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4. Januar 2009

Weit und hoch in Las Vegas

Der Mann heißt Robbie Maddison, ist 27 Jahre alt, kommt aus Australien und gehört streng genommen nicht in diesen Blog. Oder bestenfalls in die Stuntman-Rubrik. Denn alles, was der Bursche wirklich gut kann, ist mit seinem Motorrad weit und hoch fliegen. Und jede Menge Sponsoren auftreiben, die sich im Umfeld solcher Flugmanöver auf freien Flächen mit ihren Emblemen verewigen. Diese Nummer hat Maddison in der Silvesternacht in Las Vegas abgezogen, wo ein Hotel namens Paris steht, das nicht nur mit einem Eiffelturm-Nachbau dekoriert wurde, sondern auch mit einem Arc de Triomphe. Maddisons Webseite ist übrigens von solchen Leistungen nur mäßig zu beeindrucken. Sie berichtet noch immer über eine Aktion von vor einem Jahr an oberster Stelle, als der Junge in Las Vegas auf einem Sportplatz durch die Gegend kariolete.

10. Oktober 2007

Ohne Schirm und ohne Verstand

Der kalkulierte Wahnsinn besteht darin, dass man Leuten ein solches Spektakel bietet, dass ihnen der Atem stockt. Das war früher die Domäne von Zirkusartisten und Familien, die auf dem Drahtseil ihr Leben riskierten oder in einer Tonne die Niagara-Fälle hinabstürzten. Den Sprung aus dem Flugzeug ohne Fallschirm gab es vermutlich nicht. Denn wenn, dann ist diese Einlage des X-Games-Verrückten Travis Pastrana ein alter Hut. Falls nicht, werden sich Zuschauer einer Fernsehproduktion demnächst daran ergötzen, für die der Moto-Cross-Fahrer neulich auf Puerto Rico den Stunt riskierte (via Yardbarker). Und natürlich auch die Firma Red Bull. Er hatte ein Dose von dem Gesöff für unterwegs dabei.

Ich habe mich vor ein paar Jahren ausführlich mit Freefly-Artisten beschäftigt, die unter anderem in Arizona ihr Revier haben - darunter auch mit Olav Zipzer, einem der Prioniere der Bewegung. Die kamen mir alle ziemlich vernünftig vor. Obwohl einer, der Zipzer-Schüler, Omar Alhegelan, verblüffte mich damals mit der Geschichte, wonach er sich aus einem Flugzeug fallen gelassen hatte und sich nach einer kurzen Strecke im freien Fall an einer zweiten Maschine festzuklammern und sich hereinzuziehen. Er hatte den Fallschirm nicht geöffnet. Aber immerhin hatte er ihn dabei. Das zweite Flugzeug musste im Sturzflug nach unten jagen, damit der Stunt gelingen konnte.

Ich schrieb damals (fürs BMW-Magazin:)

"Die Mischung aus Kamikaze und kalter Kalkulation hat dem energiegeladenen Mann jede Menge Respekt eingebracht. Aber sie sorgt gleichzeitig für eine gewisse Distanz. ... Tatsächlich sorgt das stürmische Leben der Freefly-Springer für eine Aura von Hipness. Mit ihrer Liebe für Speed und Improvisation sind sie so etwas wie die Snowboarder der Lüfte. Immer in der Gefahr, in ihrer exklusiven Spielzone miteinander zu kollidieren und abzustürzen."