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19. August 2009

Williams-Festival in Miami

Die beiden Williams-Schwestern gesellen sich zu Gloria Estefan und Marc Anthony und kaufen sich einen kleinen Anteil an den Miami Dolphins. Bei solch einer Gelegenheit fällt uns ein: Das letzte Mal als bei dem NFL-Team der Name Williams in aller Munde war, ging es um einen gewissen Ricky. Es wurde eine Seifenoper der seifigsten Art. Als er 2002 im Rahmen eines Trades von den New Orleans Sainst nach Florida kam, bestätigte er seinen Ruf als exzellenter Running Back und kam in seiner ersten Saison auf die meisten Yards von allen auf der Position: 1853 Yards. Aber irgendwie sah es immer so aus, als ob Williams bergab lief. Depressionen soll er gehabt haben. Und Furcht vor Menschen. 2004 nach einer Marihuana-Geschichte stieg er aus der NFL aus und studierte Ayurveda. Ein Jahr später kehrte er wieder zurück, spielte mittelmäßig und kam erneut mit den Drogenverboten der NFL in Konflikt. Die Strafe: ein Jahr Pause. Also wich Williams nach Kanada aus und unterzeichnete einen Vertrag mit den Argonauts. 2007 kehrte er tätsächlich wieder nach Miami zurück und war ein Jahr danach ein Teil jenes Teams, das ziemlich überraschend die Playoffs erreichen konnte. Auch in diesem Jahr ist er wieder dabei. Angeblich sehen ihm Fachleute sein Alter von 32 Jahren an. Was wollen die eigentlich? Der Mann ist Vegetarier. Da verliert man unweigerlich an Biss.
Hier ein Williams-Video mit einer Sammlung an Highlights aus seiner Karriere.

13. Juli 2008

Starbury-Schuh-Firma hat Konkurs angemeldet

Die Idee hatte etwas Verführerisches: Eine Firma bringt einen extrem preiswerten, tauglichen Basketballschuh für 15 Dollar auf den Markt, arbeitet mit einem bekannten NBA-Spieler als Werbefigur und eröffnet einen Laden nach dem anderen, um Sportbekleidung und Sportmode für Leute mit ganz, ganz niedrigem Einkommen zu verkaufen. Die Idee scheint auf falschen Voraussetzungen aufgebaut gewesen zu sein. Steve & Barry's, das Unternehmen hinter dem Starbury-Schuh, hat Konkurs angemeldet. Die Entwicklung betrifft auch andere Vertragspartner wie etwa Venus Williams. Die Chefs der Company schieben ihre Probleme auf den gegenwärtigen wirtschaftlichen Abschwung in den USA, der die Zielgruppe in den Niedrigeinkommen-Schichten stärker betrifft als die Prestige- und Luxusklientel. Vor allem die stark gestiegenen Benzin-Preise schneiden in vielen Familien ins Budget. Aber theoretisch sollte dies sogar ein Pluspunkt für die Kette sein, die mehr als 200 Läden betreibt. Denn für Schnäppchen-Produkte gibt es auch in schlechen Zeiten einen Markt. Nur kommen die Kunden dann aus etwas besser situierten Kreisen.

Sogenannte Analysten im Umfeld von Wall Street sind denn auch der Auffassung, dass es sich hierbei um eine Ausrede handelt. Vermutlich konnte das ganze Konzept nie funktionieren, weil die Margen nicht da waren. Wie Steve & Barry's trotzdem die Banken beschwatzt haben, um Geld für ihre Expansionspläne zu bekommen, ist noch nicht bekannt. Sie stehen mit 135 Millionen Dollar in der Kreide. Ein Konkursverfahren bedeutet nicht zwingend das Ende einer Firma. Wenn die Gläubiger auf ihre Forderungen verzichten oder (in der Hoffnung auf eine spätere Tilgung) umschulden, hat eine Firma eine Überlebenschance. Genauso wie Stephon Marbury, der ein Jahr vor dem Ablauf seines Vertrages mit den New York Knicks, vermutlich noch immer für den einen oder anderen NBA-Club interessant sein wird. Nicht aus sportlichen Gründen – jede Mannschaft, zu der Marbury stößt, spielt schlagartig schlechter – aber aus salary-cap-technischen Gründen. Die spannende Frage der nächsten Wochen wird deshalb lauten: Wieviel an Gegenwert werden die Knicks bei einem Trade erhalten? Und ab wann akzeptieren sie das Unvermeidliche? Dass sie für ihren Point Guard so gut wie nichts Brauchbares bekommen werden (via SportsByBrooks).

19. November 2007

Von einem anderen Planeten

Während der Stern von Herrn Starbury in den USA langsam, aber sicher sinkt und dabei auch noch die Karriere von Knicks-Manager und Trainer Isiah Thomas mit nach unten ziehen dürfte, hat die Bekleidungsfirma Steve & Barry's, die vor einem Jahr die Starbury-Schuhe auf den Markt brachte, einen neuen Aushängesportler gefunden. Es handelt sich um Venus Williams und die neue Serie EleVen. Wir nehmen mal an, dass dieses etwas bemühte Wortspiel um die Zahl 11 und den Vornamen der Tennisspielerin in Zukunft noch besser erklärt wird als so: "Das ist die Hausnummer von unserer ersten Adresse in Kalifornien. Und es ist, wie ich zu leben versuche. Als 11, besser als eine 10, besser als die Besten." (Anmerkung: Die Zehner-Skala ist eine alte amerikanische Sitte ähnlich der deutschen Zeugnisnoten. Wer den Film dazu sehen will, sollte sich den Namen Bo Derek merken. Und sollte sich nicht wundern, dass die Dame schon Perlen im Haar hatte, ehe Venus Williams einen Tennisschläger halten konnte.)

Wie die Amerikanerin in den neuen Billigklamotten aussieht, kann sich jeder selber ausmalen oder die Webseite dazu anklicken. Wie sie allerdings zusammen mit ihrem Golfer-Freund Hank Kuehne aussieht, nur schwer. Es gibt Fotos von den beiden zusammen. Und ein paar Geschichten - wie etwa hier.

21. Dezember 2006

Williams-Vater schuldig, muss aber nichts zahlen

Wie schön, dass die amerikanische Justiz zu solch salomonischen Entscheidungen fähig ist: Richard Williams war tatsächlich verantwortlicher Manager, als er einem Veranstalter die Dienste seiner beiden Töchter für einen Schaukampf gegen die McEnroe-Bruder im Jahr 2001 zusicherte. Aber Schadensersatz muss er trotzdem nicht bezahlen. Und dass, obwohl das Projekt mehrere Millionen Dollar eingespielt hätte. Da lächelten die Schwestern heute auf fast allen AP-Fotos und freuten sich darüber, dass sie mit einem blauen Auge davon gekommen waren. Denn so kurz vor Weihnachten hätte auch das eine oder andere Sparschwein draufgehen können und der schicke weisse 500er Mercedes, mit dem sie vor dem Gericht in West Palm Beach vorfuhren.
Blick zurück: Die Vorgeschichte vor ein paar Tagen

Jetzt warten wir mal ab, wie man in Kalifornien mit den beiden Journalisten umgeht, ohne deren Enthüllungen der BALCO-Skandal bei den Sportverbänden keine Auswirkungen gehabt hätte. Heute berichtet yahoo in einem unerhört detaillierten Stück über die Ermittlungen des FBI, die offensichtlich den ehemaligen Anwalt von Victor Conte im Verdacht haben, die Quelle für die Kopien der versiegelten Vernehmungsprotokolle der Staatsanwaltschaft zu sein. Die Protokolle mit den unter Eid gemachten Aussagen zahlreicher namhafter Sportler bildete das Rückgrat der Anklagen gegen vier Figuren. Sie wurden jedoch offiziell nie öffentlich zugänglich gemacht, weil alle Angeklagten vorher im Rahmen von Teilgeständnissen Strafen akzeptierten und einen Prozess vermieden.

Die neue Person im Fadenkreuz, Anwalt Troy Ellerman, hat bislang abgelehnt, zu dem Vorwurf Stellung zu nehmen. Seine Geschäftspraktiken stehen ebenfalls im Mittelpunkt. Er ist der mächtige Mann der Rodeovereinigung PRCA, die seit Jahren Geld verliert.
Blick zurück: Das Problem der Medienleute mit weiteren Links zu älteren Arena-Beiträgen