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3. August 2010

Die Welt zu Gast in Akron

Tiger Woods ist in der Stadt. Die Stadt heißt Akron. LeBron James ist auch irgendwie in der Stadt. Oder besser in der Zeitung von der Stadt. Die Zeitung heißt Akron Beacon-Journal. Woods spielt im Firestone Country Club im Rahmen der World Golf Championship. Ein Termin, bei dem die Besten aus den USA und aus Europa in einem exklusiven Feld um sehr viel Geld spielen. Dass Woods in Akron ist, wäre nicht weiter bemerkenswert. Denn er spielt schrottig und hat das Plateau seiner Leistungsfähigkeit überschritten (was auch eine Altersfrage ist, denn jenseits der 35 wird es schon rein körperlich immer schwieriger, vier Tage lang mit dem Können der Nachwachsenden mitzuhalten). Aber Woods ist noch immer das meal ticket der Sportschreiber in Amerika. Wenn sie einen Dreh finden können, sich über ihn auszulassen, dann tun sie es. Warum? Nicht wegen der Sex-Affäre und ihren Folgen. Sondern, weil er an Platz eins der Weltrangliste steht. Weil man ihm zutraut, zum ersten Mal seit seiner Rückkehr wieder ein Turnier zu gewinnen. Und, ja, wenn ihm das gelänge, das wäre doch bemerkenswert, oder nicht? Akron wurde so zum Testfall ausgerufen. Schließlich hat er hier in der Vergangenheit immer dominiert. Wenn er diesmal nicht gewinnt, muss man ihn wohl endgültig zum Has-Been herunterstufen, oder nicht? So geht das seit Tagen in den Sportteilen, die auf diese Weise kostbaren Platz verschwenden, den sie ganz anderen Golf-Themen widmen könnten.

Da macht es LeBron schon besser. Er verzichtet darauf – ganz der Narziss, der er nun mal ist – den Sportteil zu behelligen. Er kauft gleich eine ganzseitige Anzeige in der Zeitung, um den Lesern zu versichern, dass sein Wechsel aus dem nahen Cleveland in das ferne Miami, nichts an seinen heimatlichen Gefühlen zu Akron ändern wird. Oder in den gedrechselten Worten von King James:

"An meine Familie, Freunde und Fans in Akron:
Ich habe mein gesamtes Leben in Akron verbracht und bin deshalb ein wirklich glücklicher Mensch. Hier habe ich gelernt, Basketball zu spielen und die Leute getroffen, die zu für mein ganzes Leben zu meinen Freunden und Mentoren wurden. Ihre Art, ihre Aufmunterung und ihre Unterstützung werden immer mit mir sein. Akron ist meine Heimat und der zentrale Brennpunkt [sic!] meines Lebens. Hier habe ich begonnen, und hierher werde ich immer wieder zurückkehren. Ihr könnt versichert sein, dass ich für diese Stadt auch weiterhin alles tun werde, was ich kann, was für meine Familie und mich so wichtig ist. Vielen Dank für die Liebe und die Unterstützung. Ihr bedeutet mir alles."

Vielleicht sollte man an dieser Stelle erwähnen, dass Akron zwar viel Gummi, aber keine guten Wortschmiede produziert hat (der beste war wohl dieser Mann, ein reputierlicher Redakteur der New York Times). Und auch die Sache mit dem Gummi hat nachgelassen. Die – heute japanische – Firma Bridgestone wäre vor ein paar Jahren fast aufgrund der mangelhaften Qualität ihrer Reifen pleite gegangen.

Das mit den Anzeigen scheint übrigens Schule zu machen (und ist eine nette Geste in Richtung eines darbenden Zweigs der Medienindustrie). Der Litauer Zydrunas Ilgauskas spendierte gestern dem Cleveland Plain-Dealer eine Seite ("Dear Cleveland...."). Darin bitter er die Fans der Cavaliers um Verständnis für seine Entscheidung, in Miami neben James um den Meisterschaftserfolg zu spielen, der ihm in Ohio nicht vergönnt war. Ilgauskas war im März von den Cavaliers an die Wizards abgegeben worden, und dann als Free Agent für ein paar Groschen wieder eingekauft worden. Er hat im Laufe seiner langen Karriere in Cleveland mehr als 100 Millionen Dollar brutto abgesahnt. In Miami spielt er für 2,8 Millionen.

7. Juli 2010

Die Welt von Tiger Woods ist flach

Die beste Frage an einen berühmten Sportler weltweit in diesem Sommer, gestellt von einem irischen Journalisten am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Adare (mit Video):

"Mit dem jüngsten Verhalten und den Problemen, die Sie gehabt haben...in einer Zeit, in der Sie riskieren, die Familie zu verlieren, einen Werbepartner zu verlieren, was mit solchen Dingen Hand in Hand geht, denken Sie manchmal darüber nach und fragen sich: War es das wert?"

Gestellt wurde sie Tiger Woods. Dessen Antwort ist erhellend: "Sie graben zu tief."

Wann werden amerikanische Golfjournalisten wohl anfangen, ihrem Landsmann mit ähnlich gründlichen Bohrungen ins Gehirn zu blicken? Oder wollen US-Medien es gar nicht so genau wissen, aus Angst sie könnten den Abstieg ihres wichtigsten Einschaltquotenbringers beschleunigen?

1. Juli 2010

Non olet?

California v Stanford
Das geben wir mal einfach so weiter, denn offiziell wurde noch gar nichts verlautbart: 750 Millionen Dollar soll Tiger Woods im Rahmen seiner Scheidung von Elin Nordegren abhusten, damit die Mutter seiner beiden Kinder auf immer und ewig den Mund hält. Eine solche Summe klingt exorbitant, vor allem angesichts eines Ehevertrags, der etwas ganz anderes festgelegt hatte und wird vielleicht in kommenden Meldungen noch nach unten korrigiert. Aber das sollte die Betroffene nicht schmerzen. Sie hat ausgesorgt. Mit dem Geld könnte man ganze Entwicklungsländer entschulden.

22. Februar 2010

Dan hat das Wort

Wenn man liest, was Dan Jenkins über die Welt des professionellen Golfs schreibt und die Figuren, die darin eine zentrale Rolle spielen, wird man neidisch. Neidisch auf eine solche Nähe zum Stoff und einen solchen Abstand zu den Prinzipalen. Von der vorgeführten Kunst des Schreibens gar nicht erst zu reden. Was soll man da mehr machen als zu seinem jüngsten Opus zu verlinken, dem definitiven Text über Tiger Woods und dessen Auftritt letzten Freitag? Fast jeder Satz ein Schlag ins Gesicht eines Kontrollfreaks und ein Klecks Sahne auf den Kaffee, den man dazu genüsslich schlürfen möchte.

Leseprobe:

"Life as Tiger has known it is over. His reputation is ruined, possibly forever. His name that once meant mastery over competitive golf now invokes cringes, giggles and all the Internet jokes you want to pass along.

Sure, he can come back and even win again, if he man's up, but if he does he will only be a hero to the "you-da-man" and "get-in-the-hole" crowd. And I can't imagine him coming back as a "humbled man." That wouldn't be the owner of a yacht insultingly named Privacy...

...I once made an effort to get to know the old silicone collector. Tried to arrange dinners with him for a little Q&A, on or off the record, his choice. But the closest I ever got was this word from his agent: "We have nothing to gain."

Now it's too late.

I'm busy."


Bücher hat Jenkins übrigens auch geschrieben. Dies wäre ein guter Einstieg in sein Œuvre.

19. Februar 2010

Tiger Woods - Live-Blog

Die amerikanischen Medien haben gestern mal wieder gezeigt, dass in den Skeletten von so manchen noch so etwas wie Rückgrat steckt. Da beschloss das Führungsgremium der Golf Writers Association of America, dass man jene kuriose Veranstaltung boykottieren wird, bei der in ein paar Minuten ein gewisser Tiger Woods, die Gelddruckmaschine der Sportart Golf, eine öffentliche Erklärung abgeben will. Eine Kamera und eine Handvoll sogenannter Pool-Reporter sollten zugelassen werden. Fragenstellen nicht erlaubt. Für eine solche Inszenierung mögen sich die Kollegen vom GWAA nicht hergeben. Ich kann das verstehen und unterstütze das auch – als aktives Mitglied – auch wenn meine Solidaritätsadresse auf Deutsch vermutlich niemand im Verband auch nur registrieren wird.

Ein solcher Boykott ist natürlich eher eine symbolische Haltung im ewigen Tauziehen zwischen den Mächtigen und Einflussreichen im Sport und den Multiplikatoren aus der Kommunikaitonsindustrie. Ich vermute mal, vor einem Jahr wäre es zu einer solchen Auseinandersetzung nicht gekommen. Der Tiger wirkt waidwund. Die Meute riecht Schwäche.

Hier wird das Ereignis gleich mal aus der Perspektive des amerikanischen Fernsehzuschauers abgehandelt. Man darf davon ausgehen, dass alle News-Kanäle live mitmachen.

Bis gleich.

10: 50 Uhr Zu den Newskanälen gehören natürlich auch die, die der golffixierten britischen Klientel ständig den wichtigen Stoff bringen: Also Zeitungen wie der Guardian mit einer beachtlichen Blog-Leistung: http://www.guardian.co.uk/sport/blog/2010/feb/19/tiger-woods-statement-live

10:52 Uhr: ESPN 2 hat eine Expertin über die Bedeutung von Entschuldigungen im Alltag im Studio. Der Kanal wird live dabei sein.

10:54 Uhr: Den Wirtschaftskanal CNBC interessieren natürlich nur die geschäftlichen Belange und nennt die Veranstaltung im Streifen am unteren Ende des Bildschirms Tiger Woods' Media Culpa. Wortspiel oder Verschreiber?

10:57 Uhr: Die alte Tante CNN, die man in Zeiten der Krise immer so gerne als erstes und als vertrauenswürdigstes Guckloch anklickt, ist noch in Vancouver und bei Bode Miller. Werden die nicht rechtzeitig umschalten?

10:59 Uhr: Beim Golf Channel wird zwar berichtet, aber auf solche Nuancen wird Wert gelegt: "Es wird erwartet, dass Tiger Woods um 11 Uhr" spricht. Dabei wurde die Sache offiziell angekündigt.

11:00 Uhr: Das Live-Bild aus Florida zeigt eine seltsame Gruppe von Zuschauern in einem Raum. Jetzt kommt Tiger.

11:02 Uhr: "I am deeply sorry for my irresponsibe behavior."

11:03 Uhr: "Elin and I have started a process to discuss the damage."

11:04 Uhr: "I am aware of the pain I have caused. I have let you down.... personally and professionally."

11:05 Uhr: "I have made you question who I am and how I could have done the things I did."

11:06 Uhr: "Elin never hit me....there has never been an incident of domestic violence....I was unfaithful. I had affairs. I cheated."

11:07 Uhr: "I thought I could get away with what I wanted to.... I felt I was entitled."

11:08 Uhr: "My failures have made me look at myself in a way I never wanted to before."

11:09 Uhr: "It is hard to admit that I need help, but I do....I have a long way to go."

11:10 Uhr: "These are issues between a husband and his wife....It is right to shield my familiy from the public limelight."

11:11 Uhr: "Please leave my wife and kids alone...I am the one who needs to change."

11:12 Uhr: "Part of following this path is Buddhism."

11:13 Uhr: "I lost track of what I was taught....I will leave for more treatment and therapy....I therapy I learned to look at my spiritual life and balance it with my professional life."

11:14 Uhr: "I do plan to return to golf one day. I just don't know when that day will be."

11:15 Uhr: "Today I want to ask for your help. I ask you to find room in your heart to one day believe in me again. Thank you."

11:16 Uhr: Nachdem er lange seine Mutter umarmt und dazu ein paar Zuschauer in der ersten Reihe, tritt er ab. Aus dem Raum. Ohne sich umzudrehen. Elin war nicht zu sehen.

Zusammenfassende Gedanken und Beobachtungen (während die Kommentatoren auf allen Kanälen ihren Senf verbreiten): Das moderne Medientheater verlangt nach solchen Auftritten, bei denen die Akteure mit den Strippen spielen, die ihnen die Öffentlichkeit bietet. Mehr als zehn Kanäle in den USA schalteten live auf. Die zwei Neuigkeiten, die Woods anzubieten hat: Zum ersten Mal hat er seine religiöse Affinität offiziell angesprochen. Er ist Buddhist, was ihn in einem von einer extremen, aufs Christentum und die Bibel fixierten Land zu einer kleinen Minderheit macht. Es muss ihm schwer gefallen sein, dass zuzugeben. Es gibt keine Entscheidung darüber, wann er wieder an den Turnieren der PGA Tour teilnehmen wird. Keine Ankündigung darüber, ob er schon beim Masters im April in Augusta wieder antreten will.

P.S. Die oben erwähnte Entschuldigungs-Expertin heißt Lauren Bloom. Ihr Buch trägt den Titel The Art of the Apology. Sie gab Tiger Woods für seine Erklärung die Note A-. Das entspricht in den USA der Note 1-.

Und weil das Internet so ergiebig ist, gibt es hier mit etwas Verspätung den Mitschnitt von dem Woods-Auftritt. 15 Minuten.

15. Dezember 2009

Pfuschen mit der Zentri-pfui-ge

Das hübsche an gründlichen Recherchen über die Arbeit von Ärzten: Sie werfen Licht auf ganz erstaunliche Reflexe, wie sie vermutlich auch in anderen Branchen existieren. Aber dort geht es meistens nicht um Leben und Tod. Man nehme den Fall des kanadischen Arztes Dr. Anthony Galea, der sich im Laufe der Jahre im Sportbereich eine beachtliche Reputation erarbeitet hat. Zur Zeit steht die vor allem aus einem Grund auf der Kippe: Er soll den Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden in seinem Heimatland zufolge den schmalen Grat zwischen gerechtfertigter therapeutischer Intervention und unmoralischer Leistungsmanipulation bei seinen Patienten überschritten haben.

Einen Tag später allerdings liest man in der New York Times, dass der Mann seinen guten Ruf womöglich gar nicht verdient hat. Denn zum Beispiel einer Reihe von Major-League-Baseballspielern, die sich bei ihm in Behandlung befunden haben, konnte er offensichtlich gar nicht helfen. Wir gehen aber mal davon aus, dass er seine teuren Rechnungen trotzdem liquidiert hat.

Wie wird ein Mann, der Leuten Blut abzapft, es durch eine Zentrifuge jagt und es als mit Plättchen-angereichertes Plasma in die verletzten und operierten Sehnen, Bänder und Muskeln injiziert, eigentlich zum Wunderdoktor? Wieso bestellt jemand wie Tiger Woods den Mann ins Haus und lässt ihn für teures Geld monatelang immer wieder einfliegen, wenn seine Methoden ganz offensichtlich keinen dauerhaften Erfolg produzieren konnten? Die Antwort auf eine solche Frage hat sehr viel mit dem Wirkungszusammenhang von Angebot und Nachfrage und dem von Public Relations und Reputations-Management zu tun. Es gibt keine Ärzte, die jedem bei jedem Leiden helfen können. Aber es gibt den Mythos des weißen Kittels, die bestens eintrainierte Verkaufsmasche von Medizinern, die nie allen alles versprechen, aber immer betonen, wie sehr sie es trotzdem versuchen.

Welche Alternativen hat der Hochleistungssportler denn auch, wenn er nicht seinem Körper mehr Zeit und vernünftige Ernährung gönnen will, um die im biologischen Bauplan verankerten Heilungsprozesse zu fördern? Soviele vermeintliche Wunderheiler gibt es selbst in den USA nicht. Und dort gibt es sehr viele ausgewiesene Spezialisten. Also lässt man sich bei der Entscheidung für den Sportarzt von anderen Dingen leiten. Zum Beispiel von einer Liste von Patienten, die ein erfolgreicher Arzt auf Anfrage vermutlich immer gerne Preis gibt. Dr. Galea zum Beispiel hat Alex Rodriguez betreut, ist der Mannschaftsarzt der Toronto Argonauts in der Canadian Football League, und er hat einen Praxispartner, der als Chiropraktiker in der Sportbranche einen Ruf wie Donnerhall genießt. Der kann einem notfalls auch Patienten ins Haus holen, so wie das im Fall von Tiger Woods geschehen sein muss, wenn die New York Times nichts falsch verstanden hat. "Enttäuscht von den Fortschritten bat im Februar Dr. Lindsay Dr. Galea, sich Woods anzuschauen. Der litt unter Larsen-Johansson-Krankheit [eine schmerzhafte Entzündungsreaktion des Ursprungs der Kniescheibensehne an der Spitze der Kniescheibe] und hatte Narbengewebe im Muskel entwickelt." Das sei üblich nach einer Außenband-Operation, meinte Dr. Mark Lindsay, der übrigens mit einer ehemaligen kanadischen Weltcup-Skifahrerin verheiratet ist und aus dem Teil der Welt sicher eine Menge über kaputte und geflickte Knie weiß. Und angeblich half der Schuß aus der Zentrifuge ja auch. Bis dann... irgendwann... doch nicht mehr.

Auch so etwas ist üblich: Denn tatsächlich gibt es für ärztliche Maßnahmen so gut wie keine Garantien. Erstens, weil die Diagnose oft nicht greift. Und zweitens, weil die Natur aus irgendeinem komischen Grund den Wissenschaftlern noch immer irgendwelche Schnippchen schlägt. Das wird dann meistens nur so gut wie nie den herumdokternden Ärzten aufs Butterbrot gestrichen. Weshalb es oft Jahre dauert, bis Kurpfuschern und Scharlatanen die Kundschaft davonläuft.

Immerhin scheint die Eigenblut-Injektion bestimmte Wirkungen zu haben, wenn auch womöglich nicht in dem Bereich der Gelenktherapie, in dem Dr. Galea sich seinen Namen gemacht hat. Sondern im Bereich der akuten, aber betrügerischen Form der Leistungsteigerung, die man aus Sicht der Sportethik gerne als Doping bezeichnet. Galeas Zentrifugalkräfte (und die seiner Kollegen) werden deshalb von der WADA beäugt.

Für 2010 gilt darum übrigens folgendes: Blood Spinning, wie die Behandlungsmethode üblicherweise genannt wird, ist verboten, wenn intramuskulär gespritzt wird. Andere Formen der Anwendung verlangen, dass die Sportler und ihre Ärzte der Dopingaufsicht dies mitteilen ("declaration of use"), um sich eine Ausnahmegenehmigung zu besorgen ("therapeutic use exemption"). Eine solche Regelung besagt nichts anderes als: ja, die Methode wirkt – um zu dopen.

Das hat man auch von Tiger Woods vernommen, der sich dem gestrigen Bericht der Times nach der ersten Fixe ins linke Knie zufolge derart stark vorkam, dass er auf einen Tisch hätte springen wollen. Geheilt war er nicht, aber Energie hatte der Junge im großen Stil.

Advent, Advent, die Doping-Kerze brennt

Weil die New York Times und die New York Daily News gestern abend im Wettbewerb miteinander das Thema nach ganz oben gezogen und mit sehr vielen Hintergrundinformationen ausgestattet haben, gehen kurz vor Weihnachten erstmals ein paar Kerzen an, die Einblick in eine noch nicht besonders gut ausgeleuchtete Zone des Dopings geben. Wir reden von Doping mit zentrifugiertem und angereichertem Eigenblut. Und von einem Mittel namens Actovegin, das man aus Kalbsblut gewinnt und das den Sauerstofftransport im Körper stimuliert. Und von Wachstumshormonen.

Das ganze Reden zielt ab auf eine neue Figur im Zentrum des von Medizinern unterfütterten Athleten-Komplotts: auf den kanadischen Arzt Dr. Anthony Galea. Die ausführliche Darstellung der ihm zur Last gelegten Vorwürfe, die ihm eine Festnahme und eine Hausdurchsuchung der Staatsanwaltschaft in Toronto eingehandelt haben, findet man auf faz.net und am Mittwoch in der gedruckten Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen. Eine Zusammenfassung des aktuellen Wissensstands wird heute abend im Deutschlandfunk zu hören sein. Interessante und vielleicht auch pikante Note: Die Querverbindungen zwischen Galea, seinem Praxispartner in Kanada, einem Chiropraktiker und dessen einstige Beziehungen zu BALCOs-Doping-Bemühungen um den ehemaligen 100-Meter-Weltrekordler und Lebensgefährten von Marion Jones: Tim Montgomery. Der war übrigens der erste Athlet, der lange vor Claudia Pechstein auf der Basis von Indizien und ohne Geständnis und ohne Testresultate gesperrt wurde. Inzwischen sitzt er eine fünfjährige Strafe wegen Heroinhandel ab.

Man sollte zwar nicht gleich so etwas wie "guilt by association" kreieren. Weder was Tiger Woods betrifft, der ohnehin schon ziemlich tief in der Tinte sitzt, nachdem sich die ersten Sponsoren von ihm distanzieren, weil ihnen das Medienecho auf seine außerehelichen Eskapaden nicht gefällt. Noch was den Chiropraktiker Mark Lindsay angeht. Aber die Informationen daüber, wer eigentlich wen kennt und wer wen fit macht, sind wertvolle Hilfen, um das Koordinatensystem zu verstehen, in dem Sportler (und Doper) wandeln.

In dem Zusammenhang als Lektüre ebenso zu empfehlen: Neue Hinweise zur Wiener Blutbank und den Ermittlungen, die in alle Himmelsrichtungen zeigen – auch nach Norden. Thomas Kistner hat den letzten Stand für die Süddeutsche zusammengetragen.

11. Dezember 2009

Tiger Woods: Pause vom Golf

Freitagnachmittags, wenn das Wochenende heraufzieht, pflanzt man gewöhnlich jene Pressemitteilungen von denen man hofft, dass sie so wenig Aufsehen wie möglich erregen. Das wird Tiger Woods nicht viel nützen, der heute zum ersten Mal "Untreue" zugegeben hat und bei der Gelegenheit eine zeitlich unbeschränkte Pause vom Golf ankündigte.

Der Mann, der gewöhnlich über einen enormen inneren Kontrollimpuls das Spiel auf dem Platz und sein Bild in der Öffentlichkeit zu steuern versuchte, hat offensichtlich beschlossen, dass es besser für ihn ist, diese zwei Terrains komplett aufzugeben und hinter den Kulissen zu arbeiten, um den Overkill zu bekämpfen, der ihn effektiv handlungsunfähig gemacht hat. Was an den Spekulationen dran ist, wonach er eventuell als Nächstes mit seiner Familie nach Schweden umzieht – ah, Winter in Schweden, wenig Tageslicht, aber viel Melancholie – wird sich zeigen. Theoretisch wollte die Familie eigentlich im Frühjahr die riesige neue Bleibe auf Jupiter Island beziehen, deren Bauarbeiten sich hingezogen haben.

Der nächste Schachzug wird wohl von den Werbepartnern ausgehen, denen es nicht viel bringt, wenn sie die Werbespots nicht zeigen können, für die sie ihn und seinen Namen eingekauft haben. Das Verhalten der Firmen wird sich unweigerlich auf den Schwebezustand auswirken, in dem sich der 33-jährige zur Zeit befindet. Natürlich hat er soviel Geld, dass er niemals in seinem Leben wieder arbeiten muss. Aber es dürfte nicht seinem Naturell entsprechen, einen solchen Schritt in Erwägung zu ziehen.

Der Anlass scheint gekommen, mal wieder in jenem Buch nachzublättern, mit dem ich vor etwas mehr als zehn Jahren die Figur Tiger Woods von allen Seiten betrachtet habe, und hinter dessen Siegen sich schon damals "die erstaunliche Geschichte einer Ausbildung zu einem neuen Beruf: der des Champions" verbarg. "Eine Geschichte, die verdeutlicht, was jemand mitbringen muss, wenn er als Angehöriger einer ethnischen Minderheit in eine Welt hineindrängt, die seinesgleichen bis dahin nur als Köche und Caddies kannte."

Dies ist eine Passage aus der Einleitung, die damals zumindest andeutete, was Tiger Woods bevorstand und die die jüngsten Entwicklungen bereits skizziert.

"Es wird der Tag kommen, und dann wird er es wissen. Er wird sich auf die Höhepunkte seiner Karriere besinnen und im Kopf noch einmal die wichtigsten Ereignise zusammenrechnen: die Siege beim Masters in Augusta, wo sein Stern im Frühjahr 1997 aufging, als wäre er der neue Elvis Presley. Und die Triumphe bei den anderen Majors, die in jedem Sommer den Höhepunkt des Golf-Kalenders bilden.
Er wird einen Strich unter die Resultate bei den Ryder-Cup-Begegnungen ziehen und sich an die Match-Play-Duelle mit den besten Europäern erinnern. Er wird die siebenstelligen Betraege überschlagen, die er jedes Jahr an Preisgeldern verdient hat, und dann mit der für ihn typischen Entschiedenheit Bilanz ziehen und erklären, wie das Fernduell mit den großen Legenden Jack Nicklaus, Bobby Jones und Ben Hogan ausgegangen ist. Ob ihm tatsächlich gelungen ist, wovon er als kleiner Junge geträumt hat: als bester Golfspieler aller Zeiten in die Sportgeschichte einzugehen. Oder ob seine Laufbahn durch den Druck der Erwartungen einer ganzen Nation in ein handlicheres Format zusammengepresst wurde und er sich in der Ruhmeshalle des Sports mit einem Platz in der zweiten Reihe begnügen muss.
Zu welchem Ergebnis er bei seinem selbstkritischen Rückblick auch immer kommen wird - wir werden es ebenfalls wissen. Denn mit seinem Erscheinen ist seine Sportart, die früher allenfalls eine Handvoll von Experten beschäftigte, zu einem Ereignis geworden, das die Massen interessiert... Bis allerdings feststeht, wie gut er wirklich ist, werden noch einige Jahre vergehen. Eine Zeitspanne, in der wir, während er die ganz normalen Höhen und Tiefen einer Sportler-Karriere durchläuft, gelegentlich darüber nachdenken werden, weshalb Tiger Woods eine Beachtung erhält, die gemeinhin nur Figuren zufällt, die der Welt etwas bedeuten - Wohltäter etwa, und Würdenträger, Wissenschaftler und Weltverbesserer.
Allein an seiner Art, Golf zu spielen, kann es nicht liegen. Sein eleganter Schwung und seine lockeren Bewegungen verleiten sein Publikum allenfalls dazu, sich für die romantische Idee zu begeistern, einmal im Leben das majestätische Gefühl zu spüren, das bei den großen Turnieren über solch exotischen Orten wie Augusta, St. Andrews oder Pebble Beach schwebt. Sein spielerisches Können inspiriert seine Zuschauer bestenfalls dazu, mit etwas mehr Tiefenschärfe in die Seele eines altehrwürdigen Spieles zu blicken. Ein Spiel, das heute, nachdem es vor Jahrhunderten an den Küsten von Schottland ein profanes Freizeitvergnügen für jedermann war, mit seinen ritterlichen Herausforderungen an die Charakterfestigkeit der Spieler, seinen mysteriösen Ritualen und dem kuriosen Vokabular so wirkt, als existiere in seinem Kern eine geheimnisvolle philosophische Erkenntnis.
Es muss etwas anderes sein als pure Sportbegeisterung, die die Begeisterung für den 22jährigen Tiger Woods ausgelöst hat und die alte Demarkationslinie zwischen den esoterischen Anstrengungen eines Profisportlers und dem Unterhaltungsbedürfnis der Gesellschaft ausradiert hat.
Tatsächlich wäre diese ungewöhnliche Resonanz nicht ohne eine Entwicklung möglich, die sich unaufhaltsam in Amerika ausbreitet, wo eine wachsende Zahl von Athleten, ohne sich je danach gedrängt zu haben, eine Rolle übernehmen, die einst von Politikern, Professoren und Pastoren versehen wurde. Sie setzen in einem System von Bildschnipseln und Tonhäppchen als neue Leitbilder Zeichen für eine Diskussion um Wertvorstellungen und philosophische Prinzipien. Sie sind, auch dann, wenn sie nicht viel reden und - noch schlimmer - nicht viel zu sagen haben, die Quasi-Ideologen einer neuen Zeit. Einer Epoche, in der demokratische Kulturen in allen sozialen Bereichen nach Leistungshierarchien suchen und sich nach Eliteförderung sehnen. Und in der Spitzensportler vorleben, wie einfach eine solche Gesellschaft funktionieren kann, wenn sie perfekt organisiert ist und den immensen Leistungsabraum aus Verlierern und Sportinvaliden geschickt verdeckt: Man spielt und kämpft, akzeptiert alle Regeln und ein paar moralische Grundsätze wie Fairness und Teamgeist und vertraut darauf, dass man sich auf diese Weise nach oben arbeitet.
Das Besondere an Tiger Woods: Er ist nicht nur ein idealer Prototyp für die soziologische Umschichtung. Er ragt gleichzeitig - als dunkelhäutiges Wunderkind, das sich über alle Benachteiligungen hinwegsetzen konnte, weil es sein Leben lang nichts anderes getan hat, als Golf zu spielen, aus ihr heraus. Und zwar in einer Weise, die ihn zum ersten ernsthaften Kandidaten dafür macht, die politische Entwicklung, die vor einer Weile in Amerika begann, in andere Teile der Welt zu tragen. Die Voraussetzungen sind günstig. Die Sportart, die er repräsentiert, ist international und hat einen elitären Beigeschmack. Er hat einen griffigen Spitznamen, einen multikulturellen Background, tadellose Manieren und ein gewinnendes Lächeln. An seiner Seite stehen weltweit agierende Werbepartner, die in Größenordnungen von Milliarden denken - und nicht zu vergessen, er besitzt eine unwiderstehliche Art, mit einem Golfschläger umzugehen.
Bis wir beurteilen können, welchen Einfluss ein Individuum wie Tiger Woods auf das Sozialgefüge im globalen Dorf hat und welchen Einfluss das Gefüge auf ihn, werden wir uns allerdings noch eine Weile mit den Teilen eines Puzzles benügen und mit Fragen beschäftigen, die niemand beantworten kann, wenn ein Athlet im Raketentempo zum Medien-Phänomen wird und zum Futter für die Instant-Kultur, die darauf angelegt ist, alle möglichen Reiz-Rezeptoren zu stimulieren, ohne sie je wirklich zu befriedigen...
...Wie stark sein Charakter ist, sich auch weiterhin in dem mächtigen Energiekreislauf aus Sport, Glamour und Werbung zu behaupten, kann niemand sagen. Auch nicht sein redegewaltiger Vater Earl, der das Talent förderte und formte. Idole zehren nicht von der Macht der Marketing-Mechanismen. Sie reflektieren die Stimmungsströmungen einer Welt, die nach neuen Identifikationssymbolen sucht und die ihre Vorbilder nur so lange akzeptiert, wie sie den Ansprüchen genügen."


Aus Tiger Woods – Charisma für Millionen, erschienen 1998 im Sportverlag.

Der Züricher Tages-Anzeiger schrieb bei Erscheinen in seiner Rezension: "Ein Buch, das dort beginnt, wo die Tages- und Fan-Berichterstattung aufhört..."

10. Dezember 2009

Die Moral der Tanz-Clowns

Die Tiger Woods Webseite tigerwoods.com wird ganz offensichtlich nicht von ängstlichen Betreibern überwacht. Sonst würden sich nicht seit Tagen unter einem älteren Beitrag über ihn und seine Reisen hunderte von Leuten mit hässlichen Kommentaren verewigen dürfen. Der Auslöser war die Frage eines Menschen und die Antwort dazu, in der Tiger Woods sich wie ein Briefkastenonkel gibt. "Ich kann mir vorstellen, dass es hart ist, von ihnen so weit weg zu sein, wo du jetzt Kinder hast", schrieb ein Rupert aus Houston. Worauf der Golfer mit den Worten reagierte: "Du hast total recht. Es ist sehr schwer geworden, Elin und die Kinder zurückzulassen. Und ich denke, das wird nur noch schwieriger." Solche Sätze sind ein gefundenes Fressen für ein Publikum, das jedes Wort des ehemaligen Mister Clean Image auf die Goldwaage legt.

Tiger Woods hat nicht viele Apologeten. Aber zumindest einer ist darunter, der wortmächtig genug ist, die gesamte amerikanische Medienmaschinerie zu attackieren. Jason Whitlock, der schon häufiger den Antagonisten heraushängen ließ, weist in einem ellenlangen und nicht wirklich kohärenten Text darauf hin, dass die Tatsache, dass Woods als Repräsentant des schwarzen Amerika (durch die Abstammungslinie seines Vaters, die Mutter kommt aus Thailand) vor allem darunter leiden muss, dass er eine weiße Frau und dazu noch eine Blondine geehelicht hat. Andernfalls wären seine Verfehlungen auf dem Niveau von Mike Tyson und seiner ersten Frau Robbie Givens abgehandelt worden und schnell abgehakt gewesen.

Wo Whitlock gut auf den Punkt kommt, ist in dem Vorwurf an die Adresse irgendwelcher selbsternannter Moralapostel aus den Medien, darunter auch Herm Edwards (Sohn eines schwarzen Armeeangehörigen und einer deutschen Mutter), die so tun, als gehe es wirklich darum, einem Menschen wie Woods das Gelöbnis zur Monogamie abzuverlangen (während der Rest der Welt nicht die Bohne nach diesem Standard lebt). Ganz zu schweigen von jenem völlig verzerrten Blick auf das Leben von Stars.

"Zu dem Zeitpunkt, als das Geld des Fernsehens und das Scheinwerferlicht dafür sorgte, dass ein 20-jähriger Athlet auf einen Schlag ein Millionär, ein Prominenter und eine Marke werden kann, wurden die Jordans, Peyton Mannings, Le Bron James, Roger Clemens, Tiger Woods und die Michael Phelps dieser Welt so etwas wie Jon Bon Jovi, Mick Jagger, George Clooney, LL Cool J, Brad Pitt, Britney Spears, Elizabeth Taylor und Robert Redford. Mit wievielen Frauen hat deiner Meinung nach Jagger in seiner besten Zeit gepennt? Sein Reichtum, sein Ruhm und sein Aussehen sind blass im Vergleich zu dem von Tiger." Mit anderen Worten: "Der typische Rock- oder Filmstar würde über Tiger lachen und seinen Sexualtrieb in Frage stellen, wenn der Golfer sich auf eine Zahl von 50 [Frauen] oder weniger seit seiner Heirat beschränlen würde und auf 500 in seinem gesamten nachpubertären Leben."

Wer hat hauptsächlich Schuld daran, dass so gut wie niemand in den amerikanischen Medien das Thema Woods auf eine kluge Weise bearbeitet? Der world wide leader in sports? "ESPN hat den Sportjournalismus umgebracht. Es hat unsere Besten und Intelligentesten angestellt und sie überbezahlt und sie mit Ruhm überschüttet und dabei viele von ihnen in Tanz-Clowns verwandelt, die nicht darauf vorbereitet sind, die Sportwelt zu analysieren, die sie angeblich behandeln."

Und dann zitiert Whitlock einen Soziologen, der sich an den Fall O. J. Simpson erinnert fühlt, in dem die weiße Ex-Frau eines der beiden Mordopfer war. Der meint, dass sich das weiße und das Geschäfts-Amerika sich betrogen fühlt, wenn ein Schwarzer mit Wohlstand und Privilegien versorgt worden ist und dann doch nicht dem übermenschlichen Image entspricht, dass seine Sponsoren von ihm entworfen haben.

4. Dezember 2009

"Der ganze Respekt ist weg"

Man bekommt irgendwann ein Gefühl von information overload, wenn man sich ständig mit den Entwicklungen und neuesten Enthüllungen rund um Tiger Woods beschäftigt. Nachdem die eigentliche Frage geklärt scheint, wenn auch nur durch durchgesickerte Hinweise der beteiligten Frauen und eine vage formulierte Stellungnahme seitens Woods, möchte man sich wieder anderen Dingen zuwenden. Sex unter dem Einfluss der verschreibungspflichtigen Einschlafhilfe Ambien? Wer will das wissen? Sex drei- oder sogar viermal pro Nacht in einer 5000 Dollar pro Nacht teuren Villa mit eigenem Swimmingpool, eigenem Fitness-Studio auf dem Gelände des Bellagio-Hotels in Las Vegas? Was ist daran so faszinierend? Gerüchte über teure Geldversprechen an die Noch-Ehefrau und eine Überarbeitung des Ehevertrages, um das Gesicht zu retten? Wollen wir das wirklich so genau dargelegt bekommen?

Eigentlich sollte man den ganzen Fall wie Jesper Parnevik sehen, jener eigenwillige schwedische Golfer, der in seiner besten Zeit Zweiter der British Open und im Ryder Cup eine richtige Turbine der europäischen Mannschaft war: Er und seine Frau hatten Elin Nordegren als Au-Pair-Mädchen beschäftigt und sie mit Woods bekannt gemacht. Parnevik, der zur Zeit in der Q School in Florida um die Tourkarte kämpft, sagte ohne viel Drumherum: "Wir haben wohl gedacht, dass er er in besserer Typ ist, als er wirklich ist." Die Parneviks würden sich deshalb am liebsten bei Nordegren entschuldigen. Hier seine Aussage vor der Kamera des Golf Channel:


Parnevik: "Der ganze Respekt, den ich für ihn hatte, ist weg."

2. Dezember 2009

Die Stimme des besorgten Ehemannes

Wenn das so weitergeht, müssen wir hier noch den Tiger-Woods-Live-Blog eröffnen. Die Ereignisse scheinen sich zu überschlagen. Nachdem die Polizei die Sache gestern abgehakt hat, kommt nun die erste Anrufbeantworter-Aufnahme auf den Markt: Woods erklärt seiner Freundin Jaimee Grubbs, die möge doch ihren Namen aus dem eigenen Telefon tilgen. Elin Nordegren habe sich im Anrufverzeichnis seines Apparates umgeschaut und würde womöglich alle verdächtigen Nummern anrufen. Er klingt nicht halb so cool wie auf den Pressekonferenzen.

(via The Big Lead)

Nachtrag: Der Tonbandaufnahme, deren Echtheit wohl nicht zu bestreiten war, folgt das rasche verschleierte Geständnis eines kleinlauten Superstars, der um sein Image fürchtet:

"I have let my family down and I regret those transgressions with all of my heart. I have not been true to my values and the behavior my family deserves. I am not without faults and I am far short of perfect. I am dealing with my behavior and personal failings behind closed doors with my family. Those feelings should be shared by us alone."

PR-taktisch gesehen ist das der erste Schritt, den weiteren Ausgrabungen der Boulevard-Medien in den USA die Energie zu nehmen. Prognose: Trotzdem werden wir in den nächsten Tagen noch eine Reihe von neuen Geschichten zu hören bekommen. Und irgendwann werden wir uns wohl auch ausmalen können, an wieviel seidenen Fäden die Ehe zwischen Tiger Woods und Elin Nordegren hängt.

Nachtrag 2: Der Polizeibericht beschreibt die kurze Reise von Woods in seinem Cadillac durch die Nachbarschaft. Er hat auch eine Hecke gestreift.

1. Dezember 2009

Tiger Woods: Andere Frauen geben Affären zu

Die Polizei in Windermere scheint die Sache mit einem Knöllchen über 164 Dollar für den Autounfall abgehakt zu haben. Der Verdacht einer Attacke der Hausfrau, bei der der Ernährer eine butige Unterlippe davontrag, wird nicht untersucht. Wo kein Kläger da ist auch kein Richter. Gut. Sieht nach Schlusstrich aus.

Aber, hoppla: Was ist denn das? Da kommt eine Frau aus dem tiefen Nebel des amerikanischen Beziehungsalltags hervor und sagt sinngemäß folgendes: Sie habe 31 Monate lang eine Beziehung zu Tiger Woods gehabt und nach Angaben des Magazins US Weekly zwanzigmal mit dem Ernährer gepennt. Jamiee Grubbs heißt die Frau, die vermutlich nur deshalb so lange für diese Enthüllungen gebraucht hat, weil unter dem Vertrag mit dem Magazin noch nicht die richtige Honorarsumme stand. US Weekly hat nicht nur die Aussage von Ms. Grubbs, sondern angeblich von Tiger Woods verfasste Schreiben und die Aufzeichung einer Aufnahme vom Anrufbeantworter, in der der Golfer angeblich eine Andeutung macht, dass die Hausfrau in Windermere den Braten gerochen hat.

Als ob das noch nicht genug wäre: auch Radar Online hat "mehrere andere Frauen" ausfindig gemacht, die ebenfalls sexuelle Beziehungen mit dem einst so unbefleckt wirkenden Weltmeister des perfekten Images gehabt haben wollen.

Weshalb wir an dieser Stelle gerne dieses Video verlinken, das irgendwo in Asien zusammengestrickt wurde und als Krönung eine Animation enthält, in der die Vorgänge aus der Nacht zum Freitag auf eine Weise rekonstruiert wurden, von der man sagen möchte: Ja, so muss es gewesen sein. Die Hausfrau hatte die Nase voll von den Geschichten und rastete aus.

29. November 2009

Der Klingelbeutel: Wendekreis des Hydranten


Die Aufzeichnung des Notrufs in Windermere/Florida wurde herausgegeben, durch den die Polizei und Ambulanz alarmiert wurde, nachdem Tiger Woods mit seinem Cadillac in der Nacht zum Freitag gegen einen Baum gefahren war. Der Name des Golfers wird in dem Telefonat nicht erwähnt. Der Name des Anrufers wurde ausgeblendet. Der Wagen sah an dem Abend übrigens so aus: Nicht so kaputt, dass man die hinteren Scheiben mit einem Golfschläger zertrümmern musste, um den Fahrer aus dem Wagen zu helfen.

• Rachel Uchitel ist nach Los Angeles geflogen und hat sich eine Anwältin genommen. Und zwar eine berühmte mit Namen Gloria Allred. Das sieht nach mindestens einer Klage gegen den National Enquirer aus, der die Geschichte mit der Tiger-Woods-Affäre in die Welt gesetzt hatte.

• Tiger Woods hat zwar erneut abgelehnt, mit der Polizei zu sprechen und statt dessen einen Anwalt an die Tür geschickt, wo der den Führerschein und den Versicherungsnachweis vorlegte und damit das Minimum an Kooperation an den Tag gelegt, das in Florida bei Verkehrsunfällen verlangt wird. Aber er hat sich zumindest an die Öffentlichkeit gewandt. Zitat: "Diese Situation ist mein Fehler. Und sie ist offensichtlich für meine Familie und mich beschämend. Ich bin ein Mensch. Und ich bin nicht perfekt. Ich werde ganz sicher dafür sorgen, dass dies nicht noch einmal passiert." Die Stellungnahme wurde auf seiner Webseite tigerwoods.com publiziert und ist nicht mehr als ein durchsichtiger Versuch, den Sachverhalt nicht aufzuklären. Deshalb sehr zu empfehlen: die neueste Kolumne von George Vecsey in der New York Times, die Woods unmissverständlich vorhält, dass er sein Image mit seinem Verhalten "geradewegs ins Rough, zwischen die Bäume und in den Teich" schießt: "Er sieht wie ein Mann aus, der etwas zu verbergen hat."

• Sein Privatleben hat Tiger Woods schon immer extrem gehütet (wir erinnern an folgenden Fall, für den der Schiffbauer seiner Yacht namens Privacy am Ende 1,6 Millionen Dollar an den Golfer zahlen musste). Aber hin und wieder dringen ein paar Dinge durch. Zum Beispiel seine Sonderwünsche auf Flugreisen: Er mag Bagels mit Erdnussbutter geschnittenen Bananen, ist allergisch gegen Knoblauch, verlangt nach Spielkarten und nach Action-Filmen zur Ablenkung. Seine Frau Elin hätte gerne Fiji-Wasser und ist auch beim Tee wählerisch: Earl Grey soll's schon sein (und zwar mit Honig).

• Der Artikel in der Montagausgabe der FAZ, der den Wissensstand vom frühen Sonntag zusammenfasst.

• Die bewachte Privatsiedlung Isleworth in Windermere außerhalb von Orlando, in die Woods zog, nachdem er Profi wurde, und die er auswählte. weil dort sein lebensälterer Freund Mark O'Meara lebte, ist normalerweise kein Schauplatz für spektakuläre Ereignisse. Das liegt an den Bewohnern, zu denen viele Profigolfer gehören und wohlhabende Athleten aus anderen Sportarten (einst wohnte hier auch Shaquille O'Neal, als er für die Orlando Magic spielte). Aber im September wurde die Ruhe erheblich gestört. Häusliche Gewalt von der ganz brutalen Sorte: Ein Mann brachte seine Frau mit einem Kopfschuss um. Akuter wirtschaftlicher Druck mag eine Rolle gespielt haben: Der mutmaßliche Täter soll seine monatliche Hypothek von knapp 17.000 Dollar nicht mehr bezahlt haben. Das Haus stand für 5,2 Millionen Dollar zum Verkauf. In Isleworth sind so einige Hütten auf dem Markt. Diese Seite hat Bilder und nennt Preise.

28. November 2009

Frau Woods ist aus anderem Holz

Es gab da in diesem Hause schon vor ein paar Tagen den Verdacht, dass die Nachricht von der angeblichen Tiger-Woods-Liaison mit einer New Yorkerin nicht auf kleiner Flamme weiterkochen würde. Aber dass es gleich im Krankenhaus enden würde, war nun wirklich nicht zu erwarten. Wieder unter Vorbehalt, aber überhaupt nicht auszuschließen: Die Klatsch-Webseite tmz.com hat folgende Version der Ereignisse in der Nacht zum Samstag in der Reichenenklave Isleworth außerhalb von Orlando zusammengestöpselt: Demnach hat sich der Golfer die Gesichtsverletzungen, von denen gestern die Rede war, nicht beim Zusammenstoß mit einem Baum zugezogen, sondern die wurden ihm angeblich von seiner Gattin bei einem Disput zugefügt. Und die Information, wonach die gute Dame ihn dadurch gerettet habe, dass sie mit einem Golfschläger ein Fenster zertrümmerte (angeblich weil Woods anders nicht aus dem Auto zu befreien war), bekommt jetzt auch einen anderen Dreh. Demnach sei Elin Nordegren ihrem Ehemann mit besagtem Schläger in der Hand hinterher gelaufen und habe schlecht gelaunt das Auto attackiert. Der Angriff wiederum habe den besten Golfer der Welt beim Fahren aus dem Konzept gebracht. Folge: grobe Fahrfehler wie das Zertrümmern eines wehrlosen Hydranten am Straßenrand und die Bruchlandung am Baum.

Vielleicht werden wir irgendwann den Ablauf der Ereignisse offiziell mitgeteilt bekommen. Aber bis dahin wirkt das wie eine ziemlich sinngerechte Interpretation der Faktenlage. Jede andere hingegen – wie etwa, dass jemand aus seiner eigenen Einfahrt herauskommt und einfach nicht weiß, wo die Straße ist und mit weniger als 50 km/h derart herbe gegen einen Baum fährt – eher dünn. Zumal niemand die Frage beantwortet hat: Was hatte Tiger Woods eigentlich nachts um 2:30 Uhr vor, als er ganz allein sein Haus verließ? Einfach nur den Cadillac spazierenfahren? Oder ein Kaltgetränk am Convenience Store kaufen? Der gleiche Tiger Woods, der gewöhnlich früh abends ins Bett geht und morgens um 6 Uhr Richtung Fitness-Studio marschiert?

P.S. Inzwischen gibt es mehrere Stellungnahmen von Rachel Uchitel, die zur gleichen Zeit im selben Hotel in Melbourne war wie Tiger Woods, in denen sie eine Affäre mit dem Golfer kategorisch dementiert.
Blick zurück: Die Nachricht über den Verdacht auf Seitensprung
Blick zurück: Familienangelegenheit – Tiger nicht zur Taufe

25. November 2009

Tiger Woods: Wo die Liebe hinfällt

California v Stanford
Der National Enquirer hat es am liebsten, wenn er schmuddelige Enthüllungen auftischen kann. Was wohl daran liegt, dass die Zielgruppe des wöchentlich erscheinenden Blatts in die Millionen geht und sich an den Schmuddelgeschichten der Prominenz ergötzt. Immer nach dem Motto: Sind auch nur Menschen. Die meisten Meldungen verweisen auf anonyme Quellen, aber sie haben besonders bei richtigen Stars eine ziemlich hohe Trefferquote. Will sagen: die Pikanterien werden durch aufwändige Recherchen abgesichert.

Und mit dieser Vorbemerkung widmen wir uns ganz kurz dem Privatleben des besten Golfers der Welt, dem die Klatschpostille eine außereheliche Affäre nachsagt. Mit Bildern von der anderen Frau. Er heißt – natürlich – Tiger Woods (oben mit der angetrauten Elin und Tochter Sam neulich in Stanford). Und sie heißt Rachel Uchitel. Die Dame kommt viel herum. Hier wird ihr erst neulich ein Verhältnis mit einem Fernsehschauspieler nachgesagt. Hier verbreitet sie sich als Fachfrau fürs Nachtleben von New York. Hier lernen wir sie als Verlobte eines Mannes kennen, der am 11. September 2001 im World Trade Center sein Leben verloren hat ("Ich hatte keine Chance, mich von ihm zu verabschieden. Ich habe ihm zuhause keinen Abschiedskuss gegeben, weil ich Lippenstift aufgetragen hatte.")

Warum soviel Aufmerksamkeit für eine Klatschmeldung? Weil man gespannt sein darf, welches Format diese Geschichte in den Medien haben wird. Wir reden schließlich nicht nur von Ms. Uchitel, sondern vom reichsten Sportler der Welt. Für Menschen von diesem Kaliber werden Scheidungen meistens ziemlich teuer (siehe Michael Jordan, Greg Norman und Shaquille O'Neal).
Blick zurück: Das Leben in Manhattan – wenn man Nachbarn hat, die jeder kennt

30. September 2009

Tiger Woods: Die erste Milliarde ist geschafft

Es kam der Tag, der kommen musste. Der letzte Tag im September und ein Tag, an dem das Wirtschaftsmagzin Forbes erklärte: Tiger Woods hat soeben die Marke von einer Milliarde Dollar an Einkünften im Rahmen seiner Profilaufbahn überschritten. Die Behauptung basiert in der Hauptsache auf Interpolationen und Annahmen, da die Details der Werbeverträge des besten Golfers der Welt nicht öffentlich bekannt sind. Mit anderen Worten: Kann sein, dass er noch ein gutes Stück drunter liegt. Kann aber auch sein, dass er schon mehr eingenommen hat. Üblicherweise rechnet Forbes beim Hochrechnen wirklich zu hoch.

Die Nachricht wirkt nicht überraschend. Denn so etwas hatten andere bereits vor Jahren prognostiziert. Allerdings dass er eine solche Summe bereits mit 33 Jahren zusammenkratzen konnte, hat dann doch kaum jemand vorhergesagt. Forbes meint übrigens, dass Woods allein bei Nike jedes Jahr um die 30 Millionen Dollar verdient. Was er mit dem Geld macht, weiß das Blatt nicht.

16. August 2009

Tiger patzt. Kaymer auf Platz sechs

Tiger Woods gewinnt zum ersten Mal ein Major nicht, obwohl er ständig in Führung lag und mit zwei Schlägen Vorsprung in die letzte Runde ging. Martin Kaymer wird Sechster und zeigt erneut, was in ihm steckt. Diese PGA Championship werden den Leuten womöglich als historischer Wendepunkt im Gedächtnis bleiben. Der Sieger: Y. E. Yang aus Südkorea zeigte allen anderen Profigolfern, dass man neben Woods nichts in die Knie gehen muss. Es wäre schön, wenn sich daran auch andere ein Beispiel nehmen.

21. Juni 2009

US Open: Hank und das Wetter

Hinweis in eigener Sache. Ein Porträt von Hank Haney, dem Trainer von Tiger Woods, ist heute in der FAS erschienen. Anlass: die US Open in Bethpage, bei denen frühestens ab heute mittag Ortszeit weitergespielt wird. Die Regenmengen von gestern abend waren sintflutartig. Die neuerliche Verschiebung bedeutet, dass die vierte Runde des Turniers auf jeden Fall erst am Montag zu Ende gehen wird. Theoretisch bedeutet das aber nicht wirklich das Ende. Sollten zwei oder mehr Spieler dann ex equo an der Spitze liegen, gibt es ein Stechen über 18 Löcher – am Dienstag. Eine weitere Golf-Geschichte ist heute in der Schweizer SonntagsZeitung erschienen. Da geht es um den besonderen Charakter des Turniers, für das sich auch Amateure qualifizieren können, vorausgesetzt sie sind richtig gut. Das waren in diesem Jahr mehr als 9000 Freizeitspieler. Den Text gibt es nur am Kiosk.

20. Juni 2009

Die Koffer stehen bereit

Die Wetterverhältnisse beim Golf in Bethpage sind verschärft. So verschärft, dass Tiger Woods gleich losgeht – am dritten Tag der US Open – um seine zweite Runde zu spielen. Den ersten Teil der ersten Runde hatte er am Donnerstagmorgen abgeliefert. Den zweiten gestern früh. Beide Teile unter schwierigen Bedingungen. Und für heute muss man erneut mit Trouble von oben rechnen. Diesmal wird es vermutlich nicht nur Regen geben, sondern womöglich auch Gewitter. Eine Situation, bei der man zehntausende von Zuschauern in Sicherheit bringen muss und das Spiel unterbrochen wird.

Wenn er sich nicht verbessert – sein Zwischenstand ist vier über Par – kann er seine Koffer packen. Warum? Die Leute an der Spitze konnten gestern in der zweiten Tageshälfte spielen, teilweise bei strahlendem Sonnenschein und auf einem Platz, der aufgrund des Regens seine Fangzähne eingebüßt hatte. Wenn die Grüns wattig weich sind anstatt knallhart, wie sonst bei den US Open, platzieren die Profis ihre Bälle viel näher an die Fahnen. Und da die Grüns auf dem Bethpage Black nicht diabolisch gestaltet sind, kommen auf diese Weise einige Birdies zustande. Diese Vorausetzungen hat Woods heute fürs erste auch. Aber nicht, wenn die Himmelschleusen aufgehen. Zuviel Wasser produziert auf diesem Platz auch wieder Probleme. Das konnte man am Donnerstag sehen, als Brigaden von Helfern mit Wischroll-Geräten herumliefen, um die enormen Pfützen wegzubringen. Schafft also Tiger Woods überhaupt den Cut? Das ist die Frage des Tages. Martin Kaymer hat ein ähnliches Schicksal getroffen. Auch er muss sein Zwischenresultat verbessern. Auch er saß gestern den ganzen Tag herum.

Mehr zum Thema auf faz.net: "Spielen, bis ein Champion gefunden ist"

15. Juni 2009

An der Strippe

Das letzte Mal als uns auf diesen Seiten der ESPN-Moderator und Interviewer Scott Van Pelt über den Weg gelaufen ist, ging es um ein Gespräch zwischen ihm und über-Blogger Will Leitch von Deadspin. Davor tauchte er im ersten Teil einer Serie von witzigen ESPN-Werbespots auf, die wir nacheinander vorgestellt haben. Beide Male ließ sich erkennen, dass Mr. Van Pelt, ein ziemlich langer Lulatsch mit lichtem Haar, etwas von Selbstironie versteht und bei Gelegenheit auch als Stilmittel einsetzt. Vielleicht wurde er deshalb von Videospiele-Hersteller Electronic Arts ausgesucht, um als Pappfigur und als Stimme vom Band in diesem neuen Werbeauftritt von Tiger Woods mitzuwirken. Ob der Witz allerdings drei Minuten verdient hätte, ist eine andere Geschichte (via With Leather)