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5. November 2008
Harlem feiert
Wir waren mitten Harlem, als die Fernsehsender die Nachricht brachten, dass Barack Obama die Wahl gewonnen hat. Tausende strömten in die Straßen. Hupkonzerte. Zusammenbrechender Verkehr rund um die Public-Viewing-Zone an der 125th Street. Der (schwarze und blinde) Gouverneur des Staates New York hält eine Rede und erinnert an die Geschichte der afrikanischen Sklaven und an den Kampf gegen Diskriminierung. Für McCains Ansprache aus Phoenix interessieren sich nur wenige. Als Sarah Palin auf der Leinwand auftaucht, wird gebuht. Um Mitternacht steht Barack Obama in Chicago auf der Bühne. Da sind in New York inzwischen fast so viele Leute auf den Beinen wie bei dem kommenden Mann. Harlem, wo einst zum ersten Mal eine bemerkenswerte urbane schwarze Kultur entstand, weiß, was die Stunde geschlagen hat.
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4. November 2008
Wahltag
Obwohl viele Umfragen den Ausgang der heutigen Präsidentschaftswahl als klare Angelegenheit voraussagen und kein ernsthafter Demoskop John McCain vorne hat, darf man davon ausgehen, dass die Sache ziemlich knapp wird. Das liegt an der Grundstimmung in den USA, wo es ein ziemlich großes Stammpublikum für die politischen Phantasien einer Ausbeutungsphilosophie gibt, die in vielen anderen Ländern überwunden wurde.
Grob gesagt geht das Problem auf die Zeit zurück, als sich die Farmer und Plantagenbesitzer der 13 Kolonien an der Ostküste von der britischen Krone lossagten und sich im Blick nach vorn zwar von den progressiven Prinzipien Freiheit und Gleichheit leiten ließen. Solidarität jedoch – die dritte große Idee der französischen Revolution (fraternité) – stand nicht auf dem Zettel. Auch das Konzept von Gleichheit galt anfänglich nur beschränkt. Sklaverei? Kein Problem. Die Staatsgründer hatten schließlich selber welche. Indianer? Kein Problem. Kann man massakrieren und vertreiben.
Im Laufe von 200 Jahren, in denen sich die USA über den gesamten Kontinent ausdehnten, einen blutigen Bürgerkrieg um die Macht im Staat ausfochten und in mehreren Phasen Millionen von weißen Einwanderern aus landwirtschaftlich geprägten Schwerpunktländern in Europa in den Industrialisierungsprozess integrierten, produzierte die Dynamik der realpolitischen amerikanischen Innenpolitik zwar Anpassungen an eine konsequentere Vorstellung der Menschenrechte, aber der ganz reale Rassismus wurde nie ausradiert. Er ist noch heute eine der Quellen für den Anti-Obama-Wahlkampf.
Obama benutzt zwar nicht die Vokabel "Solidarität", aber in seinem Sensorium existiert zumindest eine Vorstellung davon, warum eine funktionierende Gesellschaft ein Minimum an einer über zentrale Regierungen gesteuerten Umverteilung des erwirtschafteten gesellschaftlichen Ertrags braucht. Und zwar weniger als ethischer Imperativ (wie ihn Religionsgemeinschaften sehen, die sich denn auch in den USA intensiv im karitativen Bereich engagieren), sondern als simple Rechenaufgabe. Eine Nation, die nicht in die Bedürfnisse der Schwächeren investiert und ihre Lebensverhältnisse verbessert, produziert ein schlechteres wirtschaftliches Gesamtresultat.
Es gibt in den Vereinigten Staaten mehr als nur ein bizarres Beispiel für solche Fehlsteuerungen: Das Gesundheitswesen, das pro Kopf sehr viel mehr kostet als das aller anderen Länder, aber in den Statistiken, die wirklich zählen, weit zurückliegt – Kindersterblichkeit und Lebenserwartung. Ein weiteres Beispiel: Etwa 2 Millionen Amerikaner sitzen im Gefängnis, ein Prozentsatz, der dem totalitär geführter Nationen entspricht. Die Kosten für den Unterhalt der Insassen (inklusiver ärztlicher Versorgung) und der Produktionsverlust für die gesamte Gesellschaft ist exorbitant. Dazu kommt ein Bildungswesen, das zwar an der Spitze ein paar Glitzer-Institutionen vorweisen kann (Ivy League, MIT etc.), aber unter der Decke eine verblüffende Realität verharmlost. Rund ein Drittel aller Schüler verlässt die High School vor dem Abschluss und hat (anders als etwa in Deutschland) nur wenige Möglichkeiten das Versäumte später nachzuholen. Wer ins College gehen will, muss sich aufgrund der enormen Studiengebühren ganz beachtlich verschulden. Das System hat zwar im Laufe der Jahrzehnte immer wieder enorme Entwicklungsschübe produziert (Flugzeug- und Weltraumtechnologie, Computer, Biotechnologie), aber die fanden in einer Zeit statt, in der China kein Wirtschaftsfaktor war. Im nächsten Jahr wird das Milliardenland die USA in einer Kategorie den ersten Platz abgeben, den es mehr als hundert Jahre inne hatte: nationale Industrieproduktion.
Man darf davon ausgehen, dass John McCain von all diesen Dingen nicht nur nichts versteht, sondern sich auch nicht dafür interessiert. Er hat eine reiche Frau und acht oder mehr Wohnungen und Häuser. Seine Rhetorik verrät einen kindlichen Optimismus, wonach ein stark verschuldetes Land mit enormen sozialen Lasten auch ohne eine kompetente Regierung in der Lage sein wird, für die Wohlfahrt seiner Bürger zu sorgen. Nach dem Motto: Steuern senken, Staatsausgaben senken, der Rest kommt von alleine. Man darf auf der anderen Seite davon ausgehen, dass sich Barack Obama nicht nur mit solchen Fragen beschäftigt hat, sondern den Willen besitzt, sie auch anzupacken.
Dass ein schwarzer Politiker Präsident werden kann und vermutlich auch wird, zeigt jenseits der rein symbolischen Bedeutung, wie sehr die Karre im Dreck sitzt und wie sehr die alte regierende Kaste versagt hat. Die USA brauchen dringend Leute an der Spitze, die ihre Intelligenz auf etwas anderes verwenden, als sich auf Kosten der Mehrheit zu bereichern und dies dieser Mehrheit als große politische Errungenschaft zu verkaufen. Obama wird nicht das ganze Land umbauen können, aber vermutlich neue Schwerpunkte in der Aufarbeitung der angehäuften Probleme setzen. Heute abend wissen wir noch nicht, ob das auch passsiert. Aber wir werden wissen, wer gewonnen hat. Und das ist auch schon etwas wert. Vor allem in einem Land, das bereits beim Ausrichten einer demokratischen Grundübung wie dem Wählen ihrer Repräsentanten nicht ordentlich zu zählen versteht. (Remember 2000 und Florida?)
Grob gesagt geht das Problem auf die Zeit zurück, als sich die Farmer und Plantagenbesitzer der 13 Kolonien an der Ostküste von der britischen Krone lossagten und sich im Blick nach vorn zwar von den progressiven Prinzipien Freiheit und Gleichheit leiten ließen. Solidarität jedoch – die dritte große Idee der französischen Revolution (fraternité) – stand nicht auf dem Zettel. Auch das Konzept von Gleichheit galt anfänglich nur beschränkt. Sklaverei? Kein Problem. Die Staatsgründer hatten schließlich selber welche. Indianer? Kein Problem. Kann man massakrieren und vertreiben.
Im Laufe von 200 Jahren, in denen sich die USA über den gesamten Kontinent ausdehnten, einen blutigen Bürgerkrieg um die Macht im Staat ausfochten und in mehreren Phasen Millionen von weißen Einwanderern aus landwirtschaftlich geprägten Schwerpunktländern in Europa in den Industrialisierungsprozess integrierten, produzierte die Dynamik der realpolitischen amerikanischen Innenpolitik zwar Anpassungen an eine konsequentere Vorstellung der Menschenrechte, aber der ganz reale Rassismus wurde nie ausradiert. Er ist noch heute eine der Quellen für den Anti-Obama-Wahlkampf.
Obama benutzt zwar nicht die Vokabel "Solidarität", aber in seinem Sensorium existiert zumindest eine Vorstellung davon, warum eine funktionierende Gesellschaft ein Minimum an einer über zentrale Regierungen gesteuerten Umverteilung des erwirtschafteten gesellschaftlichen Ertrags braucht. Und zwar weniger als ethischer Imperativ (wie ihn Religionsgemeinschaften sehen, die sich denn auch in den USA intensiv im karitativen Bereich engagieren), sondern als simple Rechenaufgabe. Eine Nation, die nicht in die Bedürfnisse der Schwächeren investiert und ihre Lebensverhältnisse verbessert, produziert ein schlechteres wirtschaftliches Gesamtresultat.
Es gibt in den Vereinigten Staaten mehr als nur ein bizarres Beispiel für solche Fehlsteuerungen: Das Gesundheitswesen, das pro Kopf sehr viel mehr kostet als das aller anderen Länder, aber in den Statistiken, die wirklich zählen, weit zurückliegt – Kindersterblichkeit und Lebenserwartung. Ein weiteres Beispiel: Etwa 2 Millionen Amerikaner sitzen im Gefängnis, ein Prozentsatz, der dem totalitär geführter Nationen entspricht. Die Kosten für den Unterhalt der Insassen (inklusiver ärztlicher Versorgung) und der Produktionsverlust für die gesamte Gesellschaft ist exorbitant. Dazu kommt ein Bildungswesen, das zwar an der Spitze ein paar Glitzer-Institutionen vorweisen kann (Ivy League, MIT etc.), aber unter der Decke eine verblüffende Realität verharmlost. Rund ein Drittel aller Schüler verlässt die High School vor dem Abschluss und hat (anders als etwa in Deutschland) nur wenige Möglichkeiten das Versäumte später nachzuholen. Wer ins College gehen will, muss sich aufgrund der enormen Studiengebühren ganz beachtlich verschulden. Das System hat zwar im Laufe der Jahrzehnte immer wieder enorme Entwicklungsschübe produziert (Flugzeug- und Weltraumtechnologie, Computer, Biotechnologie), aber die fanden in einer Zeit statt, in der China kein Wirtschaftsfaktor war. Im nächsten Jahr wird das Milliardenland die USA in einer Kategorie den ersten Platz abgeben, den es mehr als hundert Jahre inne hatte: nationale Industrieproduktion.
Man darf davon ausgehen, dass John McCain von all diesen Dingen nicht nur nichts versteht, sondern sich auch nicht dafür interessiert. Er hat eine reiche Frau und acht oder mehr Wohnungen und Häuser. Seine Rhetorik verrät einen kindlichen Optimismus, wonach ein stark verschuldetes Land mit enormen sozialen Lasten auch ohne eine kompetente Regierung in der Lage sein wird, für die Wohlfahrt seiner Bürger zu sorgen. Nach dem Motto: Steuern senken, Staatsausgaben senken, der Rest kommt von alleine. Man darf auf der anderen Seite davon ausgehen, dass sich Barack Obama nicht nur mit solchen Fragen beschäftigt hat, sondern den Willen besitzt, sie auch anzupacken.
Dass ein schwarzer Politiker Präsident werden kann und vermutlich auch wird, zeigt jenseits der rein symbolischen Bedeutung, wie sehr die Karre im Dreck sitzt und wie sehr die alte regierende Kaste versagt hat. Die USA brauchen dringend Leute an der Spitze, die ihre Intelligenz auf etwas anderes verwenden, als sich auf Kosten der Mehrheit zu bereichern und dies dieser Mehrheit als große politische Errungenschaft zu verkaufen. Obama wird nicht das ganze Land umbauen können, aber vermutlich neue Schwerpunkte in der Aufarbeitung der angehäuften Probleme setzen. Heute abend wissen wir noch nicht, ob das auch passsiert. Aber wir werden wissen, wer gewonnen hat. Und das ist auch schon etwas wert. Vor allem in einem Land, das bereits beim Ausrichten einer demokratischen Grundübung wie dem Wählen ihrer Repräsentanten nicht ordentlich zu zählen versteht. (Remember 2000 und Florida?)
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1. November 2008
Obama und die Formel 1
Man muss es den Briten lassen: Sie geben nie ganz auf. Selbst wenn eine alte Kolonie seit mehr als 200 Jahren auf eigenen Beinen steht und dem Imperium von einst seit mehr als hundert Jahren wirtschaftlich eine Nase dreht. Sie sind immer irgendwie involviert. Und sei es nur mit einer Sottise, die auf einer seltsamen statistischen Parallelle beruht. Aktuell: Die Londoner Times sieht eine Verbindung zwischen dem zu erwartenden Sieg von Barack Obama bei den Wahlen am Dienstag und den Formel-1-Rennfahrern von der Insel. Man weiß bei dem Stück allerdings nicht gleich, ob es ein satirischer Hieb Richtung Amerika ist oder einer gegen die eigenen Piloten, die genauso selten Grand-Prix-Weltmeister werden wie die Demokraten das Weiße Haus gewinnen. Hat Hamilton das Zeug für den Titel?
7. Oktober 2008
LeBron an Fans in Ohio: "Gehe nirgendwohin"
LeBron James ist in Ohio aufgewachsen und spielt in Cleveland, der schwer angenagten Wirtschaftsmetropole am Lake Erie und größten Stadt im Bundesstaat. Bisweilen macht er die Fans nervös. Die würden zwar nie auf die Idee kommen, dass er demnächst nach China auswandert, weil dort zahlenmäßig betrachtet die meisten Fanartikel-Verbraucher der NBA wohnen. Aber dass er den Verlockungen von New York nicht standhalten kann und irgendwann zu den Knicks wechselt. James hat das jetzt auf seine Art dementiert, im besten Ebonics-Ghetto-Duktus: "I ain't goin' nowhere", sagte er bei einer Veranstaltung. Sein Auftritt hatte eine politische Dimension: Er will helfen, Wähler zu moblisieren und für change zu stimmen. Wir nehmen mal an, dass er damit nicht "Kleingeld" meint und auch nicht das Wortgeklingel von John McCain und der kessen Deern an seiner Seite. Er erwähnt zwar den Namen des Basketballers Barack Obama in seiner kurzen Ansprache nicht. Aber seine Einschätzung der beiden Kandidaten sollte klar sein. Sonst hätte er nicht 20.000 Dollar an die Adresse des Demokraten gespendet. Wahrlich kein Kleingeld.
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31. August 2008
Ausgerechnet Alaska
In der Karriere von Sarah Palin gab es mehrere Zwischenstopps, die eigentlich nirgendwohin führten. Und trotzdem wurde sie von einer unsichtbaren Hand in eine Richtung gelenkt: zuerst in die Politik, dann in das Amt des Gouverneurs ihres Heimatstaates Alaska, und nun an die Seite des 72jährigen John McCain, der sich um das Amt des amerikanischen Präsidenten bewirbt. Am Freitag wurde die 44jährige offiziell vorgestellt. Wenn McCain gewinnt und während der nächsten Wahlperiode stirbt (beides nicht ausgeschlossen), übernimmt sie den Staffelstab und zieht ins Weiße Haus. Da möchte man doch wissen, welches Hintergrundwissen sie mitbringt. Wer hätte gedacht? Die Frau, die mal Ambitionen als Schönheitskönigin hatte, beschäftigte sich dereinst doch tatsächlich auch mit Sport. Und zwar journalistisch im Rahmen eines Jobs für einen örtlichen Fernsehsender. Nur falls sich jemand für die Proportionen interessiert: Alaska ist riesig, extrem riesig. Einsam, oder besser: extrem einsam. Und die meiste Zeit auch noch extrem dunkel. Viele Menschen reizt so etwas nicht. In Alaska leben nicht mehr als in Dortmund.
via Deadspin
Damit die Optik stimmt, wird im Umfeld von Palin natürlich ständig gefönt. Nicht nur an den langen Haaren, die die fünffache Mutter neuerdings gerne hochschürzt. Sondern auch an ihrem Wikipedia-Eintrag. Die intensive Manipulation begann bereits Stunden vor der offiziellen Präsentation am Freitag.
Nachtrag: YouTube hat das Video gelöscht. Deadspin hat es deshalb selber hochgeladen.
via Deadspin
Damit die Optik stimmt, wird im Umfeld von Palin natürlich ständig gefönt. Nicht nur an den langen Haaren, die die fünffache Mutter neuerdings gerne hochschürzt. Sondern auch an ihrem Wikipedia-Eintrag. Die intensive Manipulation begann bereits Stunden vor der offiziellen Präsentation am Freitag.
Nachtrag: YouTube hat das Video gelöscht. Deadspin hat es deshalb selber hochgeladen.
28. August 2008
Damals nur ein Traum
Gleich live der Abschluss des Parteitags der Demokraten: Barack Obama in einem Football-Stadion in Denver vor ungefähr 70.000 Zuschauern, wo er die Rede hält, mit der der Wahlkampf richtig in Fahrt kommt. Viele Kommentatoren sehen sich veranlasst, an diesem Tag an den 28. August vor 45 Jahren zu erinnern, als Martin Luther King auf den Stufen des Lincoln Memorial in Washington seine berühmte Rede hielt, die als I have a dream speech in die Geschichte einging. King erinnerte damals vor hunderttausenden von Demonstranten daran, dass hundert Jahre nach Abschaffung der Sklaverei in den USA de facto in vielen Teilen des Landes, insbesondere im Süden, von Gleichberechtigung nicht die Rede sein konnte. Rassentrennung war an der Tagesordnung. Schwarze wurden aktiv bedroht und behindert, wenn sie versuchten zu wählen. Ihre wirtschaftliche Lage war elend. Es gab erste Versuche seitens der Kennedy-Regierung, mit Hilfe von Armeeeinheiten die Öffnung der Schulen durchzusetzen, die ein Jahrzehnt vorher durch eine Entscheidung des Supreme Court dekretiert worden war. Dies ist das Video-Dokument von damals:
Hier kann man den Text nachlesen.
Ein Kommentator der Baltimore Sun hat noch einen weiteren Jahrestag ausgegraben, der zu diesem Thema passt: Der 28. August 1945 ist der Tag, an dem der schwarze Baseballprofi Jackie Robinson den Mann traf, der ihn später bei den Brooklyn Dodgers als ersten dunkelhätuigen Athleten in eine Profimannschaft aufnahm. Damals spielten die schwarzen Baseballspieler in der sogenannten Negro League vor schwarzem Publikum.
Hier kann man den Text nachlesen.
Ein Kommentator der Baltimore Sun hat noch einen weiteren Jahrestag ausgegraben, der zu diesem Thema passt: Der 28. August 1945 ist der Tag, an dem der schwarze Baseballprofi Jackie Robinson den Mann traf, der ihn später bei den Brooklyn Dodgers als ersten dunkelhätuigen Athleten in eine Profimannschaft aufnahm. Damals spielten die schwarzen Baseballspieler in der sogenannten Negro League vor schwarzem Publikum.
14. Juli 2008
Der Klingelbeutel: Wir nennen sie eine Gal-ionsfigur
• Die Meldung, dass Präsidentschaftskandidat Barack Obama seine Wahlkampfkampagne auf den Sprint Cup ausdehnt, kam zu früh. Ein Sprecher dementierte die Geschichte in Sports Illustrated, die wir allzu eilig zitiert hatten.
• Es dauert immer eine Weile, bis die Persönlichkeitsmerkmale von erfolgreichen Sportlern durchschimmern. Die der 41jährigen Schwimmerin Dara Torres hat ihr Ex-Ehemann angedeutet und dabei eine hübsche Sottise verraten. Zwischen den beiden ist sozusagen viel Chlor im Wasser. Warum? Der Mann, dem die Scheidung zuzuschreiben ist und der Vater ihrer zweijährigen Tochter, war der Arzt, der Torres und ihrem Gatten vergeblich dabei geholfen hatte, schwanger zu werden. Nachtrag: Zu der Frage, was die Schwimmerin genommen haben könnte, um sich auf Olympianiveau zu trimmen, gibt es in diesem älteren Post einen hochinteressanten Kommentar von Laborant, der Argumente nennt, die für Wachstumshormone sprechen.
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3. Januar 2008
Peyton Manning hat ein Herz für Politik
Ach, ja, Geld: Auch Sportler und Sportmanager haben den Kandidaten Geld gespendet. Und da solche Akte der politischen Willensbildung auf Listen auftauchen, kann man das dann hinterher auch nachlesen. Die Arbeit, die Informationen zusammenzutragen, hat sich der Blog Deadspin gemacht, was wir sehr löblich finden:
Wer die Zahlen wissen will, sollte dort weiterlesen. Hier nur Auszüge aus der Liste der Spender und Empfänger:
Republikanische Partei
Rudy Giuliani: George Steinbrenner, Brian France, Jeff Gordon, Alex Rodriguez.
• John McCain: Roger Goodell, Jerry Reinsdorf, Jerry Jones, Robert Kraft, George Bodenheimer.
• Mitt Romney: Robert Kraft, Vin Scully.
• Fred Thompson: Peyton Manning.
Demokratische Partei
Hillary Clinton: David Stern, Maloof Brothers, James Dolan.
• Chris Dodd: Bud Selig, Dick Ebersol, George Bodenheimer, Jim Calhoun.
• John Edwards: Scott Boras.
• Barack Obama: Juanita Jordan, Jerry Reinsdorf, Stephon Marbury, Emmitt Smith, Phil Jackson.
Interessant: die Doppelspender Bodenheimer (ESPN-Chef), Reinsdorf (Bulls- und White-Sox-Besitzer) und Kraft (Eigentümer der New England Patriots). Die würden wahrscheinlich im Casiono auch auf einfache Chance setzen, um bloß nichts zu verlieren.
22. August 2007
Ein Kandidat mit einer sportlichen Vergangenheit
Mr. Stone Mountain von der Washington Post macht gerade Blogger-Ferien, aber hat vor seiner Reise noch ein hübsches Souvenir aus den Archiven auf seine Seite gestellt: Barack Obama, aussichtsreicher Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei und US-Senator aus Chicago, bei einer Darbietung seines Könnens als junger Basketballspieler in den siebziger Jahren (mit der Nummer 23 noch ehe Michael Jordan sie weltberühmt machte und von David Beckham für gut befunden wurde). Für die Profis reichte sein Können nicht. Da fällt einem nicht nur unweigerlich der ehemaligen New-York-Knicks-Profi Bill Bradley ein, der vor sieben Jahren nach einer erfolgreichen Zeit als Senator in Washington für das Weiße Haus kandidierte und bei den Vorwahlen der Demokraten gegen Al Gore den Kürzeren zog. Sondern man denkt - nicht zum ersten Mal - über die verblüffende Karriereachse zwischen Sport und Politik in den USA nach. Das letzte Beispiel, das Beachtung fand, war der vor kurzem verstorbene Ex-Präsident Gerald Ford, ein erfolgreicher College-Footballspieler. Man fragt sich dann aber auch: Wie sportlich war eigentlich Angela Merkel, die jetzt immer in den Fußballstadien herumlungert, wenn die Nationalmannschaft spielt? Und man denkt: Angie wurde sicher immer früh beim Völkerball rausgeballert und musste etwas richtiges lernen, um es im Leben zu etwas zu bringen.
Blick zurück: Der Kandidat und Gilbert Arenas
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