Dann wäre ja noch Hoffnung, dass professionelles Eishockey in den USA eines Tages wieder wirtschaftlich Morgenluft schnuppert: Die Einschaltquoten für Spiel sieben vom Freitag sind da und wirken überraschend positiv. 7,51 Millionen Zuschauer im Schnitt haben Detroit und Pittsburgh angezogen, was in der Gegend von etwa der Häfte des NBA-Publikums liegt. Man könnte ins Schwärmen geraten. Das sind Werte wie in den frühen neunziger Jahren.
Was braucht man aber, um vo viele Fernsehkonsumenten auf Dauer neugierig zu machen? Vor allem braucht man Mannschaften aus Städten, in denen die Eishockeybegeisterung virulent ist. Dann braucht man Mannschaften mit Köpfen und Können und Identifikationsschnittlinien, die den peripheren Sportkunden neugierig machen. Obendrauf ein Sahnehäubchen aus Tradition, und schon kommt ein attraktives Produkt dabei heraus. Diese Mischung kann man nicht backen. Aber man kann auf sie zusteuern, wenn man eine Liga mit zuviel totem Holz durchharkt und exakt auf jene Märkte herunterfährt, in denen das eigentliche Potenzial schlummert. Die NHL käme auch mit 15 US-Clubs bestens zurecht.
15. Juni 2009
14. Juni 2009
Kobe hat's geschafft
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Dreist, gemein, brutal
Die New York Times hat den Namen noch nicht richtig drauf.
"Sie sind nicht allein, wenn Sie noch etwas über James [sic!], einen Mittelfeldspieler von Schalke 04 in der Bundesliga gehört haben."
Immerhin Englisch kann er, meint das Blatt aus bester Quelle zu wissen. “'Ich verstehe es, aber ich kann es nicht gut sprechen'", sagte Jones über die Sprache seines Vaters, "ehe er ziemlich gut in passablem Englisch sprach."
Soccer by Ives vermutet Gerangel um einen Stammplatz: "Die am besten besetzte Position in der amerikanischen Nationalmannschaft wird demnächst noch besser besetzt sein."
"Ein dreister defensiver Mittelfeldspieler mit einer unglaublichen Athletik und einer hinlänglich bekannten gemeinen Ader."
Major League Soccer Talk liefert eine Einschätzung des Leistungsvermögens: "Abgesehen von den Pluspunkten von Jones inklusive der Tatsache, dass er Stammspieler in einem europäischen Spitzenclub ist, ist er ein Fall für den Psychologen. Anders als Jose Torres, der andere jüngste Konvertit, verfügt er über keine besonders guten technischen Fähigkeiten und ist ein wenig der brutale Typ, der gut in die Bundesliga passt, aber ein Problem im Kampf mit lateinamerikanischem Flair haben könnte."
Vielleicht wäre es an der Zeit, mal von Herrn Wieland vom Königsblog die Sache genauer erklärt zu bekommen.
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Kein bisschen Mitleid
Ein Mann, ein Ball, ein Ziel, ein Video mit Symbolkraft: Dirk Nowitzki trainiert und trainiert und trainiert....
Ziemlich alleine ist auch die kleine Frau, die die Polizei in seinem Haus festgenommen hat. Sie sitzt in Untersuchungshaft, weil ihr das Geld für die Kaution fehlt. Wenn man etwas länger nachdenkt, stößt man zumindest auf einige ungelöste Fragen: Nachwievor gibt es keine Nachrichten, wonach Dirk Nowitzki von der Dame auf gesetzwidrige Weise geschädigt wurde. Warum hilft aber ein Mensch mit viel Geld nicht einer Frau, mit der er mal ziemlich eng zusammen war (und die Zeitungsberichten zufolge ein Kind von ihm erwartet), wenn die ihm offensichtlich de jure noch nie zu nahe getreten ist? Warum empfindet der Fahnenträger auf einmal so wenig Zuneigung zur Mutter seines ungeborenen Kindes, dass er sie im Knast schmoren lässt? Glaubt er, dass die Haftanstalten in Texas so etwas sind wie Pflegeheime, in denen die Menschen bestens versorgt werden? Oder ist da doch etwas vorgefallen, was ihn zutiefst verletzt hat, woraufhin er – anders als im Steuerhinterziehungsfall Geschwindner (musste ebenfalls in U-Haft, und zwar weil die Finanzbehörden mit Erfolg beim zuständigen Richter wegen Verdunkelungsgefahr antchambrierten) – jede Form von Solidarität sausen ließ?
Wie so oft werden solche Fragen gar nicht erst aufgeworfen, wenn in den Medien die Güterabwägung vorgenommen wird. Denn zunächst gilt mal die Unschuldsvermutung auch gegenüber einem Menschen, der selbst gar nicht in die Mühlen der Justiz geraten ist. "Nicht berichten" und "Nicht nachhaken" kann man auf unterschiedliche Weise. Die bislang geschickteste Methode in diesem Zusammenhang kann man dieser Geschichte in der Würzburger Mainpost finden. Da werden den Lesern all jene süffisanten Informationen geliefert, nach denen sie gieren, aber gleichzeitig mit einer saftigen Medienschelte drapiert. Honi soit qui mal y pense. "Scheinbar seriöse Blätter der Republik" hätten im Privatleben des Sohnes der Stadt herumgestochert, heißt es da ohne einen Anflug von Ironie und ohne einen Hinweis darauf, dass der besagte Sohn der Stadt der Öffentlichkeit eine Antwort schuldet. Zumindest auf die eingangs aufgeworfene Frage: Warum, Herr Nowitzki, lassen sie die mutmaßliche Mutter ihres Kindes in einer Zelle in Texas sitzen, während Sie in den Indischen Ozean in die Ferien fliegen? Die Antwort des Vaters reicht nicht.
13. Juni 2009
Der Klingelbeutel: Von Manchester über Paris nach Madrid
Christiano Ronaldo hatte offensichtlich noch nicht genug von diesem Video gesehen. Also machte er sich auf nach Los Angeles, zwecks wegen des eigenen Augenscheins. One Night in Paris...
Nachtrag: Guter Spruch zum Thema vom twitternden Oliver Fritsch: "Warum knutscht Ronaldo eigentlich mit der Hilton rum? Kann der sich keinen richtigen Mann nehmen?"
... Michael Vicks Zukunft in Atlanta ist offiziell zu Ende. Die Falcons haben versucht, den Quarterback an ein anderes NFL-Team abzugeben. Die Tauschambitionen führten ins Nichts. Jetzt wurde er aus seinen Vertragsverpflichtungen entlassen. Theoretisch könnte er bereits in der nächsten Saison als Free Agent irgendwo unterkommen.
...Nicht alle Leute, die man extra anheuert, um sich zuhause etwas sicherer zu fühlen, sind wirklich koscher. Basketballprofi Tony Parker (San Antonio Spurs) weiß von einem solchen Fall zu berichten. Ein Teil seines Privateigentums wurde von einem Angestellten auf Craigslist angeboten. Die Geschichte hat eine hübsche Pointe, die zeigt, dass Verbrecher auch im Zeitalter des Internet noch nicht viel schlauer geworden sind. Der mutmaßliche Täter bot ein Trikot von Tony Parker für 500 Dollar an, dass nach Schätzungen der Polizei um die 20.000 Dollar wert sein dürfte.
...Die Aktion von NASCAR-Fahrer Kyle Busch, der vor einer Woche nach dem Sieg in Nashville im Stil von Pete Townshend anno 1966 auf spektakuläre Weise die Gitarre zertrümmerte, die ihm als Ehrenpreis überreicht wurde, klingt noch nach. Busch sieht keinen Grund, sich für die radikale Tat zu entschuldigen (das spricht für ihn). Und sein Spruch über die Qualität der Arbeit des Gitarrenherstellers Gibson ist geradezu grandios: "Das Auseinanderbrechen verlief nicht ganz nach Plan. Gibson macht verdammt solide Gitarren." Das kann ich übrigens bestätigen. Von einem Besuch in der Fabrik vor ein paar Jahren in Memphis, wo wir zwar keine Zerstörungswut an den Objekten auslassen durften, aber sehen konnten, in welchem Zustand sich reparaturbedürftige Instrumente befinden: meistens in einem noch ziemlich brauchbaren. Noch mehr off topic: Im gleichen Haus sitzt Rock N Soul Museum. Das ist anders als die Manufaktur wirklich einen Besuch wert.
Nachtrag: Guter Spruch zum Thema vom twitternden Oliver Fritsch: "Warum knutscht Ronaldo eigentlich mit der Hilton rum? Kann der sich keinen richtigen Mann nehmen?"
... Michael Vicks Zukunft in Atlanta ist offiziell zu Ende. Die Falcons haben versucht, den Quarterback an ein anderes NFL-Team abzugeben. Die Tauschambitionen führten ins Nichts. Jetzt wurde er aus seinen Vertragsverpflichtungen entlassen. Theoretisch könnte er bereits in der nächsten Saison als Free Agent irgendwo unterkommen.
...Nicht alle Leute, die man extra anheuert, um sich zuhause etwas sicherer zu fühlen, sind wirklich koscher. Basketballprofi Tony Parker (San Antonio Spurs) weiß von einem solchen Fall zu berichten. Ein Teil seines Privateigentums wurde von einem Angestellten auf Craigslist angeboten. Die Geschichte hat eine hübsche Pointe, die zeigt, dass Verbrecher auch im Zeitalter des Internet noch nicht viel schlauer geworden sind. Der mutmaßliche Täter bot ein Trikot von Tony Parker für 500 Dollar an, dass nach Schätzungen der Polizei um die 20.000 Dollar wert sein dürfte.
...Die Aktion von NASCAR-Fahrer Kyle Busch, der vor einer Woche nach dem Sieg in Nashville im Stil von Pete Townshend anno 1966 auf spektakuläre Weise die Gitarre zertrümmerte, die ihm als Ehrenpreis überreicht wurde, klingt noch nach. Busch sieht keinen Grund, sich für die radikale Tat zu entschuldigen (das spricht für ihn). Und sein Spruch über die Qualität der Arbeit des Gitarrenherstellers Gibson ist geradezu grandios: "Das Auseinanderbrechen verlief nicht ganz nach Plan. Gibson macht verdammt solide Gitarren." Das kann ich übrigens bestätigen. Von einem Besuch in der Fabrik vor ein paar Jahren in Memphis, wo wir zwar keine Zerstörungswut an den Objekten auslassen durften, aber sehen konnten, in welchem Zustand sich reparaturbedürftige Instrumente befinden: meistens in einem noch ziemlich brauchbaren. Noch mehr off topic: Im gleichen Haus sitzt Rock N Soul Museum. Das ist anders als die Manufaktur wirklich einen Besuch wert.
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Altmetall von besonderem Wert
Es gibt einen Mannschaftswettbewerb, für den im Jahre 1900 von einem Harvard-Studenten namens Dwight Filley Davis ein Pokal gestiftet wurde. Genau genommen ist es eine Schüssel. Das passierte acht Jahre, nachdem der damalige Generalgouverneur von Kanada den Dominion Hockey Challenge Cup auslobte. Der Herr hieß Lord Stanley of Preston. Und wie sah seine Hinterlassenschaft aus? Wie eine Schüssel.
Gefäße aus Silber mit und ohne Deckel, mal bauchig, mal gertenschlank, die sich gut in Glasvitrinen machen, sind so etwas wie die mysteriösen Legate an uns aus jener Zeit, als sich Mannschaftsportarten formierten und Leute Regeln in praktische Handhabungen auf den Sportplätzen umgossen. Man könnte auch sagen: Lang ist's her. Aber immer mal wieder wird man durch schnell hingeworfene Aussagen wie "die älteste Mannschafts-Trophäe der Welt" daran erinnert, das sie noch mit uns sind – die "Trophäen" von einst. Wobei die Schüssel von Lord Stanley womöglich dieses Etikett gar nicht verdient hat. Nicht nur, weil die Übersetzung des Wortes trophy extrem daneben geht. Ein Umstand, an den wir dank Wikipedia erinnert werden: Demnach versteht man im deutschen Sprachgebrauch unter "Trophäe" zumindest seit 1905 Dinge wie im "Kampf eroberte Fahnen, Standarten und Geschütze, auch Zusammenstellungen von Waffen" und feindliche Besitztümer aller Art, natürlich auch Geweihe und Schrumpfköpfe. Pokale im Sport sind nicht darunter. Und abgesehen davon: Der Stanley Cup gehört jeweils ein Jahr lang dem Gewinner der NHL-Playoffs. Dann muss er ihn wieder herausrücken.
Das Problem mit dem Superlativ "älteste" wäre allerdings noch etwas größer. Denn so gab es ab 1872 zumindest den FA Cup, der 1895 aus dem Schaufenster eines Schuhgeschäftes in Birmingham gestohlen wurde und auf immer verschwand und mit einem Nachfolgeexemplar ersetzt wurde. FA steht übrigens für Football Association und demnach für eine Mannschaftssportart. Man darf annehmen, dass Lord Stanley die Idee für die Schüssel für die Eishockeyspieler in der Kolonie Kanada aus dem Mutterland kopiert hat.
Jetzt könnte natürlich jemand argumentieren und sagen: Weil der Pokal von Lord Stanley (verlängert um einen massiven Sockel) noch existiert und keiner weiß, wo der alte FA Cup abgeblieben ist (vielleicht wurde er sogar eingeschmolzen), ist er älter. Aber das ist natürlich ein Scheineinwand. Denn die Information darüber wie alt ein Pokal ist, ist ziemlich unerheblich im Vergleich dazu, wie alt der Wettbewerb ist, in dessen Rahmen er ausgespielt wird. Also zum Beispiel wie beim America's Cup, dem von vielen Rechtshändeln bestimmten Segelwettbewerb. Dessen Pokal stammt aus dem Jahr 1851 und ist damit die "oldest active trophy in international sport". Ich überlasse es mal anderen, diese Sprachkonstruktion vernünftigt zu übersetzen. Genauso wie ich mir eine Entscheidung darüber spare, ob das Segeln mit mehr als zehn Mann an Bord, die alle perfekt aufeinander abgestimmt synchron arbeiten müssen, wenn sie gewinnen wollen, eine Einzelsportart oder eine Mannschaftssportart ist.
Übrigens ist die NHL und ihr System, den Meister zu ermitteln, nicht so alt wie der Cup. Die Liga ist eine Erfindung des 20. Jahrhunderts und hat den Pott in den zwanziger Jahren einfach ursupiert und kam damit auch juristisch durch, als man 1947 den Umgang mit dem Ding in ein rechtsverbindliches Papier goss.
Gefäße aus Silber mit und ohne Deckel, mal bauchig, mal gertenschlank, die sich gut in Glasvitrinen machen, sind so etwas wie die mysteriösen Legate an uns aus jener Zeit, als sich Mannschaftsportarten formierten und Leute Regeln in praktische Handhabungen auf den Sportplätzen umgossen. Man könnte auch sagen: Lang ist's her. Aber immer mal wieder wird man durch schnell hingeworfene Aussagen wie "die älteste Mannschafts-Trophäe der Welt" daran erinnert, das sie noch mit uns sind – die "Trophäen" von einst. Wobei die Schüssel von Lord Stanley womöglich dieses Etikett gar nicht verdient hat. Nicht nur, weil die Übersetzung des Wortes trophy extrem daneben geht. Ein Umstand, an den wir dank Wikipedia erinnert werden: Demnach versteht man im deutschen Sprachgebrauch unter "Trophäe" zumindest seit 1905 Dinge wie im "Kampf eroberte Fahnen, Standarten und Geschütze, auch Zusammenstellungen von Waffen" und feindliche Besitztümer aller Art, natürlich auch Geweihe und Schrumpfköpfe. Pokale im Sport sind nicht darunter. Und abgesehen davon: Der Stanley Cup gehört jeweils ein Jahr lang dem Gewinner der NHL-Playoffs. Dann muss er ihn wieder herausrücken.
Das Problem mit dem Superlativ "älteste" wäre allerdings noch etwas größer. Denn so gab es ab 1872 zumindest den FA Cup, der 1895 aus dem Schaufenster eines Schuhgeschäftes in Birmingham gestohlen wurde und auf immer verschwand und mit einem Nachfolgeexemplar ersetzt wurde. FA steht übrigens für Football Association und demnach für eine Mannschaftssportart. Man darf annehmen, dass Lord Stanley die Idee für die Schüssel für die Eishockeyspieler in der Kolonie Kanada aus dem Mutterland kopiert hat.
Jetzt könnte natürlich jemand argumentieren und sagen: Weil der Pokal von Lord Stanley (verlängert um einen massiven Sockel) noch existiert und keiner weiß, wo der alte FA Cup abgeblieben ist (vielleicht wurde er sogar eingeschmolzen), ist er älter. Aber das ist natürlich ein Scheineinwand. Denn die Information darüber wie alt ein Pokal ist, ist ziemlich unerheblich im Vergleich dazu, wie alt der Wettbewerb ist, in dessen Rahmen er ausgespielt wird. Also zum Beispiel wie beim America's Cup, dem von vielen Rechtshändeln bestimmten Segelwettbewerb. Dessen Pokal stammt aus dem Jahr 1851 und ist damit die "oldest active trophy in international sport". Ich überlasse es mal anderen, diese Sprachkonstruktion vernünftigt zu übersetzen. Genauso wie ich mir eine Entscheidung darüber spare, ob das Segeln mit mehr als zehn Mann an Bord, die alle perfekt aufeinander abgestimmt synchron arbeiten müssen, wenn sie gewinnen wollen, eine Einzelsportart oder eine Mannschaftssportart ist.
Übrigens ist die NHL und ihr System, den Meister zu ermitteln, nicht so alt wie der Cup. Die Liga ist eine Erfindung des 20. Jahrhunderts und hat den Pott in den zwanziger Jahren einfach ursupiert und kam damit auch juristisch durch, als man 1947 den Umgang mit dem Ding in ein rechtsverbindliches Papier goss.
Penguins holen den Pott
Die Pittsburgh Penguins holen den Pott. In Detroit. Mit 2:1 im siebten Spiel. Das war zwar relativ ausgeglichen und rechtschaffen spannend. Aber es zeigte auch, dass die im Schnitt jüngere Mannschaft mit Spielern angereist war, die meistens einen kleinen Tick schneller waren. Sidney Crosby fehlte ab der Mitte des zweiten Drittels wegen einer Knieverletzung, die er sich bei einem Body Check an der Bande eingefangen hatte. Aber das brachte die Penguins, die zu dem Zeitpunkt mit 2:0 1:0 führten, nicht aus dem Schema. Mit dem Erfolg rundet Pittsburgh ein erstaunliches Comeback ab, das vor ein paar Jahren niemand für möglich gehalten hatte. Crosby, der mit 21 jüngste Stanley-Cup-Sieg-Captain, war nur ein Baustein in der Entwicklung. Die Verpflichtung von Jewgeni Malkin, der als MVP der Playoffs ausgezeichnet wurde, war ein weiterer Coup. Denn tatsächlich wollte ihn der russische Verband nicht ziehen lassen, weil es Streit über die Ablöse gab. In diesem Jahr – nach der Niederlage in der Finalserie vor zwölf Monaten ebenfalls gegen Detroit – sah vieles danach aus, als ob man das Team abschreiben müsste. Erst wurde der Trainer ausgewechselt, dann qualifizierte sich die Mannschaft doch noch für die Playoffs. Und dort gewann sie zweimal in einem siebten Match auf dem Eis des Gegners (zuerst gegen die Washington Capitals, am Freitag gegen die Red Wings).
Beobachtung am Rande: Warum Commissioner Bettman den Cup überreicht, ist mir ein Rätsel. Der ist einen halben Kopf kleiner als der auf einem Tisch aufgebaute Pott. Das sieht immer so aus, als sei er im falschen Film.
Beobachtung am Rande: Warum Commissioner Bettman den Cup überreicht, ist mir ein Rätsel. Der ist einen halben Kopf kleiner als der auf einem Tisch aufgebaute Pott. Das sieht immer so aus, als sei er im falschen Film.
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11. Juni 2009
Wie einst im Juni 2006
Dies ist die erste ziemlich gründliche Betrachtung über die laufende NBA-Finalserie, die mit einem Hinweis auf den Ausgang des Vorgängermodells anno 2006 zwischen den Dallas Mavericks und den Miami Heat arbeitet. Und was ist das Resultat der Betrachtung? Orlando Magic wird Meister. Wir erinnern uns: Damals sahen Dirk Nowitzki und seine Mannschaft nach zwei Begegnungen wie der sichere Sieger aus. Alles kippte im dritten Match in Miami, das Dallas knapp verlor. Die Mavericks fanden anschließend keine Mittel mehr, um die alte Überlegenheit zu rekonstituieren und gingen mit 2:4 unter. Paul Peszko vom Bleacher Report hat noch eine andere Beobachtung angestellt. Kobe Bryant setzt seine Nebenleute nicht gezielt genug ein. Was die wiederum verunsichert und verwirrt. Heute abend nach dem vierten Spiel werden wir alle ein wenig schlauer sein.
Nachtrag: Orlando verliert zum zweiten Mal in dieser Serie nach Verlängerung, nachdem die Mannschaft zum zweiten Mal hervorragende Chancen besaß, das Spiel im Rahmen der regulären Spielzeit zu gewinnen. Da kommt eine besondere Form von fehlendem Können zum Tragen. Ein Problem der Magic: Center Dwight Howard ist ein grottenschlechter Freiwurfschütze, steht aber ganz oft an der Linie, weil er oft gefoult wird. Der Zwischenstand von 1:3 wirkt wie ein Nagel im Sarg. Wie soll diese Mannschaft drei Begegnungen in Folge für sich entscheiden? Und das müsste sie nun hinbekommen. Ja, ganz knapp daneben ist auch vorbei.
Fazit: Die Serie läuft nicht so ab wie im Jahr 2006. Orlando ist nicht so stark besetzt wie es damals Miami war.
Nachtrag: Orlando verliert zum zweiten Mal in dieser Serie nach Verlängerung, nachdem die Mannschaft zum zweiten Mal hervorragende Chancen besaß, das Spiel im Rahmen der regulären Spielzeit zu gewinnen. Da kommt eine besondere Form von fehlendem Können zum Tragen. Ein Problem der Magic: Center Dwight Howard ist ein grottenschlechter Freiwurfschütze, steht aber ganz oft an der Linie, weil er oft gefoult wird. Der Zwischenstand von 1:3 wirkt wie ein Nagel im Sarg. Wie soll diese Mannschaft drei Begegnungen in Folge für sich entscheiden? Und das müsste sie nun hinbekommen. Ja, ganz knapp daneben ist auch vorbei.
Fazit: Die Serie läuft nicht so ab wie im Jahr 2006. Orlando ist nicht so stark besetzt wie es damals Miami war.
Wege zum Ruhm
Die New York Times hat eine hübsche Geschichte über einen jungen amerikanischen Fußballspieler, der es im Alter von 13 vorzog, nach Italien in das Land seiner Vorväter zu ziehen, wo er sich ganz allmählich in die Nationalmannschaft hochgehangelt hat. Niemand weiß, ob er in den USA auch nur annähernd so gut geworden wäre. Aber klar ist auch, dass die Amerikaner angesichts solcher Geschichten keine guten Karten haben, um jemals eine eigene starke Mannschaft aufzubauen. Denn nicht mal die beachtlichen Bemühungen von Schuhfirmen und Firmen wie IMG, die in Florida eine Schule für Sportlernachwuchs betreibt, können einen solchen Drang eindämmen.
Wo wir gerade bei der Fußballberichterstattung der Times sind. Ebenfalls lesenswert: das jüngste Stück von Rob Hughes über die Möglichkeit, dass nicht nur Ronaldo bei der WM im kommenden Jahr fehlen wird, sondern auch Messi. Mit anderen Worten: der wichtigsten Veranstaltung der Sportart könnten eine Reihe von herausragenden Stars fehlen. Der Gedankengang dahinter ist nicht besonders brilliant. Ist etwas mit dem Modus falsch, wenn sich die Nationalmannschaften mit diesen Herrschaften im Team nicht durch diesen löchrigen Käse namens Qualifikation fressen können? Wohl kaum. Entscheidend ist bekanntlich auf dem Platz. Andersherum gefragt: Ist vielleicht etwas mit dem Blickwinkel von Leuten falsch, die die Mannschaftssportart Fußball als Plattform für Auftritte einzelner Zirkusartisten umdeuten? Schon eher. Der Trend ist sicher nicht aufzuhalten. Weshalb auch weiterhin gute Torleute und solide Verteidiger kaum Beachtung finden werden und unter Wert eingestuft werden, aber Leute mit Vorwärtsdrang in dieser einäugigen Art des Fußballkonsums immer sehr viel besser abschneiden.
Nur hin und wieder – und das ist jetzt ein Verweis auf das gleiche Phänomen im amerikanischen Basketball, wo die Startümelei völlig gaga ist – schaut jemand genauer hin und erzählt eine Geschichte über einen Sportler, dessen Wirkungsgrad ganz erheblich ist, dessen Profil in der Öffentlichkeit im Vergleich dazu sehr dünn ausfällt. Dies ist eine ausführliche Geschichte über Shane Battier von Michael Lewis – ebenfalls in der New York Times (aber schon ein paar Monate alt). Über Lewis und sein verblüffendes Talent, Perlen im Schweinetrog zu finden, war schon mal hier und hier die Rede. Sein Buch Moneyball wird tatsächlich verfilmt. Das kann man sich zwar nur schwer vorstellen. Aber das ist Steven Soderberghs Problem. Und der hat schon ganz andere Sachen hinbekommen.
Wo wir gerade bei der Fußballberichterstattung der Times sind. Ebenfalls lesenswert: das jüngste Stück von Rob Hughes über die Möglichkeit, dass nicht nur Ronaldo bei der WM im kommenden Jahr fehlen wird, sondern auch Messi. Mit anderen Worten: der wichtigsten Veranstaltung der Sportart könnten eine Reihe von herausragenden Stars fehlen. Der Gedankengang dahinter ist nicht besonders brilliant. Ist etwas mit dem Modus falsch, wenn sich die Nationalmannschaften mit diesen Herrschaften im Team nicht durch diesen löchrigen Käse namens Qualifikation fressen können? Wohl kaum. Entscheidend ist bekanntlich auf dem Platz. Andersherum gefragt: Ist vielleicht etwas mit dem Blickwinkel von Leuten falsch, die die Mannschaftssportart Fußball als Plattform für Auftritte einzelner Zirkusartisten umdeuten? Schon eher. Der Trend ist sicher nicht aufzuhalten. Weshalb auch weiterhin gute Torleute und solide Verteidiger kaum Beachtung finden werden und unter Wert eingestuft werden, aber Leute mit Vorwärtsdrang in dieser einäugigen Art des Fußballkonsums immer sehr viel besser abschneiden.
Nur hin und wieder – und das ist jetzt ein Verweis auf das gleiche Phänomen im amerikanischen Basketball, wo die Startümelei völlig gaga ist – schaut jemand genauer hin und erzählt eine Geschichte über einen Sportler, dessen Wirkungsgrad ganz erheblich ist, dessen Profil in der Öffentlichkeit im Vergleich dazu sehr dünn ausfällt. Dies ist eine ausführliche Geschichte über Shane Battier von Michael Lewis – ebenfalls in der New York Times (aber schon ein paar Monate alt). Über Lewis und sein verblüffendes Talent, Perlen im Schweinetrog zu finden, war schon mal hier und hier die Rede. Sein Buch Moneyball wird tatsächlich verfilmt. Das kann man sich zwar nur schwer vorstellen. Aber das ist Steven Soderberghs Problem. Und der hat schon ganz andere Sachen hinbekommen.
Die Hügel der Maulwürfe sind unübersehbar
Setzen Sportblogs in den USA jetzt schon die Themen? Vielleicht noch nicht oft. Aber man wird den Verdacht nicht los, dass wir bald so weit sein werden. Zumindest wenn man sich anschaut, wie und auf welche Weise eine Generalverdachtsgeschichte zum Thema Doping in Philadelphia hochgespült wurde. Der Sportler, um den es geht, ist Baseballprofi Raul Ibanez von den Philadelphia Phillies, dessen Leistungswerte auffällig besser geworden sind – im stolzen Alter von 37 Jahren. Das wurde im Blog Midwestsportsfans thematisiert und nahm von dort aus ziemlich schnell Fahrt auf. Beim Philadelphia Inquirer, der alteingesessenen Tageszeitung, spitzte man die Sache zu, ließ Ibanez zu Wort kommen und watschte den Blogger ab. Von dort aus wanderte die Geschichte in die Fernsehsendung Outside The Lines bei ESPN, wo man sich anstrengt, kritische Gedanken zum Sport aufzugreifen.
Natürlich dient die Ereigniskette in erster Linie einem politischen Zweck: Die etablierten Medien zeigen den nachwachsenden jungen Medien bei einer solchen Gelegenheit gerne, dass sie das Verantwortungsbewusstsein in Person sind und weit davon entfernt wären, Gerüchte welcher Art auch immer in die Welt zu streuen. Aber mal abgesehen davon, dass die Etablierten viel und lange schlafen, wenn es um kritische Berichterstattung geht und darüberhinaus ebenso gerne Gerüchte fabrizieren, gibt einem diese Auseinandersetzung das Gefühl, dass sich die tektonischen Platten verschieben. Niemand wäre gezwungen gewesen, das Thema überhaupt zu vertiefen oder aufzuwerten. Aber in diesen Tagen, in denen Zeitungen schließen oder Stellen abbauen, kann man sich offensichtlich nicht mehr leisten, heiße Eisen nach Wunsch zu ignorieren. Denn so viel steht fest: Die Frage, ob Ibanez gedopt ist und ob die Tests in der Baseball-Liga wirklich viel bringen, ist legitim.
Natürlich dient die Ereigniskette in erster Linie einem politischen Zweck: Die etablierten Medien zeigen den nachwachsenden jungen Medien bei einer solchen Gelegenheit gerne, dass sie das Verantwortungsbewusstsein in Person sind und weit davon entfernt wären, Gerüchte welcher Art auch immer in die Welt zu streuen. Aber mal abgesehen davon, dass die Etablierten viel und lange schlafen, wenn es um kritische Berichterstattung geht und darüberhinaus ebenso gerne Gerüchte fabrizieren, gibt einem diese Auseinandersetzung das Gefühl, dass sich die tektonischen Platten verschieben. Niemand wäre gezwungen gewesen, das Thema überhaupt zu vertiefen oder aufzuwerten. Aber in diesen Tagen, in denen Zeitungen schließen oder Stellen abbauen, kann man sich offensichtlich nicht mehr leisten, heiße Eisen nach Wunsch zu ignorieren. Denn so viel steht fest: Die Frage, ob Ibanez gedopt ist und ob die Tests in der Baseball-Liga wirklich viel bringen, ist legitim.
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