Hinter den Kulissen regt sich wieder mehr bei Arsenal. Der amerikanische Anteilseigner Stan Kroenke, dem die Colorado Avalanche (NHL), Denver Nuggets (NBA) und Colorado Rapids (MLS) gehören hat sich in aller Stille 28,9 Prozent der Aktien des Clubs gesichert und ist damit der größte Mitbesitzer und nur noch einen Prozentpunkt von der Macht im Laden entfernt. Sein Appetit ist beachtlich. Da ihm 40 Prozent der St. Louis Rams gehören, käme er natürlich gegenwärtig auch für eine stärkere Rolle in der NFL in Frage. Es gibt da nur ein Problem. Die Football-Liga hat strenge Regeln, die besagen, dass jemand der in der NFL am Ruder eines Clubs sitzt, woanders nicht mitmischen darf.
Blick zurück: Es gab mal eine Zeit, da tat Kroenke so, als interessiere ihn England nicht
Blick zurück: St. Louis und Limbaugh – Don't mix politics with sports
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22. Oktober 2009
13. Mai 2009
NBA-Playoffs: Schrilles Theater
In Orlando tragen sie den Zwist in der Umkleidekabine aus. Was durchaus angemessen scheint, wenn der Starspieler eine Beschwerde an die Adresse seines Trainers hat. Der heißt Stan Van Gundy und steht in dringendem Tatverdacht, die Spiele der Magic gegen die Boston Celtics im entscheidenden Moment zu – neues Wort – vercoachen. Dwight Howard hat sich längst das Recht erarbeitet, seinen Mund aufzumachen, wenn ihm etwas nicht passt. Der Mann ist gut. Die Schelte über die Medien an den Trainer zu richten, ist allenfalls eine Stilfrage. Sie wird nichts an den Fähigkeiten des Trainers ändern, aber vielleicht an seinem Status als Leitender Angestellter im Club. Nach der Saison.
In Dallas tragen sie den Zwist auf der Tribüne aus. Dort wurde während des letzten Spiels gegen die Denver Nuggets Carmelo Anthonys Lebensgefährtin LaLa Vazquez nach einem Zwischenfall mit Anhänger der Nuggets von Sicherheitskräften aus der Halle geführt. Natürlich hat die ehemalige MTV-Größe Vazquez sich nichts vorzuwerfen. Wie kann sie auch. Sie hat bereits den Pauschalvorwurf an die Adresse der Dallas-Fans auf den Stühlen um sie herum gerichtet, der die Sache mit einem Schlag klärt: Die Texaner seien Rassisten. Sonst noch Fragen? Das schrille Theater, in das auch noch die Mutter von Kenyon Martin, Martins selbst sowie Mavericks-Besitzer Mark Cuban verwickelt wurden, hat provinziellen Zuschnitt. Aber es lenkte geschickt von dem bis dahin hochgejazzten Fall der im Gefängnis sitzenden Nowitzki-Freundin ab, zu dem es tatsächlich nichts Neues zu berichten gibt. Denn die Frau redet nicht. Und der Dirkster redet nicht. Und auch die Polizei und die zuständigen Staatsanwaltschaften halten dicht. Dabei haben wir doch hier den Stoff, aus dem die Nachrichten sind: Sex, Crime und Celebrity.
In Dallas tragen sie den Zwist auf der Tribüne aus. Dort wurde während des letzten Spiels gegen die Denver Nuggets Carmelo Anthonys Lebensgefährtin LaLa Vazquez nach einem Zwischenfall mit Anhänger der Nuggets von Sicherheitskräften aus der Halle geführt. Natürlich hat die ehemalige MTV-Größe Vazquez sich nichts vorzuwerfen. Wie kann sie auch. Sie hat bereits den Pauschalvorwurf an die Adresse der Dallas-Fans auf den Stühlen um sie herum gerichtet, der die Sache mit einem Schlag klärt: Die Texaner seien Rassisten. Sonst noch Fragen? Das schrille Theater, in das auch noch die Mutter von Kenyon Martin, Martins selbst sowie Mavericks-Besitzer Mark Cuban verwickelt wurden, hat provinziellen Zuschnitt. Aber es lenkte geschickt von dem bis dahin hochgejazzten Fall der im Gefängnis sitzenden Nowitzki-Freundin ab, zu dem es tatsächlich nichts Neues zu berichten gibt. Denn die Frau redet nicht. Und der Dirkster redet nicht. Und auch die Polizei und die zuständigen Staatsanwaltschaften halten dicht. Dabei haben wir doch hier den Stoff, aus dem die Nachrichten sind: Sex, Crime und Celebrity.
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10. Mai 2009
Wenn einem am Ende das Zielwasser ausgeht
"...aber die Mavs gegen Ende des Spiels brauchten, konnte er nicht liefern. Seine letzten fünf Würfe verfehlten das Ziel. Sein letzten Korbtreffer aus dem Feld erzielte er 7 Minuten 17 Sekunden vor Schluss. Seinen letzten Punkt, ein zweiter Freiwurf, nachdem er den ersten nicht verwandelt, erzielte er 5:06 Minuten vor dem Ende." So beschreibt Kevin Sherrington in den Dallas Morning News die Leistung von Dirk Nowitzki im dritten Spiel der Play-off-Serie gegen die Denver Nuggets. Das kannten wir doch. So ist das meistens mit dem Dirkster, selbst in Zeiten, wenn er keine Schwierigkeiten mit seinem Privatleben hat. Die Beobachtung ist auch deshalb von Belang, weil sich am Ende alles mit den nicht gegebenen absichtlichen Fouls beschäftigte. Als seien die letzten Sekunden in einem Basketballspiel mit seinen hunderten von Treffern die entscheidenden. Die Ausgangslage: Dallas lag kurz vor Schluss mit zwei Punkten vorne. Denver hatte den Ball. Pfeift man die Fouls, erhalten die Nuggets zwei Freiwürfe und können maximal gleichziehen. Doch weil der Pfiff ausbleibt, ist Carmelo Anthony in der Lage einen gewagten Dreier zu probieren, der trifft. Denver gewinnt mit einem Punkt Vorsprung. Diesen Ausgang hat die NBA-Spitze anschließend ausdrücklich bedauert, wofür man sich in Dallas aber nichts kaufen kann. Der 0:3-Rückstand in der Best-of-Seven-Serie ist so gut wie unaufholbar. Mehr über Carmelo Anthony in diesem Text für die Montagausgabe der FAZ.
Über Nowitzkis Freundin gibt es nichts Neues. Dafür hat sein Oberschenkel gelitten. Er brauchte Eis nach dem Match und humpelte leicht vom Platz.
Nachtrag: Florian hat einen Kommentar geschrieben, der meine Einschätzung des (Nicht-)Fouls korrigiert. Hier ist die fragliche Szene:
Über Nowitzkis Freundin gibt es nichts Neues. Dafür hat sein Oberschenkel gelitten. Er brauchte Eis nach dem Match und humpelte leicht vom Platz.
Nachtrag: Florian hat einen Kommentar geschrieben, der meine Einschätzung des (Nicht-)Fouls korrigiert. Hier ist die fragliche Szene:
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4. November 2008
Mythos wandert weiter
Es gibt sicher ganz viele gute Gründe, wieso diese Woche in der NBA diese schräge Tauschaktion zustande kam. Die Gründe auf Seiten der Denver Nuggets wollen einem noch am ehesten einleuchten. Das Team hat auf diese Weise endgültig zugegeben, dass das Experiment Allen Iverson gescheitert ist, und sich statt dessen mit Chauncey Billups einen mannschaftsdienlichen Spielmacher geholt. Was Iverson in Detroit ausrichten soll, bleibt einem schleierhaft. Scorer hat das Team genug. Sollen die in den nächsten Wochen auf dem Platz herumstehen und zuschauen wie der Neue seinen Wirbel entfacht? Ist das der Weg zum Titel?
So viel steht fest: Der Mythos Iverson ist einfach nicht totzukriegen. Es sei denn, man lebt in Philadelphia und mit den 76ers, wo man ohne die answer schon im Frühjahr eine wichtige Frage beantworten konnte. Man erreichte im April zum ersten Mal seit 2005 wieder die Playoffs. (beim Aus in der ersten Runde gegen Detroit in sechs Spielen sah die Mannschaft relativ stark aus). Es geht also nach oben. Die Mannschaft wurde im Sommer noch mit Elton Brand aufgepolstert und wirkt nun wie ein sehr respektabler Outfit für die Eastern Conference.
So viel steht fest: Der Mythos Iverson ist einfach nicht totzukriegen. Es sei denn, man lebt in Philadelphia und mit den 76ers, wo man ohne die answer schon im Frühjahr eine wichtige Frage beantworten konnte. Man erreichte im April zum ersten Mal seit 2005 wieder die Playoffs. (beim Aus in der ersten Runde gegen Detroit in sechs Spielen sah die Mannschaft relativ stark aus). Es geht also nach oben. Die Mannschaft wurde im Sommer noch mit Elton Brand aufgepolstert und wirkt nun wie ein sehr respektabler Outfit für die Eastern Conference.
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12. Oktober 2008
NBA-Test: Ein Spiel unter freiem Himmel
Das beste Wort für den Abstecher der NBA in die Wüste von Kalifornien und in ein Tennis-Stadion: Gimmick. Aber damit war wohl zu rechnen, dass die Liga einen Weg findet, den Eishockeybossen nachzueifern, die von jetzt ab jeden Neujahrstag in großen Stadien spielen lassen wollen. Also mussten die Phoenix Suns und die Denver Nuggets nach Indian Wells fliegen (ein Nachbarort von Palm Springs) und unter Flutlicht unter freiem Himmel ein Vorbereitungsspiel austragen. Es muss ziemlich kalt gewesen sein (normal für die Nächte in der Wüste) und obendrein auch noch windig. Die Zusammenfassung kann man hier lesen. Mehr Fotos findet man hier. Man kann übrigens die Gegend durchaus empfehlen, außer im Sommer. Im Juni, bei meinem letzten Abstecher, hatte man tagsüber Brutkastentemperaturen von 40 Grad im Schatten und keinen Schatten. Es ist eine blitzblanke, neureiche Oasenlandschaft mit vielen, rechtschaffen guten Golfplätzen, inzwischen auch einer Reihe von Indianer-Casinos und einem sehr informativen Wüsten-Lehrpfad in Palm Desert. Die beste Zeit ist das Frühjahr, wenn die karge Pflanzenlandschaft blüht und man auf dem ziemlich hohen Bergrücken gleich nebenan noch durch den Schnee wandern kann. Man fährt mit einer Gondel hoch.
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28. März 2008
Liga gibt Cuban contra
Mark Cuban, der selbst ernannte Chefideologe in allen Fragen der neuen Medien, der neuen Basketballwelt und aller restlicher Fragen, die man ihm stellt, darf in der NBA noch immer nicht alles das machen, was er möchte. Neulich hat er die Blogger aus der Umkleidekabine der Mavericks hinausgescheucht (um ehrlich zu sein: es war einer). Nun hat die Liga in New York den Sachverhalt aufgegriffen und entschieden: So geht das nicht. Wie reagiert Cuban? Gagamäßig. Jetzt will er, dass alle Blogger kommen. Er möchte nämlich belegen, dass dann plötzlich genau das passiert, was er prophezeite, als er den einen Blogger aussperrte: Dass in der Kabine nicht genug Platz für alle ist. In dieser Saison müssen wir allerdings nicht mehr mit viel Andrang rechnen. Die Mavericks sind dabei, sich aus den Playoffs hinauszuspielen. Die Niederlage am Donnerstag in Denver gegen einen der zwei Rivalen um Platz 8 der Conference-Tabelle war bezeichnend. In der ersten Hälfte war das Fehlen von Dirk Nowitzki überhaupt kein Problem. Die Mannschaft spielte schnell. Jason Kidd traf endlich mal den Korb und schwuppidiwupp hatte Dallas eine Führung von 70:60 herausgespielt. Das war der Halbzeitstand (fast so wie in den alten Zeiten, als Nellie noch am Ruder war). Aber für ein ganzes Match reichte die Energie nicht. Und so ging die Partie verloren. Und zwar deutlich genug. Samstag gibt es die nächste Abreibung - gegen die Golden State Warriors.
4. März 2008
Blogs mit dem gewissen Etwas machen manche Leute einfach nervös
Amerikanische Sport-Blogger sind entweder
a) witzig
b) schlagfertig
c) respektlos
d) neugierig
e) kommunikativ
f) nervtötend
oder alles zusammen oder kommen in irgendeiner Kombination dieser Eigenschaften daher.
Sie sind NICHT
a) einflussreich
b) wohlhabend
c) wirtschaftlich abhängig von ihrer Schreiberei
d) leicht einzuschüchtern.
Und sie freuen sich, wenn ihre kleinen Stichelein und Provokationen ihre eigentlichen Zielpersonen aus der Sport- und Medienwelt aus der Ruhe bringt. Neulich äußerte sich Paul (korrigiert: Tony) Kornheiser (Washington Post, Pardon The Interruption, Monday Night Football) lang und breit und ziemlich genervt darüber, wie er mit den neuen Aufpassern und Nörglern aus dem Internet umgeht. Aber er behielt die Fassung und wie wir hier sagen: He staid in character.
Schon weit weniger cool scheint der Anwalt von George Karl, Trainer der Denver Nuggets, drauf zu sein, wenn es darum geht, die lästige Publizität abzuwehren, die seinem Klienten durch den Blog Fire George Karl blüht. Vor ein paar Tagen bekam der Blogger eine Email in einem ziemlich aggressiven Ton und mit einer Klageandrohung für den Fall, dass der aufmützige Schreiber die Grenzen der freien Meinungsäußerung überschreitet. Man könnte das auch als einen Einschüchterungsversuch bezeichnen.
Typisch Denver. Die Stadt hat zwar zwei Zeitungen, die Denver Post und die Rocky Mountain News. Aber dabei handelt es sich um Blätter mit Schreibern, die ihre Sportfiguren devot verehren und vor jeder Konfrontation zurückschrecken. Diese subalterne Haltung verführt natürlich die Spieler und Trainer dazu zu glauben, sie seien mächtig und im Zweifel stärker als die veröffentlichte Meinung.
Die Denver Nuggets spielen nicht gut, nachdem Karl sie in der ersten Phase nach seiner Übernahme der Mannschaft durchaus in Schwung gebracht hatte und durch den Allen-Iverson-Trade ziemliche Erwartungen entstanden waren. Das muss nicht unbedingt an George Karl liegen. Klar ist allerdings, dass er seit seinen relativ erfolgreichen Jahren mit den Seattle SuperSonics in den Neunzigern sicherlich höher eingeschätzt wird, als er es verdient hat.
a) witzig
b) schlagfertig
c) respektlos
d) neugierig
e) kommunikativ
f) nervtötend
oder alles zusammen oder kommen in irgendeiner Kombination dieser Eigenschaften daher.
Sie sind NICHT
a) einflussreich
b) wohlhabend
c) wirtschaftlich abhängig von ihrer Schreiberei
d) leicht einzuschüchtern.
Und sie freuen sich, wenn ihre kleinen Stichelein und Provokationen ihre eigentlichen Zielpersonen aus der Sport- und Medienwelt aus der Ruhe bringt. Neulich äußerte sich Paul (korrigiert: Tony) Kornheiser (Washington Post, Pardon The Interruption, Monday Night Football) lang und breit und ziemlich genervt darüber, wie er mit den neuen Aufpassern und Nörglern aus dem Internet umgeht. Aber er behielt die Fassung und wie wir hier sagen: He staid in character.
Schon weit weniger cool scheint der Anwalt von George Karl, Trainer der Denver Nuggets, drauf zu sein, wenn es darum geht, die lästige Publizität abzuwehren, die seinem Klienten durch den Blog Fire George Karl blüht. Vor ein paar Tagen bekam der Blogger eine Email in einem ziemlich aggressiven Ton und mit einer Klageandrohung für den Fall, dass der aufmützige Schreiber die Grenzen der freien Meinungsäußerung überschreitet. Man könnte das auch als einen Einschüchterungsversuch bezeichnen.
Typisch Denver. Die Stadt hat zwar zwei Zeitungen, die Denver Post und die Rocky Mountain News. Aber dabei handelt es sich um Blätter mit Schreibern, die ihre Sportfiguren devot verehren und vor jeder Konfrontation zurückschrecken. Diese subalterne Haltung verführt natürlich die Spieler und Trainer dazu zu glauben, sie seien mächtig und im Zweifel stärker als die veröffentlichte Meinung.
Die Denver Nuggets spielen nicht gut, nachdem Karl sie in der ersten Phase nach seiner Übernahme der Mannschaft durchaus in Schwung gebracht hatte und durch den Allen-Iverson-Trade ziemliche Erwartungen entstanden waren. Das muss nicht unbedingt an George Karl liegen. Klar ist allerdings, dass er seit seinen relativ erfolgreichen Jahren mit den Seattle SuperSonics in den Neunzigern sicherlich höher eingeschätzt wird, als er es verdient hat.
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24. Januar 2007
Es gibt ein Leben nach Iverson
Als die Philadelphia 76ers vor mehr als einem Monat Allen Iverson auf die Bank verbannten, hatten sie einen Zwischenstand von fünf Siegen in 17 Spielen und wirkten wie ein Team ohne Perspektive. Iverson war der Mann, der die Punkte machte, was ihn in der Scorerliste der NBA-Saison auf Platz zwei katapultierte. Aber das wirkte nur aus der Ferne attraktiv. Auf jeden Fall von so weit weg wie Denver (mehr als 2000 Kilometer Luftlinie). Die Sixers waren am Ende einer Reihe von Gesprächen in der Lage, sich von dem tätowierten Zeppelin zu trennen, dessen Kopf irgendwo in der Luft schwebt, dessen Spielweise jedoch nicht bodenständig genug ist, um seiner Mannschaft aus dem Gröbsten heraus zu helfen. Die Sixers ließen vor wenigen Tagen auch noch den Schlurfspieler Chris Webber ziehen. Was den Club teurer kommt, denn sie mussten ihn aus seinem Vertrag herauskaufen. Eine Aktion wie wenn man mehrere Millionen einfach im Klo herunterspült. Für Iverson gab es im Tausch mit den Denver Nuggets immerhin eine Gegenleistung: die Spieler Andre Miller und Joe Smith und zwei Erst-Runden-Plätze für die kommende Draft im Juni.
Als Carmelo Anthony in dieser Woche von seiner 15-Spiel-Sperre zurückkehrte, hat sich so gut wie jeder mit den Denver Nuggets und der Frage beschäftigt, ob er und Iverson einen Weg finden, einander zu ergänzen, anstatt sich gegenseitig den Ball streitig zu machen. Der Yellow-Press-Impuls der Sportjournaille - er ist nicht zu bremsen. Jedenfalls nicht auf Seiten wie SpOn, wo beim Themengebiet amerikanischen Sport hausintern eine heiße Vokabelschlacht abgeht (wie angenehm dazu im Vergleich Christoph Biermann und seine klugen Depeschen). Anders als im Printprodukt, wo es Schreibregeln gibt, nach denen die Prämisse für den Artikel spätestens im zweiten Absatz abgestützt werden muss, hebelt man hier schon mal im zweiten Absatz den Grundgedanken für den Beitrag aus. Zum Beispiel so:
Falls es jemanden interessiert: Die Philadelphia 76ers spielen ohne Iverson nicht besser. Sie spielen aber auch nicht schlechter. Nach der Hälfte der Saison stand die Zwischenbilanz bei 11 Siegen und 30 Niederlagen. Ergibt Platz 15 der Eastern Conference. Tiefer geht's nicht. Allerdings sind sie in einer wirklich schwachen Conference damit rein theoretisch noch gar nicht mal aus dem Playoff-Rennen. Rein theoretisch, wohlgemerkt. Denn tatsächlich hat das Clubmanagement nichts anderes im Auge als die Draft-Lotterie und die Chance, sich den am meisten beachteten Collegespieler zu holen. Das ist zur Zeit Greg Oden von Ohio State. Mit anderen Worten: Das wirklich waghalsige Experiment in Philadelphia, was durchaus noch Teammanager Billy King den Job kosten kann (Larry Brown steht Gewehr bei Fuß), wirkt wie eine Operation mit Heilungschancen.
Blick zurück: Der Iverson-Trade
Blick zurück: Was Iverson wirklich wert ist, wenn man sich die Zahlen mal genauer anschaut
Als Carmelo Anthony in dieser Woche von seiner 15-Spiel-Sperre zurückkehrte, hat sich so gut wie jeder mit den Denver Nuggets und der Frage beschäftigt, ob er und Iverson einen Weg finden, einander zu ergänzen, anstatt sich gegenseitig den Ball streitig zu machen. Der Yellow-Press-Impuls der Sportjournaille - er ist nicht zu bremsen. Jedenfalls nicht auf Seiten wie SpOn, wo beim Themengebiet amerikanischen Sport hausintern eine heiße Vokabelschlacht abgeht (wie angenehm dazu im Vergleich Christoph Biermann und seine klugen Depeschen). Anders als im Printprodukt, wo es Schreibregeln gibt, nach denen die Prämisse für den Artikel spätestens im zweiten Absatz abgestützt werden muss, hebelt man hier schon mal im zweiten Absatz den Grundgedanken für den Beitrag aus. Zum Beispiel so:
"Aussagekräftig ist dieser Sieg für das neue Super-Duo der Nuggets also nicht. Auch den Erfolg in Seattle (Anthony 34 Punkte, Iverson 21) darf man nicht überbewerten. Erst in den kommenden Wochen und besonders ab Ende April in den Playoffs wird sich zeigen, ob das Topscorer-Experiment mit den beiden schwierigen Charakteren in den Rocky Mountains wirklich funktioniert."Mal abgesehen davon, dass Denver nicht in den Rocky Mountains liegt, sondern platt und breit genau zu seinen Füßen, was man natürlich nicht wissen kann, wenn man alles immer nur mit dem Fernrohr, dem Internet und ein paar Scorer-Statistiken von anno dunnemals in der Hand inspiziert: Wie wäre es dann mit einem Beitrag über Philadelphias Entwicklungsstand? Also jener Mannschaft, der diese neue Konstellation zu verdanken ist? Nicht peppig genug? Nicht yellow genug? Vermutlich.
Falls es jemanden interessiert: Die Philadelphia 76ers spielen ohne Iverson nicht besser. Sie spielen aber auch nicht schlechter. Nach der Hälfte der Saison stand die Zwischenbilanz bei 11 Siegen und 30 Niederlagen. Ergibt Platz 15 der Eastern Conference. Tiefer geht's nicht. Allerdings sind sie in einer wirklich schwachen Conference damit rein theoretisch noch gar nicht mal aus dem Playoff-Rennen. Rein theoretisch, wohlgemerkt. Denn tatsächlich hat das Clubmanagement nichts anderes im Auge als die Draft-Lotterie und die Chance, sich den am meisten beachteten Collegespieler zu holen. Das ist zur Zeit Greg Oden von Ohio State. Mit anderen Worten: Das wirklich waghalsige Experiment in Philadelphia, was durchaus noch Teammanager Billy King den Job kosten kann (Larry Brown steht Gewehr bei Fuß), wirkt wie eine Operation mit Heilungschancen.
Blick zurück: Der Iverson-Trade
Blick zurück: Was Iverson wirklich wert ist, wenn man sich die Zahlen mal genauer anschaut
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25. Dezember 2006
Die Antwort steckt tief im Zahlensumpf
Wer hinter diese Zahlen zu blicken versucht und sich dabei die statistischen Analysefähigkeiten von Leuten wie die vom Blog The Wages of Win zu eigen macht, wird bereits bei der Betrachtung der Einzelleistungen zu einer sehr viel weniger euphorischen Einschätzung kommen. Beide Spieler brauchen (und verbrauchen) eine Unmenge von Versuchen, um diese Punktsummen zu erreichen. Mit anderen Worten: Sie mögen zwar in ihren Teams den Großteil der Punkte erzielen. Aber das heißt nur, dass das Spiel extrem stark auf sie zugeschnitten ist.
Bei Wages of Win hat man einen Weg gefunden, den Nutzwert solcher Einzeldarbietungen für den Erfolg einer Mannschaft statistisch herauszufiltern. Die Kennziffer nennt sich win score per minute und spiegelt sehr gut wieder, wie effizient ein Spieler während seiner Einsatzzeit auf dem Spielfeld war. Win score per minute basiert auf der Kernzahl namens win score, die sich folgendermaßen errechnet: Points plus Rebounds plus Steals plus die Hälfte der Blocks plus die Hälfte der Assists minus Zahl der Wurfversuche minus die Hälfte der Freiwurfversuche minus Ballverluste an den Gegner minus die Hälfte der perönlichen Fouls (die halben Werte entsprechen nach der Einschätzung von Statistik-Papst David Berri und seinen Co-Autoren einer realistischen Bewertung dieser Leistungsfaktoren bezogen auf den Ausgang eines Spiels). Der win score wird anschließend durch die Anzahl der gespielten Minuten geteilt, weil dies das genaueste Bild für den Vergleich unterschiedlicher Spieler ergibt.
Die interessante Erkenntnis
So weit die Zahlen. Nun zum Spielsystem, das man mit dem der stärksten Konkurrenz vergleichen muss, gegen die Denver in den Playoffs antreten muss. Kurioserweise hat die Mannschaft, die mal gerade auf Platz sieben der Playoff-Qualifikationsliste im Westen steht, einen sehr ostküstenlastigen Terminplan abgespielt und musste erst ein einziges Mal gegen die Topkonkurrenz aus dem Westen antreten (gegen Dallas). Dallas machte Anthony mit Doppel- und Dreifachdeckung das Leben schwer. Trotzdem ballerte er wie blöd, verfehlte aber meistens den Korb. Effizienz? Eher das Gegenteil.
Das Spiel und die anderen Resultate lassen den Schluss zu, dass das Team gegen Phoenix, San Antonio, die Lakers und Utah kaum Chancen haben dürfte und deshalb um einen Platz in den Playoffs bangen muss. Die Siege über schwache Ost-Teams werden nicht reichen.
Sollte nicht aber die Tatsache, dass man zwei schusskräftige Guards zur gleichen Zeit auf den Platz stellen kann, die Probleme lösen? Sicher, vorausgesetzt allerdings, dass der ballführende Spieler die Defensive auf sich zieht und dann einen klugen Pass fabriziert. Und dass dann der jeweils andere Spieler den Korbwurf nicht versemmelt. Falls doch, dies als Hinweis: die Spitzenmannschaften im Westen haben mit die besten Defensiv-Rebound-Statistiken in dieser Saison. Die freuen sich auf solche Gelegenheiten, um den Ball zu übernehmen und den eigenen Tempogegenstoß einzuleiten.
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19. Dezember 2006
Iversons neuer Arbeitsplatz: Denver
Allen Iverson zu den Denver Nuggets - das meldet ESPN vor wenigen Minuten als verbindlich. Im Tausch für ihren langjährigen Spielmacher erhalten die Philadelphia 76ers die Spieler Andre Miller und Joe Smith und zwei Erst-Runden-Plätze für die kommende Draft im Juni, was der Mannschaft ein Paket von drei Zugriffsmöglichkeiten für Runde eins gibt. Den besten Platz, ihren eigenen, werden sie nun mit einer rasant schlechten Saisonleistung hoch jubeln, damit so viele Kugeln wie möglich für die Lotterie der drei ersten Plätze zur Verfügung stehen. Die Nuggets können Verstärkung wirklich gut gebrauchen. Nach der Massenkeilerei vom Samstag in New York wurde ihr bester Mann Carmelo Anthony für 15 Spiele gesperrt. Mehr zu der Angelegenheit von dieser Stelle aus morgen, Mittwoch, in der Printausgabe der FAZ. Die Online-Ausgabe hat bereits gestern die krude Nachrichtendienstgeschichte mitgenommen und nicht mehr ausgewechselt. So ist der Lauf der Dinge.
Ergänzung 17.43h (etwas mehr als eine Stunde später): AP bestätigt das Arrangement unter Hinweis auf nicht namentlich genannte Quellen und weist darauf hin, dass Philadelphia Iverson noch Ivan McFarlin als Wegbegleiter mitgibt. Und dass die Mannschaft heute abend Ortszeit eine Pressekonferenz geben wird. Und dann werden wir alles ganz genau erfahren.
Blick zurück: Die Rauferei im Bild
Blick zurück: Gedanken über den "synthetischen Jordan"
Blick zurück: Iverson will wechseln - die erste Meldung
Ergänzung 17.43h (etwas mehr als eine Stunde später): AP bestätigt das Arrangement unter Hinweis auf nicht namentlich genannte Quellen und weist darauf hin, dass Philadelphia Iverson noch Ivan McFarlin als Wegbegleiter mitgibt. Und dass die Mannschaft heute abend Ortszeit eine Pressekonferenz geben wird. Und dann werden wir alles ganz genau erfahren.
Blick zurück: Die Rauferei im Bild
Blick zurück: Gedanken über den "synthetischen Jordan"
Blick zurück: Iverson will wechseln - die erste Meldung
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17. Dezember 2006
NBA-Massenkeilerei Knicks contra Nuggets: Ein Schauspiel für Hartgesottene
Das ESPN-Video des Knicks-Nuggets-Showdowns gibt es nun hier ohne langes Herumsuchen. Interessante Spekulation aus der amerikanischen Sportblogosphäre: Carmelo Anthony, der nach dem Match lieber nichts zu den Reportern über den Zwischenfall sagen wollte, sollte sich nicht wundern, wenn er 10 Spiele aussitzen muss.
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Eine Frage der Ehre: Massenkeilerei in der NBA
Solche Rekorde werden auch nicht alle Tage aufgestellt: Die Schiedsrichter haben am Samstagabend im Madison Square Garden in New York alle zehn Spieler vom Platz gestellt. Die fünf von den New York Knicks, die in dem Moment auf dem Feld standen, als die Keilerei ausbrach. Und die fünf von den Denver Nuggets. Das Ganze wenige Minuten vor dem Ende des Spiels mit einer klaren Führung der Nuggets. Mit anderen Worten: Es ging um nichts, nicht mal um angeheizte Emotionen. Aber das war wohl in dem entscheidenden Augenblick jedem der Beteiligten egal. Verletzt wurde niemand. Jeder hat seine Ehre verteidigt. Vor allem Carmelo Anthony von den Nuggets, eines der neuen Aushängeschilder der NBA, der sich mit einer rechten Geraden im Gesicht eines Knicks-Spielers zu verewigen versuchte. ESPN hat eine gute Zusammenfassung und einen Video-Schnipsel von dem Ereignis.
Die Strafkommission der Liga wird viel Zeit damit verbringen, anhand der Fernsehaufzeichnung genau herauszufiltern, wer was getan hat, und dann Spielsperren verhängen. Sperren bedeuten im amerikanischen Profisport: Man büßt für die Zeit, die man nicht spielt, den entsprechenden Teil seines Gehaltes ein. Wenn die Liga so harsch reagiert wie bei dem berühmten Zwischenfall zwischen den Indiana Pacers und den Detroit Pistons, als Ron Artest für den Rest der Saison nach Hause geschickt wurde, dann wird das vor allem die Nuggets schwer treffen. Die haben in diesem Jahr eine gute Mannschaft beieinander und gelten als ernsthafte Interessenten für den in Philadelphia überflüssig geworden Allen Iverson.
Die Strafkommission der Liga wird viel Zeit damit verbringen, anhand der Fernsehaufzeichnung genau herauszufiltern, wer was getan hat, und dann Spielsperren verhängen. Sperren bedeuten im amerikanischen Profisport: Man büßt für die Zeit, die man nicht spielt, den entsprechenden Teil seines Gehaltes ein. Wenn die Liga so harsch reagiert wie bei dem berühmten Zwischenfall zwischen den Indiana Pacers und den Detroit Pistons, als Ron Artest für den Rest der Saison nach Hause geschickt wurde, dann wird das vor allem die Nuggets schwer treffen. Die haben in diesem Jahr eine gute Mannschaft beieinander und gelten als ernsthafte Interessenten für den in Philadelphia überflüssig geworden Allen Iverson.
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