abseitigen Entwicklungslinien beim Sport zu verfolgen. Warum? Ganz einfach. Wer möchte schon aufgrund eines irgendwo im Hirn verankerten Autopiloten, der einen ständig auf den Konsum von Live-Ereignissen, Resultatsinformationen, Aufsteigerkarrieren und Promi-Geschichten zusteuert, die Hintergründe aus dem Blick verlieren?
Bei manchen Sportarten ist das schwieriger, weil ihre innere Dynamik und Betriebsamkeit auf derartigen Touren dreht, dass man einmal Luft holt und hat schon den entscheidenden Moment verpasst. Das ist zum Beispiel ein zentraler Aspekt der Leichtathletik, der auch auf Dauer ihren medialen Untergang besorgen wird. 100 Meter in Neunkommairgendwas. Wusch und das war's. Wer soll sich dafür begeistern, außer es fallen Weltrekorde am laufenden Band? Vermutlich wurde gerade deshalb das Doping-Thema in der Leichtathletik zu einem Dauerton im Medientheater (ehe der Radsport in Europa aus eine Reihe von Gründen diese Rolle übernahm). Da war einfach zu wenig Eigentliches, während die Muskulatur der Top-Athleten immer massiver und die Zeiten immer besser wurden. Morgen dazu in der FAZ ein neuer Name. Und danach sicher noch mehr.
Im Vergleich zu den Rasanz-Sportarten befindet man sich bei Golf eher im entgegengesetzten Extrembereich. Man könnte einschlafen. So langsam geht da die Post ab. Obwohl für den Zuschauer bei einem Turnier, der fleißig mit einem Spieler mitwandert, kommt am Ende eine hübsche Bilanz heraus. Man läuft da gut und gerne seine fünf bis sechs Kilometer und hat das Gefühl, etwas für seine Gesundheit getan zu haben.
Golf ist ein Strategiespiel. Dies und das Tempo verleitet die Berichterstatter dazu, sich auf den Aspekt zu konzentrieren, wieso ein Spieler an einer bestimmten Stelle einen bestimmten Schlag versucht hat und wieso der gelungen (oder nicht gelungen) ist. Das führt auf eine paar Umwegen zu der Ikonografie eines Tiger Woods, dem offensichtlich häufiger als der Konkurrenz bei fast jedem Schlag das gelingt, was er sich vorgenommen hat. Der Mann zeigt in solchen Momenten Kompetenz. Und Nerven. Und Kampfgeist. Und darüber will man alles wissen.
Was aber ist mit der Fabrik, die die Schläger herstellt? Und die Bälle? Spielt die keine Rolle? Offensichtlich nicht. Das interessiert die wenigsten. Selbst an einem Tag, an dem beim Masters in Augusta vor der entscheidenden Runde ein Nike-Spieler auf Platz eins liegt (Trevor Immelman, Südafrika), ein Nike-Spieler auf Platz vier (Paul Casey, England), ein Nike-Spieler auf Platz fünf (Tiger Woods, USA), ein Nike-Spieler auf Platz sechs (Stewart Cink, USA). Nike gehört zu den relativen Newcomern im Equipment-Segment und hat nur mit sehr wenigen Spielern Verträge. Haben die nicht nur den besten Golfer der Welt, sondern auch den besten Ingenieur? Wer erklärt mir so etwas? (Einschub: Ein kompletter Schlägersatz wie ihn die Profis spielen, kostet wohl 3600 Dollar, weit mehr als die Ausstattung, wie sie im Laden den Amateuren angeboten wird.)
Dabei sind es doch gerade solche Geschichten, die einem die Bedingungen des professionellen Sports von heute so viel näher bringen. Genauso wie jener Artikel über die relativ schlechten Resultate von professionellen Golfern, wenn Tiger Woods im Teilnehmerfeld ist. Der Beitrag für die FAZ war vor ein paar Tagen bereits in der gedruckten Ausgabe erschienen. Man kann ihn jetzt online nachlesen.
Bei manchen Sportarten ist das schwieriger, weil ihre innere Dynamik und Betriebsamkeit auf derartigen Touren dreht, dass man einmal Luft holt und hat schon den entscheidenden Moment verpasst. Das ist zum Beispiel ein zentraler Aspekt der Leichtathletik, der auch auf Dauer ihren medialen Untergang besorgen wird. 100 Meter in Neunkommairgendwas. Wusch und das war's. Wer soll sich dafür begeistern, außer es fallen Weltrekorde am laufenden Band? Vermutlich wurde gerade deshalb das Doping-Thema in der Leichtathletik zu einem Dauerton im Medientheater (ehe der Radsport in Europa aus eine Reihe von Gründen diese Rolle übernahm). Da war einfach zu wenig Eigentliches, während die Muskulatur der Top-Athleten immer massiver und die Zeiten immer besser wurden. Morgen dazu in der FAZ ein neuer Name. Und danach sicher noch mehr.
Im Vergleich zu den Rasanz-Sportarten befindet man sich bei Golf eher im entgegengesetzten Extrembereich. Man könnte einschlafen. So langsam geht da die Post ab. Obwohl für den Zuschauer bei einem Turnier, der fleißig mit einem Spieler mitwandert, kommt am Ende eine hübsche Bilanz heraus. Man läuft da gut und gerne seine fünf bis sechs Kilometer und hat das Gefühl, etwas für seine Gesundheit getan zu haben.
Golf ist ein Strategiespiel. Dies und das Tempo verleitet die Berichterstatter dazu, sich auf den Aspekt zu konzentrieren, wieso ein Spieler an einer bestimmten Stelle einen bestimmten Schlag versucht hat und wieso der gelungen (oder nicht gelungen) ist. Das führt auf eine paar Umwegen zu der Ikonografie eines Tiger Woods, dem offensichtlich häufiger als der Konkurrenz bei fast jedem Schlag das gelingt, was er sich vorgenommen hat. Der Mann zeigt in solchen Momenten Kompetenz. Und Nerven. Und Kampfgeist. Und darüber will man alles wissen.
Was aber ist mit der Fabrik, die die Schläger herstellt? Und die Bälle? Spielt die keine Rolle? Offensichtlich nicht. Das interessiert die wenigsten. Selbst an einem Tag, an dem beim Masters in Augusta vor der entscheidenden Runde ein Nike-Spieler auf Platz eins liegt (Trevor Immelman, Südafrika), ein Nike-Spieler auf Platz vier (Paul Casey, England), ein Nike-Spieler auf Platz fünf (Tiger Woods, USA), ein Nike-Spieler auf Platz sechs (Stewart Cink, USA). Nike gehört zu den relativen Newcomern im Equipment-Segment und hat nur mit sehr wenigen Spielern Verträge. Haben die nicht nur den besten Golfer der Welt, sondern auch den besten Ingenieur? Wer erklärt mir so etwas? (Einschub: Ein kompletter Schlägersatz wie ihn die Profis spielen, kostet wohl 3600 Dollar, weit mehr als die Ausstattung, wie sie im Laden den Amateuren angeboten wird.)
Dabei sind es doch gerade solche Geschichten, die einem die Bedingungen des professionellen Sports von heute so viel näher bringen. Genauso wie jener Artikel über die relativ schlechten Resultate von professionellen Golfern, wenn Tiger Woods im Teilnehmerfeld ist. Der Beitrag für die FAZ war vor ein paar Tagen bereits in der gedruckten Ausgabe erschienen. Man kann ihn jetzt online nachlesen.
11. April 2008
Kaymer: Zu nass - zu forsch
Der Ausflug nach Augusta ging für Martin Kaymer unter bedauerlichen Umständen vorzeitig zu Ende. Bei einem langen Chip aus den Bäumen zurück aufs 15. Grün rollte der Ball zu weit und kullerte in den kleinen Teich, der das Loch um einen ganzen Zacken schwerer macht, als es aussieht. Mit einem Par hätte sich der Masters-Neuling mit einem Turnierstand von Plus 3 über der Cut-Linie gehalten - eine beachtliche Leistung. Aber das vertrackte Loch brachte dem 23jährigen einen Doppel-Bogey ein, also eine 7. Und dadurch rutschte er zu weit ab. Auch der ganz formidable Birdie auf der 18 konnte die Sache nicht mehr richten.
Die Runde mit 72 Schlägen besiegelte Platz 46 im Gesamtklassement. Er hätte heute eine 71 spielen müssen, um weiterzukommen (und hatte es auch drauf). Der folgenschwere Chip brachte Kaymer seinen ersten Auftritt im amerikanischen Fernsehen ein (im Rahmen einer kurzen Rückblende). Denn mit seiner 7 bewegte er die Cut-Linie nach oben, die sinngemäß jeden Freitag beim Golf so interessant ist wie der Kampf gegen den Abstieg in der Bundesliga gegen Ende der Saison.
Wer durfte noch am Freitagabend die Abreise buchen? Sergio Garcia, Ernie Els, Steve Stricker, Luke Donald und Bernhard Langer. Tiger Woods liegt mit sieben Schlägen Rückstand auf den führenden Südafrikaner Trevor Immelmann (-8) auf einem für den Sieg theoretisch aussichtslosen Platz. Bei seinem größten Comeback in Augusta im Jahr 2005 lag der Weltranglistenerste am Freitag sechs Schläge zurück. Den größten Pannentag hatte Justin Rose, der gestern mit vier unter Par die Tageswertung gewonnen hatte. Er fiel auf zwei über zurück und zeigte damit zum dritten Mal, dass er nicht das Durchhaltevermögen hat, um bei einem so schweren Turnier cool durchzuspielen.
Die Runde mit 72 Schlägen besiegelte Platz 46 im Gesamtklassement. Er hätte heute eine 71 spielen müssen, um weiterzukommen (und hatte es auch drauf). Der folgenschwere Chip brachte Kaymer seinen ersten Auftritt im amerikanischen Fernsehen ein (im Rahmen einer kurzen Rückblende). Denn mit seiner 7 bewegte er die Cut-Linie nach oben, die sinngemäß jeden Freitag beim Golf so interessant ist wie der Kampf gegen den Abstieg in der Bundesliga gegen Ende der Saison.
Wer durfte noch am Freitagabend die Abreise buchen? Sergio Garcia, Ernie Els, Steve Stricker, Luke Donald und Bernhard Langer. Tiger Woods liegt mit sieben Schlägen Rückstand auf den führenden Südafrikaner Trevor Immelmann (-8) auf einem für den Sieg theoretisch aussichtslosen Platz. Bei seinem größten Comeback in Augusta im Jahr 2005 lag der Weltranglistenerste am Freitag sechs Schläge zurück. Den größten Pannentag hatte Justin Rose, der gestern mit vier unter Par die Tageswertung gewonnen hatte. Er fiel auf zwei über zurück und zeigte damit zum dritten Mal, dass er nicht das Durchhaltevermögen hat, um bei einem so schweren Turnier cool durchzuspielen.
Kaymer dreht an der Schwungschraube
Eigentlich war es nicht anders zu erwarten: Dass Martin Kaymer auf seiner ersten Runde beim Major und dann noch auf dem schwersten Platz von allen, die die Profis spielen, ein paar folgenschwere Böcke schießt. Wie den auf dem kurzen Par-3-Loch an jener Ecke vom Augusta National, die mal jemand als Amen Corner bezeichnet hat. Der Abschlag landete im Teich. Auf der Scorekarte stand hinterher eine 5. Solche Schnitzer sind beim Masters kaum noch wett zu machen. Denn wer hier auf einem Loch Par erzielt, kann bereits froh sein. Tatsächlich muss sich der 23jährige mit seiner 76 nicht grämen. Er hat - zumindest theoretisch - heute durchaus noch eine Chance auf eine Platzierung im Gesamtfeld, die ihm ein Weiterkommen gestatten würde. Andere Leute begehen schließlich auch Fehler. Hier steht übrigens zum ersten Mal, dass er an seinem Schwung bastelt. Was auch erklärt, weshalb es in der letzten Zeit bei ihm nicht so doll gelaufen ist.
Ich habe mich übrigens in dieser Golf-Woche aus der Ferne mit einem Thema beschäftigt, das schon etwas länger auf dem Schreibtisch lag, aber nicht minder interessant ist: Mit dem Phänomen, dass der Rest der Golfwelt im Schnitt geschlagene 0,8 Schläge schlechter spielt, wenn Tiger Woods bei einem Turnier antritt. Leider ist der Artikel nur in der Print-Ausgabe der FAZ erschienen (am Donnerstag). Er beschreibt die Arbeit der Betriebswirtschaftlerin Jennifer Brown von der Universität Berkeley in Kalifornien, die diese statistische Auffälligkeit nicht nur ausführlich betrachtet hat und Turnier-Resultate aus sieben Jahren in ihrem Computer verglichen hat. Brown hat übrigens auch auch eine Erklärung für die Disparität: der Preisgeld-Modus im Profi-Golf demotiviert die meisten Spieler, sich anzustrengen. Zuviel von der Knete geht an die Top-Spieler in einem Turnier. Die Hinterbänkler verdienen jedoch genug, um sich ein hübsches Leben zu machen.
Ich habe mich übrigens in dieser Golf-Woche aus der Ferne mit einem Thema beschäftigt, das schon etwas länger auf dem Schreibtisch lag, aber nicht minder interessant ist: Mit dem Phänomen, dass der Rest der Golfwelt im Schnitt geschlagene 0,8 Schläge schlechter spielt, wenn Tiger Woods bei einem Turnier antritt. Leider ist der Artikel nur in der Print-Ausgabe der FAZ erschienen (am Donnerstag). Er beschreibt die Arbeit der Betriebswirtschaftlerin Jennifer Brown von der Universität Berkeley in Kalifornien, die diese statistische Auffälligkeit nicht nur ausführlich betrachtet hat und Turnier-Resultate aus sieben Jahren in ihrem Computer verglichen hat. Brown hat übrigens auch auch eine Erklärung für die Disparität: der Preisgeld-Modus im Profi-Golf demotiviert die meisten Spieler, sich anzustrengen. Zuviel von der Knete geht an die Top-Spieler in einem Turnier. Die Hinterbänkler verdienen jedoch genug, um sich ein hübsches Leben zu machen.
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9. April 2008
Im Sommer was Kleines
Man stelle sich vor, man sitzt zum ersten Mal mit Martin Kaymer zu einem Interview zusammen. Was will man dann wohl wissen? Ich nehme mal an, vor allem dieses: "Glauben Sie, dass der 1. FC Köln den Aufstieg in die Bundesliga schafft?" Denn solche Überlegungen könnten womöglich die Fans zu Hause beruhigen, die sich Sorgen machen, dass die Mannschaft den Emporkömmlingen aus Hoffenheim den Vortritt lassen muss. Man möchte natürlich auch diese Frage von Martin Kaymer erörtert haben, denn es gibt zwar einen Bundestrainer. Aber was weiß der schon über Fußball? "Wie sieht es denn mit der Nationalmannschaft aus? Immerhin steht da ja im Sommer was Kleines an... ?" Ja, Kaymer, unser neuer Mann im Glamour-Scheinwerfer, hat tatsächlich eine Antwort parat. Auch wenn dabei das mit dem "Kleinen" nicht ganz erklärt wird.Manche Fragesteller können aber einer ganz bestimmten Versuchung nicht widerstehen. Sie wollen Fachwissen schöpfen. Sie hoffen, dass ihnen Martin Kaymer in einem Satz einen kostbaren Ratschlag für das Spiel der Amateure gibt. Also so etwas wie: "Boris Becker (Michael Schumacher, Magdalena Neuner, Michael Ballack): Wenn Sie Tennis- (Formel-1-, Biathlon-, Fußball-) Anfängern einen Tipp geben müssten, welcher wäre das?" Golfprofis scheinen schon damit zu rechnen, dass ihnen jemand eine solche Frage stellt. Denn Martin Kaymer fällt zu der Frage durchaus etwas ein. Der Augsburger Allgemeinen sagte er: "Egal was beim Golfspiel passiert - locker bleiben!" Dem zdf.de gab er diese Antwort: "Nicht so draufhauen. Ruhig schwingen."
Morgen Donnerstag steht der 23jährige zum ersten Mal bei einem wirklich bedeutenden Turnier am Abschlag - beim Masters in Augusta. Man darf gespannt sein, was für Fragen man ihm hinterher stellen wird. Und auf die Antworten erst recht. Leseempfehlungen für die Zeit bis dahin:
"Kaymer in Contention for Augusta Shock"
"Langer und Kaymer - Fahrensmann und Musterschüler"
7. April 2007
Masters: Ist das noch Golf oder schon Selbstkasteiung?
Sie haben in Augusta Schilder mit roten Ziffern. Aber in diesem Jahr werden sie sie vermutlich nicht mehr brauchen. Am Samstag rutschte ein Golfer nach dem anderen aus der Zone unter Par, die auf den Anzeigetafeln der Turniere traditionell nicht mit einem Minuszeichen angezeigt wird, sondern mit einer Zahl in rot. So wie die besten Spieler der Welt über den Platz des Masters schlittern, wird man sich mit dem Gedanken abfinden müssen, dass der Sieger am Sonntag mit einer Gesamtzahl von Schlägen von Par oder drüber ins Clubhaus kommt. Und dass die anderen mit einem ziemlich angeschlagenen Ego nach Hause fahren. Augusta National, das in den letzten Jahren auf einigen Löchern mehrfach entscheidend modifiziert und verlängert wurde, kommt unter solchen Umständen - kalt, windig, extrem schnelle Grüns - einer Selbstflagellation gleich.
Für den golfspielenden Zuschauer haben die Resultate etwas Befriedigendes. Zeigen sie doch, dass die Profis mitunter ähnliche Probleme haben wie die Amateure, die jedoch lange nicht so gut vorbereitet und austrainiert in ihre Turniere gehen wie die Vorzeigespieler. Die Pein auf den Gesichtern, die kaum zurückgehaltene Wut eines Tiger Woods beim Fernsehinterview nach einer Runde mit kleinen, aber teuren Patzern - all das gibt es sonst nur selten. Meistens cruisen die Spieler auf den typischen Plätzen wie mit dem Tempomat über die Autobahn und harken Birdies zu Hauf zusammen. Hier haut das nicht hin, weil der Platz jeden kleinen Fehler bestraft. Manchmal sogar nur mit einem Doppel-Bogey, manchmal aber auch mit einem Triple-Bogey (Stuart Appleby am 17. Loch), manchmal auch mit einem Quadruple-Bogey (Geoff Ogilvey an der 15, weil er zweimal den Ball in dem aufgestauten Bach vor dem Grün deponiert). Man muss genau wissen, wann man den Fuß vom Gas nimmt und wann nicht. Deshalb ist Tiger Woods trotz allen Frusts morgen der große Favorit. Denn in der vierten Runde spielt man nicht mehr nur gegen den Platz, sondern auch gegen die Konkurrenten, die sich bei dem Versuch einen abbrechen werden, dem Weltranglistenersten das Green Jacket wegzuschnappen. Appleby hat einen Schlag Vorsprung, wenn die beiden morgen zusammen auf die entscheidende Runde gehen. Aber er kennt seinen Gegner von zahlreichen gemeinsamen Trainingsrunden ziemlich gut und gab auf die Frage, wie es denn wohl sein werde, neben dem Supergolfer um einen derart renommierten Titel zu spielen: "Er wird nicht mal wissen, dass ich da bin."
Die Prognose von gestern kann ich knicken. Ich hatte in den Kommentaren noch die Namen Appleby und Rose erwähnt. Aber der Rest (außer Tiger Woods) war schlechter als gedacht. Dafür ein Lob an kurtspaeter und seinen Hinweis auf Padraig Harrington. Der Ire ist noch im Rennen.
Blick zurück: Die Masters-Prognose vom Freitag
Für den golfspielenden Zuschauer haben die Resultate etwas Befriedigendes. Zeigen sie doch, dass die Profis mitunter ähnliche Probleme haben wie die Amateure, die jedoch lange nicht so gut vorbereitet und austrainiert in ihre Turniere gehen wie die Vorzeigespieler. Die Pein auf den Gesichtern, die kaum zurückgehaltene Wut eines Tiger Woods beim Fernsehinterview nach einer Runde mit kleinen, aber teuren Patzern - all das gibt es sonst nur selten. Meistens cruisen die Spieler auf den typischen Plätzen wie mit dem Tempomat über die Autobahn und harken Birdies zu Hauf zusammen. Hier haut das nicht hin, weil der Platz jeden kleinen Fehler bestraft. Manchmal sogar nur mit einem Doppel-Bogey, manchmal aber auch mit einem Triple-Bogey (Stuart Appleby am 17. Loch), manchmal auch mit einem Quadruple-Bogey (Geoff Ogilvey an der 15, weil er zweimal den Ball in dem aufgestauten Bach vor dem Grün deponiert). Man muss genau wissen, wann man den Fuß vom Gas nimmt und wann nicht. Deshalb ist Tiger Woods trotz allen Frusts morgen der große Favorit. Denn in der vierten Runde spielt man nicht mehr nur gegen den Platz, sondern auch gegen die Konkurrenten, die sich bei dem Versuch einen abbrechen werden, dem Weltranglistenersten das Green Jacket wegzuschnappen. Appleby hat einen Schlag Vorsprung, wenn die beiden morgen zusammen auf die entscheidende Runde gehen. Aber er kennt seinen Gegner von zahlreichen gemeinsamen Trainingsrunden ziemlich gut und gab auf die Frage, wie es denn wohl sein werde, neben dem Supergolfer um einen derart renommierten Titel zu spielen: "Er wird nicht mal wissen, dass ich da bin."
Die Prognose von gestern kann ich knicken. Ich hatte in den Kommentaren noch die Namen Appleby und Rose erwähnt. Aber der Rest (außer Tiger Woods) war schlechter als gedacht. Dafür ein Lob an kurtspaeter und seinen Hinweis auf Padraig Harrington. Der Ire ist noch im Rennen.
Blick zurück: Die Masters-Prognose vom Freitag
3. April 2007
Vor dem Masters: Fernsehmann wegen Bankraub in Haft
Das technische Personal, das amerikanische Fernsehstationen für die Übertragung von Großveranstaltungen anheuert, ist wohl auch nicht mehr das, was es mal war. AP meldet aus Augusta - zwei Tage vor dem Beginn des Masters-Turniers: Diesmal war sogar ein Bankräuber dabei. Der Mann flog auf, weil die Bankangestellten den Geldstapeln eine Patrone mit roter Farbe beimengten, die im Auto auf dem Parkplatz vor der Bank explodierte. Und weil die Polizei einen anonymen Tipp erhielt, der sie ins Holiday Inn führte, in dem der Verdächtige auf Kosten des Networksenders CBS logiert. Besser wäre: logierte. Denn der mutmaßliche Bankräuber und zwei mutmaßliche Komplizen mussten inzwischen umziehen: Sie sitzen im Untersuchungsgefängnis.
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