Posts mit dem Label Gijon werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gijon werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

25. Juni 2007

Gijon 1982: Erinnerungen an eine Packelei

Ein sehr empfehlenswerter Text von Christian Eichler heute bei faz.net aus Anlass des 25jährigen Jahrestages eines Fußballspiels, an das ich mich leider noch immer sehr gut erinnern kann: Deutschland gegen Österreich bei der WM 1982 in Gijon. Beide Mannschaften hätten damals wegen Unsportlichkeit aus dem Turnier geworfen werden müssen. Ich frage mich immer, wie die Österreicher dieses Ekelspiel verarbeitet haben, das sie in die Zwischenrunde brachte, wo sie in ihrer Dreiergruppe noch ein Unentschieden (gegen Nordirland) auf die Beine stellten, aber mehr auch nicht. Zwar gibt es Andeutungen in diesem Artikel in der Süddeutschen Zeitung, was den Wissensstand der Spieler auf dem Rasen angeht (mit solchen kleinen Schnitzern wie: "Es war jenes Spiel, in dem angeblich 21 Fußballer Bescheid wussten, und der 22. war Walter Schachner." Damals wurden auf deutscher Seite in der zweiten Halbzeit noch Matthäus und Fischer eingewechselt.) Aber ansonsten schwebt eine Wolke über der Sache. Noch vier Jahre vorher hatten die Österreicher den 3:2-Sieg von Cordoba als historische Großtat gefeiert, bei dem ein halbes Jahrhundert an Minderwertigkeitskomplexen und nationaler Schmach abgearbeitet wurden. Wunderbar, diese Parodie:

Dass man heute noch so tut, als sei diese merkwürdige Bereitschaft zur Niederlage einfach so über die österreichische Mannschaft gekommen, ist mehr als kurios. Man denke an dieses Zitat des damaligen Torwarts Koncilia: "Wir hätten die Deutschen gerne aus dem Stadion geschossen und sie wie vier Jahre zuvor aus dem Turnier geworfen. Aber zu diesem Zeitpunkt war die Mannschaft dazu einfach nicht in der Lage." Die Mannschaft hatte vorher zwei Spiele gewonnen und hätte mit einem Unentschieden die Deutschen hinausgekegelt. Am liebsten wird wohl in Wien der besagte Schachner zitiert, weil dessen damalige Leistungsbereitschaft einen positiven Nachgeschmack erzeugt. Nach dem Motto: Da war wenigstens einer, der wirklich gewinnnen wollte und keine Ahnung hatte, dass alles abgekartet war. Immerhin schimmert hier ein wenig mehr aus donaurepublikanischer Sicht durch. Darunter ein neues Wort für den Betrug: Packelei.