Die beiden Williams-Schwestern gesellen sich zu Gloria Estefan und Marc Anthony und kaufen sich einen kleinen Anteil an den Miami Dolphins. Bei solch einer Gelegenheit fällt uns ein: Das letzte Mal als bei dem NFL-Team der Name Williams in aller Munde war, ging es um einen gewissen Ricky. Es wurde eine Seifenoper der seifigsten Art. Als er 2002 im Rahmen eines Trades von den New Orleans Sainst nach Florida kam, bestätigte er seinen Ruf als exzellenter Running Back und kam in seiner ersten Saison auf die meisten Yards von allen auf der Position: 1853 Yards. Aber irgendwie sah es immer so aus, als ob Williams bergab lief. Depressionen soll er gehabt haben. Und Furcht vor Menschen. 2004 nach einer Marihuana-Geschichte stieg er aus der NFL aus und studierte Ayurveda. Ein Jahr später kehrte er wieder zurück, spielte mittelmäßig und kam erneut mit den Drogenverboten der NFL in Konflikt. Die Strafe: ein Jahr Pause. Also wich Williams nach Kanada aus und unterzeichnete einen Vertrag mit den Argonauts. 2007 kehrte er tätsächlich wieder nach Miami zurück und war ein Jahr danach ein Teil jenes Teams, das ziemlich überraschend die Playoffs erreichen konnte. Auch in diesem Jahr ist er wieder dabei. Angeblich sehen ihm Fachleute sein Alter von 32 Jahren an. Was wollen die eigentlich? Der Mann ist Vegetarier. Da verliert man unweigerlich an Biss.
Hier ein Williams-Video mit einer Sammlung an Highlights aus seiner Karriere.
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19. August 2009
23. Juni 2009
Der Klingelbeutel: Musik drin
Die Sängerin Gloria Estefan übernimmt eine kleine Tranche der Miami Dolphins. Ist da wirklich Musik drin? Immerhin gelang ihr etwas, was Celine Dion nicht gelungen ist. Die Montreal Canadiens gingen an Molson.
• Michael Stich hat in London zu Beginn des Wimbledon-Turniers, das er immerhin schon mal gewonnen hat, eine Mini-Kontroverse angezettelt. Es geht um Frauen und Tennis und um die Frage, weshalb sich Menschen wohl ernsthaft für deren Spiel interessieren. Stich, der (anders als Jermaine Jones) hervorragend Englisch spricht, wird etwas mysteriös aus dem Zusammenhang gerissen zitiert und wirkt dabei doch nur so, als ob er eine Urerkenntnis des Kapitalismus zitiert: Sex sells. Aber wer das sagt, der bekommt heutzutage gleich was vor den Koffer.
• Eishockey-Dinosaurier Chris Chelios ist 47 und hat wohl auch deshalb von den Detroit Red Wings keinen neuen Vertrag mehr erhalten. Verständlich auch deshalb: Im Stanley-Cup-Finale saß er nicht mal auf der Bank. Trotzdem will er weitermachen. Irgendwo in der NHL.
• Irgendjemand bei den Boston Celtics ist nicht mit dem Kader zufrieden. Nehmen wir mal an, es handelt sich dabei vor allem um Manager Danny Ainge. Sonst wäre nicht neulich folgendes Tauschgeschäft ins Gespräch gebracht worden: Ray Allen und Rajon Rondo für Tayshaun Prince, Richard Hamilton und Rodney Stuckey von den Detroit Pistons. Aus der Sache wurde nichts.
• Der Chef der mächtigen Baseballspieler-Gewerkschaft gibt seinen Posten auf. Donald Fehr geht nach nach 26 Jahren im Amt. Er ist 61 und wird den Leuten wegen drei Dingen im Gedächtnis bleiben: Der Streik in den neunziger Jahren, dem eine World Series zum Opfer fiel, dem beharrlichen Verhindern eines brauchbaren Anti-Dopingreglements und den extrem gestiegenen Gehältern der Profis. ESPN hat eine Liste mit der Entwicklung der Durchschnittssummen.
• Michael Stich hat in London zu Beginn des Wimbledon-Turniers, das er immerhin schon mal gewonnen hat, eine Mini-Kontroverse angezettelt. Es geht um Frauen und Tennis und um die Frage, weshalb sich Menschen wohl ernsthaft für deren Spiel interessieren. Stich, der (anders als Jermaine Jones) hervorragend Englisch spricht, wird etwas mysteriös aus dem Zusammenhang gerissen zitiert und wirkt dabei doch nur so, als ob er eine Urerkenntnis des Kapitalismus zitiert: Sex sells. Aber wer das sagt, der bekommt heutzutage gleich was vor den Koffer.
• Eishockey-Dinosaurier Chris Chelios ist 47 und hat wohl auch deshalb von den Detroit Red Wings keinen neuen Vertrag mehr erhalten. Verständlich auch deshalb: Im Stanley-Cup-Finale saß er nicht mal auf der Bank. Trotzdem will er weitermachen. Irgendwo in der NHL.
• Irgendjemand bei den Boston Celtics ist nicht mit dem Kader zufrieden. Nehmen wir mal an, es handelt sich dabei vor allem um Manager Danny Ainge. Sonst wäre nicht neulich folgendes Tauschgeschäft ins Gespräch gebracht worden: Ray Allen und Rajon Rondo für Tayshaun Prince, Richard Hamilton und Rodney Stuckey von den Detroit Pistons. Aus der Sache wurde nichts.
• Der Chef der mächtigen Baseballspieler-Gewerkschaft gibt seinen Posten auf. Donald Fehr geht nach nach 26 Jahren im Amt. Er ist 61 und wird den Leuten wegen drei Dingen im Gedächtnis bleiben: Der Streik in den neunziger Jahren, dem eine World Series zum Opfer fiel, dem beharrlichen Verhindern eines brauchbaren Anti-Dopingreglements und den extrem gestiegenen Gehältern der Profis. ESPN hat eine Liste mit der Entwicklung der Durchschnittssummen.
29. Dezember 2008
Wenn's am Schönsten ist....
Man kann aus der Ferne nur schwer beurteilen, ob ein Mann wie Bill Parcells eine Footballmannschaft durch Handauflegen besser macht. Aber der Verdacht liegt nahe. Wer hätte annehmen dürfen, dass die Miami Dolphins nach einer jahrelangen Phase des dunkelschweren Grauens mit zahllosen Experimenten auf der Head-Coach-Position, sich ohne große Probleme für die NFL-Playoffs qualifizieren? Und dabei die New England Patriots (einst eine Parcells-Baustelle) aus dem Rennen werfen und die New York Jets alt aussehen lassen (ebenfalls vormals eine Parcells-Baustelle). Der Executive Vice President of Football Operations hatte zwischendurch schon häufiger so getan, als habe er keine Lust mehr auf die stresshaltige Arbeit im Umfeld von NFL-Teams, aber dann nach der letzten Episode bei den Dallas Cowboys doch noch mal für 12 Millionen Dollar einen mehrjährigen Vertrag in Florida unterschrieben. Nun scheint er mal wieder mit irgendetwas unzufrieden zu sein. Sonst würde wohl in diesen Tagen nicht durchsickern, dass er damit liebäugelt, mal wieder alles stehen und liegen zu lassen und zu gehen. Der Grund: Er hat angeblich eine Klausel im Vertrag, die im Fall eines Verkaufs der Dolphins zum Tragen kommt. Dass er Miami verlässt, während alle Zeichen auf Erfolg stehen, mag man sich gar nicht vorstellen. Aber Parcells scheinen solche Begleitumstände nicht zu interessieren. Er würde im Handumdrehen woanders wieder einen Job bekommen. Für mehr Geld, no less.
Blick zurück: Der große Thunfisch bei den Delphinen
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28. Oktober 2008
Angst vor Steuer-Mann Obama
Kurz vor den Wahlen haben Milliardäre mal wieder ganz andere Sorgen als der Rest der Welt: Wayne Huizenga will den Rest der Miami Dolphins noch in diesem Jahr verkaufen, weil er Angst hat, dass er im nächsten Jahr eine höhere Kapitalertragssteuer auf den Profit zahlen muss. Der Plan geht von der Voraussetzung aus, dass Barack Obama die Wahlen in der kommenden Woche gewinnt, was sehr wahrscheinlich ist, aber nicht sicher. Huizenga sollte sich aber vermutlich mal einen Taschenrechner besorgen. Wenn er glaubt, dass er dieser Tage angesichts der Finanzkrise so viel Geld für den Football-Club bekommt wie vor einem Jahr oder sechs Monaten, dann sieht er eine Fata Morgana. Die inflationären Wertschätzungen von amerikanischen Sportclubs sind auf dem Weg nach unten. So wie bei allen anderen Luftschlössern auch. Wer in diesen Markt hineinverkauft, drückt die Preise. Die Spirale kommt zwar erst langsam in Fahrt, aber sie dreht sich.
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21. September 2008
Neue Kreativität in der NFL – diesmal: Direct Snap
Nach den Überraschungen der letzten Woche in der NFL, die den Verdacht nahe legen, dass Coaches endlich kreativ werden, kommt heute die Nachricht aus Foxboro: die Miami Dolphins probieren sechsmal in einem Match einen selten eingesetzten Trick und schaffen viermal einen Touchdown. Wie heißt der Spielzug? Direct snap: der Ball wird vom Center direkt an den Running Back gereicht. Der Quarterback bewegt sich so, als habe er das Ei, was zusätzlich die Verteidigung verwirrt. Die New England Patriots waren mehr als verwirrt. Sie wussten überhaupt nicht, wie ihnen geschah, und verloren das Heimspiel haushoch mit 13:38. Merke: Es ist nicht immer entscheidend, ob Tom Brady mitmacht oder nicht. Wenn die Defensive ausgetrickst wird, mag er an der Seitenlinie stehen, aber ändern kann er nichts.
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4. Februar 2008
Szenen aus Perfectville
Die Werbespots, die während der Super-Bowl-Übertragung das Licht der Welt erblickten, waren im Schnitt weitaus besser als befürchtet. Ich teile die Einschätzung von yahoo!, wo man fünf Spots besonders lobt und gleich aufgeboten hat. Der Sieger: Audi.
Aber was die Firma Reebok heute enthüllte, ist noch eine Nummer schärfer und sportspezifischer. Eine Einlage mit den alten Herren von den Miami Dolphins, die 1972 nach einer ungeschlagenen Saison den Super Bowl gewannen.
Aber was die Firma Reebok heute enthüllte, ist noch eine Nummer schärfer und sportspezifischer. Eine Einlage mit den alten Herren von den Miami Dolphins, die 1972 nach einer ungeschlagenen Saison den Super Bowl gewannen.
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3. Januar 2008
Der Klingelbeutel: Tabula rasa in Miami
DAS GING SCHNELL: Kaum war Bill Parcells in Miami angekommen, begann das unglaubliche Ausfegen von hochbezahlten Arbeitsskräften. Heute hat es Trainer Cam Cameron erwischt, ein Mann, der seine erste und bisher einzige Saison in der NFL mit der Bilanz von 1:15 ablieferte. Trost in Form seiner finanziellen Situation bleibt: noch drei Jahre bekommt er Geld - in der Größenordnung von 7,5 Millionen Dollar brutto.
NUN KOMMT's RAUS: Roger Clemens, das Vorbild so vieler junger Baseballfans, hat sich von seinem Fitnesstrainer nur solche Booster wie Vitamin B 12 spritzen lassen. Das macht ja auch Sinn, weil Fitnesstrainer die besseren Fixer sind als Krankenschwestern und Ärzte, die das von Berufs wegen machen. Und nun verstehen wir auch, weshalb der besagte Fitnesstrainer das bei seiner Aussage vor dem Staatsanwalt und vor den Abgesandten der George-Mitchell-Untersuchung einfach verwechselt haben muss und den Leuten glauben machen wollte, Roger Clemens habe auf Anabolika gepocht. Fitnesstrainer können nämlich keine Ampullen lesen. Schon gar nicht solche, die die selbst von Lieferanten des Schwarzen Markts besorgt haben. So einfach ist das. Aber halt: Nun sagt der Anwalt des Fitnesstrainers plötzlich, Clemens könnte sich eine Klage einhandeln, wenn er öffentlich erklärt, dass der Fitnesstrainer lügt. Am Sonntag wird sich die Sache zuspitzen. Dann wird das angekündigte Clemens-Interview in der Magazinsendung 60 Minutes ausgestrahlt.
WER DENKT SICH EIGENTLICH SO ETWAS AUS? Paz Vega und Thierry Henry in einem riesigen leeren Stadion, und jeder lässt einen Elfmeter ins Tor kullern. Señora Vega mag ja bei einigen feuchte Träume produzieren. Ihre verfilmten hocherotischen Abenteuer sind ziemlich populär. Aber Henry? Ist das Teil seines Werbevertrags mit Gillette, dass er jetzt jeden Hirnriss mitmachen muss, der im amerikanischen Fernsehen stattfindet? (via With Leather)
NUN KOMMT's RAUS: Roger Clemens, das Vorbild so vieler junger Baseballfans, hat sich von seinem Fitnesstrainer nur solche Booster wie Vitamin B 12 spritzen lassen. Das macht ja auch Sinn, weil Fitnesstrainer die besseren Fixer sind als Krankenschwestern und Ärzte, die das von Berufs wegen machen. Und nun verstehen wir auch, weshalb der besagte Fitnesstrainer das bei seiner Aussage vor dem Staatsanwalt und vor den Abgesandten der George-Mitchell-Untersuchung einfach verwechselt haben muss und den Leuten glauben machen wollte, Roger Clemens habe auf Anabolika gepocht. Fitnesstrainer können nämlich keine Ampullen lesen. Schon gar nicht solche, die die selbst von Lieferanten des Schwarzen Markts besorgt haben. So einfach ist das. Aber halt: Nun sagt der Anwalt des Fitnesstrainers plötzlich, Clemens könnte sich eine Klage einhandeln, wenn er öffentlich erklärt, dass der Fitnesstrainer lügt. Am Sonntag wird sich die Sache zuspitzen. Dann wird das angekündigte Clemens-Interview in der Magazinsendung 60 Minutes ausgestrahlt.
WER DENKT SICH EIGENTLICH SO ETWAS AUS? Paz Vega und Thierry Henry in einem riesigen leeren Stadion, und jeder lässt einen Elfmeter ins Tor kullern. Señora Vega mag ja bei einigen feuchte Träume produzieren. Ihre verfilmten hocherotischen Abenteuer sind ziemlich populär. Aber Henry? Ist das Teil seines Werbevertrags mit Gillette, dass er jetzt jeden Hirnriss mitmachen muss, der im amerikanischen Fernsehen stattfindet? (via With Leather)
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20. Dezember 2007
Der große Thunfisch bei den Delphinen
Es gibt wichtigere Fragen, auf die wir in diesen Tagen nach einer Antwort suchen, als diese. Aber diese steht im Raum und so wollen wir uns ihr widmen: Warum will sich Bill Parcells noch einmal um eine NFL-Mannschaft kümmern? Die Frage beschäftigt einen auch deshalb, weil wir es hier mit einem ziemlich außergewöhnlichen Mann zu tun haben. Ist vielleicht mal jemandem aufgefallen, dass der ehemalige Head Coach der New York Giants, der New England Patriots, der New York Jets und der Dallas Cowboys noch nie irgendwo rausgeworfen wurde? Oder dass er schon mehrfach erklärt hat, er habe innerlich mit der Rolle als Football-Coach abgeschlossen (und dann immer wieder einen neuen Anlauf genommen hat)?
Parcells Ruf basiert auf zwei Super-Bowl-Erfolgen (mit den Giants) und dem Nachweis, dass er Mannschaften in die Playoffs bringt, die vor seinem Auftauchen immer schon im November an die Ferienplanung gedacht haben. Man sollte ihm auch die Karriereentwicklung eines gewissen Bill Belichick zugute halten. Sowie den Modellfall des modernen Linebackers, der in seiner Ägide in der Person von Lawrence Taylor seine ganze Gefährlichkeit und Brutalität entfaltete (und dabei zum Beispiel die Laufbahn von Redskin-Quarterback Joe Theisman vorzeitig beendete). Mit anderen Worten: Parcells hat seinen Platz in der Hall of Fame in Canton verdient. Aber offensichtlich ist das immer noch nicht jedem klar.
Vielleicht hat er deshalb soeben offiziell den Posten als Verantwortlicher für den Footballbetrieb bei den Miami Dolphins angenommen, von wo aus er jeder Zeit ins Geschäft eingreifen kan . Denn was soll es sonst sein? Ein Bedürfnis, mit 66 noch einmal gegen Belichick zu coachen, der in derselben Division arbeitet, was zwei Spiele pro Saison garantiert, kann es nicht sein. Obwohl das reizvoll wirkt.
Die eigentliche Verwunderung besteht darin: Wieso hat Parcells Anfang des Jahres den Job in Dallas hingeworfen, nachdem sein Team wirklich nur durch einen extrem dummen Fehler von Tony Romo aus den Playoffs flog? Die gleiche Mannschaft, die er auf Vordermann gebracht hatte, zeigt in diesem Jahr all ihre Qualitäten und muss als ziemlich heißer Super-Bowl-Aspirant gehandelt werden. Soviel steht fest: Alles andere, als sich aktiv in den Footballbetrieb einzumischen, muss ihn langweilen. Vielleicht fällt er eines Tages tot an der Seitenlinie um.
Der Mann, den die Big Tuna nennen, ist bisweilen nur schwer zu ertragen. Besonders Journalisten leiden unter seinen - nennen wir sie vorsichtig - Stimmungen. Aber er hat eine Menge zu bieten: zum Beispiel solche Gedanken:
Parcells Ruf basiert auf zwei Super-Bowl-Erfolgen (mit den Giants) und dem Nachweis, dass er Mannschaften in die Playoffs bringt, die vor seinem Auftauchen immer schon im November an die Ferienplanung gedacht haben. Man sollte ihm auch die Karriereentwicklung eines gewissen Bill Belichick zugute halten. Sowie den Modellfall des modernen Linebackers, der in seiner Ägide in der Person von Lawrence Taylor seine ganze Gefährlichkeit und Brutalität entfaltete (und dabei zum Beispiel die Laufbahn von Redskin-Quarterback Joe Theisman vorzeitig beendete). Mit anderen Worten: Parcells hat seinen Platz in der Hall of Fame in Canton verdient. Aber offensichtlich ist das immer noch nicht jedem klar.
Vielleicht hat er deshalb soeben offiziell den Posten als Verantwortlicher für den Footballbetrieb bei den Miami Dolphins angenommen, von wo aus er jeder Zeit ins Geschäft eingreifen kan . Denn was soll es sonst sein? Ein Bedürfnis, mit 66 noch einmal gegen Belichick zu coachen, der in derselben Division arbeitet, was zwei Spiele pro Saison garantiert, kann es nicht sein. Obwohl das reizvoll wirkt.
Die eigentliche Verwunderung besteht darin: Wieso hat Parcells Anfang des Jahres den Job in Dallas hingeworfen, nachdem sein Team wirklich nur durch einen extrem dummen Fehler von Tony Romo aus den Playoffs flog? Die gleiche Mannschaft, die er auf Vordermann gebracht hatte, zeigt in diesem Jahr all ihre Qualitäten und muss als ziemlich heißer Super-Bowl-Aspirant gehandelt werden. Soviel steht fest: Alles andere, als sich aktiv in den Footballbetrieb einzumischen, muss ihn langweilen. Vielleicht fällt er eines Tages tot an der Seitenlinie um.
Der Mann, den die Big Tuna nennen, ist bisweilen nur schwer zu ertragen. Besonders Journalisten leiden unter seinen - nennen wir sie vorsichtig - Stimmungen. Aber er hat eine Menge zu bieten: zum Beispiel solche Gedanken:
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16. Dezember 2007
Der Klingelbeutel: Eine Null weniger
PSSST....DIE MIAMI DOLPHINS haben nach 13 Niederlagen ihr erstes Spiel in dieser Saison gewonnen. Damit haben sie ganz knapp die Chance verpasst, sich zum zweiten Mal mit einer Null in die Rekordlisten der NFL einzutragen. In seinem bisher besten Jahr - 1972 - blieb der Club die ganze Saison über ungeschlagen und gewann den Super Bowl. Die New England Patriots hielten sich die Tür offen, in dieser Saison das gleiche hinzubekommen. Sie schlugen die New York Jets.
DER KOMMENDE Baseball-Home-Run-König Alex Rodriguez hat bei CBS in der Sendung 60 Minutes nicht nur erzählt, weshalb er darauf verzichtete, sich bei der Vertragsverlängerungsverhandlung mit den New York Yankees selbst zu vertreten und seinen Agenten zu Hause zu lassen. Er hat auch bestritten, jemals leistungsfördernde Mittel genommen zu haben. Er sagte sinngemäß,
er sei immer gut genug gewesen und musste sich keine Gedanken über etwas Nachhilfe machen. Was man womöglich glauben kann. Aus seiner Sicht besteht Baseball zu 90 Prozent aus mentaler Leistung.
RUNNING BACK Warrick Dunn von den Atlanta Falcons (rechts) hat neulich etwas extrem Ungewöhnliches getan. Er ging ins Gefängnis, um den zum Tode verurteilten Mörder seiner Mutter zu treffen. Die Tat im Jahre 1993 zwang den Teenager, sich um seine Geschwister zu kümmern. Trotz der Last und Verantwortung gelang ihm eine beachtliche Karriere als Footballspieler.
MAN KANN DIE FRAGE ja mal stellen: Sollte es Männern, die das seltsame Bedürfnis haben, in ihrer Freizeit Trikots von Clubs zu tragen, gestattet sein, sich in Hemden der Frauen-Basketball-Liga WNBA zu zeigen?(via Deadspin). Unsere Antwort ist schnell gegeben: Keine Trikots. Niemals. Egal wo und unter welchen Umständen. Es gibt nichts Dümmeres als diese durchkommerzialisierte Fankultur.
DER KOMMENDE Baseball-Home-Run-König Alex Rodriguez hat bei CBS in der Sendung 60 Minutes nicht nur erzählt, weshalb er darauf verzichtete, sich bei der Vertragsverlängerungsverhandlung mit den New York Yankees selbst zu vertreten und seinen Agenten zu Hause zu lassen. Er hat auch bestritten, jemals leistungsfördernde Mittel genommen zu haben. Er sagte sinngemäß,
RUNNING BACK Warrick Dunn von den Atlanta Falcons (rechts) hat neulich etwas extrem Ungewöhnliches getan. Er ging ins Gefängnis, um den zum Tode verurteilten Mörder seiner Mutter zu treffen. Die Tat im Jahre 1993 zwang den Teenager, sich um seine Geschwister zu kümmern. Trotz der Last und Verantwortung gelang ihm eine beachtliche Karriere als Footballspieler.
MAN KANN DIE FRAGE ja mal stellen: Sollte es Männern, die das seltsame Bedürfnis haben, in ihrer Freizeit Trikots von Clubs zu tragen, gestattet sein, sich in Hemden der Frauen-Basketball-Liga WNBA zu zeigen?(via Deadspin). Unsere Antwort ist schnell gegeben: Keine Trikots. Niemals. Egal wo und unter welchen Umständen. Es gibt nichts Dümmeres als diese durchkommerzialisierte Fankultur.
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2. Februar 2007
NFL News: London, Favre, Geld für Ex-Spieler
Das Wembley-Stadion wird Schauplatz des ersten NFL-Spiels außerhalb der Grenzen der USA sein, bei dem es um etwas geht. Die Mannschaften stehen ebenfalls fest: Wie schon spekuliert worden war, werden zwei Ostküstenteams gegeneinander antreten: die Miami Dolphins (offiziell die Heimmannschaft) und die New York Giants. Auch das Datum wurde am Freitag am Rande des Super Bowl offiziell bestätigt: der 28. Oktober. Die Zeit für den Kick-off passt bestens: 18 Uhr in London ist 13 Uhr im Osten der USA. Exakt die Uhrzeit, wenn die erste Hälfte der Sonntagsspiele angepfiffen werden. Fox wird übertragen. Hier die Meldung vor einiger Zeit über den Umstand, dass man bei der NFL den deutschen Footballfans mit der Entscheidung für London eine lange Nase dreht.
In einer Geschichte über Brett Favre, den Quarterback der Green Bay Packers in der Welt stand vor ein paar Wochen, dass er mit dem Footballspielen aufhört. Die Information kam verfrüht. Totgesagte leben länger. Solche Schnellschüsse gibt es manchmal. Die verwegenste Aussage des Textes ging allerdings in eine andere Richtung. Da hieß es, der 37jährige sei "vermutlich der beste Spielmacher, den die National Football League je gesehen hat". Zu solchen Schlüssen kann man nur kommen, wenn man Joe Montana nie spielen gesehen hat. Vielleicht kann man ihn in Berlin jetzt wieder vom Podest herunterholen, nachdem er angedeutet hat, dass er weitermachen will, ihn abstauben und noch einmal ganz genau anschauen.
Commissioner Roger Goodell hat bei seiner Pressekonferenz in Miami die Pensionsregelung für ehemalige NFL-Profis als Problemfall akzeptiert. Die Spielergewerkschaft konnte zwar im Laufe der Jahre im Rahmen der Tarifvertragsverhandlungen das innovative Grundprinzip durchsetzen, wonach ausgemusterte Spieler ab der Mitte ihres Lebens monatliche Zahlungen beziehen. Aber für viele ist das weniger als der bekannte Tropfen auf den heißen Stein. Über die gegenwärtige Situation gibt es einen guten Beitrag im Blog Sports Frog. Die Schätzungen über den finanziellen Bedarf, um jenen zu helfen, die zu einer Zeit gespielt haben, als es noch keine riesigen Gehälter gab: 8 Millionen Dollar im Jahr. Das entspricht mal gerade etwa dem Sechsfachen eines heutigen Durchschnittsgehalts (2005: 1,4 Millionen Dollar laut New York Times).
In einer Geschichte über Brett Favre, den Quarterback der Green Bay Packers in der Welt stand vor ein paar Wochen, dass er mit dem Footballspielen aufhört. Die Information kam verfrüht. Totgesagte leben länger. Solche Schnellschüsse gibt es manchmal. Die verwegenste Aussage des Textes ging allerdings in eine andere Richtung. Da hieß es, der 37jährige sei "vermutlich der beste Spielmacher, den die National Football League je gesehen hat". Zu solchen Schlüssen kann man nur kommen, wenn man Joe Montana nie spielen gesehen hat. Vielleicht kann man ihn in Berlin jetzt wieder vom Podest herunterholen, nachdem er angedeutet hat, dass er weitermachen will, ihn abstauben und noch einmal ganz genau anschauen.
Commissioner Roger Goodell hat bei seiner Pressekonferenz in Miami die Pensionsregelung für ehemalige NFL-Profis als Problemfall akzeptiert. Die Spielergewerkschaft konnte zwar im Laufe der Jahre im Rahmen der Tarifvertragsverhandlungen das innovative Grundprinzip durchsetzen, wonach ausgemusterte Spieler ab der Mitte ihres Lebens monatliche Zahlungen beziehen. Aber für viele ist das weniger als der bekannte Tropfen auf den heißen Stein. Über die gegenwärtige Situation gibt es einen guten Beitrag im Blog Sports Frog. Die Schätzungen über den finanziellen Bedarf, um jenen zu helfen, die zu einer Zeit gespielt haben, als es noch keine riesigen Gehälter gab: 8 Millionen Dollar im Jahr. Das entspricht mal gerade etwa dem Sechsfachen eines heutigen Durchschnittsgehalts (2005: 1,4 Millionen Dollar laut New York Times).
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24. November 2006
College-Trainer in Miami gefeuert
Larry Coker, der Trainer der Footballmannschaft der University of Miami ist gefeuert worden. Miami hatte in diesem Jahr viel Theater. Ein erschossener Spieler, eine Massenkeilerei auf dem Spielfeld und eine sportlich völlig verpatzte Saison - das war genug des Schlechten. Nicht alles geht auf die Kappe von Coker, der für seine Bemühungen zuletzt mit 1,8 Millionen Dollar pro Saison recht ordentlich entschädigt wurde (anders als die Spieler, die bestensfalls ein Stipendium erhalten, das etwa 20 000 Dollar pro Jahr wert ist). Aber ehe die Verantwortlichen mal richtig sieben, trennen sie sich lieber vom Coach...und hoffen darauf, dass der Nachfolger nicht so viele herbe Schlagzeilen produziert.
Blick zurück: Die seltsame Saison hat in der Arena ihre Spuren hinterlassen - hier und hier und hier und hier
Blick zurück: Die seltsame Saison hat in der Arena ihre Spuren hinterlassen - hier und hier und hier und hier
8. November 2006
Gewalt im College-Football eskaliert. Ein Toter in Miami
Im Nachhinein sehen viele Leute in dieser Angelegenheit ziemlich belämmert aus. Zitat aus dem Blog von Omar Kelly in der Online-Ausgabe des Fort Lauderdale Sun-Sentinel (11. Oktober): "I personally think the next four weeks are the most important of the Larry Coker era and I'd use this time (FIU and Duke) to weed out the softies for the critical Georgia Tech and Virginia Tech match-ups." Was kam gegen FIU? Eine Massenschlägerei auf dem Feld (siehe Video hier). Kellys Charakterisierung von Pata vom 11. Oktober ebenfalls sehr ominös: "No matter what happens on the field, in the locker room, on the street, their unit members and teammates know Morse and Pata have their back FOR WHATEVER."
"...on the street...for whatever...." Das kann man nicht anders lesen als eine perverse und versteckte Andeutung zum Thema Gangs und Gewalt. Alles unter dem glorifizierenden Titel: "Seeking Toughness". Are these people out of their fucking minds?
Pata war Student der Kriminalwissenschaften und wollte eines Tages - vermutlich nach einer erfolgreichen Profikarriere in der NFL - beim FBI anheuern.
Ergänzung: Die ausführliche Geschichte erscheint in der Freitagausgabe der FAZ und wurde soeben bei faz.net hochgeladen.
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6. November 2006
NFL: Die Colts haben die perfekte Saison im Visier
Nun kann nur noch eine Mannschaft von der sogenannten "perfekten Saison" träumen: die Indianapolis Colts, die nach dem 27:20 über die New England Patriots über eine Bilanz von 8:0 verfügen. Das muss nicht viel heißen. Das Team war schon in den letzten Jahren ziemlich gut, aber fing sich jedes Mal kurz vor Schluss eine hässliche Schlappe ein.
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