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12. Juli 2010

Stadt zwingt Team zum Bleiben: Mit riesigen Subventionen

Es wäre alles halb so schlimm, wenn amerikanische Politiker nicht dauernd ganz ganz generell gegen Subventionen wettern würden. Wenn sie Kultur und Museen und Theater fördern würden und nicht alles einfach dem kleinsten gemeinsamen Trash-Geschmacks-Nenner überlassen würden. Stattdessen schmeißen sie immer wieder den Eigentümern von Sportclubs (und damit den überbezahlten Athleten) das Geld des Steuerzahlers in den Rachen. Angeblich ist das gut für die Förderung des Lokalstolzes und soll auch Arbeitsplätze schaffen (klar: für Hot-Dog-Verkäufer und Parkwächter). Die Liste ist ellenlang und riecht nach einem System, bei dem die Wohlhabenden und Gutvernetzten den politische weniger gut Vertretenen in die Tasche fassen. Jüngstes Beispiel: die Indiana Pacers zwangen die Stadt Indianapolis, 33,5 Millionen Dollar auszugeben, um auf diese Weise die Abwanderung des Teams zu verhindern. Das Geld geht in die Unterhaltung der Halle in der Innenstadt (Conseco Fieldhouse) und riecht nach einem hübschen Geschenk. Denn der Club ist der de-facto-Manager der Arena und verdient an allem mit, was sonst noch dort auf die Beine gestellt wird. Um diese Geschäfte abzuwickeln, verlangten die Pacers einen Zuschuss und erhielten zehn Millionen Dollar pro Jahr von der Stadt.

Schon klar, wer den Schaden hat... Die Mannschaft ist auch noch extrem grottig und wird bis auf weiteres keine Rolle in der NBA spielen. Der Interessante im Team: Tyler Hansbrough, der vor einem Jahr aus dem überragenden Pool der Jungs von North Carolina gedraftet wurde.

1. Juli 2009

Der Klingelbeutel: Wenn man nicht zählen kann

Die Boston Red Sox zeigen einen interessanten Fall von Regelkenntnis. Sie traben in einem Inning gegen die Baltimore Orioles bereits nach zwei Outs vom Feld. Der Fernsehkommentator sagt, so was habe er noch nicht gesehen. Musst du gucken.

• Im Automobilrennsport haben Familien und deren patriarchalischen Strukturen schon immer einen Einfluss auf die Geschäfte gehabt. Man denke an die Familie France und NASCAR auf der Organisatorenseite oder an die Pettys und Earnhardts und Andrettis auf der Fahrerseite. Auf diese Weise wurde dann auch Familienmitglied Tony George in Indianapolis zum Chef in Sachen Speedway. Er spaltete CART, holte NASCAR und die Formel 1 auf die langweilige Rennstrecke (in deren Innenraum sich immerhin Teile eines ganz ordentlichen Golfplatzes befinden) und strickte weiter an dem völlig überkandidelten Anspruch, dass die Stadt der Nabel der PS-Welt sei. Was selten vorkommt (und ein hübsches Echo auf die ganze Mosley-Geschichte in der Formel 1 darstellt): Jetzt wurde George, obwohl jahrelang erfolgreich und noch jung an Jahren aus dem Amt hinausbefördert. Quelle: die Ortszeitung.

• Der erfolgreichste Trainer in der Geschichte der NBA wird wohl ab der kommenden Saison einen Gang zurück schalten. Phil Jackson soll aus gesundheitlichen Gründen die Reisen der Lakers nicht mehr mitmachen. Das sind eine Menge Spiele, denn die NBA hat eine Tabellenrunde mit 82 Begegnungen. Die Andeutungen, die es dazu gibt, haben Spekulationen verursacht, dass man in Los Angeles einen Nachfolger installieren will – und zwar niemand anderen als Coach K, den Mann aus Duke und Trainer der US-Nationalmannschaft, die sich in Peking rehabilitieren konnte. Der Herr mit dem unaussprechlichen Namen verneint. Er gehört nicht mehr zu den Jüngeren und hat finanziell längst ausgesorgt. Allein die Uni zahlt ihm reichlich. Nicht zu reden von seinen anderen Einnahmequellen. In diesem Wikipedia-Eintrag gibt es übrigens eine Unterweisung, wie man seinen Namen auf Polnisch phonetisch korrekt ausspricht. Das hätte man sich für diesen deutschen Wikipedia-Beitrag auch gewünscht und nicht diesen Unfug, er habe einen "komplizierten" Nachnamen.

• Falls es Leser des Blogs noch nicht gemerkt haben sollten: Das Schicksal von Moneyball und dem Versuch, das Buch zu verfilmen, geht uns nach. Über die jüngste Entwicklung hatten wir bereits berichtet. Dieser Nachklapp soll die Sache denn auch nur abrunden. Die Chefproduzentin von Sony erläutert, weshalb sie Regisseur Steven Soderbergh in den Arm gefallen ist und das Projekt gestoppt hat. Der Mann hatte doch tatsächlich versucht, einen kunstvollen Film zu drehen und den Anspruch formuliert, dass der Inhalt mit der Realität übereinstimmt. Nein. Realität im Kino, das geht nun echt zu weit.

31. Juli 2007

Nicht genug Speed

Erst kam das Ende der Zusammenarbeit zwischen der Formel 1 und dem Indianapolis Motor Speedway. Und jetzt wurde auch noch der einzige amerikanische Fahrer geschasst. Wenn nicht mal jemand wie Scott Speed in diesen Torpedorohren schnell genug um die Ecke kommt und einer/m Vettel weichen muss, dann gilt wohl wirklich: Name ist Schall und Rauch.