Martin Kaymer kann aufhören, an den Ryder-Cup zu denken. Zumindest an den in diesem Jahr in Louisville/Kentucky. Das hat sich am Freitag von selbst erledigt, als er mit einem Schlag zuviel auf der Karte in Gleneagles in Schottland den Cut verpasste. Er artikulierte sich hinterher ungewohnt kritisch über die Bedingungen auf dem von Jack Nicklaus designten Platz: "Ich habe ziemlich gut gespielt, aber die Grüns waren lächerlich. Wirklich uneben." Man darf davon ausgehen, dass Kaymer als gewöhnlich eher moderater Mensch nicht nur aus purer Enttäuschung seiner Einschätzung freien Lauf ließ. Es muss für die Beschwerde wirklich Gründe gegeben haben. Kein Problem allerdings für Kaymers Hauptkonkurrenten um den zehnten Platz im Team. Der Engländer Oliver Wilson arbeitete sich heute auf einen der besseren Plätze im Klassement vor und ist eine Bank für Louisville.
Die anderen Aspiranten vor allem aus England und Schottland scheinen sich mit scharfen und spitzen rhetorischen Mitteln gegenseitig zu enervieren. Das sind vor allem Ian Poulter und Colin Montgomerie, die beide stark darauf hoffen, dass sie von Captain Nick Faldo berufen werden. Zehn qualifizieren sich automatisch. Faldo kann zwei Spieler nach Gutdünken benennen. Für Poulter spricht die gute Form und eine ordentliche kämpferische Einstellung. Für Montgomerie eine nahezu perfekte Ryder-Cup-Bilanz, die selbst in solchen Jahren nie angekratzt wurde, in denen er auf der Tour hinterherhinkte.
Dass man Poulter reizen kann, der an diesem Wochenende in Boston spielt, um seine Chancen auf das viele Geld im FedEx-Cup aufrecht zu erhalten, ist nicht überraschend. Seine Haare brauchen zwar sicher Spray, um igelig nach oben ab zu stehen. aber wahrscheinlich nicht sehr viel. Montgomerie ist die Totalmimose schlechthin. Weshalb er früher in den USA vom Publikum am Rand des Turniers regelmäßig mit beleidigenden Sprüchen attackiert wurde. Die britischen Journalisten wissen das natürlich und heizten die Kontroverse mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten in beide Richtungen an.
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30. August 2008
1. Juli 2007
Kaymer: Präsenz dank Leistung
Wenn das so weiter geht, kann man Martins Kaymers Abschlussrunden bei den Turnieren der European Tour demnächst live bloggen. Der Mann aus Mettmann taucht immer mehr in den Live-Übertragungen auf. Heute bei seinem Marsch über den optisch merkwürdigen, aber von den Pros sehr geschätzten Albatros-Kurs der Anlage Le Golf National am Rand von Versailles zusammen mit Colin Montgomerie.Wo kann man das in den USA sehen? Auf dem amerikanischen Golf Channel, der schon seit Jahren an den Wochenenden morgens die Bilder aus Europa überträgt und zwei eigene Kommentatoren vor Ort im Einsatz hat. Früher wirkte das eher kurios, weil der Kanal so gut wie nichts von den Top-Ereignissen der Amerikaner aufbieten konnte. Inzwischen hat man sich das gesamte Champions-Tour-Programm gesichert, zeigt viele Events der LPGA und die zwei ersten Tage der PGA Tour. Dadurch ist der Kanal sehr viel attraktiver geworden. Ich habe mir die Studios in Orlando vor zweieinhalb Jahren aus nächster Nähe angeschaut. Der Blick hinter die Kulissen ist wie immer beim Fernsehen eher ernüchternd. Ich hatte den Eindruck, dass sich die Macher für eine Ausweitung ihrer Ausstrahlungsreichweite in Europa interessieren. Wann das kommt? Das hängt sicher mehr von den Entscheidern in Deutschland und Umgebung ab als von den Golf-Channel-Leuten, die zum Beispiel auch Japan beliefern.
Kaymer? Siebter Platz. Beachtlich. Sehr beachtlich.
Nachtrag: Kaymer-Fernsehinterview vom dritten Tag der Open de France bei YouTube.
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Colin Montgomerie,
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Martin Kaymer
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