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8. Juli 2009

Der Klingelbeutel: Wie steigert man bizarr?

Die Mordsache Steve McNair bleibt bizarr. Nachdem bekannt wurde, dass die tote Freundin neben ihm wenige Tage vorher eine Waffe gekauft hatte, wurden Rap-Songs ihres Ex-Freundes aufgestöbert. In einem der Musikstücke spricht er eine ähnliche Situation mit kaputtgegangenen Beziehungen und Rachgelüsten an. Jetzt ließ seine Schwester ausrichten, dass der Text nichts mit dem akuten Fall zu tun hat, sondern mit einer Geschichte, die ihren eigenen Ex betrifft. Wer blickt noch durch?

Nachtrag sieben Stunden später: Die Polizei geht nun mehr ganz offiziell davon aus, dass die Freundin erst McNair erschossen hat und dann sich selbst.

• Coach K bleibt wohl der Trainer der US-Basketballnationalmannschaft. Das spricht dafür, dass es aus dem Lakers-Gig nichts wird.

• Die NBA inszeniert die Deflation jenes Schwellenwerts, den sie einst selbst erfunden hatte, um den Anstieg der Spielgehälter zu bremsen. Anstieg? Nichts mehr mit Anstieg. Die Salary Cap sinkt. Demnächst vermutlich sogar dramatisch. Wir werden uns sich demnächst mal etwas ausführlicher mit der Geschichte beschäftigen müssen. Denn sie wird sich ganz direkt auf den nächsten Nowitzki-Vertrag auswirken. Bis dahin sollte mal ein kurzer Blick zurück genügen. In diesem Post steht ziemlich klar, dass die NBA unter einer extremen Verzerrung des Gehaltssystem leidet. Nicht die Besten und Erfolgreichsten verdienen querbeet am besten. Wenn das so wäre, wäre der Druck auf die Gehaltsstruktur nicht halb so stark.

1. Juli 2009

Der Klingelbeutel: Wenn man nicht zählen kann

Die Boston Red Sox zeigen einen interessanten Fall von Regelkenntnis. Sie traben in einem Inning gegen die Baltimore Orioles bereits nach zwei Outs vom Feld. Der Fernsehkommentator sagt, so was habe er noch nicht gesehen. Musst du gucken.

• Im Automobilrennsport haben Familien und deren patriarchalischen Strukturen schon immer einen Einfluss auf die Geschäfte gehabt. Man denke an die Familie France und NASCAR auf der Organisatorenseite oder an die Pettys und Earnhardts und Andrettis auf der Fahrerseite. Auf diese Weise wurde dann auch Familienmitglied Tony George in Indianapolis zum Chef in Sachen Speedway. Er spaltete CART, holte NASCAR und die Formel 1 auf die langweilige Rennstrecke (in deren Innenraum sich immerhin Teile eines ganz ordentlichen Golfplatzes befinden) und strickte weiter an dem völlig überkandidelten Anspruch, dass die Stadt der Nabel der PS-Welt sei. Was selten vorkommt (und ein hübsches Echo auf die ganze Mosley-Geschichte in der Formel 1 darstellt): Jetzt wurde George, obwohl jahrelang erfolgreich und noch jung an Jahren aus dem Amt hinausbefördert. Quelle: die Ortszeitung.

• Der erfolgreichste Trainer in der Geschichte der NBA wird wohl ab der kommenden Saison einen Gang zurück schalten. Phil Jackson soll aus gesundheitlichen Gründen die Reisen der Lakers nicht mehr mitmachen. Das sind eine Menge Spiele, denn die NBA hat eine Tabellenrunde mit 82 Begegnungen. Die Andeutungen, die es dazu gibt, haben Spekulationen verursacht, dass man in Los Angeles einen Nachfolger installieren will – und zwar niemand anderen als Coach K, den Mann aus Duke und Trainer der US-Nationalmannschaft, die sich in Peking rehabilitieren konnte. Der Herr mit dem unaussprechlichen Namen verneint. Er gehört nicht mehr zu den Jüngeren und hat finanziell längst ausgesorgt. Allein die Uni zahlt ihm reichlich. Nicht zu reden von seinen anderen Einnahmequellen. In diesem Wikipedia-Eintrag gibt es übrigens eine Unterweisung, wie man seinen Namen auf Polnisch phonetisch korrekt ausspricht. Das hätte man sich für diesen deutschen Wikipedia-Beitrag auch gewünscht und nicht diesen Unfug, er habe einen "komplizierten" Nachnamen.

• Falls es Leser des Blogs noch nicht gemerkt haben sollten: Das Schicksal von Moneyball und dem Versuch, das Buch zu verfilmen, geht uns nach. Über die jüngste Entwicklung hatten wir bereits berichtet. Dieser Nachklapp soll die Sache denn auch nur abrunden. Die Chefproduzentin von Sony erläutert, weshalb sie Regisseur Steven Soderbergh in den Arm gefallen ist und das Projekt gestoppt hat. Der Mann hatte doch tatsächlich versucht, einen kunstvollen Film zu drehen und den Anspruch formuliert, dass der Inhalt mit der Realität übereinstimmt. Nein. Realität im Kino, das geht nun echt zu weit.

29. März 2009

Auf Socken rocken

Für Leute, die schon die erste Lip-Sync-Version des Bob-Seeger-Songs aus dem Tom-Cruise-Film Risky Business daneben fanden, mit dem die Firma Guitar Hero sich vor ein paar Monaten viral in Szene setzte, gibt es jetzt die Steigerung: Noch mehr daneben (oder sagt man da vielleicht sogar: danebener?). Coach K (Duke und US-Nationalmannschaft) sowie Basketball-Zampanos aus dem College wie Bob Knight (zuletzt bei Texas Tech, jetzt bei ESPN), Rick Pitino (Louisville, heute als hoher Favorit vorgeführt worden und ausgeschieden) und Roy Williams (North Carolina, ziemlich sicher nächste Woche der Titelgewinner) alle in kurzen Hosen und auf Socken und mit unbewegten Mienen. Der Witz besteht angeblich darin, dass sie Metallica-Songs spielen sollen, was natürlich bei Leuten aus dieser Generation eine konsternierte Reaktion hervorruft. Worauf man besonders achten sollte, sind die Frisuren der vier, die auch sonst so etwas wie Teil ihres Images sind. Zusätzlich zu den schlecht gelaunten Gesichtern.

28. Juli 2008

Der K-u-K-u-K ruft

Das K-u-K-u-K-Regime (Coach K, Kobe und Kidd). Der Bericht über die amerikanische Basketballnationalmannschaft, der in der vergangenen Woche in der gedruckten Ausgabe der FAZ erschien (und zwar vor dem Kanada-Spiel, bei dem die Jungs einen sehr unterhaltesamen Gig ablieferten), ist nun online erschienen.
Blick zurück: Was Coach K verdient
Blick zurück: Das Coach K-Porträt aus Anlass der WM vor zwei Jahren

16. März 2007

Darf's ein bisschen mehr sein? Was Coach K verdient

Studentenbasketball in Amerika geht so: die Spieler in der Division I, die zur Zeit ihren Meister ausspielt, bekommen volle Stipendien und hervorragende Sportanlagen. Die Trainer bekommen einen Haufen Geld und können ihre Einnahmen über Werbeverträge und bezahlte Auftritte als Redner weiter aufbohnern. Die Leistungen sind nicht unbedingt finanziell wirksam und das Ganze steht in keinem proportionalen oder auch reziproken Verhältnis zueinander. Sie sind einfach nur Teil von March Madness - auf gut Deutsch: ganz schön meschugge das alles. Ein paar Beispiele hat der Wirtschaftsfernsehkanal CNBC aus aktuellem Anlass auf seiner Weibseite ausgegraben:
Im letzten Jahr hat Duke 8,133 Millionen Dollar für Basketball ausgegeben und dabei einen Überschuss von 4 Millionen Dollar erzielt. Die Universität, die Duke aus dem Weg geräumt hat - Virginia Commonwealth - nahm in der gleichen Zeit 11,97 Millionen Dollar in die Hand, um ein Sportangebot in 14 verschiedenen Disziplinen zu finanzieren. Dabei wurde ein Minus von 1,13 Millionen Dollar im Basketballbereich verbucht. Duke Trainer Mike Krzyzewski ("Coach K") erhält 1,5 Millionen Dollar pro Jahr von der Universität in Form von Gehalt und Leistungsprämien. Sein Kontrahent Anthony Grant, kam in diesem Jahr mal gerade auf etwas mehr als 300.000 Dollar. Er sollte bei der nächsten Gelegenheit Honorarpaket nach oben hieven können. Die Werbewirkung für Virginia Commonwealth nach dem Sieg gegen den traditionellen Favoriten ist beachtlich (via deadspin).
Blick zurück: Der Bericht zur Niederlage von Duke