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12. Juli 2010

Stadt zwingt Team zum Bleiben: Mit riesigen Subventionen

Es wäre alles halb so schlimm, wenn amerikanische Politiker nicht dauernd ganz ganz generell gegen Subventionen wettern würden. Wenn sie Kultur und Museen und Theater fördern würden und nicht alles einfach dem kleinsten gemeinsamen Trash-Geschmacks-Nenner überlassen würden. Stattdessen schmeißen sie immer wieder den Eigentümern von Sportclubs (und damit den überbezahlten Athleten) das Geld des Steuerzahlers in den Rachen. Angeblich ist das gut für die Förderung des Lokalstolzes und soll auch Arbeitsplätze schaffen (klar: für Hot-Dog-Verkäufer und Parkwächter). Die Liste ist ellenlang und riecht nach einem System, bei dem die Wohlhabenden und Gutvernetzten den politische weniger gut Vertretenen in die Tasche fassen. Jüngstes Beispiel: die Indiana Pacers zwangen die Stadt Indianapolis, 33,5 Millionen Dollar auszugeben, um auf diese Weise die Abwanderung des Teams zu verhindern. Das Geld geht in die Unterhaltung der Halle in der Innenstadt (Conseco Fieldhouse) und riecht nach einem hübschen Geschenk. Denn der Club ist der de-facto-Manager der Arena und verdient an allem mit, was sonst noch dort auf die Beine gestellt wird. Um diese Geschäfte abzuwickeln, verlangten die Pacers einen Zuschuss und erhielten zehn Millionen Dollar pro Jahr von der Stadt.

Schon klar, wer den Schaden hat... Die Mannschaft ist auch noch extrem grottig und wird bis auf weiteres keine Rolle in der NBA spielen. Der Interessante im Team: Tyler Hansbrough, der vor einem Jahr aus dem überragenden Pool der Jungs von North Carolina gedraftet wurde.

16. März 2009

Kevin bald allein zuhaus?

Sacramento hat seit letzten November einen Bürgermeister, der einst bei den Phoenix Suns in der NBA spielte. Er heißt Kevin Johnson (Bild) und wird demnächst erleben, wie gnadenlos die NBA Männern wie ihm einen Streich spielt. Das Timing ist grotesk. Die Hauptstadt des Bundesstaates Kalifornien leidet wie keine andere Stadt im Westen unter den Steuerproblemen, die die Finanz- und Wirtschaftskrise mit sich gebracht hat. Da rächt sich dann, dass man als Regierungssitz von einer einzigen Geldpipeline abhängig ist.

Aber das ist noch nicht alles. Die Sacramento Kings wollen eine neue Halle (vorher werden sie sich wohl nicht mehr richtig anstrengen und durch schlechte Leistung die Stimmung in der Stadt verpesten). Gerüchte wurden laut, dass ein neues Domizil in Anaheim wartet. Das funktioniert aber nur dann, wenn die Lakers und Clippers zustimmen. Und das werden sie nur tun, wenn sie eine üppige Kompensation erhalten.

Das Gebuhle um die wenigen freien Städte wird bald noch größer. Auch die Indiana Pacers gehen am Stock und suchen nach einer neuen Bleibe. Und diese Hiobsbotschaft berücksichtigt noch nicht die Tatsache, dass auch die Charlotte Bobcats von Michael Jordan zu den Dead Man Walking gehören. Man darf annehmen, dass sich auf diese Weise die Stadt Seattle wieder relativ preiswert in die NBA zurückschwingen wird. Dort hatte man letzten Sommer die SuperSonics Abschied nehmen sehen (nach Oklahoma City) und würde gerne dem Piraten, der den Club verpflanzt hat, die von Gerichts wegen zugestandenen 30 Millionen Dollar Schadensersatz abknöpfen. Die Bedingung dafür ist nicht ganz leicht zu erfüllen. Man braucht eine modernisierte Halle und ein neues Team.

20. Juni 2007

Strafe für Ballermann Jackson: Putzen, Anstreichen - stundenlang

Ich habe noch nicht gesehen, wie groß das blaue Auge ist, mit dem Basketball-Profi Stephen Jackson von den Golden State Warriors heute davon gekommen ist. Den Namen von seinem Anwalt sollte man für alle Fälle in sein Adressverzeichnis aufnehmen. Der Mann versteht was von seinem Beruf. Jackson hatte im letzten Oktober vor einem Strip-Club in Indianopolis mit seiner Pistole herumgeballert und war deswegen angeklagt worden. Eine Gefängnisstrafe schien unvermeidlich, da er mit der Tat gegen die Bewährungsauflagen verstoßen hatte, die er sich wegen seiner Rolle beim Artest-Zwischenfall in Detroit eingehandelt hatte (beide rannten 2004 in einem Match der Indiana Pacers gegen die Detroit Pistons auf die Zuschauertribüne, um sich mit Fans zu prügeln. Das wurde nicht nur von der NBA geahndet, sondern auch von der Justiz). Das Problem ist quasi vom Tisch (wenn er sich von jetzt an mehr am Riemen reißt und nicht wieder gegen irgendwelche Gesetze verstößt). Nachdem er sich in der Ballermann-Geschichte schuldig erklärte, erhielt er eine Geldstrafe von 5000 Dollar und muss 100 Stunden sogenannten Community Service leisten. Darunter kann man vieles verstehen. Die Staatsanwälte wollen, dass er in einer sozialen Einrichtung putzt und anstreicht und nicht etwa den Insassen das Basketballspielen beibringt. In Detroit kam er ebenfalls mit Community Service davon. In diesem Fall werden es zehn Tage sein.

Die Pacers hatten Jackson im Laufe der Saison im Rahmen eines Spielertausches nach Oakland zu den Warriors geschippert. Dort gehörte er zu den wichtigsten Akteuren, die die Dallas Mavericks und Dirk Nowitzki in der ersten Runde aus den Playoffs kegelten.

Wie ist das normale Leben für jemanden wie Stephen Jackson? Dieses Video aus seiner Zeit mit den Pacers zeigt einen ganzen Tag. Von Waffen war nicht die Rede.

11. Oktober 2006

NBA: Ballermann wird angeklagt

Diese ergänzende Nachricht ist nicht dazu da, weiter auf Stephen Jackson und den Indiana Pacers herumzuhacken, die nachts nach dem Training noch gerne in den Strip-Club gehen. Und auch nicht, um zu berichten, dass Jackson eine Anklage erhalten hat, die ihm eine schwere Straftat und zwei kleinere Vergehen zur Last legt. Der schwere Tatvorwurf lautet: criminal recklessness. Das ist nicht leicht zu übersetzen, weil die amerikanische Rechtsauffassung und die ihr zu Grunde liegende britische Rechtstradition nicht eins zu eins in Ländern wie Deutschland angewendet werden können.

Hier soll auch nicht groß darauf herumgeritten werden, dass er offensichtlich keine Angst hatte, mit seiner Pistole herumzuballern. Nein. Dies soll einfach nur all jenen, die Lust haben, einen amerikanischen Polizeireport in Facsimile lesen wollen, die langwierige Suche ersparen: Der Indianpolis Star hat ihn als pdf-Datei hochgeladen und gelinkt. Hinweis: Mein Firefox-Browser ist zu dumm, pdf-Dateien komplett zu bringen. Ich muss immer auf Explorer umsteigen und die Datei herunterladen.

Blick zurück: Die erste Arena-Geschichte über den Vorfall

6. Oktober 2006

NBA: Ballermann im Strip-Club

Irgendetwas an Mark Cuban fordert einen dazu heraus, ihm ständig kontra zu geben. Vielleicht können wir in der komenden NBA-Saison herausfinden, weshalb das so ist. Aber bis dahin ist noch Zeit. Und so wollen wir ausnahmsweise dem Besitzer der Dallas Mavericks für seinen Beitrag zum Thema "Warum brauchen hochbezahlte NBA-Profis nur drei Stunden am Tag zu trainieren?" ein Kompliment machen (und Matt's Blog dafür, dass er das Thema ausgegraben hat). Denn seit heute morgen wissen wir die Antwort: Damit sie nachts im Strip-Club die Sau rauslassen können und vielleicht noch ein bisschen mit ihren Schusswaffen herumballern. Das stärkt das Nervenkostüm und entspannt zugleich. Was sollte es besseres geben, um sich auf eine so anstrengende lange Spielzeit vorzubereiten?

Hier die Details zum jüngsten Fall. Tatort: der Rio Club in Indianapolis. Die Beteiligten: vier Spieler der Indiana Pacers, darunter der soeben von Dallas im Rahmen eines Tausches abgegebene Marquis Daniels. Am meisten involviert: Stephen Jackson, der fünf Schüsse aus einer Pistole Kaliber Neun Millimeter auf einen Mann abgab, der ihm vorher bei einem Streit einen Faustschlag ans Kinn versetzt hatte und ihn dann versucht hatte, mit dem Auto zu überfahren. Mehr auf der Webseite des Indianapolis Star. (via deadspin)