Die massiven Vorwürfe gegen Sir Allen Stanford verdichten sich. Der Texaner, der sich durch seine Sponsorenrolle im Golf und Cricket eine gutes Quantum an Sympathien erkauft hatte, kann seit gestern nicht mehr behaupten, in seinem Finanzimperium sei alles mit rechten Dingen zugegangen. Sein ehemaliger Finanzchef hat im Rahmen des gegen ihn gerichteten Verfahrens gestanden, an einem riesigen Betrugskomplott beteiligt gewesen zu sein. Wir reden im Moment von 7 Milliarden Dollar, die über die Karibikinsel Antigua kanalisiert wurden, wo der Chef den Adelstitel Sir verliehen bekommen hatte. So bleibt Stanford jetzt nur noch jene klassische Verteidigungslinie, von der sich bisweilen die Geschworenen in Wirtschaftstrafprozessen in den USA tatsächlich überzeugen lassen: Er habe von dem Gewese in seinem Laden überhaupt nichts gewusst.
Der Betrugsfall muss offensichtlich nach dem Konzept eines Pyramidenspiels oder eines Schneeballsystems abgelaufen sein. Dabei verleitet man Investoren über das Versprechen von hohen Renditen, sich von ihrem Geld zu trennen, legt es aber nicht an, sondern verbraucht es für die eigenen Zwecke. Solange frische Summen hereinkommen, lassen sich Rückzahlungsforderungen bedienen. Die Finanzkrise brachte jedoch solche Aktivitiäten zu Fall. Denn plötzlich versuchten mehr Anleger ihr Geld zurückzuerhalten als noch da war. Der riesigste Betrugsfall ist mit dem Namen Bernard Madoff verbunden, der vor ein paar Wochen zu 150 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Der Erfinder dieses Betrugskonzept war übrigens nicht jener Charles Ponzi, der in den USA dafür bekannt wurde. Aber der Name hat sich eingeprägt.
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28. August 2009
20. Juni 2009
Singh mir das Lied von Sir Allen
Es gab schon vor ein paar Monaten Grund, sich ausführlich mit den Geschäftspraktiken des amerikanischen Geschäftsmannes Allen Stanford zu beschäftigen – damals im Deutschlandfunk im Rahmen einer ausführlichen Reportage. Da war der ominöse Fall, bei dem es um mindestens 8 Milliarden Dollar geht, gerade erst ins Rollen gekommen. Die Beziehungen des Texaners zum Sport sind mannigfach. Er hatte undurchsichtige Vereinbarungen mit der Tennisorganisation ATP, mischte im Cricket mit, sponsorte Golfturniere und suchte auf vielerlei Art die Nähe von Athleten, von denen heutzutage so viel Geld verdienen, dass sie sich im großem Stil über das Anlegen desselben Gedanken machen müssen.
In der letzten Woche wurde Stanford, dem sie auf der Karibikinsel Antigua, einer Steueroase, den Adelstitel Sir verliehen haben, festgenommen. Nun versuchte ein Reporter des Wirtschaftsfernsehkanal CNBC ein weiteres Geheimnis zu lüften: Weshalb läuft der Golfprofi Vijay Singh noch immer mit dem Logo von Stanford herum? Der Mann schuldet auch ihm noch immer sehr viel Geld und wird es vermutlich nie bezahlen. Gegenüber Reuters druckste der bekannt wortkarge Singh ebenfalls herum. Immerhin verzichtete er auf der zweiten Runde der US Open auf einen Golfsack mit dem Aufdruck. Vielleicht war er die Fragerei leid.
In der letzten Woche wurde Stanford, dem sie auf der Karibikinsel Antigua, einer Steueroase, den Adelstitel Sir verliehen haben, festgenommen. Nun versuchte ein Reporter des Wirtschaftsfernsehkanal CNBC ein weiteres Geheimnis zu lüften: Weshalb läuft der Golfprofi Vijay Singh noch immer mit dem Logo von Stanford herum? Der Mann schuldet auch ihm noch immer sehr viel Geld und wird es vermutlich nie bezahlen. Gegenüber Reuters druckste der bekannt wortkarge Singh ebenfalls herum. Immerhin verzichtete er auf der zweiten Runde der US Open auf einen Golfsack mit dem Aufdruck. Vielleicht war er die Fragerei leid.
9. April 2009
Vijays Wassershow
Tiger Woods ist wieder gesund und brandgefährlich. Greg Norman hat sich durch seine Platzierung bei den British Open im letzten Jahr ins Teilnehmerfeld gespielt und wird auf Schritt und Tritt von Journalisten an seine größte Fehlleistung erinnnert. Martin Kaymer ist zum zweiten Mal da und sollte diesmal den Cut schaffen. Und was macht Vijay Singh? Er zeigt auf der Trainingsrunde am 16. Loch, wie man den Ball mit einem Schlag ins Loch befördert: in dem man ihn im langen Teich vor dem Grün einmal auftitschen lässt. Ein Zuschauer hat die Szene festgehalten. Video ab:
Ja, wir reden vom Masters, dem ersten Major des Jahres. Es hat heute morgen in Augusta offziell begonnen. Dass Singh das dann noch mal probiert, darf man nicht erwarten.
Ja, wir reden vom Masters, dem ersten Major des Jahres. Es hat heute morgen in Augusta offziell begonnen. Dass Singh das dann noch mal probiert, darf man nicht erwarten.
19. März 2007
Das Fluch-Zeug hebt ab
Es geht diesem Hamburger Wochenblatt wahrscheinlich so ähnlich wie anderen Periodika, die vor der Erfindung des Internets eine ziemlich ruhige Kugel geschoben haben. Auf einmal muss jeden Tag etwas rausgehauen werden, und das ist schwierig. Es sind zwar nur Nachrichten. Aber auch bei denen kommt der bearbeitende Redakteur/Praktikant (siehe Kommentare hier) irgendwann gemein ins Grübeln. Besonders wenn die Ereignisse quasi austauschbar sind. Wie gut, dass da wenigstens einer bei Sport-Bild sitzt, der apokalytpischer, metaphysischer und geographisch griffiger denkt als viele andere und deshalb eine solche Überschrift entwickelt:
"Der Tiger bricht den Fluch von Bay Hill"
Das war am 16. März, einen Tag, nachdem Tiger Woods auf dem Platz außerhalb von Orlando eine hübsche Runde mit 64 Schlägen (sechs unter Par) spielte. Kenner von Der Fluch der Karibik wissen: Nur ein außergewöhnliches Geheimnis kann einen Fluch wirklich brechen. Alles andere gehört in die Rubrik "Fluch neutralisieren". Und so ähnlich muss es dann wohl in Bay Hill gewesen sein.
"Der Fluch ist zurück"
stand nämlich am 17. März über dem Bericht, in dem deutlich wurde, dass Woods wohl nur "auf das Ende seines Fluches beim Arnold Palmer Invitational in Bay Hill" gehofft hatte. Hoffen? Das reicht nicht. Da muss man mehr tun. Zumindest soviel wie Vijay Singh, der am Sonntag das Turnier gewann. Wie schaffte er das?
"Singh bricht den Fluch des 18. Loches"
Das heißt eigentlich hatte er etwas ganz Schlaues gemacht. Er hatte den Fluch ausgetrickst: "Den Grundstein...legte er auf den Front-Nine", schrieb Sport-Bild. Für die ersten neun Löcher brauchte er nur 31 Schläge. Da konnte er am Ende dem 18. Loch so richtig frech ins bissige Gesicht grinsen und spielte eine vier. Ein Par. Also keine Zauberleistung. Aber ein grundsolides Stück Anti-Fluch-Arbeit.
Bei Sport-Bild fahndet man ständig nach Flüchen. Letzte Woche war wohl überall die Hölle los. Also auch im deutschen Eishockey. Es besteht allerdings bis auf weiteres der Verdacht, dass es sich bei bei dem Fluch von Bay Hill um eine Verwechslung handeln könnte. Etwas weiter südlich von Orlando - außerhalb von Montego Bay auf Jamaika - gibt es einen Golfplatz (White Witch), auf dem angeblich eine alte Hexe herumspukt. Sie heißt allerdings Annie Palmer (nicht Arnold Palmer) und lebte im 19. Jahrhundert, brachte drei Ehemänner ins Grab und wurde von einem Liebhaber getötet. Arnold Palmer ist erst einmal verwitwet.
"Der Tiger bricht den Fluch von Bay Hill"
Das war am 16. März, einen Tag, nachdem Tiger Woods auf dem Platz außerhalb von Orlando eine hübsche Runde mit 64 Schlägen (sechs unter Par) spielte. Kenner von Der Fluch der Karibik wissen: Nur ein außergewöhnliches Geheimnis kann einen Fluch wirklich brechen. Alles andere gehört in die Rubrik "Fluch neutralisieren". Und so ähnlich muss es dann wohl in Bay Hill gewesen sein.
"Der Fluch ist zurück"
stand nämlich am 17. März über dem Bericht, in dem deutlich wurde, dass Woods wohl nur "auf das Ende seines Fluches beim Arnold Palmer Invitational in Bay Hill" gehofft hatte. Hoffen? Das reicht nicht. Da muss man mehr tun. Zumindest soviel wie Vijay Singh, der am Sonntag das Turnier gewann. Wie schaffte er das?
"Singh bricht den Fluch des 18. Loches"
Das heißt eigentlich hatte er etwas ganz Schlaues gemacht. Er hatte den Fluch ausgetrickst: "Den Grundstein...legte er auf den Front-Nine", schrieb Sport-Bild. Für die ersten neun Löcher brauchte er nur 31 Schläge. Da konnte er am Ende dem 18. Loch so richtig frech ins bissige Gesicht grinsen und spielte eine vier. Ein Par. Also keine Zauberleistung. Aber ein grundsolides Stück Anti-Fluch-Arbeit.
Bei Sport-Bild fahndet man ständig nach Flüchen. Letzte Woche war wohl überall die Hölle los. Also auch im deutschen Eishockey. Es besteht allerdings bis auf weiteres der Verdacht, dass es sich bei bei dem Fluch von Bay Hill um eine Verwechslung handeln könnte. Etwas weiter südlich von Orlando - außerhalb von Montego Bay auf Jamaika - gibt es einen Golfplatz (White Witch), auf dem angeblich eine alte Hexe herumspukt. Sie heißt allerdings Annie Palmer (nicht Arnold Palmer) und lebte im 19. Jahrhundert, brachte drei Ehemänner ins Grab und wurde von einem Liebhaber getötet. Arnold Palmer ist erst einmal verwitwet.
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13. Januar 2007
Wie peinlich
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