Allen Iverson kehrt nach Philadelphia zurück und gibt eine denkwürdige Pressekonferenz, bei der er von seinen Gefühlen übermannt wird und ihm stellenweise den Tränen nahe die Stimme beinahe versagt. "Die Beziehung die ich zu diesen Fans habe, ist einmalig", meinte er über das Gefühl, das ihn mit den 76ers und dem dortigen Umfeld verbindet. Mit dem Team war er viermal der erfolgreichste Korbschütze der regulären Saison und erreichte in seinem besten Jahr die NBA-Finalserie.
"Die letzten Jahre waren Hölle. Alles , was ich wollte, war Basketball spielen und den Jungs helfen, mit denen ich spiele. Ich bin geboren worden, um Basketballspieler zu werden. Das einzige, was ich sonst noch kann, ist Vater und Ehemann zu sein. Ich bin nicht zurückkgekehrt, um mich zu blamieren. Ich werde das beweisen."
Blick zurück: Vor einem Jahr wurde Iverson von den Denver Nuggets an die Detroit Pistons abgegeben
Blick zurück: Gedanken zum Wechsel von Philadelphia nach Denver
Posts mit dem Label Allen Iverson werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Allen Iverson werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
4. Dezember 2009
26. November 2009
Eitel ja, Freude nein
Rund um die Entscheidung von Allen Iverson, seine Karriere als NBA-Spieler zu beenden, kreiste gestern eine hübsche Petitesse aus dem von vielen eitlen Menschen durchsetzten amerikanischen Sportmedienalltag. Im Mittelpunkt des Vorgangs: der Sportjournalist Stephen A. Smith, der einst als Kolumnist beim Philadelphia Inquirer unter Vertrag war und seinen beruflichen Aufstieg weniger seiner – eher beschränkten – Kapazität als Schreiber zu verdanken hat, sondern seinen hervorragenden Beziehungen zu den Philadelphia 76ers während der Iverson-Periode.
Seine Laufbahn, die viel damit zu tun hat, dass Smith im Fernsehen mit seiner scheinbar beredten Art und seinem ungebrochenen Selbstbewusstsein ganz gut einen scheinbar durchblickenden Experten gibt, katapultierte ihn von dort aus bis in die höheren Hemisphären von ESPN. Dort bekam er seine eigene Talk-Show (Quite Frankly With Stephen A. Smith), die allerdings aus Mangel an Zuschauerinteresse wieder eingestellt wurde. Parallel lieferte er beim Inquirer immer noch Texte ab, wenn auch zunehmend aus der Ferne und offenbar hauptsächlich auf dem Blackberry getippt. Weil der Inhaltsquotient gegen Null ging, die Fehlerquote aber stieg, trennte sich die Zeitung abrupt von Smith, nachdem sie ihn zunächst zu einem normalen Reporter herabgestuft hatten.
Weil dieser Abschied nicht von den Tarifvereinbarungen mit der zuständigen Journalistengewerkschaft gedeckt war, musste der Verlag seinen teuersten Mann wieder einstellen. Aber seitdem streitet man sich über die Details des Arbeitsverhältnisses. Und so stellte Smith seinen Iverson-Scoop einfach auf seiner eigenen Webseite ins Schaufenster und ließ den Inquirer im Dunkeln.
Fernsehzuschauer einer Kabelsendung, in der er immer wieder Meinungsmacher für alles mögliche inklusive Politik und Barack Obama auftritt, erfuhren immerhin, dass Smith vermutet, dass Iverson sich das alles noch mal überlegt und vom Rücktritt zurücktritt. Allen ist schließlich erst 34 Jahre alt.
Smith über sich selbst in einem Flickr-Video.
Blick zurück: Ein erster Hinweis auf den "am meisten verlachten Sportschreiber des Landes"
Seine Laufbahn, die viel damit zu tun hat, dass Smith im Fernsehen mit seiner scheinbar beredten Art und seinem ungebrochenen Selbstbewusstsein ganz gut einen scheinbar durchblickenden Experten gibt, katapultierte ihn von dort aus bis in die höheren Hemisphären von ESPN. Dort bekam er seine eigene Talk-Show (Quite Frankly With Stephen A. Smith), die allerdings aus Mangel an Zuschauerinteresse wieder eingestellt wurde. Parallel lieferte er beim Inquirer immer noch Texte ab, wenn auch zunehmend aus der Ferne und offenbar hauptsächlich auf dem Blackberry getippt. Weil der Inhaltsquotient gegen Null ging, die Fehlerquote aber stieg, trennte sich die Zeitung abrupt von Smith, nachdem sie ihn zunächst zu einem normalen Reporter herabgestuft hatten.
Weil dieser Abschied nicht von den Tarifvereinbarungen mit der zuständigen Journalistengewerkschaft gedeckt war, musste der Verlag seinen teuersten Mann wieder einstellen. Aber seitdem streitet man sich über die Details des Arbeitsverhältnisses. Und so stellte Smith seinen Iverson-Scoop einfach auf seiner eigenen Webseite ins Schaufenster und ließ den Inquirer im Dunkeln.
Fernsehzuschauer einer Kabelsendung, in der er immer wieder Meinungsmacher für alles mögliche inklusive Politik und Barack Obama auftritt, erfuhren immerhin, dass Smith vermutet, dass Iverson sich das alles noch mal überlegt und vom Rücktritt zurücktritt. Allen ist schließlich erst 34 Jahre alt.
Smith über sich selbst in einem Flickr-Video.
Blick zurück: Ein erster Hinweis auf den "am meisten verlachten Sportschreiber des Landes"
Labels:
Allen Iverson,
Medien,
Philadelphia Inquirer,
Stephen A. Smith
4. November 2008
Mythos wandert weiter
Es gibt sicher ganz viele gute Gründe, wieso diese Woche in der NBA diese schräge Tauschaktion zustande kam. Die Gründe auf Seiten der Denver Nuggets wollen einem noch am ehesten einleuchten. Das Team hat auf diese Weise endgültig zugegeben, dass das Experiment Allen Iverson gescheitert ist, und sich statt dessen mit Chauncey Billups einen mannschaftsdienlichen Spielmacher geholt. Was Iverson in Detroit ausrichten soll, bleibt einem schleierhaft. Scorer hat das Team genug. Sollen die in den nächsten Wochen auf dem Platz herumstehen und zuschauen wie der Neue seinen Wirbel entfacht? Ist das der Weg zum Titel?
So viel steht fest: Der Mythos Iverson ist einfach nicht totzukriegen. Es sei denn, man lebt in Philadelphia und mit den 76ers, wo man ohne die answer schon im Frühjahr eine wichtige Frage beantworten konnte. Man erreichte im April zum ersten Mal seit 2005 wieder die Playoffs. (beim Aus in der ersten Runde gegen Detroit in sechs Spielen sah die Mannschaft relativ stark aus). Es geht also nach oben. Die Mannschaft wurde im Sommer noch mit Elton Brand aufgepolstert und wirkt nun wie ein sehr respektabler Outfit für die Eastern Conference.
So viel steht fest: Der Mythos Iverson ist einfach nicht totzukriegen. Es sei denn, man lebt in Philadelphia und mit den 76ers, wo man ohne die answer schon im Frühjahr eine wichtige Frage beantworten konnte. Man erreichte im April zum ersten Mal seit 2005 wieder die Playoffs. (beim Aus in der ersten Runde gegen Detroit in sechs Spielen sah die Mannschaft relativ stark aus). Es geht also nach oben. Die Mannschaft wurde im Sommer noch mit Elton Brand aufgepolstert und wirkt nun wie ein sehr respektabler Outfit für die Eastern Conference.
Labels:
Allen Iverson,
Basketball,
Chauncey Billups,
Denver Nuggets,
Detroit Pistons,
NBA,
Trade
25. September 2008
Der Klingelbeutel: Weihnachtsmänner im September
• Gestern hat Lance Armstrong in New York an der Seite von Bill Clinton und anschließend bei einer Pressekonferenz seine Absichten erläutert, noch einmal in den Sattel zu steigen. Man hätte eigentlich über Bono schreiben sollen, der bei der Gelegenheit mal wieder ein richtiges Fass aufgemacht hat, um das Land anzurempeln, in dem man locker mal 700 Milliarden Dollar auftreibt (10.000 Dollar pro Privathaushalt), um die Weihnachtsmänner von Wall Street zu beschenken, aber fast nichts für die Armen im Rest der Welt. Aber die Aufgabenstellung war eine andere: Es ging darum, über den Auftritt des Sportlers zu berichten.
• Die Entwicklung Richtung Internet im amerikanischen Livesport schreitet voran. USA Today beschäftigt sich mit der Entwicklung in Sachen Streams in der National Football League und der National Hockey League.
• Stephon Marbury tut so, als könne er nicht nur den Knicks noch viel Gutes tun, sondern dem ganzen Planeten. Von den 22 Millionen Dollar, die ihm für die kommende Saison laut Vertrag zustehen, wird er natürlich auch nichts abgeben. Selbst wenn er auf den Bank versauert. Er sollte mal mit Allen Iverson reden, den in der klaren, kühlen Höhenluft am Fuß der Rocky Mountains eine Vision erreicht hat, die nichts anderes sagt als: Basketballer sind ersetzlich. Selbst solche, die ohne jeden Selbstzweifel durchs Leben gehen.
• Die Entwicklung Richtung Internet im amerikanischen Livesport schreitet voran. USA Today beschäftigt sich mit der Entwicklung in Sachen Streams in der National Football League und der National Hockey League.
• Stephon Marbury tut so, als könne er nicht nur den Knicks noch viel Gutes tun, sondern dem ganzen Planeten. Von den 22 Millionen Dollar, die ihm für die kommende Saison laut Vertrag zustehen, wird er natürlich auch nichts abgeben. Selbst wenn er auf den Bank versauert. Er sollte mal mit Allen Iverson reden, den in der klaren, kühlen Höhenluft am Fuß der Rocky Mountains eine Vision erreicht hat, die nichts anderes sagt als: Basketballer sind ersetzlich. Selbst solche, die ohne jeden Selbstzweifel durchs Leben gehen.
Labels:
Allen Iverson,
Basketball,
Comeback,
Lance Armstrong,
NBA,
NFL,
Radrennen,
Stephon Marbury,
Streaming Video
20. Oktober 2007
Iverson und das Montagshaus
Allen Iverson liebt es warm. Er kommt aus Virginia, dem Norden des US-Süden, und ist in Colorado wirklich nicht in seinem Element. Aber anders als die meisten Topverdiener im amerikanischen Sport zieht es ihn nicht nach Florida, ein Bundesstaat, der im Unterschied zu vielen anderen keine staatliche Einkommensteuer kassiert. Atlanta ist da schon eher nach seinem Geschmack. Das Projekt allerdings liegt erst mal - Verzeihung - auf Eis. Denn er verließ nach nur 60 Tagen mit Frau und vier Kindern sein nagelneues Haus am Stadtrand, für das man ihm 2,2 Millionen Dollar abverlangt hatte. Die Villa scheint ein Montagshaus zu sein. Die Stahlträger im Boden des Erdgeschosses, die einen Teil der statischen Arbeit leisten müssen (ist wohl eher eine freitragende Karosse, das Ding) halten das Gewicht nicht aus. Es hat Risse gegeben. Im Zeitungsbericht über den Fall ist von "Sacken" die Rede. Iverson will nicht nur sein Geld wieder haben, sonder verlangt mehrere Millionen Dollar Schadenersatz. Peinlich für das Bauunternehmen: einer der Besitzer ist ein Architekturprofessor der Universität Georgia State in Atlanta (via Deadspin und You Been Blinded)
Labels:
Allen Iverson,
Atlanta,
Basketball,
Haus,
NBA,
Schadensersatzklage
24. März 2007
Ein neues (zusätzliches) Spielfeld: nba.com
In eigener Sache: Auf den deutschsprachigen Seiten von nba.com gibt es eine lose zusammengewürfelte Bloggermannschaft, die regelmäßig Beiträge zu ligaspezifischen Themen abliefert. Das bekannteste Mitglied ist sicher Fußballprofi Owen Hargreaves, der in Kanada aufgewachsen ist und dort eine Beziehung zum Profi-Basketball entwickelt hat. Vor ein paar Tagen gab es den ersten Freiwurf von dieser Stelle aus - eine Zwischenbilanz des Allen-Iverson-Trades auf der Basis statistischer Informationen, wie sie in der Arena schon häufiger abgehandelt wurden. Weil die Saison langsam dem Höhepunkt entgegen geht, wird es in den nächsten Wochen nicht an guten Themen mangeln. Wer sich dafür interessiert: Der erste Post (und alle weiteren) stehen auf einer Seite - hier.
24. Januar 2007
Es gibt ein Leben nach Iverson
Als die Philadelphia 76ers vor mehr als einem Monat Allen Iverson auf die Bank verbannten, hatten sie einen Zwischenstand von fünf Siegen in 17 Spielen und wirkten wie ein Team ohne Perspektive. Iverson war der Mann, der die Punkte machte, was ihn in der Scorerliste der NBA-Saison auf Platz zwei katapultierte. Aber das wirkte nur aus der Ferne attraktiv. Auf jeden Fall von so weit weg wie Denver (mehr als 2000 Kilometer Luftlinie). Die Sixers waren am Ende einer Reihe von Gesprächen in der Lage, sich von dem tätowierten Zeppelin zu trennen, dessen Kopf irgendwo in der Luft schwebt, dessen Spielweise jedoch nicht bodenständig genug ist, um seiner Mannschaft aus dem Gröbsten heraus zu helfen. Die Sixers ließen vor wenigen Tagen auch noch den Schlurfspieler Chris Webber ziehen. Was den Club teurer kommt, denn sie mussten ihn aus seinem Vertrag herauskaufen. Eine Aktion wie wenn man mehrere Millionen einfach im Klo herunterspült. Für Iverson gab es im Tausch mit den Denver Nuggets immerhin eine Gegenleistung: die Spieler Andre Miller und Joe Smith und zwei Erst-Runden-Plätze für die kommende Draft im Juni.
Als Carmelo Anthony in dieser Woche von seiner 15-Spiel-Sperre zurückkehrte, hat sich so gut wie jeder mit den Denver Nuggets und der Frage beschäftigt, ob er und Iverson einen Weg finden, einander zu ergänzen, anstatt sich gegenseitig den Ball streitig zu machen. Der Yellow-Press-Impuls der Sportjournaille - er ist nicht zu bremsen. Jedenfalls nicht auf Seiten wie SpOn, wo beim Themengebiet amerikanischen Sport hausintern eine heiße Vokabelschlacht abgeht (wie angenehm dazu im Vergleich Christoph Biermann und seine klugen Depeschen). Anders als im Printprodukt, wo es Schreibregeln gibt, nach denen die Prämisse für den Artikel spätestens im zweiten Absatz abgestützt werden muss, hebelt man hier schon mal im zweiten Absatz den Grundgedanken für den Beitrag aus. Zum Beispiel so:
Falls es jemanden interessiert: Die Philadelphia 76ers spielen ohne Iverson nicht besser. Sie spielen aber auch nicht schlechter. Nach der Hälfte der Saison stand die Zwischenbilanz bei 11 Siegen und 30 Niederlagen. Ergibt Platz 15 der Eastern Conference. Tiefer geht's nicht. Allerdings sind sie in einer wirklich schwachen Conference damit rein theoretisch noch gar nicht mal aus dem Playoff-Rennen. Rein theoretisch, wohlgemerkt. Denn tatsächlich hat das Clubmanagement nichts anderes im Auge als die Draft-Lotterie und die Chance, sich den am meisten beachteten Collegespieler zu holen. Das ist zur Zeit Greg Oden von Ohio State. Mit anderen Worten: Das wirklich waghalsige Experiment in Philadelphia, was durchaus noch Teammanager Billy King den Job kosten kann (Larry Brown steht Gewehr bei Fuß), wirkt wie eine Operation mit Heilungschancen.
Blick zurück: Der Iverson-Trade
Blick zurück: Was Iverson wirklich wert ist, wenn man sich die Zahlen mal genauer anschaut
Als Carmelo Anthony in dieser Woche von seiner 15-Spiel-Sperre zurückkehrte, hat sich so gut wie jeder mit den Denver Nuggets und der Frage beschäftigt, ob er und Iverson einen Weg finden, einander zu ergänzen, anstatt sich gegenseitig den Ball streitig zu machen. Der Yellow-Press-Impuls der Sportjournaille - er ist nicht zu bremsen. Jedenfalls nicht auf Seiten wie SpOn, wo beim Themengebiet amerikanischen Sport hausintern eine heiße Vokabelschlacht abgeht (wie angenehm dazu im Vergleich Christoph Biermann und seine klugen Depeschen). Anders als im Printprodukt, wo es Schreibregeln gibt, nach denen die Prämisse für den Artikel spätestens im zweiten Absatz abgestützt werden muss, hebelt man hier schon mal im zweiten Absatz den Grundgedanken für den Beitrag aus. Zum Beispiel so:
"Aussagekräftig ist dieser Sieg für das neue Super-Duo der Nuggets also nicht. Auch den Erfolg in Seattle (Anthony 34 Punkte, Iverson 21) darf man nicht überbewerten. Erst in den kommenden Wochen und besonders ab Ende April in den Playoffs wird sich zeigen, ob das Topscorer-Experiment mit den beiden schwierigen Charakteren in den Rocky Mountains wirklich funktioniert."Mal abgesehen davon, dass Denver nicht in den Rocky Mountains liegt, sondern platt und breit genau zu seinen Füßen, was man natürlich nicht wissen kann, wenn man alles immer nur mit dem Fernrohr, dem Internet und ein paar Scorer-Statistiken von anno dunnemals in der Hand inspiziert: Wie wäre es dann mit einem Beitrag über Philadelphias Entwicklungsstand? Also jener Mannschaft, der diese neue Konstellation zu verdanken ist? Nicht peppig genug? Nicht yellow genug? Vermutlich.
Falls es jemanden interessiert: Die Philadelphia 76ers spielen ohne Iverson nicht besser. Sie spielen aber auch nicht schlechter. Nach der Hälfte der Saison stand die Zwischenbilanz bei 11 Siegen und 30 Niederlagen. Ergibt Platz 15 der Eastern Conference. Tiefer geht's nicht. Allerdings sind sie in einer wirklich schwachen Conference damit rein theoretisch noch gar nicht mal aus dem Playoff-Rennen. Rein theoretisch, wohlgemerkt. Denn tatsächlich hat das Clubmanagement nichts anderes im Auge als die Draft-Lotterie und die Chance, sich den am meisten beachteten Collegespieler zu holen. Das ist zur Zeit Greg Oden von Ohio State. Mit anderen Worten: Das wirklich waghalsige Experiment in Philadelphia, was durchaus noch Teammanager Billy King den Job kosten kann (Larry Brown steht Gewehr bei Fuß), wirkt wie eine Operation mit Heilungschancen.
Blick zurück: Der Iverson-Trade
Blick zurück: Was Iverson wirklich wert ist, wenn man sich die Zahlen mal genauer anschaut
Labels:
Allen Iverson,
Denver Nuggets,
NBA,
Philadelphia 76ers,
SpOn
1. Januar 2007
Iverson gegen seinen alten Club
Das neue Jahr beginnt in der NBA mit ein bisschen Prickeln: Am 2. Januar treten die Philadelphia 76ers bei den Denver Nuggets an. Die Nuggets mit ihrem Neuerwerb Allen Iverson, aber ohne den weiterhin gesperrten Carmelo Anthony. Die 76ers notabene ohne Iverson, mit ihrem neuen Aufbauspieler Brad Miller (Korrektur: Andre Miller) und einem Stammspieler, der seit ein paar Tagen wie befreit aufspielt: Andre Iguodala. Die Sixers haben ohne Iverson ihre Zwölf-Niederlagen-Serie beendet und drei der letzten fünf Spiele gewonnen und sehen übrigens wie ein reformiertes Team aus, das spielerisch plötzlich wieder Entwicklungspotenzial hat. Was die Nuggets wirklich können, lässt sich ohne Anthony nicht feststellen. Die letzten Niederlagen verschlechtern aber die Playoff-Aussichten des Teams.
Übrigens: Die NBA spielt seit dem Neujahrstag wieder mit dem alten Lederball. Der Flirt mit dem unpopulären Synthetikprodukt gehört der Vergangenheit an.
Übrigens: Die NBA spielt seit dem Neujahrstag wieder mit dem alten Lederball. Der Flirt mit dem unpopulären Synthetikprodukt gehört der Vergangenheit an.
25. Dezember 2006
Die Antwort steckt tief im Zahlensumpf
Wer hinter diese Zahlen zu blicken versucht und sich dabei die statistischen Analysefähigkeiten von Leuten wie die vom Blog The Wages of Win zu eigen macht, wird bereits bei der Betrachtung der Einzelleistungen zu einer sehr viel weniger euphorischen Einschätzung kommen. Beide Spieler brauchen (und verbrauchen) eine Unmenge von Versuchen, um diese Punktsummen zu erreichen. Mit anderen Worten: Sie mögen zwar in ihren Teams den Großteil der Punkte erzielen. Aber das heißt nur, dass das Spiel extrem stark auf sie zugeschnitten ist.
Bei Wages of Win hat man einen Weg gefunden, den Nutzwert solcher Einzeldarbietungen für den Erfolg einer Mannschaft statistisch herauszufiltern. Die Kennziffer nennt sich win score per minute und spiegelt sehr gut wieder, wie effizient ein Spieler während seiner Einsatzzeit auf dem Spielfeld war. Win score per minute basiert auf der Kernzahl namens win score, die sich folgendermaßen errechnet: Points plus Rebounds plus Steals plus die Hälfte der Blocks plus die Hälfte der Assists minus Zahl der Wurfversuche minus die Hälfte der Freiwurfversuche minus Ballverluste an den Gegner minus die Hälfte der perönlichen Fouls (die halben Werte entsprechen nach der Einschätzung von Statistik-Papst David Berri und seinen Co-Autoren einer realistischen Bewertung dieser Leistungsfaktoren bezogen auf den Ausgang eines Spiels). Der win score wird anschließend durch die Anzahl der gespielten Minuten geteilt, weil dies das genaueste Bild für den Vergleich unterschiedlicher Spieler ergibt.
Die interessante Erkenntnis
So weit die Zahlen. Nun zum Spielsystem, das man mit dem der stärksten Konkurrenz vergleichen muss, gegen die Denver in den Playoffs antreten muss. Kurioserweise hat die Mannschaft, die mal gerade auf Platz sieben der Playoff-Qualifikationsliste im Westen steht, einen sehr ostküstenlastigen Terminplan abgespielt und musste erst ein einziges Mal gegen die Topkonkurrenz aus dem Westen antreten (gegen Dallas). Dallas machte Anthony mit Doppel- und Dreifachdeckung das Leben schwer. Trotzdem ballerte er wie blöd, verfehlte aber meistens den Korb. Effizienz? Eher das Gegenteil.
Das Spiel und die anderen Resultate lassen den Schluss zu, dass das Team gegen Phoenix, San Antonio, die Lakers und Utah kaum Chancen haben dürfte und deshalb um einen Platz in den Playoffs bangen muss. Die Siege über schwache Ost-Teams werden nicht reichen.
Sollte nicht aber die Tatsache, dass man zwei schusskräftige Guards zur gleichen Zeit auf den Platz stellen kann, die Probleme lösen? Sicher, vorausgesetzt allerdings, dass der ballführende Spieler die Defensive auf sich zieht und dann einen klugen Pass fabriziert. Und dass dann der jeweils andere Spieler den Korbwurf nicht versemmelt. Falls doch, dies als Hinweis: die Spitzenmannschaften im Westen haben mit die besten Defensiv-Rebound-Statistiken in dieser Saison. Die freuen sich auf solche Gelegenheiten, um den Ball zu übernehmen und den eigenen Tempogegenstoß einzuleiten.
Labels:
Allen Iverson,
Carmelo Anthony,
Denver Nuggets,
NBA
19. Dezember 2006
Iversons neuer Arbeitsplatz: Denver
Allen Iverson zu den Denver Nuggets - das meldet ESPN vor wenigen Minuten als verbindlich. Im Tausch für ihren langjährigen Spielmacher erhalten die Philadelphia 76ers die Spieler Andre Miller und Joe Smith und zwei Erst-Runden-Plätze für die kommende Draft im Juni, was der Mannschaft ein Paket von drei Zugriffsmöglichkeiten für Runde eins gibt. Den besten Platz, ihren eigenen, werden sie nun mit einer rasant schlechten Saisonleistung hoch jubeln, damit so viele Kugeln wie möglich für die Lotterie der drei ersten Plätze zur Verfügung stehen. Die Nuggets können Verstärkung wirklich gut gebrauchen. Nach der Massenkeilerei vom Samstag in New York wurde ihr bester Mann Carmelo Anthony für 15 Spiele gesperrt. Mehr zu der Angelegenheit von dieser Stelle aus morgen, Mittwoch, in der Printausgabe der FAZ. Die Online-Ausgabe hat bereits gestern die krude Nachrichtendienstgeschichte mitgenommen und nicht mehr ausgewechselt. So ist der Lauf der Dinge.
Ergänzung 17.43h (etwas mehr als eine Stunde später): AP bestätigt das Arrangement unter Hinweis auf nicht namentlich genannte Quellen und weist darauf hin, dass Philadelphia Iverson noch Ivan McFarlin als Wegbegleiter mitgibt. Und dass die Mannschaft heute abend Ortszeit eine Pressekonferenz geben wird. Und dann werden wir alles ganz genau erfahren.
Blick zurück: Die Rauferei im Bild
Blick zurück: Gedanken über den "synthetischen Jordan"
Blick zurück: Iverson will wechseln - die erste Meldung
Ergänzung 17.43h (etwas mehr als eine Stunde später): AP bestätigt das Arrangement unter Hinweis auf nicht namentlich genannte Quellen und weist darauf hin, dass Philadelphia Iverson noch Ivan McFarlin als Wegbegleiter mitgibt. Und dass die Mannschaft heute abend Ortszeit eine Pressekonferenz geben wird. Und dann werden wir alles ganz genau erfahren.
Blick zurück: Die Rauferei im Bild
Blick zurück: Gedanken über den "synthetischen Jordan"
Blick zurück: Iverson will wechseln - die erste Meldung
Labels:
Allen Iverson,
Denver Nuggets,
NBA,
Philadelphia 76ers
15. Dezember 2006
Die Nach-Jordan-Ära geht zu Ende
Die NBA implodiert in diesen Tagen auf eine seltsam stille Weise. Und wir sind Harvey Araton von der New York Times sehr dankbar, dass er den Vorgang klug beschreibt (was Internet-Leser der Zeitung nur lesen können, wenn sie den Sonderservice Times Select abonnieren). Unter der Überschrift "Die synthetische Jordan-Ära hat ihre Luft verloren" beschreibt der Sportkolumnist und Basketballfachmann, was ihm angesichts des Allen-Iverson-Debakels alles aufgefallen ist:
• Die Nach-Jordan-Ära war geprägt von Spielern, die sich die Schuhfirmen schnappen konnten, ohne dass dabei gefragt wurde: Was können und was leisten diese Burschen überhaupt? Die Namen, abgesehen von Iverson, die mit dieser Ära verbunden sind: Kevin Garnett, Paul Pierce, Stephon Marbury, Tracy McGrady.
• Die Nach-Jordan-Ära geht allmählich zu Ende. Gut so. Sie war geprägt von Ignoranz und Vergessen: Ehe die Chicago Bulls Scottie Pippen und Horace Grant hatten, kam die Mannschaft mit Jordan alleine nicht sehr weit. Als er zwischendurch Baseball spielen ging, waren die Zurückgebliebenen immer noch so gut, dass sie es in der regulären Saison auf 55 Siege brachten. Jordan war hervorragend. Aber nicht der alleinige Grund für den Erfolg.
• Das Resultat ist eine Verschiebung der Werteskala und ein Verschwinden des Konzepts, das besagt: im Basketball braucht man mehr als einen Könner in der Mannschaft und der muss auch noch den Ball abgeben können. Die Los Angeles Lakers mit Kobe Bryant und Shaquille O'Neal und die Miami Heat mit Shaquille O'Neal und Dwayne Wade sowie die San Antonio Spurs mit Tim Duncan und Manu Ginobili und Tony Parker haben die Meisterschaft gewonnen, weil sie nicht nur auf eine zentrale Figur gesetzt haben.
• Allen Iverson ist ein "synthetischer Jordan", der zwar in Philadelphia glänzen konnte, aber keinen Beitrag zur Sportart als Ganzes geleistet hat.
Vielleicht wird mit LeBron James alles anders. Er ist noch jung. Er hat noch Zeit.
• Die Nach-Jordan-Ära war geprägt von Spielern, die sich die Schuhfirmen schnappen konnten, ohne dass dabei gefragt wurde: Was können und was leisten diese Burschen überhaupt? Die Namen, abgesehen von Iverson, die mit dieser Ära verbunden sind: Kevin Garnett, Paul Pierce, Stephon Marbury, Tracy McGrady.
• Die Nach-Jordan-Ära geht allmählich zu Ende. Gut so. Sie war geprägt von Ignoranz und Vergessen: Ehe die Chicago Bulls Scottie Pippen und Horace Grant hatten, kam die Mannschaft mit Jordan alleine nicht sehr weit. Als er zwischendurch Baseball spielen ging, waren die Zurückgebliebenen immer noch so gut, dass sie es in der regulären Saison auf 55 Siege brachten. Jordan war hervorragend. Aber nicht der alleinige Grund für den Erfolg.
• Das Resultat ist eine Verschiebung der Werteskala und ein Verschwinden des Konzepts, das besagt: im Basketball braucht man mehr als einen Könner in der Mannschaft und der muss auch noch den Ball abgeben können. Die Los Angeles Lakers mit Kobe Bryant und Shaquille O'Neal und die Miami Heat mit Shaquille O'Neal und Dwayne Wade sowie die San Antonio Spurs mit Tim Duncan und Manu Ginobili und Tony Parker haben die Meisterschaft gewonnen, weil sie nicht nur auf eine zentrale Figur gesetzt haben.
• Allen Iverson ist ein "synthetischer Jordan", der zwar in Philadelphia glänzen konnte, aber keinen Beitrag zur Sportart als Ganzes geleistet hat.
Vielleicht wird mit LeBron James alles anders. Er ist noch jung. Er hat noch Zeit.
10. Dezember 2006
Iverson und Kunst - ein Versuch
Labels:
Allen Iverson,
Dallas Mavericks,
Philadelphia 76ers,
Trade
9. Dezember 2006
Tätowierungsmuseum kündigt Umzug an
4. Oktober 2006
Thierry zum Gipfeltreffen mit Iverson
Die versteckte Zuneigung, die andere Sportler zu den Stars in Amerika empfinden, ist manchmal verblüffend. Jüngstes Beispiel: Thierry Henry, französischer Weltklassemann in Diensten von Arsenal, ließ ein Flugzeug chartern, um Alan Iverson in Barcelona zu besuchen. Iverson befindet sich zur Zeit mit den Philadelpha 76ers auf Aufwärmtour in Europa. Nach Angaben der Londoner Times verbrachten die beiden 30 Minuten miteinander.
Die Sixers sind ganz offensichtlich populär. Die 17 000 Eintrittskarten für das Spiel am Donnerstag gegen Barcelona waren schneller weg als die Tickets für ein Memphis-Grizzlies-Match mit Pau Gasol vor drei Jahren. Über die Gründe darf spekuliert werden. Hoffen die Katalanen, dass sie die Amerikaner ähnlich nass machen, wie die Griechen das bei der WM getan haben?
via thepaintedarea
Die Sixers sind ganz offensichtlich populär. Die 17 000 Eintrittskarten für das Spiel am Donnerstag gegen Barcelona waren schneller weg als die Tickets für ein Memphis-Grizzlies-Match mit Pau Gasol vor drei Jahren. Über die Gründe darf spekuliert werden. Hoffen die Katalanen, dass sie die Amerikaner ähnlich nass machen, wie die Griechen das bei der WM getan haben?
via thepaintedarea
Labels:
Allen Iverson,
Fußball,
NBA,
Thierry Henry
Abonnieren
Posts (Atom)