Man kann aus der Ferne nur schwer beurteilen, ob ein Mann wie Bill Parcells eine Footballmannschaft durch Handauflegen besser macht. Aber der Verdacht liegt nahe. Wer hätte annehmen dürfen, dass die Miami Dolphins nach einer jahrelangen Phase des dunkelschweren Grauens mit zahllosen Experimenten auf der Head-Coach-Position, sich ohne große Probleme für die NFL-Playoffs qualifizieren? Und dabei die New England Patriots (einst eine Parcells-Baustelle) aus dem Rennen werfen und die New York Jets alt aussehen lassen (ebenfalls vormals eine Parcells-Baustelle). Der Executive Vice President of Football Operations hatte zwischendurch schon häufiger so getan, als habe er keine Lust mehr auf die stresshaltige Arbeit im Umfeld von NFL-Teams, aber dann nach der letzten Episode bei den Dallas Cowboys doch noch mal für 12 Millionen Dollar einen mehrjährigen Vertrag in Florida unterschrieben. Nun scheint er mal wieder mit irgendetwas unzufrieden zu sein. Sonst würde wohl in diesen Tagen nicht durchsickern, dass er damit liebäugelt, mal wieder alles stehen und liegen zu lassen und zu gehen. Der Grund: Er hat angeblich eine Klausel im Vertrag, die im Fall eines Verkaufs der Dolphins zum Tragen kommt. Dass er Miami verlässt, während alle Zeichen auf Erfolg stehen, mag man sich gar nicht vorstellen. Aber Parcells scheinen solche Begleitumstände nicht zu interessieren. Er würde im Handumdrehen woanders wieder einen Job bekommen. Für mehr Geld, no less.
Blick zurück: Der große Thunfisch bei den Delphinen
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29. Dezember 2008
17. Januar 2008
Der Klingelbeutel: Die Fetisch-Liga und ihre News vor dem Super Bowl
Und was beschäftigt da die Leute?
...dass Randy Moss von den New England Patriots, der beste Wideout der Liga, womöglich in Florida eine Freundin vertrimmt hat und sie nun eine gerichtliche Anordnung gegen ihn erwirkt hat, dass er nicht in ihre Nähe darf und keine Waffe tragen. Böser Moss, haben wir das nicht immer schon geahnt? Er bestreitet.
...dass Pacman Jones, Cornerback der Tennessee Titans, der im letzten Frühjahr einer größeren Öffentlichkeit zum Begriff wurde, weil er am Rande des NBA-All-Star-Wochenendes in Las Vegas in eine Schießerei verwickelt war, nicht in jedem Strip-Club, den er besucht, für jeden Zwischenfall verantwortlich gemacht wird. Oder zumindest höchstens im ersten Moment. Ein Reflex der Betroffenen sozusagen. Böser Pacman, eben.
...dass Osi Umenyiora von den New York Giants Vorlieben für Sexualpraktiken haben könnte, die in Pornokreisen gerne mit dem Fetisch-Etikett beklebt werden. Wobei die Behauptung von jemandem anonym im Blog-Format aufgestellt wurde. Und Osi den Leuten, die es weiter verbreitet haben, erklärt hat, er kenne die Person gar nicht. Was doppelt kurios ist. Denn niemand weiß, wer die Frau ist. Und zu den Sexualpraktiken sagt er gar nichts.
...dass man die Sache zwischen Jessica Simpson und Cowboys-Quarterback Tony Romo wirklich mal von einer anderen Seite aus betrachten sollte. Von ihrer. Warum? Weil ihr Ex-Freund sie so nett in Erinnerung behalten hat und sie zumindest in einem Bereich extrem verteidigt: Diese Frau lebt, atmet, fühlt Texas so intensiv wie niemand. Sagt er hier.
Man könnte also denken, dass rund um die NFL die Beziehung zwischen Frauen und Football-Profis an solchen Tagen das zentrale Thema ist. Aber halt: Es gibt auch noch so etwas:
Tony Dungy, der durchgeistigte Coach der Indianapolis Colts nach der Pleite gegen die San Diego Chargers, aber noch vor dem Super Bowl am 3. Februar, den er vor einem Jahr endlich gewonnen hatte, will wohl seinen Stuhl räumen und Pause machen. Diesen Posten wird er nicht übernehmen. Bill Parcells hat für Miami jemanden aus Dallas geholt.
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3. Januar 2008
Der Klingelbeutel: Tabula rasa in Miami
DAS GING SCHNELL: Kaum war Bill Parcells in Miami angekommen, begann das unglaubliche Ausfegen von hochbezahlten Arbeitsskräften. Heute hat es Trainer Cam Cameron erwischt, ein Mann, der seine erste und bisher einzige Saison in der NFL mit der Bilanz von 1:15 ablieferte. Trost in Form seiner finanziellen Situation bleibt: noch drei Jahre bekommt er Geld - in der Größenordnung von 7,5 Millionen Dollar brutto.
NUN KOMMT's RAUS: Roger Clemens, das Vorbild so vieler junger Baseballfans, hat sich von seinem Fitnesstrainer nur solche Booster wie Vitamin B 12 spritzen lassen. Das macht ja auch Sinn, weil Fitnesstrainer die besseren Fixer sind als Krankenschwestern und Ärzte, die das von Berufs wegen machen. Und nun verstehen wir auch, weshalb der besagte Fitnesstrainer das bei seiner Aussage vor dem Staatsanwalt und vor den Abgesandten der George-Mitchell-Untersuchung einfach verwechselt haben muss und den Leuten glauben machen wollte, Roger Clemens habe auf Anabolika gepocht. Fitnesstrainer können nämlich keine Ampullen lesen. Schon gar nicht solche, die die selbst von Lieferanten des Schwarzen Markts besorgt haben. So einfach ist das. Aber halt: Nun sagt der Anwalt des Fitnesstrainers plötzlich, Clemens könnte sich eine Klage einhandeln, wenn er öffentlich erklärt, dass der Fitnesstrainer lügt. Am Sonntag wird sich die Sache zuspitzen. Dann wird das angekündigte Clemens-Interview in der Magazinsendung 60 Minutes ausgestrahlt.
WER DENKT SICH EIGENTLICH SO ETWAS AUS? Paz Vega und Thierry Henry in einem riesigen leeren Stadion, und jeder lässt einen Elfmeter ins Tor kullern. Señora Vega mag ja bei einigen feuchte Träume produzieren. Ihre verfilmten hocherotischen Abenteuer sind ziemlich populär. Aber Henry? Ist das Teil seines Werbevertrags mit Gillette, dass er jetzt jeden Hirnriss mitmachen muss, der im amerikanischen Fernsehen stattfindet? (via With Leather)
NUN KOMMT's RAUS: Roger Clemens, das Vorbild so vieler junger Baseballfans, hat sich von seinem Fitnesstrainer nur solche Booster wie Vitamin B 12 spritzen lassen. Das macht ja auch Sinn, weil Fitnesstrainer die besseren Fixer sind als Krankenschwestern und Ärzte, die das von Berufs wegen machen. Und nun verstehen wir auch, weshalb der besagte Fitnesstrainer das bei seiner Aussage vor dem Staatsanwalt und vor den Abgesandten der George-Mitchell-Untersuchung einfach verwechselt haben muss und den Leuten glauben machen wollte, Roger Clemens habe auf Anabolika gepocht. Fitnesstrainer können nämlich keine Ampullen lesen. Schon gar nicht solche, die die selbst von Lieferanten des Schwarzen Markts besorgt haben. So einfach ist das. Aber halt: Nun sagt der Anwalt des Fitnesstrainers plötzlich, Clemens könnte sich eine Klage einhandeln, wenn er öffentlich erklärt, dass der Fitnesstrainer lügt. Am Sonntag wird sich die Sache zuspitzen. Dann wird das angekündigte Clemens-Interview in der Magazinsendung 60 Minutes ausgestrahlt.
WER DENKT SICH EIGENTLICH SO ETWAS AUS? Paz Vega und Thierry Henry in einem riesigen leeren Stadion, und jeder lässt einen Elfmeter ins Tor kullern. Señora Vega mag ja bei einigen feuchte Träume produzieren. Ihre verfilmten hocherotischen Abenteuer sind ziemlich populär. Aber Henry? Ist das Teil seines Werbevertrags mit Gillette, dass er jetzt jeden Hirnriss mitmachen muss, der im amerikanischen Fernsehen stattfindet? (via With Leather)
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20. Dezember 2007
Der große Thunfisch bei den Delphinen
Es gibt wichtigere Fragen, auf die wir in diesen Tagen nach einer Antwort suchen, als diese. Aber diese steht im Raum und so wollen wir uns ihr widmen: Warum will sich Bill Parcells noch einmal um eine NFL-Mannschaft kümmern? Die Frage beschäftigt einen auch deshalb, weil wir es hier mit einem ziemlich außergewöhnlichen Mann zu tun haben. Ist vielleicht mal jemandem aufgefallen, dass der ehemalige Head Coach der New York Giants, der New England Patriots, der New York Jets und der Dallas Cowboys noch nie irgendwo rausgeworfen wurde? Oder dass er schon mehrfach erklärt hat, er habe innerlich mit der Rolle als Football-Coach abgeschlossen (und dann immer wieder einen neuen Anlauf genommen hat)?
Parcells Ruf basiert auf zwei Super-Bowl-Erfolgen (mit den Giants) und dem Nachweis, dass er Mannschaften in die Playoffs bringt, die vor seinem Auftauchen immer schon im November an die Ferienplanung gedacht haben. Man sollte ihm auch die Karriereentwicklung eines gewissen Bill Belichick zugute halten. Sowie den Modellfall des modernen Linebackers, der in seiner Ägide in der Person von Lawrence Taylor seine ganze Gefährlichkeit und Brutalität entfaltete (und dabei zum Beispiel die Laufbahn von Redskin-Quarterback Joe Theisman vorzeitig beendete). Mit anderen Worten: Parcells hat seinen Platz in der Hall of Fame in Canton verdient. Aber offensichtlich ist das immer noch nicht jedem klar.
Vielleicht hat er deshalb soeben offiziell den Posten als Verantwortlicher für den Footballbetrieb bei den Miami Dolphins angenommen, von wo aus er jeder Zeit ins Geschäft eingreifen kan . Denn was soll es sonst sein? Ein Bedürfnis, mit 66 noch einmal gegen Belichick zu coachen, der in derselben Division arbeitet, was zwei Spiele pro Saison garantiert, kann es nicht sein. Obwohl das reizvoll wirkt.
Die eigentliche Verwunderung besteht darin: Wieso hat Parcells Anfang des Jahres den Job in Dallas hingeworfen, nachdem sein Team wirklich nur durch einen extrem dummen Fehler von Tony Romo aus den Playoffs flog? Die gleiche Mannschaft, die er auf Vordermann gebracht hatte, zeigt in diesem Jahr all ihre Qualitäten und muss als ziemlich heißer Super-Bowl-Aspirant gehandelt werden. Soviel steht fest: Alles andere, als sich aktiv in den Footballbetrieb einzumischen, muss ihn langweilen. Vielleicht fällt er eines Tages tot an der Seitenlinie um.
Der Mann, den die Big Tuna nennen, ist bisweilen nur schwer zu ertragen. Besonders Journalisten leiden unter seinen - nennen wir sie vorsichtig - Stimmungen. Aber er hat eine Menge zu bieten: zum Beispiel solche Gedanken:
Parcells Ruf basiert auf zwei Super-Bowl-Erfolgen (mit den Giants) und dem Nachweis, dass er Mannschaften in die Playoffs bringt, die vor seinem Auftauchen immer schon im November an die Ferienplanung gedacht haben. Man sollte ihm auch die Karriereentwicklung eines gewissen Bill Belichick zugute halten. Sowie den Modellfall des modernen Linebackers, der in seiner Ägide in der Person von Lawrence Taylor seine ganze Gefährlichkeit und Brutalität entfaltete (und dabei zum Beispiel die Laufbahn von Redskin-Quarterback Joe Theisman vorzeitig beendete). Mit anderen Worten: Parcells hat seinen Platz in der Hall of Fame in Canton verdient. Aber offensichtlich ist das immer noch nicht jedem klar.
Vielleicht hat er deshalb soeben offiziell den Posten als Verantwortlicher für den Footballbetrieb bei den Miami Dolphins angenommen, von wo aus er jeder Zeit ins Geschäft eingreifen kan . Denn was soll es sonst sein? Ein Bedürfnis, mit 66 noch einmal gegen Belichick zu coachen, der in derselben Division arbeitet, was zwei Spiele pro Saison garantiert, kann es nicht sein. Obwohl das reizvoll wirkt.
Die eigentliche Verwunderung besteht darin: Wieso hat Parcells Anfang des Jahres den Job in Dallas hingeworfen, nachdem sein Team wirklich nur durch einen extrem dummen Fehler von Tony Romo aus den Playoffs flog? Die gleiche Mannschaft, die er auf Vordermann gebracht hatte, zeigt in diesem Jahr all ihre Qualitäten und muss als ziemlich heißer Super-Bowl-Aspirant gehandelt werden. Soviel steht fest: Alles andere, als sich aktiv in den Footballbetrieb einzumischen, muss ihn langweilen. Vielleicht fällt er eines Tages tot an der Seitenlinie um.
Der Mann, den die Big Tuna nennen, ist bisweilen nur schwer zu ertragen. Besonders Journalisten leiden unter seinen - nennen wir sie vorsichtig - Stimmungen. Aber er hat eine Menge zu bieten: zum Beispiel solche Gedanken:
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30. September 2007
Dallas ohne Parcells: Total unter Dampf
War Bill Parcells eine derartige Nervensäge und derartig detailbesessen, dass er eine von ihm zusammengebaute, gute Mannschaft nicht bis zum Super Bowl führen konnte? Der Verdacht kommt auf. Denn weshalb trat der Mann, der vorher den New England Patriots den Weg nach oben gewiesen hatte, nach der letzten Saison ab? Hatte er das Gefühl, dass ihm in dieser Spielzeit eine Rebellion drohen und der ganze Mythos einer Trainer-Legende in Scherben gehen würde? Quarterback Tony Romo wurde vor dem heutigen 35:7-Sieg gegen die St. Louis Rams vom Kansas City Star interviewt und war nicht willens, viel Licht in die Angelegenheit zu bringen.
Frage: Wie ist es in Dallas ohne Bill Parcells?
Antwort: Ich habe meine Zeit mit ihm genossen. Und ich habe viel gelernt. Ich wünschte mir, jeder könnte hin und wieder diese Seite von ihm sehen...den witzigen, lustigen Typen.
Frage: Wie unterscheidet sich Wade Phillips von Parcells?
Antwort: Der größte Unterschied ist sicher die Ausdrucksweise. Die von Bill war ein bisschen mehr...darauf aus, dich mit einem Schimpfwort zu attackieren. Bill wollte viele der unterschiedlichen Bereiche in der Mannschaft persönlich managen. Wade delegiert mehr an seine Coaches. Und die besorgen das Reden.
Die Cowboys haben ihre ersten vier Spiele klar gewonnen und gelten bereits als beste Mannschaft der NFC. Einen Saisoneinstieg mit vier Erfolgen in Serie hatten sie zuletzt 1995, als sie - damals unter Barry Switzer - zum letzten Mal die Vince Lombardy Trophy einsacken konnten. Am Sonntag in zwei Wochen geht es gegen die bislang noch unbesiegten Patriots (am Montag in Cincinnati). Das wird das bislang packendste Match der Saison.
Blick zurück: Parcells dankt ab
Blick zurück: Das vorzeitige Saisonende der Cowboys und ein verpatzter Field-Goal-Versuch, der Dallas das Erreichen der letzten acht gebracht hätte
Frage: Wie ist es in Dallas ohne Bill Parcells?
Antwort: Ich habe meine Zeit mit ihm genossen. Und ich habe viel gelernt. Ich wünschte mir, jeder könnte hin und wieder diese Seite von ihm sehen...den witzigen, lustigen Typen.
Frage: Wie unterscheidet sich Wade Phillips von Parcells?
Antwort: Der größte Unterschied ist sicher die Ausdrucksweise. Die von Bill war ein bisschen mehr...darauf aus, dich mit einem Schimpfwort zu attackieren. Bill wollte viele der unterschiedlichen Bereiche in der Mannschaft persönlich managen. Wade delegiert mehr an seine Coaches. Und die besorgen das Reden.
Die Cowboys haben ihre ersten vier Spiele klar gewonnen und gelten bereits als beste Mannschaft der NFC. Einen Saisoneinstieg mit vier Erfolgen in Serie hatten sie zuletzt 1995, als sie - damals unter Barry Switzer - zum letzten Mal die Vince Lombardy Trophy einsacken konnten. Am Sonntag in zwei Wochen geht es gegen die bislang noch unbesiegten Patriots (am Montag in Cincinnati). Das wird das bislang packendste Match der Saison.
Blick zurück: Parcells dankt ab
Blick zurück: Das vorzeitige Saisonende der Cowboys und ein verpatzter Field-Goal-Versuch, der Dallas das Erreichen der letzten acht gebracht hätte
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22. Januar 2007
Bill Parcells geht in Pension
Das hat aber lange gedauert: 15 Tage hat Bill Parcells gebraucht, um jenen Schritt zu vollziehen, der ihm nach der unglücklichen Niederlage gegen die Seattle Seahawks ins Gesicht geschrieben stand. 15mal morgens beim Rasieren in den Spiegel schauen und 15mal denken: Das sieht nicht optimistisch aus, nicht energetisch, nicht vielversprechend. Mit 65 die NFL endlich aufzugeben - nach einer erfolgreichen Karriere mit zwei Super-Bowl-Erfolgen mit den New York Giants, von denen einer (1990 gegen die Buffallo Bills) ein regelrechter Geniestreich war, und einer Hinterlassenschaft namens Bill Belichick, der seinem Mentor in den letzten Jahren aus der Ferne gezeigt hat, wie man heute coachen muss, wenn man gewinnen will - das muss Kraft gekostet haben. Vier Jahre war er in Dallas, wo man hohe Erwartungen pflegt. Er konnte sie nicht einlösen.
Blick zurück: Die Arena-Prognose nach der Niederlage gegen die Seahawks
Blick zurück: Der verhauene Field-Goal-Versuch, der Dallas die Playoffs vermasselte und Parcells mit leeren Händen nach Hause schickte - ein schönes Stück Fernsehen bei YouTube
Blick zurück: Die Arena-Prognose nach der Niederlage gegen die Seahawks
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7. Januar 2007
Singh-Sang und Seattles Sieg: Wild ist etwas anderes
Während Vijay Singh in Kapalua langsam, aber sicher einem Sieg zuschreitet und dabei vor allem durch seine Putting-Qualitäten überzeugt, lässt sich mit einem Blick auf den Fernsehschirm ganz entspannt das NFL-Playoff-Wochenende abhaken. Der wichtigste Punkt in der Bilanz: Die Mannschaften, die stärker eingeschätzt wurden, fanden alle am Ende Mittel und Wege zu gewinnen. Bleiben acht Teams übrig, die sich am kommenden Wochenende beharken.
In der NFC sind das
Chicago Bears - Seattle Seahawks
New Orleans Saints - Philadelphia Eagles
In der AFC spielen:
San Diego Chargers - New England Patriots
Baltimore Ravens - Indianapolis Colts
Wild war an dem Wild-Card-Wochenende nur ein Spiel: die Niederlage der Dallas Cowboys in Seattle, bei der den Zuschauern ein höchst unterhaltsamer vierter Spielabschnitt geboten wurde, der hauptsächlich aus einer Kette von Fehlleistungen bestand (für ein detailliertes Studium der kritischen Phase empfehlen wir diesen Post von dogfood bei alles aussersport). Hier statt dessen ein paar Gedanken, die die Themen streifen, die wir hier vor einer Weile angetextet haben. Zu erst einmal betreffend die Entscheidung von Mike Holmgren, bei Rückstand von 13:20 und einem Fourth Down zwei Yards vor der Endzone kein Field Goal zu probieren, sondern ein Laufspiel, das dann nicht funktioniert (siehe "Super-Bowl-Weisheiten, Folge 3" als Inspiration und Hintergrund-Info). Die Entscheidung war zwingend: Mit einem Field Goal kommt man nur auf 16:20 heran, braucht also immer noch einen Touchdown, um etwas zu erreichen. Da kann man den Touchdown auch gleich in diesem Moment probieren. Wenn man nicht scort, ändert sich nichts: Man braucht auch dann noch einen Touchdown, um zumindest gleichzuziehen. Ein weniger etablierter und weniger gut bezahlter Coach als Holmgren hätte womöglich trotzdem lieber die Field-Goal-Lösung gewählt. Wegen des besseren Eindrucks. Die Ironie der Entscheidung konnte der Seahawks-Trainer natürlich nicht ahnen. Dallas mit einer schlechter Ausgangsposition an der eigenen Zwei-Yard-Linie fängt sich einen Safety und muss danach den Ball schnurstracks wieder bei Seattle abliefern. Nicht schlecht für Holmgren und seinen Quarterback Hasselbeck, der postwendend den Touchdown produziert, der Seattle mit 21:20 in Führung bringt. Wiederum entscheidet Holmgren in diesem Moment richtig. Er lässt eine Zwei-Punkt-Conversion versuchen, um auf 23:20 zu kommen. Das bedeutet im Falle eines ja durchaus möglichen Dallas-Field-Goals, dass man sich zumindest in die Verlängerung retten würde. Wenn es nicht funktioniert, ist auch nichts passiert. Ein Point-After-Kick brächte nur einen Punkt. Damit wären die Seahawks bei 22 und ständen keinen Deut besser. Der Plan funktioniert nicht, aber unterstreicht erneut, wie Holmgren als Game Coach tickt: Er will immer eher mehr als weniger. Natürlich ist es nicht sein Verdienst, dass Tony Romo im Gegenzug den Field-Goal-Versuch von Dallas vergölst, aber es ist die Basis für eine aggressivere Haltung der Mannschaft im vierten Viertel. Holmgren hätte man hinterher keinen Vorwurf machen können, falls seine Mannschaft verliert.
Nun zu Dr. Z. und seiner Detail-Prognose (siehe vorhergehender Post hier). Falls Dallas das eigentlich sichere Field Goal kurz vor Schluss produziert, trifft sein Vorhersage von 23:20 für die Cowboys fast ein. Hut ab. Aber knapp daneben ist auch vorbei. Eine Wette gegen die Linie der Buchmacher in Las Vegas (Seattle gewinnt mit drei Punkten Vorsprung oder mehr) brachte dennoch Geld ein. Geld, um sich als Anhänger der Cowboys einen fetten Rausch an- und sich das Hundegesicht von Bill Parcells schön zu trinken, der in der Pressekonferenz ganz anders drauf war, als man ihn kennt. Keine cholerischen Attacken gegen die fragenden Reporter. Keine sarkastischen Bemerkungen auf Kosten der Spieler. Das sah aus, als ob der "Thunfisch" wusste, dass er am Ende seiner Fahnenstange angekommen war. Wir brauchen nicht zu wetten. Denn eines ist klar: Parcells geht in die Rente. Der Mann hat nichts mehr im Tank.
In der NFC sind das
Chicago Bears - Seattle Seahawks
New Orleans Saints - Philadelphia Eagles
In der AFC spielen:
San Diego Chargers - New England Patriots
Baltimore Ravens - Indianapolis Colts
Wild war an dem Wild-Card-Wochenende nur ein Spiel: die Niederlage der Dallas Cowboys in Seattle, bei der den Zuschauern ein höchst unterhaltsamer vierter Spielabschnitt geboten wurde, der hauptsächlich aus einer Kette von Fehlleistungen bestand (für ein detailliertes Studium der kritischen Phase empfehlen wir diesen Post von dogfood bei alles aussersport). Hier statt dessen ein paar Gedanken, die die Themen streifen, die wir hier vor einer Weile angetextet haben. Zu erst einmal betreffend die Entscheidung von Mike Holmgren, bei Rückstand von 13:20 und einem Fourth Down zwei Yards vor der Endzone kein Field Goal zu probieren, sondern ein Laufspiel, das dann nicht funktioniert (siehe "Super-Bowl-Weisheiten, Folge 3" als Inspiration und Hintergrund-Info). Die Entscheidung war zwingend: Mit einem Field Goal kommt man nur auf 16:20 heran, braucht also immer noch einen Touchdown, um etwas zu erreichen. Da kann man den Touchdown auch gleich in diesem Moment probieren. Wenn man nicht scort, ändert sich nichts: Man braucht auch dann noch einen Touchdown, um zumindest gleichzuziehen. Ein weniger etablierter und weniger gut bezahlter Coach als Holmgren hätte womöglich trotzdem lieber die Field-Goal-Lösung gewählt. Wegen des besseren Eindrucks. Die Ironie der Entscheidung konnte der Seahawks-Trainer natürlich nicht ahnen. Dallas mit einer schlechter Ausgangsposition an der eigenen Zwei-Yard-Linie fängt sich einen Safety und muss danach den Ball schnurstracks wieder bei Seattle abliefern. Nicht schlecht für Holmgren und seinen Quarterback Hasselbeck, der postwendend den Touchdown produziert, der Seattle mit 21:20 in Führung bringt. Wiederum entscheidet Holmgren in diesem Moment richtig. Er lässt eine Zwei-Punkt-Conversion versuchen, um auf 23:20 zu kommen. Das bedeutet im Falle eines ja durchaus möglichen Dallas-Field-Goals, dass man sich zumindest in die Verlängerung retten würde. Wenn es nicht funktioniert, ist auch nichts passiert. Ein Point-After-Kick brächte nur einen Punkt. Damit wären die Seahawks bei 22 und ständen keinen Deut besser. Der Plan funktioniert nicht, aber unterstreicht erneut, wie Holmgren als Game Coach tickt: Er will immer eher mehr als weniger. Natürlich ist es nicht sein Verdienst, dass Tony Romo im Gegenzug den Field-Goal-Versuch von Dallas vergölst, aber es ist die Basis für eine aggressivere Haltung der Mannschaft im vierten Viertel. Holmgren hätte man hinterher keinen Vorwurf machen können, falls seine Mannschaft verliert.
Nun zu Dr. Z. und seiner Detail-Prognose (siehe vorhergehender Post hier). Falls Dallas das eigentlich sichere Field Goal kurz vor Schluss produziert, trifft sein Vorhersage von 23:20 für die Cowboys fast ein. Hut ab. Aber knapp daneben ist auch vorbei. Eine Wette gegen die Linie der Buchmacher in Las Vegas (Seattle gewinnt mit drei Punkten Vorsprung oder mehr) brachte dennoch Geld ein. Geld, um sich als Anhänger der Cowboys einen fetten Rausch an- und sich das Hundegesicht von Bill Parcells schön zu trinken, der in der Pressekonferenz ganz anders drauf war, als man ihn kennt. Keine cholerischen Attacken gegen die fragenden Reporter. Keine sarkastischen Bemerkungen auf Kosten der Spieler. Das sah aus, als ob der "Thunfisch" wusste, dass er am Ende seiner Fahnenstange angekommen war. Wir brauchen nicht zu wetten. Denn eines ist klar: Parcells geht in die Rente. Der Mann hat nichts mehr im Tank.
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