Dirk Nowitzki spielt heute im Madison Square Garden in New York. Das wird eine interessante Auseinandersetzung. Nicht um Ruhm und Ehre, sondern um die Frage zu klären: Welche der drei teuersten Mannschaften in der NBA hat ihr Geld am schlechtesten angelegt?
Der Gegner der Dallas Mavericks war jahrelang der Inbegriff für Inkompetenz und neureiches Gehabe. Dann wurde eine neue Leitung installiert, ein neuer Trainer geholt, und der setzte seinen kostspieligsten Mann einfach auf die Bank. Der Kalender hat den New York Knicks am Anfang der Saison ein paar ziemlich leichte Gegner zugeteilt. Aber was soll man sagen? Ihre Zwischenbilanz steht bei 6:3. Das sieht ganz stark nach Aufschwung aus und nach einem Stimmungswechsel, wie er in dem zyklischen Geschehen der NBA häufiger vorkommt, aber der nur dann gelingt, wenn eine Serie von richtigen Entscheidungen getroffen wird.
Die Zwischenbilanz der Mavericks sieht so aus: 2:7. Man kann mehrere Erklärungen für die Situation finden: die Verletzung von Josh Howard (der, wenn er spielt, statistisch nachweisbar im letzten Viertel an einer kuriosen Wurfschwäche leidet), der Spielplan mit sehr starken Gegnern wie den Rockets und den Lakers. Aber was man nicht findet, ist ein positives Zeichen. Im Gegenteil. Die Hauptfiguren scheinen abergläubisch einen eigenartigen Rechtfertigungsreflex auszuleben. Als ob es ein gutes Zeichen ist, wenn man Spiele erst in den letzten Minuten verliert oder gar nur in den letzten Sekunden (wie am Freitag gegen Orlando Magic).
Vielleicht wäre es das, wenn die Mannschaft erst seit vorgestern so spielen würde. Tatsächlich geht das jetzt schon eine ganze Weile so. Und an den Hauptfiguren und ihrer Einstellung zum Spiel und zu den Gegnern hat sich nichts geändert. Die gehen nicht etwa mit der Haltung auf den Platz, dass sie froh sein können, wenn sie gewinnen, sondern mit dem falschen Selbstbewusstsein, dass sie tatsächlich das Zeug besitzen, theoretisch in jedem Match als Sieger vom Platz gehen zu können.
Das stimmt auf eine gewisse Weise. Jedes Team kann in der NBA an jedem Tag jedes andere schlagen. Aber durchsetzen können sich nur Mannschaften, die über 82 Saisonspiele überzeugen. Und die in langwierigen Best-of-Seven-Serien in den Playoffs ihre Klasse bestätigen. In dieser Liga kann mit dem einen oder anderen lucky punch nichts erben.
Natürlich sitzt das Problem ganz oben in der Hierarchie. Mark Cuban hat bis heute noch nicht erkannt, dass er sich in dem zyklischen NBA-Betrieb trotz aller Gute-Laune-Propaganda und dem Gerede ("wir werden alles tun") auf dem Weg nach unten befindet. Weshalb eigentlich nicht? Wieso sollten nur die Miami Heat, die ihm damals den Titel streitig gemacht haben, unter diesem Phänomen leiden? Weshalb kommen die Chicago Bulls nicht auch nur ansatzweise an die Jahre mit Jordan und Pippen heran? Weshalb fielen die Knicks trotz enormer Gehaltszahlungen an ihre Spieler in dieses tiefe Loch? Warum ist die Banane krumm?
Was wäre zu tun?
"Yup. It’s over. They had a great run from 2000-2006 and will be forgotten in due time. It’s time to blow it all to hell, Mark Cuban. Your fan base will greatly appreciate it. So what to do? Take a deep breath. You ready? Trade Dirk Nowitzki. It’s time. His numbers are steadily dropping." (Hoopsvibe)
"... right now, as a fan, the only guy I care about seeing on this team is Nowitzki. Maybe Gerald Green, but everyone else is on the trading block. It's not that the Mavericks shouldn't be broken up, but it's more like they can't broken up. Which is most frustrating." (Uwe Blog)
Ich wäre eher für die erste Version.
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16. November 2008
23. September 2008
Abschied von Marbury
Das Abarbeiten von Altlasten bei den New York Knicks geht weiter. Stephon Marburys Tage beim Club scheinen gezählt. Es wird zwar teuer, aber hilft vor allem dem neuen Trainer bei dem Versuch, der Mannschaft neue Hoffnung und neue Ideen einzuatmen. Marburys Abgang wird dafür sorgen, dass seine einmalige Serie intakt bleibt: Noch jedes Team, das er verlassen hat, spielte hinterher besser und erfolgreicher. Egal ob Minnesota, Phoenix oder die Nets.
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26. Juni 2008
Draft-Tag mit vielen Querpässen
Brook Lopez ging mit dem zehnten Pick zu den New Jersey Nets, sein Zwillingsbruder Robin als Nummer 15 zu den Phoenix Suns. Und beide waren zufrieden. Wer in der ersten Runde der NBA-Draft gezogen wird, hat erst mal ausgesorgt. Ob die Golferin Michelle Wie ebenso gut gelaunt war, ließ sich in der Eile nicht ermitteln. Anzunehmen ist es nicht. Nach ihrem respektablen Resultat bei den Ladies German Open außerhalb von München produzierte sie heute bei den US Open eine häßliche Kennziffer. Dank eines Super-Dooper-Fünffach-Bogeys am vierten Loch (eine neun an einem Par 4) kam sie mit einer 81 ins Clubhaus. Sie liegt auf Platz 146 von 156 Teilnehmern (Bettina Hauert liegt drei Schläge besser auf Platz 124 und hat zumindest theoretisch noch eine Chance auf den Cut).
Was hat Wie mit der NBA zu tun? In den USA nennt man das Dating. Was viel und wenig heißen kann, solange keiner der beiden - weder Michelle noch Robin - offiziell zum Stand der Dinge Stellung nimmt. Das Foto in diesem Blog aus dem März kann man nur als Scheinbeweis bezeichnen. Wo soll ein so langer Lulatsch wie der ehemalige Center von Stanford seinen Arm hintun, wenn er neben einer nicht gerade kleinen Frau bei einer Veranstaltung sitzt und sie sich an ihn lehnt? Aber, der fleißige espn.com-Kolumnist Andy Katz hat neulich Robin gefragt und herausgefunden, dass zumindest mal etwas an der Klatschgeschichte dran gewesen sein muss. Derzeit befinde sich die Beziehung in einem Schwebezustand.
Das ist sicher auch das beste Wort für Mannschaften wie die New Jersey Nets, die nach Jason Kidd (jetzt in Dallas) heute Richard Jefferson abgaben, um sich den Chinesen Yi Jianlian aus Milwaukee zu holen, der damit endlich in die Nähe einer ordentlichen Chinatown zieht – in Lower Manhattan. Sein neuer Kollege, Robins Zwillingsbruder Brook, ebenfalls ein Center, gilt übrigens als der bessere und fleißigere der beiden Lopez-Burschen. Das Wort Schwebezustand könnte man auch auf die New York Knicks anwenden, die das Kunststück fertig brachten, den Sohn eines ehemaligen Mannschaftskameraden des neuen Trainers zu verpflichten. Das liegt daran, dass Coach Mike D'Antoni einst in Mailand spielte, wo ein gewisser Vittorio Gallinari sein Nebenmann war. Der Trainer denkt europäisch und will Tempo spielen, etwas was die New York Daily News heute schon vorausgeahnt hatte. Und so kam's Danilo Gallinari, ein 19-jähriger Small Forward, ging an Nummer sechs weg.
Aber die Michelle-Wie und die Italian Connection waren nicht mal hübscheste Verbindung der NBA in andere Bereiche. Das Attribut repräsentierte gestern Kevin Love. Sein Vater Stan spielte vier Jahre in Baltimore und bei den Lakers in der Liga. Sein Onkel Mike Love ist der Sänger der Beach Boys.
Was hat Wie mit der NBA zu tun? In den USA nennt man das Dating. Was viel und wenig heißen kann, solange keiner der beiden - weder Michelle noch Robin - offiziell zum Stand der Dinge Stellung nimmt. Das Foto in diesem Blog aus dem März kann man nur als Scheinbeweis bezeichnen. Wo soll ein so langer Lulatsch wie der ehemalige Center von Stanford seinen Arm hintun, wenn er neben einer nicht gerade kleinen Frau bei einer Veranstaltung sitzt und sie sich an ihn lehnt? Aber, der fleißige espn.com-Kolumnist Andy Katz hat neulich Robin gefragt und herausgefunden, dass zumindest mal etwas an der Klatschgeschichte dran gewesen sein muss. Derzeit befinde sich die Beziehung in einem Schwebezustand.
Das ist sicher auch das beste Wort für Mannschaften wie die New Jersey Nets, die nach Jason Kidd (jetzt in Dallas) heute Richard Jefferson abgaben, um sich den Chinesen Yi Jianlian aus Milwaukee zu holen, der damit endlich in die Nähe einer ordentlichen Chinatown zieht – in Lower Manhattan. Sein neuer Kollege, Robins Zwillingsbruder Brook, ebenfalls ein Center, gilt übrigens als der bessere und fleißigere der beiden Lopez-Burschen. Das Wort Schwebezustand könnte man auch auf die New York Knicks anwenden, die das Kunststück fertig brachten, den Sohn eines ehemaligen Mannschaftskameraden des neuen Trainers zu verpflichten. Das liegt daran, dass Coach Mike D'Antoni einst in Mailand spielte, wo ein gewisser Vittorio Gallinari sein Nebenmann war. Der Trainer denkt europäisch und will Tempo spielen, etwas was die New York Daily News heute schon vorausgeahnt hatte. Und so kam's Danilo Gallinari, ein 19-jähriger Small Forward, ging an Nummer sechs weg.
Aber die Michelle-Wie und die Italian Connection waren nicht mal hübscheste Verbindung der NBA in andere Bereiche. Das Attribut repräsentierte gestern Kevin Love. Sein Vater Stan spielte vier Jahre in Baltimore und bei den Lakers in der Liga. Sein Onkel Mike Love ist der Sänger der Beach Boys.
14. Mai 2008
Konzentration aufs Wesentliche: Sport als Spiel der Despoten
Gäbe es nicht diese Tageszeitungskrise, die zum Abbau von Arbeitsplätzen für Journalisten führt und zu ausgedünnten Blättern mit abnehmendem Profil, könnte man mit den Achseln zucken, wenn jemand wie die Familie Dolan eine Zeitung kauft. (Zu Dolan: der Blog-Beitrag hier unter der Überschrift "Der Patient ist krank"). Aber wenn man diese Geschichte in der New York Times liest, denkt man eher an Orwell und daran, wie sich die Transaktion unter anderem auf die Sportberichterstattung auswirken kann.
Überraschend kommt das nicht. Denn das Ganze ist im Prinzip nur eine logische Konsequenz aus einem ungebremsten Konzentrationsprozess, in dessen Rahmen der Sport zur extrem teuren Entertainmentware wurde. Und in dem die Medien, die das Volk über Brot und Spiele auf dem Laufenden halten, von den gleichen Leuten gelenkt werden, denen die Arenen und die Clubs gehören. Am Ende ist dann auch egal, ob sie New York Knicks heißen oder Chicago Cubs, Madison Square Garden oder American Airlines Arena. Ob sie schlecht spielen oder gut. Wichtig ist, dass die Oligarchen ungestört machen können, was sie wollen. Die Arbeit der Despoten hat überall ein anderes Gesicht. Man denke nur an das IOC und seine Anweisung an die Athleten (gefunden im Blog von Jens Weinreich). ihre Rechte auf Rede- und Meinungsfreiheit an der Tür abzugeben (dort, wo es die Akkreditierungen gibt).
Wer diese Uhr zurückdrehen möchte, der träumt.
P.S. Dolans New York Knicks haben einen neuen Trainer. Mike D'Antoni, der in Phoenix diesen grandiosen Schnellst-Basketball kultiviert hat. Der soll zusammen mit dem neuen Manager Donnie Walsh die Spuren und Reste einer verkorksten Ära wegfegen. Ganz so schnell wie die Suns immer gespielt haben, ehe sie Shaqiulle O'Neal holten, wird es wohl nicht gehen. Erst wenn Spieler wie LeBron James und Dwayne Wade auf dem Markt sind und nach New York gelotst werden können, wird die Mannschaft wieder zu einem Faktor in der Liga werden.
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23. April 2008
Vorsicht, Reißleine
Eine Lösung wie für Isiah Thomas in New York wird dabei wohl nicht herauskommen. Der Ex-Chefmanager und Ex-Trainer ist noch immer Angestellter vom Madison Square Garden, und bekommt ein ordentliches Gehalt.
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25. März 2008
Mutti, der Mann mit den Eiern ist da (fast da)
Man sollte sich um Himmels Willen nicht zu früh freuen. Aber die Zeichen für einen Rauswurf von Isiah Thomas bei den New York Knicks sind unübersehbar. Die sich abzeichnenden Veränderungen besagen: mit Donnie Walsh kommt ein neuer Verantwortlicher für die Basketball-Abteilung des Madison Square Garden nach Manhattan. Der wird sich dann mit den weiteren Personalfragen abmühen, nachdem Club-Eigentümer Joe Dolan nicht die cojones aufgebracht hat, das Großreinemachen selbst zu besorgen. Die Besonderheit: Walsh hat Thomas einst bei den Indiana Pacers den ersten Trainerposten gegeben. Angeblich ist das Verhältnis der beiden ungetrübt. Dann dürfen wir mal gespannt sein, wie teuer die Vertragsauflösung wird.
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1. März 2008
Falten im Gesicht
Dem Elend, das sich mit dem Namen New York Knicks verbindet, meißelt die Geschichte regelmäßig neuen Falten ins Gesicht. Die jüngste besteht in der Personalpolitik von General Manager und Trainer Isiah Thomas, der seinem teuersten Spieler den Zutritt zu Heimspielen im Madison Square Garden verwehrt und ihn mit der Auflage belegt hat, nicht mit Journalisten zu sprechen. Stephon Marbury, der seit Januar an einer Knöchelverletzung leidet und zuerst deshalb nicht mehr aufgeboten werden konnte, scheint auch in der Zukunftsplanung der Mannschaft nicht mehr vorzukommen. Das Problem: Marbury ist nur dann etwas wert, wenn man ihn an einen anderen Club abgeben kann, der für den Spielmacher im Tausch ein paar brauchbare Basketballer abgibt. Ansonsten müssten ihn die Knicks aus seinem Vertrag herauskaufen, was ungefähr ebenso teuer ist, wie Isiah Thomas wegen Erfolglosigkeit zu entlassen. Sich von beiden zu trennen, wäre ein Millionengrab in Rekordgröße. Das Thema dürfte als nächstes eher zäh dahinplätschern, denn der Trade-Termin in der NBA ist vor kurzem verstrichen. Aber genausogut kann der keimende Zwist wie ein Feuerwerk explodieren. Die Zeit ist reif.
Blick zurück: Isiah und Starbury - zwei, die einander verdient haben
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12. Januar 2008
Es kann schon sein...
...dass der Chef vom Madison Square Garden doch noch die Geduld verliert, die er bisher mit Isiah Thomas in seiner Rolle als Manager und Trainer der New York Knicks hatte. Bloss wann?
...Dirk Nowitzki nie wieder Trompete spielt, vielleicht auch nie wieder wieder Scottie Pippen als Arschloch bezeichnet und nie wieder eine ausführliche Fernsehdokumentation mit einem Sender in Europa dreht, in der er soviel von seiner privaten Seite zeigt. Denn dieser Beitrag auf arte (auf YouTube in sieben Teilen) ist bereits vier Jahre alt. Und wenn überhaupt, dann ist er mit zunehmendem Erfolg noch zugeknöpfter geworden. Aber damals mit Till Brönner war das noch ganz anders (via Ball in Europe).
...dass Marion Jones demnächst als Zeugin der Anklage gegen ihren alten Trainer Trevor Graham aussagen wird. Weil ihr Prozess am Freitag mit einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten zu Ende ging, kann sie nicht mehr ihre Kooperation verweigern. Mehr über den Urteilsspruch morgen in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
...dass Brett Favre noch eine Saison dranhängt. Mit 38 Jahren. Heute spielt er erst mal gegen seinen Ex-Coach Mike Holmgren und die Seahawks. Playoff-Time in der NFL. Wir sind gespannt.
...dass Glen Rice einfach zu keiner anderen Reaktion fähig war, als er den Geliebten seiner Gattin in einem Kleiderschrank vorfand. Obwohl: Es gibt da so einen Besitzstandskomplex, der durch zuviel Testosteron eher schlimmer wird. Dann zählt auch nicht mehr, dass man selbst und die Gattin ein ziemlich abgearbeitetes Verhältnis haben, das Richtung Scheidung driftet. Der Bericht sagt, dass der Mann ins Krankenhaus musste, wo eine Wunde, die ihm der ehemalige Basketballprofi zugefügt hatte, mit neun Stichen genäht werden musste. Schlecht für Rice. Das nennt man Körperverletzung. Und es ist strafbar.
...dass es keine bessere Lösung gab, als die letzten 51,8 Sekunden des Spiels Miami Heat gegen die Atlanta Hawks noch einmal neu zu spielen. Die Fehlentscheidung in Sachen Shaquille O'Neal, der fälschlicherweise wegen zu vieler Fouls gegen Ende des Matches in die Kabine geschickt wurde, war schließlich von einer spielentscheidenden Bedeutung. Es kann aber auch sein, dass einem unsereins diese dauernden Live-Übertragungen mit den Miami Heat im Fernsehen langsam zum Hals raushängen. Gestern war es das Match gegen die New Orleans Hornets. Kann nicht jemand mal den Programmplanern sagen, das es kaum eine Mannschaft in der NBA gibt, die schlechter spielt? Und dass wir gerne mal die Portland TrailBlazers sehen würden? Oder genießen die auch nach ihrer jüngsten Bilanz - 17 Siege in 19 Spielen im Dezember und Januar - noch immer keinen Respekt?
...Dirk Nowitzki nie wieder Trompete spielt, vielleicht auch nie wieder wieder Scottie Pippen als Arschloch bezeichnet und nie wieder eine ausführliche Fernsehdokumentation mit einem Sender in Europa dreht, in der er soviel von seiner privaten Seite zeigt. Denn dieser Beitrag auf arte (auf YouTube in sieben Teilen) ist bereits vier Jahre alt. Und wenn überhaupt, dann ist er mit zunehmendem Erfolg noch zugeknöpfter geworden. Aber damals mit Till Brönner war das noch ganz anders (via Ball in Europe).
...dass Marion Jones demnächst als Zeugin der Anklage gegen ihren alten Trainer Trevor Graham aussagen wird. Weil ihr Prozess am Freitag mit einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten zu Ende ging, kann sie nicht mehr ihre Kooperation verweigern. Mehr über den Urteilsspruch morgen in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
...dass Brett Favre noch eine Saison dranhängt. Mit 38 Jahren. Heute spielt er erst mal gegen seinen Ex-Coach Mike Holmgren und die Seahawks. Playoff-Time in der NFL. Wir sind gespannt.
...dass Glen Rice einfach zu keiner anderen Reaktion fähig war, als er den Geliebten seiner Gattin in einem Kleiderschrank vorfand. Obwohl: Es gibt da so einen Besitzstandskomplex, der durch zuviel Testosteron eher schlimmer wird. Dann zählt auch nicht mehr, dass man selbst und die Gattin ein ziemlich abgearbeitetes Verhältnis haben, das Richtung Scheidung driftet. Der Bericht sagt, dass der Mann ins Krankenhaus musste, wo eine Wunde, die ihm der ehemalige Basketballprofi zugefügt hatte, mit neun Stichen genäht werden musste. Schlecht für Rice. Das nennt man Körperverletzung. Und es ist strafbar.
...dass es keine bessere Lösung gab, als die letzten 51,8 Sekunden des Spiels Miami Heat gegen die Atlanta Hawks noch einmal neu zu spielen. Die Fehlentscheidung in Sachen Shaquille O'Neal, der fälschlicherweise wegen zu vieler Fouls gegen Ende des Matches in die Kabine geschickt wurde, war schließlich von einer spielentscheidenden Bedeutung. Es kann aber auch sein, dass einem unsereins diese dauernden Live-Übertragungen mit den Miami Heat im Fernsehen langsam zum Hals raushängen. Gestern war es das Match gegen die New Orleans Hornets. Kann nicht jemand mal den Programmplanern sagen, das es kaum eine Mannschaft in der NBA gibt, die schlechter spielt? Und dass wir gerne mal die Portland TrailBlazers sehen würden? Oder genießen die auch nach ihrer jüngsten Bilanz - 17 Siege in 19 Spielen im Dezember und Januar - noch immer keinen Respekt?
14. Dezember 2007
Knicks mit Meckern: Wer brüllt, wird verwarnt
Als ob es nicht schon schwer genug sei, sich ein Spiel der extrem schwachen New York Knicks mit eigenen Augen anzusehen (man sah neulich im Fernsehen das verknautschte Gesicht von Woody Allen auf den Rängen und entwickelte spontan ganz viel Mitgefühl mit einem Mann, der als ausgewiesener Misanthrop eigentlich gar keine Sympathie verdient). Jetzt erhalten Zuschauer, die im Madison Square Garden den Mund aufmachen und sich über die Leistung der Mannschaft lauthals beschweren, vom Personal auch noch kleine Verwarnungskarten. Den jüngsten Fall hat die New York Times dokumentiert, die von einem Besucher berichtete, der die Karte in der Nähe der Knicks-Auswechselbank von einem Schwarzhändler kurz vor dem Spiel draußen vor der Halle für schlappe 20 Dollar gekauft hatte. Schlussfolgerung: Meckerfritzen, die keine Ruhe geben, werden vor die Tür gesetzt.
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29. November 2007
Winter Lager im Time Out
Zwei Blocks weiter Uptown ist Time Out, eine sogenannte Sports Bar, die früher mal Quarterback Boomer Esiason gehörte, der den zweiten Teil seiner Football-Karriere bei den New York Jets verbracht hat und aus irgendeinem nicht nachvollziehbaren Grund seitdem zum Fernseh- und Radio-Establishment gehört. Der Mann hat nichts zu sagen. Aber das sagt er ziemlich eloquent. Seine ehemalige Kneipe war irgendwann ab dem zweiten Viertel der Begegnung zwischen den Dallas Cowboys und den Green Bay Packers knallvoll. Was an der verrtrackten Übertragungssituation liegt. Time Out hat NFL Network. Auf den zahllosen Falchbildschirmen lief nicht nur Football. Es gab Eishockey und die NBA (mit dem erstaunlichen Schlachtfest der Boston Celtics, die die New York Knicks komplett auseinander nahmen).
Die Biertrinker im Time Out (5 Dollar für ein Pint Samuel Adams Winter Lager) schienen sich aber nur auf die Üubertragung aus Texas zu interessieren. Wobei sich irgendwann herausstellte, dass die Leute in der Mehrzahl waren, die für die Green Bay Packers brüllten und klatschten. Dass überhaupt Fans der Cowboys anwesend waren, ist schwer zu erklären. Die Cowboys spielen seit Generationen in einer Division gegen die New York Giants und sollten in der Stadt eigentlich keinen Widerhall finden. Aber amerikanische Sportfans sind einigermaßen tolerant (und kommen, wenn sie in Manhattan wohnen, aus allen Ecken des Landes). Trotzdem war die Stimmung eher verhalten. Vielleicht lag es an dem Spiel selbst, in dem vor allem die Cowboys mit der Schärfe eines guten Bowie-Messers in der Offensive und der Defensive attackierten. Die Punktezahl ging mit einer Geschwindigkeit nach oben, die man sonst nur aus der American Conference kennt. Besonders bemerkenswert sind die Würfe von Cowboys0-Quarterback Tony Romo, der nach dem vergölsten Field Goal im Frühjahr in den Playoffs wie ein Fall für den Sportpsychologen aussah und den Rücktritt von Coach Bill Parcells mit auf dem Gewissen hat. Die sehen zwar aus, als habe er sie sich in jahrelangem Solotraining selbst beigebracht, aber sie kommen an.
Auf jeden Fall war das Footballmatch reizvoller als die Extremblamage der Knicks in Boston, die unter anderem unterstrich, wie gut die Celtics sind, die zwischendurch mit 52 Punkten in Führung lagen und auch mit der zweiten Garnitur im vierten Viertel nicht nachließen. Falls die Eigentümer des Madison Square Garden diese Versammlung von Schwachköpfen nicht auseinanderkegeln, werden sich das Publikum und die Medien der Stadt noch deutlich zu Wort melden. 104:59. Was soll man da noch sagen? Bloß gut, dass Knicks-Coach Isiah Thomas nicht die Parole ausgab, eine Schlägerei zu provozieren, wie er das vor einem Jahr gegen die Denver Nuggets getan hatte. Das hätte der Bankrotterklärung auf dem Platz die Krone aufgesetzt.
Die Packers wirkten in der ersten Hälfte nur zeitweilig so gut wie das Team, das bisher zusammen mit Cowboys die NFC dominiert hat. Dann musste Quarterback Brett Favre im zweiten Viertel nach einem harten Tackle mit Problemen am Wurfarm aussetzen, und Ersatz-QB Aaron Ridgers kam ins Spiel. Vielleicht war das keine schlechte Lösung. Der immer risikofreudige Favre hatte an diesem Abend eine Reihe von Fehlwürfen produziert und auf diese Weise seiner Mannschaft Probleme bereitet. Auffallend: die Qualitat der Cowboys-Verteidigung, die mehr als einmal bei langen Pässen zwei Leute eng auf einen Packers-Wide Receiver angesetzt hatte, der den Ball in Empfang nehmen sollte, aber nie auch nur eine Chance hatte, ihn zu fangen. So etwas schaffen die blitzenden Defensivreihen de AFC nicht, weil ihnen dann hedes Mal notgedrungen im Rückraum die Leute fehlen. Die einzige Frage, die bleibt? Spielt Dallas so gut, weil Parcells weg ist? Oder war die Mannschaft schon im letzten Jahr so gut und der neue Trainer Wade Phillips lässt sie einfach gewähren?
Die Biertrinker im Time Out (5 Dollar für ein Pint Samuel Adams Winter Lager) schienen sich aber nur auf die Üubertragung aus Texas zu interessieren. Wobei sich irgendwann herausstellte, dass die Leute in der Mehrzahl waren, die für die Green Bay Packers brüllten und klatschten. Dass überhaupt Fans der Cowboys anwesend waren, ist schwer zu erklären. Die Cowboys spielen seit Generationen in einer Division gegen die New York Giants und sollten in der Stadt eigentlich keinen Widerhall finden. Aber amerikanische Sportfans sind einigermaßen tolerant (und kommen, wenn sie in Manhattan wohnen, aus allen Ecken des Landes). Trotzdem war die Stimmung eher verhalten. Vielleicht lag es an dem Spiel selbst, in dem vor allem die Cowboys mit der Schärfe eines guten Bowie-Messers in der Offensive und der Defensive attackierten. Die Punktezahl ging mit einer Geschwindigkeit nach oben, die man sonst nur aus der American Conference kennt. Besonders bemerkenswert sind die Würfe von Cowboys0-Quarterback Tony Romo, der nach dem vergölsten Field Goal im Frühjahr in den Playoffs wie ein Fall für den Sportpsychologen aussah und den Rücktritt von Coach Bill Parcells mit auf dem Gewissen hat. Die sehen zwar aus, als habe er sie sich in jahrelangem Solotraining selbst beigebracht, aber sie kommen an.
Auf jeden Fall war das Footballmatch reizvoller als die Extremblamage der Knicks in Boston, die unter anderem unterstrich, wie gut die Celtics sind, die zwischendurch mit 52 Punkten in Führung lagen und auch mit der zweiten Garnitur im vierten Viertel nicht nachließen. Falls die Eigentümer des Madison Square Garden diese Versammlung von Schwachköpfen nicht auseinanderkegeln, werden sich das Publikum und die Medien der Stadt noch deutlich zu Wort melden. 104:59. Was soll man da noch sagen? Bloß gut, dass Knicks-Coach Isiah Thomas nicht die Parole ausgab, eine Schlägerei zu provozieren, wie er das vor einem Jahr gegen die Denver Nuggets getan hatte. Das hätte der Bankrotterklärung auf dem Platz die Krone aufgesetzt.
Die Packers wirkten in der ersten Hälfte nur zeitweilig so gut wie das Team, das bisher zusammen mit Cowboys die NFC dominiert hat. Dann musste Quarterback Brett Favre im zweiten Viertel nach einem harten Tackle mit Problemen am Wurfarm aussetzen, und Ersatz-QB Aaron Ridgers kam ins Spiel. Vielleicht war das keine schlechte Lösung. Der immer risikofreudige Favre hatte an diesem Abend eine Reihe von Fehlwürfen produziert und auf diese Weise seiner Mannschaft Probleme bereitet. Auffallend: die Qualitat der Cowboys-Verteidigung, die mehr als einmal bei langen Pässen zwei Leute eng auf einen Packers-Wide Receiver angesetzt hatte, der den Ball in Empfang nehmen sollte, aber nie auch nur eine Chance hatte, ihn zu fangen. So etwas schaffen die blitzenden Defensivreihen de AFC nicht, weil ihnen dann hedes Mal notgedrungen im Rückraum die Leute fehlen. Die einzige Frage, die bleibt? Spielt Dallas so gut, weil Parcells weg ist? Oder war die Mannschaft schon im letzten Jahr so gut und der neue Trainer Wade Phillips lässt sie einfach gewähren?
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28. November 2007
Marbury gegen Garnett: Das Prickeln vor dem Spiel
Stephon Marbury und Kevin Garnett haben schon oft gegeneinander gespielt, seitdem sich der eine aus Minneapolis verabschiedete und der andere bei den Timberwolves das Unmögliche probierte: die Mannschaft zu einem Meisterschaftsanwärter zu machen. Aber selten war eine Begegnung so interessant wie die heute abend. Marbury und die Knicks gegen Garnett und die Celtics. Der eine, der Beweis dafür, dass die Mannschaftssportart Basketball nicht floriert, wenn einer dabei ist, der ausschließlich seinen eigenen Stiefel spielt. Der andere endlich auf dem Weg Richtung Titel. Man muss über Marbury nicht mehr viele Worte verlieren. Der ist auf diesen Seiten schon mehrfach hinreichend präsentiert worden. Und auch über Garnett, den besten und effektivsten Spieler der NBA, braucht man nicht viel zu sagen. Nur soviel: Wo Marbury weg geht, werden die Mannschaften besser, wo er hingeht werden sie schlechter. Und er ist ein egozentrischer Neidhammel erster Güte. Die Boston Celtics (mit KG) sind das beste Team der Saison. Die New York Times hat die Beziehung (oder besser: Nicht-Beziehung) der beiden in einer ausführlichen Geschichte nachgezeichnet. Es lohnt sich die zu lesen.
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25. November 2007
Keiner sieht den freien Mann
Das Spiel zwischen den New York Knicks und den Chicago Bulls am Samstag war nicht zum Anschauen. Während man in Manhattan darauf wartet, dass entweder Isiah Thomas endlich gefeuert wird oder Stephon Marbury abgegeben (oder beides) - immer nach dem Motto: je lauter das Theater, desto lieber - muss man sich in Chicago fragen, wieso eine ziemlich eingespielte Mannschaft nicht besser kombiniert und harmoniert. Man muss sich fragen: Was macht Coach Scott Skiles im Training mit seinen Leuten? Probiert er jeden Tag irgendetwas Neues aus, was dann im Match gegen einigermaßen motivierte Gegner nicht funktioniert? Oder sieht er etwas, was wir nicht sehen? Grotesk, wie oft und unbelehrbar einzelne Spieler am Ende vieler Spielzüge die Übersicht verlieren und den freien Mann nicht sehen, sondern im Alleingang auf den Korb zusteuern (und ihn nicht treffen). Vielleicht wollen die Bulls aber auch einfach nur den Herrn Hollinger blamieren, die vor der Saison das Team zum besten in der Eastern Conference hochschrieb und, ohne auch nur mit der Wimper zu zu zucken, eine Niederlagenprojektion von 27 anbot. Die Bulls stehen nur Zeit bei 2:9, haben also nach elf Begegnungen schon ein Drittel dessen eingefahren, was ihnen Hollinger zugetraut hatte.
Den gleichen Stand haben übrigens auch die Houston Rockets erreicht: Hollinger kalkulierte eine Saisonbilanz von 61:21. Der Zwischenstand derzeit: 7:7 (also bei den Niederlagen ebenfalls ein Drittel).
Zurück zu den Bulls: Es kann nicht an Luol Deng alleine liegen, dass die Mannschaft derartig aus den Fugen geraten ist. Der saß am Samstag mit Rückenproblemen auf der Bank. Und es kann auch nicht an den Diskussionen rund um Kobe Bryant und einen möglichen Tausch mit den Los Angeles Lakers liegen, der lange Zeit die Diskussionen beherrschte und dann verstummte. Damals konnte man noch behaupten: Ein Trade würde die Chemie eines guten jungen Teams belasten. Angesichts der gegenwärtigen Schieflage, kann man eigentlich nur eines sagen: ein Bryant-Trade wäre mehr als eine Hilfe. Er wäre eine Offenbarung.
Den gleichen Stand haben übrigens auch die Houston Rockets erreicht: Hollinger kalkulierte eine Saisonbilanz von 61:21. Der Zwischenstand derzeit: 7:7 (also bei den Niederlagen ebenfalls ein Drittel).
Zurück zu den Bulls: Es kann nicht an Luol Deng alleine liegen, dass die Mannschaft derartig aus den Fugen geraten ist. Der saß am Samstag mit Rückenproblemen auf der Bank. Und es kann auch nicht an den Diskussionen rund um Kobe Bryant und einen möglichen Tausch mit den Los Angeles Lakers liegen, der lange Zeit die Diskussionen beherrschte und dann verstummte. Damals konnte man noch behaupten: Ein Trade würde die Chemie eines guten jungen Teams belasten. Angesichts der gegenwärtigen Schieflage, kann man eigentlich nur eines sagen: ein Bryant-Trade wäre mehr als eine Hilfe. Er wäre eine Offenbarung.
14. November 2007
Ein Sack tätowierte Idiotie
Über Stephon Marbury haben wir im Laufe der letzten Monate zum Beispiel hier und hier und hier berichtet. Den sportlichen Werdegang, eine Art Abstiegskontinuum, haben wir bereits in der Zeit davor, im Januar 2006, in der FAZ, dokumentiert. Was soll man dem noch hinzufügen? Dass dieser Sack extrem verspielte, tätowierte Idiotie jetzt endlich auch auch den Verantwortlichen der New York Knicks auf den Keks geht? Das muss man wohl - der Vollständigkeit halber - tatsächlich berichten. Mit einer gewissen Schadenfreude allerdings. Andere Blogs haben sich bereits hier und hier mit dem aktuellen Fall beschäftigt. Ein Fall von Arbeitsverweigerung. Aber was darin etwas zu kurz kam, ist die offensichtliche Frivolität des Mannes: "Ich weiß so viel über Isiah", sagte er der New York Daily News in einer Anspielung an den Prozess von neulich und drohte auszupacken. "Ihr habt keine Ahnung, was ich weiß."
In einer solchen Atmosphäre wird alles hochgespült: die schmutzige Wäsche und sogar der Verdacht, dass Thomas und Marbury auf dem Flug der Mannschaft nach Phoenix vor zwei Tagen ein Handgemenge hatten (von einem Teamsprecher inzwischen dementiert). Was kommt als nächstes? Ein Tausch mit einem anderen Team? Wer braucht Stephon Marbury?
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18. Oktober 2007
Celtics: Es grünt Hoffnung
Wie gut sind die neuen Boston Celtics? Ziemlich gut. Zumindest so gut, dass die New York Knicks gestern so aussahen, als würden sie ihnen lieber bei der Arbeit zuschauen als gegen sie antreten. Die New York Times sprach in ihrem Bericht über den 101:61-Sieg von "überwältigen". Vom Comeback von Allan Houston sprach so gut wie niemand. Kevin Garnett, Ray Allen und Paul Pierce passen offensichtlich gut zusammen.
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25. September 2007
Marbury hat ein wirklich großes Herz für Praktikantinnen
Wer geglaubt hatte, die Praktikantin der New York Knicks, die sich damals von Basketballer Stephon Marbury zu einer kleinem Sexeinlage in sein Auto locken ließ, habe Mitleid verdient, der muss sich eines besseren belehren lassen. Ms. Kathleen Decker wurde wenig später vom Club-Management MSG Sports mit einem richtigen Job bedacht. Und nicht nur das. Vor sechs Wochen erhielt sie eine Beförderung. Was das mit ihrer Zeugenaussage im laufenden Prozess zu tun hat? Das wissen wir noch nicht. Aber Spekulationen sind erlaubt. Vielleicht macht man in einem Männerverein alter Prägung immer noch am besten auf die Decker-Tour Karriere. Jedenfalls nicht so wie Anucha Browne Sanders (Bild hier), die den Laden verklagt hat, weil sie nach einer internen Beschwerde wegen sexueller Nötigung ihren gut bezahlten Job verlor. Deckers Auftritt am Montag als Zeugin der Verteidigung warf aber auch ein schlechtes Licht auf die Klägerin. Das interessanteste Detail (denn die meisten bisher vor Gericht zitierten Protagonisten - Isiah Thomas, Chefmanager Steve Mills und Browne Sanders sind schwarz) : Decker ist weiß.
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18. September 2007
Zeitmaschine
Der gute Tony Kornheiser, der im Hauptberuf eine Kolumne für die Washington Post schreibt, im Nebenberuf bei ESPN Radioprogramme abliefert, zusammen mit dem Post-Kollegen Michael Wilbon die Quasselsendung Pardon the Interruption bestreitet und als dritter Mann in der Sprecherkabine von Monday Night Football engagiert ist .....uff, kurze Pause zum Luft holen.... ist ein vielbeschäftigter Mann. Und hat deshalb keine Zeit mehr sich, die hübschen Bonmots selber auszudenken. Aber wenigstens nennt er - noch - die Quelle. Hier das Highlight von gestern abend (via Out of Left Field), als er Steve Hirdt (Elias Sports Bureau, ein Statistikspezialist) zitierte:
Warum das so sein soll, ist einfach zu verstehen. Mit dem rüden Schimpfwort belegte er die Marketing-Spezialistin, die für die New York Knicks und ihn arbeitete und die nun den Club auf Schadensersatz wegen sexueller Nötigung verklagt, weil ihr gekündigt wurde, als sie sich über die Behandlung seitens Thomas beschwerte.
Das Wort bitch ist übrigens nicht eindeutig zu übersetzen. Es kann Hündin, Hure oder auch Petze bedeuten. Dass es herabsetzend gemeint ist, bestreit jedoch niemand. Thomas war der Mann, der hinter dem Rücken von Magic Johnson erzählte, der Lakers-Mann habe sich den AIDS-Virus durch Sex mit Männern zugezogen. Eine Möglichkeit, die Johnson stets rundheraus bestritten hat. Darüber ging die einstige Freundschaft der beiden zu Bruch. Diesmal wird es vermutlich teurer.
Blick zurück: Die Schwierigkeiten von Isiah Thomas
"Die Packers sind 2:0, die 49ers sind 2:0, die Cowboys sind 2:0. Und O. J. ist im Gefängnis. Wir erleben noch einmal die Mitte der neunziger Jahre."Man sollte vielleicht den Namen Isiah Thomas mit in die Runde werfen. Der dokumentierte im Gerichtssaal in New York, weshalb ihn Michael Jordan 1992 aus dem Dream Team heraushielt, obwohl von seinen sportlichen Qualitäten her eindeutig zu der Auswahl dazu gehört hätte. Der Mann ist ein doppelzüngiger Giftzwerg. So sagte er: "Wenn ein weißer Mann eine schwarze Frau als 'bitch' bezeichnet, dann finde ich das falsch. Das akzeptiere ich nicht. Damit habe ich ein Problem." Als er aber gefragt wurde, ob er auch ein Problem damit habe, wenn ein schwarzer Mann eine schwarze Frau "bitch" nennt, klang das schon anders: "Nicht so sehr." Merke: Schwarzen Frauen verdienen nicht halb so viel Respekt von schwarzen Männern wie von weißen.
Warum das so sein soll, ist einfach zu verstehen. Mit dem rüden Schimpfwort belegte er die Marketing-Spezialistin, die für die New York Knicks und ihn arbeitete und die nun den Club auf Schadensersatz wegen sexueller Nötigung verklagt, weil ihr gekündigt wurde, als sie sich über die Behandlung seitens Thomas beschwerte.
Das Wort bitch ist übrigens nicht eindeutig zu übersetzen. Es kann Hündin, Hure oder auch Petze bedeuten. Dass es herabsetzend gemeint ist, bestreit jedoch niemand. Thomas war der Mann, der hinter dem Rücken von Magic Johnson erzählte, der Lakers-Mann habe sich den AIDS-Virus durch Sex mit Männern zugezogen. Eine Möglichkeit, die Johnson stets rundheraus bestritten hat. Darüber ging die einstige Freundschaft der beiden zu Bruch. Diesmal wird es vermutlich teurer.
Blick zurück: Die Schwierigkeiten von Isiah Thomas
13. September 2007
Knicks Gutes: Sexuelle Nötigung à la Madison Square Garden
Es muss ein angenehmes Gefühl sein, für einen Arbeitgeber zu arbeiten, der mit Geld nur so um sich schmeißt. Zumindest wenn man einen Vertrag mit der Basketballabteilung hat und männlichen Geschlechts ist. Dann steht man in der Gunst der Oberen des Madison Square Garden und macht im Profitcenter New York Knicks ein Vermögen. Ganz egal wie gut die sportlichen Resultate sind. Wehe aber man ist eine Frau, vielleicht noch ein bisschen selbstbewusst und nicht einverstanden, mit der Art und Weise, wie die weiblichen Beschäftigten behandelt werden, dann wird die Atmosphäre rasch ziemlich unangenehm. Die Details kann man dieser Tage den Berichten aus einem New Yorker Gerichtssaal entnehmen, wo eine ehemalige Angestellte den ganzen Laden und den Knicks-Trainer und General Manager Isiah Thomas im besonderen wegen sexueller Nötigung verklagt. Angesichts der Einzelheiten, die unter anderem dokumentieren, dass ein Spieler wie Stephon Marbury keine Schwierigkeiten hat, eine Knicks-Praktikantin für eine kleine Sexkapade in sein Auto zu lotsen (auch wenn die eigentlich gar nicht möchte, aber dem Druck nicht standhalten kann), bleibt die zentrale Frage: Wieso war man in der Top-Etage von Madison Square Garden nicht bereit, sich in aller Stille auf einen Vergleich einzulassen und hoffte statt dessen, dass man angesichts solcher Enthüllungen billiger davon kommt? Geht den Eigentümern das Geld aus, das sie aufgrund der Luxury Tax der NBA wie eine Fontäne übers ganze Land versprühen? Oder hatten sie gedacht, dass der Anwalt von Anucha Browne Sanders (Bild hier) die Zivilklage vorgebracht hat, zu blöd ist, um den Fall den Geschworenen möglichst plastisch vorzuexerzieren?
Wohl das letztere. Denn auf dem Papier sahen die Vorwürfe eher dünn aus. Nun zeigt sich jedoch, dass die Prozesstaktik sehr viel kraftvoller ist: Browne Sanders, die einst einen guten bezahlten Posten in der Marketingabteilung der Knicks bekleidete und rausgeworfen wurde, nachdem sie sich über die Behandlung und die verbalen Attacken von Thomas beschwert hatte (angeblich, weil sie sich in die durch ihre Beschwerde ausgelösten hausinternen Ermittlungen eingemischt hatte), konnte bislang sehr gut dokumentieren, wie das Top-Management damals reagierte, als es von den Klagen von betroffenen Frauen erfuhr: mit der typischen Ignoranz eines Männerladens und feindselig.
Man darf davon ausgehen, dass Isiah Thomas die konkreten Vorwürfe im Zeugenstand bestreiten wird. Denn wenn es für die Gespräche zwischen ihm und Browne Sanders keine Zeugen gab, steht danach Aussage gegen Aussage. Die Indizien allerdings bleiben bestehen. Die ehemalige Angestellte verlangt Schadensersatz in Höhe von 9,6 Millionen Dollar. Was sie im Gerichtssaal wirklich nur überzeugend darlegen muss, ist die Sache mit ihrem Rauswurf. Das amerikanische Arbeitsrecht ist alles andere als arbeitnehmerfreundlich - außer beim Thema sexuelle Nötigung. Da reicht es bereits, wenn einer Beschwerdeführerin gekündigt wird und die Kündigung als eindeutige Revanchehandlung interpretiert werden kann, um die Person einzuschüchtern und sie zum Schweigen zu bringen.
Wohl das letztere. Denn auf dem Papier sahen die Vorwürfe eher dünn aus. Nun zeigt sich jedoch, dass die Prozesstaktik sehr viel kraftvoller ist: Browne Sanders, die einst einen guten bezahlten Posten in der Marketingabteilung der Knicks bekleidete und rausgeworfen wurde, nachdem sie sich über die Behandlung und die verbalen Attacken von Thomas beschwert hatte (angeblich, weil sie sich in die durch ihre Beschwerde ausgelösten hausinternen Ermittlungen eingemischt hatte), konnte bislang sehr gut dokumentieren, wie das Top-Management damals reagierte, als es von den Klagen von betroffenen Frauen erfuhr: mit der typischen Ignoranz eines Männerladens und feindselig.
Man darf davon ausgehen, dass Isiah Thomas die konkreten Vorwürfe im Zeugenstand bestreiten wird. Denn wenn es für die Gespräche zwischen ihm und Browne Sanders keine Zeugen gab, steht danach Aussage gegen Aussage. Die Indizien allerdings bleiben bestehen. Die ehemalige Angestellte verlangt Schadensersatz in Höhe von 9,6 Millionen Dollar. Was sie im Gerichtssaal wirklich nur überzeugend darlegen muss, ist die Sache mit ihrem Rauswurf. Das amerikanische Arbeitsrecht ist alles andere als arbeitnehmerfreundlich - außer beim Thema sexuelle Nötigung. Da reicht es bereits, wenn einer Beschwerdeführerin gekündigt wird und die Kündigung als eindeutige Revanchehandlung interpretiert werden kann, um die Person einzuschüchtern und sie zum Schweigen zu bringen.
4. Juli 2007
Marbury hat die Zukunft gesehen. Die Vergangenheit soll ruhen
Es ist schwer zu sagen, wer sich eigentlich mehr über die Tauschaktion gefreut hat, die Zach Randolph von den Portland TrailBlazers nach New York gebracht hat: Knicks-Spielmacher Stephon Marbury oder Randolphs Nachbarn in dem kleinen Vorort von Portland, die seit drei Jahren dem lauten nächtlichen Treiben im Haus und Garten nebenan hilflos ausgeliefert waren. Dass Marbury glaubt, dass mit Randolph alles besser wird, kann man verstehen. Er ist der Mann, der offensichtlich gemerkt hat, dass die Clubs, die ihn unter Vertrag hatten, ohne ihn stets besser spielten als mit ihm. Jetzt freut er sich über jeden Strohhalm. Als Cousin des Waffennarren Sebastian Telfair (Boston Celtics) ist er nicht nur Kummer gewohnt, sondern findet es nachgerade unterstützenswert (das Zitat dazu findet man weiter unten im Text). Vielleicht hätte er auch Verständnis für die Art und Weise, wie seine Mitspieler ihre sexuellen Bedürfnisse befriedigen. Wozu Zach Randolph fähig scheint, zeigt diese Klageschrift in allen pikanten Details (die HTML-Version gibt es hier).
Wir wollen das nicht ausbreiten, zumal dies eine einseitige Darstellung ist. Aus der lässt sich nicht verbindlich ableiten, was zwischen den beteiligten Personen tatsächlich passiert ist. Aber man darf es sicher anreichern mit Archivmaterial wie diesem: eine Geschichte, in der es um Hundkämpfe geht und um Gewaltandrohungen. Zach Randolph, der seinem Mannschaftskollegen Ruben Patterson (kein Kind von Traurigkeit) 2003 ins Gesicht schlug, könnte tatsächlich der Typ sein, der zu Marbury passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Ein Mann von 25, der schon in seiner Schulzeit mit einer ganzen Liste von Gesetzesverstößen aufgefallen ist und eine Entourage um sich geschart hat, die mutmaßlich auf seine Kosten leben und unter dem Namen Hoops Family die Züge einer Gang angenommen haben.
Die New Yorker Boulevard-Journalisten, die gewöhnlich ziemlich herbe zupacken, wenn ihnen etwas nicht in den Kram passt, wirkten eher zahm, als ihnen der Typ mit dem runden freundlichen Gesicht gegenüberstand. Der fand nämlich, es sei besser in die Zukunft zu schauen und nicht länger in der Vergangenheit herumzuwühlen. Und das würde man in New York, wo vor einer Weile der notorische Trainerwürger Latrell Sprewell relativ erfolgreich integriert werden konnte, denn auch gerne tun.
A propos Sprewell: sein Opfer, P. J. Carlesimo, wird wohl der neue erste Mann bei den Seattle SuperSonics, nachdem er zuletzt als zweiter Mann hinter Gregg Popovich beim Meisterteam San Antonio Spurs gearbeitet hatte.
Blick zurück: Zach Randolph war schon mal Thema hier. Der MTV-Mitschnitt ist leider von YouTube gelöscht worden
7. März 2007
Die teuerste Mannschaft der NBA und ihr Publikum
Gestern abend nach langer Zeit zum ersten Mal wieder bei einem Basketballspiel im Madison Square Garden. Da konnte man das New Yorker Publikum erleben, das sich von dem in anderen Sportpalästen in den USA so wohltuend abhebt. Es ist verwöhnt, anspruchsvoll, sachkundig. Ein Drittel sucht sich erst den Sitzplatz, nachdem das Spiel angefangen hat. Zwischendurch spannungslose Atmosphäre und Zuschauer, die nur dann - ein wenig - in Stimmung kommen, wenn die Knicks City Dancers die zusammengerollten T-Shirts in die Menge katapultieren. Knapp zwei Minuten vor dem Ende kommen die New York Knicks auf zwei Punkte heran, nachdem sie während des ganzen Spiels gegen die Seattle SuperSonics ziemlich überfordert aussahen. Da explodiert der Laden förmlich. Alle springen auf, brüllen, fordern die Mannschaft auf. Der Garden vibriert. Weniger als eine Sekunde vor der Schlusshupe hat Stephon Marbury zwei Freiwürfe, um auszugleichen und eine Verlängerung zu erzwingen. Die NBA hat mal wieder gezeigt, wie man Spannung inszeniert und die anspruchsvollen New Yorker Fans sind zufrieden. Nicht mit dem Resultat. Denn Marbury verwandelt den zweiten Wurf nicht. Seattle gewinnt 100:99. Aber mit dem Abend. Die teuerste Mannschaft der NBA war schließlich in ihrer eigenen Halle fast so gut wie eine der schwächsten Mannschaften in der Liga. Das lässt hoffen.
2. März 2007
Der Mann hinter dem Erfolg von Nash und Nowitzki
Das waren noch Zeiten, als solch ein Zwischenstand als Enttäuschung empfunden wurde. Heute ist man in New York froh, wenn die teuerste Mannschaft der Liga so viele Spiele gewinnt, wie sie verliert. Was wurde aus Nelson? Er ging nach Dallas, baute die schlechteste Mannschaft der neunziger Jahre um, draftete Dirk Nowitzki, holte Steve Nash aus Phoenix, wo er hinter Jason Kidd als Ersatzmann nicht viel zu tun hatte. Araton:
"Heute sind Nash und Nowitzki die essentiellen Spieler in den Teams (Dallas und Phoenix) mit dem besten Punktestand in der Liga, mit Nowitzki dem führenden Herausforderer, Nash als most valuable player abzulösen. Nur um es festzuhalten: Nelson erinnert uns daran, dass er auch Josh Howard gedraftet hat, ein Spieler auf dem Weg zum Co-Star neben Nowitzki - mit dem 29. Pick in der ersten Runde. Im Kontrast dazu: Wieviele All-Stars haben die Knicks hervorgebracht, seit sie Ewing 1985 in einer Lotterie gewonnen haben?"Don Nelson verließ auch die Dallas Mavericks, bevor er selbst für jedermann klar ersichtlich die Früchte seiner Arbeit einfahren konnte. Vielleicht hätte er es dabei belassen sollen und nicht noch einmal an seinem alten Arbeitsplatz Golden State anheuern. Der Job ist nicht leichter geworden. Und Nelson ist inzwischen 65 Jahre alt. Aber vielleicht war es auch ein guter Zug. So bleibt er einem wenigstens in Erinnerung. Als ein Visionär, von denen es in der NBA nur sehr wenige gibt.
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