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4. Januar 2009

Weit und hoch in Las Vegas

Der Mann heißt Robbie Maddison, ist 27 Jahre alt, kommt aus Australien und gehört streng genommen nicht in diesen Blog. Oder bestenfalls in die Stuntman-Rubrik. Denn alles, was der Bursche wirklich gut kann, ist mit seinem Motorrad weit und hoch fliegen. Und jede Menge Sponsoren auftreiben, die sich im Umfeld solcher Flugmanöver auf freien Flächen mit ihren Emblemen verewigen. Diese Nummer hat Maddison in der Silvesternacht in Las Vegas abgezogen, wo ein Hotel namens Paris steht, das nicht nur mit einem Eiffelturm-Nachbau dekoriert wurde, sondern auch mit einem Arc de Triomphe. Maddisons Webseite ist übrigens von solchen Leistungen nur mäßig zu beeindrucken. Sie berichtet noch immer über eine Aktion von vor einem Jahr an oberster Stelle, als der Junge in Las Vegas auf einem Sportplatz durch die Gegend kariolete.

30. Mai 2008

Top, die Wette gilt?

Des einen närrisches Vergnügen ist des anderen Konspirationstheorie. Oder: Wenigstens ein Spieler bei den Los Angeles Lakers hat am Donnerstagabend beim Spiel gegen die San Antonio Spurs nicht gewusst, wie in Las Vegas die Wetten auf den Ausgang des Spiels stehen. Sonst hätte er nicht mit der Schlusssirene einen Dreier versenkt, der nichts mit Sieg und Niederlage zu tun hatte, aber ganz viel mit dem Spread. Hätte Sasha Vujacic einfach nur den Ball in der Hand behalten und nicht geworfen, hätten die Lakers das Match mit 97:92 gewonnen und die Buchmacher wären sehr zufrieden gewesen. Denn zum Beispiel das MGM Grand hatte die Partie bei weniger als 7,5 Punkte Differenz zu Gunsten von LA. Der Slowene hebelte die Zahl auf 8. Mit anderen Worten: Er schob den Spread mit dem Schlussresultat über die magische Grenze des Abends.

Der Pfiff an der Sache: Es gilt in der NBA als ungehörig, dass am Ende einer bereits entschiedenen Partie der Sieger noch massiv Punkte draufbrät. Damit wird nach einer Grundregel aus dem Stammbuch der Sportlerehre der Verlierer unnötig vorgeführt und enteiert. Was also war das Motiv von Sasha? Showtime?

Von hier lässt sich übrigens fast nahtlos überleiten zu einem anderen Aspekt der Sportlerehre. Europas und Südamerikas Basketballer haben in der NBA eine Gepflogenheit populärer gemacht, die aus dem Fußball kommt und dort meistens als "Schwalbe" oder auch als dive tituliert wird. Die Basketballer kennen eine eigene Variante: den sogenannten Flop. Dabei tut der leicht touchierte Spieler so, als sei er massiv bedrängt oder gestoßen worden und stolpert und geht auf dramatische Weise zu Boden. Flops sind in den USA und Kanada (im Eishockey) extrem verpönt. Man steckt weg. Man schlägt vielleicht auch mal zurück. Aber man versucht nicht den Schiedsrichter und das Publikum theatralischen Einlagen zu beeinflussen. Und damit das so bleibt, will die NBA ab der nächsten Saison Flopper nach dem Spiel bestrafen. Das könnte dann das endgültige Aus der San Antonio Spurs bedeuten, die am Donnerstag als amtierende Meister aus dem Wettbewerb gedrängt wurden. Kein Team hat mehr Flopper: Tony Parker, Manu Ginobili, Bruce Bowen und Robert Horry dürften ohne solch dramatische Opfer-Szenen nur noch halb so viele Freiwürfe bekommen. Das reicht nicht. um in der NBA oben mitzuspielen.

7. Dezember 2007

Die Anna-Tour

Dieselbe Klientel, die die junge Stabhochspringerin Allison Stokke weltberühmt machte und permanent im Internet mit Suchkommandos wie "Serena Williams nackt" nach Bildern fahndet, hat ein neues Objekt der Begierde gefunden: Die australische Golferin Anna Rawson, die sich letzte Woche im Rahmen der Q School eine begrenzte ("conditional") Spielberechtigung für die LPGA Tour erspielte. Das Thema blubberte nur ganz langsam hoch. Aber inzwischen kämmen US-Blogger weit und breit die gut gemachte Webseite der 26jährigen durch, die einst als Model arbeitete, dann im amerikansichen Collegegolf ihr golferisches Format unter Beweis stellte und die nun im Wettbewerb mit den Spitzenkräften vor allem mit Leistung auffallen möchte. Man darf davon ausgehen, dass sie sich bewusst ist, dass ihr attraktives Erscheinungsbild ihr noch viele attraktive Einkommensquellen eröffnen wird. Den Spitzenplatz in der Kategorie nimmt zur Zeit die Amerikanerin Nathalie Gulbis ein, die - aus nächster Nähe betrachtet - beim besten Willen keine Sensation ist, sondern nur ein blond gestyltes Flachhirn mit auffällig groben Wölbungen im oberen Thoraxbereich.

Off-Topic: Die Begegnung mit Frau Gulbis in Las Vegas neulich hatte mit den Recherchen für zwei Geschichten zu tun, die inzwischen erschienen sind. Die eine - ein Porträt des herausragenden Golflehrers Butch Harmon und seiner Arbeit mit Amateurspielern wurde vor einer Weile in der Zeitschrift Capital veröffentlicht. Die zweite befindet sich im neuen Las Vegas-Heft von Merian, dem Reisemagazin, das jede Ausgabe mit einem regionalen Themenschwerpunkt produziert. Die Geschichte für das Heft behandelt die Wasserproblematik im Südwesten der USA. Beide kann man online nicht abgreifen. Aber es gibt das Magazin am Kiosk, und es sieht wirklich hervorragend aus.

14. November 2007

Timberlake für Golfer

Aus Kindern werden Leute. Aus Boy-Band-Sängern werden Golfturnier-Gastgeber. Selbst wenn das keiner Logik folgt und Justin Timberlake aufgrund seiner Rolle in der Entblößung von Janet Jacksons Brust beim Super Bowl eigentlich eine persona non grata sein sollte. Aber das ganze wird in Las Vegas (Spitzname: Sin City) spielen, wo man ohnehin ein anderes Verhältnis zu Erotik und Ethik hat und zu Showstars erst recht. Timberlake ist, rein golferisch gesehen, keine schlechte Wahl. Der Sänger hat sich im Laufe der Zeit auf Handicap 6 heruntergespielt. PR-mäßig passt er auch: Er hat vier Grammys gewonnen und gehört zu den berühmtesten Musikern in den USA. Das Turnier findet vom 16. bis 19. Oktober 2008 statt.

Aus diesem Anlass dürfen wir hier an den letzten Erfolg von Timberlake erinnern: ein Song im Rahmen der Comedy-Sendung Saturday Night Live (wurde inzwischen vom Host gelöscht).

26. August 2007

USA 113, Brasilien 76

Die amerikanische Basketballnationalmannschaft spielt auf beeindruckend hohem Niveau. STOP. Es macht Spaß zuzuschauen. STOP. Die Brasilianer tun einem leid. STOP. Einen guten Artikel zum Thema - der FIBA Americas Championship in Las Vegas, Qualifikation für Olympia 2008 - hat USA Today. STOP. Lesenswert.

21. August 2007

Kobe und Co. in Las Vegas: Die glorreichen zwölf, die es richten sollen

Kobe Bryant, LeBron James, Carmelo Anthony, Amare Stoudemire, Dwight Howard, Jason Kidd, Chauncey Billups, Michael Redd, Mike Miller, Tyson Chandler, Tayshaun Prince, Deron Williams...die zwölf sollen es richten, bei der FIBA Americas Championship, damit damit die USA im nächsten Jahr bei den Olympischen Spielen in Peking mit einer Basketballmannschaft antreten kann, die dann vermutlich aus dem gleichen Kader besteht. Man muss kein NBA-Experte sein, um rasch zu festzustellen, wer da alles (aus welchen Gründen auch immer) fehlt: Shaquille O'Neal, Kevin Garnett, Ray Allen, Gilbert Arenas, Dwyane Wade, Tim Duncan, Ben Wallace, Shawn Marion (siehe Kommentar), Allen Iverson (siehe Kommentar), Stephon Marbury, Elton Brand, Tracy McGrady und so weiter und so fort. Zur Orientierung darüber, welches Kaliber an Spielern nicht zum Einsatz kommt: ein Blick auf das Power-Ranking des Fantasy-Basketball-Spezialisten Talented Mr. Roto. Was waren das noch für Zeiten, als für das sogenannte Dream Team die Top-Profis eingesammelt wurden, die anschließend der Welt vorexerzierten, wie gut die besten NBA-Spieler wirklich sind. Der einzige, der damals ohne sportlichen Grund geschnitten wurde: Isiah Thomas. Und zwar weil ihn Michael Jordan und Larry Bird (und vermutlich auch Magic Johnson) nicht leiden konnten.

19. August 2007

US-Team in Las Vegas: Olympia im Visier

Die Tatsache, dass sich zur Zeit in Las Vegas eine Handvoll der besten amerikanischen Basketballer versammeln, um sich auf ein ziemlich wichtiges Turnier vorzubereiten, scheint momentan kaum jemanden zu interessieren. Komisch eigentlich: Das NBA-All-Star-Wochenende vor ein paar Monaten an gleicher Stelle produzierte einen Riesenrummel (und ein paar Nebengeräusche). Nun sind Kobe Bryant und LeBron James und Carmelo Anthony und Jason Kidd in der Stadt und fliegen quasi unter jedem Radarschirm. Das verspricht nichts Gutes für die Einschaltquoten des Qualifikationsturniers, das in der kommenden Woche in Las Vegas beginnt und den offiziellen Namen "FIBA Americas Championship" trägt. Dieser Name wirkt aus US-amerikanischer Sicht mehr als mysteriös. Denn erstens kennt man in diesem Land nur ein Amerika (sein eigenes) und keine vielen Americas. Und zweitens hat hier noch niemand etwas von FIBA gehört. Mit anderen Worten: Wenn man nicht weiß, um was es geht, kann man auch keine Neugier entwickeln. Dabei geht es um eine ganze Menge. Nämlich um die Qualifikation für die Oympischen Spiele in Peking im nãchsten Jahr. Die zu verpassen wäre für die USA nicht nur aus sportlicher Sicht eine Katastrophe. Die Chefs des Fernsehsenders NBC, die viel Geld für die Übertragungsrechte der Spiele ausgegeben haben, würden vermutlich aus dem Fenster ihres Hochhausturms im Rockefeller Center von Manhattan springen. Und die Jungs vom Sportausrüster Nike in den leider viel zu flachen Teich auf ihrem Campus in Beaverton. Denn die setzen vollends darauf, ihre Klamotten, aus Anlass der Spiele auf dem chinesischen Milliarden-Markt mit Figuren wie LeBron James zu vermarkten.

Die Leistung der Nationalmannschaft bei der WM in Japan im letzten Jahr hat nicht gerade für Optimismus gesorgt. Auch wenn die Gegner aus den Americas (am stärksten ist Brasilien) eigentlich nicht das Zeug haben sollten, den Erfindern der Sportart die Tour zu vermasseln. Immerhin kann man die Spiele der US-Mannschaft live im Fernsehen verfolgen.

27. April 2007

Abstecher nach Las Vegas - abseits vom Strip

Die Posts der letzten Tage kommen aus Las Vegas von einer Reise, auf der zwei Geschichten entstehen werden. Eine über die Arbeit von Butch Harmon, dem ehemaligen Trainer von Golfern wie Greg Norman und Tiger Woods und neuen Ratgeber an der Seite von Phil Mickelson, und eine über den Wasserkonsum in der Wüste und was man in Nevada tut, um das Problem einer schon acht Jahre währenden Dürreperiode anzugehen. Ich war vor zehn Jahren beim Boxkampf Axel Schulz gegen George Foreman zum letzten Mal in Las Vegas und konnte mir nur ungefähr ausmalen, in welchem Maße die Stadt in der Zwischenzeit in die Breite gegangen ist. Von Harmons Golfschule hat man einen guten Blick hinab in die dunstverhangenene Ebene und bekommt ein Gefühl für die Distanzen, die man inzwischen zurücklegen muss, um von A nach B zu kommen. Den Strip habe ich bisher bewusst vermieden. Dieser Neon-Glitzer-Automaten-Gebimmel-Nutten-Schnickschnack ist etwas für andere Leute.

Egal wie weit man auch fährt: Das meiste an Architektur kann man vergessen. Vieles sieht aus wie aus der Dose oder auch wie aus Pappe. Weil die Gebäude aber nagelneu sind, macht alles fast einen aseptischen Eindruck. Ehe hier Patina ansetzt, wird das alles ziemlich angekaut aussehen. Samstag und Sonntag stehen die ersten Golfrunden des Jahres auf dem Programm. Der Winter war lang.

20. Februar 2007

Las Vegas im Rückspiegel: "Der perfekte Sturm der Ghettofabelhaftigkeit"

Wenn man den Einfluss und das Selbstverständnis schwarzer Sportler, ihre Hip-Hop-Connections und ihre Ausraster verstehen will, lohnt es sich, hin und wieder Jason Whitlock zu lesen. Er hat nicht nur die Hautfarbe (sprich: Zugang und Einfühlungsvermögen), sondern vor allem auch den Grips und die Schreibe, um sehr unterhaltsame und zugleich distanziert vorgetragene Texte zu produzieren. Die charakterisieren ein Milieu, für das ein weißer Betrachter weder den richtigen Blick noch die richtige Ausgangslage hat. Das schwarze Amerika ist angesichts der politischen und gesellschaftlichen Geschichte nicht besonders empfänglich für Vorhaltungen, die auch nur einen kleinen Hauch nach racial profiling riechen. Whitlock schafft den Slalom aus Kritik und Faszination hingegen wie kaum ein anderer.

Ein Beispiel: seine Erlebnisse beim All-Star-Wochenende in Las Vegas. hier ein paar Auszüge:
"Das All-Star-Wochenende ist das Freaknik dieses Jahrtausends, ein einst populäres, alljährliches Straßenfest. Als Atlantas Freaknik 1999 an selbstzugefügten Wunden starb - an Plünderungen und Gewalt - wurde die NBA-Show in der Mitte der Saison bei Schwarzen beliebt, die nach einer alljährlichen Ausrede dafür suchten, um im großen Stil zu feiern. Das All-Star-Wochenende ist jetzt der perfekte Sturm..."

"Das All-Star-Wochenende hat ein riesigen Vorzug gegenüber dem Super Bowl, der anderen Sportveranstaltung, die große Partys bietet. Dieses Wochenende ist ebenso eine Frauenveranstaltung, wenn nicht sogar überwiegend. Das ist vermutlich das Resultat der Tatsache, dass das Basketballspiel eine totale Nebenangelegenheit ist. Beim Super Bowl ist das Spiel immer noch die größte Attraktion, weshalb Wetter und Hardcore-Footballfans die Partys, die Werbespots und die Show in der Halbzeit akzeptieren, in der Hoffnung ein spannendes Spiel zu sehen.... Bei einer typischen Super-Bowl-Party kommt eine Frau auf zehn Männer. Bei den Partys beim All-Star-Wochenende ist es halbe-halbe....Nicht zu vergessen, wir reden über den perfekten Sturm der Ghettofabelhaftigkeit - Alkohol, attraktive Frauen, Zocken, Stars, ein Dunk-Wettbewerb und keine Polizeistunde. Du konntest den Ruf des All-Star-Wochenendes in Vegas aus dem Inneren deines Bauches vernehmen und aus Gegenden, die noch etwas weiter unten sitzen."
Hier der Link zum Text.

Nachtrag: Whitlock hat darüberhinaus einen Posten beim AOL Fanhouse als Kolumnist, wo er heute noch viel kräftiger aufgetischt hat. Er warnte, dass die Entwicklung beim All-Star-Wochenende Richtung Gesetzlosigkeit und Kriminalität, mit immer mehr Zuhältern, Gangstern, Prostituierten und Drogenhändlern, seit ein paar Jahren eskaliert und New Orleans 2008 Militär einsetzen muss, wenn im French Quarter nicht alles zusammenbrechen soll. Sein Rat an Commissioner David Stern: in den nächsten Jahren die Veranstaltung in ferne Länder zu verlegen, dorthin wo die "Bloods und Crips und Nutten und Huren nicht ohne Reisepass und Flugticket hinkönnen". Wenn Stern auch weiterhin die internationale Attraktion des Spiels steigern wolle, habe er "die perfekte Entschuldigung, um das All-Star-Spiel nach Deutschland, china, England zu verlegen".

In der Washington Post gab Kolumnist Ivan Carter seine Eindrücke zum besten. Dies die Passage, die auf den Punkt bringt, welche Stimmung auf dem Strip herrschte, auf dem nichts ging, kein Straßenverkehr, kein Fußgängerverkehr, weil die ganze Gegend voller Leute war. Und was man erleben konnte, wenn man nicht zu den exklusiven Partys eingeladen war:
"Nun, vergesst nicht, dass in Vegas rund zwei Drittel der Besucher schwarz waren. Und im MGM, dem Palms und anderen Treffpunkten auch mehr. Wie dem auch sei. Ich gehe durch das New York, New York [ein Casino-Hotel], um dringend eine Stelle zu finden, wo ich ein Bier trinken kann und kam an einem Irish Pub vorbei, der gleichzeitig als Pianobar fungierte. Ich glaube, jeder Weiße in der Stadt hing dort ab, um Harp zu trinken, schlechte Achtziger-Jahre-Musik zu hören und kitschige Bar-Lieder wie Sweet Caroline und, oh, um zu tanzen. Wenn man das so nennen kann. Der Laden war weißer als die NHL. Ein paar Schwarze gingen vorbei, schauten hinein, wussten nicht, was sie damit anfangen konnten und liefen weiter. Lustig, das Ganze."

Nach der Show fielen Schüsse: Polizei in Las Vegas schwer im Einsatz

Ein paar Tage schien die Polizei in Las Vegas alles in den Griff zu bekommen, damit die NBA-All-Star-Gäste eine unbeschwerte Zeit genießen konnten. Kaum war die Veranstaltung am Sonntagabend zu Ende, ging es los: Zwei Schießereien - eine in der Parkgarage des riesigen MGM Grand-Hotel, eine an einem Strip Club. Es gab eine Prügelei im Nachtclub des neuen Wynn Hotel. Und involviert waren Rapper, Gangs und auch ein namhafter Football-Profi von den Tennessee Titans, dem das gefährliche Leben auf den Fersen ist, als wäre er nicht ein Defensive Back sondern ein Kick Returner auf dem Weg Richtung Endzone (via The Big Lead). Bei der Ballerei im MGM Grand-Komplex wurde offensichtlich jemand von einer Kugel getroffen (meldet TrueHoop). Unbeteiligte mussten stundenlang in der Garage ausharren, ehe die Situation von der Polizei geklärt werden konnte (berichtet der örtliche Fernsehsender KLAS). Nach ersten Schätzungen hatte das All-Star-Party-Programm 250.000 Besucher angelockt, ein Ansturm, den die Stadt nicht gewöhnt ist.

17. Februar 2007

Sport in Las Vegas: Eine kipplige Geschichte

Foto: flickr/creative commons/Tim Parkinson

Es sieht immer stärker danach aus, dass die beiden Maloof-Brüder die Sacramento Kings in jene Stadt transferieren werden, in der sie wirtschaftlich weit mehr engagiert sind als an Arnolds Schwarzeneggers Regierungssitz: nach Las Vegas. Das All-Star-Wochenende wird inzwischen von vielen als eine Art Testveranstaltung gesehen, um zu erkunden, ob sich die Mehrheit der Clubeigentümer mit einem solchenm Umzug anfreunden könnten. Es gibt ein paar Kinken: In Las Vegas kann man bislang auf alles legal wetten, auch auf NBA-Basketball. Das riecht nicht gut. Und es gibt noch keine Halle von dem Format, wie man sie heute in der Liga braucht - mit all den Luxus-Suiten etc. Der Steuerzahler in Nevada ist nicht dafür bekannt einzuspringen, wenn es um solche Projekte geht. In Las Vegas kommen die Steuern aus den Taschen der Besucher und werden aufgefangen von den Klimperhallen in den Casinos. Alles wird also davon abhängen, ob sich ein paar Casinos für das NBA-Projekt stark machen und die Baumaßnahme finanzieren.

Las Vegas und Sport - das ist eine Partnerschaft, die nie von langer Dauer scheint. Am besten funktionieren noch die Weltmeisterschaftskämpfe im Boxen, weil sie jeweils hochgehypte Einzelereignisse sind, die traditionell High-Roller und andere Leute mit Geld anziehen. Wäre Andre Agassi nicht in Las Vegas aufgewachsen, er hätte sich dort vermutlich nicht mit Frau Steffi und Kindern niedergelassen. Und wie lange Steffi das dort aushält, muss man sehen. Ein Golfturnier der PGA-Tour und eines der LPGA kriegt man ebenfalls auf die Beine. Das ist schließlich nur eine Frage des Sponsorengeldes. Was ebenfalls funktioniert, ist der Speedway. Trotzdem will man am 8. April die ChampCar-Serie auf einem Straßenkurs im Stadtzentrum antreten lassen - ein Novum für Las Vegas, das 1981 und 1982 Formel-1-Rennen auf einem Casino-Parkplatz ausgerichtet hatte.

Hier ein Überblick über die Versuche, in der Millionen-Metropole Teams aus den Mannschaftssportarten anzusiedeln. Die Liste zeigt, dass es nicht immer nur an Las Vegas liegt, wenn es nicht funktioniert. Die Stadt scheint traditionell gerne bei Projekten mitzumachen, die nur wenig Aussichten auf Erfolg haben. Das muss an der Zockermentalität liegen. Las Vegas ist zwar inzwischen eine ziemlich große Stadt (1,9 Millionen Einwohner), aber ihr fehlt ein Speckgürtel, der in anderen Teilen des Landes die Sportveranstalter übers Fernsehen mitstützt. So steht man nur auf Platz 51 der amerikanischen Fernsehmärkte, noch hinter Hartford und Albuquerque.

Las Vegas Thunder, 1993 bis 1999, spielte in der International Hockey League als Farm Team für Clubs wie Phoenix Coyotes in der NHL und Lokomotive Jaroslawl in der russischen Super League. Das Thomas and Mack Center mit einer Kapazität von 17 000 Zuschauern war zu groß. Der Club wurde dicht gemacht, als die Liga einpackte.

Las Vegas Wranglers, 2004 bis heute, spielt in der ECHL (früher mal Eastern Hockey League genannt), zwei Stufen unter der National Hockey League als Farm Team für die Calgary Flames (NHL) und die Omaha Ak-Sar-Ben Knights in der American Hockey League.

Las Vegas 51s, eine Namensneuschöpfung des örtlichen AAA-Baseball-Teams, nachdem es aus dem Farm-Team-System der San Diego Padres ausscherte und in das der Los Angeles Dodgers wechselte. Die Mannschaft geht in zwei Monaten in ihre 25. Saison. Es hatte vorher immer wieder Versuche gegeben, Minor League Baseball in der Stadt zu installieren, aber das war immer wieder nach kurzer Zeit gescheitert. Sicher auch wegen des Wetters. Auch wenn in der Sommerhitze in der Wüste die meisten Spiele abends ausgetragen werden, hat man es schwer den klimaanlagenverwöhnten Bewohnern der Metropole einen Besuch im Stadion schmackhaft zu machen. Das Team kommt urprünglich aus Spokane, einer Stadt im Osten des Bundessstaats Washington. Es wurde 1982 verpflanzt.

Las Vegas Posse, eines der schlechtesten Teams, die je in der Canadian Football League mitgemischt haben. Die Verantwortlichen für das Spiel mit den etwas anderen Regeln, das im Nachbarland im Norden praktiziert wird, hatten in den neunziger Jahren einen Blick über die Grenze geworfen, und fühlten sich stark, ähnlich zu expandieren wie Major League Baseball und die NBA, die Teams in Toronto haben. Die Posse spielte nur einen Sommer (1994). Ein Versuch, den Club nach Mississippi zu verlagern, scheiterte.

Las Vegas Outlaws gehörte zur XFL, dem Versuch von Wrestling-Unternehmer Vince McMahon und dem Fernsehsender NBC, im Jahr 2001 eine Pseudokonkurrenz zur NFL auf die Beine zu stellen. Das Experiment wurde nach einer Saison beendet. Immerhin: Die Liga hatte höhere Einschaltquoten als die NHL.

Las Vegas Gladiators, ein Club der amerikanischen Arena Football League, der seit 2001 in der Stadt zu Hause ist, nachdem Investoren die Überbleibsel einer Franchise in New Jersey kauften und transferierten. Arena Football hat sich in den USA im Laufe der Zeit neben der NFL etablieren können, da der Spielplan jede Kollision vermeidet.

Las Vegas Strikers, 2003 gegründet und Mitglied der National Premier Soccer League (NPSL), die vierte Liga im amerikanischen Fußball. Das Team ist ein fernes Echo der Las Vegas Dustdevils, die zwischen 1993 und 1997 in der Continental Indoor Soccer League antraten. Das Problem: die Liga fiel im Streit unterschiedlicher Interessen auseinander.

16. Februar 2007

Las Vegas gibt sich imagebewusst: Polizeieinsatz vor dem NBA-Besuch

In Las Vegas weiß man, was diese Woche auf dem Spiel steht: ein sauberes Image. Denn mehr als 1000 Journalisten sind eingeflogen, um über das NBA-All-Star Weekend zu berichten. Da können selbst kleine Zwischenfälle rasch zu großen Schlagzeilen aufgepumpt werden. Die Polizei strengte sich deshalb vorsorglich vorher richtig an: Eine Operation Slam Dunk wurde ausgerufen und alle möglichen dunklen Figuren vorsichtshalber arrestiert: untergetauchte Drogenhändler, Besitzer von illegalen Metamphetamin-Küchen, Waffenhändler mit Dreck am Stecken und Leute, auf die ein Haftbefehl wegen Körperverletzung ausgestellt war. Die Ordnungsbehörden hatten das Gefühl, dass die Aktion erfolgreich war. Sicher, wenn man die meiste Zeit auf der faulen Haut liegt und die Verbrecher frei herumlaufen lässt, dann begegnet man ihnen irgendwann auf Schritt und Tritt und kann sie viel leichter verhaften. Der Ortssender KLAS berichtete am 13, Februar, dass bereits 140 Leute eingebuchtet worden waren. Sobald die NBA wieder abgereist ist, wird man in Las Vegas wohl wieder auf den normalen Gang runterschalten. Ist ja schließlich anstrengend, dieses ständige Fangen von Leuten, die sich nicht an die Gesetze halten.