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27. Juni 2009

Reinsdorf macht das Rennen?

Bie besten Karten hat wohl Jerry Reinsdorf im Wettlauf um den Aschenhaufen namens Phoenix Coyotes. 148 Millionen Dollar will der Besitzer Chicago Bulls und der Chicago White Sox ausgeben, um den Laden zu übernehmen, womit zuerst einmal die meisten Gläubiger bedient würden. Der Mann, der vermutlich ganz leer ausgeht, heißt Moyes und findet ganz offensichtlich nirgendwo hinreichend Mitleid. Die Entscheidung fällt im Rahmen einer Auktion, an der sich Bieter beteiligen können, die den Club an seinem jetzigen Standort in Glendale außerhalb von Phoenix belassen wollen. Sollte dabei nichts heraus kommen, wird das Karussell noch einmal neu gedreht. Ein Umzug nach Kanada wäre dann sehr wahrscheinlich.

Man kann über Reisndorf übrigens sagen, was man will. Seine Bulls haben sechsmal den NBA-Titel geholt und sind nach einem Marsch durch die Talsohle wieder auf einem guten Weg. In diesem Jahr hätten sie beinahe in der erste Runde die Boston Celtics aus den Playoffs geworfen. Ihr Spielstil hat Flair. Die White Sox haben zumindest einmal die World Series gewonnen (2005). Etwas was den Ortsrivalen seit Generationen nicht gelungen ist. Die Erfolge haben wenig mit Geld zu tun. Denn Reinsdorf – Lernberuf Anwalt – ist knausrig. Sondern mehr mit der Verpflichtung von Leuten, die es gebacken bekommen.

7. Juni 2008

Keiner will zu den Bulls

Irgendwann nach dem Abschied von Michael Jordan muss sich in der NBA das Gefühl breit gemacht haben, dass ein Wechsel zu den Chicago Bulls kein guter Karriereschritt ist. Sonst wäre nicht Mike D'Antoni neulich von einer Quasi-Zusage abgesprungen und zu den New York Knicks gegangen. Und sonst hätte Doug Collins nicht zu Club-Besitzer Jerry Reinsdorf gesagt: Lass uns Freunde bleiben und diese Freundschaft nicht unnötig durch meine Arbeit als Trainer aufs Spiel setzen. D'Antoni, der kurz zuvor bei den Phoenix Suns auf die Straße gesetzt wurde, hatte zumindest einen überzeugenden Grund: New York zahlt mehr als der als knauserig verschriene Reinsdorf. Collins, der in Chicago in den achtziger Jahren rausgworfen hätte, ehe mit Phil Jackson am Ruder die Titelflut einsetzte, hätte jedoch als Trainer weit mehr verdient als in seiner gegenwärtigen Rolle als Fernsehkommentator. So läuft dann alles auf eine Verpflichtung von Avery Johnson hinaus. Der hatte schon in Dallas bewiesen, dass seine Theorien von der Beeeinflussung eines Spielerkaders so platt sind wie der Hallenboden im American Airlines Center.

24. Dezember 2007

Der Klingelbeutel: Bettwäsche von Maria

DER SCHARAPOWA-WAHN treibt noch mehr bizarre Blüten: Ein Hotel in Singapur will alles versteigern, was die russische Tennisspielerin während ihres Aufenthalts benutzt oder angefasst hat und worin sie sich gewälzt hat - namentlich die Bettwäsche. Die Aktion soll angeblich einem gutem Zweck zu Gute kommen (vis SportsbyBrooks)

DAS WAR'S ERST MAL für Scott Skiles. Der Trainer der Chicago Bulls wurde am Heiligabend von seinen Pflichten entbunden, nachdem die Mannschaft einen Saisoneinstieg allererster Peinlichkeitsklasse hingelegt hatte. Das Team galt vor Beginn der Saison als Anwärter auf einen Spitzenplatz in der Eastern Conference. Da muss sich jemand ganz erheblich verrechnet haben. Die Versuche, Kobe Bryant zu ködern, der aus Los Angeles weg wollte, waren ebenfalls nicht von Erfolg beschieden. Während die einzelnen Spieler und nicht der Trainer das Problem in Chicago waren (sie haben mittlerweile die Fähigkeit, den Ball nicht in den Korb zu bringen, zu einer wahren Kunst gemacht), scheint der Rauswurf (im fünften Jahr) trotzdem konsequent. Irgendwo muss man anfangen, wenn man eine neue Linie finden will. Skiles hatte wirklich alles mögliche probiert. Und nichts, nichts hatte gefruchtet. Einen Ersatzmannn hat man noch nicht benannt. Draußen auf der Satellitenumlaufbahn kreisen Rick Carlisle (einst gut in Detroit), Jeff Van Gundy (in New York gut, in Houston zuletzt nicht ganz so gut)

ELOGE AN EINEN TURNSCHUH: Die New York Times erinnert uns an ein Jubiläum aus der Nike-Fabrik: der AirForce 1 wird 25 Jahre alt und ist noch immer ein - Verzeihung - richtiger Renner. Der Hersteller gibt zwar keine offiziellen Zahlen bekannt. Aber Brancheninsider schätzen, dass von den Schluffen jedes Jahr Stücker 10 Millionen Paar verkauft werden. Als Massenware kosten die Dinger eher wenig. Aber es gibt seltene ausgefallene Farbkombination, für die Sammler sehr viel Geld bezahlen. Und sicher nicht, um mal wieder ordentlich Gummi zu geben.

6. Dezember 2007

Eindimensional und ausgebrannt

Wir haben uns neulich mit der generellen Malaise beschäftigt, die die Chicago Bulls befallen hat. Eine Erklärung für die Situation ist nicht leicht zu finden. Aber hier hat sich jemand sehr verdienstvoll mit dem Problemfall Ben Wallace und dem Verhalten von Trainer Scott Skiles beschäftigt. Und siehe da: Plötzlich bekommt man ein Gefühl für die Schwierigkeiten, die sich ein Coach selbst aufhalst, wenn er mit einem eindimensionalen Spieler zurecht kommen muss, der alt und ausgebrannt ist und eines auf keinen Fall kann: Körbe erzielen. Weshalb interessiert uns das Thema? Erstens weil die Bulls wirklich besser spielen können. Zweitens weil mit Thabo Sefolosha ein Schweizer im Team steht. Und drittens weil wir insgeheim immer noch damit rechnen, dass der große Kobe-Trade ins Haus steht.

25. November 2007

Keiner sieht den freien Mann

Das Spiel zwischen den New York Knicks und den Chicago Bulls am Samstag war nicht zum Anschauen. Während man in Manhattan darauf wartet, dass entweder Isiah Thomas endlich gefeuert wird oder Stephon Marbury abgegeben (oder beides) - immer nach dem Motto: je lauter das Theater, desto lieber - muss man sich in Chicago fragen, wieso eine ziemlich eingespielte Mannschaft nicht besser kombiniert und harmoniert. Man muss sich fragen: Was macht Coach Scott Skiles im Training mit seinen Leuten? Probiert er jeden Tag irgendetwas Neues aus, was dann im Match gegen einigermaßen motivierte Gegner nicht funktioniert? Oder sieht er etwas, was wir nicht sehen? Grotesk, wie oft und unbelehrbar einzelne Spieler am Ende vieler Spielzüge die Übersicht verlieren und den freien Mann nicht sehen, sondern im Alleingang auf den Korb zusteuern (und ihn nicht treffen). Vielleicht wollen die Bulls aber auch einfach nur den Herrn Hollinger blamieren, die vor der Saison das Team zum besten in der Eastern Conference hochschrieb und, ohne auch nur mit der Wimper zu zu zucken, eine Niederlagenprojektion von 27 anbot. Die Bulls stehen nur Zeit bei 2:9, haben also nach elf Begegnungen schon ein Drittel dessen eingefahren, was ihnen Hollinger zugetraut hatte.

Den gleichen Stand haben übrigens auch die Houston Rockets erreicht: Hollinger kalkulierte eine Saisonbilanz von 61:21. Der Zwischenstand derzeit: 7:7 (also bei den Niederlagen ebenfalls ein Drittel).

Zurück zu den Bulls: Es kann nicht an Luol Deng alleine liegen, dass die Mannschaft derartig aus den Fugen geraten ist. Der saß am Samstag mit Rückenproblemen auf der Bank. Und es kann auch nicht an den Diskussionen rund um Kobe Bryant und einen möglichen Tausch mit den Los Angeles Lakers liegen, der lange Zeit die Diskussionen beherrschte und dann verstummte. Damals konnte man noch behaupten: Ein Trade würde die Chemie eines guten jungen Teams belasten. Angesichts der gegenwärtigen Schieflage, kann man eigentlich nur eines sagen: ein Bryant-Trade wäre mehr als eine Hilfe. Er wäre eine Offenbarung.

27. Oktober 2007

Verdirkte Welt

Nächste Woche beginnt die neue NBA-Saison, auf die man sich allmählich auch im deutschsprachigen Raum einstimmt. Am Sonntag gibt es in der FAZ einen Text, der sich mit dem merkwürdigen Verhältnis von Avery Johnson und Dirk Nowitzki in Dallas beschäftigt, das der Grundstein dafür ist, dass der Trainer ständig so tut, als habe er lernbedürftige Schüler zu betreuen, die nicht richtig Basketball spielen können. Der MVP wiederum denkt gar nicht daran, die Verantwortung zu übernehmen und drückt sich vor dem dringend notwendigen Aufstand gegen Johnson. Die beiden werden auf diese Weise noch viel Spaß aneinander haben. Zumal Nowitzki dem Spiegel (via NBA-Blog) deutlich gemacht hat, dass er ganz offensichtlich das Kernproblem gar nicht erkennt. Er habe zwar nach der Saison alles in Frage gestellt - "sogar die ganze Karriere". Aber alles, was am Ende dabei herauskam, war die Feststellung: "Wir haben auch so eine gute Mannschaft, die stark genug ist." Eine Mannschaft, die auf keiner Position verstärkt wurde, in der er keine Nebenleute hat, die ihn in der Rolle des Scorers zuverlässig unterstützen können. Und keinen vernünftigen Center, der unterm Korb die Arbeit macht. Das soll reichen? Wer macht hier eigentlich wem was vor?

Der andere Text wird in der SonntagsZeitung in der Schweiz erscheinen und die Chicago Bulls und Boston Celtics behandeln, die nach Expertenansicht die stärksten Rivalen um den Top-Platz in der Eastern Conference sein werden. Die Bulls liegen den Schweizern natürlich auch deshalb nahe, weil dort Nationalspieler Thabo Sefolosha spielt, dessen Option auf ein drittes Vertragsjahr soeben von Chicago wahr genommen wurde.

Sowohl Dallas als auch Chicago sind noch immer die vielversprechendsten Kandidaten für einen Deal mit den Los Angeles Lakers in Sachen Kobe Bryant. Die Signale sind aber eher schwach. Die Bulls müssten sich wohl von Luol Deng verabschieden, dem sie gerade ein maßvolles Angebot für einen langfristigen Vertrag gemacht haben. Die Offerte sollte man auf keinen Falls als Trade-Hinweis deuten, sondern eher als Teil einer konsequenten jahrelangen Gehaltspolitik, bei der man sich an der Salary Cap orientiert und nicht an dem Wettrennen von solchen Verschwendern wie den New York Knicks oder den Dallas Mavericks.

Dallas und Kobe Bryant bleibt ein Thema, das vor allem von den texanischen Zeitungen hochgepeitscht wird. Der Bewegungsspielraum für Dallas ist minmal. Es sei denn, sie geben Josh Howard und Devin Harris ab. Dagegen spricht - siehe Boston - erst mal gar nichts. Außer dass die Mannschaft bei einem solchen Trade dringend das Loch in der Mitte stopfen müßte. Erick Dampier und die anderen Center haben nicht das Format, um einer Mannschaft mit Bryant und Nowitzki als Dreh- und Angelpunkt die Arbeit zu erleichtern.

17. Oktober 2007

Kobe und das Kaugummi

Man wünscht sich an solchen Tagen den Zauber eines Prinzen in einem Märchen der Gebrüder Grimm, der mit einem Streich, mit einem Kuss, mit einem Ritt über den Regenbogen ganze Königreiche umwandelt. Er möge kommen, von irgendwo her und endlich dieses alte durchgekaute Kaugummi durchschneiden, auf dem sie in Los Angeles herumkauen. Und poof: Kobe Bryant wäre bei seinem neuen Club. Und wir könnten uns auf die Frage konzentrieren: Wie wirkt sich das alles auf die kommende Saison aus?

Aber vielleicht gibt es diese Prinzen gar nicht. Wenn man liest, auf welche Weise die um das Trainingslager herumlungerende Meute in Los Angeles diesen Schnitt herbeischreibt, hat man eher das Gefühl, das noch ganze Bulldozer und Megamaschinen gebraucht werden, um den absurden Tanz zu beenden. Beim Training mit der Mannschaft tritt Kobe Bryant nicht auf. Er arbeitet mit Maschinen und Gewichten - allein. Ein Zeichen? Seinen Schrank in der Umkleidekabine hat er nur AUFgeräumt und nicht AUSgeräumt, aber alles war bereits in heller Aufregung. Ein Zeichen? Die Autoren, die die Tauschmöglichkeiten analysieren und sagen, dass die Chicago Bulls das beste Gegenangebot machen können - ein Zeichen?

Sagen wir mal so: Die Lakers tun sich schwer. So schwer wie selten zuvor, als sie irgendwie immer einen Weg gefunden haben, bei anderen Teams die Top-Leute zu kapern (Wilt Chamberlain und Kareem Abdul-Jabbar und später Shaquille O'Neal) oder hübsch an sich zu binden (Trainer Phil Jackson). Da war das Management immer der Aggressor und Jäger. Nun sitzen sie ohne Handlungsspielraum da und müssen sich an den Gedanken gewöhnen, dass man selbst als Manager der Lakers von einem überragenden Einzelspieler der Liga in die Ecke getrieben werden kann. Nach meiner Vermutung geht es im Moment nur noch um die Feinheiten eines mehrstufigen Tausches. Die Lakers wollen herausfinden, wie man den Tradeertrag aus Chicago (oder Phoenix) in einer zweiten Transaktion mit einem Club in sinnvolle Verstärkungen umwandeln kann. Denn egal was man aus Chicago (oder Phoenix) auch bekommt - nichts passt wirklich zusammen.

Die andere Seite der Medaille: Ich vermute übrigens, dass Andrej Kirilenko noch immer auf dem Markt ist und damit ein paar theoretisch eher geradlinige Gespräche verkompliziert wurden. Denn auch der passt wie Bryant mit seinem teuren Vertrag wirklich nicht überall hin.

Während wir auf den Schnitt waren, hier ein Moment mit dem Schweizer Nationalspieler, der mit Sicherheit von den Bulls abgegeben würde, wenn sie sich auf einen Trade einlassen: Thabo Sefolosha. Er hat einen hübschen Spielzug gelernt: den Dunk, den man sich selbst vorlegt.

8. Mai 2007

Utah gewinnt Spiel 1 gegen die Warriors

Die Warriors waren besser als die Jazz, aber sie spielten am Ende einen Hauch zu überheblich und vertändelten den Ball zu oft. Die Refs lagen meistens richtig. Außer im Fall von Stephen Jackson, zu dessen Gunsten man offensichtlich keine Fouls pfeifen wollte. Em Ende: 116:112 für Utah, das das Tempo mitging und mit Boozer und Kirilenko ein beachtliches Rebound- und Block-Duo haben. Am Mittwoch geht's in Salt Lake City weiter.

Die Chicago Bulls sind überfordert. Vor allem weil sie den Korb nicht treffen. Das könnte eine schnelle Sache werden. Die Detroit Pistons liegen nach dem klaren 108:87 mit 2:0 vorne. Spiel 3 am Donnerstag in Chicago.

20. März 2007

March Madness: Der Mann, der USC zu einem Favoritenschreck gemacht hat

Unter den vielen gesichtslosen narzistischen Männern, die allesamt glauben, sie hätten das Zeug als Trainer einer Basketballmannschaft zu bestehen, ist Tim Floyd einer der angenehmsten. Das liegt nicht nur daran, dass er in der Zeit nach Michael Jordan, nach Scottie Pippen und nach Phil Jackson bei den Chicago Bulls gearbeitet hat und dort die Hucke voll gekriegt hat, was bescheiden macht. Es liegt an seiner Art der Selbstdarstellung. Er spielt nicht den lauten Clown, nicht den Zampano, nicht den Chefideologen und nicht den Schönredner. Er spielt sich sich selbst: den Typ aus Mississippi, der in seinen ersten zehn Jahren als Assistenztrainer bei einem genialen Lehrmeister namens Don Haskins in El Paso in die Schule ging, einem Mann, der in die Basketball Hall of Fame berufen wurde.

Normalerweise wäre der weitere Karriereverlauf kein gutes Omen, noch irgendwo eine verantwortliche Stellung zu erhalten. Die Episode in Chicago, in die er von seinem Mentor Jerry Krause förmlich hineingelotst wurde, und danach eine etwas kürzere mit den New Orleans Hornets waren unterm Strich. Aber bei den mehr als hundert Universitäten, die im Collegsport in der oberen Etage spielen, der sogenannten Division I, ist ständig Reise nach Jerusalem. Weshalb man mit etwas Glück auf einen Stuhl rutschen kann, der mehr bietet als einen Platz im Warmen und ein Dach überm Kopf. Floyd ist das in Los Angeles zugestoßen, wo er den Job als Basketballtrainer der University of South California bekam, die unter dem Logo USC antritt und in der Sportart der zu groß geratenen Männer, anders als im Football, noch nie etwas gerissen hat.

Irgendetwas muss er richtig machen, sonst hätte sein Team nicht am Wochenende die höher eingestuften Longhorns der Universität Texas aus dem Turnier geworfen und würden nicht auf einmal im Achtelfinale stehen, wo sie am Freitag gegen den haushohen Favoriten North Carolina vor einer scheinbar unlösbaren Aufgabe stehen. Floyd wird sich nicht grämen. Denn den eigentlichen Scoop hat er bereits gelandet. Er überzeugte den mutmaßlich besten High-School-Basketballer des Landes namens O. J. Mayo dazu, sich im kommenden Spätsommer bei USC zu immatrikulieren. Da das Team im wesentlichen zusammen bleiben wird, ist damit das Ziel bereits gesteckt: Im nächsten Frühjahr spielt Floyds Truppe um den Titel. Und um die innerstädtische Vormachtstellung, die bislang unbestritten von UCLA eingenommen wurde, wo man seit Jahren so spielt, als habe man Basketball, wenn schon nicht erfunden, dann zumindest geistig aufs Strahlendste veredelt.

Ein paar Kilometer weiter bei de Los Angeles Lakers arbeitet übrigens ein gewisser Phil Jackson. Es ist die zweite Schicht. Und niemand weiß genau, wie lang er noch Lust auf diesen Job hat. Auch das ein reizvoller Kontrast für Leute, die die Sportart mit Hingabe verfolgen. Denn Jackson ist zwar eine Überfigur. Aber er hat in Jahren gezeigt, in denen er ohne solche Kaliber wie Michael Jordan und Shaquille O'Neal auskommen musste, dass er bei aller Grütze und all dem Motivationstalk wirklich nur mit Wasser kocht. Neulich wurde Floyd von einem Kolumnisten der Los Angeles Times mit der Frage behelligt, ob er dann nicht irgendwann der Nachfolger von Jackson bei den Lakers werden könne. Die Antwort blieb er schuldig. Wer will schon einen Stuhl, auf dem man sportlich nichts erben kann?

Nachtrag einen Tag später: Heute reicht die New York Times die nahezu unglaubliche Geschichte nach, wie Mayo zu USC und Floyd kam. Der Trainer musste gar nichts machen, sondern einfach nur zustimmen. Wenn man das liest, bekommt man das Gefühl, dass ohne einen so starken Mann wie David Stern auch die NBA irgendwann zu einem Laden wird, bei dem die jungen Spieler über die Institution bestimmen und nicht umgekehrt. Aber abgesehen davon: Der Artikel von Lee Jenkins ist Erster-Klasse-Journalismus und hervoragend getimed.

28. Oktober 2006

Was der Blogger sonst noch schreibt

Nur diese kleine Ankündigung für alle, die's interessiert: Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung macht morgen den Sportteil mit einer großen Geschichte über die Europäisierung der NBA auf. Wer will, kann ja mal an der Tankstelle hineinschnuppern. Die SonntagsZeitung in Zürich bringt ebenfalls das Thema NBA. Schwerpunkt: der neue Schweizer NBA-Profi Thabo Sefolosha, der von den Chicago Bulls gedraftet worden war und sich in der Vorsaison wacker geschlagen hat. Mein Beitrag: ein Artikel über die Chicago Bulls und darüber, wie der Club die große Zeit der neunziger Jahre bewältigt hat, als sie von den Unbeat-ables zu den Laugh-ables wurden. In diesem Jahr gehören sie zu den am meisten beachteten Mannschaften in der Eastern Conference.

In der nächsten Woche dann noch ein umfassender Bericht über die Schattenseiten der NBA im Tages-Anzeiger in Zürich. Sollten die Texte online auftauchen, werden sie in der Arena gelinkt.