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14. Juli 2008

Der Klingelbeutel: Wir nennen sie eine Gal-ionsfigur

Der ehemalige Baunternehmer Dieter Esch, der in seiner weit zurückliegenden Vergangenheit mal wegen Betrugs in Tateinheit mit Konkursverschleppung im Gefängnis saß, probiert seit Jahren die New Yorker Model-Agentur Wilhemina in die erste Reihe zu bugsieren. Das ist mit den klassischen Gesichtern für das Mode- und Kosmetikgeschäft nie gelungen. Eine neue Initiative läuft nun über die Sportschiene. Nachdem man den berühmten und geschäftlich unerhört kregelen Golf-Trainer Deavid Leadbetter (Michelle Wie, Trevor Immelman und andere) von IMG loseisen konnte, angelte man sich ein paar weniger bekannte Gesichter auf der LPGA-Tour und nannte die Gruppe die Wilhelmina 7. "Wir haben diese Initiative entwickelt, um ein Loch im Markt für schöne und sportlich talentierte Golferinnen zu füllen", erklärte Esch in der offiziellen Presseerklärung. Zu den Auserwählten gehört auch die deutsche Spielerin Sandra Gal, die von Esch für die erste Kampagne in einen Bikini gesteckt wurde. Die anderen Bilder von ihr und restlichen sechsen gibt es hier.
• Die Meldung, dass Präsidentschaftskandidat Barack Obama seine Wahlkampfkampagne auf den Sprint Cup ausdehnt, kam zu früh. Ein Sprecher dementierte die Geschichte in Sports Illustrated, die wir allzu eilig zitiert hatten.
• Es dauert immer eine Weile, bis die Persönlichkeitsmerkmale von erfolgreichen Sportlern durchschimmern. Die der 41jährigen Schwimmerin Dara Torres hat ihr Ex-Ehemann angedeutet und dabei eine hübsche Sottise verraten. Zwischen den beiden ist sozusagen viel Chlor im Wasser. Warum? Der Mann, dem die Scheidung zuzuschreiben ist und der Vater ihrer zweijährigen Tochter, war der Arzt, der Torres und ihrem Gatten vergeblich dabei geholfen hatte, schwanger zu werden. Nachtrag: Zu der Frage, was die Schwimmerin genommen haben könnte, um sich auf Olympianiveau zu trimmen, gibt es in diesem älteren Post einen hochinteressanten Kommentar von Laborant, der Argumente nennt, die für Wachstumshormone sprechen.

19. November 2007

Der Klingelbeutel: Meineid, Deineid, Seineid

Nachdem die Staatsanwaltschaft von San Francisco Anklage gegen den Baseballprofi Barry Bonds wegen Meineid erhoben hat, lohnt es sich, den Scheinwerfer auf den Ermittler zu richten, der seit mehreren Jahren den BALCO-Fall auf allen Haupt- und Nebengeleisen vorangetrieben hat. Da wir das bereits im Jahre 2004 in der FAZ getan haben, fällt es etwas schwer, das alles noch mal zu wiederholen. Also hier dann ein Blick auf die aktuelle Geschichte in der New York Times. Sie bringt ein seltendes Foto von jenem Strafverfolger, der Marion Jones und Victor Conte und vielen anderen unerbittlich nachgesetzt hat.

Hinreichend bekannt unter Leuten, die den amerikanischen Sport verfolgen: Der Fluch, den jemand vefällt, wenn er auf dem Titel der Zeitschrift Sports Illustrated aufgetaucht ist. Und der Madden Curse, der etwas mit dem populären Football-Videospiel zu tun hat. Jetzt neu: Die geschäftsschädigende Wirkung der anspruchsvollen Zeitschrift The New Yorker, die neulich den mächtigen Baseball-Agenten Scott Boras in einem wirklich lebenswerten Porträt ausleuchtete. Der Autor hatte Zeit und Zugang. Nun feuerte der Pitcher Kenny Rogers Boras und beschloss, Vertragsserhandlungen alleine zu führen. Und auch sein prominentester Mandant - Alex Rodriguez oder auch A-Rod genannt - marschiert auf eigenen Wegen.

Das war kein gutes Wochenende für Boston: die Fußballer von New England Revolution haben die Meisterschaft verpasst. Und die bislang ungeschlagenen Celtics aus der NBA mussten die erste Niederlage hinnehmen. Angesichts der vorausgegangenen Erfolgsserien (noch intakt: der streak der Patriots in der NFL) und der Meisterschaft der Boston Red Sox werden plötzlich junge Republikaner ganz hibbelig. Einer glaubt: Präsidentschaftskandidat Mitt Romney (war bisher Gouverneur in Massachusetts, davor Chef des Organisationskomitees der Olympischen Spiele von Salt Lake City) habe demnach ebenfalls die besten Karten, um die Vorwahlen zu gewinnen, die im Januar beginnen. Kann schon sein. Der bislang populärste Konkurrent in seiner Partei, der ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani, hat noch sehr viele Probleme vor sich. Und dass der angebliche lebenslange Yankees-Fan neulich erklärte, er halte den Red Sox bei der World Series die Daumen, hat seine Populariät auch nicht befördert. Dafür wurde er als eindeutiger Opportunist geoutet.

18. Dezember 2006

NBA-Agenten: Die Melker mit den kalten Händen

Die Bloggerkollegen von Hoops Hype haben eine Liste zusammengestellt, die die Spieleragenten danach einordnet, wieviel Geld ihre Basketball spielenden Klienten verdienen. Wenn man so will: eine Liste, die Macht und Einfluss von einem Typus von Einflussnehmer dokumentiert, der gerne im Schatten des Geschäfts engagiert ist. Nummer eins ist Arn Tellem. Der Michael-Jordan-Förderer und Mann hinter der Allen-Iverson-Vermarktung David Falk ist nur auf Platz acht. Sicher auch deshalb, weil Iverson schon länger nicht mehr mit ihm zusammenarbeitet. Ebenfalls notiert: Holger Geschwindner auf Rang 30, der nur einen Kunden in der NBA betreut - den hinlänglich bekannten Dirk Nowitzki.

Das Vorzügliche an der Aufstellung sind die detaillierten Informationen, die man mit einem Click der Agentennamen findet. Was sie nicht bietet - und das wäre ein bisschen viel verlangt - ist die Info darüber, an wen die Topmelker im Laufe der Zeit einen Teil ihrer unzufriedenen Cash-Kühe verloren haben. So war Tellem früher mal der Mann hinter Shaquille O'Neal, der unter anderem auch die erste Autobiographie und die ersten Werbevertäge einfädelte. Die Beziehung ging irgendwann in die Brüche.

Nun will sicher jeder gerne wissen, wieviel Prozent von den genannten Summen ein Agent verdient. Da es sich nur um Spielergehälter handelt, liegt die Courtage eher niedrig. Die Spielergewerkschaft gestattet nur einen Anteil von maximal 4 Prozent der ausgehandelten Summe. Das eigentliche Geld verdienen Agenten bei Verträgen mit Werbepartnern und Sponsoren. Da sind 20 Prozent üblich.