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29. Januar 2008

Der Klingelbeutel: Webber heuert in Golden State an

DIE BOMBE ist gebastelt: Chris Webber hat in einer Email an die Nachrichtenagentur AP bestätigt, dass er wieder bei den Golden State Warriors anheuert. Jetzt warten wir auf die zündenden Momente und auf den Lärm, wenn's knallt. Die Ausgangslage haben wir schon vor ein paar Tagen beschrieben - in froher Erwartung, dass sich das Gerücht als echte Nachricht herauskristallisiert.

DAS GANZE THEATER vor zwei Jahren in Philadelphia hat Terrell Owens eine Menge Geld gekostet. Ein Schiedsmann, den die Spielergewerkschaft angerufen hatte, entschied den Streit mit den Eagles zu Ungunsten des Wide Receivers, der damals wegen seiner Aktionen vom Team gefeuert wurde und heute bei den Dallas Cowboys spielt. In Texas gab er neulich eine Heuleinlage und war vorher schon mal wegen Suizidverdacht im Krankenhaus. Der wirtschaftliche Verlust - Owens muss einen erheblichen Anteil des Bonus zurückzahlen, den er bei der Vertragsgunterzeichnung in Philadelphia bekommen hatte, liegt bei insgesamt 1,725 Millionen Dollar.

DIE FINANZIELLE BASIS der WNBA scheint gesichert. Die Liga und die Spielerinnen einigten sich auf einen Tarifvertrag über eine Laufzeit von sechs Jahren. Zusatzinfo: In Seattle, wo die Weichen für einen Umzug der SuperSonics nach Oklahoma City gestellt werden, konnte eine Gruppe von Investoren vor kurzem das WNBA-Team aus dem Konglomerat herauskaufen. Das Team - Seattle Storm - kostete die neuen Besitzer 10 Millionen Dollar. Die Liga mit ihren 14 Mannschaften spielt jeweils im Sommer, wenn die Männer pausieren.

9. November 2007

Dennis Rodman will Frauen-Trainer werden


Auf der nach oben offenen Gaga-Skala bringt Dennis Rodman noch jedesmal die Nadel in Bewegung, sobald er nur auftaucht und/oder sich äußert. Wie heute in einer Pressemitteilung seiner Entourage: Rodman will Trainer in der WNBA werden. Das ist nicht etwa bemerkenswert, weil der Mann ganz bestimmt im Laufe seiner Basketballkarriere weit weniger Wissen akkumuliert hat als die meisten seiner Nebenleute (zu denen bei den Detroit Pistons damals auch das Ekelpaket Bill Laimbeer gehörte, der heute in der Frauen-Liga coacht). Sondern weil er der unkommunikativste Basketballer aller Zeiten war. Der mochte weder zuhören noch reden. Der hat einfach wie blöd an seiner Fitness gearbeitet und sich ansonsten auf seine Rolle als Rebound-Spezialist versteift. Darin war er wirklich gut, weshalb ihm jeder seine Marotten nachgesehen hat. Besonders Michael Jordan, der in Chicago sehr froh über die Verstärkung war. Wie will einer, der, wenn er dann doch mal den Mund aufmacht, keinen geraden Satz sagen kann, eine Mannschaft betreuen? Durch Handauflegen?

24. August 2007

Die Beckham-Oper, Knöchelverzeichnis Nr. 5: Das falsche Sendungsbewusstsein

Der Worldwide Leader in Sports (so die Eigenwerbung), den meisten unter dem Kürzel ESPN bekannt, hatte am Donnerstagabend auf seinem zweiten Kanal ESPN 2 ein Problem, das es nicht zu lösen gab. Eingeschaltet hatten die, die der nächsten Arie in der Beckham-Oper beiwohnen wollten. Serviert wurden ihnen erstmal eine nach der anderen Verlängerung in der Playoffs der WNBA zwischen Connectict Sun und Indiana Fever. Die beiden brauchten dreimal fünf Minuten Extra, um ein Basketballspiel zu entscheiden, das wirklich bestenfalls in den Kanaldschungel ganz hinten jenseits der Nummer 200 gehört. Aber Sendungsbewusstsein und Pflichtgefühl gegenüber der NBA ließen das nicht zu. Die Fußballfreunde mussten warten und konnten erst ab der zehnten Minute ihr Spiel sehen, das live aus dem Home Depot Center in Carson übertragen wurde.

Seit zehn Jahren gibt es Profi-Basketball für Frauen in den USA und seit zehn Jahren ist an diesem eigenartigen Konstrukt einer Sommerliga sportlich rein gar nichts besser geworden. Im athletischen Bereich überwiegen die plattfüßigen Trampler - egal wie groß oder wie schwer. Wurftechnisch gibt es keine, die auch nur einen Hauch von Eleganz und Flair verbreitet - alles sieht handgestrickt aus. Und fangen wir gar nicht erst vom taktischen Repertoire an. Wenn man nicht mal rafft, wann man einen Gegner foult und wann nicht, damit man ihn (sie) nicht unnötigerweise an die Freiwurflinie schickt, wirkt das schon sehr nach...ach, lassen wir das. Reden wir lieber von Fußball - Frauenfußball. Der hat sich in der gleichen Zeit in den USA sehr stark entwickelt. Und das nicht nur, was die Zahl der Aktiven angeht und den Aufmerksamkeitswert in der Öffentlichkeit. Die besten von ihnen schauen zur Zeit leider in die Röhre, weil das Experiment einer eigenen Liga an den wirtschaftlichen Schwierigkeiten scheiterte. Für 2008 ist eine Wiederauferstehung im Gespräch. Was als Zeitpunkt gar nicht so schlecht gewählt ist. Denn die Beckham-Manie schafft Neugier, aber befriedigt sportlich keineswegs.

Das konnte man nach dem Basketball-Spiel sehen, als Los Angeles Galaxy gegen Chivas USA spielte. Obwohl: ein Mann war richtig klasse. Er heißt Maykel Galindo und ist ein gefährlicher Stürmer mit dem Auge für den Nebenmann. Galindo hatte sich vor zwei Jahren bei einer USA-Reise von der kubanischen Nationalmannschaft abgesetzt und spielt in diesem Jahr erstmals Major League Soccer - für schlappe 72 500 Dollar Gehalt. Er ist 26 Jahre alt und als Talent noch überhaupt nicht ausgetestet. am Donnerstagabend produzierte er zwei Tore und fädelte mehrere gefährliche Chancen ein.

Anmerkung: Die BILD-Zeitung hat in ihrer Berichterstattung über das Match ("Beckham: Bekommt er die Quittung für Poshs aufwendiges Leben?") mit gestrecktem Bein gearbeitet. "Beim Derby kam es jetzt nach einem Brutalo-Foul von Gegenspieler Jesse Marsch zur Fast-Prügelei", heißt es. Das war mehr als übertrieben. Es war ein Tritt, wie er ständig vorkommt, allerdings war die Stimmung zwischen Marsch und Beckham schon vorher leicht gereizt. Der Engländer hofft wohl insgeheim auf sanfte Behandlung, da er sich doch so intensiv für die Liga bemüht. Von einer Prügelei zwischen "Galaxys Harmse und Chivas' Zotinca, die mit Rot vom Platz flogen", konnte man auch nichts sehen. Die unübersichtliche Situation führte zu einer Fehlentscheidung. Zotinca hatte Harmse einen Kopfstoß ins Gesicht verpasst und hätte als einziger vom Platz gestellt werden müssen.

27. März 2007

Profipfeifen werden gut bezahlt. Doch Frauen erhalten kaum eine Chance

Eine junge Frau tastet sich langsam, aber sicher auf das höchste Niveau im amerikanischen Schiedsrichterwesen hoch: Sie wird als einer der Umpire bei einem Freundschaftsspiel zwischen den Arizona Diamondbacks und den Chicago Cubs auf dem Platz stehen. Ihre Name ist Ria Cortesio. Und normalerweise arbeitet sie zwei Etagen tiefer - im Double-A-Baseball (nachträglich korrigiert - siehe Kommentare). Aber anscheinend will die Liga zeigen, dass die Verantwortlichen mindestens ein Auge für neue Entwicklungen offen halten. Wir sind schließlich im 21. Jahrhundert (via deadspin).

Man kann nicht behaupten, dass das Experiment mit weiblichen Schiedsrichtern in den USA so wahnsinnig gut läuft. Während sich eine langsam wachsende Zahl von weiblichen Sportjournalisten unter Mühen in die erste Reihe kämpfte, blieb etwa in der NBA von dem 1997 bewusst eingegangen Experiment nicht viel übrig. Violet Palmer ist die einzige Unparteiische, die noch zum Aufgebot gehört. Sie gilt bei den Spielern nichts als große Leuchte. Aber die Ligaverantwortlichen scheinen sie zu mögen.

Die Webseite AskMen.com hat die finanziellen Aspekte der Schiedsrichter-Arbeit zusammengestellt. Hier die Essenz:

Major League Baseball von 100.000 bis 280.000 Dollar für eine reguläre Saison mit 162 Spielen. Dazu kommen etwa 50.000 Dollar an erstatteten Reisekosten. Erster-Klasse-Flugtickets bekommen die Umpires gestellt. Wer in den Playoffs dabei ist, kann noch mal 20.000 Dollar Extra verdienen.

In der National Basketball Association (NBA) liegen die Gehälter pro Saison zwischen 90.000 und 225.000 Dollar. Ich hörte Ober-Schiri Dick Bavetta neulich, wie er im Fahrstuhl im Madison Square Garden erzählte, wie schön das Leben in Ocala/Florida eine Stunde von Orlando entfernt ist. Da wohnen viele reiche Vollblutzüchter und halten die Grundstücke schön groß (gut gegen die hässliche Zersiedlung von populären Wohngebieten).

In der National Hockey League (NHL) werden die Neueinsteiger bereits mit 115.000 Dollar pro Saison honoriert. Nach 15 Jahren im Puckhagel liegt das Salär bei rund 220.000 Dollar.

Der Job in der National Football League (NFL) bringt relativ wenig, weil die Liga vergleichsweise nur sehr wenige Spiele ausrichtet. So kommt man hier auf 25.000 bis 70.000 Dollar pro Saison.

Die Kennziffer für die Schiedsrichter in der Women's National Basketball Association (WNBA), die jeden Sommer in die hübsch runtergekühlten Hallen einzieht, lautet: 500 Dollar Gage pro Spiel. Damit kommt man bei einer Saison, die aus 32 Begegnungen besteht, auf maximal 16.000 Dollar.

Zum Vergleich: Der Durchschnittsamerikaner (männlich) verdient rund 40.000 Dollar im Jahr. Der Durchschnittsamerikaner (weiblich) kommt auf 27.000 Dollar im Jahr. Beiträge mit Listen gibt es in der Arena immer wieder. Wer sich über die Auswahl informieren will, geht einfach zu diesem Beitrag. Der enthält eine Übersicht. Die Alternative: in der Spalte rechts gibt es ebenfalls eine Zusammenstellung unter der Rubrik Schlag nach bei American Arena.