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11. November 2007

NHL: Nächstes Jahr in Stockholm und Prag?

Die neue NHL-Saison ist erst ein paar Wochen alt (und hat erstaunlicherweise in New York für ein leichtes Einschaltquotenplus gesorgt), da spekulieren die ersten bereits über die Auslandsabstecher Anfang der nächsten Spielzeit. Die Ottawa Senators in Stockholm gegen? Die New York Rangers in Prag gegen? Die Überlegungen sind simpel: In Ottawa ist Daniel Alfredsson, ein Schwede, der Kapitän. In New York Jaromir Jagr. Dazu kommen seine Landsleute Marty Straka, Marek Malik, Michal Rozsival und Petr Prucha. Der Madison Square Garden ist sozusagen die Außenstelle der tschechischen Nationalmannschaft (via Deadspin und Going Five Hole).

Bei den Rangers erlebt der österreichische Verteidiger Thomas Pöck übrigens seine zweite Durststrecke innerhalb von zwei Jahren. Nachdem er zu Saisonbeginn meistens nur herumsaß und zuschauen musste, steht er mittlerweile im Farm Team in Hartford auf dem Eis. Ob das wirklich besser ist? Sein Landsmann Thomas Vanek, der jeden Monat die Dollars mit der Schubkarre abtransportiert, leidet in aller Öffentlichkeit. In Buffalo erwartet man, dass er Tore schießt. Was tut er? Er steht viel zu oft auf dem Eis, wenn die Sabres Tore kassieren.
Blick zurück: Der Monster-Vertrag für Thomas Vanek

7. Juli 2007

Vanek, hol die Schubkarre heraus: 50 Millionen Dollar für Grazer Eishockeystürmer

Ka-Tsching, Ka-Tsching. Das Geklimper von Geld dürfte dem angehenden Vater Thomas Vanek laut und vernehmlich in den Ohren klingeln. 50 Millionen Dollar über eine vertragliche Laufzeit von sieben Jahren hat der Grazer Eishockeystürmer in der Tasche, ohne auch nur einen weiteren Handschlag tun zu müssen. Das liegt daran, dass die Edmonton Oilers soviel für seine Dienste geboten haben, um Vanek in die abgelegene Stadt im hohen Nordwesten des Kontinents zu locken. Und dass die Buffalo Sabres anschließend gleichzogen. Mit anderen Worten: Nach den Regeln des NHL-Tarifvertrags, der dem 23jährigen nach dem Ablauf seines ersten Vertrages den Status einen restricted free agent eingebracht hatte, bleibt er damit automatisch in Buffalo. Ohne die Details der Vortragsvorlage zu kennen: Man darf davon ausgehen, dass sich sein neuer (alter?) Arbeitgeber den sportlich in Minnesota gereiften Österreicher das Recht vorbehalten wird, ihn per Trade an ein anderes Team abzugeben. Das Geplänkel um Vanek hatte schon früh begonnen und wurde durch die Abschlüsse seiner Teamkollegen Daniel Briere (Philadelphia Flyers) und Chris Drury (New York York Rangers) zu einer einfachen Pokerkonstellation. Die Sabres können sich bei den Oilers dafür bedanken, dass sie den Preis ohne Not derart hochgeschossen haben. Experten hatten mit einem Maximalgehalt von 4,5 Millionen Dollar pro Saison gerechnet. Kein Wunder. Vanek ist zwar ein produktiver und geschickter Torjäger. Aber in den Playoffs - also dann, wenn es wirklich zählt - hat sich das bislang noch nicht niedergeschlagen.

Laut sportnet.at (wo man zur Nachricht eine Dia-Show von seinem Heimaturlaub findet) soll Steve Bartlett, der Agent von Thomas Vanek, zur Reaktion des Österreichers gesagt haben: „Ich glaube Thomas war geschockt. Ich habe ihm immer gesagt, dass wir einen guten Vertrag bekommen werden, aber ich schätze er hat es nicht geglaubt. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es selbst glauben kann.“

Nachtrag: Wie sauer die Sabres über die Offerte der Oilers sind, kann man sich gut ausmalen. Das Management deutete bereits an, dass es sich in guter alter Eishockey-Prügel-Manier noch revanchieren werde. Edmonton, einst das Team der NHL mit Wayne Gretzky und Mark Messier und einer ganzen Garde von Hall-of-Fame-Kaliber-Spielern, hat zur Zeit viel Geld in der Kasse und profitiert unter anderem vom stärker gewordenen kanadischen Dollar, aber ist nicht in der Lage, hochkarätige free agents anzulocken. Die Prongers zum Beispiel gingen lieber nach Anaheim als noch einen Winter in Alberta dranzuhängen.

1. Juli 2007

Buffalo setzt auf Vanek

Alles neu macht der Juli. Zumindest in Buffalo, wo es bis Ende Mai meistens ziemlich kalt ist. Neu heißt in diesem Fall: Die beiden Co-Kapitäne Chris Drury und Daniel Briere sind weg. So darf der Österreicher Thomas Vanek jetzt zeigen, dass er die Mannschaft auch ohne die beiden in Schwung hält. Drury hat bei den New York Rangers unterschrieben - für 35,25 Millionen Dollar, Laufzeit fünf Jahre. Briere geht zu den Philadelphia Flyers, wo er einen Acht-Jahres-Vertrag erhielt (52 Millionen Dollar insgesamt). Die Sabres werden sich schwer tun, in der kommenden Saison den stark verbesserten Flyers (holten Verstärkung aus Nashville und Edmonton) und den Rangers (verpflicheten neben Drury auch noch Scott Gomez von den New Jersey Devils) Paroli zu bieten. Aber womöglich will man in Buffalo erst einmal kleinere Brötchen backen und den Club (in dem der Mannheimer Jochen Hecht eine wichtige Rolle spielt) weiter auf einen guten wirtschaftlichen Weg bringen. Die letzten beiden Jahre mit dem Erreichen der Halbfinalserien um den Stanley-Cup waren lukrativ und teuer zugleich.
Blick zurück: Wir hatten schon so etwas geahnt, aber nicht, dass der Schnitt so radikal ausfällt

19. Juni 2007

Vanek nach Philadelphia?

Die Philadelphia Flyers sind im Kaufrausch. Nachdem sie soeben die Nashville Predators überreden konnten, zwei der besseren Spieler abzugeben, sind sie nun auf der Pirsch, um Thomas Vanek einzusacken, den talentierten Österreicher, der bei den Buffalo Sabres zu einem erfolgreichen Torschützen herangereift ist (leider nicht in den Playoffs, wo er leider ziemlich nowitzkiesk auftrat und unter seinen Möglichkeiten blieb). Die Verhandlungen können nach den Regeln der National Hockey League erst am 25. Juni beginnen. Das heißt: richtige Verhandlungen sind es gar nicht. Der 23jährige ist sogenannter restricted free agent. In solch einem Fall läuft das eher wie Poker mit offenen Karten: Der interessierte Club bietet ein Jahresgehalt und solange das alte Team den gleichen Betrag offeriert, bleibt der Spieler, wo er ist (und bekommt dort das neue, höhere Gehalt). Irgendwann wird eine der beiden Seiten sagen: rien ne va plus. Und dann ist die Sache entschieden. Buffalo ist finanziell wegen der Salary Cap extrem in der Klemme. Die Sabres wollen nämlich auch die beiden teuren Co-Kapitäne Daniel Briere und Chris Drury behalten. Die Flyers haben natürlich cap-bedingt auch nicht endlos Geld. Nicht ausgeschlossen, dass noch ein weiterer Aspirant auftaucht und den Preis des Grazers weiter in die Höhe treibt. Prognose von hier aus: Er wird an der kommenden Saison mehr als 3 Millionen Dollar Jahresgehalt beziehen - egal, wo er landet.
Blick zurück: Das konnte man kommen sehen

19. Mai 2007

Buffalo nach dem Aus: Geht Vanek?

Das war am Samstag mit Sicherheit das letzte Mal, dass die Buffalo Sabres in dieser Formation zusammen aufs Eis gegangen sind. Die Pleite im Halbfinale um den Stanley Cup gegen die Ottawa Senators warf schon mal ein Licht auf die Schwierigkeiten, die das Team-Management demnächst bewältigen muss: die beiden Top-Stürmer Chris Drury (zur Zeit bei 3,15 Millionen Dollar) und Daniel Briere (zur Zeit bei 5 Millionen Dollar) können als Free Agents überall unterkommen, wo es Geld regnet. Der Vertrag des Grazers Thomas Vanek läuft aus. Wenn Buffalo nicht so viele Dollars zahlen will, wie ein anderer Club bietet, dann wird auch er in der kommenden Saison woanders spielen. So funktioniert der Tarifvertrag in der Kategorie Restricted Free Agency. Woher soll Buffalo die Kohle nehmen, wenn nicht stehlen? In der abgelaufenen Saison haben sie die Luft unter der Salary Cap bis auf den letzten Kubikzentimeter ausgeschöpft und ständig mit solchen Spielern herumjongliert, die man ins Farm Team nach Rochester abschieben konnte, damit der Deckel nicht hochflog.

Die einzigen Aktionen, die aus gegenwärtiger Sicht Sinn macht (wenn man berücksichtigt, dass Vanek trotz seiner hervorragenden Vorrunde in den Playoffs unter den Erwartungen blieb und womöglich auch deshalb als Schwachpunkt gebrandmarkt wird): Vanek einen neuen Vertrag geben und ihn dann gegen preiswertere Stürmertalente eintauschen. Drury kann man wohl halten, wenn man Briere ziehen lässt. Mal sehen, wie's ausgeht.

24. März 2007

Vanek-Warnung war verfrüht

Vorläufig braucht man sich um die Form des österreichischen Eishockeystürmers Thomas Vanek keine Sorgen machen. Zusammen mit den Buffalo Sabres brachte er gestern im Spiel gegen die Toronto Maple Leafs immerhin eine Energieleistung zustande, die zeigt, dass er wohl gegebenfalls noch ein paar Schaufeln Kohle nachlegen kann. Das Team, bekannt für seine unwiderstehlichen Zwischenspurts, holte im dritten Drittel nicht nur einen Drei-Tore-Rückstand auf. Am Ende gingen sie mit 5:4 als Sieger vom Eis. Kein Wunder, dass Leafs-Captain Matts Sundin hinterher die Worte fehlten, zumal er 14 Sekunden vor Schluss eine Ausgleichschance vergeben hatte. "Es gibt nicht viel zu sagen", meinte er. Wenn der alte Schwede es nicht sagen will, tun wir es: Thomas Vanek schoss im Schlussdrittel ein Tor und legte einmal vor, nachdem er im Anfangsdrittel bereits einmal getroffen hatte. In den letzten Begegnungen fällt vor allem ein Aspekt seins Spiels stark ins Gewicht: Er gibt viele gute Vorlagen.
Blick zurück: Mutmaßungen über Vanek

18. März 2007

Durchhänger bei Vanek und den Sabres kurz vor den Playoffs

Es ist nicht ganz so deutlich wie vor einem Jahr, als Thomas Vanek von seinem Trainer als kleine Erziehungsmaßnahme in den Playoffs auf die Bank gesetzt wurde. Aber es fällt auf: Dem besten Stürmer aus dem D-A-CH-Verband, Sohn tschechischer Österreich-Einwanderer, geboren in Graz und sportlich in den USA via Schule und College auf die National Hockey League vorbereitet, geht gegen Ende der regulären Saison ein wenig die Puste aus. Und das ist nicht gut für die Buffalo Sabres. Die Mannschaft ist auf seine spritzigen Attacken und seine aus dem Handgelenk geschossenen Tore mehr denn je angewiesen.

Der 23jährige begann im letzten Herbst schlichtweg formidabel und war lange einer der besten Scorer in der Liga. Mit 34 Treffern gehört er zwar noch immer zu den gefährlichsten Zwölf, und die Sabres stehen auf Platz 1 der Playoff-Tabelle in der Eastern Conference. Aber die Ziele sind höher gesteckt. Da sind Verschnaufpausen nicht hilfreich. Im letzten Jahr übertraf die Mannschaft schlichtweg alle Erwartungen, als sie beinahe bis ins Stanley-Cup-Finale kam und trotz enormer Verletzungsprobleme in der Verteidigung fast den späteren Gewinner, die Carolina Hurricanes, aus den Schlittschuhen gekippt hätte. In diesem Jahr liegt die selbst gelegte Latte etwas höher: Alles andere als das erreichen des Finales wäre ein Misserfolg.

Die Statistik ist allerdings nicht das Entscheidende, sondern vielmehr die Frage: Findet Vanek, dem Coach Lindy Ruff im letzten Jahr vor allem konditionelle Schwächen vorwarf, in den nächsten Wochen die Extra-Energie, die man braucht, um eine der körperlich härtesten Herausforderungen im nordamerikanischen Sport zu bestehen - die NHL-Playoffs mit ihren Best-of-Seven-Serien? Anfang März musste er ein Spiel pausieren - wegen einer nicht näher definierten Verletzung. Wie er und die Mannschaft die nächsten Begegnungen abwickeln, wird viel darüber aussagen, welche Chancen das Team in diesem Jahr haben wird.

13. Dezember 2006

In eigener Sache: Die große Vanek-Geschichte

Er ist der erste deutschsprachige Eishockey-Import in Nordamerika, der das Zeug zu einem ganz Großen hat. Ein Produkt tschechischer Eltern, geboren und aufgewachsen in Österreich und seit der Teenager-Zeit in Nordamerika auf jenem Förderband aus High School und College, auf dem sich nun mal Ausländer am besten Richtung NHL entwickeln können. Thomas Vanek wurde von den Buffalo Sabres als Fünfter gedraftet und spielt seit zwei Jahren in der Mannschaft. Er ist Goalgetter, Abstauber und einfallsreicher und ehrgeiziger Vorlagengeber in einem Team, das schon im letzten Jahr Chancen auf den Stanley-Cup hatte und heuer erst recht. Grund genug, sich etwas ausgiebiger mit ihm zu beschäftigen. Nachlesen kann man das Resultat im österreichischen Sportmagazin, einer Monatspublikation, deren jüngste Ausgabe in dieser Woche an die Kioske kommt. Kiosk!! So streng sind in Wien die Bräuche.

18. Oktober 2006

Mensch, Vanek: Das läuft ja gut

Die Buffalo Sabres, die mit zwei Stürmern aus dem D-A-CH-Verband arbeiten - Jochen Hecht aus Mannheim und Thomas Vanek aus Graz - haben gestern die Philadelphia Flyers voll an die Bande gespielt. 9:1 - das gibt es selbst im Eishockey nicht alle Tage. Bester Mann bei den Sabres: Besagter Thomas Vanek. Für Fans und Neugierige: hier der Spielbericht vom bfloblog.

16. Oktober 2006

NHL: Buffalo Sabres die Sensation zum Saisonbeginn

Die Buffalo Sabres sind so gut wie seit 30 Jahren nicht mehr. Ihre Bilanz nach fünf Spielen: fünf Siege. Die Mannschaft gewinnt Begegnungen, in denen sie Zwei-Tore-Rückstände aufholen muss. Und sie gewinnt Shootouts. Hier die beiden Tore aus dem Match gegen die Montreal Canadiens. Das entscheidende produziert der 22jährige Grazer Stürmer Thomas Vanek - einer aus dem D-A-CH-Verband.