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10. September 2008

"...und es sind keine leeren Träume"

Das könnte zu einem running gag bei American Arena werden. Die Luxemburger gewinnen ein Spiel, und wir spielen ihre Hymne, die umso reizvoller klingt, je öfter man sie sich anhört (und aus der wir uns eine Zeile der deutschen Version für die Überschrift herausgezutzelt haben). Aber wenig später denkt man unweigerlich an die Verlierer, die sich mal wieder in extrem-calvinistischer Manier mental selbst kasteien (weil sie schon immer geahnt haben, dass ihre hohen Erwartungen von den eigenen Fußballern nicht eingelöst werden, und weil sie nicht wissen, wie sie den neuen Trainer beschimpfen sollen, der angeblich aus Knete Gold macht). Es muss die Schweizer einfach kränken, dass ihr Team gegen einen Gegner verloren hat, der nach Ansicht von Wikipedia folgende Wertschätzung genießt: "international ist die Luxemburgische Fußballnationalmannschaft vollkommen unbedeutend". Das wäre den Deutschen sicher auch so ähnlich gegangen, wenn das Ding in Finnland in die Hose gegangen wäre.

Bloß gut, dass Roger Federer am Montag die US Open gewonnen hat. Das hat die Amerikaner nicht genug beeindruckt, um die Schweizer Nationalhymne ("Schweizerpsalm") zu spielen. Das mag nun, wer will, an dieser Stelle nachholen. Balsam für die Ohren.

14. Oktober 2007

"Wo...der Himmel Wein uns macht"

Heute mal ein kurzes Grußwort an die Leser aus dem Großherzogtum Luxemburg, wo man vermutlich an diesem Sonntag in beachtlicher Feierlaune sein dürfte. Die Fußballer haben soeben das 18. Länderspiel in der Geschichte des Fußballverbandes gewonnen, die im Jahr 1918 begann. 18 von knapp 300. Eine Bilanz, über die man keine Witze machen möchte. Schon gar nicht aus deutscher Sicht. Denn einer der Siege gelang 1935 gegen die großen Nachbarn im Osten. Als jemand mit einem unerklärlichen Faible für Nationalhymnen (Pathos meets Romantik meets komplexe Melodieführung und Harmoniegestaltung) habe ich dann mal die luxemburgische herausgekramt und muss sagen: Chapeau, Monsieur Zinnen, gut gesetzt, das Tonwerk. Kommt in meine persönliche Top Ten (zu Sowjetunion, Slowakei, USA, Polen, DDR, Schweden). Wer sich mal ein paar andere Kleinstaaten- (sprich Fußballzwerg-)Hymnen anhören möchte: Andorra (klingt, als ob jemand unbedingt die Marseillaise vom Nachbarstaat verarbeiten musste), Monaco (starke Erinnerungen an das Neujahrskonzert aus Wien), Malta (wirkt erstaunlich originär und unbeeinflusst, allerdings - für das Genre - eher Standardware).