30. September 2009
Coyote-Konkurs: Kein Umzug nach Kanada
Blick zurück: Das Geheul rund um die Coyotes
25. September 2009
Gretzky gibt auf
Hier die Bilanz von vier Jahren und mehr als 300 Spielen in der regulären Saison: 143 Siege, 166 Niederlagen. Für diese Leistung wurden ihm 6,5 Millionen Dollar Gehalt pro Jahr vom Club zugestanden. Trainer, die weniger verdienen, wären in anderen Clubs angesichts solcher Mißverhältnisse schon vor langer Zeit rausgeworfen worden. Aber Gretzky hatte es besser. Einem Miteigentümer setzt man nicht den Stuhl vor die Tür.
Mehr über die Verhältnisse, vor dem großen Bankrott, kann man hier lesen. Zum letzten Stand des Konkursverfahrens, das sich weiter hinzieht, weil der Schuldner und Ex-Besitzer Jerry Moyes keine Ruhe gibt, hat die Hockey News vor ein paar Tagen alles zusammengetragen. Aus dem Hickhack nach der vom Gericht durchgeführten Auktion (das Resultat ist offiziell noch nicht bekannt), muss man schließen, dass der Richter den Club in Glendale halten will und damit den Willen der Liga erfüllt. Wenn auch sicher aus anderen Gründen. Die Stadt Glendale ist als Besitzer der Hauptgeschädigte, wenn die Coyotes nach Kanada abwandern.
25. August 2009
Reinsdorf zieht Coyotes-Kauf-Angebot zurück
Was bedeutet das alles? Schwer zu sagen. Die NHL hat zunächst mal reagiert und dem Konkursrichter ein neues Angebot unterbreitet, wonach die Liga den Club übernehmen will. Wieviel Geld sie hinzublättern bereit ist, wurde auf die Schnelle noch nicht bekannt. Es wird sicher ein Betrag in der Größenordnung von dem sein, was Reinsdorf ausgeben wollte. Also etwa 148 Millionen Dollar.
Blick zurück: Gar nichts okay am O. K. Corral
3. August 2009
Gar nichts okay am O.K. Corral
Tombstone liegt rund 250 Kilometer südöstlich von Phoenix, wo man dieser Tage zwar nicht mehr ganz so schnell schießt, aber immer noch genügend Morde passieren (mehr jedenfalls als im Schnitt der USA). Und es liegt mit seinem Platz in der Mythologie der Cowboy-Kultur außerhalb der normalen Begriffsvermögens. Aber man braucht nur sehr wenig Fantasie, um sich angesichts der "Spannungen des Sezessionskriegs" rund um die Phoenix Coyotes vorzustellen, dass ein paar der Beteiligten vielleicht gerne die Sache in einem einzigen Showdown erledigen würden. Mit gezogener Waffe, versteht sich.
Waffen müssen aber nicht gleich töten. Es gibt auch andere Wirkungstreffer. Nehmen wir den kleinen Formfehler der Anwälte des bankrotten Eigentümers der Coyotes, die den Inhalt von Akten, die eigentlich als Verschlusssache behandelt werden sollten, mit ein wenig Geschick in die Öffentlichkeit bugsiert haben. Die vertraulichen Informationen betrafen die besonderen Anstrengungen des Kaufinteressenten Jerry Reinsdorf aus Chicago, der versprochen hat, nach einer Übernahme des Clubs nicht eine Sekunde lang an Umzug zu denken. Reinsdorf, dem die Chicago Bulls und die Chicago White Sox gehören, ist bekannt für sein Kostenbewusstsein. Er besitzt allerdings auch Ideen. Hier wollte er die Stadt Glendale, die den Coyotes die teure Halle gebaut hat, in eine komplexe Steuergeschenke-Geschichte verwickeln. Dazu wäre es vermutlich auch gekommen, wenn die Sache nicht aufgeflogen wäre. Denn niemand braucht die Coyotes so dringend wie Glendale.
Reinsdorf muss in Chicago wie das HB-Männchen an die Decke gegangen sein, als er erfuhr, dass sein Schachzug nicht mehr geheim ist. Sonst hätte er nicht damit gedroht, seine Offerte zurückzuziehen, die erst vor ein paar Tagen von der Liga-Führung abgenickt worden war. Die Entscheidung des Konkursrichters, der theoretisch auch die Abwanderung des Clubs nach Kanada in Erwägung ziehen könnte, wurde angesichts der neuen Entwicklungen verschoben. Was Reinsdorf macht, der jetzt wie ein Bösewicht und nicht mehr wie der große Retter aussieht, wissen wir nicht (via allesaussersport, der die News getwittert hatte).
10. Juli 2009
Coyotes-Konkurs: Das Geheul will nicht enden
Der arme Konkursrichter versucht angesichts des Durcheinanders, für das die Liga und die Stadt Glendale mit der eigens für die Coyotes gebauten Halle und der Big Spender aus Kanada, der den Club nach Hamilton in Ontario verpflanzen will, genauso verantwortlich sind wie Jerry Moyes noch die Übersicht zu behalten. Schwierig, so etwas. Der einzig klare Sachverhalt ist die Tatsache, die vor dem Richter bekannt wurde, wonach Wayne Gretzky als Trainer der Coyotes sieben Millionen Dollar im Jahr erhalten hat. Das ist wäre schon viel, wenn man nur an die Verhältnisse in der NHL denkt. Aber es ist extrem hoch, wenn das in Beziehung zu der Leistung des Great One setzt. Wie oft war Phoenix unter Gretzky in den Playoffs? Kein mal. In wie vielen Saisons? In vieren.
In einer anderen Konkurssache fiel diese Woche Gretzkys Name noch einmal. Wenn auch nur als Vorbesitzer einer Villa außerhalb von Los Angeles, die er an den Papiertiger Lenny Dykstra verkaufen konnte, als man für solche Anwesen noch viel Geld erzielen konnte. Rund 18 Millionen Dollar gab es für diesen Schuppen mit Tennisplatz, Swimmingpool, Muckibude und Gästehaus. Dykstra wollte neulich 25 Millionen dafür haben. Ohne Möbel, denn die wurden inzwischen von gewitzten Gläubigern abgeholt.
Blick zurück: Dykstra lebte einst auf großem Fuß
27. Juni 2009
Reinsdorf macht das Rennen?
Man kann über Reisndorf übrigens sagen, was man will. Seine Bulls haben sechsmal den NBA-Titel geholt und sind nach einem Marsch durch die Talsohle wieder auf einem guten Weg. In diesem Jahr hätten sie beinahe in der erste Runde die Boston Celtics aus den Playoffs geworfen. Ihr Spielstil hat Flair. Die White Sox haben zumindest einmal die World Series gewonnen (2005). Etwas was den Ortsrivalen seit Generationen nicht gelungen ist. Die Erfolge haben wenig mit Geld zu tun. Denn Reinsdorf – Lernberuf Anwalt – ist knausrig. Sondern mehr mit der Verpflichtung von Leuten, die es gebacken bekommen.
16. Juni 2009
Coyote-Konkurs: Balsillie bekommt nur einen Kaktus
27. Mai 2009
Zeig mir das Geld
Und weil es da war, setzten viele junge Amerikaner auf eine Karriere in dieser scheinbar so krisenfesten Branche. Was bedeutete, sie belegten das entsprechende Fach – Sportmanagement – an der Universität und fanden anschließend einen Weg in ein bezahltes Engagement. Die New York Times hat heute diese Träume aus dem Himmel geschossen. Denn es gibt an allen Ecken und Kanten Anzeichen dafür, dass der kommerzielle Sport schrumpft. Und zwar nicht allein wegen einer allgemeinen Wirtschaftsflaute, die zunächst bei den Banken am dramatischsten war und inzwischen die Arbeitslosenquote nach oben getrieben hat.
Der Wirtschaftszweig Sport hat seinen eigenen Abschwung zu verdauen, der als Gegenreaktion auf eine simple Übersättigung zu deuten ist: auf zu viele Sportarten im Fernsehen, zuviele Mannschaften in den Ligen, zu viele Golf- und Tennisturniere an zu vielen Orten auf der Welt, zu teure Eintrittskarten und zu viele Athleten, die zuviel Dreck am Stecken haben und in ihrer Gesamtheit eine höhere Kriminalitätsrate aufweisen als andere Berufsgruppen. Die Zeit wird kommen und man wird das alles mal umfassender und gründlicher zusammentragen müssen. Aber vorläufig rutschen einem die Sachverhalte nur als Einzelbeispiele über den Tisch. Neulich die Geschichte über Hicks und Gillet und Liverpool. In den nächsten Tagen wird es einen langen Artikel in der FAZ über Frank Stronach und seine Pleite im Zusammenhang mit dem angeschlagenen Galopprennbahnen in den USA geben. Stronach, ein Austrokanadier, der mit seiner Firma Magna als Retter von Opel auftritt, hat sich ebenso verspekuliert wie die Leute, die an die Phoenix Coyotes geglaubt haben.
Die Gründe für die langsame Demise des Spitzensports dürften sehr viel mit einem neuen Entertainment-Konkurrenzangebot zu tun haben: Videospiele. Und mit dem Internet als Absorptionsfaktor, der Zeit und auch Geld aus dem Markt der Ideen absaugt. Deshalb noch ein Lesehinweis. Die Betrachtungen des Bloggers von SportsbyBrooks zum Thema.
Nachtrag am Donnerstag: Soeben sehe ich auf allesaussersport, dass die Baseball-Leute eine Krisensitzung anpeilen. Die Einschaltquoten befinden sich seit einer Weile im Tiefflug. Das passt zwar nicht zu den an und für sich ganz guten Zahlen beim Eintrittskartenverkauf, aber ist natürlich ein Problem. Nämlich dann, wenn die Einnahmen aus dem Verkauf von Fernsehrechten drohen.
13. Juli 2008
Starbury-Schuh-Firma hat Konkurs angemeldet
Sogenannte Analysten im Umfeld von Wall Street sind denn auch der Auffassung, dass es sich hierbei um eine Ausrede handelt. Vermutlich konnte das ganze Konzept nie funktionieren, weil die Margen nicht da waren. Wie Steve & Barry's trotzdem die Banken beschwatzt haben, um Geld für ihre Expansionspläne zu bekommen, ist noch nicht bekannt. Sie stehen mit 135 Millionen Dollar in der Kreide. Ein Konkursverfahren bedeutet nicht zwingend das Ende einer Firma. Wenn die Gläubiger auf ihre Forderungen verzichten oder (in der Hoffnung auf eine spätere Tilgung) umschulden, hat eine Firma eine Überlebenschance. Genauso wie Stephon Marbury, der ein Jahr vor dem Ablauf seines Vertrages mit den New York Knicks, vermutlich noch immer für den einen oder anderen NBA-Club interessant sein wird. Nicht aus sportlichen Gründen – jede Mannschaft, zu der Marbury stößt, spielt schlagartig schlechter – aber aus salary-cap-technischen Gründen. Die spannende Frage der nächsten Wochen wird deshalb lauten: Wieviel an Gegenwert werden die Knicks bei einem Trade erhalten? Und ab wann akzeptieren sie das Unvermeidliche? Dass sie für ihren Point Guard so gut wie nichts Brauchbares bekommen werden (via SportsByBrooks).