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30. Dezember 2009

Winter Classic: Wir basteln uns eine Spielfäche

Für alle, die einst mit dem Stabilbaukasten oder den Lego-Steinen herumgebastelt haben und dabei nie eine Eishockey-Spielfläche hinbekommen haben: Hier zeigt uns das Time-Lapse-Video, wie's in echt geht. Der Ort: Fenway Park in Boston. Der Anlass: die dritte Auflage vom Winter Classic am 1. Januar zwischen den Boston Bruins und den Philadelphia Flyers, jenem publikumswirksamen NHL-Projekt unter freiem Himmel, das 2008 in Buffalo in einem Footballstadion begann. Vor einem Jahr war die Liga in Wrigley FIeld in Chicago. Die Wetterprognose verspricht übrigens Schnee. Es hat nur drei Jahre gedauert, bis die Veranstalter den Namen der Veranstaltung an einen Titelsponsoren verhökern konnten. Die japanische Reifenfirma Bridgestone machte das Rennen. Die wird sich über Schnee freuen. (Disclosure: fahre vorne auf dem Passat zwei All-Wetter-Schluffen von denen).

Blick zurück: Ausführliche Vorschau in der FAZ auf das Ereignis vor einem Jahr in Chicago mit Informationen zum Erfolg der Veranstaltung

29. Dezember 2008

Neujahrs-Walzer in Wrigley Field

Am Neujahrstag gibt es die zweite Auflage des "Winter Classic" der National Hockey League. Diesmal in Wrigley Field in Chicago und mit den Chicago Blackhawks und dem Stanley-Cup-Gewinner Detroit Red Wings. Die Hintergrundgeschichte zum Erfolg der Veranstaltung steht morgen in der gedruckten Ausgabe der FAZ, ging aber vor kurzem bereits online. Wer noch mal ein wenig zurückblättern will und mehr über die Veranstaltung wissen will, die am 1. Januar 2008 in Buffalo erstmals ausgerichtet wurde, kann das auf diesen Seiten tun. Das Spiel wurde damals live mitgebloggt. Alle Beiträge zum Thema gibt es hier.

Man kann aber dieser Tage nicht so einfach über Eishockey in den USA reden, ohne das Elend der Phoenix Coyotes zu erwähnen. Viele werden einfach zu jung sein, um sich daran zu erinnern, dass es sich hierbei um die Winnipeg Jets handelt, die 1996 in einer dieser typischen Umzugsaktionen aus der kanadischen Provinz Manitoba nach Arizona umgetopft wurden. Was nur auf dem Papier eine gute Idee war. Damals hielt man es einfach für ganz selbstverständlich zu erwarten, dass Eishockey mitten in der Wüste jede Menge Zuschauer anlockt. So lange die Kältemaschinen für gutes Eis in der Halle sorgen.

Es ist an der Zeit, das Experiment für gescheitert zu erklären. Und zwar sowohl sportlich – das Team hat so gut wie jedes Jahr die Playoffs verpasst und noch nie die erste Runde überstanden. – als auch wirtschaftlich. Dass Wayne Gretzky als Galionsfigur, Trainer und Minderheitseigner den Büttel nicht hinwirft, bedeutet nicht, dass er das nicht tun sollte. Derzeit produziert man pro Saison einen Verlust von 35 Millionen Dollar und hat substanzielle Probleme mit der Schuldenlast, die durch den mehrfachen Weiterverkauf des Clubs allein in Phoenix aufgehäuft wurden. Mehr zu der akuten Situation gibt es bei allesaussersport, wo bei der Gelegenheit auch ein Tabuthema gestreift wurde. Die Liga mit ihrem nutzlosen Fernsehvertrag ist nicht der Lage, Clubs in Regionen zu finanzieren, die nicht selbst genügend wirtschaftliche Ressourcen haben. Selbst wenn die Coyotes Konkurs anmelden (was im amerikanischen Wirtschaftsrecht nicht unbedingt das Aus sein muss, sondern erstmal nur alle Gläubiger an einen Tisch bringt, wo man über die weiteren Chancen des Unternehmens debattiert und möglicherweise auf alte Forderungen verzichtet), sind die Überlebenschancen absurd niedrig. Zwar käme man so vermutlich aus der dicksten Zwangsjacke heraus – aus dem Vertrag, der das Team langfristig an die neue Halle in Glendale außerhalb von Phoenix bindet. Aber ein Umzug an einen anderen Ort (in Kansas City wartet eine hübsche neue Halle) würde nur das größte Defizit von allen vertuschen: Die NHL hat zuviele Clubs und käme mit 24 statt 30 an strategisch gesehen vernünftigen Standorten sehr viel schneller an ihr Publikum (und das dringend benötigte Geld). Die hohen Durchschnittsgehälter (trotz Salary Cap) sind ein weiteres Problem. Aber erst die gegenwärtige Finanzkrise dürfte selbst dem letzten Agenten in der Liga klar gemacht haben, dass man die hochgestochenen Wunschträume der meisten Spieler abschreiben kann.

Die nächste (ausgemachte) Krise steht übrigens bereits vor der Tür: Der kanadische Dollar hat in den letzten Monaten wieder sehr viel an Wert gegenüber dem US-Dollar verloren. Das macht den kanadischen Teams zu schaffen, die eigentlich ansonsten sehr gut im Futter sind. Sie bezahlen nämlich ihre Spieler genauso in US-Dollar wie die Teams in den Vereinigten Staaten. Mit anderen Worten: Sie zahlen mehr (im Moment rund 20 Prozent mehr). Das sah zwischendurch mal sehr viel besser aus, als die beiden Währungen nominal fast pari standen (in Kanada sind die Lebenshaltungs- und andere Kosten etwas niedriger als in den USA).

2. Januar 2008

Quoten-Plus für Winter Classic

Die National Hockey League und NBC hatten den richtigen Instinkt, als sie sich dafür entschieden, am Neujahrstag ein Eishockeyspiel unter freiem Himmel auszutragen. Das sogenannte Winter Classic produzierte die besten Einschaltquoten der regulären Saison in den letzten zehn Jahren. Die Zahlen werden den wenigsten etwas sagen: die Quote von 2,6 rechnet sich auf rund 2 Millionen Haushalte hoch. Die Konkurrenz war formidabel. Der 1. Januar ist in Amerika aus Tradition College-Football-Endspiel-Tag mit zahllosen Begegnungen von morgens bis abends, wofür Millionen von Männer vor der Kiste hocken.

1. Januar 2008

Das Fest der 70.000 in Buffalo


Um die besondere Atmosphäre des Eishockeyspiels in Buffalo nachzuzeichnen, gibt es jetzt noch ein paar Hinweise auf Geschichten rund um das Ereignis:

• Dies war die Stimmung auf dem Parkplatz: Fressen und Saufen mit Barbeque und scharfen Drinks wie vor einem Football-Spiel. Auf gut Englisch auch Tailgate-Party genannt.

• Obwohl es eine Veranstaltung in den USA mit zwei amerikanischen Teams war, hatte Kanada natürlich eingeschaltet. Ist schließlich Eishockey. Und Sidney Crosby, der neue Nationalheld , war dabei. Der Schreiber wagte sich bis in die oberste Reihe des Stadions vor, um ein paar Zitate einzufangen. Er traf auch dort nur auf Eishockey-Verrückte. Das sei der beste Platz im ganzen Laden meinte einer.

• Wie das Eis alles aus der Perspektive von unten, vom Eis, aussah, sieht man auf diesem Getty-Foto mit Thomas Vanek und dem am Tor vorbeifliegenden Puck.

Live-Blog: NHL Winter Classic

16:36 h
Das war der erste Live-Blog in der American Arena. Hat Spaß gemacht. Vielleicht machen wir das bei anderer Gelegenheit mal wieder. Es muss ja nicht immer Eishockey sein.

16:35 h
Nach einem weiteren Fehlschuss der Sabres macht Crosby die Sache klar. Er spielt Ryan Miller den Puck durch die Beine. 2:1 im Shootout. Irgendwie antiklimaktisch.

16:33 h
Christensen verhaspelt für Penguins, Der nächste Sabres-Schütze trifft Conklin. Letang trifft für die Penguins zum Ausgleich.

16:31 h
Kotalik als erster für Buffalo: zieht flach in die rechte Ecke ab und trifft. Vorteil Sabres.

16:30 h
Die Penguins haben schon sechs Shootouts in dieser Saison absolviert und fünf gewonnen. Die Sabres-Statistik steht bei 1:1.

16:28 h
1:1 nach Sudden-Death-Verlängerung. Also dann: Penalties bis die Entscheidung feststeht. Auf diesem Eis ist der Torwart, der sowieso schon die besseren Karten hat, erst recht im Vorteil.

16:27 h
Befreiungsschlag der Penguins mit 50,7 Sekunden auf der Uhr. Aber die Sabfres können sich nach dem Wiederanpfiff nicht bei den Penguins einigeln.

16:23 h
Auch in der Verlängerung werden noch mal die Seiten gewechselt. Wie unnütz. Kaum kommt mal Schwung in den Laden, wird unterbrochen.

16:22 h
Die Sabres bauen ein gutes Powerplay auf, aber keine gefährlichen Spielzüge. Noch drei Minuten auf der Uhr in der Verlängerung. Armstrong-Strafe ist abgesessen. Gibt es einen Shootout?

16:18 h
Verlängerung. Sabres haben einen Mann mehr. Und wir reden von Sudden Death...

16:12 h
Wer will noch mehr Eishockey? Die Leute im Stadion. Also bitte: Hier kommt die Verlängerung. Vanek hatte kurz vor Schluss noch zwei Chancen auf der Kelle. Wacht der Österreicher jetzt wieder auf? Eine Sekunde vor Schluss wird Armstrong von den
Penguins noch wegen Haken auf die Strafbank geschickt.

16:06 h
Jetzt muss Lindy Ruff auch noch eine Auszeit nehmen, weil seine Leute nach einer langen Schicht nur einen Befreiungsschlag fertig brachten und nach dem Pfiff nicht auswechseln dürfen. Noch 2:26 auf der Uhr. Abseits auf Kosten der Penguins.

16:02 h
Man wird müde, die ganzen Unterbrechungen zu erwähnen. Schön, wenn zwischendurch mal gespielt wird. Und Sidney Crosby ein Solo einlegt. Als er vor Ryan Miller auftaucht, wird er bedrängt und fällt auf den Bauch. Sein Blick Richtung Schiri bringt nichts.
Noch 4:12 auf der Uhr. Flutlicht ist an.

15:53 h
Dann sollten wir noch erzählen, dass die Ersatzbänke für beide Teams geheizt sind. Genauso wie die Football-Bänke in Buffalo.

15:52 h
"Sweet Caroline" von Neil Diamond aus der Lautsprecheranlage und alle johlen mit. Wer die Anspielung versteht, ist König von Buffalo.

15:51 h
Ein neues Loch im Eis im Buffalo-Verteidigungsdrittel rechts von Goalie Ryan Miller. Also haben wir eine neue Pause. Etwas mehr als sieben Minuten auf der Uhr.

15:49 h
Jetzt lassen sich die Sabres etwas schlapp zurückfallen. Befreiung ist wichtiger als Spielaufbau. Kein gutes Zeichen. "Let's Go Buffalo" von den Rängen in der vollen Dröhnung. Wenn's denn hilft.

15:45 h
Anpfiff zum Rest. Werden wir eine Verlängerung erleben?

15:44 h
Der Radiomann aus Buffalo erklärt gerade: Das Eis sei im Prinzip durchweg im guten Zustand gewesen. Es gibt nur eine kleine Schadenszone. Die Veranstalter haben Glück gehabt. Es fehlt nicht viel und der Niederschlag käme als Regen herunter. Das wäre eine Superpanne geworden.

15:36 h
Die Hälfte des letzten Spielabschnitts ist vorbei. Die Penguins hatten klare Vorteile. Mal sehen, was sie auf dem sauberen Eis noch entkorken.

15:31 h
Der Schnee kommt stärker herunter. Zum Glück wird fehlendes Tageslicht nicht zu einem Problem. Dieses Spiel wird vor Einbrechen der Dunkelheit zu Ende sein.

15:29 h
Die eigentliche Enttäuschung ist Sidney Crosby, der das erste Tor vorbereitet hatte und soeben seinen zweiten Schuss aufs Sabres-Tor produzierte. Jochen Hecht arbeitet wie immer eher still, aber effektiv. Jetzt müsste nur noch jemand die Chancen verwerten.

15:27 h
Die Sabres bleiben druckvoll. Ein Fall von Athletik. Denn auf diesem Eis ist mit Kufentänzen nichts zu reißen. Wir warten schon wieder auf die Zambonis. Und darauf, dass die Mannschaften wie in der guten alten Zeit, zur Hälfte des dritten Drittels noch einmal die Seiten wechseln.

15:25 h
Fanhouse hat einen Shoutout Richtung American Arena gebracht. Thank you very much.

15:21 h
Drittes Drittel läuft. Das mit den Pausen dehnt sich. Die Spieler haben einen weiten Weg zu den Umkleidekabinen in den Katakomben des Stadions und zurück.

15:20 h
Memo: NHL-Hallen, in denen ich schon NHL-Spiele gesehen habe: Denver (Colorado Avalanche, Geschichte über David Aebischer) Edmonton (Oilers, Geschichte über Michael Riesen), Raleigh (Carolina Hurricanes, Geschichte über Martin Gerber), Buffalo (Sabres (Geschichte über Thomas Vanek), Uniondale, Nassau Coliseum (New York Islanders, Geschichte über Uwe Krupp und Jochen Hecht), Manhattan, Madison Square Garden (New York Rangers), Trainingshalle der Boston Bruins (Geschichte über Marco Sturm).

15:15 h
Jetzt habe ich das Video auf YouTube entdeckt:


15:08 h
Überbrückung zur Pause, ein Video aus dem Bestand der NHL via Fanhouse, das die Vorbereitungen zeigt:
http://sabres.nhl.tv/team/launch.htm?type=fvod&id=9659&catid=23
Leider klappt der Einbau nicht. Und es gibt nicht genug Zeit, das Problem zu fixen.

14:59 h
Ende des zweiten Drittels. Spielstand 1:1.

14:55 h
Noch drei Minuten im zweiten Drittel. Penguins haben noch immer keinen Torschuss produziert, aber das Unentschieden gehalten.

14:52 h
Endlich macht auch Thomas Vanek Druck. Roy mit einer Abstauber-Chance nach einem Schuss des Österreichers. Aber nuttin' doin'.

14:49 h
Mit neun Minuten auf der Uhr für das zweite Drittel geht es endlich weiter. Buffalo hat sich Vorteile erarbeitet. Die Bilanz der Torschüsse im zweiten Drittel: 12:0

14:48 h
Warum nicht mal wieder ein bisschen Schnee? Das ist doch gleich viel uriger. Für die Zuschauer gibt's ein bisschen Musik. Ab und zu kommen ein paar Schlachtrufe zustande. Aber von der Stimmung ist es nicht zu vergleichen mit dem Gedröhne in der Halle im Stadtzentrum von Buffalo

14:45 h
Die Zamboni-Delegation ist mal unterwegs. Sie arbeiten auf diesem Eis etwas anders als gewöhnlich, wenn sie einen feine Wasserfilm ausbringen, der dann einfach friert. Hier wird nur gehobelt.

14:34 h
Das beste optische Detail ist die neue Retro-Jacke, die Sabres-Trainer Lindy Ruff trägt - mit dem dem alten Logo riesig auf der linken Seite vorne. Das könnte ein neuer Hit unter den Fans werden.

14:29 h
Ausgleich der Sabres zum 1:1. Torschütze Campbell, Assist Connolly. Jetzt kommt endlich Stimmung auf. Das Volk auf den Rängen hat lange warten müssen.

14:28 h

Beginn des zweiten Drittels. Wer sich ein bisschen einlesen will. Hier Links zum Winter Classic aus den deutschsprachigen Medien:
http://www.kurier.at/sportundmotor/117274.php
http://www.ftd.de/sport/sportmix/us/:Fans%20NHL%20Spiel%20Jochen%20Hecht/297717.html
http://www.sport1.at/397+M5e159dabd50.html

14:08 h
Drittelpause. Das freut die Leute vom Fernsehen. Jetzt hagelt es Werbung. Penguins führen 1:0.

14:07 h
Penguins-Torwart Ty Conklin kommt aus Alaska. Wenn das keine gute Voraussetzung für ein Freiluftmatch ist. Noch zwei Minuten bis zur Drittelpause. Das Spielgeschehen ist typisch NHL. Viel Druck. Viel Kraft. Wenig Linie.

14:02 h
Das Herumstöbern auf der nhl.com Seite in den langen Pausen bringt ein paar Fundsachen zutage. Zum Beispiel zwei Live-Radioübertragungen - eine aus Sicht der Sabres, eine aus Sicht der Penguins. Finden kann man den Service hier.

14:00 h
Das Match läuft endlich wieder. Und die Pudelmütze von Sabres-Torwart Ryan Miller kommt öfter in Nahaufnahme ins Bild. Der Mann dürfte angesichts der ständigen Überzahlattacken der Penguins schön warm bleiben. Wie sich sein Gegenüber vor dem Festfrieren schützt, können wir nicht sehen.

13:55 h
Die Unterbrechung scheint endlos. Die normale Temperatur in einer Eishalle der NHL liegt bei rund 10 Grad. Die Temperatur im Ralph Wilson Stadium liegt knapp über dem Gefrierpunkt.

13:52 h
Jetzt sitzt auch noch Thmoas Vanek auf dem Strafstuhl. So viel Geld er auch verdient. Den Sabres hat er in dieser Saison noch nicht viel gebracht. Neue Unterbrechung: Eine tiefe Kerbe im Drittel der Sabres muss geflickt werden. Der Fernsehkommentator erzählt die Geschichte von Jochen Hecht, der mit fünf zuhause in Deutschland auf einer Freiluftfläche zu spielen begann.

13:48 h
Zwei Zambonis fahren auf. Während die Spieler auf ihren Bänken hinter der Bande kauern, muss das Eis abgefegt werden. In der Pause: Bilder aus dem Hubschrauber. Und ein Interview mit einem Spieler von Buffalo, der darauf hinweist, dass man unter diesen Bedingungen anders spielen muss. Denn die Kommunikation untereinander funktioniert nicht halb so gut. Die "kleinen Dinge" müssen klappen. Die "großen Dinge" kann man mithin vernachlässigen.

13:44 h
Die 1:0-Führung der Penguins noch nur 21 Sekunden geht in Ordnung. Mehr Info über das Match hat die Seite der NHL. Die frühen Strafen für die Sabres sind keine Hilfe.

13:38 h
NBC überträgt seit ein paar Minuten das Open-Air-Eishockey-Match aus Buffalo live. Es fällt leichter Schnee. Das Stadion ist randvoll. Macht also rund 70.000 Zuschauer.

26. Dezember 2007

Puck Neujahr


Weihnachten ist vorbei. Da laufen die Werbeaktivitäten für eine Veranstaltung an, die am 1. Januar über die Bühne gehen soll. Die NHL hat das Match zwischen den Buffalo Sabres und den Pittsburgh Penguins unter freiem Himmel schon mal großspurig als Winter Classic angekündigt. Dabei ist bislang noch gar nichts klassisch an diesem Spiel in einem riesigen Football-Stadion, wo man von den fest eingelassenen Sitzen auf den Tribünen so gut wie gar nichts vom Puck sehen wird. Zuerst einmal muss man allerdings im Ralph Wilson Stadium eine gute Eisfläche auf die Beine stellen. Für hinreichend Kälte ist gesorgt. Die kanadische Winterluft von jenseits der Niagara-Fälle lässt sich nicht lumpen.

Die Karten waren übrigens innerhalb von Stunden ausverkauft, für eine Arena mit einem Fassungsvermögen von 73.000. Das große Geschäft besteht nicht nur aus dem Ticketabsatz und dem Verkauf von speziell produzierten Souvenirs und Hemden und Kappen. Eine enorme Goldmine sind die Parkgebühren (25 Dollar pro Auto), die in der Innenstadt von Buffalo, wo die Sabres normalerweise spielen nachgerade minimal sind. Das Spiel wird von NBC (Vereinigte Staaten) und CBC (Kanada) live übertragen. Anpfiff ist um 13 Uhr Ortszeit (19 Uhr MEZ).

19. September 2007

Der Klingelbeutel: Boxer, Bierbrauer, Baseball und ein Spiel im Freien

Es war schon länger mal an der Zeit, eine Rubrik einzuführen, die den Kleinkram einfängt, der sonst unter den Tisch fällt. Die Kollekte derselben nennen wir in American Arena den Klingelbeutel. Heute ging er zum ersten Mal herum und fing folgende Themen ein:

EIGENTLICH ist es nur fair, dass in der Coors Arena in Boulder Colorado kein Bier der Brauerei Coors verkauft werden darf (und auch kein anderes Bier). In der Allianz Arena in München werden ja auch keine Versicherungen verkauft.

MAN FRAGT SICH, wieviel Karten hätten die Buffalo Sabres eigentlich losgeschlagen, wenn das Football-Stadion der Buffalo Bills größer wäre? Die Eishockey-Mannschaft spielt am 1. Januar nicht in der eigenen Halle, sondern zieht unter freiem Himmel ihr Spiel gegen die Pittsburgh Penguins auf. Alle 40.000 frei verkäuflichen Eintrittskarten gingen innerhalb weniger als einer Stunde über den Internet-Makler Ticketmaster weg. Die 30.000 Jahreskarten-Besitzer der beiden Teams bekommen den Rest. Alle wollen (durch ihr Fernrohr) Thomas Vanek sehen. Und Sydney Crosby. Und sich dabei das Gesäß abfrieren. Buffalo im Winter ist schweinekalt.

BISLANG LIEF DIE SAISON bei den Dallas Cowboys ganz gut. Terrell Owens hat noch keinen Weg gefunden, den Laden aufzumischen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Der frisch verpflichtete Ex-Sträfling Tank Johnson, der von den Chicago Bears heraus geworfen wurde, wird schon einen Weg finden, die innere Balance des Teams zu kippen. Wenn nicht in diesem Monat, dann im nächsten.

DIE VOR-PLAYOFF-PHASE in Major Leage Baseball ist so spannend wie schon lange nicht mehr. Das liegt auch daran, dass die Chicago Cubs ihrer Tradition zufolge kurz vor Schluss einen Durchhänger haben. Die New York Mets am laufenden Band verlieren und die Boston Red Sox sehr wenig tun, um sich die verhassten New York Yankees vom Hals zu halten. Vor allem die Cubs würden uns mit ihrem Formabtief einen Gefallen tun. Wir wollen sehen, ob die Fans der Milwaukee Brewers ihrem Gelübde folgen und sich in die Hose machen, wenn ihr Team die Division gewinnt.

WER WEISS, auf welche Ideen Leute kommen, der Beruf darin besteht, sich für viel Geld die Birne weich kopfen zu lassen? Im Fall von Oscar de la Hoya war es Cross-Dressing in Netz-Outfit. Und nun - dank x17 online - weiß es auch der Rest der Welt (via SportbyBrooks und Deadspin). Nachtrag: De la Hoyas Manager hat sich gemeldet und gesagt, die Bilder seien eine Fälschung und zusammengedoktert. Dann sind als nächstes wohl die Beschaffer der Fotos am Zug. Denn denen droht eine Klage.