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30. Dezember 2009

Winter Classic: Wir basteln uns eine Spielfäche

Für alle, die einst mit dem Stabilbaukasten oder den Lego-Steinen herumgebastelt haben und dabei nie eine Eishockey-Spielfläche hinbekommen haben: Hier zeigt uns das Time-Lapse-Video, wie's in echt geht. Der Ort: Fenway Park in Boston. Der Anlass: die dritte Auflage vom Winter Classic am 1. Januar zwischen den Boston Bruins und den Philadelphia Flyers, jenem publikumswirksamen NHL-Projekt unter freiem Himmel, das 2008 in Buffalo in einem Footballstadion begann. Vor einem Jahr war die Liga in Wrigley FIeld in Chicago. Die Wetterprognose verspricht übrigens Schnee. Es hat nur drei Jahre gedauert, bis die Veranstalter den Namen der Veranstaltung an einen Titelsponsoren verhökern konnten. Die japanische Reifenfirma Bridgestone machte das Rennen. Die wird sich über Schnee freuen. (Disclosure: fahre vorne auf dem Passat zwei All-Wetter-Schluffen von denen).

Blick zurück: Ausführliche Vorschau in der FAZ auf das Ereignis vor einem Jahr in Chicago mit Informationen zum Erfolg der Veranstaltung

11. Oktober 2008

Diagnose: Krebs


Sie wurde vom Hallensprecher als "Amerikas bekannteste Eishockey-Mutter" angekündigt und vom Publikum herzhaft ausgebuht. Dann drehte man im Wachovia Center in Philadelphia die Filmmusik auf und ertränkte das störende Geräusch von den Rängen. Das alles war Sarah Palin vermutlich ganz egal, als sie den symbolischen Akt vollzog und den Puck fallen ließ, während von beiden Seiten die Kapitäne der New York Rangers und Philadelphia Flyers brav in die Kameras der Fotografen grinsten. Photo-Op ist Photo-Op. Und zwei ihrer Kinder durften auch noch mit aufs Eis.

Dann verschwand sie wieder, die winkende Mutter mit ihren zwei Töchtern: das Symbol für all das, was in in den USA in die verkehrte Richtung läuft. Sie mag inzwischen berühmt sein (und berüchtigt wegen ihrer politischen Ideen und ihrer geistigen Flachbrüstigkeit). Sie mag aus Angst vor den Fragen von Reportern nur noch Termine wahrnehmen, bei denen man die neugierigen Journalisten auf Abstand hält. Sie mag nach Art der Heckenschützen auch weiterhin Millionen von Rassisten aufstacheln, um den ersten schwarzen Präsidenten aus dem Weißen Haus herauszuhalten. Aber in Philadelphia und Umgebung wird sie niemanden davon überzeugen, dass sie die bessere Wahl wäre. Sie ist nicht nur ein "tödlicher Krebs" für die Partei der Republikaner, wie der konservative politische Kommentator David Brooks vor ein paar Tagen feststellte. Sie ist das Symptom für jenen Zynismus, in dem sich Leuten aalen, die in den letzten acht Jahren ganz wunderbar von der Politik dieser Partei profitiert haben, während der Rest des Landes und der Bevölkerung nur ausgeplündert wurde.

P. S.: Das Wachovia Center wird sicher demnächst einen anderen Namen erhalten. Zwei Banken – CitiGroup und WellsFargo – befinden sich im Streit darüber, wer das Finanzinstitut übernehmen darf, das in den letzten Wochen wie so viele große Firmen wie ein desorientierter Wal an Land gespült wurde. Nachtrag: WellsFargo hat den Zuschlag bekommen.

P. P. S.: Wenn hier schon von Krebs die Rede ist: Der Mann, der Sarah Palin ausgesucht hat, um ihn im Fall des Falles als Präsident nachzufolgen, hat mehrere Hautkrebs-Episoden hinter sich. Die schlimmste im Jahr 2000, als ihm Ärzte aus der linken Gesichtshälfte neun Lymphknoten entfernten. John McCain ist 72 Jahre alt und aufgrund dieser Vorgeschichte eindeutig in der Gefahr, irgendwann komplett von der Krankheit übermannt zu werden. CNN berichtete jetzt im Detail über das wenige, was der Politiker bislang an die Öffentlichkeit gelassen hat. Ein Präsident, der mit 72 das Amt antritt, wäre mit Abstand der älteste Politiker in der Geschichte des Landes. Der bislang älteste war Ronald Reagan mit 69 bei seiner Einschwörung und mit Anzeichen von Alzheimer in den letzten Jahren seiner Regentschaft.

1. Juli 2007

Buffalo setzt auf Vanek

Alles neu macht der Juli. Zumindest in Buffalo, wo es bis Ende Mai meistens ziemlich kalt ist. Neu heißt in diesem Fall: Die beiden Co-Kapitäne Chris Drury und Daniel Briere sind weg. So darf der Österreicher Thomas Vanek jetzt zeigen, dass er die Mannschaft auch ohne die beiden in Schwung hält. Drury hat bei den New York Rangers unterschrieben - für 35,25 Millionen Dollar, Laufzeit fünf Jahre. Briere geht zu den Philadelphia Flyers, wo er einen Acht-Jahres-Vertrag erhielt (52 Millionen Dollar insgesamt). Die Sabres werden sich schwer tun, in der kommenden Saison den stark verbesserten Flyers (holten Verstärkung aus Nashville und Edmonton) und den Rangers (verpflicheten neben Drury auch noch Scott Gomez von den New Jersey Devils) Paroli zu bieten. Aber womöglich will man in Buffalo erst einmal kleinere Brötchen backen und den Club (in dem der Mannheimer Jochen Hecht eine wichtige Rolle spielt) weiter auf einen guten wirtschaftlichen Weg bringen. Die letzten beiden Jahre mit dem Erreichen der Halbfinalserien um den Stanley-Cup waren lukrativ und teuer zugleich.
Blick zurück: Wir hatten schon so etwas geahnt, aber nicht, dass der Schnitt so radikal ausfällt

19. Juni 2007

Vanek nach Philadelphia?

Die Philadelphia Flyers sind im Kaufrausch. Nachdem sie soeben die Nashville Predators überreden konnten, zwei der besseren Spieler abzugeben, sind sie nun auf der Pirsch, um Thomas Vanek einzusacken, den talentierten Österreicher, der bei den Buffalo Sabres zu einem erfolgreichen Torschützen herangereift ist (leider nicht in den Playoffs, wo er leider ziemlich nowitzkiesk auftrat und unter seinen Möglichkeiten blieb). Die Verhandlungen können nach den Regeln der National Hockey League erst am 25. Juni beginnen. Das heißt: richtige Verhandlungen sind es gar nicht. Der 23jährige ist sogenannter restricted free agent. In solch einem Fall läuft das eher wie Poker mit offenen Karten: Der interessierte Club bietet ein Jahresgehalt und solange das alte Team den gleichen Betrag offeriert, bleibt der Spieler, wo er ist (und bekommt dort das neue, höhere Gehalt). Irgendwann wird eine der beiden Seiten sagen: rien ne va plus. Und dann ist die Sache entschieden. Buffalo ist finanziell wegen der Salary Cap extrem in der Klemme. Die Sabres wollen nämlich auch die beiden teuren Co-Kapitäne Daniel Briere und Chris Drury behalten. Die Flyers haben natürlich cap-bedingt auch nicht endlos Geld. Nicht ausgeschlossen, dass noch ein weiterer Aspirant auftaucht und den Preis des Grazers weiter in die Höhe treibt. Prognose von hier aus: Er wird an der kommenden Saison mehr als 3 Millionen Dollar Jahresgehalt beziehen - egal, wo er landet.
Blick zurück: Das konnte man kommen sehen