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9. Mai 2009

Dream-Team-Trainer gestorben

Chuck Daly war mal so etwas wie der Basketballtrainer des Jahrzehnts. Eines Jahrzehnts, das ungefähr 1984 begann, als Michael Jordan Profi wurde und von den Chicago Bulls gedraftet wurde. Und das damit endete, dass Jordan zum Abonnementsmeister der NBA wurde. Daly war nicht Jordans Trainer, sondern der Mann der seinen Aufstieg verlangsamte. Denn er betreute damals die Detroit Pistons, die unter ihm zweimal Meister wurden und sich als größte Hürde für die Bulls erwiesen. Aber einmal war Daly auch Jordans Coach – bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona, als ihm die Liga und der US-Verband das erste und einzige Dream Team an die Hand gab. Und was machte er? Er nahm nicht mal eine Auszeit während des gesamt Turniers. Er überließ die Mannschaftsmitglieder sich selbst und ihrer Kreativität. Das war genial. Einen Spruch von ihm habe ich nicht vergessen. Der über Jordan, der lautet: "So einen seht ihr nur einmal im Leben." Ich bin versucht, etwas ähnliches über Daly zu sagen, der später mit den New Jersey Nets und als Fernsehkommentator nicht mehr ganz so erfolgreich war. Er war ein guter, souveräner Typ. Er ist heute in Florida im Alter von 78 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben.

4. November 2008

Mythos wandert weiter

Es gibt sicher ganz viele gute Gründe, wieso diese Woche in der NBA diese schräge Tauschaktion zustande kam. Die Gründe auf Seiten der Denver Nuggets wollen einem noch am ehesten einleuchten. Das Team hat auf diese Weise endgültig zugegeben, dass das Experiment Allen Iverson gescheitert ist, und sich statt dessen mit Chauncey Billups einen mannschaftsdienlichen Spielmacher geholt. Was Iverson in Detroit ausrichten soll, bleibt einem schleierhaft. Scorer hat das Team genug. Sollen die in den nächsten Wochen auf dem Platz herumstehen und zuschauen wie der Neue seinen Wirbel entfacht? Ist das der Weg zum Titel?

So viel steht fest: Der Mythos Iverson ist einfach nicht totzukriegen. Es sei denn, man lebt in Philadelphia und mit den 76ers, wo man ohne die answer schon im Frühjahr eine wichtige Frage beantworten konnte. Man erreichte im April zum ersten Mal seit 2005 wieder die Playoffs. (beim Aus in der ersten Runde gegen Detroit in sechs Spielen sah die Mannschaft relativ stark aus). Es geht also nach oben. Die Mannschaft wurde im Sommer noch mit Elton Brand aufgepolstert und wirkt nun wie ein sehr respektabler Outfit für die Eastern Conference.

20. Mai 2008

Ziemlich viel an einem Tag (zweimal)

Neulich fiel Himmelfahrt und der 1. Mai auf einen Tag. Das war sozusagen die Einstimmung für die Leute in Detroit. Denn in den nächsten Tagen fallen die Heimspiele der Detroit Pistons im Conference-Finale der NBA gegen die Boston Celtics und die Finalbegegnungen der Detroit Red Wings gegen die Pittsburgh Penguins um den Stanley Cup auf denselben Tag. In anderen Teilen der USA würde das vermutlich niemanden jucken. Da schlägt Basketball Eishockey bei den Einschaltquoten um Längen. Aber in der Motor City - auch Hockeytown genannt - sieht die Sache ganz anders aus. Dort gibt es Fans, die gerne live in der Halle dabei sind, und zwar beim Eishockey UND beim Basketball.

7. Juli 2007

NBA: Billups bleibt in Detroit

Chauncey Billups bleibt in Detroit. Der Rest ist schnell erzählt: 60,5 Millionen Dollar Gehalt, fünf Jahre Dienstzeit und einen Arbeitsplatz in einer Mannschaft auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit. Mit anderen Worten: Money talks. Sportliche Ambitionen werden vertagt. Auch diese Spieler halten Pohl: Jeremy Stackhouse (Dallas Mavericks, 18 Millionen Dollar, drei Jahre) und Andres Nocioni (Chicago Bulls, 38 Millionen Dollar, sechs Jahre).

2. Juni 2007

Spiel sechs: Cleveland macht die Pistons nass und steht im Finale

Eine massive Drei-Punkt-Woge hat am Samstagabend in Cleveland die höher eingeschätzen Detroit Pistons einfach weggefegt. Der kleine Daniel Gibson war der Mann mit der sicheren Hand, der nach einem dürftigen Auf und Ab b eider Mannschaften, das sich über drei Viertel hinzog, im vierten Viertel das Spiel und die Serie entschied. LeBron James, der vor zwei Tagen mit einer seltenen Energieleistung in Detroit das Match ganz alleine für die Cavaliers nach Hause geholt hatte, musste diesmal nicht das Letzte geben. Das Problem nahm im Gibson ab, der insgesamt fünf Drei schoss und bei seinem bislang besten Auftritt in der Liga 31 Punkte erzielte. Endstand: 98:82

Die Niederlage markiert das Ende einer guten Zeit in Detroit. Die Pistons hatten in den letzten Jahren einmal den Titel gewonnen, einmal das Finale erreicht und im letzten Jahr die Cavaliers auf dem Weg ins Halbfinale aus dem Weg geräumt. Das Team dürfte auseinanderfallen, sollte sich Spielmacher Chauncey Billups in den nächsten Wochen absetzen und woanders unterschreiben.

Die Cavaliers hatten es in ihrer Clubgeschichte noch nie bis ins Finale geschafft. Während der letzten guten Phase Anfang der neunziger Jahre waren ihnen vor allem die Chicago Bulls im Weg. Die Finalserie gegen die San Antonio Spurs beginnt am 7. Juni. Cleveland hat dank LeBron James die Sympathien der meisten NBA-Fans. heißt nicht, dass sie auch nur eine Chance hätten, den Titel zu holen. Die Spurs sind rundum besser.

1. Juni 2007

LeBron James im Alleingang: eine Basketball-Gala

Es gibt also doch noch Hoffnung auf eine halbwegs interessante NBA-Finalserie. LeBron James hat gerade mit einer Super-Sondershow im Alleingang die Cleveland Cavaliers die Schweiß-Roboter der Detroit Pistons an die Wand geschoben. Das Spiel ging über zwei Verlängerungen und war denkbar knapp (109:107). Aber es brachte die Cavaliers mit 3:2 in der Serie in Führung. Nun brauchen sie nur noch einen Sieg - entweder am Samstagabend zu Hause oder notfalls in einem siebten Match in Detroit am Montag. Cleveland hätte das Marathon-Spiel am Donnerstag nicht nötig gehabt. Aber dazu hätten sie die eklatante Freiwurfschwäche ablegen müssen, wie sie die Mannschaft schon in der Tabellenrunde plagte. Mit nur verwandelten 71,8 Prozent nämlich hat man einen schweren Stand. Die ersten Reaktionen auf die Leistung von James, der fast alle von Clevelands Punkten im vierten Viertel und restlos alle in den beiden Verlängerungen erzielte und dabei aus allen Lagen traf waren emphatisch. AP spricht von "einer der spektakulärsten Leistungen in der Playoff-Geschichte" und Fernsehkommentator Steve Kerr nannte den Auftritt des 22jährigen "jordanesk".

Kerr, der neben Michael Jordan bei den Bulls dreimal Meister wurde und später bei den San Antonio Spurs zwei weitere Titel holte, wird Meldungen zufolge neuer Chefmanager der Phoenix Suns. Ihm gehört bereits ein geringer Anteil des Clubs.

Nachtrag: Eine paar Gustostückerl von King James aus dem Spiel gibt es in dieser kurzen Zusammenfassung.

8. Mai 2007

Utah gewinnt Spiel 1 gegen die Warriors

Die Warriors waren besser als die Jazz, aber sie spielten am Ende einen Hauch zu überheblich und vertändelten den Ball zu oft. Die Refs lagen meistens richtig. Außer im Fall von Stephen Jackson, zu dessen Gunsten man offensichtlich keine Fouls pfeifen wollte. Em Ende: 116:112 für Utah, das das Tempo mitging und mit Boozer und Kirilenko ein beachtliches Rebound- und Block-Duo haben. Am Mittwoch geht's in Salt Lake City weiter.

Die Chicago Bulls sind überfordert. Vor allem weil sie den Korb nicht treffen. Das könnte eine schnelle Sache werden. Die Detroit Pistons liegen nach dem klaren 108:87 mit 2:0 vorne. Spiel 3 am Donnerstag in Chicago.