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2. November 2009

Flattermann

Der Argentinier Manu Ginobili macht so etwas mit links: Die Szene aus dem Spiel gegen die Sacramento Kings, in der der Basketball-Spieler eine durch die Halle flatternde Fledermaus erschlägt. Die Fernsehkommentatoren sind begeistert. Wieso dieser Nachtschwärmer aufgeregt im grellen Scheinwerferlicht der Halle in San Antonio herumgeisterte, konnten sie nicht so schnell feststellen (via The Big Lead).

18. Dezember 2008

Wie man den Spurs heimleuchtet


Steve Nash gehört zu wenigen Profis in den USA, die hin und wieder eine politische Stellungnahme abgeben. Diesmal geht es um Stromsparen und also auch um Umweltschutz. Das heißt, eigentlich geht es darum, den San Antonio Spurs heimzuleuchten. Mit einem Jux auf deren Kosten. Die Mannschaft ist berühmt für ihre Schwalben-Künstler wie Tony Parker und Manu Ginobili, die bei jedem Windhauch zu Boden gehen. (Englisch: flops).
via With Leather

30. Mai 2008

Top, die Wette gilt?

Des einen närrisches Vergnügen ist des anderen Konspirationstheorie. Oder: Wenigstens ein Spieler bei den Los Angeles Lakers hat am Donnerstagabend beim Spiel gegen die San Antonio Spurs nicht gewusst, wie in Las Vegas die Wetten auf den Ausgang des Spiels stehen. Sonst hätte er nicht mit der Schlusssirene einen Dreier versenkt, der nichts mit Sieg und Niederlage zu tun hatte, aber ganz viel mit dem Spread. Hätte Sasha Vujacic einfach nur den Ball in der Hand behalten und nicht geworfen, hätten die Lakers das Match mit 97:92 gewonnen und die Buchmacher wären sehr zufrieden gewesen. Denn zum Beispiel das MGM Grand hatte die Partie bei weniger als 7,5 Punkte Differenz zu Gunsten von LA. Der Slowene hebelte die Zahl auf 8. Mit anderen Worten: Er schob den Spread mit dem Schlussresultat über die magische Grenze des Abends.

Der Pfiff an der Sache: Es gilt in der NBA als ungehörig, dass am Ende einer bereits entschiedenen Partie der Sieger noch massiv Punkte draufbrät. Damit wird nach einer Grundregel aus dem Stammbuch der Sportlerehre der Verlierer unnötig vorgeführt und enteiert. Was also war das Motiv von Sasha? Showtime?

Von hier lässt sich übrigens fast nahtlos überleiten zu einem anderen Aspekt der Sportlerehre. Europas und Südamerikas Basketballer haben in der NBA eine Gepflogenheit populärer gemacht, die aus dem Fußball kommt und dort meistens als "Schwalbe" oder auch als dive tituliert wird. Die Basketballer kennen eine eigene Variante: den sogenannten Flop. Dabei tut der leicht touchierte Spieler so, als sei er massiv bedrängt oder gestoßen worden und stolpert und geht auf dramatische Weise zu Boden. Flops sind in den USA und Kanada (im Eishockey) extrem verpönt. Man steckt weg. Man schlägt vielleicht auch mal zurück. Aber man versucht nicht den Schiedsrichter und das Publikum theatralischen Einlagen zu beeinflussen. Und damit das so bleibt, will die NBA ab der nächsten Saison Flopper nach dem Spiel bestrafen. Das könnte dann das endgültige Aus der San Antonio Spurs bedeuten, die am Donnerstag als amtierende Meister aus dem Wettbewerb gedrängt wurden. Kein Team hat mehr Flopper: Tony Parker, Manu Ginobili, Bruce Bowen und Robert Horry dürften ohne solch dramatische Opfer-Szenen nur noch halb so viele Freiwürfe bekommen. Das reicht nicht. um in der NBA oben mitzuspielen.

19. Mai 2008

Butter vom Brot

Die Phoenix Suns ließen sich ihre Butter gleich in der ersten Begegnung gegen die San Antonio Spurs vom Brot nehmen. Die New Orleans Hornets erst im siebten Spiel ihrer Serie. Das Resultat war dennoch das gleiche. Jene Mannschaft, die gestern in den entscheidenden Situationen zwei Argentinier, einen Franzosen und einen Mann von der Karibik-Insel St. Croix ins Rennen schickte und damit so unamerikanisch war wie der Senatsausschuss für unamerikanische Machenschaften es vor über 50 Jahren, steht im Westen im Conference-Finale. Gegen die Los Angeles Lakers dürfte die Mannschaft in dieser Form sogar eine echte Chance haben. Und sollte sie die Endspielserie erreichen, muss man sie zum Favoriten erklären. Niemand in der NBA spielt emotionsloser, abgebrühter, unbeeindruckter, mannschaftsmäßiger als der amtierende Meister. Nichts fürs Auge und irgendwie traurig. Aber wahr.

19. April 2008

Suns verlieren in San Antonio: Unbegreiflich

Unbegreiflich. Wenn sich die Phoenix Suns innerlich auf einen Gegner in den NBA-Playoffs eingestellt hatten, dann diesen - die San Antonio Spurs. Wegen Tim Duncan hatten sie Shaquille O'Neal aus Miami geholt und eine Menge Substanz und Tempo abgegeben. Heute hatten sie erste und beste Gelegenheit zu zeigen, wie man die Umbauarbeit in Erfolg ummünzt.

Unbegreiflich: Die San Antonio Spurs gingen erst zweieinhalb Minuten vor Schluss der regulären Spielzeit zum ersten Mal im gesamten Match in Führung. Sie brauchten einen Dreier von Michael Finley, um sich in die erste Verlängerung zu quälen. Sie brauchten einen Dreier von Tim Duncan - den ersten der gesamten Saison -, um sich in die zweite Verlängerung zu quälen. Und dann machten sie langsam, aber sicher den Sack zu und waren klug genug, die Partie zwei Sekunden vor dem Ende zu entscheiden. Die Suns hatte keine Auszeiten mehr. Ja, und das war's. 117:115.

Unbegreiflich. Denn das war die Begegnung, die die Suns in der Halle der Spurs gewinnen mussten. Denn sie haben in der Best-of-Seven-Serie als schlechter Platzierter nur maximal drei Heimspiele. Das war die Begegnung, die sie dreimal gewinnen konnten. Aber gegen Schluss kulminierte die Leistung in kleinen mentalen Fehlern. Der schwerwiegendste war vermutlich der von Steve Nash im vierten Viertel, als er die Shot Clock aus den Augen verliert und die Suns ohne Wurfversuch den Ball abgeben. O'Neal ist sicher nicht das viele Geld wert, das ihm die Suns bezahlen. Aber er war durchaus ein brauchbarer Fels in der Brandung.

Die San Antonio Spurs mögen diese Art von Basketball innerlich richtig gut finden - ein Sieg ist ein Sieg ist ein Sieg. Aber damit stehen sie vermutlich weit und breit alleine da. Am meisten wird sich Mark Cuban ärgern. Der bezahlt noch immer das Gehalt für Michael Finley. Die Mavericks sind übrigens in ein paar Minuten an der Reihe.

9. März 2008

Gehe direkt über Los

Das lernt man eigentlich schon ganz früh in den Marketing-Seminaren an den besseren Business-Colleges, dass man als Unternehmen mit seinem Markennamen nicht herumspielt. Nicht mit den Worten und nicht mit dem Schriftbild. Aber was wären Regeln ohne Ausnahmen? Und was wären Amerikaner ohne diese Pseudo-Attitüde des Schmelztiegels aller Rassen und Hautfarben, wenn sie nicht ab und zu zeigen würden, dass sie für den Extra-Dollar alle Regeln sausen lassen und auch Menschen ansprechen, die sie sonst lieber links liegen lassen? Das nennt man dann eine Imageförderungmaßnahme.

Das jüngste Beispiel: Die San Antonio Spurs, die aus Anlass irgendeiner Latino-Woche in einem Trikot mit dem Schriftzug Los Spurs herumlaufen. Letztes Jahr boten die San Francisco Giants im Baseball eine ähnliche Show auf - als Gigantes. Nun macht die NBA diesen Quatsch: Es gab heute im Match gegen San Antonio auch Los Suns. Besonders im Fall der NBA ist die Idee geradezu idiotisch. Zwar nennt der Spanisch sprechende Teil der fanaticos den Club Los Spurs oder Los Suns. Aber das ist so wie die Englisch sprechende Gruppe, die die Mannschaft the Spurs nennt oder the Suns - ein bestimmter Artikel, den man aus Gründen des besseren Verständnisses braucht. Ich bin sicher, dass die Liga das nie mit einer deutschen Version versuchen würde: Die Mavericks klingt irgendwie so, als ob man jemandem den Tod wünscht.

Warum Shaq und Cejka plötzlich wach werden

Wenn mehr auf dem Spiel steht, werden selbst Sportler noch mal wach, die bereits so wirkten, als wären sie auf dem Weg in die Frührente. Wir reden von ersten Spiel von Shaquille O'Neal im Trikot der Phoenix Suns, bei dem er seinen müden schweren Körper endlich auf die Betriebstemperatur gebracht hat, die man von ihm in Arizona von Anfang an erwartet hat. Wenn man sieht, wie reaktionsschnell Shaq auf einmal arbeitet und wie er in die dritte Sitzreihe fliegt, um noch einen Ball im Spiel zu halten (siehe Video), kommt man nur auf eine Erklärung für die Energieleistung: ein Gegner von der Klasse der San Antonio Spurs. Das ist gut. Denn um in den Playoffs gegen die Spurs und gegen Tim Duncan zu bestehen, wurde O'Neal geholt. Da macht es Sinn, dass er bereits kurz vorher mal aufblitzen lässt, was die Suns mit ihm gegen San Antonio auszurichten in der Lage sind.


Im Golf haben wir einen ähnlichen Fall. Obwohl die Anhaltspunkte dafür eher verschwommen sind. Aber wieso spielt Alex Cejka auf einmal so viel besser als in den letzten Jahren, in denen er immer froh sein durfte, wenn er die Tourkarte für ein weiteres Jahr behalten durfte? Falls er die Forumsbeiträge auf seiner eigenen Webseite liest, vermag man nur auf eine Erklärung für den Aufschwung zu kommen: Martin Kaymer. Der 23jährige macht dem einst als Nachfolger von Bernhard Langer apostrophierten Exil-Tschechen mit dem deutschen Pass und dem amerikanischen Lebensmittelpunkt gerade vor, wie man eine Karriere so exerziert, dass die richtigen Leute aufmerksam werden. Der Sieg in Abu Dhabi und der zweite Platz in Dubai war nicht die einzige Botschaft, die Kaymer an die Welt geschickt hat. Die viel deutlichere Nachricht stand in Dubai auf seiner Mütze zu lesen, auf der sich in Abu Dhabi noch kein Sponsorenname befand: Er hatte einen Vertrag mit Titleist abgeschlossen, der renommiertesten Firma im internationalen Ausrüstergeschäft. Das heißt unter anderem: dass er die besten (und populärsten) Bälle im Bag hat. Cejka muss, weil ihn niemand anderer haben wollte, Srixon spielen. Was keine Schande ist. Aber trotzdem ist das so etwas wie der Ausweis seines Zweit-Liga-Status. Ein Status, auf die Stirn gedruckt, mit dem man jede Woche, vertraglich bedingt, öffentlich herumlaufen muss. Natürlich gibt es da nur eins: Besser spielen, positiv auffallen, die Vertreter der anderen Firmen beeindrucken, um bei der nächsten Vertragsrunde ein bemerkenswertes Angebot auf den Tisch zu bekommen. Am besten von einer Firma mit einem guten Namen. Und mit hervorragendem Material (Disclaimer: Ich spiele Ping-Eisen, einen Cleveland-Driver, Callaway-Hölzer, einen Mizuno-Putter und gefundene Bälle der Marken Titleist, Callaway und Nike - ich bin keiner Marke verpflichtet).

24. Oktober 2007

Wir präsentieren: Das NBA-Finale 2008


Ich weiß, ich weiß. Das kommt jetzt ein bisschen voreilig. Die NBA-Saison hat noch gar nicht angefangen. Und wenn sie los geht, stehen hunderte, wenn nicht tausende von Spielen auf dem Programm, ehe der neue Meister feststeht. Aber beim Blog of Hilarity hat man dieses Video gefunden und fragt nun: Sollte man angesichts solcher Aussichten nicht einfach die Saison sausen lassen und gleich die beiden nominell besten Mannschaften - Titelverteidiger San Antonio Spurs und die um Kevin Garnett und Ray Allen verstärkten Boston Celtics - gegeneinander antreten lassen? Der Computer wurde schließlich nicht von ein paar Armleuchtern programmiert. Irgendetwas muss doch dran sein, oder? Jedenfalls tickt die Software anders als John Hollinger, der neulich die Chicago Bulls so gelobt hat. Und die Gesichter von richtigen Menschen bekommt sie auch nicht hin. Aber das interessiert mich nicht. Ich besitze keine PlayStation und keinen xBox-Apparat. Ich bleibe lieber bei der echten NBA am Ball (via SportsbyBooks).

7. Juni 2007

Fron wie Fron

Feiertag in Deutschland, da möchte man sich doch ebenfalls entspannen. Aber heute gehen die NBA-Finals in San Antonio los. Und am Sonntag erscheint die FAZ und will einen Bericht darüber bringen, weshalb die Spurs so gut sind. Also heißt es wieder: in sich gehen, recherchieren, lesen, in die Tasten hauen und sehen, was LeBron James im ersten Match auf die Beine stellt. Fron wie Fron eben. Und nicht wie "Frohen" oder so. Nur soviel heute von hier aus: Wer glaubt, die Cavaliers hätten keine Chance, wird sich noch wundern...

2. Juni 2007

Spiel sechs: Cleveland macht die Pistons nass und steht im Finale

Eine massive Drei-Punkt-Woge hat am Samstagabend in Cleveland die höher eingeschätzen Detroit Pistons einfach weggefegt. Der kleine Daniel Gibson war der Mann mit der sicheren Hand, der nach einem dürftigen Auf und Ab b eider Mannschaften, das sich über drei Viertel hinzog, im vierten Viertel das Spiel und die Serie entschied. LeBron James, der vor zwei Tagen mit einer seltenen Energieleistung in Detroit das Match ganz alleine für die Cavaliers nach Hause geholt hatte, musste diesmal nicht das Letzte geben. Das Problem nahm im Gibson ab, der insgesamt fünf Drei schoss und bei seinem bislang besten Auftritt in der Liga 31 Punkte erzielte. Endstand: 98:82

Die Niederlage markiert das Ende einer guten Zeit in Detroit. Die Pistons hatten in den letzten Jahren einmal den Titel gewonnen, einmal das Finale erreicht und im letzten Jahr die Cavaliers auf dem Weg ins Halbfinale aus dem Weg geräumt. Das Team dürfte auseinanderfallen, sollte sich Spielmacher Chauncey Billups in den nächsten Wochen absetzen und woanders unterschreiben.

Die Cavaliers hatten es in ihrer Clubgeschichte noch nie bis ins Finale geschafft. Während der letzten guten Phase Anfang der neunziger Jahre waren ihnen vor allem die Chicago Bulls im Weg. Die Finalserie gegen die San Antonio Spurs beginnt am 7. Juni. Cleveland hat dank LeBron James die Sympathien der meisten NBA-Fans. heißt nicht, dass sie auch nur eine Chance hätten, den Titel zu holen. Die Spurs sind rundum besser.

18. Mai 2007

"Die Spurs sind wie Krebs"

Man versucht sein halbes Leben lang, seine Gedanken und Empfindungen auf eine Weise in Worte zu fassen, die Sinn ergibt - Sinn für einen selbst und - wenn man Publikum hat - auch für andere. Nicht immer will das gelingen. Weshalb man sich in solchen Momenten vor Leuten verneigt, die es einem vormachen. In diesem Fall beziehe ich mich auf den amerikanischen Basketballer Paul Shirley, der bislang noch nicht durch viel Erfolg aufgefallen ist. Der aber offensichtlich schreiben kann, sonst hätte ihm nicht ein Verlag einen Vertrag für ein Buch mit dem Titel gegeben: "Can I Keep My Jersey? 11 Teams, 5 Countries, and 4 Years in My Life as a Basketball Vagabond". Der Blog Cant' Stop the Bleeding hat gefunden, was Shirley für die Online-Zeitschrift Slate verfasst: die definitive Erklärung, weshalb man die San Antonio Spurs nicht gut finden kann, die gestern die Phoenix Suns aus dem Weg geräumt haben: "Ich kann mir nicht vorstellen, wie irgendjemand für die Spurs sein kann. Das ist so, als ob man Krebs anfeuert. Gewiss, sie sind wirklich effektiv (unglücklicherweise ist Krebs das auch), aber ich weiß nicht, ob ein solcher Kader von Basketballspielern, die man so leicht nicht mögen kann, zusammengestellt wurde." Für mehr von dem starken Tobak geht man hierhin. Shirleys Schreibarbeit bei Slate findet man hier. Das Buch kann man online kaufen.

16. Mai 2007

Ende der Fahnenstange für die Warriors

Nellie-Ball war zwar gegen die harmlosen Mavericks gut genug. Gegen die ambitionierten Utah Jazz reichte es nicht. Das heißt: Es reichte meistens für drei Viertel oder ein bisschen mehr, aber so gut wie nie am Schluss der Spiele. Das war am Dienstagabend in Salt Lake City erneut zu sehen. 87:100 aus Sicht der Golden State Warriors war alles, was die Gäste herausholen konnten, die selbst in guten Momenten nie den Eindruck machten, als könnten sie das Playoff-Aus noch wenden. In den Phasen, in denen es lief, produzierten sie einen Haufen hastiger Abspielfehler. In den Zeiten, in denen es klemmte, zeigten sich die blank gescheuerten Nerven. 4:1 für Utah, das im Western Conference Final auf den Sieger der Serie zwischen den Phoenix Suns und den San Antonio Spurs wartet.

Vieles spricht für die Spurs, die mit ihren biederen Gesichtern so aussehen, als würden sie keinem etwas zu Leide tun können. Wohl kaum: Abgesehen von Bruce Bowen macht sich auch Robert Horry gerne die Hände schmutzig. Und nachdem er Steve Nash am Montag aufs Kreuz legte und daraufhin Amare Stoudamire und Boris Diaw Richtung Spielfeld rannten, sieht die Sache ziemlich gut aus. Horry wurde zwei für zwei Spiele gesperrt. Aber die beiden Suns-Spieler dürfen am Mittwoch in Match 5 ebenfalls zuschauen. Die Provokation hätte nicht wirkungsvoller ausgehen können. Das hat sich die NBA selbst eingeschenkt, dass sie unappetitlich spielende und auf unattraktive Weise gewinnende Mannschaften auf diese Weise weiterkommen lässt. Die Einschaltquoten von Spurs-Spielen sind legendär niedrig. Hier die Horry-Szene und die Reaktionen der Spieler, die zu den Sperren führten:

14. Mai 2007

Der sehr dreckige Herr Bowen arbeitet weiter mit seinen fiesen Tricks

Manche in der Blogosphäre nennen es selbstreferentiell, wenn man seine eigenen Artikel abstaubt und aus dem Archiv zieht. Aber da ich aus Anlass der Playoff-Serie zwischen den Dallas Mavericks und San Antonio Spurs vor einem Jahr schon einmal ausführlich in der FAZ über Bruce Bowen geschrieben habe, halte ich es für angebracht, den Artikel in Auszügen zu zitieren. Damals hatte Nowitzki das Problem. Diesmal sind es die Phoenix Suns. Dazu mehr weiter unten:
"Auf jeden Star in der besten Basketballliga der Welt kommen mindestens fünf Spieler, deren Namen sich niemand merken kann. Sie sitzen am hinteren Ende der Ersatzbank und sind froh, wenn sie überhaupt zum Einsatz kommen. Manche warten Jahre und erleben schließlich ein bizarres Debüt vor den Kameras des amerikanischen Fernsehens. "Meine Familie in Kalifornien hat zugeschaut", sagt Bruce Bowen in Erinnerung an den Tag in Miami, an dem er sich nervös aus seinem Trainingsanzug pellte und mitten im Spiel gegen die Houston Rockets auf den Platz trabte. Alles schien nach Plan zu laufen, als er wenige Sekunden später mit einer Energieleistung einen sicheren Korb verhinderte. "Das war ein Block von . . .", sagte der Kommentator und stockte. "Er hatte keine Ahnung, wer ich bin", sagt Bowen....

... Bowen, der mit seinem rasierten Kopf und den großen melancholischen Augen eher harmlos aussieht, verläßt schon einmal den grauen Bereich zwischen dem, was man in der NBA als normale körperliche Härte akzeptiert, und unsportlichen Angriffen, bei denen er die Gesundheit seiner Gegner riskiert. Kein Wunder, daß er unter den NBA-Profis den Ruf eines "dirty player" genießt. So wurde er Ende März [2006] von der Liga mit 10 000 Dollar Strafe belegt, weil er Ray Allen von den Seattle Supersonics bei einem Zweikampf, bei dem beide zu Boden gegangen waren, wutentbrannt in den Rücken getreten hatte. Das ist nichts gegen eine Szene aus einer Partie vor ein paar Jahren, als er im Stile eines Fußballers einen Widersacher mit einem Bein voraus ansprang und am Kopf traf...

...In das erfolgreiche System der San Antonio Spurs paßt er...bestens hinein. Beim Meister von 2005 herrschen drei Grundregeln: Kein Spieler zählt mehr als der andere - auch nicht Center Tim Duncan, der an guten Tagen alleine ein Spiel entscheiden kann. Trainer Gregg Popovich ist der uneingeschränkte Chef und duldet keine Aufsässigkeit. Vor allem aber ist hartnäckige Defensivarbeit der zentrale Bestandteil der Spielkultur..."

Bowen spielte übrigens damals im Trikot der Miami Heat, war nur ganze 33 Sekunden im Einsatz und saß anschließend den Rest der Saison auf der Bank. Die NBA täte gut daran, ihn auszusieben. Die Belege seiner Unsportlichkeit sind unübersehbar. Die Attacke gegen Amare Stoudamire war genauso unsportlich wie die gegen Steve Nash (ein Knietritt in die Geschlechtsteile). Bei YouTube gibt es bislang nur das Stoudamire-Video:

3. November 2006

Coachen, wenn's eilt - nichts für Avery

Es sah nicht wie Schiffbruch aus. Eher wie wenn eine Yacht mit etwas zuviel Wucht an den Kai knallt, weil keiner achtern am Ruder steht. Der kleine General ist eben kein Admiral und auf Wasser gehen kann er auch nicht. Lange Rede, kurzer Sinn: Avery Johnson hatte mal wieder keine Antwort auf eine Frage, die sich im Verlauf eines Basketballspiels gegen einen hervorragenden Gegner öfters stellt: Wen bringt man in welcher Kombination, wenn es nicht gut läuft? So - und nur deshalb - verloren die Dallas Mavericks ein Match, das sie ebenso gut auch hätten gewinnen können. Denn in der ersten Hälfte hatten sie die San Antonio Spurs gut im Griff. Die Betonung liegt auf "gut". Die Mannschaft wirkte, als hätte Dirk Nowitzki wieder genug Energie getankt und als habe man für den engsten Raum ein fast perfektes Verständnis fürs richtig getimete Zuspiel entwickelt. Ich sag mal: Nadel und Faden. Die Defensivarbeit besonders bei der Reaktion auf eigene Rebounds war spritzig.

Aber die Spurs haben den Sommer über auch nicht geschlafen. Tony Parker, einst ein elender Fall an der Freiwurflinie, hat mächtig geübt und trifft. Der neue Nowitzki-Decker, der auf den schönen Namen Francisco Elson hört, ist genauso groß wie der Würzburger, ist schnell und reaktionsschnell. Wo der wohl her kommt? Aus Holland. Potzperdauz.

Man darf das Spiel - sehr attraktiv, besonders im Vergleich zu dem elenden Drei-Verlängerungs-Marathon der Stehgeiger New York Knicks und Memphis Grizzlies am Abend davor - nicht überbewerten. Die Saison ist noch lang. Nur soviel: die Spurs sind besser als im letzten Jahr und da waren sie schon ziemlich gut. Sie haben sich mit Blick auf die eine Mannschaft verstärkt, die ihnen in der letzten Saison am meisten Kummer bereitet hat: die Mavericks. Wen Dallas bei den Umbauarbeiten und Vertragsverlängerungen im Auge hatte, kann man (noch) nicht erkennen. Also dann: Augen zu und durch.