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17. Oktober 2009

Keine Hilfe vom Touchdown Jesus

CFB: Notre Dame vs USC Nov 29
Das ist Nate Montana. Sohn von Joe Montana, einer der besten Quarterbacks in der Geschichte der NFL, der mit den San Francisco 49ers viermal den Super Bowl gewann (und zwar teilweise auf phantastische Art und Weise).
Nate Montana's having a ball in Hawaii!
Im letzten Jahr gehörte der Sohn noch zum Aufgebot der College-Mannschaft von Notre Dame (also jener Universität, an der sich im Schatten von Touchdown Jesus sein damals vergleichsweise dünner Vater damals ohne dicke Muskelpakete auf den Knochen mühsam ins Team kämpfte) und stand im Match gegen USC an der Seitenlinie. Zum Einsatz kam er nicht. Dann wollen wir mal aus Anlass de heutigen Begegnung zwischen Notre Dame und USC in South Bend erzählen, was aus dem Sohn geworden ist. Er wechselte für das Herbst-Semester zu einem Junior College in Kalifornien, um nicht länger am Rand herumzustehen, sondern Spielpraxis zu erleben. Im Frühjahr will er nach Indiana zurückgehen.

14. September 2008

Kaputte Knie (Teil 2)


Der schwergewichtige Cheftrainer der Universitäts-Football-Equipe von Notre Dame war vor seinem Wechsel in die Division I der Offensive Coordinator der New England Patriots in der NFL. Dort war er unter anderem für die Entwicklung von Quarterback Tom Brady zum besten Spielgestalter der Liga mitverantwortlich. Brady wurde vor einer Woche umgenagelt und wird Monate brauchen, um sich von den Folgen des gerissenen Außenbands im Knie zu erholen. Seine Saison ist zu Ende. Kurios, aber wahr: Eine Woche später widerfährt Weis, bei Amerikas erfolgreichster Football-Uni mangels Erfolg ziemlich unter Schuss, ein ähnliches Schicksal, als er im Match gegen Michigan an der Seitenlinie von einem eigenen Spieler umgerannt wurde. Er litt einen zweifachen Bänderriss im rechten Knie. Vor einer Woche hatte Weis Brady noch nette Genesungsgrüße getextet. Der Coach wird nicht ausfallen, sondern auf Krücken seine Arbeit abwickeln. Warum auch nicht? In dieser Saison läuft es erstmals seit seiner Amtsübernahme einigermaßen in South Bend. Das Video oben ist übrigens nichts für schwache Nerven.

P.S.: Weis gehört mit über 2 Millionen Dollar Jahresgehalt übrigens ebenfalls in die Top Ten der Geldschneider im College-Football. Er stand nur deshalb nicht auf der Liste, weil er für eine private Uni arbeitet. Die im letzten Eintrag erwähnten sind Angestellter von öffentlichen Bildungseinrichtungen.

22. September 2007

Der Klingelbeutel: Trikottausch? Nicht möglich

Jemand, der die Philadelphia Eagles so sehr verehrt, dass er sich das Trikot auf die Haut pinseln lässt und nicht im Fanartikel-Laden kauft, wird es akzeptieren, dass die Mannschaft so schlecht ist wie schon lange nicht mehr. Am Sonntag geht es nach zwei Auftaktniederlagen gegen die Detroit Lions, die ein ganzes Jahrzehnt total Banane waren, aber derzeit mit zwei Siegen aus zwei Begegnungen ziemlich gut aussehen. Dieses Trikot kann man nicht gegen das der Lions tauschen, höchstens abwaschen (via The 700 Level).

Christoph Schubert ist zu gut für die Ottawa Senators. Nein, wirklich. Erst geben sie ihm einen Vertrag über drei Jahre und 2,65 Millionen Dollar, was lächerlich anmutet, wenn man sieht, was andere bekommen (und wofür). Jetzt schieben sie ihn einfach nur herum. Am liebsten würde er in der Verteidigung spielen. Aber er muss meistens erneut im Sturm ran. Im ersten Spiel der Vorsaison gegen die Montreal Canadiens hatte er zwei Vorlagen.

Dafür scheinen sie in Ottawa endlich einen Club gefunden zu haben, bei dem sie den Emmentaler Torwart Martin Gerber los werden können. Der Schweizer sitzt seit Monaten auf einem finanziell gut gepolsterten Stuhl und wartet darauf, wohin die Reise geht. Er hatte die ihm zugedachte Position des Torhüters Nummer eins verloren und ist mit 4,75 Millionen Dollar Gehalt pro Jahr als Ersatzmann zu teuer für die Senators, die an allen Ecken und Enden sparen müssen, um die Salary Cap nicht zu überschreiten. Das neue Team? Unbestätigt, aber wahrscheinlich die Los Angeles Kings. Damit wäre Gerber wieder ziemlich genau dort, wo er mal angefangen hat - als Nummer zwei bei den Anaheim Mighty Ducks (inzwischen nur noch Ducks genannt).

Krisenfall Notre Dame stürzt im College-Football weiter ins Nichts. Nach drei erbärmlichen Niederlagen in Folge zu Beginn der Saison (ohne einen von der Offensive produzierten Touchdown), folgte heute gegen Michigan State Lektion Nummer vier (14:34). Was kommt als nächstes? Purdue, UCLA, Boston College und USC, ehe die Marineoffiziersanwärter der Navy aus Annapolis anreisen. Was wird passieren? Notre Dame wäscht Trainer Charlie Weis, weißer geht' nicht.

Foto: flickr/creativecommons/bearklektor

17. September 2007

Notre Dame: Weis weiß nicht weiter


Wir sollten mal über Notre Dame reden. Über den Klang des Namens im amerikanischen College-Football und das Wrack, das daraus geworden ist und wie hässlich es sich dieser Tage bei näherem Ansehen gestaltet. Drei Spiele, drei Niederlagen, kein einziger Touchdown der Offensive Line. Aber ein dicker fetter Fernsehvertrag mit NBC, der noch bis 2010 dem Team als einzigem in den USA exklusive Lizenzeinnahmen garantiert, aber immer mehr an Wert für den Sender verliert, weil die Zuschauerzahlen von seit 1993 (6,2 Millionen Haushalte waren im Schnitt eingeschaltet) auf unter 3 Millionen gefallen sind und weiter sinken werden.

Sagte jemand dick und fett? Angesichts des Sechs-Jahres-Vertrages über 2 Millionen Dollar im Jahr, den Trainer Charlie Weis bekam, als man ihn von den New England Patriots weglotste, sicher kein so falscher Eindruck. Der war in der NFL Offensive Coordinator und ersetzte in Notre Dame einen Trainer, der gefeuert wurde, weil er in seiner letzten Saison eine 6:5-Bilanz aufwies. So hoch waren mal die Ansprüche. In seinen zwei ersten Jahren kam Weis auf Saisonleistungen von 9:2 respektive 10:2. Damit löste er die anfänglichen Erwartungen ein.

Und jetzt das. Wenn ein Deutscher Papst werden kann, warum soll dann nicht eine katholische Universität in den USA beim Footballspiel ins Schleudern kommen? Nichts ist mehr so wie es war. Nicht mal der Mythos vom Touchdown Jesus zieht, der direkt hinterm Stadion an der Wand hängt (siehe Bild). Nicht der Glaube daran, dass eine Mannschaft, die mehr amerikanische Collegemeisterschaften gewonnen hat als jede andere (elf) und sieben Heisman-Trophy-Gewinner hervorgebracht hat, quasi durch Handauflegen die Gegner bezwingt. The Fighting Irish, so der Spitzname, waren sicher mal etwas Besonderes, besonders zu jener Zeit, als College-Football noch dem Profi-Football den Rang ablief und Geschichten über Spieler wie über die Four Horsemen die Runde machten:
"Outlined against a blue-gray October sky, the Four Horsemen rode again. In dramatic lore they are known as famine, pestilence, destruction and death. These are only aliases. Their real names are: Stuhldreher, Miller, Crowley and Layden. They formed the crest of the South Bend cyclone before which another fighting Army team was swept over the precipice at the Polo Grounds this afternoon as 55,000 spectators peered down upon the bewildering panorama spread out upon the green plain below."
So schrieb der Sportjournalist Grantland Rice anno 1924. Epigonen von heute können diese Passage auswendig herunterbeten.

In Notre Dame, was in einer kleinen Stadt namens South Bend/Indiana direkt an der Grenze zu Michigan liegt, haben sie solche Reverenz stets genossen und poliert. So tragen die Spieler nicht nur goldene Helme, sondern bekommen sie jede Woche von fleißigen Kommilitonen frisch lackiert, damit sie im herbstlichen Sonnenlicht so grell glänzen wie nur möglich. Vor jedem Spiel geht die Mannschaft zur einer Messe in der Sacred Heart Basilika, nach der Fans Spalier auf dem Weg zum Stadion stehen, durch das die Spieler marschieren. Nun muss Weis wohl woanders hinpilgern, um himmlischen Ratschluss der Qualitätsstufe extrastark zu finden. Ein lautes plärriges Hosianna, das wusste schon Alois Hingerl, der Münchner im Himmel, reicht nicht. Und dieses Video von seinem legendären Vorgänger Knut Rockne, einem der mitreißendsten Motivatoren, den es im US-Sport je gab, das hat er sicher auch schon hundertmal angeschaut.