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3. August 2010

Die Welt zu Gast in Akron

Tiger Woods ist in der Stadt. Die Stadt heißt Akron. LeBron James ist auch irgendwie in der Stadt. Oder besser in der Zeitung von der Stadt. Die Zeitung heißt Akron Beacon-Journal. Woods spielt im Firestone Country Club im Rahmen der World Golf Championship. Ein Termin, bei dem die Besten aus den USA und aus Europa in einem exklusiven Feld um sehr viel Geld spielen. Dass Woods in Akron ist, wäre nicht weiter bemerkenswert. Denn er spielt schrottig und hat das Plateau seiner Leistungsfähigkeit überschritten (was auch eine Altersfrage ist, denn jenseits der 35 wird es schon rein körperlich immer schwieriger, vier Tage lang mit dem Können der Nachwachsenden mitzuhalten). Aber Woods ist noch immer das meal ticket der Sportschreiber in Amerika. Wenn sie einen Dreh finden können, sich über ihn auszulassen, dann tun sie es. Warum? Nicht wegen der Sex-Affäre und ihren Folgen. Sondern, weil er an Platz eins der Weltrangliste steht. Weil man ihm zutraut, zum ersten Mal seit seiner Rückkehr wieder ein Turnier zu gewinnen. Und, ja, wenn ihm das gelänge, das wäre doch bemerkenswert, oder nicht? Akron wurde so zum Testfall ausgerufen. Schließlich hat er hier in der Vergangenheit immer dominiert. Wenn er diesmal nicht gewinnt, muss man ihn wohl endgültig zum Has-Been herunterstufen, oder nicht? So geht das seit Tagen in den Sportteilen, die auf diese Weise kostbaren Platz verschwenden, den sie ganz anderen Golf-Themen widmen könnten.

Da macht es LeBron schon besser. Er verzichtet darauf – ganz der Narziss, der er nun mal ist – den Sportteil zu behelligen. Er kauft gleich eine ganzseitige Anzeige in der Zeitung, um den Lesern zu versichern, dass sein Wechsel aus dem nahen Cleveland in das ferne Miami, nichts an seinen heimatlichen Gefühlen zu Akron ändern wird. Oder in den gedrechselten Worten von King James:

"An meine Familie, Freunde und Fans in Akron:
Ich habe mein gesamtes Leben in Akron verbracht und bin deshalb ein wirklich glücklicher Mensch. Hier habe ich gelernt, Basketball zu spielen und die Leute getroffen, die zu für mein ganzes Leben zu meinen Freunden und Mentoren wurden. Ihre Art, ihre Aufmunterung und ihre Unterstützung werden immer mit mir sein. Akron ist meine Heimat und der zentrale Brennpunkt [sic!] meines Lebens. Hier habe ich begonnen, und hierher werde ich immer wieder zurückkehren. Ihr könnt versichert sein, dass ich für diese Stadt auch weiterhin alles tun werde, was ich kann, was für meine Familie und mich so wichtig ist. Vielen Dank für die Liebe und die Unterstützung. Ihr bedeutet mir alles."

Vielleicht sollte man an dieser Stelle erwähnen, dass Akron zwar viel Gummi, aber keine guten Wortschmiede produziert hat (der beste war wohl dieser Mann, ein reputierlicher Redakteur der New York Times). Und auch die Sache mit dem Gummi hat nachgelassen. Die – heute japanische – Firma Bridgestone wäre vor ein paar Jahren fast aufgrund der mangelhaften Qualität ihrer Reifen pleite gegangen.

Das mit den Anzeigen scheint übrigens Schule zu machen (und ist eine nette Geste in Richtung eines darbenden Zweigs der Medienindustrie). Der Litauer Zydrunas Ilgauskas spendierte gestern dem Cleveland Plain-Dealer eine Seite ("Dear Cleveland...."). Darin bitter er die Fans der Cavaliers um Verständnis für seine Entscheidung, in Miami neben James um den Meisterschaftserfolg zu spielen, der ihm in Ohio nicht vergönnt war. Ilgauskas war im März von den Cavaliers an die Wizards abgegeben worden, und dann als Free Agent für ein paar Groschen wieder eingekauft worden. Er hat im Laufe seiner langen Karriere in Cleveland mehr als 100 Millionen Dollar brutto abgesahnt. In Miami spielt er für 2,8 Millionen.

10. Juli 2010

LeBron & Co. – im Zirkus der Alpha-Tiere

Das größte Spektakel abseits vom Spielfeld, das die NBA je erlebt hat, hinterließ am Ende nur einen faden Eindruck. Es ging zwar um viel. Schließlich war (ist?) LeBron James der rundum beste Spieler in der Liga. Aber das ändert sich nicht durch seinen Wechsel zu einem anderen Club. Er wird, was seine Solo-Performances angeht, in Miami nicht mehr bieten als in den sieben Jahren bisher in Cleveland. Wenn man so will: das Beste von LeBron James haben wir bereits gesehen. Im neuen Trikot mit der Nummer sechs wirken die Kabinettstückchen nicht besser.

Wovon wir allerdings nur einen Vorgeschmack erhalten haben, ist die extreme ESPN-fizierung der Sportberichterstattung. Denn die Sondersendung am Donnerstagabend aus Greenwich/Connecticut sorgte für eine bemerkenswerte Einschaltquote. Der Rating-Wert belief sich auf 7,3, was ungefähr acht Millionen Haushalten entspricht. Das ist das Grundrauschen, um einen Begriff aus der WM-Berichterstattung von dogfood auf allesaussersport zu entlehnen. Eine Kennziffer für den Buzz, der dem Basisinteresse in den USA an einer Figur wie LeBron James, entspricht wenn ein paar Kriterien erfüllt werden:

• Die Ausstrahlung muss in der Prime Time stattfinden.
• Das Sportangebot auf anderen Kanälen muss dünn sein.
• Es muss vorher hinreichend Spannung aufgebaut worden sein, damit die Mitteilung der bereits gefassten Entscheidung als besonderes Ereignis verkauft werden kann.
• Es müssen sich hinreichend andere Medien-Outlets nicht zu schade sein, um den Vorgang selbst tagelang aus allen spekulativen Richtungen zu beackern.
• Die Hauptfigur muss ein Sympathieträger sein, vom dem sich viele wünschen, er käme womöglich auch zu ihrem Club.

Die Ironie der Geschichte ist: LeBron James selbst hat in der Abteilung "Sympathieträger" an diesem Abend sehr viel Kredit verspielt. Da half es auch nichts, dass er ESPN den Weg verbaute, aus dem Event mehr als 2 Millionen Dollar an Werbeeinnahmen zu vereinnahmen (die Werbespots wurden von einem eigens von James und seiner Marketingfirma gegründeten Unternehmen an langjährige Werbepartner verkauft und die Einnahmen angeblich für wohltätige Zwecke bereitgestellt). Die Einlassungen über die Gründe seines Wechsels wirkten schlichtweg nicht begründet, sondern fischig. Denn dass jemand wie er mit den Cleveland Cavaliers keine Titel gewinnen kann, ist schlichtweg nicht wahr. Die Mannschaft zeigte Jahr und Jahr in leicht unterschiedlichen Besetzungen, dass sie Chancen auf die Meisterschaft hat. Die einzige Frage, die sich über die Zeit stellte, war: Ist LeBron James als Star einer Mannschaft überhaupt in der Lage, solch eine Leistung zu produzieren? Es ist die gleiche Frage, die man sich bei Dirk Nowitzki vorlegt. Manche Basketballer sind einfach keine Meisterschafts-Typen, weil sie die innere Struktur eines Teams nicht auf eine Weise dominieren wie das etwa Michael Jordan bei den Chicago Bulls getan hat. In Chicago vergingen übrigens auch viele Jahre, ehe die Bulls eine Formation zusammen hatten, die mehr war als eine Jordan-Highlight-Show. Nicht zu unterschätzen: Der Trainerwechsel, der Phil Jackson, Tex Winter und die Triangle Offense zu den Bulls brachte.

Das heißt: Der Wechsel ist ein Eingeständnis von Schwäche. Das ist a priori kein Problem. Basketball ist eine Mannschaftsportart. Da braucht man eine Reihe von guten Leuten, um eine derartige Mammutsaison an der Spitze zu beenden. Und ebenso ein hervorragendes Trainerteam, das im entscheidenden Moment mit taktischen Geniestreichen aufwarten kann. Aber die Vermarktungsarena rund um den Sport von heute tickt nicht derart differenziert. Alles in der Außendarstellung – vor allem in der NBA – baut sich auf eine Reduktion der Auseinandersetzungen auf dem Platz auf eine Willensleistung der Stars im direkten Spiel gegeneinander auf. Die Medien sind auf diesen Alpha-Tiere-Zirkus hereingefallen und stricken an den entsprechenden Mythen. Sei es in der Vorberichterstattung, wenn die Begegungen von Teams mit namhaften Profis als Duell der stars charakterisiert wird, oder in der Nachbearbeitung, wenn am liebsten spektakuläre Einzelleistungen gefeiert werden. In diesem Schema sah das bisher so aus: In Cleveland war James der King. In Miami ist das Dwayne Wade. LeBron – ein König ohne Land.

Diese Denkfixierungen auf Individuen und deren Persönlichkeitsmerkmale macht nirgendwo halt. So hatten sowohl Dwayne Wade in einem Fernsehinterview bei ESPN als auch LeBron James bei seinem seltsamen Auftritt erklärt, dass sie mit dem seit zwei Jahren amtierenden Trainer Erik Spoelstra zusammen werden. Woher kam die Neugier nach Spoelstra? Nun Team-Präsident Pat Riley hatte schon einmal einen jüngeren Trainer, den er selbst installiert hatte, ohne erkennbaren Grund auf die Seite geschoben und sich selbst wieder zum Inszenator Rex ernannt. Das war die Saison, in der Miami am Ende zum ersten und bisher einzigen Mal die Meisterschaft gewann. Der geschasste Stan van Gundy (offiziell hatte er seinen Rücktritt eingereicht, um "mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen"), zeigte wenig später in Orlando, was er kann. Rileys Post-Titel-Phase hingegen entblößte ihn schließlich als Kaiser ohne neue Kleider. Der höchst unzufriedene Shaquille O'Neal wurde nach Phoenix weggetauscht (für Shawn Marion and Marcus Banks). So zog er sich 2008 wieder in die Chefetage zurück und übergab seinem langjährigen Assistenten Erik Spoelstra den Posten.

Spoelstra hat in der NBA nur in einem Club gearbeitet – bei den Miami Heat, wo er 1995 als Videospezialist anfing und sich allmählich nach oben arbeitete. Als die Mannschaft nach zwei Niederlagen in der Finalserie 2006 gegen die Dallas Mavericks im letzten Viertel des dritten Spiels einen Rückstand von 13 Punkten aufholte und das Match gewann und anschließend auch die Serie, war Spoelstra Chefscout und Taktikfuchs auf der Bank. Eine Rolle, die er heute gerne herunterspielt. Ich nehme mal an, weil man das in der Zunft so macht. Und weil er nicht den Eindruck erwecken möchte, als bräuchte eine Figur wie Pat Riley wirklich Hilfe.

Niemand sollte sich wundern, wenn die Spekulationen eintreffen, die seit gestern von der New York Daily News und von yahoo gestreut werden. Bis zum Beginn der Saison ist es noch weit. Ich tippe allerdings, dass Spoelstra, der mit einer nicht besonders guten Mannschaft in der ersten Runde der Playoffs gegen die Boston Celtics ausschied, eine ganze Weile lang fest im Sattel sitzen wird. Der Rest hängt, wie immer, von den Ergebnissen ab, die die Mannschaft einfährt.

Mehr zu dem LeBron-Tamtam gleich im Deutschlandfunk in der Sendung Sport am Samstag (Beginn: 19.10 Uhr).

Sehr zu empfehlen: Diese Betrachtung von Matt Taibbi im Rolling Stone zum Donnerstags-Ereignis und den Weiterungen dieses Inszenierungsstils aus der Reality-TV-Ecke auf das amerikanische Fernsehen und die von der Medienkultur beherrschte amerikanische Politik.

8. Juli 2010

Wade und Bosh und James gehen zusammen auf Kaperfahrt

LeBron geht zu LeHeat. Der Deal geht über fünf Jahre, aber nicht für die volle mögliche Summe. Die Details müssen noch ausgehandelt werden. Es ist das Modell, das man bei den Boston Celtics probiert hat, wo es geklappt hat. Garnett und Allen wurden geholt, um mit Pierce zusammen einen Dreier-Nukleus zu bilden. Drumherum wurde mit preiswerten Restbeständen ein funktionierendes Gerüst gebaut. Was einmal funktioniert, kann natürlich auch zweimal hinhauen. Aber bis auf weiteres hat man in Miami nicht mal genug Spieler. Und viel Geld können Sie den Stützpfeilern auch nicht bieten. In Cleveland gehen jetzt die Lichter aus (nachdem die LeBron-Trikots abgefackelt sind, die enttäuschte Anhänger seit einer Stunde in Brand stecken).

Blick zurück: Der Cleveland-Blues

7. Juli 2010

Die LeBron-Vertragsshow geht auf Sendung

LeBron James wird am Donnerstagabend bei ESPN live seine Entscheidung darüber bekanntgeben, bei welchem NBA-Club er einen Vertrag abschließen wird. Welches Schweinderl er gerne hätte? Die Gerüchte machen den Eindruck vom Inneren eines anderen Tieres – einer geschlachteten Gans (oder was die Auguren im alten Rom für ihre Vorhersagen genommen haben). Falls Dwayne Wade bleibt und Chris Bosh auf seine Seite zieht (danach sieht es zur Zeit aus), hat James zwar theoretisch auch die Möglichkeit, nach Florida umzuziehen. Aber das wäre ein Riesenschritt weg aus Ohio. Mit Stoudamire zu den New York Knicks und der Entscheidung von Dirk Nowitzki in Dallas zu bleiben, sind weitere Puzzlestücke vom Tisch. Wen holen die Mavericks, um endlich eine Grade A-Mannschaft zusammenzubauen? Die Ortszeitung spekuliert, dass Jermaine O'Neal in Frage kommt, sollte es Brendan Hawywood woanders hinziehen. Gleichzeitig wird der Dirkster mit seiner Einschätzung zitiert, wonach ein Center im heutigen Spiel nicht mehr besonders wichtig ist. Bewegliche Allrounder seien entscheidender. Konkrete Namen allerdings nennt er nicht. Was dafür spricht, dass die Besten von denen – also Wade, Bosh und LeBron – für die Mavericks unerreichbar sind. Nowitzki mag ja finden, dass Dallas eine attraktive Stadt ist. Aber das klingt aus dem Mund von jemandem, der außer Würzburg sonst noch nirgendwo anders gelebt hat, nicht besonders überzeugend. Immerhin darf man Chefmanager Donnie Nelson zutrauen, dass er im Hintergrund und leise zu antichambrieren versteht und ein paar Möglichkeiten entdeckt, die andere gar nicht sehen. Abwarten, also.

2. Juli 2010

Dirks Taktik: Hinhalten

Dirk Nowitzki spielt seit Tagen ein Spiel, das er noch nie gespielt hat: showboating. Während ihm sein Club die Karten komplett auf den Tisch gelegt und das tarifvertragliche Maximalgehalt für ein Vier-Jahres-Vertrag über 96 Millionen Dollar geboten hat, entschied er sich erneut dafür, dem Club-Manager Donnie Nelson nicht in die Augen zu schauen. Ursprünglich hatte er die Rückkehr aus Würzburg nach Dallas zum Verhandlungsgespräch für Donnerstag angekündigt. Nach dem Zwischenstopp in New York gab er Freitag als neuen Termin durch. Auch der wurde inzwischen verschoben. Nun soll es am Samstag klappen. Hat Dirk Nowitzki womöglich Wind von einer Rochade, die ihn zu den Miami Heat bringen könnte, die heute in Cleveland offiziell um LeBrons Hand angehalten haben (während Dwayne Wade nach einem Abstecher in Chicago bei den New York Knicks vorbeigeschaut hat).

Die Entwicklung wird übrigens von amerikanischen Sportsendern auf intensivste Art gecovert. Geredet wird viel. Nichts Genaues weiß keiner.

1. Juli 2010

Dirk auf dem Weg nach Dallas

INDIANAPOLIS, UNITED STATES - SEPTEMBER 06:  WM 2002, Indianapolis; Dirk NOWITZKI/GER mit seinem Foerderer Holger GESCHWINDNER  (Photo by Andreas Rentz/Bongarts/Getty Images)
Während LeBron James in Cleveland Hof hält und am ersten Tag der mit dem 1. Juli angebrochenen Verhandlungsphase die Vertreter der New Jersey Nets und der New York Knicks empfing, wurde Dirk Nowitzki in New York gesichtet. Die NBA-Stars scheinen auf eine kuriose Weise mit uns und unseren Erwartungen Karussell zu fahren. Für James geht es morgen weiter. Die Delegationen der Los Angeles Clippers und Miami Heat sind als Nächstes an der Reihe.

Währenddessen sitzt Donnie Nelson in Dallas auf heißen Kohlen. Denn außer einem Sack Geld kann er seinem besten Spieler nicht viel bieten. Der scheint sich gut mit Jason Kidd zu verstehen und hat wohl seinen Point Guard zuhause aufgesucht. Worüber werden die beiden alt gewordenen Herren reden? Darüber, wie man aus den Mavericks eine richtig starke Mannschaft machen kann? Oder wie man mit einem Empfangskomitee von tausend Fans am Flughafen umgeht, das sich gar nicht vorstellen kann, dass Dirk Nowitzki bei einem anderen Club anheuert. Oder vielleicht doch, weshalb man dem Basketballspieler schon mal den größtmöglichen Respekt zollt.

Die amerikanischen Medien spekulieren bei Nowitzki immer auf eine schön-altmodische Weise. Sie glauben, dass er auf Kidd hört und dass er sich von Donnie Nelson das Ohr abquatschen lässt. Niemand käme auch nur auf die Idee, sich auf die Fersen von Holger Geschwindner zu machen und den zu fragen. Dabei wird der schon lange wissen, wo sein Schützling das Ende seiner Karriere ausklingen lassen soll. Er hat ihm schließlich jahrelang all das beigebracht, mit dem Nowitzki zu einem der besten fünf oder sechs aktuellen NBA-Profis wurde.

Und Geschwindner ist nie ganz weit weg. Am Mittwoch rief er aus Deutschland Donnie Nelson an, der auf dem Weg nach Deutschland und bereits am Ticketschalter am Flughafen war, um Nowitzki in Würzburg aufzusuchen. Er sagte dem Mavericks-Manager, dass die beiden bereits auf dem Weg nach Dallas seien. Er könne sich den Trip sparen. Man sehe sich am Donnerstag.

Donnerstag war heute. Die beiden landeten in New York und verschoben die Weiterreise um einen Tag. Nun also soll, wie man hört, das Meeting am Freitag stattfinden.

Am Donnerstag haben übrigens einige Leute Nägel mit Köpfen gemacht: Phil Jackson hängt noch ein Jahr als Trainer bei den Los Angeles Lakers dran. Und Byron Scott wird der neue Coach der Cleveland Cavaliers. Scott war der Hauptfaktor für die guten Jahre der New Jersey Nets und den Aufschwung der New Orleans Hornets. Er übernahm den Posten im Wissen, dass LeBron James womöglich woanders unterschreibt. Anders als Tom Izzo, der den Sprung vom lockeren Job als College-Trainer in Michigan State nicht ohne eine Zusicherung von James aufgeben wollte, griff der zuletzt arbeitslose Scott beherzt zu. Warum auch nicht? Er ist ein NBA-Lifer.

30. Juni 2010

Der Klingelbeutel: Alle reden über LeBron. Nur Jon Stewart redet über Fußball

Die Uhr tickt langsam auf Mitternacht zu. Was in dieser Nacht Millionen von Leuten in den Bann schlägt. So wie an Silvester. Die NBA öffnet nämlich mit dem 1. Juli offiziell die Schleusen, damit sich endlich alle Clubs um die bereit stehenden Free Agents prügeln können. Der Preis ist heiß. Die meisten wollen wissen, was LeBron James machen wird. Bleibt er in Cleveland? Geht er in eine andere Stadt? Aber auch aus deutscher Sicht produziert die Sache ein bisschen Spannung. Wenn er wirklich wollte, hätte Dirk Nowitzki hervorragende Chancen, endlich einen Schlussstrich unter die zwölf enttäuschenden Jahre in Dallas zu ziehen und sich einem besseren Team anzuschließen. Eines mit LeBron James zum Beispiel. Oder auch eins mit Dwayne Wade. Hinweis: Zu dieser Gemengelage gibt es in der Donnerstagausgabe der FAZ einen ausführlichen Bericht (Nachtrag: steht jetzt auch online zur Verfügung). Hier ein Foto der beiden zusammen nach einem Spiel gegeneinander. Hier eines im Zweikampf unterm Korb.

• Jon Stewart hat heute seine gesamte Daily Show dem Fußball und der WM gewidmet. Im Studio waren Landon Donovan und Bob Bradley, die beide ein gewisses Leuchten abstrahlen. Was irgendwie komisch ist für Leute, die im Achtelfinale ohne vernünftige spielerische Ideen aus dem Wettbewerb gekegelt wurden. Stewart war im Studium Mitglied der College-Mannschaft und versteht sich als Botschafter der Sportart in den USA, wo nach dem Aus der eigenen Mannschaft das Interesse abgeflacht ist. So jemand fragt nicht wirklich kritisch nach und gibt der aufkeimenden Begeisterung für Fußball keinen Dämpfer.

Immerhin fand die Mannschaft mit dem Ghana-Spiel am Samstag zuhause einen überraschend großen Zuschauerzuspruch. Das Match erzielte nach Recherchen der Los Angeles Times eine Rekordeinschaltquote. 4,5 Millionen der insgesamt 19,4 Millionen amerikanischen Fernsehzuschauer sahen die Begegnung auf dem spanischen Kanal Univision. Der hatte den Vorzug, dass dort nicht ein gewisser John Harkes als Co-Kommentator im Einsatz war. Der Ex-Nationalspieler ist die einzige US-Stimme unter den vielen kompetenten Engländern an den Mikrofonen für ESPN und ABC und ein Seifenblasen-Produzent ersten Ranges.

14. November 2009

LeBron James: Nicht mehr Nummer 23

LeBron James fällt nach so vielen Jahren in der NBA zum ersten Mal auf, dass er eigentlich die falsche Rückennummer trägt: die 23, die Michael Jordan hatte. Zumindest sagte er jetzt so etwas in der Art und verkündete, dass er im kommenden Jahr die Nummer 6 tragen will ("my Olympic number"). Oder etwas weniger kapriziös formuliert: die Trikotziffer, mit der er in der amerikanischen Nationalmannschaft angetreten ist. Aus der Ankündigung lässt sich allerdings nicht heauslesen, in welchem Club er antreten wird. Außer wohl, dass sich Cleveland sehr anstrengen muss, wenn sie ihn behalten wollen. Die Anwort auf die Frage von TNT-Reporter Craig Sager, wo er spielen wird, war keine Loyalitätserklärung an die Adresse der Cavaliers, sondern sybillinisch: "Wir werden sehen."

Eine neue Spekulation sieht ihn zusammen mit Chris Bosh und Dwayne Wade in Miami. Es wäre sicher ein formidables Dreigestirn. Aber keiner weiß, wo das Geld dafür herkommen soll. Die Heat haben in diesem Jahr jedem Angestellten eine zehnprozentige Gehaltseinbuße abverlangt, um Entlassungen zu vermeiden.

31. Mai 2009

Kobe vs. LeBron: Schön wär's gewesen

Beim Schuhhersteller Nike haben sie darauf gesetzt, dass LeBron James und die Cleveland Cavaliers und Kobe Bryant und die Los Angeles Lakers in den nächsten zehn Tagen den neuen NBA-Meister ausspielen. Während der gestrigen Übertragung aus Orlando, wo die Cavaliers im sechsten Spiel aus dem Rennen geworfen wurden, wurde ein Teil dieser Werbespots ausgestrahlt und wirkte ein wenig deplatziert. Cleveland hatte das ganze Match über keine Schnitte, und LeBron konnte nichts dran ändern. Aber weil die Umsetzung der Idee – LeBron und Kobe als Muppet-Puppen, die zusammen wohnen - sehr gelungen ist, wollen wir sie dem werten Publikum nicht vorenthalten. Wer weiß, ob die beiden noch mal in einer Finalserie aufeinandertreffen?





30. Mai 2009

Mit Maggi gegen Magie

Ein Wunschpartner der NBA für die Finalserie hat es nach sehr vielen Mühen geschafft: Das ist Kobe Bryant, dessen Lakers sechs Spiele gegen die Denver Nuggets brauchten. Der andere muss noch mächtig ackern, wenn er nächste Woche gegen Kobe antreten will. Das ist LeBron James, dessen Cleveland Cavaliers heute abend im sechsten Match gegen Orlando Magic gewinnen müssen, wenn sie ein siebtes Spiel erreichen wollen. Mit viel Maggi gegen Magie. Ich habe es mir in einer Geschichte für die Samstagausgabe der FAZ verkniffen, über eine Erklärung für die erstaunliche Playoff-Schwäche der Cavaliers zu spekulieren. Man spielt schließlich immer nur so gut, wie es der Gegner zulässt. Das heißt in diesem Fall: Orlando hat einfach das Personal, um andere Topmannschaften zu frustrieren. Das haben sie in der regulären Saison schon unter Beweis gestellt. Was können sie dafür, dass die meisten Medienleute dieses Ensemble trotzdem bislang unterschätzt hat? Gar nichts.

Ich würde heute abend mal ein bisschen auf die Schiedsrichterleistung achten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die noch ein bisschen nachhelfen wollen, damit es zu einem siebten Spiel kommt und damit LeBron eine theoretische Chance erhält, das Pensum erfüllen, das er von sich und andere von ihm erwarten. Zu diesem Thema gibt es übrigens eine kleine Betrachtung beim Bleacher Report. Tendenz: Keiner bekommt so viele Freiwürfe zugestanden wie James. Er selbst scheint jedoch kaum einen Gegner zu behindern.

7. Oktober 2008

LeBron an Fans in Ohio: "Gehe nirgendwohin"

LeBron James ist in Ohio aufgewachsen und spielt in Cleveland, der schwer angenagten Wirtschaftsmetropole am Lake Erie und größten Stadt im Bundesstaat. Bisweilen macht er die Fans nervös. Die würden zwar nie auf die Idee kommen, dass er demnächst nach China auswandert, weil dort zahlenmäßig betrachtet die meisten Fanartikel-Verbraucher der NBA wohnen. Aber dass er den Verlockungen von New York nicht standhalten kann und irgendwann zu den Knicks wechselt. James hat das jetzt auf seine Art dementiert, im besten Ebonics-Ghetto-Duktus: "I ain't goin' nowhere", sagte er bei einer Veranstaltung. Sein Auftritt hatte eine politische Dimension: Er will helfen, Wähler zu moblisieren und für change zu stimmen. Wir nehmen mal an, dass er damit nicht "Kleingeld" meint und auch nicht das Wortgeklingel von John McCain und der kessen Deern an seiner Seite. Er erwähnt zwar den Namen des Basketballers Barack Obama in seiner kurzen Ansprache nicht. Aber seine Einschätzung der beiden Kandidaten sollte klar sein. Sonst hätte er nicht 20.000 Dollar an die Adresse des Demokraten gespendet. Wahrlich kein Kleingeld.




4. September 2008

Ein Königreich für ein Pferd

Am Strand von Venice hat der beste Spieler der NBA seinen Meister gefunden: Goldmedaillengewinner LeBron James (Spitzname: King James) sah im direkten Vergleich mit einem ziemlich guten Amateurspieler ziemlich schlecht aus. Und wir haben jetzt das Video, um uns die Runde H-O-R-S-E anzuschauen (via The Big Lead).
Nachtrag: Das ursprüngliche Video ist bei YouTube verschollen, wie Kommentator Martin festgestellt hat. Dies ist eine andere Version. Kürzer und nicht wirklich schlechter.

22. Juli 2008

Nets: LeBron James im Visier

Manche Clubs in der NBA spielen für die Galerie. Andere für die Meisterschaft. Es gibt welche, die spielen aus Spaß an der Freude (siehe unter TrailBlazers) oder um den letzten Platz, damit sie die statistisch gesehen besten Aussichten auf die Draft-Lotterie haben. Und dann gibt es noch die New Jersey Nets. Die spielen Casino und setzen auf die schnöde Hoffnung, in zwei Jahren LeBron James verpflichten zu können. Sollte das Projekt um diesen Über-Star funktionieren (genauso wie der geplante Umzug nach Brooklyn), muss/wird man die visionäre Kraft von Clubeigentümer Jay-Z und Chef-Manager Rod Thorn bewundern dürfen. Falls nicht, wird James vermutlich an der Westküste landen. Dort hat man ein gutes Händchen, wenn es darum geht, gute Leute zu verpflichten. Dass James in Cleveland bleibt, darf man wirklich nicht annehmen.

22. Februar 2008

Die unheilige Allianz

Wenn in der NBA eine ganze Mannschaft umgebaut wird, um einem Talent wie LeBron James neue Hilfskräfte zuzuführen, taucht als erstes immer die Frage auf: Wird die Maßnahme wirklich halten, was sich der Team-Manager von ihr verspricht? Aber dies ist vor allem eine Frage der Perspektive. Würde die Mannschaft noch so spielen, wie vor ein paar Monaten, als sie die Finalserie gegen die San Antonio Spurs erreichte, wäre die Aktion nicht so einschneidend ausgefallen. Aber die Cleveland Cavaliers haben irgendwann danach ganz viel Dampf gelassen (ähnlich wie die Chicago Bulls). Da macht es Sinn, sich neu zu orientieren, egal, ob die Umrüstung noch vor den Playoffs den erhofften Aufschwung bringt oder nicht. Denn man muss in Cleveland permanent zumindest einen Menschen davon überzeugen, dass man sich für sein Wohlergehen interessiert: den besagten LeBron James. Denn der könnte andernfalls eines baldigen Tages dem Club und der Stadt den Rücken zu drehen. Sportstars zieht es meistens unweigerlich in die Metropolen.

Die Dimension der inszenierten Sportlerpersönlichkeit LeBron James werden übrigens immer bizarrer. Das jedenfalls wird einem klar, wenn man sich zu dieser Seite durchklickt, wo die überzogenen und nicht immer bibelfesten Anspielungen seitens der Firma Nike analysiert werden. Die Firma hat offensichtlich beschlossen, den Status ihres neuen Aushängeschilds zu einer quasi-religiösen Figur bis zum Exzess zu betreiben. In China scheint man damit auf die Nase zu fallen. Der Blog Moderately Cerebral Bias spricht davon, dass der gezeigte Werbespot sogar verboten wurde.
Blick zurück: Sport in Cleveland

6. Februar 2008

Reden ist Silber

Das Wort Trash Talk kann man nur lose übersetzen - denn es ist ein Mischung aus allem möglichen: Flachsen, Sprüchekopfen, Provozieren. Genialische Trash Talker wie Larry Bird oder Michael Jordan hatten noch nie das Problem, dann nachzulegen, wenn es darauf ankommt: im Spiel. Neulich hat LeBron James sich zu dem Thema geäußert. Was nicht wirklich eine Offenbarung war. Denn den meisten Respekt hat er wohl vor Teams wie den Detroit Pistons und Boston Celtics, weil die Burschen nicht nur ein loses Maul haben, sondern jedes Mal mit dem Ball in der Hand nachweisen, dass sie es können. Es gibt am anderen Ende des Spektrums aber auch solche Mannschaft wie die Utah Jazz. Die reden überhaupt nicht. "Die treten dich einfach in den Arsch."

9. Dezember 2007

Der Klingelbeutel: Urteil für Vick

• MONTAG IST großer Michael-Vick-Tag. Dann erfährt der ehemalige Quarterback der Atlanta Falcons, der schon seit ein paar Wochen aus freien Stücken im Gefängnis sitzt, wie lang die Strafe ausfallen wird, die er sich mit seinen Hundekämpfen eingehandelt hat. Das Maximum liegt bei fünf Jahren.

• VOR EINER GANZEN WEILE erlitt ein Projekt Schiffbruch, das auf dem Papier zumindest nach Gold und Diamanten roch: Es hieß mvp und hatte als Protagonisten die Herren Michael Jordan, Wayne Gretzky und John Elway. Es sollte auf den Wogen des ersten Internetbooms segeln, bis sich zeigte, dass die enormen finanziellen Erwartungen der Vermarktungsplattform dreier Sportlegenden außer Spesen und vielen Kosten nichts produziert. Die Stars verbrannten 65 Millionen Dollar aus der eigenen Tasche. Man fühlt sich unweigerlich daran erinnert, wenn man liest, wie sich Basketballer LeBron James im zarten Alter von 22 auf eine Rolle als primus inter pares bei der Vermarktung anderer Sportler zutraut. Sein Laden - genannt LRMR - dürfte zwar im Moment sehr viel Rückenwind haben, weil seine Position als erfolgreiche Werbefigur unangetastet ist. Aber das viele Geld, das er und seine engen Berater in die Hand nehmen, um langsamm aber sicher ein kleines Imperium aufzubauen, bringt vorläufig überhaupt keine Zinsen, falls es überhaupt je dazu kommt. Viel mehr über die Rolle, die James im amerikanischen Sportkommerz spielen will, findet man in einer umfangreichen und ausführlich recherchierten Geschichte des US-Wirtschaftsmagazins Fortune (via nba-blog).

• DAVID BECKHAM will bekanntlich dem Fußball in den USA aus seinem Stadium eines Schwellenlandes heraushelfen und ganz nach oben führen. Und zwar ganz persönlich. Wenn er so weiter macht, wird er in etwa 3000 Jahren jedem Aspiranten im direkten Gegenüber eine kleine Unterrichtseinheit vermittelt haben. So eine wie im Fall der Kinder des Rappers Snoop Dog. Diese soll allerdings im Fernsehen laufen. Sie muss besonders beeindruckend ausgefallen sein. Was aus der Sache mit Angelina Jolies Sohn geworden ist, bleibt weiterhin ein Rätsel. Im Moment ist der allerdings in New Orleans schwer beschäftigt und hat das Projekt vielleicht schon wieder vergessen.

6. Oktober 2007

Loyalität in Cleveland

Es ist schwierig, mit jemandem eine Diskussion zu führen, der Sport nach dem Schema einer blinden unverbrüchlichen Loyalität betrachtet. Also jemand wie der Kommentator auf 100 Percent Injury Rate, der sich an der Person des Basketballers LeBron James reibt, weil der zu einem Baseball-Playoff-Spiel der Cleveland Indians gegen die New York Yankees eine Kappe der Yankees trägt. James ist einer der überragenden Figuren der NBA und verdient sein Geld bei den Cleveland Cavaliers. Weshalb ihn das automatisch zu einem Anhänger der Indians machen sollte, ist nicht ganz klar. Zumal die Indians normalerweise nichts reißen, wenn es darauf ankommt. Die Yankees - obwohl überall in den USA verhasst - jedoch bieten seit Jahr und Tag ganz oben mit und beschäftigen die teuersten Spieler. Spieler von der Preisklasse eines LeBron halt, der vergangene Woche sogar einen Abstecher in der viel beachteten Comedy-Sendung Saturday Night Live hatte, die nicht etwa in Cleveland zu Hause ist, sondern ...in New York.

Wenn Cleveland wirklich eine schicke Stadt wäre, könnte man die Nörgelei ja noch verstehen. Aber ich kam vor zwei Jahren von einem mehrtägigem Ausflug mit dem Gefühl zurück, dass die Leute dort wahrscheinlich am liebsten selbst ganz woanders leben würden (und wohl auch deshalb, abgesehen von den Stadtstreichern, so wenige von ihnen in der Innenstadt zu finden sind). Die anderen sind Touristen, die wegen der Rock 'n' Roll Hall of Fame kommen und Zwischenstation einlegen auf dem Weg zum größten Achterbahn-Park der Welt in Cedar Point in Sandusky.

Immerhin fanden sie gestern in Cleveland einen Weg, sich auch noch bei den Touristen unbeliebt zu machen: mit einem Ausbruch von Abermillionen von kleinen Fliegen, die Yankess-Relief-Pitcher Joba Chamberlain den letzten Nerv raubten und am Ende dazu beitrugen, dass die Indians mit 2:0 in der Best-of-Five-Serie in Führung gingen. Mehr zu dem Match und den Fliegen bei allesaussersport.

• Was der japanische Baseball-Profi Ichiro über Cleveland zu sagen hat

• Profi-Sport in Cleveland und was Washington-Post-Kolumnist Michael Wilbon zu dem Thema denkt

2. Juni 2007

Spiel sechs: Cleveland macht die Pistons nass und steht im Finale

Eine massive Drei-Punkt-Woge hat am Samstagabend in Cleveland die höher eingeschätzen Detroit Pistons einfach weggefegt. Der kleine Daniel Gibson war der Mann mit der sicheren Hand, der nach einem dürftigen Auf und Ab b eider Mannschaften, das sich über drei Viertel hinzog, im vierten Viertel das Spiel und die Serie entschied. LeBron James, der vor zwei Tagen mit einer seltenen Energieleistung in Detroit das Match ganz alleine für die Cavaliers nach Hause geholt hatte, musste diesmal nicht das Letzte geben. Das Problem nahm im Gibson ab, der insgesamt fünf Drei schoss und bei seinem bislang besten Auftritt in der Liga 31 Punkte erzielte. Endstand: 98:82

Die Niederlage markiert das Ende einer guten Zeit in Detroit. Die Pistons hatten in den letzten Jahren einmal den Titel gewonnen, einmal das Finale erreicht und im letzten Jahr die Cavaliers auf dem Weg ins Halbfinale aus dem Weg geräumt. Das Team dürfte auseinanderfallen, sollte sich Spielmacher Chauncey Billups in den nächsten Wochen absetzen und woanders unterschreiben.

Die Cavaliers hatten es in ihrer Clubgeschichte noch nie bis ins Finale geschafft. Während der letzten guten Phase Anfang der neunziger Jahre waren ihnen vor allem die Chicago Bulls im Weg. Die Finalserie gegen die San Antonio Spurs beginnt am 7. Juni. Cleveland hat dank LeBron James die Sympathien der meisten NBA-Fans. heißt nicht, dass sie auch nur eine Chance hätten, den Titel zu holen. Die Spurs sind rundum besser.

1. Juni 2007

LeBron James im Alleingang: eine Basketball-Gala

Es gibt also doch noch Hoffnung auf eine halbwegs interessante NBA-Finalserie. LeBron James hat gerade mit einer Super-Sondershow im Alleingang die Cleveland Cavaliers die Schweiß-Roboter der Detroit Pistons an die Wand geschoben. Das Spiel ging über zwei Verlängerungen und war denkbar knapp (109:107). Aber es brachte die Cavaliers mit 3:2 in der Serie in Führung. Nun brauchen sie nur noch einen Sieg - entweder am Samstagabend zu Hause oder notfalls in einem siebten Match in Detroit am Montag. Cleveland hätte das Marathon-Spiel am Donnerstag nicht nötig gehabt. Aber dazu hätten sie die eklatante Freiwurfschwäche ablegen müssen, wie sie die Mannschaft schon in der Tabellenrunde plagte. Mit nur verwandelten 71,8 Prozent nämlich hat man einen schweren Stand. Die ersten Reaktionen auf die Leistung von James, der fast alle von Clevelands Punkten im vierten Viertel und restlos alle in den beiden Verlängerungen erzielte und dabei aus allen Lagen traf waren emphatisch. AP spricht von "einer der spektakulärsten Leistungen in der Playoff-Geschichte" und Fernsehkommentator Steve Kerr nannte den Auftritt des 22jährigen "jordanesk".

Kerr, der neben Michael Jordan bei den Bulls dreimal Meister wurde und später bei den San Antonio Spurs zwei weitere Titel holte, wird Meldungen zufolge neuer Chefmanager der Phoenix Suns. Ihm gehört bereits ein geringer Anteil des Clubs.

Nachtrag: Eine paar Gustostückerl von King James aus dem Spiel gibt es in dieser kurzen Zusammenfassung.

15. Mai 2007

Lesestoff: Die LeBron-Geschichte vom Sonntag

Heute hat faz.net den Text über LeBron James aus der gedruckten Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung übernommen. Für den, der das rundum sehr lesenswerte Printprodukt nicht bezieht, hier das Link. Die Cleveland Cavaliers haben am Montagabend in New Jersey den Vorsprung in der Playoff-Serie auf 3:1 ausgebaut und können am Mittwoch vor eigenem Publikum den Sack zumachen. Cleveland hätte sich damit zum erste Mal seit 1992 wieder für ein Conference Final qualifiziert. Der mutmaßliche Gegner: die Detroit Pistons, die heute voraussichtlich die Chicago Bulls in die Ferien schicken werden. Noch eine Anmerkung zum Spiel der San Antonio Spurs gegen die Phoenix Suns am Montag: Die Spurs entwickeln sich zum unsympathischsten Team der Liga. Der jüngste Fall: Robert Horry rempelt Steve Nash auf fiese Art und Weise aus dem Spielfeld. Er wurde zwar wegen des Fouls vom Platz geworfen und muss mit einer Sperre rechnen. Aber als unmittelbare Reaktion rannten Boris Diaw und Amare Stoudamire von der Ersatzbank aufs Spielfeld, ohne jedoch in das Handgemenge einzugreifen. Das wird die beiden trotzdem ebenfalls teuer zu stehen kommen. Die NBA hat da ihre Regeln. Und so gewinnen die Spurs eben auf die üble Tour.
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