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23. Juni 2009

Der Klingelbeutel: Musik drin

Die Sängerin Gloria Estefan übernimmt eine kleine Tranche der Miami Dolphins. Ist da wirklich Musik drin? Immerhin gelang ihr etwas, was Celine Dion nicht gelungen ist. Die Montreal Canadiens gingen an Molson.

• Michael Stich hat in London zu Beginn des Wimbledon-Turniers, das er immerhin schon mal gewonnen hat, eine Mini-Kontroverse angezettelt. Es geht um Frauen und Tennis und um die Frage, weshalb sich Menschen wohl ernsthaft für deren Spiel interessieren. Stich, der (anders als Jermaine Jones) hervorragend Englisch spricht, wird etwas mysteriös aus dem Zusammenhang gerissen zitiert und wirkt dabei doch nur so, als ob er eine Urerkenntnis des Kapitalismus zitiert: Sex sells. Aber wer das sagt, der bekommt heutzutage gleich was vor den Koffer.

• Eishockey-Dinosaurier Chris Chelios ist 47 und hat wohl auch deshalb von den Detroit Red Wings keinen neuen Vertrag mehr erhalten. Verständlich auch deshalb: Im Stanley-Cup-Finale saß er nicht mal auf der Bank. Trotzdem will er weitermachen. Irgendwo in der NHL.

• Irgendjemand bei den Boston Celtics ist nicht mit dem Kader zufrieden. Nehmen wir mal an, es handelt sich dabei vor allem um Manager Danny Ainge. Sonst wäre nicht neulich folgendes Tauschgeschäft ins Gespräch gebracht worden: Ray Allen und Rajon Rondo für Tayshaun Prince, Richard Hamilton und Rodney Stuckey von den Detroit Pistons. Aus der Sache wurde nichts.

• Der Chef der mächtigen Baseballspieler-Gewerkschaft gibt seinen Posten auf. Donald Fehr geht nach nach 26 Jahren im Amt. Er ist 61 und wird den Leuten wegen drei Dingen im Gedächtnis bleiben: Der Streik in den neunziger Jahren, dem eine World Series zum Opfer fiel, dem beharrlichen Verhindern eines brauchbaren Anti-Dopingreglements und den extrem gestiegenen Gehältern der Profis. ESPN hat eine Liste mit der Entwicklung der Durchschnittssummen.

21. April 2009

Zwischen Dementi und Demens

Mark Cuban ist nicht wie der Pauker im Spielmannszug, der hinten mitmarschiert und seinen Kollegen einfach nur stramm das Tempo signalisiert. Er ist auch der Tambourmajor und manchmal spielt er dazu noch eine schrille Flöte. Das klingt eigentlich nie gut, sondern immer nur nach Aufmerksamkeit heischend. Und es läuft mittlerweile auf unterschiedlichen Medienkanälen ab. Natürlich auch auf Twitter.

Das hat einen Blogger in Phoenix (von Bright Side of the Sun), der sich naturgemäß für den Status von Shaquille O'Neal interessiert und die Spekulationen über seinen eventuellen Wechsel nach Dallas, an seine Fähigkeiten als Ermittler in seiner Militärzeit erinnert. Und so hat er sich mit Emails an einen Bloggerkollegen in Texas gewannt und am Ende auch an Mark Cuban. Nur um festzustellen, dass Cuban selbst einfache Fragen, bei denen er in die Enge geraten könnte, rhetorisch geschickt nicht beantwortet (via Deadspin). In einem Interview mit spox hat Cuban zumindest eine Frage deutlich und klar beantwortet: Ja, es stimmt, er interessiert sich nicht mehr für den Kauf der Chicago Cubs. Allerdings ist die Begründung nachgerade unverständlich: "Dann kam aber die Wirtschaftskrise und plötzlich sah eine vernünftige Business-Entscheidung gar nicht mehr so vernünftig aus. Da habe ich mein Angebot zurückgezogen." Denn was soll die aktuelle Wirtschaftskrise mit einer langfristig gedachten Entscheidung über die Anschaffung eines populären Sportteams zu tun haben? Clubs wie die Cubs verdienen Geld. Auch in schlechten Zeiten. Und würde die Mannschaft es jemals wieder bis in die World Series schaffen und sie vielleicht sogar gewinnen, wären die finanziellen Eckdaten noch besser. Es kann aber sein, dass Meister Cuban mal wieder nur etwas ummänteln wollte und sich nicht klar ausdrücken. Sollte er das Projekt mit geliehenem Geld und mit Partnern finanzieren wollen, die im Moment auf dem Papier viel weniger wert sind als noch vor einem Jahr, hat er natürlich ein Problem.

Zum gegenwärtigen Stand der Entwicklung rund um die Cubs lohnt sich die Lektüre dieser Reuters-Meldung von vor ein paar Tagen. 900 Millionen Dollar wurde als Preis für das Team plus Wrigley Field und einen 25prozentigen Anteil an einem Sportfernsehkanal ausgehandelt, der viele Spiele der Mannschaft überträgt. Ob der Verkauf stattfindet, hängt davon ab, ob die anderen Clubeigentümer von Major League Baseball mehrheitlich dafür sind. Und der Konkursverwalter des gegenwärtigen Besitzers, des Tribune-Medienkonzerns, hat noch ein Wort mitzureden. Vielleicht denkt er ja, man hätte für das Paket weit mehr Geld herausholen können.

29. Dezember 2008

Der Klingelbeutel: Wo sich die Balken biegen

• Ein paar Jahre, nachdem die NBA und die NFL ihren eigenen Fernsehkanal an den Start gebracht haben, kommt MLB Network. Ab dem 1. Januar. Und angeblich in 50 Millionen amerikanischen Haushalten. 1. Januar? Seit wann ist das ein wichtiger Termin im Baseball-Kalender?

• EPO und Anabolika im Boxen, was kaum jemand bestreiten würde, aber gerne unter den Teppich gekehrt wird. Diesmal fliegen wahrscheinlich sogar die Fetzen. Victor Conte, der einst als BALCO-Betreiber die erste und beste Adresse für dopende Sportler aus allen Disziplinen war, muss sich diesmal gegenüber Shane Mosley wehren. Vor Gericht.

• Wind im Winter produziert kuriose Bilder aus der Welt des Sports. Das Foto der Woche entstand in Buffalo, wo sich die Goalposts verbogen. Zuviel Wind.

23. Oktober 2008

Vorbild für viele

Der Mann hinter einer der ikonografischen Ilustrationen aus dem amerikanischen Sport, die im Laufe der viele Nachahmer gefunden hat: Er heißt Jerry Dior und sein Entwurf ist das blau-weiß-rote Logo von Major League Baseball. Das Wall Street Journal hat ihn getroffen – rechtzeitig zum Beginn der World Series, die am Mittwoch in Tampa Bay mit einem 3:2-Sieg der Philadelphia Phillies über die Rays begann. Obwohl man in Florida extrem gut auf die Kosten achtet und sich zum Beispiel 30 Millionen Dollar im Jahr aus dem Top der Luxussteuer abholt, sieht die wirtschaftlche Prognose für den Club nicht gut aus. Auch dazu in einem anderen Artikel sehr viel mehr im Journal.

19. Oktober 2008

Bye-Bye Boston


Wir verabschieden uns für dieses Jahr mit dieser kleinen Filmszene von den Boston Red Sox. Wie sagte Adam Sandler in Anger Management (Deutscher Titel: Die Wutprobe) beim Anblick der Unterwäsche?
"I love to see you take that bra off, because it represents a team I've hated my entire life. But you gotto keep it on."

"Why?" fragte Heather Graham, die bereits an dem BH nestelte.
"I got a girlfriend", sagte Sandler. Und damit war der Fall erledigt.

Die Tampa Bay Rays gewannen Spiel 7 mit 3:1 und treten nun in der World Series gegen die Philadelphia Phillies an. Mittwoch geht's los. Kuriosität am Rande: Während die Rays sich im Rundbau des Tropicana Field in St. Petersburg mühten, trugen die NFL-Buccaneers in ihrem Stadion in Tampa ihr Heimspiel gegen die Seattle Seahawks aus (live von NBC übertragen). Jemand bei NBC hat wohl nicht damit gerechnet, dass es die Baseballmannschaft so weit bringt.

18. Oktober 2008

Der Klingelbeutel: Womit man immer rechnen muss

• Tampa Bay macht es wirklich spannend in diesem Jahr. Oder sind die Boston Red Sox dafür verantwortlich? Nach der 2:4-Niederlage im sechsten Match der Serie gibt es Spiel sieben am Sonntag. Komisch. Kaum jemand glaubt, dass die Rays noch nachlegen können. Und alles nur wegen dieser seltsamen Klatsche am Donnerstag. Am Samstag klappte auch beim übertragenden Sender TBS nicht alles. Es gab am Anfang einen längeren Bild- und Tonausfall.

• Wie bringt man amerikanischen Kindern Mathematik bei? In dem man sie im Unterricht Fantasy Football spielen lässt.

• Der größte Spieler im amerikanischen College-Basketball musste seine Karriere aufgeben. Der Grund: eine Teilamputation am rechten Fuß, die Ärzte vornahmen, weil sie kein anderes Mittel fanden, um eine antibiotikaresistente Infektion zu bekämpfen. Kenny George wäre sicher allein wegen seiner körperlichen Voraussetzungen als Rollenspieler in der NBA zum Einsatz gekommen: 2,31 Meter vom Scheitel bis zur Sohle, Spannbreite 2,60 Meter. (via The Big Lead).

• Camilo Villegas, einer der erfolgreichen neuen Spitzengolfer auf der amerikanischen PGA-Tour, bekam am Samstag schlechte Nachrichten aus seiner kolumbianischen Heimat. Sein Patenonkel wurde in Bogota bei einem Raubüberfall erschossen.

17. Oktober 2008

Die roten Socken sind nicht kaputtzukriegen

Was für ein Fehler: Nachdem Tampa Bay in Fenway Park im siebten Inning mit 7:0 in Führung ging, sind die ersten Fans aus dem Stadion abgewandert. Und ich habe auf die Politkanäle und danach auf Jon Stewart umgeschaltet. Andern Tags wacht man auf und muss lesen: Die Boston Red Sox haben das Ding im fünften Spiel der Serie um die American League Championship doch noch umgedreht und mit 8:7 gewonnen. Es ist kein Trost, dass Kollegen schreiben, das sei eines der unwahrscheinlichsten Resultate aller Zeiten gewesen. Denn tatsächlich möchte man solche Sachverhalte schon gerne so live wie möglich erleben und nicht erst Stunden später aus den Beschreibungen anderer Leute zusammenklauben. Die Serie, die schon zu Ende schien, geht also weiter: Das sechste Spiel ist am Sonntag in St. Petersburg.

15. Oktober 2008

Skipper Schmalhans hält den Kurs

Wir gehen in die entscheidende Phase der Baseball-Saison und müssen uns mit dem Gedanken anfreunden, dass sich demnächst zwei Mannschaften in der World Series gegenüberstehen, auf die sich kaum jemand freut. Die Tampa Bay Rays und die Philadelphia Phillies. Die meisten Leute wollen die Oligarchen-Teams sehen: die New York Yankees, Boston Red Sox oder die New York Mets. Die werfen mit dem Geld nur so um sich, kaufen die bekannteren Spieler vom Markt und inszenieren Baseball mit dem Hauch des Besonderen. Wer hat, der hat. Richtig?

Meistens ja. Aber in dieser Saison scheint Schmalhans der beste Skipper zu sein. Obwohl: Hinter den Rays zum Beispiel steckt durchaus jemand, der in den guten Wall-Street-Jahren beim Investmentbanker Golfman Sachs extrem viel Geld verdient hat. Aber jetzt spielt Tampa Bay mit der zweitniedrigsten Gehaltsliste von Major League Baseball. Mit anderen Worten: Da sitzen Leute, die ein Auge für junge Talente haben und sich nicht vom Glanz der großen Namen blenden lassen. Mehr zu Tampa Bay habe ich vor ein paar Tagen in einem Artikel für die FAZ zusammengetragen. Der steht jetzt auch online zur Verfügung.

Aktueller Stand: Phillies gegen Dodgers 3:1, Rays gegen Red Sox 3:1.

Hinweis: Im letzten Jahr lag Boston gegen die Cleveland Indians ebenfalls mit 1:3 zurück. Sie drehten den Spieß um, gewannen die Serie mit 4:3 und machten in der World Series den Sack zu. Ob sie aber auch in diesem Jahr die Pitcher haben, um so etwas hinzubekommen, darf man bezweifeln.

28. September 2008

So wenige Home Runs wie seit 15 Jahren nicht mehr

Die reguläre Saison in Major League Baseball geht zu Ende. Man darf über einiges überrascht sein. Aber wie soll man damit umgehen? So wenige Home Runs wie in dieser Saison wurden seit 15 Jahren nicht mehr fabriziert. Woran liegt's? Haben die Tests und die Androhung von Sperren tatsächlich die Spieler von der Einnahme von Dopingsubstanzen abgebracht? Oder waren es vielleicht eher die Ermittlungen der Staatsanwaltschaften, bei denen die Lieferanten geoutet wurden und ein paar Namen wie der von Roger Clemens?

Das wäre prima. Dann wären jene in ihrem naiven Glauben bestätigt, die schon immer gesagt haben: Testen und Bestrafen sind wunderbare Methoden, um Sportler auf den rechten Weg zu bringen. Das widerspräche zwar den Erfahrungen aus anderen Sportarten, wo man seit 15 Jahren an nichts anderem arbeitet als an Methoden, den Einsatz von verbotenen Substanzen zu verschleiern. Aber es muss deshalb nicht falsch sein.

Denn wir haben ja nicht nur neuerdings die Tests und die zurückgehende Zahl der Home Runs (ein Trend in einem starken Kontrast zu den Rekorden im Schwimmen und der Leichtathletik). Wir haben auch Hinweise auf veränderte Körpersilhouetten. Baseball-Profis sehen durch die Bank nicht mehr so aufgepumpt aus wie vor ein paar Jahren. Das Idealbild eines Baseballers hat sich gewandelt.

Was ist passiert? Die Entwicklung eines modifizierten Athletendenkens, das sich in Mannschaftsportarten viel eher auf die Beine stellen lässt als in Köpfen von Einzelkämpfern. Warum? Hier ein Erklärungsversuch mit ein paar grob sortierten Überlegungen.

1. Nachdem schon während der Steroid-Ära behauptet wurde, dass die Mittel niemandem helfen, mehr Home Runs zu erzielen und Home Runs nur ein Teil jener Leistungen sind, die einem Team den Erfolg bringen, ließ sich vermutlich eine Haltung kultivieren, die der der Nichtraucherkampagnen entspricht.

2. Ein bisschen Verbot plus viel gesellschaftlicher Druck und ein paar Informationen über die Gesundheitsrisiken können durchaus eine Wirkung bei Leuten haben, die nicht nur auf kurzfristigen Leistungsertrag aus sind, sondern ein Laufbahn von mehr als zehn Jahren anpeilen, in der sie inzwischen locker 40 Millionen Dollar brutto und mehr verdienen.

3. Viele Baseballprofis sind Ausländer aus lateinamerikanischen Ländern, die instinktiv befürchten dürften, dass sie aus dem Land geworfen werden, wenn sie gegen eine Reihe von Gesetzen verstoßen und sich lieber an die Regeln anpassen als sie unverfroren zu ignorieren.

2. August 2008

Auf leisen Socken

Nur einen Tag nach dem Trade, der Manny Ramirez nach Los Angeles expedierte, hat man in Boston sehr gute Arbeit abgeliefert und die vielen Facetten aufgeblättert, die zu der Aktion führten. Zu den Neuigkeiten in der Geschichte gehörte, dass der Agent des Outfielders kurz nach dem Vollzug der Transaktion mitteilen ließ: Ramirez, der eine No-Trade-Klausel in seinem Vertrag hat, habe sich alles anders überlegt und wolle doch in Boston bleiben und – viel wichtiger – sich fortan mannschaftsdienlicher gerieren. Diese Information, die man im Umfeld von Club-Manager Theo Epstein vermutlich sehr gerne an wissbegierige Journalisten weitergegeben, um den teuren vorfristigen Abschied von einem Arbeitsverweigerer und Clown zu rechtfertigen, der an seinen guten Tagen unzweifelhaft zu den Leistungsträgern der Red Sox gehörte.

Solche atmosphärischen Aspekte des Geschäfts gehören in Boston wohl einfach dazu. Die Beziehung von Medien und Fans zum Club und den wichtigen Spielern ist intensiver als in anderen Städten in den USA. Leute, die einst in Boston zentrale Bausteine der Mannschaft waren, haben sich nach ähnlichen Tauschaktionen oft genug über die Taktik des Club-Managements beschwert. Auch dazu hatte der Boston Globe heute ein paar Zitate – aus dem Mund von Nomar Garciaparra zum Beispiel (Shortstop und Ehemann von Fußball-Halbgöttin Mia Hamm). Auch er habe nicht die Stadt verlassen wollen. Mit anderen Worten: Schuld an der abrupten Luftveränderung von damals hatte angeblich das Management der Red Sox. Pitcher Derek Lowe erinnerte sich ebenfalls nur ungerne an der Ausbürgerung aus der Red Sox Nation.

Denn auch wenn die Kohle in Los Angeles stimmt: Die Beachtung, die ein Baseballprofi in der Stadt findet, steht in einem reziproken Verhältnis zu den Vorstellungen von der Magie der Metropole im Showgeschäft. Die Basketballspieler der Lakers sind Stars in der Stadt. David Beckham zieht einen Schweif von Paparazzi hinter sich her. Dagegen fällt der Stellenwert der Dodgers ziemlich ab. Immerhin haben sich die wirtschaftlichen Eckdaten in den letzten Jahren verbessert. Der Club machte jahrelang im großen Stil Verluste, inzwischen bleibt auch wieder Geld in der Kasse. Die beste Invesition der jüngeren Vergangenheit: die 60 Millionen Dollar, die in eine Renovierung des Stadions gesteckt wurden. Man sieht: Es geht auch ohne einen Neubau, wenn der Eigentümer nicht auf großformatige Subventionen spekuliert. Sportlich zehrt das Team von der Vergangenheit. Und wir reden nicht von der Zeit in Brooklyn und dem schmählichen Umzug, sonder von den siebziger und achtziger Jahren, als die Mannschaft in der National League zu den Spitzenclubs gehörte. Letzten November wurde Joe Torre als Manager verpflichtet, der vorher bei den New York Yankees an den Gang getan wurde, weil die Mannschaft zu lahm geworden war und ganz offensichtlich frischen Wind brauchte. Für die Playoffs wird es jedoch nur dann reichen, wenn man in der schwachen Western Division den Arizona Diamondbacks die Taellenspitze abjagen kann. Beim ersten Auftritt von Ramirez gegen die Diamondbacks am Freitag hätte man dabei einen guten Schritt nach vorne tun können. Die Dodgers verloren mit 1:2.

31. Juli 2008

Ken Griffey jr. zu den White Sox

Alles deutet darauf hin, dass Outfielder Manny Ramirez in diesem Jahr von den Boston Red Sox an einen anderen Club abgegeben wird. Wen nicht heute, dann am Ende der Saison. Manny ist hoch talentiert, aber im Laufe der Jahre schlichtweg zum Inbegriff des faulen Sacks geworden. Und der Satz "That's Manny being Manny..." ein geflügeltes Wort für das Achselzucken das einen erfasst, wenn man sieht, wie wenig er sich für das Konzept Baseball als Mannschaftssport interessiert. Wie sehr der Mann Leuten auf die Nerven geht, kann man in diesem Artikel des Wirtschaftsmagazins Portfolio nachlesen. Vorsicht: Der Einstieg ist etwas unappetitlich.

(Nachtrag um 18.30 Uhr: Manny geht zu den Los Angeles Dodgers in die National League. Die Red Sox zahlen das Gehalt für den Rest des Jahres.)

Während wir warten, dürfen wir allerdings vermelden, dass sich ein anderer berühmter Baseball-Profi auf dem Weg an einen neuen Arbeitsplatz befindet: Ken Griffey jr., sozusagen das Gegenstück zu Ramirez. Der Mann, der das Zeug hatte, den Namen Barry Bonds vom ersten Platz in der Home-Run-Statistik zu verdrängen, aber vorläufig nur dem anderen Doper Sammy Sosa auf den Schuhen steht. Sosa steht auf Platz fünf all-time. Griffey hat jahrelang in Seattle bei den Mariners unter Ausschluss der Öffentlichkeit gespielt und nicht die Spur einer Chance auf einen Auftritt in der World Series gehabt. Dann kam der Wechsel zu den Cincinnati Reds in die National League, zu einem Club, der über diese Personalie hinaus nichts getan hat, um an seinen hervorragenden Ruf aus den siebziger und frühen achtziger Jahren anzuküpfen. Die Zeit, in der sein Vater für die Reds spielte und in der er in der Industriestadt aufwuchs.

Griffey jr. wechselt zu den Chicago White Sox, zurück in die American League, wo man sich Chancen auf eine erfolgreiche Saison ausrechnet.

24. April 2008

Red-Sox-Trikot bei ebay versteigert

Das angeschmutzte Red-Sox-Trikot, das man aus dem Fundament des neuen Yankees Stadium herausgebohrt hat, wurde bei ebay versteigert. Die Auktion brachte 175.100 Dollar für eine Krebsstiftung.

23. April 2008

Wer einmal lügt...


Wenn ein Baseballspieler aus der Dominikanischen Republik lügt, um einen Profi-Vertrag in den USA zu bekommen, gilt das im Umfeld von Major League Baseball als Lappalie. So als ob jemand im Reisepass eine Körpergröße angibt, die ein paar Zentimeter von der Realität abweicht. Immer nach dem Motto: Man muss halt schummeln, wenn man als Kind armer Leute im Sport etwas werden will. Das Schummeln entspricht aber durchaus dem Urverständnis der amerikanischen Gesellschaft und ihrer Unterabteilung Sport, die schon lange nichts mit dem alten britischen Prinzip vom Fairplay zu tun hat. Ihr Prinzip lautet: "Give me my unfair advantage."

Wenn ein Fernsehsender im Rahmen eines Interviews vor laufender Kamera den Baseballspieler mit der Kopie seiner Geburtsurkunde konfrontiert und ihn zwingt, die Sache zumindest halbherzig zuzugeben, wird das hingegen verurteilt. Das sei Tabloid-Stil, rüde und unfair, heißt es dann. Wer will denn schon die Wahrheit so genau wissen?

Ich zum Beispiel. Denn derselbe Baseballprofi Miguel Tejada, zur Zeit Shortstop bei den Houston Astros, steht im Verdacht bei einem Doping-Hearing im amerikanischen Kongress gelogen zu haben. Das wäre Meineid, wenn es sich erhärtet. Da ist es nur angemessen, wenn jemand die Frage aufwirft, ob dieser Shortstop es vielleicht schon häufiger nicht mit der Wahrheit so genau genommen hat. Das wäre zumindest ein Indiz in einem Fall, der übrigens ermittlungsmäßig erst demnächst richtig auf Betriebstemperatur kommt.

Er wird nach den Spekulationen der New York Times vermutlich von niemand anderem als Jeff Novitzky vorangetrieben. Der soll nach offiziell unbestätigten Informationen der Zeitung von der Steuerfahndung zur Lebensmittel- und Arzneimittelkontrollbehörde FDA gewechselt sein. Dort kümmert er sich demnach auch weiterhin um sein Fachgebiet Doping.

14. März 2008

When Billy met Paul

Solange Major League Baseball Clubs noch solche Wünsche erfüllen, wird man einen Rest von Sympathie behalten: Der Schauspieler Billy Crystal durfte gestern in einem ernsthaften Spiel der New York Yankees einmal ernsthaft an den Schlag und freute sich hinterher wie Bolle auf dem Milchwagen. 60 Jahre ist der ziemlich kleine Mann, der in Filmen wie When Harry Met Sally und als Oscar-Moderator berühmt wurde und mit City Slickers einen Comedy-Klassiker auf die Beine stellte. Und sicher kein Gegner für einen Pitcher wie Paul Maholm von den Pittsburgh Pirates, um den auch nur annähernd in Schwierigkeiten zu bringen. Lesenswert: Die Geschichte über das Ereignis in der New York Times von heute.

1. März 2008

Klinsmann-Watch: Baseball für Bayern

Es werden nicht so viele gemerkt haben, dass hier am Freitag für eine kurze Zeit ein Beitrag über Jürgen Klinsmann und seinen Besuch beim Baseball in Arizona stand. Denn er verschwand wieder, als klar war, dass es für das Thema in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung hinreichend Platz geben würde. Warum? Ganz einfach. Weil man sich als Blogger keinen Gefallen tut, wenn man eine exklusive, kleine Geschichte im Blog zu früh auf den Markt wirft. Da kann es einem nämlich passieren, dass man damit eventuell mitlesende Konkurrenten von anderen Medienkanälen wach macht und so die Exklusivität des Beitrags in der Zeitung sabotiert.

Es gibt zwar Indizien dafür, dass die meisten Kollegen keine Notiz von American Arena nehmen, weil der Blog als Grundkonzept und das Themenfeld wohl nur eine kleine Gruppe anspricht. Aber diese Prämisse ernsthaft testen möchte man lieber nicht. Nicht bei populären Aufhängern wie Fußball und Klinsmann und Bayern München.

Hier deshalb nur ein Appetithappen - ein Ausschnitt aus dem kurz hochgeschalteten Text vom Freitag. Für den, der mehr wissen will: Die Zeitung gibt's am Sonntag an jeder Tanke.

"Oben über der Isar, unweit der Clubanlage von Bayern München an der Grenze zwischen den beiden Stadtteilen Giesing und Harlaching, gab es mal vor Jahren ein Spielfeld, auf dem eine Handvoll von Menschen jeden Sommer unverdrossen Baseball spielte. Keine Ahnung, ob es das noch gibt. Wenn nicht, sollte man über eine Wiederaufstehung nachdenken. Jürgen Klinsmann kommt. Und weil er ein Mann ist, der in seiner Freizeit unablässig über irgendwelche querdenkenden Arbeitsmethoden räsonniert, und weil er in seiner Zeit in Kalifornien Baseball kennengelernt hat, hat er eine Verbindung zwischen dieser Sportart und ihrem Kronjuwel, genannt Major League Baseball, auf der einen Seite und dem professionellen Fußball entdeckt. Sicher nicht auf dem Spielfeld, wo man einen Knüppel in der Hand hält und sich entweder Anabolika gibt oder Kautabak oder beides. Aber irgendwo in der Chefetage. Dort, wo die Jungs zusammenkommen, die sich Gedanken über den Einkauf von neuen Spielern machen und nach einem System suchen, wie man Talent bewertet....."

27. Februar 2008

Baseballs neuer Beelzebub

Major League Baseball hängt schon eine ganze Weile am Tropf. Denn immer mehr junge Spieler kommen aus armen Ländern im kulturellen Einzugsbereich wie der Dominikanischen Republik und Venezuela. Die kann man mit billigen Verträgen ködern, um sie zu tausenden ins Ausbildungssystem der Minor Leagues einzuspeisen. Wie das so ist mit dem Selektionsprozess im Profisport: Die Jungs vom Dorf sind froh um die Chance. Die Liga-Bosse sind froh, dass sie auch weiterhin ein preiswertes Farm-Team-Konzept finanzieren können, das als Unterbau in den Anfängen der MLB entwickelt wurde. Gar nicht froh ist Venezuealas Präsident Hugo Chávez, dessen Land derzeit nach der DomRep mit 50 Abgesandten die zweitmeisten Ausländer in der Major League stellt. Er hätte gerne für den Baseball-Betrieb in seinem Land im Gegenzug einen Anteil an den Bonuszahlungen, die die Spieler bei Vertragsunterzeichung in der Top-Klasse bekommen.

Solche Verhältnisse gelten in anderen Mannschaftssportarten als ganz normal oder werden, weil etwa die Russen im Eishockey die von der NHL gezahlten Summen nicht akzeptieren, zu normalen Störfällen im täglichen Geschäft. Man darf davon ausgehen, dass Major League Baseball das Thema dazu benutzen wird, den vor einer Weile zum Feindbild hochstilisierten Politiker aus Südamerika als Beelzebub zu verunglimpfen. Dass sie dabei dass klassische Motto (Wir sind die USA. Wir plündern den Rest der Welt nach Belieben aus. Und Lateinamerika sowieso.) gerne verschweigen, versteht sich von selbst. Wenn sich ein kleines Land den wirtschaftlichen Interessen der Vereinigten
Staaten in den Weg stellt, wird es als Feind der Freiheit abgestempelt.

31. Januar 2008

Fragen nach dem Ku-Klux-Klan

Der Skandal rund um die Mafiakontakte des Basketballschiedsrichters Tim Donaghy hat Auswirkungen auf Leute, die vermutlich weder etwas mit Donaghy noch mit dem organisierten Verbrechen zu tun haben. Die Referees von Major League Baseball, genannt Umpires, werden durchleuchtet. Und zwar auf eine Weise, die auf Widerstand stößt. Von der Liga beauftragte Privatdetektive ziehen über Land und erkundigen sich bei den Nachbarn der bestens beleumundeten Herren nach deren Verhältnissen. Zu den Fragen gehören auch solche nach der Mitgliedschaft im Ku-Klux-Klan, nach eventuellem Marihuana-Konsum und natürlich nach den finanziellen Verhältnissen. Dass die - gewerkschaftlich organisierten - Umpires sauer sind, darf einen nicht weiter verwundern. Die werden traditionell von der Liga nicht mit Samthandschuhen angefasst, wie man bei einer der letzten Tarifauseinandersetzungen erleben konnte. Interessant dazu im Vergleich: die jahrelange ignorante Haltung zur Doping-Seuche unter den Spielern. Zu dem Thema wird sich im kommenden Monat erneut der Kongress ein paar Leute vorladen. Der Mitchell-Report ist noch immer nicht verdaut.

Major League Umpires verdienen zwischen 100.000 und 300.000 Dollar pro Saison je nach Berufserfahrung. Der Einfluss eines einzelnen auf ein Spiel ist begrenzt. In jeder Begegnung werden vier von ihnen eingesetzt, drei im Spielfeld, einer hinter dem Batter als sogenanter home plate umpire. Der spielt noch die stärkste Rolle, weil er mit seinem Augenmaß darüber entscheidet, was ein Strike ist und was ein Ball. Aber im Zeitalter aufgetüftelter computergenerierter Fernsehtechnik sind solche Manipulationen kaum noch möglich.

13. Dezember 2007

Warten auf den Chor der Mea-Culpa-Artisten

Der Mitchell Report ist draußen und hat umfassend dokumentiert, dass Amerikas Baseball-Profis sich nicht die Bohne dafür interessieren, dass Doping Sportbetrug ist und auf Kosten der eigenen Gesundheit gehen kann. Leute, die im Schnitt mehr als 3 Millionen Dollar pro Jahr brutto verdienen und offensichtlich von der Furcht geplagt werden, dass diese formidable Geldquelle versiegen könnte, wenn sie nicht genug Leistung bringen. Man kann die Namen der in dem Report genannten und als Doper verdächtigten Spieler in dieser Liste nachlesen. Den ganzen Bericht kann man als pdf-Datei bei The Smoking Gun herunterladen.

Eine erste oberflächliche Lektüre bringt folgendes zutage: Nicht erwähnt werden zum Beispiel solche Leistungsträger wie Albert Pujols von den St. Louis Cardinals und Sammi Sosa, einst der Rivale von Mark McGwire, der ebenfalls nicht erwähnt wird. Das hat womöglich damit zu tun, dass er schon eine Weile nicht mehr spielt. Dass Namen fehlen, bedeutet nicht, dass diese Spieler nie etwas mit Doping zu tun hatten. Es bedeutet, dass niemand Herrn Mitchell über sie en detail etwas erzählt hat. Denn das Hauptmaterial für den Bericht kommt aus vier Quellen: den Aussagen von Lieferant Kirk Radomski sowie einem Mann, der bei den Yankees mit der Fixe herumhantierte. Dazu hatte Mitchell Einblick in die Aktenlage der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Albany, die mehrere Dealernetze ausgehoben hat und die Unterlagen aus dem BALCO-Skandal. Ab morgen werden wir dann zwei Geräusche vernehmen: den Chor der Mea-Culpa-Artisten, die öffentlich dem Teufelszeug abschwören und versprechen, nie wieder etwas ähnliches zu tun. Und das rhythmische Stakkato der Dementi(a)-Fraktion, deren musiktheoretisches Feingefühl uns alle auf eine harte Probe stellen wird. Der Krach wird ohrenbetäubend sein.

11. Dezember 2007

Erwischt werden nur die Dummen

Die NHL fahndet bei ihren Spielern nicht nach Amphetaminen und verzichtet auf Dopingtests während der Spielpause im Sommer. Auch die NBA interessiert sich nicht für den Drogenkonsum ihrer Profis, wenn der Spielbetrieb ruht. Die NFL verzichtet darauf, Proben sonntags zu nehmen, wenn die Liga ihre Begegnungen austrägt. Und die Dopingfahnder von Major League Baseball rufen immer einen Tag vorher beim Club an, damit sie einen Pass fürs Stadium und für den Parkplatz bekommen. Das sind die Leute, die angeblich unangemeldet vorbeikommen. Das und vieles andere zeigt, wie groß die Löcher sind, durch die halbwegs pfiffige Doper im amerikanischen Ligasport durchrutschen können. Und weshalb ein Experte wie Professor Charles E. Yesalis von der Penn State University meint: "Die Test ermitteln nur die Unvorsichtigen und die Dummen. Wer glaubt, dass nur ein bis zwei Prozent Drogen nehmen, ist unglaublich naiv." Mehr zum Thema heute in der New York Times.

25. November 2007

Gedopten Profis aus dem Ausland droht eine Extra-Sperre: der Rauswurf aus den USA

Man hat sich daran gewöhnt, dass ein erheblicher Teil der Profis in den amerikanischen Ligen aus anderen Ländern kommt. Den größten Anteil der Gastarbeiter beherbergt traditionell die National Hockey League, in der einst die Kanadier dominierten und nun Spieler aus Europa. Die NBA hat zuletzt ganz erheblich Verstärkung aus Übersee getankt, und im Baseball kommt das Reservoir neuer Kräfte hauptsächlich aus dem Süden, der Karibik und den Ländern, die sie einrahmen. Insbesondere im Baseball gibt es regelrechte Pipelines für Talente, die aus Zentren etwa in der Dominikanischen Republik über die Rookie Leagues in Arizona und Florida hinauf in die besser bezahlten Leistungskategorien führen. Das dauert meistens Jahre und führt dazu, dazu sich in Ausländer in diesem Mischmasch-Land der Einwanderer aus aller Herren Länder irgendwann so vorkommt, als gehöre er dazu.

Dabei fehlt nicht viel, um zu begreifen, dass man als Mensch mit einem speziellen Visum oder auch einer Greencard ruckzuck aus den USA ausgesperrt werden kann. Wer zum Beispiel straffällig wird, landet ganz rasch wieder in seiner Heimat. Mehr als 12 Millionen illegalen Einwanderern in diesem Land scheint das offensichtlich nichts auszumachen. Die sind ohnehin abgetaucht, arbeiten mit gefälschten Papieren und Führerscheinen und überleben - irgendwie - im Schatten einer Lohndrückerwelt, die man in den Vereinigten Staaten auf eine fadenscheinige Weise akzeptiert hat, weil man dadurch im großen Stil Gewerkschaften aushöhlen und das Aufkommen neuer Wehrhaftigkeit unterlaufen konnte.

Aber das ist keine Option für einen Baseballprofi aus dem dem Ausland, der in dem riesigen Dopingskandal auffällig wird, der dieser Tage vom ehemaligen Senator George Mitchell untersucht wird. Das Problem besteht nicht mal darin, dass der Report öffentlich Namen von Spielern nennen könnte, die als Anabolika-Verbraucher auffällig geworden sind. Das kitzlige Detail besteht im Wesen eines Visums- oder Greencard-Antrags: Wer hierbei Dinge gefragt wird, die irgendwann mal rechtsrelevant sein könnten und sie aus Angst vor Konsequenzen dazu unwahr Stellung bezieht und später als Lügner geoutet wird, kann daraufhin auf Lebzeiten aus den USA ausgesperrt werden. Nicht weil er verbotenerweise ohne Rezept verschreibungspflichtige Medikamente genommen hat, sondern weil er die Einwanderungsbehörden betuppen wollte.

Eine derartige Strafe geht weit über das hinaus, was eine Liga oder ein Verband tun kann. Denn deren einem Berufsverbot gleichkommenden Sperren sind befristet und halten jemanden nicht davon ab, in der Zwischenzeit in einem anderen Metier Geld zu verdienen. Sie sind auch härter als die kurzen Gefängnisstrafen, die Athleten wie amerikanische Marion Jones und Barry Bonds gewärtigen. Denn hier wurden Strafermittler angelogen, die versucht haben, einen ganzen Sumpf trocken zu legen. Ein Baseballspieler, der nie wieder legal in die USA einreisen kann, darf einpacken. Oder muss versuchen, sich in Japan zu verdingen. Dem einzigen Land, wo man in der Sportart einigermaßen bezahlt wird.

Während die Geschichte in der New York Times zum Thema so tut, als sei das alles hauptsächlich das Problem von Mitchell, darf man sicher als jemand, der als Gast in den USA verweilt und lange auf seine Aufenthaltserlaubnis warten musste, folgendes sagen: Wer denkt, er, brauche sich nicht an die Gesetze dieses Landes zu halten, sollte sich hinterher nicht wundern, wenn er rausgeworfen wird. Und wer ein bisschen schlauer geworden ist, sollte vielleicht die Finger von Drogen lassen. Ist das Schwert der Einwanderungsbehörden endlich eine Abschreeckungsmaßnahme, die wirkt?